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Was Stephanie hilft, hilft Stefan nicht unbedingt

Pressemitteilung des RVZ

Frauen und Männer reagieren unterschiedlich auf Belastungen und Stress. Das zeigt eine Studie aus dem ersten Jahr der Coronapandemie. Verantwortlich dafür ist ein Team der Würzburger Universitätsmedizin.

Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht: Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf angstauslösende Situationen.
Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht: Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf angstauslösende Situationen. (Bild: Tomnamon / Colourbox.de)

Erinnert sich noch jemand an die erste Phase der Corona-Pandemie im Jahr 2020? Als Geschäfte, Restaurants, Kinos und Theater geschlossen blieben. Als Treffen mit Freunden und Verwandten untersagt waren. Als der Schulunterricht ins heimische Kinderzimmer verlegt wurde. Als Verreisen undenkbar war.

Aktuell sieht es so aus, als sei diese Zeit von den meisten Menschen längst vergessen. Dabei dürften die verschiedenen Corona-Maßnahmen der Politik bei vielen für enormen Stress gesorgt haben. Die Angst um den Arbeitsplatz, die Sorge um erkrankte Verwandte, die nervliche Belastung, wenn Eltern und Kinder zusammen in einer kleinen Wohnung sitzen und Homeoffice und Homeschooling unter einen Hut bringen sollen: Das alles ist nicht ohne Auswirkungen geblieben, wie zahlreiche Studien zeigen.

Angst ist der zentrale Faktor
Inwieweit sich diese Erfahrungen auf die psychische Gesundheit und die Lebensqualität von Frauen und Männern im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie ausgewirkt haben: Das hat ein Forschungsteam der Würzburger Universitätsmedizin untersucht. Konkret haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dafür interessiert, in welchem Verhältnis Sorgen um den Arbeitsplatz und um andere Menschen mit eigenen psychischen Problemen wie Angst und Depression und der Lebensqualität allgemein stehen, welchen Einfluss die Unterstützung im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz darauf hat – und: ob es dabei Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.

Klares Ergebnis: In diesem Netzwerk unterschiedlicher Variablen und Einflussfaktoren steht Angst absolut im Mittelpunkt. Dabei zeigen sich allerdings eindeutige geschlechtsspezifische Unterschiede: „Bei Männern steigt die Angst in zunehmenden Maß mit der Sorge um den Arbeitsplatz, bei Frauen findet sich dieser Effekt nicht. Dafür konnten wir bei Frauen eine Zunahme der Angstwerte parallel mit einer Zunahme der Sorgen um Familie und Freunde registrieren“, sagt Grit Hein. Zusätzlich zeigt die Studie, dass Frauen positiv auf die Unterstützung durch Freunde und Familie in solchen Zeiten reagieren, indem sie ein Plus an Lebensqualität empfinden. Bei Männern zeigte sich dieses Phänomen nicht.

Daten über den Einfluss des Geschlechts fehlten
Grit Hein ist Professorin für Translationale Soziale Neurowissenschaften an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Würzburger Universitätsklinikums. Gemeinsam mit ihrem Postdoc Martin Weiß hat sie die Studie geleitet, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurden.

„In der Vergangenheit haben zahlreiche Studien untersucht, welchen Einfluss psychosoziale Faktoren wie beispielsweise die Unterstützung durch Freunde und Kollegen und finanzielle, berufliche oder persönliche Sorgen auf die psychische Gesundheit und die Lebensqualität ausüben. Es fehlten jedoch Daten darüber, ob diese Zusammenhänge bei Männern und Frauen gleich sind“, erklärt Grit Hein den Hintergrund der Studie. In einer Erweiterung früherer Untersuchungen hat das Würzburger Forschungsteam deshalb jetzt den Einfluss dieser Faktoren in Abhängigkeit vom Geschlecht untersucht.

Studie mit rund 2.900 Teilnehmenden
Die entsprechenden Informationen bekam das Team von einer großen Gruppe von Probandinnen und Probanden geliefert: den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der sogenannten STAAB-Studie. Diese umfasst eine Kohorte von rund 5.000 zufällig ausgewählten Freiwilligen aus der Allgemeinbevölkerung Würzburgs und richtet ihren Fokus eigentlich auf die Entwicklung von Herzkreislauferkrankungen. Während der COVID-19-Pandemie wurde das Programm spontan auf die psychosozialen Auswirkungen von Pandemie, Lockdown und anderen Begleiterscheinungen erweitert.

Insgesamt haben sich 2.890 Menschen, 1.520 Frauen und 1.370 Männer, an der Umfrage beteiligt. Ihr Alter lag zwischen 34 und 85 Jahren, das Durchschnittsalter betrug 60 Jahre. Sie mussten zwischen Juni und Oktober 2020 einen umfangreichen Fragebogen zu ihrem psychischen Befinden ausfüllen. Unter anderem sollten sie Auskunft darüber geben, wie stark sie sich von ihrem sozialen Umfeld, ihren Kollegen und Vorgesetzten unterstützt fühlten und ob sie jemanden hatten, mit dem sie ihre Probleme besprechen konnten. Gefragt wurde auch, inwieweit Kontaktverbote zu Eltern und Großeltern sie belasteten und wie groß der Stress am Arbeitsplatz oder in der Schule war. Finanzielle Probleme oder die Sorgen darum waren Gegenstand weiterer Fragen.

Bei der Auswertung der Daten setzten Hein und ihr Team auf eine besondere Methode: die sogenannte Netzwerkanalyse. „Analysen, die auf einem Netzwerkansatz basieren, ermöglichen eine grafische Darstellung aller Variablen als einzelner Knotenpunkte“, erläutert Hein. Auf diese Weise sei es möglich, Variablen zu identifizieren, die in besonderem Maße mit anderen Variablen verbunden sind. Das Netzwerk könne somit beispielsweise komplexe Beziehungen zwischen Symptomen verschiedener psychischer Störungen aufzeigen und damit eventuelle Komorbiditäten erklären.

Ergebnisse passen zu traditionellen Geschlechternormen
Wirklich überrascht von den Ergebnissen waren Grit Hein und Martin Weiß nicht. „Die Beobachtung, dass Männer stärker mit der Arbeit und Frauen stärker mit Familie und Freunden in Verbindung gebracht werden, kann auf traditionelle Geschlechternormen und -rollen zurückgeführt werden“, erklärt Hein. Demnach fühlen sich Männer in der Regel stärker von Arbeitsplatzunsicherheit und Arbeitslosigkeit betroffen, was zu einer höheren psychischen Belastung führt. Frauen empfinden hingegen eine höhere Belastung, wenn sie das Gefühl haben, ihre Familie zu vernachlässigen.

Dass es Frauen psychisch besser geht, wenn sie Unterstützung durch Freunde und Familie erfahren, liege ebenfalls auf der Hand: „Dies steht im Einklang mit der traditionellen weiblichen Familienrolle, die eine stärkere Tendenz zu engen sozialen Kontakten und zur Suche nach sozialer Unterstützung beinhaltet, um Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu steigern“, sagt Hein.

Auch wenn diese Ergebnisse eindeutig sind, weisen die Verantwortlichen auf eine Reihe von Einschränkungen hin. Die wichtigste darunter: „Da die COVID-19-Pandemie einen sehr spezifischen Kontext darstellte, muss noch geklärt werden, ob unsere Ergebnisse auf allgemeine pandemieunabhängige Situationen übertragbar sind.“ Unbestreitbar sei jedoch ein Befund: „Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, bei therapeutischen Maßnahmen soziale Aspekte zu berücksichtigen, um die psychische Gesundheit von Frauen und Männern zu verbessern.“

Originalpublikation
Weiß, M., Gründahl, M., Deckert, J. et al. Differential network interactions between psychosocial factors, mental health, and health-related quality of life in women and men. Scientific Reports 13, 11642 (2023). doi.org/10.1038/s41598-023-38525-8

Kontakt
Prof. Grit Hein, PhD, Professur für Translationale Soziale Neurowissenschaften, Universität und Universitätsklinikum Würzburg, T: +49 931 201-77411, hein_g@ukw.de

Von Gunnar Bartsch

Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht: Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf angstauslösende Situationen.
Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht: Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf angstauslösende Situationen. (Bild: Tomnamon / Colourbox.de)

Prüfen, Rufen, Drücken – Uniklinikum Würzburg mit Erster Hilfe bei „ZDF logo!“

Thomas Wurmb demonstriert mit seinem Team in den ZDF-Kindernachrichten „logo!“ bei KiKA, wie Kinder schon im Alter von zehn Jahren Erste Hilfe leisten können. Der Leiter der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin am Uniklinikum Würzburg geht mit seiner Arbeitsgruppe Notfallmedizin regelmäßig in Würzburger Schulen und bringt Dritt- bis Sechstklässlern bei, wie sie blutende Wunde versorgen, Personen in die stabile Seitenlage bringen oder wiederbeleben können.

 

Thomas Wurmb und Team sowie das Team von logo! in der vierten Klasse des Vinzentinum
Mitte Juli 2023 war ein Kamerateam von logo! in Würzburg und hat im Vinzentinum gedreht, wie Prof. Dr. Thomas Wurmb (weißer Kasack) mit Studierenden der AG Notfallmedizin den Schülerinnen und Schülern der vierten Klasse zeigt, wie sie im Notfall Leben retten können. © UKW

In der Schule lernen die Kinder fürs Leben. Aber lebensrettendes Wissen ist nicht in allen Schulen fester Bestandteil des Lehrplans, und wenn, dann oft erst ab der 7. Klasse. „Dabei sind auch sehr junge Kinder durchaus in der Lage, eine Wiederbelebung durchzuführen“, meint Prof. Dr. Thomas Wurmb von der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Der Professor für Notfall- und Katastrophenmedizin baut hier auf seine Erfahrungen als Vater von zwei Töchtern und auf die ersten Ergebnisse, die er mit seinem Team im Rahmen eines Forschungsprojekts in den Klassen 3 bis 6 an Grundschulen und weiterführenden Schulen gesammelt hat. Sein Team, das aus motivierten Studierenden der Medizin aus der Arbeitsgruppe Notfallmedizin (AGN) und Ärztinnen Ärzten der Klinik für Anästhesiologie besteht, besucht schon seit einigen Jahren regelmäßig Schulen und führt Trainings in Wiederbelebung und Erster Hilfe durch.

Am 25. Juli um 19:50 Uhr in den Kindernachrichten bei KiKA

Um möglichst vielen Kindern zu zeigen, wie sie im Notfall Leben retten können, hat sich Professor Wurmb an die Kindernachrichten „logo!“ bei ZDF KiKA gewandt und vorgeschlagen, gemeinsam mit „logo“ und der 4. Klasse der Würzburger Schule Vinzentinum ein solches Training zu drehen. Eine prima Idee, fand die Redaktion. „logo! berichtet nicht nur über aktuelle Nachrichtenthemen für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren, sondern auch über Themen, die die Lebenswelt der Kinder betreffen. Da sind die Reanimationskurse des Uniklinikums an den Würzburger Schulen ein gutes Beispiel“, sagt „logo!“-Redaktionsleiterin Constanze Knöchel. Der Beitrag wird heute, am 25. Juli 2023, um 19:50 Uhr in den Kindernachrichten „logo!“ bei KiKA ausgestrahlt, sofern kein aktuelles Thema dazwischen kommt, und ist dann auch auf dem Sendungsstream von „logo!“ zu sehen.

Kinderlieder für die Herzdruckmassage 

Die Mädchen und Jungen lernen, wie sie blutende Wunden versorgen und mit bewusstlosen Personen umgehen. Ganz wichtig sei zunächst an den Eigenschutz zu denken und darauf zu achten, dass man sich selbst nicht gefährdet, rät Wurmb. Idealerweise ruft man noch andere zur Unterstützung dazu. Dann gilt das Motto „Prüfen, Rufen, Drücken!“ „Wir müssen zunächst prüfen, ob die Person, die Hilfe benötigt, noch ansprechbar ist und atmet. Dann rufen wir den Notarzt über 112. Wenn die Person noch atmet, bringen wir sie in die stabile Seitenlage. Wenn wir keine Atmung hören, beginnen wir mit der Reanimation“, erklärt Thomas Wurmb. „Früher hat man gedacht, dass Kinder nicht genügend Kraft haben, um eine Herz-Druckmassage durchzuführen. Doch es kommt weniger auf die Kraft als auf die richtige Technik an.“ Und die dürfen die Kinder an so genannten Reanimationsphantomen trainieren. Sie können sich merken: 100 Mal pro Minute etwa 5 Zentimeter tief auf das Brustbein drücken. Um im Rhythmus zu bleiben hilft es, wenn sie bestimmte Lieder im Kopf abspielen. Ideal für den richtigen „Takt“ einer Wiederbelebung sind die Titellieder von Pippi Langstrumpf, Wickie und die starken Männer sowie der Klassiker von Rolf Zuckowski „In der Weihnachtsbäckerei“. Schließlich gibt es noch eine Grundregel, die es für die Kinder zu lernen gibt: „Das einzige, was ihr falsch machen könnt, ist nichts zu machen!“ 

Personalia vom 25. Juli 2023 - Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Erteilung einer Lehrbefugnis.

  • Dr. Ulrich Dischinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter mit ärztlichen Aufgaben, Medizinische Klinik und Poliklinik I, wurde mit Wirkung vom 12.07.2023 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Innere Medizin“ erteilt.
  • Dr. Daniel Kampik, Akademischer Direktor, Augenklinik und Poliklinik, wurde mit Wirkung vom 30.06.2023 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Augenheilkunde“ erteilt.
  • Dr. Kilian List, Oberarzt, Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, wurde mit Wirkung vom 07.07.2023 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Orthopädie und Unfallchirurgie“ erteilt.
  • Dr. Theresa Reiter, wissenschaftliche Mitarbeiterin mit ärztlichen Aufgaben, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Kardiologie, wurde mit Wirkung vom 29.06.2023 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Innere Medizin“ erteilt.
  • Dr. Dr. Sebastian Schreglmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter mit ärztlichen Aufgaben, Neurologische Klinik und Poliklinik, wurde mit Wirkung vom 30.06.2023 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Neurologie“ erteilt.
  • Dr. Alexander Westermann, Juniorprofessor, Institut für Molekulare Infektionsbiologie, ist mit Wirkung vom 01.07.2023 zum Universitätsprofessor für Mikrobiologie an der Universität Würzburg ernannt worden.

Pressemitteilung der Uni Würzburg

Online-Vortrag zu neuem Tumorzentrum und zukunftsweisenden Krebstherapien

Am Dienstag, den 19. September 2023 informieren zwei Experten des Uniklinikums Würzburg in einem Webinar über das neue Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA und die Chancen, die innovative Immuntherapien für Krebserkrankte eröffnen. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Experten Prof. Dr. Hermann Einsele (links) und Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack
Prof. Dr. Hermann Einsele (links) und Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack vom Uniklinikum Würzburg stellen am 19. September 2023 in einer Online-Veranstaltung das NCT WERA und die Wirkungsweise von Immuntherapien bei Krebs vor. Bilder: UKW/Thomas Schmidt, IMIB Würzburg/Hilde Merkert

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) ist eine langfristig angelegte Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), exzellenten Partnern in der Universitätsmedizin und weiteren Forschungseinrichtungen an sechs Standorten in Deutschland. Seit Februar dieses Jahres bündelt das NCT WERA die Krebsforschungs- und Krebstherapie-Kompetenzen der Universitätsstandorte Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg.

Koordiniert wird der Verbund von der Würzburger Universitätsmedizin. Bei einem öffentlichen und kostenlosen Webinar am Dienstag, den 19. September 2023 soll deutlich werden, wie diese Struktur dazu beitragen wird, dass in Zukunft noch mehr Krebspatientinnen und -patienten Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden erhalten.

Einer der beiden Vortragenden des Abends ist Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg und Sprecher des NCT. Der international renommierte Krebsexperte kündigt an: „Bei der Veranstaltung werden wir einen laienverständlichen Überblick über neue Therapieformen geben. Einen Schwerpunkt werden dabei die so vielversprechenden Immuntherapien bilden.“

Zu den Forschern, die sich am UKW mit diesem Themenkreis beschäftigen, gehört Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack. Der zweite Referent der Online-Veranstaltung berichtet: „Zu den aussichtsreichen onkologischen Behandlungsmethoden, die sich des Immunsystems bedienen, zählen immunaktivierende Biologika und die CAR-T-Zell-Therapien. Die Webinar-Teilnehmenden werden erfahren, wie wir körpereigene Killerzellen für den Kampf gegen Krebs fit machen und welche Patientinnen und Patienten davon schon heute profitieren können.“

Die vom UKW und der Mediengruppe Main-Post gemeinsam organisierte Veranstaltung geht von 18:00 bis ca. 19:30 Uhr und nutzt die Plattform Zoom.
Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC.

Wichtig – auch für die Übermittlung der Zugangsdaten – ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6001 oder unter http://akademie.mainpost.de. 

Neuer Standort für die Würzburger Trauma-Ambulanz ab 1. August

Die Würzburger Trauma-Ambulanz setzt ihre Arbeit ab dem 1. August im Zentrum für Psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) fort.

Ab dem 1. August ist die Würzburger Trauma-Ambulanz am Zentrum für psychische Gesundheit des UKW angesiedelt. Foto: UKW / Stefan Dreising
Ab dem 1. August ist die Würzburger Trauma-Ambulanz am Zentrum für psychische Gesundheit des UKW angesiedelt. Foto: UKW / Stefan Dreising

Würzburg. Die Würzburger Trauma-Ambulanz setzt ihre Arbeit ab dem 1. August im Zentrum für Psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) fort. „Es freut mich sehr, dass es gelungen ist, dieses wichtige Angebot jetzt ohne Unterbrechungen langfristig anbieten zu können. Das ist eine gute Nachricht für betroffene Menschen“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Deckert, Sprecher des Zentrums für psychische Gesundheit und Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am UKW. Der bisherige Standort am Pleicherwall in der Innenstadt wird Ende Juli geschlossen.

 

Prof. Deckert betont: „Mit der organisatorischen und räumlichen Überführung an die Uniklinik ändert sich zwar der Träger. Das Team aus Ärztinnen und Psychologinnen der Trauma-Ambulanz und das Versorgungsangebot für die Patientinnen und Patienten in der Region bleibt jedoch erhalten.“ Hintergrund für die Änderung war ein Auslaufen der organisatorischen Rahmenbedingungen der Ambulanz, die zuvor als Hochschulambulanz der Medizinischen Psychologie an der Würzburger Universität angesiedelt war. war. Ab dem 1. August ist die Trauma-Ambulanz im Rahmen der psychiatrisch-psychotherapeutischen Institutsambulanz am Zentrum für Psychische Gesundheit des UKW organisiert. 

 

Seit September 2021 bietet die Trauma-Ambulanz akut-traumatisierten Patientinnen und Patienten, insbesondere auch solchen, die Gewalttaten erlebt haben, zeitnah einen Termin für ein Erstgespräch an und berät bezüglich einer weiterführenden traumaspezifischen Therapie. Die Ambulanz wurde nach den Messerangriffen in der Würzburger Innenstadt im Juni 2021 eingerichtet. Die Besonderheit dabei ist: Das Angebot kann unmittelbar nach einem Ereignis in Anspruch genommen werden, nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn schon z.B. eine posttraumatische Belastungsstörung erkennbar wird.

Schnelle Erstberatung nach einem Ereignis

„Für die optimalen Rahmenbedingungen haben wir Räumlichkeiten des Zentrums für Psychische Gesundheit am Margarete-Höppel-Platz umgebaut. Die enge Einbindung in die übrigen Versorgungsstrukturen am UKW ist damit garantiert“, betont Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW. Für den neuen Standort der Trauma-Ambulanz wurde eine ehemalige Tagesklinik für einen sechsstelligen Betrag umgebaut.

 

Universitätspräsident Prof. Dr. Paul Pauli sagt: „Unser gemeinsames Ziel war es stets, die Trauma-Ambulanz mit ihrem Versorgungsangebot zu erhalten. Zudem konnten wir den Weiterbetrieb bis zum jetzt anstehenden Umzug realisieren. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die an dieser Lösung mitgewirkt haben.“

Eine feierliche Eröffnung mit Fachvorträgen ist für den 4. Oktober geplant.

Kontaktdaten und Erreichbarkeit:

 Zentrum für Psychische Gesundheit

Institutsambulanz / Trauma-Ambulanz Würzburg

Margarete-Höppel-Platz 1

97080 Würzburg |

 

Telefon: 0931 / 201 –77800

E-Mail: ep_poli@ukw.de

www.ukw.de/psychiatrie/ambulante-behandlung/

 

Anfahrt:

Die Ambulanz befindet sich im Zentrum für Psychische Gesundheit, im Stadtteil Grombühl, am Margarete-Höppel-Platz 1. Der Standort ist mit der Straßenbahn Linie 1 und 5 Richtung Grombühl ab Hauptbahnhof Würzburg zu erreichen. Von der Haltestelle Wagnerplatz sind es noch etwa fünf Gehminuten bis zur Klinik.

Ab dem 1. August ist die Würzburger Trauma-Ambulanz am Zentrum für psychische Gesundheit des UKW angesiedelt. Foto: UKW / Stefan Dreising
Ab dem 1. August ist die Würzburger Trauma-Ambulanz am Zentrum für psychische Gesundheit des UKW angesiedelt. Foto: UKW / Stefan Dreising

„Der Kurs des UKW stimmt“ / Prof. Maschmann nimmt Abschied vom UKW

Herausforderungen der Pandemie bewältigt und wichtige Weichen für die bauliche Entwicklung gestellt

Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, wechselt zum August an das Universitätsklinikum Tübingen.
Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, wechselt zum August an das Universitätsklinikum Tübingen. Foto: UKW / privat

Würzburg. „Bei aller Vorfreude auf die neue Aufgabe in Tübingen: Es schwingt natürlich Wehmut mit, wenn ich Ende Juli das Universitätsklinikum Würzburg verlassen werde. Es war eine intensive Zeit, in der wir gemeinsam hier in Würzburg viel erreichen konnten“, betont Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor des UKW. Im August beginnt er seine neue Tätigkeit als Leitender Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Tübingen.

Für Prof. Maschmann (Jahrgang 1969) ist dies auch eine Rückkehr in seine Heimat: Er ist in der Nähe Tübingens aufgewachsen, hat an der Universität Tübingen studiert, promoviert und habilitiert und bereits zweimal am dortigen Universitätsklinikum gearbeitet. Seine Familie lebt im benachbarten Reutlingen.

Sein Start im Januar 2021 in Würzburg fiel mitten in die laufende Corona-Pandemie: „Diese große Herausforderung haben wir alle gemeinsam am UKW mit großem Engagement bewältigt. Dafür gilt mein Dank den vielen Teams in den verschiedenen Berufsgruppen der Uniklinik. Diese Zusammenarbeit war beeindruckend“, so Prof. Maschmann.

„Passionierter Arzt, ausgezeichneter Wissenschaftler, versierter Klinikmanager: Trotz kurzer Amtszeit hat Professor Dr. Jens Maschmann als Ärztlicher Direktor wichtige Weichen gestellt und das Uniklinikum souverän durch die Corona-Pandemie gesteuert. Ich danke ihm für seinen Einsatz für die gesamte Würzburger Hochschulmedizin und wünsche alles Gute für die neue Tätigkeit in seiner Heimat,“ betont der Bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume.

Planungen für das „Erweiterungsgelände Nord“ laufen

In den vergangenen Jahren galt es u.a., wichtige Entscheidungen für die Universitätsmedizin Würzburg voranzutreiben, um den Medizin-Campus weiter zu entwickeln. Ein Schwerpunkt dabei ist das „Erweiterungsgelände Nord“ für das UKW. Im Sommer 2022 konnte durch den Freistaat Bayern als Bauherrn der Generalplaner-Auftrag für den ersten Bauabschnitt auf dem zehn Hektar großen Gelände vergeben werden, das direkt an den bestehenden Klinik-Campus anschließt. Prof. Maschmann: „Die planerischen Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Dabei sind die verschiedenen Klinikbereiche eng beteiligt.“

Der Dank von Prof. Maschmann gilt den Beschäftigten des UKW und insbesondere den Kollegen im Vorstand des UKW: „Diese Zusammenarbeit war etwas ganz Besonderes. Ich denke, das ist auch ein wichtiger Beitrag für die Erfolge der Würzbürger Universitätsmedizin, wie etwa zuletzt die Ernennung zum Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT). Der Kurs des UKW stimmt.“ 

Bis zum Amtsantritt eines Nachfolgers für Prof. Maschmann, der durch den Aufsichtsrat bestellt wird, wird zunächst Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus bis Ende September die Aufgaben des Ärztlichen Direktors wahrnehmen. Prof. Ernestus, Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik am UKW, ist bereits seit 2016 stellvertretender Ärztlicher Direktor. Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Klinik für Innere Medizin I, wird weiterhin sein Amt als stellvertretender Ärztlicher Direktor wahrnehmen.

Prof. Dr. Jens Maschmann wechselte im Januar 2021 an das UKW, zuvor war er Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Jena.

Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, wechselt zum August an das Universitätsklinikum Tübingen.
Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, wechselt zum August an das Universitätsklinikum Tübingen. Foto: UKW / privat

Das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg feierte sein fünfjähriges Bestehen

Seit fünf Jahren setzt sich das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg erfolgreich für die allgemeinmedizinische Versorgungsforschung, Lehre und Vernetzung ein. Öffentlich markiert wurde das Jubiläum durch eine Veranstaltung mit Podiumsdiskussion und anschließenden Workshops.

Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion der Jubiläumsveranstaltung
Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion der Jubiläumsveranstaltung (von links): Prof. Dr. Ildikó Gágyor (UKW), Prof. Dr. Anne Simmenroth (UKW), Dr. Julia Treiber (Stadtlauringen), Lisa Kardel (BeLA-Stipendiatin), Anja Lehmeyer (GesundheitsregionPlus Stadt und Landkreis Schweinfurt), Bettina Bärmann (Stellvertretende Landrätin Landkreis Schweinfurt) und Dr. Wolfgang Blank (Kirchberg im Wald). Bild: UKW / Stefan Dreising

Würzburg. Am 12. Juli 2023 kamen rund 60 Gäste aus Ärzte- und Studierendenschaft sowie aus der regionalen Politik in den Hörsaal des Zentrums für Innere Medizin am Uniklinikum Würzburg (UKW). Sie feierten im Rahmen eines Lehr- und Forschungsärztetreffens gemeinsam mit den Direktorinnen Prof. Dr. Ildikó Gágyor und Prof. Dr. Anne Simmenroth samt deren Team das fünfjährige Bestehen des Instituts für Allgemeinmedizin am UKW. 

In seinem Grußwort betonte Joachim Lentzkow, Regionaler Vorstandsbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) die Bedeutung des Instituts für die Region: „Als Zentrum der allgemeinmedizinischen Forschung und Lehre hat es die Vision von der Allgemeinmedizin als eigenes Fach an der Universität Würzburg mit einem eigenverantwortlichen Institut, geführt von zwei Professorinnen im Job-Sharing, Wirklichkeit werden lassen.“

Allgemeinmedizin als eigenständiges Fach vorangebracht

Auch die beiden Direktorinnen freuen sich über die positive Entwicklung ihres Instituts. „In diesen fünf Jahren konnten wir 55 interessierte Forschungspraxen gewinnen, 18 Forschungsvorhaben erfolgreich auf den Weg bringen und somit Netzwerke wie das Bayerische Forschungsnetz in der Allgemeinmedizin etablieren“, sagt Prof. Gágyor und Prof. Simmenroth ergänzt: „In Zusammenarbeit mit unseren mittlerweile 130 Lehrpraxen hat unsere Lehre die Allgemeinmedizin als eigenständiges Fach neben den anderen Fachdisziplinen mit seinem Blick auf den Menschen als Ganzes und seiner besonderen Praxisorientierung weiter vorangebracht“. 

Podiumsdiskussion zu ärztlichen Praktika und Weiterbildungen auf dem Land

Die Podiumsdiskussion zur Frage „Wege aufs Land – Wie können Praktika und Weiterbildungsangebote attraktiv gestaltet werden?“ wurde von Dr. Wolfgang Blank eingeleitet, Facharzt für Allgemeinmedizin und Begründer von „Die LandArztMacher“ und anderen Projekten zur Nachwuchsförderung im Bayerischen Wald. Seine These: Je autonomer und selbstbestimmter Studierende in ihren Praktika arbeiten dürfen, desto positiver ist die Erfahrung für alle Beteiligten und desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Studierende sich für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin interessieren. Bettina Bärmann, stellvertretende Landrätin des Landkreises Schweinfurt und erste Bürgermeisterin von Niederwerrn, verwies auf die Rolle der Politik als Wegbereiterin und nannte als Beispiel Bau und Einrichtung einer Praxis in ihrer Gemeinde. Julia Treiber, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Anja Lehmeyer, Geschäftsstellenleiterin der GesundheitsregionPlus Stadt und Landkreis Schweinfurt, sehen das Engagement der Ärztinnen und Ärzte bei der Betreuung der Studierenden als wesentlichen Faktor für den Erfolg von Angeboten wie „Schweinfurter Praktikum Plus“. Für Lisa Kardel, Stipendiatin des Programms „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ (BeLA) bietet die Allgemeinmedizin die besten Chancen, frühzeitig und aktiv in die Behandlung von Patientinnen und Patienten eingebunden zu werden.

Workshops zu Nachwuchsförderung und Insulintherapie bei Typ 2 Diabetes 

In dem anschließenden Workshop zur Frage „Wie gelingt Nachwuchsförderung für die hausärztliche Versorgung im ländlichen Unterfranken?“ kamen die Teilnehmenden zu dem Schluss, dass es bereits viele erfolgversprechende Ansätze gibt, Studierende sowie Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung für die Landarztmedizin zu gewinnen. Dazu gehört eine stärkere Internetpräsenz der Landpraxen, eine optimale Betreuung vor Ort und günstige Unterbringungsmöglichkeiten.

Der zweite Workshop der Regionalen Ideenwerkstatt Würzburg für forschungsinteressierte hausärztliche Praxen beschäftigte sich mit der Insulintherapie bei Typ 2 Diabetes. Während die Hausärztinnen und -ärzte bei Betroffenen nach wie vor eine Insulintherapie einleiten oder weiterführen, befürworten die meisten einen zurückhaltenden Einsatz aufgrund der Gefahr der Unterzuckerung unter Insulin. Wichtig und bereichernd sei dabei eine gute Zusammenarbeit mit den involvierten Fachärztinnen und -ärzten. Zudem wünschten sich die Teilnehmenden bei neuen Leitlinien konkrete Handreichungen für die praktische Umsetzung der Behandlungsempfehlungen.

Tag der Allgemeinmedizin im Oktober

Bereits in drei Monaten lädt das Institut für Allgemeinmedizin erneut ein: Am 11. Oktober 2023 findet der jährliche „Tag der Allgemeinmedizin“ mit interaktiven Fortbildungsangeboten für Hausarztpraxen und deren Teams am UKW statt. 

Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion der Jubiläumsveranstaltung
Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion der Jubiläumsveranstaltung (von links): Prof. Dr. Ildikó Gágyor (UKW), Prof. Dr. Anne Simmenroth (UKW), Dr. Julia Treiber (Stadtlauringen), Lisa Kardel (BeLA-Stipendiatin), Anja Lehmeyer (GesundheitsregionPlus Stadt und Landkreis Schweinfurt), Bettina Bärmann (Stellvertretende Landrätin Landkreis Schweinfurt) und Dr. Wolfgang Blank (Kirchberg im Wald). Bild: UKW / Stefan Dreising