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Antibiotikaresistenzen: Auf der Spur intrazellulärer Erreger

Camilla Ciolli Mattioli erforscht Überlebensstrategien von Bakterien in Wirtszellen. Die Biotechnologin ist neue Gruppenleiterin am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung und Juniorprofessorin an der Uni Würzburg.

Camilla Ciolli Mattioli
Camilla Ciolli Mattioli erforscht, warum Erreger wie beispielsweise Salmonellen so widerstandsfähig gegen Antibiotika und das Immunsystem macht. (Bild: Gunnar Bartsch / Universität Würzburg)

Antibiotika zählen zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin. Doch immer mehr Krankheitserreger entwickeln inzwischen Resistenzen gegen sie. Einige Keime entziehen sich der antimikrobiellen Wirkung sogar vollständig, indem sie sich im Inneren menschlicher Zellen verstecken. Diesen intrazellulären Bakterien widmet sich die Biotechnologin Camilla Ciolli Mattioli. Ab Februar leitet sie eine neue Arbeitsgruppe am Würzburger Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) und tritt zeitgleich eine Juniorprofessur an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) an.

Mit ihrer neuen Arbeitsgruppe „Systemmikrobiologie intrazellulärer Pathogene“ möchte Camilla Ciolli Mattioli eben jene Mechanismen entschlüsseln, die intrazelluläre Erreger so widerstandsfähig machen: In ihrer Forschung wird sie der Frage nachgehen, wie diese Mikroben – zum Beispiel Salmonellen – in Wirtszellen überleben, dort persistieren und der Zerstörung durch das menschliche Immunsystem entgehen.

„Diese Art von Bakterien ist besonders schwer zu bekämpfen“, erklärt die Biotechnologin. „Indem sich die Keime in unseren Zellen ‚verkriechen‘, sind sie sowohl vor unserer Immunabwehr als auch vor vielen Antibiotika geschützt.“ Um zu verstehen, wie ihnen das gelingt, ist ein detaillierter Blick auf die Wechselwirkungen zwischen Wirt und Erreger notwendig. Dieser sollte auf Einzelzellniveau erfolgen und möglichst realistische Infektionsmodelle einbeziehen.

Neue Technologien, neue Einblicke

Mit herkömmlichen Methoden lassen sich diese komplexen Interaktionen bislang nur unzureichend abbilden. Genau hier setzt die Arbeitsgruppe von Ciolli Mattioli an: Am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI), einem Standort des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit der Universität Würzburg, entwickelt sie innovative Plattformen, mit denen sich die Genexpression von Wirtszellen und Bakterien während einer Infektion gleichzeitig und mit Einzelzellauflösung erfassen lässt.

Dabei kombiniert das Team räumliche, zeitliche und phänotypische Informationen und nutzt unter anderem bildgestützte Zellsortierung. Das Ziel besteht darin, molekulare Schalter zu identifizieren, die darüber entscheiden, ob ein Bakterium überlebt, in einen Ruhezustand übergeht oder vom Wirt ausgeschaltet wird.

Langfristig möchte Camilla Ciolli Mattioli mit ihrer Forschung neue Ansatzpunkte für die Bekämpfung antibiotikaresistenter Infektionen schaffen. „Wenn wir verstehen, an welchen Stellen die Überlebensstrategien der Bakterien angreifbar sind, können wir Infektionen gezielt stoppen“, sagt sie.

Über Camilla Ciolli Mattioli

Camilla Ciolli Mattioli studierte Biotechnologie an der Universität Florenz (Italien) und promovierte im Jahr 2019 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit am Berliner Institut für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Center konzentrierte sie sich auf die Mechanismen, die die RNA-Lokalisierung und lokale Translation in eukaryotischen Zellen steuern. Anschließend erhielt sie ein Marie Skłodowska-Curie Individual Fellowship und arbeitete als Postdoktorandin im Labor von Roi Avraham am Weizmann Institute of Science in Rehovot (Israel), wo sie erforschte, wie die phänotypische Heterogenität von Bakterien den Verlauf von Infektionen beeinflusst. Ab Februar 2026 wird sie als Nachwuchsgruppenleiterin am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) sowie als Juniorprofessorin an der Universität Würzburg tätig sein.

Zur Forschungsgruppe „Systemmikrobiologie intrazellulärer Pathogene“

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 03.02.2026

Pressemitteilung HIRI Helmholtz - Institut für RNA-basierte Infektionsforschung

 

Camilla Ciolli Mattioli
Camilla Ciolli Mattioli erforscht, warum Erreger wie beispielsweise Salmonellen so widerstandsfähig gegen Antibiotika und das Immunsystem macht. (Bild: Gunnar Bartsch / Universität Würzburg)

Stern-Titelstory: Tipps eines UKW-Experten zu Rückenschmerzen

Das Nachrichtenmagazin Stern widmet die Titelgeschichte seiner Ausgabe 5/2026 den Therapiemöglichkeiten bei Rückenschmerzen. Unter den dabei zitierten Experten ist auch Stefan Lindner, Schmerzphysiotherapeut und Sportwissenschaftler aus dem Virtual-Reality-Team am Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin am Lehrstuhl Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg.

Porträt Stefan Lindner
Als Physiotherapeut und Sportwissenschaftler hat Stefan Lindner für das Nachrichtenmagazin Stern Expertenstatus bei der Behandlung von chronischen Rückenschmerzen. © Stefan Lindner

Würzburg. „Gesunder Rücken“ – so heißt die Titelgeschichte der Ausgabe 5/2026 des Nachrichtenmagazins Stern, die am 29. Januar dieses Jahres erschien. Auf der achtseitigen Heftstrecke beleuchten unter anderem acht Expertinnen und Experten populäre Mythen über Rückenschmerzen und geben Einblicke in ihre Forschung. Unter diesen Fachleuten findet sich auch Stefan Lindner, Physiotherapeut und Sportwissenschaftler am Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Uniklinikums Würzburg. In dem Artikel beschreibt er die Möglichkeiten, die sich aus dem Einsatz von Virtual Reality (VR) bei chronischen Rückenschmerzen aufgetan haben. Eine Kernbotschaft dabei: „Digitale Therapien können dem Gehirn neue, positive Bewegungserfahrungen vermitteln und dabei helfen, eingefahrene Schmerz- und Angstmuster zu verändern.“ Aus Sicht des ZiS ist VR ein modernes Werkzeug innerhalb eines interdisziplinären multimodalen Konzepts, das weiter erforscht werden muss, damit es zum Beispiel über digitale Gesundheitsanwendungen in der Breite eingesetzt werden kann. „Bewegung bleibt der zentrale Baustein, VR ist der Türöffner“, so Lindner im Stern. 

Ergebnisse langjähriger interdisziplinärer Team-Arbeit 

Die im Stern beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten fußen auf langjährigen, vom Bundesforschungsministerium geförderten wissenschaftlichen Arbeiten. An diesen waren neben dem Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg auch der von Prof. Dr. Heike Rittner geleitete Lehrstuhl für Schmerzmedizin und das Institut für Psychologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie die HMU Health and Medical University Potsdam und das neu gegründete Unternehmen ReliefVR beteiligt.

Text: Pressestelle / UKW

 

Porträt Stefan Lindner
Als Physiotherapeut und Sportwissenschaftler hat Stefan Lindner für das Nachrichtenmagazin Stern Expertenstatus bei der Behandlung von chronischen Rückenschmerzen. © Stefan Lindner

Neue Ausstellung an der JMU zeigt Würzburger Nobelpreisträger und ihre Forschung

Vor 125 erhielt Wilhelm C. Röntgen den ersten Nobelpreis weltweit. Als einer von 14 Nobelpreisträgern der Universität Würzburg steht er nun im Fokus einer Ausstellung, die die Würzburger Nobelpreisgeschichte würdigt.

 

In einer Ausstellung würdigt die Universität Würzburg ihre 14 bisherigen Nobelpreisträger.
Mit dieser Ausstellung würdigt die Universität Würzburg ihre 14 bisherigen Nobelpreisträger – der erste war Wilhelm Conrad Röntgen. (Brandstätter/JMU)

Röntgen war der erste von insgesamt 14 Wissenschaftlern, die an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) geforscht oder gelehrt haben und mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden. Ihre Leistungen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Ausgezeichnet! 14 Würzburger Nobelpreisträger – geniale Köpfe, die die Welt veränderten“, die 2026 an mehreren öffentlich zugänglichen Orten in Würzburg zu sehen ist.

„Wir würdigen mit dieser Ausstellung eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte“, so Universitätspräsident Paul Pauli bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag. „Sie steht stellvertretend für die exzellente Forschung an unserer Universität, für wissenschaftliche Neugier und für den Mut, neue Denkansätze zu wagen.“ Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig schloss an: „Möge diese Ausstellung viele Menschen inspirieren. Und wer weiß: Vielleicht studiert oder forscht ja gerade eine Person an dieser Universität, die schon bald als 15. Nobelpreisträger oder -trägerin aus Würzburg ausgezeichnet wird? Das Potenzial dazu haben wir in Würzburg allemal.“

Wissenschaftliche Durchbrüche, die bis heute nachwirken

Die Ausstellung umfasst zwölf allgemeinverständliche Informationstafeln. Sie stellen die zentralen Entdeckungen der Würzburger Nobelpreisträger kompakt dar und zeigen, wie ihre Forschung bis heute nachwirkt – in der Medizin, in den Technik- und Naturwissenschaften und im Alltag. Neben Röntgen porträtiert die Ausstellung unter anderem den weltbekannten Chemiker Svante Arrhenius, der wichtige Grundlagen der modernen Elektrochemie legte, und den Mediziner Harald zur Hausen, dessen Forschung zu Humanen Papillomviren (HPV) den Weg für die Entwicklung einer Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ebnete.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Einordnung der Nobelpreisgeschichte und dem Blick auf exzellente Forschung an der Universität Würzburg früher und heute. Zugleich greift sie die Rolle von Frauen in der Forschung auf und thematisiert die Frage, warum sich bislang nur Männer unter den Preisträgern aus Würzburg befinden. Entwickelt wurde die Ausstellung von der Pressestelle der Universität zusammen mit dem Universitätsarchiv.

Wissenschaft und Gesellschaft zusammenbringen

Die Ausstellung ist im Laufe des Jahres 2026 an mehreren Standorten in der Stadt zu sehen und kostenfrei: Im Januar und Februar kann sie im Lichthof der Neuen Universität am Sanderring 2 besichtig werden, vom 16. März bis zum 10. April im Mozartareal der Stadt Würzburg, vom 13. April bis zum 7. Mai im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude Z6 am Campus Hubland Süd und vom 15. bis zum 26. Juni im Foyer des Rudolf-Virchow-Zentrums am Campus Grombühl. Weitere Stationen sind vorgesehen und werden auf der Website der Universität Würzburg veröffentlicht [Link: https://go.uniwue.de/nobelpreisjahr].

Ausstellung im Zuge der Exzellenzbewerbung

Mit der Ausstellung verbindet die Universität Würzburg nicht nur den Blick auf ihre Geschichte, sondern auch auf ihre zukünftige Entwicklung. Aktuell befindet sich die JMU in der finalen Phase eines der härtesten wissenschaftlichen Wettbewerbe Deutschlands, der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern. Das Ziel: eine Förderung als „Exzellenzuniversität“, verbunden mit einer Millionensumme über mehrere Jahre.

„Ich freue mich sehr, dass die Nobelpreisträger-Ausstellung den Auftakt für dieses wichtige Jahr bildet“, so Pauli. „Sie zeigt, dass exzellente Forschung in Würzburg Tradition hat und zugleich Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit der Zukunft ist.“

„Würzburg hat längst bewiesen, dass es exzellent ist – das zeigen nicht nur die 14 Nobelpreise der Vergangenheit“, bekräftigte Heilig. „Die Ambition der JMU, in den Kreis der absoluten Spitzenunis vorzustoßen, ist nicht nur gut für die Wissenschaft. Sie ist auch ein Motor für die gesamte Region.“

Zum Hintergrund: Im November 2025 hatte die Universität den Antrag auf einer Förderung als Exzellenzuniversität eingereicht. Vorausgegangen war eine Förderzusage der Deutschen Forschungsgemeinschaft für zwei Forschungsverbünde zur Quantenphysik und zur Nukleinsäure-Forschung (wir berichteten [Link: https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/erfolg-im-exzellenzwettbewerb-wuerzburger-spitzenforschung-setzt-sich-durch/]) – die Voraussetzung für eine Bewerbung als Exzellenzuniversität. Der nächste und entscheidende Schritt im Wettbewerb ist nun eine Vor-Ort-Begehung durch ein internationales Gutachtergremium Mitte April.

Kontakt

Dr. Esther Knemeyer, Pressesprecherin der Universität Würzburg, Tel. +49 931 31-86002, presse@ uni-wuerzburg.de 

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 29. Januar 2026
 

In einer Ausstellung würdigt die Universität Würzburg ihre 14 bisherigen Nobelpreisträger.
Mit dieser Ausstellung würdigt die Universität Würzburg ihre 14 bisherigen Nobelpreisträger – der erste war Wilhelm Conrad Röntgen. (Brandstätter/JMU)

Zweiter gemeinsamer Tag der Allgemeinmedizin Bayern Nord in Würzburg

Praxisnah, aktuell, interaktiv: Am 7. März 2026 treffen sich in Würzburg Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Praxispersonal und Studierende zum Zweiten gemeinsamen Tag der Allgemeinmedizin Bayern Nord. Die ganztägige Veranstaltung bietet ein vielfältiges Workshop-Programm, eine Key Lecture zur Demenz und Raum für fachlichen Austausch.

Bild von Prof. Dr. Ildikó Gágyor (links) und Prof. Dr. Anne Simmenroth
Prof. Dr. Ildikó Gágyor (links) und Prof. Dr. Anne Simmenroth leiten das Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Würzburg. In Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Erlangen veranstalten sie am 7. März 2026 den zweiten gemeinsamen Tag der Allgemeinmedizin Bayern Nord in Würzburg. © DEGAM / Antje Boysen

Würzburg. So vielfältig wie die Krankheitsbilder und die Menschen, die täglich in einer Hausarztpraxis betreut werden, ist auch das Workshop-Programm des „Zweiten gemeinsamen Tags der Allgemeinmedizin Bayern Nord“ am 7. März 2026. Es reicht von der Substitutionsbehandlung über ADHS und Notfalltraining für Praxisteams bis zu Wegen zur klimafitten Praxis und KI-gestützten Praxislösungen. 

Veranstaltet wird der Fortbildungstag vom Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) in Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Erlangen. „Mit unserer gemeinsamen Veranstaltung bieten wir ein praxisnahes, vielfältiges und wissenschaftlich fundiertes Fortbildungsangebot. Außerdem möchten wir den Austausch zwischen den hausärztlichen Praxisteams und den bayerischen Lehrstühlen für Allgemeinmedizin stärken“, erklärt Prof. Dr. Anne Simmenroth. Gemeinsam mit Prof. Dr. Ildikó Gágyor leitet sie das Institut für Allgemeinmedizin am UKW. 

Die Veranstaltung findet von 09:00 Uhr bis 16:15 Uhr auf dem Gelände des UKW statt. Sie richtet sich an Hausärztinnen und -ärzte, Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung, Medizinische Fachangestellte, weiteres medizinisches Praxispersonal und Studierende. Auch andere interessierte Beschäftigte im Gesundheitswesen sind willkommen.

Breites Themenspektrum der Workshops

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein umfangreiches Workshop-Programm. Das Angebot umfasst drei DMP-Fortbildungen und eine Forschungswerkstatt. Drei Workshops mit didaktischem Fokus richten sich insbesondere an Lehrpraxen, Weiterbildungsbefugte und Lehrbeauftrage. 

Die von erfahrenen Expertinnen und Experten moderierten 21 Workshops decken ein breites Spektrum allgemeinmedizinischer Kernthemen sowie präventive und innovative Ansätze ab. Darunter: 

  • Versorgung chronischer Erkrankungen, z. B. Ulcus cruris
  • Diagnostik und Notfallmanagement, z. B. EKG-Interpretation, medikamentöser Schwangerschaftsabbruch, ADHS im Erwachsenenalter, opioidgestützte Substitutionsbehandlung
  • Psychosoziale und präventive Aspekte, z. B. Achtsamkeit, Resilienz, Patientenkommunikation
  • Innovative Praxisstrategien, z. B. Wege zur klimafitten Praxis, Einsatz von „Agentic AI“ und lokalen Sprachmodellen
  • Forschung und Lehre, z. B. Mitwirkung an allgemeinmedizinischer Forschung, Schulung für die Prüfungstätigkeit im Staatsexamen

„Wir freuen uns besonders, dass wir durch die Kooperation mit Erlangen auch für Medizinische Fachangestellte ein eigenes Workshop-Programm mit fünf Angeboten anbieten können. So profitieren alle Praxisbeteiligten gleichermaßen“, sagt Ildikó Gágyor. 

Das Programm ist auf der Website des Instituts für Allgemeinmedizin verfügbar.

Key Lecture: Demenz im Fokus

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung ist die Key Lecture von Prof. Dr. Horst Christian Vollmar von der Ruhr-Universität Bochum. Der ausgewiesene Demenz-Experte und DEGAM-Vertreter in der S3-Leitlinie „Demenz“ stellt aktuelle, teils kontrovers diskutierte Entwicklungen in der Demenzdiagnostik sowie neue therapeutische Optionen vor und lädt zu einer fachlichen Diskussion ein.

Anmeldung und Teilnahme

Der Besuch der Präsenzveranstaltung ist anmeldepflichtig und verbindlich. Interessierte können sich bis zum 20. Februar 2026 über das Bildungsportal der Akademie des UKW anmelden.

Informationen zu Teilnahmegebühren und Vergünstigungen sind ebenfalls auf der Website verfügbar.

 

Text: Annika Wolf / UKW

Online-Veranstaltung widmet sich dem Schlaganfall

Am Dienstag, 24. Februar 2026 informieren zwei Experten der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg in einem Webinar über das Thema Schlaganfall. Dabei kommen die Möglichkeiten zum Vorbeugen, Erkennen und Behandeln zur Sprache. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Online-Veranstaltung mit Dr. Christian Hametner und Dr. Christoph Vollmuth
Dr. Christian Hametner (links) und Dr. Christoph Vollmuth referieren am 24. Februar 2026 in einer Online-Veranstaltung zum Thema Schlaganfall. © Brigitte May / UKW

Würzburg. In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs ist er hierzulande die häufigste Todesursache – und zudem der häufigste Grund für eine bleibende Behinderung im Erwachsenenalter. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) widmet dem Vorbeugen, Erkennen und Behandeln von Schlaganfällen am Dienstag, 24. Februar 2026 eine kostenlose Online-Veranstaltung. Dr. Christian Hametner und Dr. Christoph Vollmuth, beide Oberärzte der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW, teilen für Laien verständlich ihr Expertenwissen. Dabei geben sie Antworten auf Fragen wie: Kann man durch den richtigen Lebensstil einem Schlaganfall aktiv vorbeugen? Welche Relevanz haben Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen für das Schlaganfall-Risiko? Wann ist es sinnvoll, Verengungen der Halsgefäße zu behandeln? Was kann man tun, um einen erneuten Schlaganfall zu vermeiden?

Für das Zoom-Webinar anmelden

Das Webinar ist Teil der Veranstaltungsreihe „Abendsprechstunde“, die schon seit vielen Jahren vom Uniklinikum gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post organisiert wird. Es geht von 18:00 bis etwa 19:30 Uhr und nutzt die Plattform Zoom. Voraussetzung für die Teilnahme sind eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Weitere Informationen und einen Anmeldelink finden Interessierte unter www.ukw.de/selbsthilfe, Rubrik „Veranstaltungen“.

Text: Pressestelle / UKW
 

Online-Veranstaltung mit Dr. Christian Hametner und Dr. Christoph Vollmuth
Dr. Christian Hametner (links) und Dr. Christoph Vollmuth referieren am 24. Februar 2026 in einer Online-Veranstaltung zum Thema Schlaganfall. © Brigitte May / UKW

Personalia vom 27. Januar 2026 +++ Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Dr. Verena Frings, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Zusatzbezeichnung Allergologie, Gemeinschaftspraxis PartGmbB Hautärzte Würzburg, wurde mit Wirkung vom 14.01.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Dermatologie und Venerologie“ erteilt.

Dr. Gülmisal Güder, Privatdozentin für das Fachgebiet Innere Medizin, Oberärztin, Medizinische Klinik und Poliklinik I, wurde mit Wirkung vom 15.01.2026 zur außerplanmäßigen Professorin bestellt.

Dr. Saskia-Laureen Herbert, Oberärztin, Frauenklinik und Poliklinik, wurde mit Wirkung vom 20.01.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Gynäkologie und Geburtshilfe“ erteilt.

Dr. Matthias Scheich, Privatdozent für das Fachgebiet Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Geschäftsführender Oberarzt, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, wurde mit Wirkung vom 20.01.2026 zum „außerplanmäßigen Professor“ bestellt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 27. Januar 2026
 

Neuer Therapieansatz bei chronischen Wunden mit probiotischen Bakterien

Klinischer Tipp im Journal of the American Academy of Dermatology: Lactobacillus kann helfen, den Keim Pseudomonas aeruginosa zu bekämpfen

Chronische Wunden vor der Behandlung mit Probiotika und nach den 10 Therapietagen.
Links: Pyoderma gangraenosum mit sekundärer Pseudomonas-Infektion. Die Ausgangsuntersuchung zeigt ein großes Ulkus mit fibrinösem Belag. Rechts: Nach zehn Tagen topischer Lactobacillus-Therapie wurden eine Verringerung des Fibrins und eine frühe Reepithelisierung beobachtet.

Würzburg. Chronische Wunden stellen in Deutschland eine immer bedeutendere gesundheitliche Herausforderung dar. Schätzungen zufolge leiden schon jetzt ein bis zwei Millionen Menschen an Wunden mit verzögertem oder ausbleibendem Heilungsverlauf. Überwiegend betroffen sind ältere und multimorbide Personen. Aufgrund des demografischen Wandels und einer alternden Bevölkerung ist von einer weiter steigenden Inzidenz auszugehen. Faktoren wie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Druckbelastungen verhindern häufig eine normale Heilungskaskade, sodass die Wunde in einem dauerhaften Entzündungs- oder Reparaturstadium steckenbleibt. Auch Bakterien können die Wundheilung verzögern. 

Pseudomonas aeruginosa: Biofilm-Bildung als Hindernis für die Wundheilung

Besonders problematisch ist der Keim Pseudomonas aeruginosa, da er die Fähigkeit zur Biofilmbildung besitzt und dadurch die Heilung chronischer Wunden deutlich verzögert. Der Biofilm wirkt wie eine Schutzbarriere und verhindert, dass die Keime weder von Immunzellen noch Antibiotika oder Antiseptika erreicht und vernichtet werden. Zudem setzt Pseudomonas aeruginosa im Biofilm kontinuierlich entzündungsfördernde Substanzen und Toxine frei, wodurch die Wunde in einer persistierenden Entzündungsphase gehalten wird. Last but not least werden durch das stäbchenförmige Bakterium Enzyme und Proteasen produziert, durch die Gewebe abgebaut und wichtige Zellen der Wundheilung geschädigt werden.

Nach ein bis zwei Wochen zeigte sich neues, gesundes Gewebe

Ein Team der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) hat nun einen vielversprechenden Ansatz gefunden, um diesen widerstandsfähigen Keim zu bekämpfen. Dieser wurde als klinischer Tipp im Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlicht. Die Forschenden behandelten zwei ältere Patienten mit lang bestehenden, infizierten Wunden zusätzlich zur Standardversorgung mit einem Lactobacillus-haltigen Pulver. Das probiotische Präparat enthält „gute” Milchsäurebakterien, wie sie auch im Körper vorkommen. Bereits nach wenigen Tagen verbesserten sich Geruch und Belag der Wunden deutlich und nach ein bis zwei Wochen zeigte sich neues, gesundes Gewebe. In den anschließenden Kontrollabstrichen war Pseudomonas aeruginosa nicht mehr nachweisbar. Die Behandlung wurde gut vertragen und es traten keine relevanten Nebenwirkungen auf. Ähnliche Verbesserungen zeigten sich auch bei weiteren Patientinnen und Patienten. 

Milchsäurebakterien fördern die Wundheilung und tragen zur Beseitigung von Pseudomonas aeruginosa bei, ohne Resistenzen zu begünstigen

„Milchsäurebakterien können demnach schädliche Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa schwächen, indem sie deren Biofilme stören, Entzündungen reduzieren und die Zellen der Wundheilung aktivieren“, deutet Dr. Tassilo Dege, Erstautor der Fallbeobachtung, die Ergebnisse.

Untersuchungen an Modellen mit menschlicher Haut bestätigten, dass Lactobazillen den Biofilm der Pseudomonas-Bakterien schwächen und ihre Kommunikation stören. Dadurch werden die problematischen Bakterien weniger schädlich. Gleichzeitig regen bestimmte Signale, wie Interleukin-6, wichtige Hautzellen (Keratinozyten) und Bindegewebszellen (Fibroblasten) an, sodass die Wundheilung unterstützt wird. In Tiermodellen mit Mäusen konnte zudem beobachtet werden, dass bestimmte Stoffwechselprodukte der Lactobazillen (postbiotische Metaboliten) die Anzahl der Pseudomonas-Bakterien sowie die Entzündung in der Wunde reduzierten.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Probiotika eine einfache und gut verträgliche Ergänzung zur Behandlung chronischer Wunden darstellen könnten, ohne das Risiko von Antibiotikaresistenzen mit sich zu bringen“, so Prof. Dr. Astrid Schmieder. Gleichzeitig warnt sie jedoch, dass lebende Probiotika theoretisch Risiken bergen und eine sorgfältige ärztliche Überwachung daher notwendig ist. Weitere Studien sollen diesen einfachen und sicheren ergänzenden Therapieansatz nun genauer untersuchen.

Krankheitsbilder und Behandlung der beiden Patienten

In der dermatologischen Fallbeobachtung litt ein Patient unter einem so genannten Pyoderma gangraenosum, der andere unter einem venösen Beingeschwür. Beide Wunden waren mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa besiedelt. Nach der täglichen Wundreinigung mit steriler Kochsalzlösung (NaCl) wurde die Wunde mit einer nicht haftenden Wundauflage (Adaptic) abgedeckt, plus mehrschichtiger Kompression im Fall des venösen Beingeschwürs. Zusätzlich wurde die Wunde täglich mit einem Präparat mit Milchsäurebakterien (Vagisan mit Lactobacillus gasseri und Lacticaseibacillus rhamnosus in hoher Keimzahl) behandelt. 

Publikation: 
Tassilo Dege, Andreas Kerstan, Matthias Goebeler, Astrid Schmieder. Clinical pearl: Topical Lactobacillus application to disrupt Pseudomonas aeruginosa biofilms and promote healing in chronic wounds, Journal of the American Academy of Dermatology, 2025, ISSN 0190-9622, https://doi.org/10.1016/j.jaad.2025.12.071.

 

Chronische Wunden vor der Behandlung mit Probiotika und nach den 10 Therapietagen.
Links: Pyoderma gangraenosum mit sekundärer Pseudomonas-Infektion. Die Ausgangsuntersuchung zeigt ein großes Ulkus mit fibrinösem Belag. Rechts: Nach zehn Tagen topischer Lactobacillus-Therapie wurden eine Verringerung des Fibrins und eine frühe Reepithelisierung beobachtet.