Aktuelle Pressemitteilungen

Die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) beschäftigt sich schon seit Anfang der 1990er Jahre intensiv mit dem Thema Übelkeit und Erbrechen nach Anästhesie und Operation sowie deren Vermeidung – sowohl in ihrer klinischen Arbeit, wie auch in zahlreichen Studien. In der Fachwelt bezeichnet man diese Nebenwirkungen gemeinhin als PONV – die Abkürzung für das englische Postoperative Nausea and Vomiting. „PONV zählt zu den häufigsten postoperativen Komplikationen“, berichtet Prof. Dr. Peter Kranke, der an der Klinik die Klinischen Studien leitet. Der Oberarzt fährt fort: „Zur Prophylaxe dieser Nebenwirkung steht bereits eine Reihe von zugelassenen Medikamenten zur Verfügung, die Pharmaindustrie arbeitet allerdings weiter an potenziell noch nebenwirkungsärmeren Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen, um PONV noch besser in den Griff zu bekommen.“

Aufhänger: Zwei Studien zu Amisulprid

Ein aktueller Wirkstoffkandidat ist die Substanz Amisulprid. Der Dopamin-Rezeptor-Antagonist wird schon seit Jahrzehnten in oraler Gabe zur Therapie von Psychosen eingesetzt. Das hat er mit anderen bereits bekannten Wirkstoffen, wie Droperidol, gemeinsam, die in sehr niedriger Dosierung seit langer Zeit gegen Übelkeit postoperativ eingesetzt werden. Ein Pharmaunternehmen strebt nun die behördliche Zulassung für Amisulprid – in geringer Dosierung und intravenös – zur Vorbeugung und Therapie von PONV an. Dazu hat es einen Zulassungsantrag bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) gestellt. Für die Zulassung sind zahlreiche klinische Studien erforderlich. An vielen dieser unter Berücksichtigung internationaler Expertise akribisch geplanten Untersuchungen ist auch die Klinik für Anästhesiologie des UKW als international renommiertes Studienzentrum maßgeblich beteiligt. „Bei zwei der jüngeren, im Juli 2016 sowie im Januar 2017 abgeschlossenen Therapiestudien rekrutierten wir zusammen über 660 Patienten“, schildert Prof. Kranke. Vermutlich war diese hohe Teilnehmerzahl ein Grund dafür, dass sich die FDA in diesem Jahr zu einer Inspektion am UKW anmeldete.

Untersuchungsziel: Wurde gemäß guter klinischer Praxis gearbeitet?

Vereinfacht gesagt, will die Zulassungsbehörde mit einer solchen Untersuchung feststellen, ob an den Studienzentren „alles mit rechten Dingen“ zugeht. Typische Fragen, die dabei geklärt werden, sind beispielsweise: Sind die Daten, die der Sponsor, also das Pharmaunternehmen, für die Zulassung bei der FDA eingereicht hat, auf tatsächlich existierende Patienten zurückzuführen? Kamen die Daten nachweislich gemäß guter klinischer Praxis zustande? Wurde dem Patientenschutz genüge getan? Wurden die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zum Beispiel adäquat aufgeklärt und war ihre Sicherheit zu jeder Zeit gewährleistet? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, sandte die FDA im April dieses Jahres für zwei Wochen eine Inspektorin aus den USA ans UKW. „Da es keine Handlungsanweisungen seitens der Behörde im Vorfeld gab, waren wir sehr gespannt auf den Ablauf der Überprüfung. Da solche Inspektionen außerdem bislang in Deutschland sehr selten durchgeführt wurden, war es für uns auch kaum möglich, von den Erfahrungen anderer Studienzentren zu profitieren“, verdeutlicht Prof. Kranke.

Tiefschürfende Überprüfung erfordert hohen Aufwand

Wie sich zeigte, waren sowohl der Umfang der Untersuchungen durch die Inspektorin, wie auch der damit für die Klinik verbundene Aufwand extrem hoch. Allein alle Patientenakten der annähernd 700 Studienteilnehmer/innen für die Inspektion an einem Ort parat zu haben, war eine organisatorische und logistische Herausforderung. „Diese konnte jedoch dank der guten Kooperation mit der Würzburger Universitätsfrauenklinik gemeistert werden“, berichtet Prof. Kranke.
Außer den Patientenakten wurden auch sämtliche anderen Unterlagen stichprobenartig überprüft, die jemals etwas mit den fraglichen beiden Studien zu tun hatten. So wurden beim Labor, das für die Blutwerte zuständig war, die Zertifikate der eingesetzten Geräte und des involvierten Personals kontrolliert. Die Inspektorin überprüfte, ob der Datenschutz vollumfänglich eingehalten wurde und wird. Außerdem verlangte sie Nachweise, dass die Kühlkette für das Medikament kontinuierlich eingehalten wurde. Hinzukamen Labor- und OP-Begehungen. Sehr wichtig waren der Prüferin laut Prof. Kranke ferner von einem unabhängigen Dolmetscher begleitete Interviews mit vielen Beschäftigten, um die einzelnen Arbeitsprozesse im Zusammenhang mit den Studien genau nachvollziehen zu können. „Generell beeindruckte uns das äußerst autonome Agieren der Inspektorin. Für ein nach FDA-Maßstäben vollkommen unbeeinflusstes Arbeiten hatte all die Gastfreundlichkeit, die wir normalerweise anbieten, hier wenig Platz, was für uns im zwischenmenschlichen Umgang zunächst schon gewöhnungsbedürftig war“, beschreibt Prof. Kranke.

Bestmögliches Ergebnis: No Action Indicated

Nachdem die Inspektorin im April abgereist war, dauerte es noch bis Ende August dieses Jahres, bis die FDA das offizielle Ergebnis schriftlich mitteilte: No Action Indicated, kein Handlungsbedarf. Hinter diesen nüchternen Worten verbirgt sich die bestmögliche Antwort innerhalb des dreistufigen Bewertungssystems der Zulassungsbehörde. „Dieses Ergebnis stärkt natürlich weiter unser internationales Renommee als Prüfzentrum. Wir empfinden die erfolgreiche Inspektion als eine Auszeichnung, die belegt, dass hier an der Klinik bei Studien nachweislich solide und akkurat gearbeitet wird – auch bei großen Zahlen an Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern“, freut sich Prof. Dr. Norbert Roewer, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie am UKW. Darüber hinaus sieht er auch ein wichtiges Signal für die Patienten und für die pharmainduzierten Studien gegenüber oft kritische Öffentlichkeit: „Die FDA-Inspektion und andere Kontrollmechanismen beweisen, mit welcher Stringenz, Akribie und Sicherheit in der Medikamentenzulassung vorgegangen wird – auch und gerade bei gesponserten Studien. Nicht vergessen sollte man auch, dass alle klinischen Studienvorhaben zuvor intensiv durch Ethikkommissionen und im Rahmen interner Begutachtungen überprüft werden. Vor diesem Hintergrund würden wir uns freuen, wenn wir auch in Zukunft für den so wichtigen anwendungsnahen Erkenntnisgewinn mit der Unterstützung unserer Patienten rechnen könnten.“

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Würzburger Bündnis gegen Depression: Dokumentarfilm-Vorführung und Podiumsdiskussion am Uniklinikum

Am Dienstag, den 25. September 2018, zeigt das Würzburger Bündnis gegen Depression den Film „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“. Die Dokumentation will helfen, die Volkskrankheit Depression anhand der portraitierten Betroffenen begreifbar zu machen. Ein „Markt der Möglichkeiten“ und eine Podiumsdiskussion runden die kostenlose Veranstaltung ab.

Das große Leiden eines von Depression betroffenen Menschen ist selbst für Angehörige oft schwer nachvollziehbar. Über ein Jahr begleiteten die deutschen Filmemacher Michaela Kirst und Axel Schmidt ganz unterschiedliche Menschen auf ihrem eigenen Weg durch und aus der Depression. „Unser Filmprojekt soll Menschen ermutigen, sich früher Hilfe zu suchen. Es soll Dialog schaffen, Verständnis vermitteln, Vorurteile abbauen und einen Beitrag dazu leisten, im Umgang mit der Erkrankung wieder handlungsfähig zu werden“, schildert Axel Schmidt seinen Anspruch.

Das Würzburger Bündnis gegen Depression zeigt den Dokumentarfilm am Dienstag, den 25. September 2018, im Hörsaal des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) am Margarete-Höppel-Platz 1.

Die kostenlose Filmvorführung beginnt um 17:30 Uhr. Schon ab 16:30 Uhr haben Interessierte die Chance, sich vor Ort auf einem „Markt der Möglichkeiten“ zu informieren: Rund ein Dutzend thematisch passende Beratungsstellen und Vereine stehen zu Gesprächen zur Verfügung.
Nach dem Film – gegen 19:00 Uhr – startet eine Podiumsdiskussion mit Spezialisten des ZEP: Der Sprecher des Würzburger Bündnisses gegen Depression, Privatdozent Dr. Andreas Menke, die Leitende Diplom-Sozialpädagogin und Familientherapeutin Ursula Berninger und die Psychologische Psychotherapeutin Catherina Wurst stellen hier ihre jeweilige Expertise zur Verfügung.
Die Veranstaltung endet gegen 20:00 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Prof. Dr. Nurcan Üçeyler: Neue Professur zielt auf Translation bei Neuropathien und Schmerzerkrankungen

Prof. Dr. Nurcan Üçeyler von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg leitet seit Juli dieses Jahres den im Rahmen einer Heisenberg-Professur neu geschaffenen Bereich „Translationale Somatosensorik“. Im Zentrum ihres Forschungsinteresses stehen unter anderem die feinsten Fasern des peripheren Nervensystems – sowie die mit ihnen zusammenhängenden Neuropathien und Schmerzen.

Während ihres Humanmedizin-Studiums an der Würzburger Universität war Nurcan Üçeyler (Jahrgang 1976) lange Zeit überzeugt, Internistin werden zu wollen. „Das Fach Neurologie kommt vergleichsweise spät im Studium, aber die hier behandelten Krankheitsbilder und wissenschaftlichen Themengebiete überzeugten mich“, erinnert sie sich. Dieses Interesse wurde durch ihre Erfahrungen als Ärztin an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) weiter gesteigert. Auf den Beginn als Assistenzärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Jahr 2003 folgten 2009 die Anerkennung als Fachärztin für Neurologie und im Jahr darauf die Habilitation. Seit 2015 arbeitet sie als Oberärztin an der von Prof. Dr. Jens Volkmann geleiteten Klinik, seit dem Jahr 2017 zudem als außerplanmäßige Professorin. Als jüngster Karriereschritt wurde Nurcan Üçeyler mit Wirkung zum 2. Juli 2018 zur Universitätsprofessorin für Translationale Somatosensorik an der Universität Würzburg ernannt. Dazu hatte sie erfolgreich eine Heisenberg-Professur eingeworben (siehe Kasten).

Forschungsinteresse an Small Fibers

„Die Ärztinnen und Ärzte werden an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW breit eingesetzt, man arbeitet praktisch in allen Bereichen des Fachs“, schildert Prof. Üçeyler und fährt fort: „Im Lauf der Zeit entwickeln sich individuelle Schwerpunkte – in meinem Fall die Neuropathien und neuropathischen Schmerzen.“ In der internationalen Fachwelt besonders auf sich aufmerksam machte die Neurologin im Jahr 2013 mit einer vielbeachteten Veröffentlichung zur Fibromyalgie. Zusammen mit ihrem Forschungsteam konnte Nurcan Üçeyler zeigen, dass der Schmerzerkrankung möglicherweise eine Schädigung der „Small Fibers“ zugrundeliegt. Als Small Fibers werden die kleinkalibrigen Nervenfasern bezeichnet, die in der Haut enden. Als Teil des peripheren Nervensystems sind sie zum Beispiel für das Wärme- und Kälteempfinden, für Juckreiz, aber auch das Wahrnehmen von angenehmen Berührungen zuständig.
Anders als dicke Nervenfasern sind die Small Fibers mit Routineuntersuchungen nicht zu erfassen. „Das bedeutet, dass man klinisch und grundlagenwissenschaftlich zur Erforschung und Diagnostik der kleinen Fasern neue Werkzeuge entwickeln und etablieren muss“, sagt Prof. Üçeyler und fährt fort: „In diesem Prozess gehört die Würzburger Neurologie zu den Vorreitern. So können wir fast alle derzeit verfügbaren Diagnoseverfahren für diese Spezialaufgabe anbieten, was zumindest national ein Alleinstellungsmerkmal darstellt.“ Nach ihren Angaben gibt es aber auch in diesem Teilaspekt der Translationalen Somatosensorik weitere Herausforderungen. „Eine der Fragen ist dabei, wie man mit sehr wenig Probenmaterial, das man zum Beispiel mittels einer kleinen Hautstanze gewinnt, möglichst viele Untersuchungen durchführen kann“, beschreibt die Forscherin.

Ziel: Schmerzbilder noch besser diagnostizieren und therapieren

Generell zielt ihr Schwerpunkt darauf ab, die unterschiedlichen Formen von Neuropathien und neuropathischen Schmerzen noch besser diagnostizieren und therapieren zu können. „Dabei ist die Fibromyalgie nur ein möglicher Ansatzpunkt, über den wir die zugrundeliegenden Mechanismen in Zukunft hoffentlich noch besser verstehen. Die in diesem Zusammenhang erarbeiteten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden möchten wir dann auch auf andere Formen von Schmerz anwenden“, erläutert die Professorin.

Forschungsthemen aus der klinischen Praxis abgeleitet

Seit der Anerkennung der Heisenberg-Professur teilt sie ihre Arbeitszeit etwa hälftig zwischen der klinischen Tätigkeit als Oberärztin und ihren Forschungsthemen auf. Dabei ist der Kontakt mit den Patienten auch für ihre wissenschaftliche Arbeit essentiell. „Wir leiten unsere Forschungsfragen direkt aus der klinischen Praxis ab und versuchen dann mit grundlagenwissenschaftlichen Techniken, tierexperimentellen Ansätzen und klinischen Studien Antworten zu finden, mit denen wir den Patienten weiterhelfen können“, unterstreicht Nurcan Üçeyler.
Ihr Spezialwissen gibt sie weiterhin nicht nur bei ihrer oberärztlichen Tätigkeit an der Neurologischen Klinik bei der Weiterbildung angehender Neurologinnen und Neurologen gerne weiter, sondern auch im Rahmen des Lehranteils ihrer Professur – in Form von Vorlesungen, Kursen und Seminaren.

Über die Heisenberg-Professur

Unter den vielen Förderinstrumenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für den wissenschaftlichen Nachwuchs steht die Heisenberg-Professur ganz oben. Sie eröffnet herausragenden jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Aussicht auf eine unbefristete Professur und den Hochschulen neue Wege der wissenschaftlichen Profilbildung. Grundprinzip der Förderung ist, dass die DFG fünf Jahre lang eine Professur anfinanziert, die dann in eine reguläre Professur übergehen soll. Die Vergabe der Professuren durch die DFG erfolgt nach strengen wissenschaftlichen Qualitätskriterien, vergleichbar dem Prozess einer Berufung. Wer hier erfolgreich sein will, muss zusätzlich zu seiner besonderen Qualifikation und seinen bisherigen Tätigkeiten ein ambitioniertes Forschungskonzept entwerfen und überzeugend darstellen.

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Uniklinikum Würzburg: 1. Tag der Allgemeinmedizin am 10. Oktober 2018

Am Mittwoch, den 10. Oktober 2018, organisiert das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg erstmals einen Fortbildungstag, der sich gezielt an Hausärzte, Medizinische Fachangestellte, Ärzte in Weiterbildung sowie Studierende wendet. 14 Workshops stehen zur Auswahl und decken ein breites Themenspektrum ab.

In Kooperation mit dem Bayerischen Hausärzteverband stellt das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg (UKW) in diesem Jahr erstmals einen „Tag der Allgemeinmedizin“ auf die Beine. Zu der Fortbildungsveranstaltung sind am Mittwoch, den 10. Oktober 2018, nicht nur Hausärzte und Medizinische Fachangestellte, sondern auch Ärzte in Weiterbildung, Studierende sowie interessierte Mediziner des UKW eingeladen.
Nach der Begrüßung der Teilnehmer/innen und einer Key Lecture zur Lipid-Therapie starten um 15:00 und um 17:00 Uhr zwei Durchgänge von parallelen Workshops. Insgesamt stehen dabei 14 Themenkreise zur Auswahl. Das Spektrum reicht vom Notfalltraining für Praxisteams über Neuigkeiten zu Diabetes und Asthma bis hin zur ambulanten Palliativmedizin sowie zur Didaktikschulung für Lehrpraxen. Neben Experten des UKW stellen dabei vor allem externe Referenten mit diversen Praxisbezügen ihr Wissen zur Verfügung.
Nach dem Start im Hörsaal der Hygiene und Mikrobiologie (Haus E1) auf dem Klinikumsgelände an der Josef-Schneider-Straße verteilen sich die Workshops auf Räume in benachbarten Gebäuden.

Wichtig ist eine Anmeldung bis spätestens 20. September 2018. Die Konditionen hierzu und das detaillierte Programm des Fortbildungstages finden sich im Internet unter www.allgemeinmedizin.uni-wuerzburg.de

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Neue Fotos aus aller Welt schmücken das Uniklinikum Würzburg

Seit Ende Juli dieses Jahres können im Haus A4 des Zentrums für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg neue Werke des Bosch Rexroth Fotoclubs mit Motiven aus aller Welt bewundert werden.

Seit dem Jahr 2015 kooperiert der Bosch Rexroth Fotoclub mit dem Uniklinikum Würzburg (UKW). Seither stellen Mitglieder des Clubs unter dem Titel „Aufnahmen aus aller Welt“ kostenlos ausgewählte Werke im Bereich der Medizinischen Klinik II aus. Verteilt im Haus A4 im Zentrum für Innere Medizin des UKW an der Oberdürrbacher Straße, beleben die farbenprächtigen Fotografien die ansonsten neutralen Wände von Stationen, Fluren und Wartebereichen. Von Zeit zu Zeit tauscht der Fotoclub einige der Bilder aus. So wurden Ende Juli dieses Jahres wieder 50 neue Fotos geliefert und aufgehängt. „Mit diesen präsentieren wir im Moment insgesamt 104 Exponate von zwölf Fotografen“, berichtet Heidrun Bönig. Die Stammzellkoordinatorin der Medizinischen Klinik II organisiert seitens des UKW die Schau. Sie kann von vielen positiven Reaktionen berichten: „Wir werden von vielen Patienten angesprochen, wie schön es ist, über die Flure zu gehen und diese Bilder zu bestaunen. Manche nutzten sie auch als Ansporn und Wegmarke für ihre Gehübungen.“ Auch beim Personal kommt der ästhetische und interessante Wandschmuck nach ihren Worten sehr gut an. „Ob in der Genesung oder im Arbeitsstress – die Bilder sind Lichtblicke im Krankenhausalltag. Dafür können wir dem Bosch Rexroth Fotoclub einfach nur danken“, unterstreicht Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II.

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Uniklinikum Würzburg: Mit dualer Lotsenstruktur schneller zur Diagnose bei Seltenen Erkrankungen?

Das Projekt „ZSE-DUO“ will mit einer neuen Lotsenstruktur für Patienten mit Seltenen Erkrankungen die Zeit bis zur richtigen Diagnosestellung verkürzen. Das am Uniklinikum Würzburg angesiedelte Zentrum für Seltene Erkrankungen – Referenzzentrum Nordbayern leitet das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderte Forschungskonsortium.

Patienten mit Seltenen Erkrankungen werden in Deutschland vielfach in spezialisierten Zentren behandelt. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass bei Menschen mit unklarer Diagnose, die sich in einem dieser Zentren für Seltene Erkrankungen vorstellen, häufig eine psychiatrisch-psychosomatische Morbidität oder Co-Morbidität besteht“, berichtet Prof. Dr. Helge Hebestreit. Der Direktor des am Uniklinikum Würzburg angesiedelten Zentrums für Seltene Erkrankungen – Referenzzentrum Nordbayern (ZESE Nordbayern) fährt fort: „Die damit verbundenen Symptome können die Zeichen einer Seltenen Erkrankung verschleiern und so eine Diagnose und Behandlung erschweren oder verzögern.“

Kombination von somatischer und psychiatrisch-psychosomatischer Expertise

Als Lösung will das Projekt „ZSE-DUO“ eine neue Lotsenstruktur erproben. Diese besteht aus der Kombination eines fachärztlichen Lotsen mit somatischer Expertise – also zum Beispiel eines spezialisierten Neurologen oder Internisten – mit einem psychiatrisch-psychosomatischen Facharzt. „Mit diesem vereinten Wissen hoffen wir, die Zahl der gestellten Diagnosen in den Sprechstunden für unklare Diagnosen der Zentren für Seltene Erkrankungen zu erhöhen, die Zeit bis zur Diagnosestellung zu verkürzen, die Kosten zu reduzieren und natürlich die Zufriedenheit der Betroffenen zu steigern“, umreißt Prof. Hebestreit die Ziele von „ZSE-DUO“.
Das von ihm geleitete Projekt umfasst die Universitätsklinika mit ihren Zentren für Seltene Erkrankungen in Aachen, Bochum, Frankfurt am Main, Hannover, Magdeburg/Halle, Mainz, Münster, Regensburg, Tübingen, Ulm und Würzburg. Weitere Partner sind die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen ACHSE e.V., die Techniker Krankenkasse, die Innungskrankenkasse IKK Gesund plus sowie die AOK Rheinhessen.

5,3 Millionen Euro vom Innovationsfonds des G-BA

Entscheidend für die Verwirklichung des Vorhabens war die Förderzusage des Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) im November 2017. Dieser unterstützt das Projekt für drei Jahre mit insgesamt rund 5,3 Millionen Euro.
„Seither laufen die Vorbereitungen für den Einschluss der ersten Patienten, den wir für Oktober dieses Jahres planen“, schildert Prof. Hebestreit. Zur Teilnahme werden Menschen eingeladen, die sich wegen einer unklaren Diagnose an eins der elf teilnehmenden Zentren für Seltene Erkrankungen wenden. Teilnahmevoraussetzungen sind neben der unklaren Diagnose ein Alter von mindestens zwölf Jahren sowie komplette medizinische Unterlagen. Es werden insbesondere die Versicherten der Partnerkrankenkassen eingeladen, es können aber auch Versicherte anderer Krankenkassen an „ZSE-DUO“ teilnehmen.

Vergleich der Versorgungsergebnisse

Die Projektteilnehmer werden dann entweder in einer Sprechstunde für unklare Diagnosen – wie derzeit üblich – durch einen Facharzt betreut oder – bei der neuen Versorgungsform – von Anfang an sowohl durch einen somatischen Facharzt, als auch durch einen psychiatrisch-psychosomatischen Facharzt behandelt. Für die Beurteilung, ob die duale Lotsenstruktur besser als die Standardversorgung ist, werden Informationen aus der Behandlung sowie aus Befragungen der Betroffenen genutzt.

Pressekontakt:

Prof. Dr. Helge Hebestreit
Zentrum für Seltene Erkrankungen – Referenzzentrum Nordbayern
Universitätsklinikum Würzburg
Tel: 0931/20127729

E-Mail: hebestreit_h@ ukw.de

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Schmerzen sind ein hochkomplexes Phänomen mit unterschiedlichen Qualitäten, Stärken und Formen. Das Spektrum reicht von eng begrenzten, kurzzeitigen und temporären Schmerzen über länger anhaltende Schmerzzustände bis zu chronischen Schmerzen und chronischen Schmerzsyndromen. „Bei chronischen Schmerzen hat der Schmerz seine ursprüngliche Warnfunktion verloren und ist zum eigentlichen Problem geworden“, sagt Prof. Dr. Heike Rittner. Die Leiterin der Schmerztagesklinik des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin am Uniklinikum Würzburg (UKW) fährt fort: „Eine moderne Behandlung chronischer Schmerzen berücksichtigt neben einer gezielten medikamentösen Therapie auch Verfahren wie psychologische Schmerzbewältigungsstrategien, Entspannungsübungen, Trainingstherapie sowie physikalische und manuelle Therapiemethoden.“


Am Mittwoch, den 26. September 2018, stellen drei Schmerz-Spezialisten des UKW in einer „Abendsprechstunde“ der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeiten der ambulanten, teilstationären und stationären Schmerztherapie vor. Unter dem Titel „Sind Schmerzmittel immer wirksam?“ referieren außer Prof. Rittner auch Privatdozent Dr. Elmar-Marc Brede und Dr. Thomas Wobbe, beide von der Schmerzambulanz und dem perioperativen Akutschmerzdienst ZOM des Zentrums für Interdisziplinäre Schmerzmedizin.
Die Abendsprechstunde ist eine kostenlose Veranstaltungsserie, die vom UKW gemeinsam mit der Main-Post-Akademie organisiert wird. Schauplatz ist der Große Hörsaal der Zahnklinik am Pleicherwall in Würzburg. Zwischen 18:00 und 19:30 Uhr gibt es unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Welche Schmerzmittel helfen bei akuten, welche bei chronischen Schmerzen? Schmerzen nach Unfall, bei Krankheit oder nach Operation – wer kann mir wie helfen? Die Schmerzen gehen trotz Schmerzmitteleinnahme nicht weg – was kann ich tun?

Fragen schon bei der Anmeldung einreichen
Für die Teilnahme wichtig ist eine Anmeldung unter www.akademie.mainpost.de oder Tel: 0931/6001 6009. Eine besondere Chance: Zusammen mit der Anmeldung können Fragen eingereicht werden, die die Spezialisten dann bei der Veranstaltung beantworten.