Aktuelle Pressemitteilungen

Uniklinikum Würzburg führt wegweisendes europäisches Forschungsprojekt zur Krebsimmuntherapie an

Ein neues, von der Europäischen Union gefördertes Projekt bringt einen revolutionären Ansatz zur Behandlung von Blutkrebs in die klinische Anwendung. Als eines der europaweit bedeutendsten klinischen Zentren für die Immuntherapie von Tumorerkrankungen führt die Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg dieses internationale Projekt an.

Zum Jahresbeginn startete ein neues, von der EU gefördertes Projekt zur Krebsimmuntherapie: CARAMBA. Ziel ist es, die revolutionäre Immuntherapie mit sogenannten CAR-T Zellen für die Behandlung des Multiplen Myeloms in die klinische Anwendung zu überführen. Das Multiple Myelom ist eine Form des Blutkrebses. An dem internationalen Forschungsvorhaben arbeiten zehn Partner aus sechs EU-Ländern mit, darunter vier klinische Spitzenzentren in der Krebsmedizin: neben dem Uniklinikum Würzburg (UKW), das als koordinierende Einrichtung das Projekt leitet, sind das italienische Ospedale San Raffaele (Mailand), die spanische Universidad de Navarra (Pamplona) und das französische Centre Hospitalier Regional et Universitaire de Lille (Lille) vertreten. Weitere Projektpartner sind die Patientenorganisation ‚Myeloma Patients Europe (MPE), der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen (BSD-DRK), das Bundesinstitut für Impfstoffe und Biomedizinische Arzneimittel (PEI), die Biotechnologie-Unternehmen NBE-Therapeutics (Schweiz) und T-CURX (Deutschland) sowie der französische Projektmanagementdienstleister ARTTIC S.A.S..

Myelom Zellen mit einem Sensor erkennen und zerstören

In der Krebsmedizin ist die Behandlung mit CAR T-Zellen in den USA für die Indikation Non-Hodgkin-Lymphom und Akute Lymphatische Leukämie mit B-Zellreihe bereits zugelassen. Im neuen EU-Projekt CARAMBA soll die neue Therapieform beim Multiplen Myelom eingesetzt werden. Hierbei werden dem Patienten weiße Blutkörperchen entnommen und mit einem sogenannten Chimären Antigen-Rezeptor (CAR) ausgerüstet, der wie ein Sensor ein Molekül mit dem wissenschaftlichen Namen SLAMF7 auf den Myelom-Zellen erkennt und diese Tumorzellen dann vernichtet. Dieses Therapieverfahren für das Multiple Myelom wurde an der von Prof. Dr. Hermann Einsele geleiteten Medizinischen Klinik II des UKW im Forschungslabor von Dr. Michael Hudecek entwickelt und in umfangreichen Laborstudien erfolgreich getestet. In CARAMBA soll in einer klinischen Phase I/II Studie nun die Sicherheit und Wirksamkeit im Menschen evaluiert werden. Die Europäische Kommission wählte das Projekt in einem hochkompetitiven Wettbewerb unter mehr als 100 Projektvorschlägen aus und fördert das Vorhaben innerhalb des Horizont 2020-Programmes über vier Jahre mit insgesamt 6,1 Millionen Euro.
„Diese neue Form der immunologischen Therapie mit CAR-T-Zellen hat das Potenzial, die Behandlung des Multiplen Myeloms, aber auch anderer Tumorarten zu revolutionieren. Durch die Förderung der EU haben unsere Patienten hier in Würzburg die Möglichkeit, als erste von diesem Behandlungsangebot zu profitieren“, sind Prof. Einsele und Dr. Hudecek überzeugt.

Über das Multiple Myelom

Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte weiße Blutkörperchen, die als Plasmazellen bezeichnet werden. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Form des Lymphknotenkrebses. An der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg besteht mit einem Zentrum für das Multiple Myelom, der Sandertherapieeinheit Multiples Myelom und weiteren multiplen translationalen Forschungsprojekten das größte Forschungs- und Behandlungszentrum für diese Erkrankung in Europa.

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Kinderklinik und Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg erhielten wieder das Gütesiegel „Ausgezeichnet. Für Kinder“

Wie schon in den vergangenen zwei Gültigkeitsperioden bekamen die Kinderklinik und die Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg kürzlich erneut das Gütesiegel „Ausgezeichnet. Für Kinder“ verliehen. Das in zweijährigem Rhythmus vergebene Zertifikat bescheinigt hohe Qualitätsstandards bei der stationären Versorgung von Kindern und Jugendlichen.

Die in der Kinder- und Jugendmedizin Tätigen wollen die Qualität der stationären Behandlung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland erhalten und möglichst noch weiter verbessern. Vor diesem Hintergrund entwickelten die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V., die Bundesarbeitsgemeinschaft Kind und Krankenhaus und die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie vor einigen Jahren das Gütesiegel „Ausgezeichnet. Für Kinder“. Jetzt stand die Vergabe für die Periode 2018/2019 an. Wie schon in den letzten beiden der zweijährigen Gültigkeitsperioden sind die von Prof. Dr. Christian P. Speer geführte Kinderklinik und die von Prof. Dr. Thomas Meyer geleitete Abteilung für Kinderchirurgie der Chirurgischen Universitätsklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) wieder unter den damit zertifizierten Einrichtungen.
Eine Bewertungskommission bestätigte erneut, dass die beiden Einrichtungen ausnahmslos alle Standards für die multiprofessionelle und interdisziplinäre Versorgung erfüllen. Dazu gehören nicht nur eine kontinuierliche fachärztliche Besetzung und ein speziell qualifiziertes Pflegeteam, sondern auch pädagogische und medizinisch-therapeutische Angebote.

Das leisten Kinderklinik und Kinderchirurgie am Uniklinikum Würzburg

Die Würzburger Kinderklinik und Poliklinik ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung mit dem gesamten Leistungsspektrum der Kinderheilkunde. Zu den Schwerpunkten zählen unter anderem die Früh- und Neugeborenenmedizin (Level 1), die Pädiatrische Intensivmedizin, die Onkologie inklusive Stammzelltransplantation, die Pneumologie, Rheumatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Infektiologie/Immunologie, Neuropädiatrie sowie weitere Spezialdisziplinen.
Die Kinderchirurgie am Zentrum für Operative Medizin (ZOM) des UKW bietet das gesamte Spektrum der kinderchirurgischen Versorgung von der ersten Lebensminute bis zum vollendeten 16. Lebensjahr an. Schwerpunkte der Kinderchirurgie sind – neben der allgemeinen kinderchirurgischen Versorgung – die Neugeborenen- und Fehlbildungschirurgie, die Kinderurologie sowie die Kindertraumatologie.

Gütesiegel als Orientierungshilfe für Eltern

Nach Angaben der Fachgesellschaften wünschen sich Eltern und Angehörige die bestmögliche stationäre Versorgung ihres kranken Kindes. Dabei seien das Gütesiegel und die Veröffentlichung unter www.ausgezeichnet-fuer-kinder.de eine hervorragende Orientierungshilfe bei der Suche nach einer Qualitäts-Kinderklinik.

Uniklinikum Würzburg: Mittelohr-Operationskurs auch im Jubiläumsjahr wieder mit internationaler Anziehungskraft

Seit 30 Jahren schult die HNO-Klinik des Würzburger Universitätsklinikums bei einer jährlichen Veranstaltung Ärztinnen und Ärzte aus aller Welt in mikrochirurgischen Mittelohr-Operationstechniken.

Seit drei Jahrzehnten lädt die Würzburger HNO-Klinik Hals-Nasen-Ohrenärztinnen und -ärzte aus aller Welt zu einer deutschlandweit einmaligen Fortbildungsveranstaltung mit hoher internationaler Reputation ein. Vom 19. bis 21. Februar dieses Jahres fand der 30. Internationale Kurs der Mikrochirurgie des Mittelohres statt. Unter den 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren diesmal Mediziner/innen aus Belgien, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Italien, dem Irak, Irland, Kuwait, Litauen, der Mongolei, Nepal, Österreich, Russland, Saudi-Arabien, der Türkei, Ungarn und Zypern.

Live-Übertragungen aus dem Operationsaal

Im Hörsaal des Comprehensive Hearing Centers Würzburg an der Josef-Schneider-Straße konnten sie per Live-Übertragung und in bester Bildqualität mitverfolgen, wie Spezialisten in einem benachbarten Operationssaal zum Teil komplizierteste Eingriffe im Mittelohr von Patienten durchführten. Für einen vollen dreidimensionalen Eindruck trugen die Kursteilnehmer/innen dabei die aus modernen 3D-Kinofilmen bekannten Polarisationsbrillen. Sie sahen das gleiche Bild von den millimeterkleinen Operationsdetails, das sich auch dem Operateur durch das Operationsmikroskop zeigt. Zum besseren Verständnis wurden die Vorgänge im OP in Englisch von einem ärztlichen Moderator im Hörsaal und von den Operateuren selbst kommentiert. Auch Fragen aus dem Publikum beantwortete der jeweils aktive Arzt direkt.
Die ausführenden Experten waren Prof. Dr. Rudolf Hagen, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Universitätsklinikums Würzburg und Prof. Dr. Stefan Dazert, der Direktor der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.

Vom Anfänger- bis zum Expertenniveau

Das demonstrierte Spektrum reichte von Standard-Operationen, wie dem Verschließen eines Trommelfell-Lochs, bis hin zu höchsten chirurgischen Herausforderungen, wie dem Entfernen eines Tumors an der Schädelbasis. „Mit dieser therapeutischen Spannweite trafen wir das individuelle Informationsbedürfnis unserer Gäste, deren Ausbildungsstatus vom Anfänger- bis zum Expertenniveau reichte“, berichtet Prof. Hagen und fährt fort: „Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf implantierbaren Hörsystemen.“
Selbstverständlich hatte die Würzburger HNO-Klinik von allen Patienten der Live-Operationen zuvor die entsprechenden Einwilligungen eingeholt. „Auch wenn durch den Demonstrationscharakter des Kurses der einzelne Eingriff mal fünf bis zehn Minuten länger dauern kann, sind die Patientinnen und Patienten doch gerne dabei, denn so profitieren sie von einer Behandlung durch ausgewiesen hochkarätige Operateure“, weiß Prof. Hagen aus langjährigen Beobachtungen.

„Hands-on“ im Felsenbein-Labor

Neben den täglich gut vierstündigen Live-OPs aus zwei Operationssälen boten die drei Kurstage Vorträge von internationalen Referenten sowie Trainingssitzungen im Felsenbein-Labor. Das Felsenbein ist der Teil des Schädels, der das Mittel- und Innenohr enthält. Im Labor der HNO-Klinik konnten die Kursteilnehmer/innen an Präparaten dieses Knochenabschnitts diverse mikrochirurgische Techniken mit Originalgeräten selbst erproben.
„Das Feedback der Medizinerinnen und Mediziner zum Kurs war wieder ausgezeichnet. Das zeigt uns, dass wir mit diesem Format auch nach drei Jahrzehnten immer noch richtig liegen“, resümiert Prof. Hagen.

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Kunstschaffende aus Belarus zeigen im Uniklinikum Würzburg erweiterte Realitäten

Vom 16. März bis 13. Juli 2018 ist im Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg eine Kunstausstellung der Belarussischen Staatlichen Akademie der Künste und der Künstlervereinigung Studentisches Zentrum für aktuelle Kunst „Alla prima“ aus Minsk zu sehen. Die Organisation der Schau fußt auf Kontakten, die durch das langjährige medizinische Engagement der Würzburger Nuklearmedizin für die Betroffenen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zustande kamen.

Zwölf Künstlerinnen und Künstler aus Belarus (Weißrussland) sowie ihre Kuratorin Dr. Ekaterina Kenigsberg zeigen unter dem Titel „Erweiterte Realität“ ihre aktuellen Werke in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW). Die Ausstellung ist ein Projekt der Belarussischen Staatlichen Akademie der Künste und des Studentischen Zentrums für aktuelle Kunst „Alla prima“, beide aus Minsk/Weißrussland. Eröffnet wird die Schau im ZOM an der Oberdürrbacher Straße am Freitag, den 16. März 2018 um 18:00 Uhr, sie endet am 13. Juli dieses Jahres.

Neue Perspektiven für Dialog und Verständigung

Laut der Kuratorin laden die Werke die Betrachterinnen und Betrachter zu Entdeckungen ein, bei denen „eine erweiterte Realität entsteht, ein Denkraum, der die Kommunikation über aktuelle kulturelle und gesellschaftliche Fragen ermöglicht, den Pluralismus stärkt sowie neue Perspektiven für Dialog und Verständigung schafft.“ Die Ausstellung wird vom Münchner Konsulat der Republik Belarus unterstützt.

Kontakte aus Tschernobyl-Hilfe

Ein Ankerpunkt auf Würzburger Seite hinter den Verbindungen nach Belarus ist Prof. Dr. Christoph Reiners. Der frühere Leiter der hiesigen Nuklearmedizin und ehemalige Ärztliche Direktor des UKW engagierte sich in den vergangenen 25 Jahren stark für die Betroffenen der Reaktorkatastrophe im weißrussischen Tschernobyl, besonders für von strahlungsinduziertem Schilddrüsenkrebs betroffene Kinder und Jugendliche. „Neben Freundschaften zu Menschen aus sehr unterschiedlichen Ländern wuchs dabei auch ein Interesse an zeitgenössischer Kunst aus Belarus“, berichtet Prof. Reiners und fährt fort: „Deshalb freut es mich sehr, dass Dr. Kenigsberg sowie ihre Kolleginnen und Kollegen aus Minsk den weiten Weg nach Würzburg auf sich genommen haben, um uns einen Blick auf weißrussische Kunst – weit jenseits von Marc Chagall – zu ermöglichen.“

Uniklinikum Würzburg ist Gastgeber des Tags der Seltenen Erkrankungen

Am Samstag, den 3. März 2018, ist der vierte bayernweite Tag der Seltenen Erkrankungen. Die öffentliche und kostenlose Veranstaltung soll dem Informationsaustausch zwischen Betroffenen, Selbsthilfeorganisationen, Mediziner/innen sowie den Zentren für Seltene Erkrankungen dienen und deren Zusammenarbeit fördern. Schauplatz ist in diesem Jahr das Uniklinikum Würzburg.

Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer der etwa 8.000 Seltenen Erkrankungen, die zumeist chronisch und oft lebensverkürzend sind. Betroffene haben mit vielen Einschränkungen und Belastungen zu kämpfen: verlässliche Informationen sind rar, der Weg zur Diagnose ist für viele eine Odyssee – und dann gibt es in vielen Fällen kaum hilfreiche Therapien oder Medikamente. Der vierte bayernweite Tag der Seltenen Erkrankungen am Samstag, den 3. März 2018, rückt die Anliegen dieser Menschen in den Mittelpunkt einer hochkarätigen Informations- und Netzwerkveranstaltung für Patienten, Ärztinnen und Ärzte, Vertreter/innen von Selbsthilfegruppen sowie sonstige Interessierte. Treffpunkt ist in diesem Jahr das Zentrum für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Oberdürrbacher Straße.

Fünf Gesprächsrunden zu unterschiedlichen Themen

Der unter der Schirmherrschaft der Bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm stehende Infotag beginnt um 10:30 Uhr. Nach einem Einführungsvortrag von Prof. Dr. Helge Hebestreit, dem Sprecher des Zentrums für Seltene Erkrankungen – Referenzzentrum Nordbayern (ZESE) am UKW, und Gerald Brandt, dem 1. Vorsitzenden des Vereins Hypophosphatasie Deutschland, können die Teilnehmer/innen unter fünf unterschiedlichen Gesprächsrunden wählen. Themen dabei sind:
•    Frühdiagnose, Prophylaxe und Therapie bei angeborenen Immundefekten
•    Zehn Jahre Würzburger Arbeitskreis Seltene Erkrankungen (WAKSE)
•    Trotz Schmerzen den Alltag aktiv gestalten
•    Ambulante und teilstationäre Schmerztherapie
•    Chancen für Seltene Erkrankungen durch internetgestützte Kommunikation.

Getragen von einer breiten Basis

Initiiert und unterstützt wird der Tag der Seltenen Erkrankungen 2018 von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, der LAG Selbsthilfe Bayern e. V., der Selbsthilfekoordination Bayern, dem Bayerischen Apothekerverband e. V., der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e. V., der Bayerischen Landesärztekammer, dem ZESE Nordbayern, dem Aktivbüro Würzburg sowie dem WAKSE.
Die Veranstaltung ist kostenlos und endet gegen 15:30 Uhr.
Wichtig ist eine Anmeldung bis 26. Februar 2018 über den Einladungsflyer, der auf der Homepage der Bayerischen Landesärztekammer abgerufen werden kann unter www.blaek.de.

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Öffentliche Infoveranstaltung zu neuen Therapien bei Schwerhörigkeit

Bei einer kostenlosen „Abendsprechstunde“ am Montag, den 19. März 2018, schildern drei Experten des Comprehensive Hearing Centers der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik allgemeinverständlich die aktuellen Vorsorge-, Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten von Hörstörungen. Dabei beantworten sie gerne auch individuelle Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Die „Abendsprechstunde“ ist eine Veranstaltungsserie, die das Uniklinikum Würzburg (UKW) gemeinsam mit der Main-Post-Akademie organisiert. Beim nächsten Termin – am Montag, den 19. März 2018 – stehen die erprobten und neuen Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapie von Schwerhörigkeit im Mittelpunkt. Die Expertise des Uniklinikums Würzburg in diesem Bereich ist gebündelt im Comprehensive Hearing Center (CHC) Würzburg. Das interdisziplinäre und integrative Zentrum ist angesiedelt an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten (HNO), Plastische und Ästhetische Operationen. Bei der Abendsprechstunde informieren gleich drei renommierte Spezialisten aus dem CHC Würzburg die Teilnehmer/innen: Prof. Dr. Rudolf Hagen, der Direktor der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik, Privat-Dozent Dr. Kristen Rak, der Leitende Arzt des Bereichs Implantierbare Hörsysteme und Dr. Heike Kühn, die Geschäftsführerin des CHC und Expertin für Hörrehabilitation sowie für psychologische Diagnostik und Beratung. Gemeinsam geben sie Antworten auf Fragen wie: Wie funktioniert Hören und wie kann es gestört sein? Wie erkenne ich, dass ich schlechter höre? Welche therapeutischen Möglichkeiten der Hörverbesserung gibt es? Hörtraining, ist das sinnvoll? Was kann die Technik leisten – und was nicht?
Darüber hinaus wird auch das Cochlea-Implantat vorgestellt, eines der zentralen therapeutischen Angebote des CHC Würzburg. „Das technische Meisterwerk stellt für viele Menschen mit hochgradigem Hörverlust, mit Taubheit oder Gehörlosigkeit einen bedeutenden Gewinn an Lebensqualität dar“, unterstreicht Prof. Dr. Hagen.

Fragen schon bei der Anmeldung einreichen

Die Abendsprechstunde findet im Großen Hörsaal der Würzburger Universitäts-Zahnklinik am Pleicherwall 2 statt. Sie beginnt um 18:00 Uhr und endet gegen 19:30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Wichtig ist eine Anmeldung unter www.akademie.mainpost.de oder Tel: 0931/6001 6009. Eine besondere Chance: Zusammen mit der Anmeldung können Fragen eingereicht werden, die die Experten dann bei der Veranstaltung beantworten werden.

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Universitätsmedizin Würzburg: Einen Experten für Psychiatrische Genetik gewonnen

Dr. Manuel Mattheisen wurde Ende November 2017 zum Professor für Psychiatrische Genetik und Epigenetik an der Universität Würzburg ernannt. Mit ihm verfügt die Würzburger Universitätsmedizin jetzt über einen der wenigen deutschen Experten, die in diesem Bereich forschen.

„Die Forschung, die wir in der Psychiatrischen Genetik betreiben, hat zwei Hauptziele“, sagt Prof. Dr. Manuel Mattheisen und fährt fort: „Zum einen wollen wir die Zusammenhänge zwischen genetischen Faktoren und psychischen Erkrankungen noch besser verstehen und damit einen Zugang zu neuen Therapieformen gewinnen. Zum anderen geht es um einen unmittelbaren Nutzen für den Einzelnen, dem wir in der Zukunft sagen können wollen, wie hoch sein persönliches genetisch bedingtes Risiko ist, dass eine bestimmte psychische Erkrankung bei ihm auch wirklich auftritt.“ Diese und weitere Ziele verfolgt der 42-Jährige seit Ende vergangenen Jahres von Würzburg aus: Mit Wirkung zum 22. November 2017 wurde er zum Professor für Psychiatrische Genetik und Epigenetik an der Julius-Maximilians-Universität ernannt.
Prof. Mattheisens Interesse für die Verbindung von Genetik und Psychiatrie entwickelte sich schon während seines Humanmedizinstudiums in Bonn. Psychiatrie war sein Wahlfach im Praktischen Jahr und als Hilfswissenschaftler arbeitete er im Rahmen eines Forschungsstipendiums im Bereich der genetischen Statistik. Dieses Forschungsstipendium führte auch zum Thema seiner mit „summa cum laude“ abgeschlossenen Doktorarbeit. Im Jahr 2009 startete er an der Universität Bonn seine Facharztausbildung zum Humangenetiker. „Dort lag der methodische Schwerpunkt auf der genetischen Epidemiologie – also auf der Aufarbeitung von genetischen Daten auf statistischer Basis. Bei den behandelten Krankheiten ging es hauptsächlich um psychische Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und Bipolare Störungen“, berichtet Prof. Mattheisen.

Von Bonn in die USA, von den USA nach Dänemark
Nach zwei Jahren nahm er ein Angebot aus Harvard/USA an: Dort arbeitete er an der Harvard T.H. Chan School of Public Health in der Biostatistik und an der Harvard School of Medicine in der Molekulargenetik.
Im Frühjahr 2013 wechselte er an die Universität in Aarhus/Dänemark. Dort leitete Manuel Mattheisen unter anderem im Rahmen des iPSYCH Projekts die genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) zu Depressionen und Zwangserkrankungen sowie weitere Studien zum genetischen Zusammenhang von psychischen Erkrankungen wie Autismus, ADHS, Bipolarer Schizophrenie und Anorexie.

Große Erfahrung mit genomweiten Assoziationsstudien

GWAS sind ein wichtiges wissenschaftliches Werkzeug, um Abschnitte auf der DNA mit einer Krankheit in Verbindung zu bringen. Dabei werden die Genomdaten von zehntausenden gesunden und kranken Menschen miteinander verglichen. Das Ergebnis sind Zahlenverhältnisse, die beschreiben, ob genetische Veränderungen an einer spezifischen Stelle im Genom öfter bei Kranken im Vergleich zu Gesunden vorkommen oder nicht. Ist ersteres der Fall, spielen diese Stellen in der DNA möglicherweise eine Rolle in der Krankheitsentstehung und -förderung. „Die psychiatrische Genetik ist zur Zeit weltweiter Vorreiter in der damit zusammenhängenden Methodenentwicklung“, unterstreicht Prof. Mattheisen und fährt fort: „Aktuell sind wir noch nicht so weit, dass wir aus genetischem Material für einen Betroffenen eine eindeutige Diagnose erstellen können. Aber wir sind auf einem guten Weg und es gibt gute Zwischenergebnisse.“
Durch seine Mitarbeit und teilweise führende Rolle in großen internationalen und interdisziplinären Konsortien, wie dem Psychiatrischen Genomik Konsortium, ist Prof. Mattheisen eng mit einigen der innovativsten und produktivsten Gruppen der weltweiten genetischen und biostatistischen Forschung vernetzt.

Gute Startbedingungen in Würzburg

In Aarhus erreichte den Forscher der Ruf nach Würzburg. „Ich bin sehr froh, hier an eine Universität gekommen zu sein, die sich durch ausgezeichnete Forschung in der Vergangenheit am Zentrum für Psychische Gesundheit schon eine gute internationale Sichtbarkeit in der Psychiatrischen Genetik erarbeitet hat“, betont Prof. Mattheisen und ergänzt: „Vorteilhafte Strukturen für meine weitere Arbeit sind zudem das an der Würzburger Psychiatrischen Klinik vorhandene eigene Molekulargenetische Labor und das Speziallabor für Therapeutisches Drug Monitoring. So ist zum Beispiel die Pharmako-Genetik in der Würzburger Universitätsmedizin bereits erfolgreich etabliert, sie soll aber in Zukunft noch intensiviert werden.“

Psychiatrisch-genetisches Beratungsangebot ausbauen

Mit dem Antritt der Professur ist ferner ein weiterer Ausbau des humangenetischen psychiatrischen Beratungsangebots geplant. Wichtige Kooperationspartner sind hier laut dem Neu-Professor die Kinder- und Jugendpsychiatrie, das Institut für Humangenetik und das am Uniklinikum Würzburg angesiedelte Zentrum für Seltene Erkrankungen (ZESE) Nordbayern. So könne man sich in Zukunft noch besser auch um komplexe Erkrankungen kümmern. Entsprechend dem gestiegenen Informationsinteresse der Öffentlichkeit und der Betroffenen soll dafür das Ambulanzangebot erweitert werden.

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