Seit 9. April dieses Jahres liegen erneut die Anliegenbücher des Raums der Stille des Uniklinikums Würzburg (UKW) für jedermann zum Blättern und Lesen aus. Nach den guten Erfahrungen und den vielen positiven Rückmeldungen wiederholt die Klinikseelsorge des UKW damit eine Aktion, die im Herbst vergangenen Jahres erstmals stattfand. Die Anliegenbücher entstehen seit der „Inbetriebnahme“ des Raums der Stille im Doppelzentrum für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM) an der Oberdürrbacher Straße im Jahr 2004. An diesem überkonfessionellen Ort der Ruhe und des stillen Gebets liegt seither immer ein Buch aus, in dem Patienten, Angehörige, Besucherinnen und Besucher sowie Beschäftigte des Klinikums ihre Herzensanliegen niederschreiben können. Über die Jahre wuchs so eine bislang 14-bändige Sammlung vollgeschriebener Bücher heran. Aus Sicht der Klinikseelsorge ist dies ein „Schatz der Erinnerung“.
Bei der gleichnamigen Aktion werden bis Pfingsten einige dieser Bände im Wechsel auf einem Ständer an der Außenrundung des Raums der Stille ausgelegt. Ziel ist es, die Sorgen und Nöte der Menschen in einem Krankenhaus, aber auch deren Hoffnung, Erleichterung und Dankbarkeit öffentlich wertzuschätzen. Außerdem ist das Lesen in den Anliegenbüchern eine Anregung zum Erinnern, zum Nachdenken und zur Anteilnahme.
„Neue“ Anliegen können weiterhin im Raum der Stille in das dort bereitgestellte, aktuelle Buch geschrieben werden.
Aktuelle Pressemitteilungen
Mit dem Hirntumor-Informationstag organisiert die Deutsche Hirntumorhilfe zweimal im Jahr ein bundesweit einzigartiges Forum, auf dem sich Betroffene, Experten und Multiplikatoren über die unterschiedlichsten Aspekte dieser vielgestaltigen Tumorerkrankungen austauschen können. Partner bei der 42. Neuauflage am Samstag, den 21. April 2018, ist erneut die Neurochirurgische Klinik des Universitätsklinikums Würzburg. Deren Leitender Oberarzt, Privatdozent Dr. Mario Löhr, hat die wissenschaftliche Leitung des diesjährigen Symposiums inne.
Neun Referenten aus deutschen Krankenhäusern
Er kündigt an: „Wir haben an diesem Tag acht Experten aus anderen deutschen Krankenhäusern – vornehmlich aus Universitätsklinika – zu Gast, die praxisnah und verständlich über Standards und Entwicklungen in Diagnostik, Therapie und Nachsorge berichten werden.“ Ein spannendes Thema sei zum Beispiel der umstrittene Einsatz von Methadon in der Therapie von Hirntumoren. Außer einem Fachvortag findet zum Pro und Kontra dieses Opioids auch eine Podiumsdiskussion statt.
„Neben der Podiumsdiskussion besteht bei dem ganztägigen Informationstag für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch sonst immer wieder Gelegenheit, ihre persönlichen Fragen einzubringen und somit die Einschätzungen von gleich mehreren Experten einzuholen“, unterstreicht Dr. Löhr.
Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch
Auf der Basis der bisherigen Erfahrungen erwarten die Veranstalter über 400 Zuhörer/innen. „Dieser hohe Zuspruch beruht nicht zuletzt darauf, dass der Hirntumor-Informationstag Patienten und Angehörigen eine einzigartige Plattform bietet, mit anderen Betroffenen in Kontakt zu treten, die Erfahrungen beim Umgang mit der Erkrankung auszutauschen sowie Sorgen und Ängste zu teilen“, erläutert Dr. Löhr.
Das Symposium geht von 9:00 bis 19:00 Uhr. Für Kurzentschlossene ist die kostenpflichtige Anmeldung noch bis 16. April 2018 unter www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag möglich. Hier findet sich auch das detaillierte Programm. Eine Anmeldung vor Ort ist nur möglich, wenn noch Platzkapazitäten vorhanden sind.
Im Rheumazentrum Würzburg arbeiten Experten des Uniklinikums Würzburg (UKW) zusammen mit Kliniken, niedergelassenen Schwerpunktpraxen und weiteren Einrichtungen, die in der Region Rheumakranke behandeln und betreuen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit die Versorgung Rheumakranker im Großraum Würzburg und in dessen überregionalem Einzugsgebiet immer weiter zu verbessern“, schildert Prof. Dr. Hans-Peter Tony. Der Internist und Rheumatologe leitet innerhalb der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW den Schwerpunkt Rheumatologie / Klinische Immunologie, der auch im Rheumazentrum Würzburg federführend ist.
Ende Februar dieses Jahres wurde das seit dem Jahr 2003 bestehende Würzburger Zentrum in der Wertigkeit seiner klinischen und wissenschaftlichen Arbeit bestätigt: Es erhielt das neue Qualitätssiegel der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Seit November 2017 zeichnet die DGRh damit regionale kooperative Zentren aus, die durch ihre Struktur eine vollständige, interdisziplinäre Versorgung sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung gewährleisten. Das Gütesiegel ist bis zum Jahr 2020 gültig.
„Ernährung in der Onkologie – Mit Genuss Körper und Seele stärken“ heißt ein aktuelles Informations- und Weiterbildungsmodul des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken. „Unser Ziel dabei ist es, Krebspatientinnen und -patienten darin zu unterstützen, aus der Flut an Ernährungsratschlägen die für sie persönlich wertvollen Informationen herauszufiltern“, sagt Dr. Claudia Löffler. Die Ärztin ist eine der Expertinnen für komplementäre Onkologie des am Uniklinikum Würzburg (UKW) angesiedelten Integrierten Krebszentrums. Als ersten Schritt auf diesem Weg veranstaltete das CCC Mainfranken im März dieses Jahres einen theoretischen Workshop. Die Teilnehmerinnen – 15 Frauen des Vereins Frauenselbsthilfe nach Krebs – beschäftigten sich unter Leitung der UKW-Ernährungswissenschaftlerin Lisa Schiffmann mit Fragen wie: Was ist überhaupt gesundes Essen? Worauf sollte man besonders achten? Was sagen die Fachgesellschaften? Was ist Mangelernährung, wie viele Patientinnen und Patienten sind davon betroffen – und warum ist sie unbedingt zu vermeiden? Außerdem wurde herausgearbeitet, warum Krebsdiäten in der Regel nicht zu empfehlen sind.
Auf Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe achten
Wenige Tage später ging es von der Theorie in die Praxis: Unter Anleitung des mainfränkischen Sternkochs Bernhard Reiser durften die Krebspatientinnen in dessen Kochmanufaktur in Dettelbach selbst die Kochlöffel schwingen. Laut Reiser, der als Botschafter das CCC Mainfranken unterstützt, fängt gesunde und genussreiche Ernährung bei hochwertigen, nachhaltigen und fair erzeugten Lebensmitteln an und hört beim Spaß am Essen noch lange nicht auf. Da es gerade während einer Tumortherapie wichtig ist, auf eine ausreichende Versorgung mit Nähr- und Mineralstoffen sowie Vitaminen zu achten, hatte der „Soulfood“-Experte im Kurs viele Ideen und Anregungen zur Anreicherung der Ernährung parat. Dazu zählten zum Beispiel Lupinen im Kartoffelstampf, ein reichhaltiges, mildes Kokoscurry sowie der Einsatz wertvoller Pflanzenöle. Außerdem hatte Reiser eigens für die Kursteilnehmerinnen Rezepte mit geschmacksneutraler medizinischer Trinknahrung entwickelt. „So werden Berührungsängste mit dem Thema künstliche Ernährung abgebaut und es zeigte sich, dass auch hierbei der Genuss nicht zu kurz kommen muss“, kommentiert Dr. Löffler.
Neben der Frage, welche Lebensmittel am besten auf den Tisch kommen sollten, spielte beim Kochkurs auch die Art der Zubereitung eine entscheidende Rolle. Schließlich lassen sich durch ein schonendes Vorgehen Geschmack und Inhaltsstoffe besser erhalten.
Fortsetzung in größerem Zusammenhang
Die meisten der vorgestellten Gerichte sind mit kleinem Aufwand für jede/n gut nachzukochen, so dass die Pilot-Teilnehmerinnen motiviert und mit vielen neuen Ideen nach Hause gingen. Nach diesen positiven Erfahrungen sind sich die Initiatoren des Projektes Bernhard Reiser, Lisa Schiffmann und Dr. Claudia Löffler sicher, dass die Veranstaltung weitergehen sollte und freuen sich schon auf die Fortsetzung. Es ist geplant, dass ab Mitte 2018 das Modul Ernährung als ein Teil des Projektes „Ressourcentraining in der Onkologie“ stattfindet, bei dem die Patientinnen und Patienten zusätzlich Wissenswertes aus den Bereichen Bewegung, Entspannung und naturheilkundliche Selbsthilfestrategien erfahren.
KOI: Ein neuer Blog zur Komplementären Onkologie
Ein Weg, über die komplementären Leistungen und Informationsangebote des CCC Mainfranken auf dem Laufenden zu bleiben, ist der neue Blog „KOI – Komplementäre Onkologie Integrativ“, der auf der Homepage des CCC Mainfranken (www.ccc.uni-wuerzburg.de) unter der Rubrik Aktuelles zu finden ist.
Ende Januar dieses Jahres erschien in der Fachzeitschrift Blood der US-amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie die Publikation zu einer von den Uniklinika Frankfurt und Würzburg aus geleiteten europa-weiten Studie, bei der Patienten mit einer minimalen Resterkrankung von Akuter Lymphatischer Leukämie erfolgreich mit dem Antikörper-Medikament Blinatumomab behandelt wurden. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) berichtete hierrüber in einer Presseinformation am 8. Februar 2018. Jetzt, am 29. März dieses Jahres, gab die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) nach einem beschleunigten Verfahren grünes Licht für einen generellen Einsatz des Immuntherapeutikums bei dieser Indikation. Für anders gelagerte Indikationen bestanden schon vorher Marktzulassungen von Blinatumomab – sowohl in den USA, wie auch in der EU.
Die Akute Lymphatische Leukämie (ALL) ist eine Form von bösartigem Blutkrebs. Bei 40 bis 50 Prozent der mit Chemotherapeutika behandelten Patienten bleibt mindestens eine minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease – MRD) bestehen. Patienten mit MRD-positiver Erkrankung erleiden praktisch immer ein klinisches Rezidiv. Durch die jetzt regulär mögliche Gabe von Blinatumomab lässt sich die Überlebenswahrscheinlichkeit dieser Hochrisiko-Gruppe in den USA deutlich verbessern.
In Deutschland steht Blinatumomab zur Zeit für die MRD-positive ALL nur im Rahmen klinischer Studien zur Verfügung. Mit einer regulären Zulassung durch die europäische Zulassungsbehörde für die EU wird im Lauf dieses Jahres gerechnet.
An der Erfindung, Entwicklung und klinischen Erprobung von Blinatumomab entscheidend beteiligt waren Prof. Dr. Ralf Bargou, der Direktor des am UKW angesiedelten Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken, Dr. Marie-Elisabeth Goebeler, die Leiterin der Early Clinical Trial Unit am UKW, sowie Prof. Dr. Max Topp, der Leiter des Bereichs Hämatologie an der Medizinischen Klinik II des Würzburger Uniklinikums.
Über den Wirkstoff Blinatumomab
Blinatumomab gehört zu einer neuen Klasse von so genannten bispezifischen Antikörpern, die direkt das menschliche Immunsystem gegen Tumorzellen wirken lassen. Es spannt die körpereigenen T-Zellen, eine Form der Lymphozyten, ein, um Leukämiezellen zu vernichten. Diese „Killer“ können in der Regel Krebszellen nicht von gesunden Zellen unterscheiden und greifen sie deshalb auch nicht an. Den Forschern gelang es, diese biochemische Blindheit zu überwinden, indem sie gentechnisch einen Antikörper designten, der einerseits in der Lage ist, an der Krebszelle anzudocken und andererseits an T-Zellen binden kann. Mit Hilfe dieses „Adapters“ werden die Abwehrzellen aktiviert, sie erkennen die schädlichen Zellen und können sie in der Folge zerstören.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Männer in Deutschland. „Nicht zuletzt die hohe Beteiligung an unserem ersten diesbezüglichen Patienteninformationstag im vergangenen Jahr bestätigte uns das ungebrochen hohe Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit“, berichtet Prof. Dr. Hubert Kübler, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Uniklinikums Würzburg (UKW). Deshalb ist für den 21. April 2018 eine Neuauflage der Veranstaltung geplant: Das von der Deutschen Krebshilfe zertifizierte Prostatakarzinomzentrum des UKW lädt an diesem Samstag wieder alle Interessierten dazu ein, wissenswerte Hintergründe und neueste Erkenntnisse über die Volkskrankheit zu erfahren. Zwischen 10:00 und 14:00 Uhr werden insgesamt neun ausgewiesene Experten im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) an der Oberdürrbacher Straße zu diversen Aspekten referieren und die Fragen der Zuhörer/innen beantworten.
Aktuelles zur Diagnostik mit PSA und PSMA
Beispielsweise wird Dr. Arkadius Kocot über die „Renaissance des PSA-Wertes in der Prostatakrebsvorsorge“ sprechen. „Über kaum einen Tumormarker wird so intensiv und kontrovers diskutiert, wie über das Prostataspezifische-Antigen“, weiß der Leitende Oberarzt der urologischen Klinik des UKW und fährt fort: „Fakt ist allerdings, dass die Langzeit-Nachverfolgung von PSA-basierten Screening-Studien zeigt, dass durch den Einsatz des PSA-Werts die Sterblichkeit am Prostatakarzinom reduziert werden kann.“
Mit dem PSA in Verbindung steht das Prostata-spezifische Membran Antigen (PSMA). Dieses Molekül ist auf der Oberfläche gesunder Prostatazellen vorhanden, sehr viel mehr aber auf Prostatakrebs-Zellen. Im restlichen Körper kommt das Protein kaum vor. „PSMA ist deshalb ein ideales Zielmolekül für die Diagnostik und zugleich auch für zielgerichtete Therapien von Prostatakrebs“, sagt Prof. Andreas Buck. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des UKW wird beim Infotag der Frage nachgehen, ob ein PET-CT mit PSMA heute schon als Diagnosestandard bezeichnet werden kann.
Präzision und Sicherheit durch multiparametrisches MRT und Fusionsbiopsie
Auch in der Primärdiagnostik des Prostatakrebses gab es in den letzten Jahren deutliche Veränderungen. Die Einführung der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT) ist eine dieser neuen Entwicklungen. Prof. Dr. Thorsten Bley, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des UKW, wird diesbezüglich eine aktuelle Übersicht geben und die Vorteile dieser diagnostischen Technik darstellen.
Durch die hochauflösende mpMRT ist es möglich, bösartige Veränderungen in der Prostata mit hoher Genauigkeit zu identifizieren. Anschließend können diese Veränderungen mithilfe einer Probenentnahme aus der Prostata – einer Biopsie – weiter abgeklärt werden. Lukas Koneval von der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW wird über die Technik und die Vorteile der moderne Fusionsbiospie der Prostata berichten.
Aktuelle Therapieoptionen: medikamentös, radiologisch, operativ
Wie die Diagnostik, so wandelt sich derzeit auch die Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms. Neue Substanzen bestimmen zunehmend den klinischen Alltag. Welche Chancen diese Wirkstoffe bieten und welche neuen Herausforderungen sich dadurch ergeben, erläutert die UKW-Urologin Dr. Anna Seitz. Weitere Vorträge widmen sich dem „State of the Art“ bei operativen Verfahren und in der Strahlentherapie. Beispielsweise wurde von Prof. Kübler bei seinem Amtsantritt Anfang vergangenen Jahres die nerverhaltende radikale Prostatektomie mit sogenanntem Intraoperativem Schnellschnitt-Monitoring am UKW eingeführt. „Durch diese Technik können die neurovaskulären Strukturen, die für die Potenz der Männer zuständig sind, bei einem Großteil der Patienten erhalten bleiben – und zwar ohne die onkologische Sicherheit der Operation zu gefährden“, unterstreicht der Klinikdirektor.
Auch Selbsthilfe und Bewegung sind Themen
Am Patienteninformationstag werden auch komplementäre Gesichtspunkte angesprochen, wie zum Beispiel die Leistungen der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Würzburg. Außerdem wird Lisa Schiffmann von der Ambulanten Ernährungsberatung für Krebspatienten des UKW Möglichkeiten aufzeigen, wie betroffene Patienten durch Sport und Bewegung die Krebserkrankung positiv beeinflussen können.
Die Teilnahme am Patienteninfotag ist kostenlos, das detaillierte Programm gibt es unter www.urologie.ukw.de, Rubrik „Veranstaltungen“.
Am 16. und 17. März dieses Jahres veranstaltete die Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) den 4. Würzburger Myelom-Workshop mit fast 200 Zuhörerinnen und Zuhörern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und der Tschechischen Republik. „Ich bin stolz darauf, dass es uns wieder gelungen ist, diesem Expertenkreis an den beiden Tagen eine 30-köpfige Rednerliste zu bieten, die fast die gesamte europäische und US-amerikanische Weltspitze zum Thema Multiples Myelom umfasste“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele. Der Direktor der Medizinischen Klinik II und Leiter des Workshops ist selbst ein international anerkannter Spezialist für die schwierig zu behandelnde, bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks.
Für einen Teil der Patienten ist eine Heilung möglich
Aus den beim Workshop vorgestellten aktuellen Daten lassen sich ermutigende Schlüsse ziehen. „Wir verfügen jetzt über so effektive Methoden, dass es möglich ist, einen Teil der Patienten so zu therapieren, dass selbst mit den empfindlichsten Diagnosemethoden keine Krankheitsaktivität mehr nachweisbar ist“, berichtet Prof. Einsele und fährt fort: „Für diese Patientengruppe ist die Prognose sehr gut und wir haben die begründete Hoffnung, dass sich die generelle Heilungswahrscheinlichkeit bei Multiplem Myelom in naher Zukunft deutlich verbessern wird.“
Diverse neue Elemente für noch mehr Behandlungserfolg
Zu den auf dem Workshop vorgestellten und diskutierten innovativen Behandlungselementen zählen neue Wirkstoffe, die vor und nach den Stammzelltransplantationen gegeben werden. Außerdem wurde deutlich, dass die doppelte Stammzelltransplantation heute als Standard anzusehen ist: Zahlreiche Studien zeigen, dass Myelompatienten einen Überlebensvorteil haben, wenn ein paar Monate nach der ersten Transplantation eine zweite durchgeführt wird. Darüber hinaus finden auch Immuntherapien, wie sie zum Beispiel am UKW energisch vorangetrieben werden, zunehmend den Weg in die Behandlung von Multiplem Myelom. „Im Moment kommen diese zwar vornehmlich bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung zum Einsatz, aber es ist abzusehen, dass wir bald auch in früheren Stadien mit Immunpräparaten arbeiten werden“, kündigt Prof. Einsele an.
Fruchtbare kontroverse Diskussionen
Besonders lebhaft und spannend wurde es im Workshop bei den so genannten „Hot-Topic-Diskussionen“, bei denen zwei Sprecher mit unterschiedlichen Meinungen gegeneinander antraten. Eines dieser kontroversen Themen betraf die Frage nach der optimalen Behandlungsdauer.
Über das Multiple Myelom
Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.
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