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Dem Tumor das Futter wegnehmen

Milchsäure, die Tumore bei der Glykolyse ausschütten, reprogrammiert Lymphknoten, blockiert die Immunabwehr und schafft optimale Bedingungen für die Metastasierung – eine Arbeit von Angela Riedel, Juniorgruppenleiterin am Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum Würzburg.

 

Angela Riedel im Labor
Angela Riedel fand mit ihrem Team am Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum Würzburg heraus, dass die Milchsäure, die ein Tumor bei der Glykolyse ausschüttet, die nachgeschalteten Lymphknoten reprogrammiert und die Immunabwehr blockiert. © Lukasz Lichorowicz

Die Einladung der US-amerikanischen Society for Immunotherapy of Cancer (SITC) Ende April beim Workshop Tumor Immune Microenvironment in San Diego einen Vortrag zu halten, hielt Dr. Angela Riedel zunächst für einen Scherz. „Dort sprechen nur hochetablierte Wissenschaftler“, meint die 38-jährige Biomedizinerin und Juniorgruppenleiterin am Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum am Uniklinikum Würzburg. Doch es war weder ein Scherz noch sollte Angela Riedel als Lückenfüller herhalten. Ihre Arbeit mit dem Titel „Tumor-Derived Lactic Acid Modulates Activation and Metabolic Status of Draining Lymph Node Stroma“ hatte noch vor der Publikation im Journal Cancer Immunology Research international Aufsehen erregt.

Spezialgebiet tumor-drainierender Lymphknoten

Tumor-Metabolismus und die Verfügbarkeit von Nährstoffen, also die Nahrung, die für den Tumor zur Verfügung steht, sind Angela Riedel zufolge gerade ein großes Thema. Dabei geht es um den Stoffwechsel des Tumors. Krebszellen sind hungrig und benötigen vor allem Glukose und Glutamin, um sich zu teilen und zu wachsen. Bei der Verstoffwechselung des Zuckers, der Glykolyse, fällt Laktat an, auch als Milchsäure bekannt. Der Biochemiker Otto Warburg hatte schon vor hundert Jahren festgestellt, dass Tumore eine hohe Laktatkonzentration aufweisen. Die Milchsäure ist seither Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte. „Es gibt hier viele Studien zum Primärtumor, ich habe hingegen ein metastatisches Gewebe untersucht. Mein Interessensgebiet ist der tumor-drainierende Lymphknoten, welcher sehr dicht am Tumor liegt und daher stark beeinflusst wird“, erläutert Angela Riedel und zeichnet zur Veranschaulichung eine weibliche Brust an die Tafel, mit einem Tumor, von dem Flüssigkeit zum tumordrainierenden Lymphknoten fließt. Als Wächterlymphknoten (Sentinel Lymph Node, SLN) filtert er als erster die vom Tumor ausgeschüttete Flüssigkeit.

Eigentlich sollte der Lymphknoten seiner immunologischen Funktion nachkommen und sogenannte T-Zellen aktivieren die den Tumor bekämpfen? Dass die T-Zellen im Lymphknoten gehemmt sind oder die Interaktion von T-Zellen und antigenpräsentierenden Zellen nicht in dem Ausmaß stattfindet, wie es sein sollte, das hat Angela Riedel bereits 2016 in Cambridge herausgefunden, wo sie als PostDoc gearbeitet hatte. Ihren Doktor in molekularer Onkologie hatte die gebürtige Westfälin zuvor an der University of Southern Denmark in Odense gemacht. 

Reprogrammierung des Lymphknotens

Warum ist das Filtersystem der Lymphknoten gehemmt? Was hat den Lymphknoten derart reprogrammiert, dass er sogar eine ideale Umgebung für Metastasen bildet? Wenn eine Patientin mit Brustkrebs Metastasen an den Lymphknoten unter den Achseln hat, dann ist die Prognose schlecht, denn dann hat sich der Tumor ausgeweitet. Angela Riedel wollte herauszufinden, wie der Tumor, bevor er den Lymphknoten befällt, diesen beeinflussen kann, zunächst am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, dann am Uniklinikum Würzburg. „Dabei habe ich mein Augenmerk auf die Fibroblasten gelegt. Das sind wichtige stromale Zellen, die dem Lymphknoten die Struktur geben, den Lymphknoten koordinieren und den Kontakt zwischen den dendritischen Zellen und T-Zellen herstellen. Wir haben schließlich gesehen, dass die Milchsäure das Stroma verändert. Die Untersuchungen in vitro konnten wir jetzt in vivo, an Mäusen, bestätigen.“

Die Milchsäure, die der Tumor bei der Glykolyse ausschüttet, blockiert die Immunabwehr. Der Tumor kann also die nachgeschalteten Lymphknoten reprogrammieren. Angela Riedel möchte aber nicht nur schauen, was verschiedene Tumorarten mit dem Lymphknoten prämetastatisch machen, sondern auch, was passiert, wenn die Metastase da ist, wie verhält es sich dann mit der Reprogrammierung? Lässt sich die Milchsäure zum Beispiel mit der Gabe von Natriumbicarbonat neutralisieren? In ihren Versuchen waren die negativen Effektive der Milchsäure zumindest nicht mehr zu sehen, sobald der ph-Wert angehoben wurde. Nun gilt es breitere Analysen zu machen, vor allem mit humanen Proben, die sie von der benachbarten Frauenklinik erhält.

Zucker und Fett fördern Brustkrebs und Metastasierung

Mit ihren Untersuchungen unterstreicht Angela Riedel einmal mehr die Bedeutung von Ernährung auf unsere Gesundheit. Ein Übermaß an Zucker und Fett fördert Brustkrebs und die Metastasierung. „Grundsätzlich geht es darum, dem Tumor das Futter wegzunehmen“, bringt es Angela Riedel auf den Punkt.

Die Mutter einer zweieinhalbjährigen Tochter ist mit Leib und Seele Forscherin. Der tumor-drainierende Lymphknoten hat es ihr besonders angetan, da er sowohl in der Immunantwort als auch im metastatischen Prozess involviert ist. „Er sollte die Balance halten, tut es aber nicht“, sagt sie. Schon in der Schule war sie fasziniert von der Genetik. Und gerade bei Krebs spielen Mutationen und chromosomale Änderungen eine große Rolle. Also war schnell klar, dass sie in der Biomedizin tätig sein möchte.

Traumjob

Am Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum für Krebsforschung, gefördert durch die Deutsche Krebshilfe, habe sie vor zwei Jahren ihren Traumjob gefunden. Sie ist eine von insgesamt vier Juniorgruppenleitern. Statt im Labor zu experimentieren sitzt sie nun zunehmend am Schreibtisch, verteilt Aufgaben, koordiniert und publiziert. „Ich dachte, der Abschied vom Labor tut weh. Aber da unsere Doktoranten so gute Arbeit leisten, wir die Ergebnisse gemeinsam auswerten und diskutieren, vermisse ich das überhaupt nicht mehr.“ Da sie habilitieren möchte, ist sie auch in die Lehre eingebunden und unterrichtet im Fach Biochemie als Dozentin innerhalb des Schwerpunkts molekulare Onkologie. Am 21. April in San Diego werden nun statt Studierende hochkarätige Wissenschaftler vor ihr sitzen. Klar sei sie nervös, aber auch das schafft sie.

Publikation: Angela Riedel, Moutaz Helal, Luisa Pedro, Jonathan J. Swietlik, David Shorthouse, Werner Schmitz, Lisa Haas, Timothy Young, Ana S.H. da Costa, Sarah Davidson, Pranjali Bhandare, Elmar Wolf, Benjamin A. Hall, Christian Frezza, Thordur Oskarsson, Jacqueline D. Shields; Tumor-Derived Lactic Acid Modulates Activation and Metabolic Status of Draining Lymph Node Stroma. Cancer Immunol Res 2022

Hinweis für Patienten und Besucher: Kurzfristige Terminverlegungen möglich

Derzeit kann es am UKW zu kurzfristigen Terminverschiebungen kommen

Auch aktuell behandelt die Uniklinik Würzburg eine große Anzahl von Patienten, die SARS-CoV-2-positiv sind. Gleichzeitig gibt es einen anhaltenden Ausfall von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch Isolationspflicht oder Krankheit.

Daher kann es derzeit kurzfristig zur Verschiebung von planbaren und nicht dringlichen Behandlungen kommen. Dies betrifft auch ambulante Vorstellungen. Wir bitten um diese z.T. sehr kurzfristigen Terminverschiebungen um Verständnis. Die behandelnde Klinik wird dann neue Termine vereinbaren.

Zudem fällt aktuell aus Personalmangel bis zum 25. März der klinikweite Shuttlebus aus, der auch das Parkhaus im Bereich ZIM ZOM anfährt. Wir hoffen, diesen Service bald wieder anbieten zu können. 

Uniklinik Würzburg versorgt sieben krebskranke Kinder aus der Ukraine

Geflüchtete Familien trafen am vergangenen Wochenende in der UKW-Kinderklinik ein.

Das Schicksal von geflüchteten ukrainischen Kindern und ihren Eltern bewegt aktuell viele Menschen in Deutschland. Besonders hart trifft es diejenigen, die bereits vor Ausbruch des Krieges mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen hatten. Unter den Menschen, die Hals über Kopf ihre Heimat als Flüchtlinge verlassen mussten, sind auch Familien mit einem an Krebs erkrankten Kind. Sieben dieser Kinder werden aktuell in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) behandelt.

„Wir haben bereits seit Längerem eine enge medizinische Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine und haben bereits vor dem Krieg Kinder aus der Ukraine in Würzburg behandelt, wenn die medizinischen Möglichkeiten in der Ukraine ausgeschöpft waren und sie eine spezielle Therapie benötigten“ sagt Prof. Paul-Gerhardt Schlegel, Leiter der Kinderonkologie am Universitätsklinikum Würzburg. 

Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uniklinik hatten im Fernsehen die Bilder eines krebskranken Jungen in Akuttherapie gesehen, der sich mit seiner Mutter auf den Weg gemacht hatte, ohne zu wissen, wo die lebenswichtige Behandlung weiter durchgeführt werden kann. „Auch unser Team haben die Bilder sehr bewegt. Direkt am nächsten Morgen habe ich deshalb Kontakt mit unserer Ansprechpartnerin in der Ukraine aufgenommen und unsere Hilfe angeboten, falls die Familien nach Deutschland flüchten“ sagt Prof. Schlegel. Zeitgleich hat sich auch eine deutschlandweite Initiative der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) zum Ziel gemacht, ukrainischen Kindern mit einer Krebserkrankung nach ihrer Flucht eine Behandlung in einer der hochspezialisierten Kinderkrebszentren in Deutschland zu ermöglichen. 

Neben der dringend nötigen medizinischen Versorgung werden die geflüchteten Familien nun auch in organisatorischen Dingen unterstützt. Hierfür sorgt das International Office des UKW gemeinsam mit dem psychosozialen Dienst der Kinderkrebsstationen und vielen weiteren Unterstützern. 

In den vergangenen 14 Tagen konnten über das kinderonkologische Netzwerk Bayern KIONET dank der jahrelangen Kooperationen 24 geflüchtete Kinder und Jugendliche mit einer lebensbedrohlichen onkologischen Erkrankung bayernweit versorgt werden. 

Drei ERC Grants für die Universität

Die Infektionsbiologin Cynthia Sharma, der Virologe Lars Dölken und der Chemiker Prince Ravat erhalten hoch dotierte Preise für ihre Forschung – zusammen sind es 5,5 Millionen Euro.

Gleich drei hochrangige Auszeichnungen des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) gehen an die Universität Würzburg: Professorin Cynthia Sharma (Infektionsbiologie) und Professor Lars Dölken (Virologie) erhalten Consolidator Grants über jeweils zwei Millionen Euro. Der Chemiker Dr. Prince Ravat bekommt einen Starting Grant, der mit 1,5 Millionen Euro dotiert ist.

Der ERC gab die neu vergebenen Consolidator Grants am 17. März 2022 bekannt. Die Preise sind für Forschungstalente bestimmt, deren bisherige Arbeit weitere Spitzenleistungen erwarten lässt. 2.652 Bewerbungen waren in dieser Vergaberunde beim ERC eingelaufen; zwölf Prozent der Anträge wurden bewilligt.

RNA-Bindeproteine bei Bakterien

Cynthia Sharma, Leiterin des Lehrstuhls für Molekulare Infektionsbiologie II und Sprecherin des Zentrums für Infektionsforschung, erforscht, wie bakterielle Krankheitserreger sich an ihre Umwelt oder den Wirt anpassen. Sie hat in ihrem Projekt Exploring the expanding universe of RNA-binding proteins in bacteria Proteine im Blick, die RNA-Moleküle binden und entscheidende Rollen in der Zellphysiologie spielen. Über solche RNA-Bindeproteine ist in Bakterien bislang wenig bekannt. Ihre Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Genregulationsmechanismen von Bakterien besser zu verstehen. Dies könnte wiederum neue Ansatzpunkte für Antibiotika liefern oder auch zur Entwicklung neuer biotechnologischer Verfahren beitragen. Mehr Informationen

Herpesviren und ihre Wirtszellen

Lars Dölken, Leiter des Lehrstuhls für Virologie, erhält nach 2016 jetzt schon seinen zweiten Consolidator Grant. Mit dem Preisgeld will er im Projekt DecipherHSV weiterhin das Herpes-simplex-Virus-1 erforschen. Dieser Krankheitserreger ist für relativ harmlose Beschwerden wie die juckenden Lippenbläschen verantwortlich. Er kann aber auch gefährliche Lungen- oder Gehirnentzündungen auslösen. Noch immer sind viele Mechanismen, mit denen dieses Virus seinen Wirt manipuliert, nicht gut genug verstanden. Im ERC-Projekt soll ein neuartiger Ansatz der Einzelzell-RNA-Sequenzierung Daten liefern, die mit Verfahren der Künstlichen Intelligenz ausgewertet werden.

Neue Klasse chiraler Halbleiter

Starting Grants sind für herausragende Forschende in einer frühen Phase ihrer Karriere vorgesehen. Der ERC gibt die Preisträgerinnen und Preisträger nicht zu einem festen Zeitpunkt, sondern kontinuierlich bekannt. Die finale Liste mit den aktuellen Statistiken liegt noch nicht vor.

Prince Ravat ist seit 2018 Arbeitsgruppenleiter am Institut für Organische Chemie. Mit dem Starting Grant will er ein Projekt zur Entwicklung einer neuen Klasse chiraler Halbleiter starten. Chiralität beschreibt eine Eigenschaft von Molekülen, die mit deren Symmetrie zusammenhängt. Chirale organische Halbleiter werden als neue Materialien benötigt, um die Entwicklung der nächsten Generation der (Opto)Elektronik voranzutreiben, wie zum Beispiel Spin-LEDs, 3D-Displays und quantenbasierte optische Datenverarbeitung.

Über den ERC

Der European Research Council wurde 2007 von der Europäischen Union gegründet. Er ist die wichtigste europäische Organisation zur Forschungsförderung. Sein Gesamtbudget für die Jahre 2021 bis 2027 beläuft sich auf 16 Milliarden Euro.

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 17. März 2022

Uniklinikum Würzburg: Teilnehmende für Hirnforschungsstudie gesucht

Das Uniklinikum Würzburg sucht für eine neurowissenschaftliche Studie gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, mit modernen Technologien bislang verborgene Zusammenhänge zwischen Verhalten und Gehirnfunktion zu entdecken. Die Erkenntnisse könnten langfristig die Grundlage für bessere Therapien bei ADHS, Suchterkrankungen sowie weiteren psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen bilden.

„Die Rolle des Frontalkortex auf Verhaltensplanung (ROFKO)“ – so heißt eine aktuelle Studie am Zentrum für Psychische Gesundheit des Uniklinikums Würzburg (UKW). Durchgeführt wird sie von der Arbeitsgruppe „Experimentelle Neurowissenschaften in der Entwicklungspsychiatrie“ in Kooperation mit der Neuroradiologie und Neurologie des UKW. Der Arbeitsgruppenleiter, Prof. Dr. Lorenz Deserno, erläutert: „In der Studie untersuchen wir die Bedeutung einer bestimmten Hirnregion – des ventro-medialen präfrontalen Kortex – für die Fähigkeit, aus positiven und negativen Rückmeldungen zu lernen und Entscheidungen zu treffen. Dabei kombinieren wir Methoden der computationalen Neurowissenschaften mit modernen Bildgebungsverfahren, wodurch wir Zusammenhänge in Verhalten und Gehirnfunktion entdecken können, die bislang verborgen blieben.“ Studienarzt Dr. Hans-Christoph Aster ergänzt: „Wir erforschen damit die Grundlagen psychiatrischer und neurologischer Erkrankungen, wie beispielsweise ADHS oder Suchterkrankungen. Auf lange Sicht könnten aus diesem Wissen bessere Therapiemöglichkeiten entwickelt werden.“

Einsatz von TMS und fMRT

Aktuell sucht das ROFKO-Forschungsteam noch weitere Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer. Sie sollten zwischen 18 und 40 Jahre alt sein sowie Rechtshänderinnen bzw. Rechtshänder. Außerdem müssen sie über gute Deutschkenntnisse verfügen. 

Während der insgesamt 180 bis 210 Minuten dauernden Studiensitzung wird bei ihnen mittels transkranieller Magnetstimulation (TMS) die Aktivität des Frontalkortex für einen kurzen Zeitraum beeinflusst. Anschließend spielen die Teilnehmenden zwei einfache Computerspiele, während gleichzeitig mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) die Aktivierungsmuster des Gehirns erfasst werden. 

Keine Gefährdungen durch die eingesetzten Verfahren 

„Beide Verfahren, TMS und fMRT, werden seit Jahrzehnten klinisch routiniert eingesetzt und gelten auch für die Anwendungen in der Forschung als sicher. Es sind keine langfristigen Gefährdungen oder Risiken bekannt“, betont Dr. Aster. 

Pro Stunde wird eine Vergütung von zehn Euro gezahlt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei den während der Messung absolvierten digitalen Spielen kleinere Geldbeträge zu gewinnen. Last but not least können die Probandinnen und Probanden die MRT-Bilder ihres Gehirns auf Wunsch mit nach Hause nehmen. 

Wer mehr über die Studie erfahren oder sich anmelden möchte, kontaktiert Dr. Aster unter E-Mail: Aster_H@ ukw.de 

Uniklinikum Würzburg: Kinderklinik und Kinderchirurgie erneut mit Gütesiegel ausgezeichnet

Die Kinderklinik und die Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg erhielten kürzlich erneut das Gütesiegel „Ausgezeichnet. Für Kinder“. Das in zweijährigem Rhythmus vergebene Zertifikat bescheinigt hohe Qualitätsstandards bei der stationären Versorgung von Kindern und Jugendlichen.

Die in der Kinder- und Jugendmedizin Tätigen wollen die Qualität der stationären Behandlung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland erhalten und möglichst noch weiter verbessern. Vor diesem Hintergrund vergeben die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V., die Bundesarbeitsgemeinschaft Kind und Krankenhaus und die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie in zweijährigem Rhythmus das Gütesiegel „Ausgezeichnet. Für Kinder“. Jetzt stand die Vergabe für die Periode 2022/2023 an. Wie schon in den letzten fünf Gültigkeitsperioden sind die von Prof. Dr. Christoph Härtel geführte Kinderklinik und die von Prof. Dr. Thomas Meyer geleitete Abteilung für Kinderchirurgie der Chirurgischen Universitätsklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) wieder unter den damit zertifizierten Einrichtungen.

Eine Bewertungskommission bestätigte erneut, dass die beiden Einrichtungen ausnahmslos alle Standards für die multiprofessionelle und interdisziplinäre Versorgung erfüllen. Dazu gehören nicht nur eine kontinuierliche fachärztliche Besetzung und ein speziell qualifiziertes Pflegeteam, sondern auch psychologische, sozialmedizinische, pädagogische und medizinisch-therapeutische Angebote. 

Das leisten Kinderklinik und Kinderchirurgie am Uniklinikum Würzburg

Die Würzburger Kinderklinik und Poliklinik ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung mit dem gesamten Leistungsspektrum der Kinderheilkunde. Zu den Schwerpunkten zählen unter anderem die Früh- und Neugeborenenmedizin (Level 1), die Pädiatrische Intensivmedizin, die Onkologie inklusive Stammzelltransplantation, die Hämatologie, die Pneumologie, die Entzündungsmedizin einschließlich Immunologie, Infektiologie und Rheumatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Neuro- und Sozialpädiatrie sowie weitere Spezialdisziplinen.

Die Kinderchirurgie am Zentrum für Operative Medizin (ZOM) des UKW bietet das gesamte Spektrum der kinderchirurgischen Versorgung von der ersten Lebensminute bis zum vollendeten 16. Lebensjahr an. Schwerpunkte der Kinderchirurgie sind – neben der allgemeinen kinderchirurgischen Versorgung – die Neugeborenen- und Fehlbildungschirurgie, die Kinderurologie sowie die Kindertraumatologie.

Gütesiegel als Orientierungshilfe für Eltern

Nach Angaben der Fachgesellschaften wünschen sich Eltern und Angehörige die bestmögliche stationäre Versorgung ihres kranken Kindes. Dabei seien das Gütesiegel und die Veröffentlichung unter www.ausgezeichnet-fuer-kinder.de eine hervorragende Orientierungshilfe bei der Suche nach einer Qualitäts-Kinderklinik. 

Neueste Trends in der Humangenetik

Vom 16. bis 18. März 2022 findet in Würzburg die 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik statt. Im Mittelpunkt stehen neueste Technologien und die Frage, wie diese sinnvoll eingesetzt werden können.

Nach zwei Jahren „Corona-Zwangspause“ treffen sich zum ersten Mal wieder live Humangenetikerinnen und -genetiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Congress Centrum Würzburg vom 16. bis 18. März 2022. Die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik lädt Naturwissenschaftler und Mediziner zu einem hochkarätigen Programm mit internationalen Koryphäen des Faches zum wissenschaftlichen Austausch ein. Tagungspräsident ist Professor Thomas Haaf vom Institut für Humangenetik der Universität Würzburg.

Fachlicher Austausch über viele Fragen

Das jährliche Treffen bietet Humangenetikern, die in Forschung, Krankenversorgung und Lehre tätig sind, die Möglichkeit, sich fachlich auszutauschen. Im Mittelpunkt stehen neueste Technologien und die Frage, wie diese sinnvoll eingesetzt werden können. Wann sollte man darüber nachdenken, ob eine genetisch bedingte Erkrankung oder Krebsprädisposition vorliegt? Welche Vorhersagen erlaubt die epigenetische Uhr, die in uns allen tickt? Welche Herausforderungen bringen die neuen Technologien für Ärzte und Ratsuchende? Gibt es sinnvolle Anwendungen der Künstlichen Intelligenz für die frühzeitige Erkennung von seltenen Erkrankungen? Welche Mechanismen führen zur Entstehung von seltenen monogenen und häufigen oft multifaktoriell bedingten Krankheiten wie beispielsweise Krebs, Herz-Kreislauf- oder neurodegenerativen Erkrankungen?

Netzwerken ist wichtig bei seltenen Erkrankungen

Netzwerken unter Humangenetikern ist gerade bei seltenen Erkrankungen eine grundlegende Voraussetzung für erfolgreiche Forschung. Deshalb berichten Experten über ihre Erfahrungen mit den neuen europäischen Referenznetzwerken, es wird um Zentren für seltene Erkrankungen gehen, um die zentralen Rahmenbedingungen und die zukünftige Gestaltung der Genetischen Beratung.

In Pro & Contra-Sessions gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Frage danach, wie die Genetische Sprechstunde in der Zukunft aussehen wird und welche Möglichkeiten es für eine gemeinsame Genomdatennutzung geben kann.

Nachwuchskräfte aus Medizin und Naturwissenschaften sind überdies eingeladen, an der Veranstaltung zur Weiterbildung und an den Aktivitäten der Jungen Akademie teilzunehmen.

Das ausführliche Tagungsprogramm

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Haaf, Institut für Humangenetik, Universität WürzburgT: +49 931 31-88738,  thomas.haaf@uni-wuerzburg.de Dr. Christine Scholz, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik

T: +49 89 55027855;  organisation@ gfhev.de 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 15. März 2022