Aktuelle Pressemitteilungen

Mitarbeiter am Uniklinikum mit offener Tuberkulose

Gemeinsame Pressemitteilung des Universitätsklinikums Würzburg und des Landratsamtes Würzburg 25. Oktober 2018

Ein Mitarbeiter (m/w/divers) des Uniklinikums Würzburg ist an einer ansteckungsfähigen Tuberkulose erkrankt und hatte von Anfang bis Ende September 2018 etwa 200 Patientenkontakte.
Das Universitätsklinikum Würzburg bedauert, dass es zu diesem Kontakt gekommen ist. Leider lassen sich solche sehr seltenen Fälle, in den letzten 10 Jahren keiner, trotz der routinemäßig durchgeführten sorgfältigen Einstellungsuntersuchungen nicht gänzlich vermeiden.

Das Gesundheitsamt Würzburg hat nach dem Eingang der Meldung die erforderlichen Schritte eingeleitet: Die vorliegenden Laboruntersuchungen wurden kontrolliert und die betroffene Station, auf der sich der erkrankte Mitarbeiter inzwischen als Patient befindet, kontaktiert. Auch mit dem Betroffenen selbst führte die für die Tuberkulosefürsorge verantwortliche Ärztin Gespräche, um sich einen Überblick über die Einsatzorte am Uniklinikum, die stattgefundenen Kontakte sowie über mögliche Quellen, an denen sich der Mitarbeiter selbst angesteckt haben könnte, zu verschaffen.
Eine Besprechung mit dem Leiter der Universitätsklinik Würzburg, Prof. Dr. Georg Ertl sowie weiteren Ärzten des Klinikums, der Pflegedirektion, der Stabsstelle Krankenhaushygiene und des Betriebsärztlichen Dienstes folgte.

Für eine Ansteckung mit Tuberkulose ist i.d.R. ein mehrstündiger Kontakt in einem geschlossenen Raum oder ein einmaliger enger Kontakt, z.B. durch Anhusten, notwendig. Dennoch werden zum Schutz der Patienten und zur Sicherheit alle Patienten und Mitarbeiter, die sich zu dem Zeitpunkt auf der jeweiligen Station befunden haben, in die Umgebungsuntersuchung einbezogen.

An die möglicherweise betroffenen Patienten der Stadt und des Landkreises Würzburg wird das Gesundheitsamt Würzburg ein Informationsschreiben versenden. Betroffene Personen aus anderen Landkreisen werden jeweils von den zuständigen Gesundheitsämtern informiert.

In dem Schreiben wird die Blutuntersuchung acht Wochen nach dem potentiellen Kontakt angekündigt, da eine mögliche Infektion mit Tuberkulosebakterien erst nach dieser Zeit im Blut nachweisbar ist. Bei gesundheitlichen Beschwerden, die auf eine Tuberkuloseerkrankung hinweisen (wie langanhaltender Husten, ggf. mit blutigem Auswurf, Fieber, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust) wird auf eine sofortige Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt hingewiesen. Die Blutuntersuchung der Patienten wird im Gesundheitsamt Würzburg ab dem 19. November 2018 durchgeführt.          

Die Mitarbeiter des Universitätsklinikums werden direkt vom Universitätsklinikum verständigt und betreut. Es folgen für die möglicherweise Betroffenen die notwendigen vorsorglichen Untersuchungen. Die spezialisierten Ärzte des Universitätsklinikums sind mit der Prävention, der Diagnostik und Behandlung der heute selten gewordenen Tuberkulose bestens vertraut.

Die Tuberkulose ist mit Antibiotika sehr effektiv zu behandeln bzw. heilbar.

Wir weisen darauf hin, dass aufgrund der Persönlichkeitsrechte des Mitarbeiters keine weiteren Informationen zur Person veröffentlicht werden können.


Weitere Informationen zur Tuberkulose

Die Tuberkulose ist eine ansteckende Infektionskrankheit, welche durch Bakterien verursacht wird. Sie kann verschiedene Organe des menschlichen Körpers befallen. Am häufigsten ist die Lunge betroffen. Neben der Lunge können aber auch andere Organe befallen sein, z. B. Lymphknoten, Nieren und Gelenke, Wirbelsäule und zentrales Nervensystem. Typische Symptome sind langanhaltender Husten gelegentlich mit blutigem Auswurf, Schmerzen beim Atmen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß und vergrößerte Lymphknoten. Personen mit einer offenen Lungentuberkulose sind ansteckend, weil diese die Bakterien beim Husten und Niesen ausscheiden. Andere Menschen können dann die erregerhaltigen Tröpfchen einatmen und sich anstecken.

Ob es zu einer Ansteckung kommt, hängt dabei von der Dauer und Stärke des Kontakts ab. Eine Tuberkulose, bei der die Lunge nicht betroffen ist, ist bei normalem Kontakt nicht ansteckend. Nicht jeder Kontakt mit Tuberkulosebakterien führt zu einer Erkrankung. In der Mehrheit der Fälle bricht die Krankheit nicht aus, weil das Immunsystem die Tuberkulose-Erreger nach Aufnahme in den Körper kontrolliert. So erkranken in den ersten beiden Jahren nur ungefähr zehn Prozent der Menschen nach Aufnahme der Bakterien in den Körper. Je nach Lebensalter und Abwehrlage kann es aber bereits schon nach Monaten oder auch erst nach Jahrzehnten zum Krankheitsausbruch kommen.

Die Erkrankung lässt sich mit Medikamenten erfolgreich behandeln. Bei ausreichend langer Therapie und zuverlässiger Einnahme der Medikamente kann die Krankheit meist geheilt werden. (Quelle: LGL)

Weitere Links zum Thema:

Robert Koch-Institut:
www.rki.de/tuberkulose

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit LGL:
www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/tuberkulose/

Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK):
http://www.dzk-tuberkulose.de

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):
https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/tuberkulose/?tx_dotdownload_pi1%5BiFileUid%5D=1960&tx_dotdownload_pi1%5Baction%5D=download&tx_dotdownload_pi1%5Bcontroller%5D=Download&cHash=ce0378c171f6d0029092012fd28b27ed 

 

Prof. Dr. Karl Georg Häusler verstärkt am Uniklinikum Würzburg die Klinik und Poliklinik für Neurologie

Prof. Dr. Karl Georg Häusler nahm einen Ruf an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg an und leitet die Schlaganfallversorgung und klinische Schlaganfallforschung an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg und im Telemedizinnetzwerk TRANSIT-Stroke.

Seit dem 1. Juli 2018 ist die W2-Professur für „Neurologie mit Schwerpunkt Schlaganfallforschung“ an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) wiederbesetzt: Prof. Dr. Karl Georg Häusler trat die Nachfolge von Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz an, der als Ordinarius an die Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen berufen wurde.
Prof. Häusler war vor seinem Wechsel als Oberarzt an der Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin tätig. Des Weiteren leitete er das Studienteam an dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) „Centrum für Schlaganfallforschung Berlin“.
In seinem Humanmedizin-Studium, das Prof. Häusler an der Freien Universität Berlin und an der Humboldt-Universität zu Berlin absolvierte, und im Rahmen seiner neurowissenschaftlichen Promotion am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch gelangte er zu der Überzeugung, seine Facharztausbildung an der Neurologischen Klinik und Hochschulambulanz der Charité beginnen zu wollen. Nach Abschluss der Facharztausbildung habilitierte er sich an der Medizinischen Fakultät der Charité zum Thema „Interdisziplinäre Aspekte in der Akutversorgung und Prävention des ischämischen Schlaganfalls“ und wurde später auch zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Klinische Schlaganfallforschung steht im Mittelpunkt

„Die Schlaganfallversorgung und klinische Schlaganfallforschung hat mich seit Beginn meiner klinischen Tätigkeit fasziniert“, sagt Prof. Häusler, zumal „der Schlaganfall ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit darstellt“. Sein damaliger wissenschaftlicher Mentor Prof. Dr. Arno Villringer, der als Leitender Oberarzt an der Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie der Charité tätig war, unterstützte die Umsetzung erster Studien unter Einschluss von Schlaganfallpatienten, die auf eine Charakterisierung der Immunantwort, die Relevanz der kardialen Bildgebung oder die Bedeutung der medikamentösen Schlaganfallprävention abzielten. Dank der Unterstützung von Prof. Dr. Matthias Endres, der seit 2008 als Direktor der Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie der Charité tätig ist, und Prof. Dr. Ulrich Dirnagl, der von 2008 bis 2017 das Centrum für Schlaganfallforschung Berlin leitete, konnte Prof. Häusler als Arbeitsgruppenleiter eine Vielzahl weiterer klinischer Studien durchführen und sich auf diesem Wege für eine Berufung an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg empfehlen.
Befragt bezüglich seiner weiteren Ziele sagte Prof. Häusler, dass er „im Fachgebiet der vaskulären Neurologie durch seine interdisziplinär und transsektoral ausgerichteten Forschungsarbeiten einen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Schlaganfallprävention und der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten leisten möchte“. Von besonderem Interesse für seine Arbeit seien „die mannigfaltigen Wechselwirkungen zwischen Herz und Gehirn“. So können „pathologische Veränderungen des Herzens, wie beispielsweise eine Herzinsuffizienz, oder bestimmte Herzrhythmusstörungen, wie beispielsweise Vorhofflimmern, das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall erhöhen, aber auch mögliche Folge eines Schlaganfalls sein.“
Prof. Häusler arbeitet daher sehr eng mit Kardiologen zusammen, beispielsweise als Mitglied im Lenkungsausschuss des Kompetenznetzes Vorhofflimmern e.V. oder als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Herz & Hirn“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und ist ein hoch willkommener Kooperationspartner im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI).

Ideale Arbeitsbedingungen in Würzburg

An der Julius-Maximilians-Universität und am Universitätsklinikum Würzburg findet Prof. Häusler nach eigener Aussage ideale Voraussetzungen vor, um seine weiteren beruflichen Ziele zu verwirklichen. Neben der etablierten klinischen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit der von Prof. Dr. Jens Volkmann geleiteten Klinik und Poliklinik für Neurologie mit der von Prof. Dr. Stefan Frantz geleiteten Medizinischen Klinik und Poliklinik I und dem von Prof. Dr. Mirko Pham geleiteten Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, sei hierfür die bereits seit Jahren bestehende Kooperation mit dem von Prof. Dr. Peter Heuschmann geleiteten Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg von entscheidender Bedeutung. Mit der Etablierung des IFB „Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz“ sei in Würzburg zudem „ein struktureller Meilenstein für die weitere Erforschung dieser Volkserkrankung geschaffen worden, deren vielfältige Relevanz für die Schlaganfallforschung Gegenstand intensiver Forschungsbestrebungen sei“. Des Weiteren strebe er eine „intensive Zusammenarbeit mit Vertretern der Grundlagenforschung an, um translationale Forschungsbestrebungen, die auf eine Übertragung von experimentell erlangten Erkenntnissen in die Patientenversorgung abzielen, im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen.“

Leitung des Arbeitsbereichs vaskuläre Neurologie

Neben seinem Engagement in der klinischen Forschung leitet Prof. Häusler als Geschäftsführender Oberarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW die Stroke Unit, eine zertifizierte Spezialstation für die Behandlung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall. Darüber hinaus beteiligt sich Prof. Häusler an der ambulanten Versorgung von Schlaganfallpatienten, die in der Neurovaskulären Ambulanz des Universitätsklinikums vorstellig werden können.
Im Rahmen von Vorlesungen und Untersuchungskursen bemüht sich Prof. Häusler nach eigenen Worten um eine multimodal ausgelegte Weiterbildung von Studierenden, die neben der Wissensvermittlung zu Differenzialdiagnosen sowie den gegebenen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten stets einen engen Bezug zum Patienten und seinen individuellen Bedürfnissen haben soll.

Administrative Leitung des Schlaganfallnetzwerks TRANSIT-Stroke

Mit der Berufung auf die „Professur für Neurologie mit Schwerpunkt Schlaganfallforschung“ übernahm Prof. Häusler auch die Funktion des ärztlichen Gesamtgeschäftsführers des seit 2014 bestehenden „Transregionalen Netzwerks für Schlaganfallintervention mit Telemedizin“ (TRANSIT-Stroke), das einen Verbund von zwölf Kliniken darstellt, der auf eine flächendeckende und hochqualitative Versorgung von Schlaganfallpatienten in Unterfranken sowie in Teilen von Oberfranken und Baden-Württemberg abzielt. Prof. Häusler möchte durch seine Arbeit dazu beitragen die Bevölkerung für Schlaganfall-assoziierte Symptome zu sensibilisieren, die Patientenversorgung im TRANSIT-Netzwerk noch weiter zu verbessern und die wissenschaftliche Evaluation der geleisteten Arbeit in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg zu intensivieren. Fernziel sei dabei eine Zertifizierung des TRANSIT-Stroke-Netzwerks als „Neurovaskuläres Netzwerk“. Zudem zeigt sich Prof. Häusler davon überzeugt, dass ein intensiver Austausch mit anderen Telemedizinnetzwerken für die Verstetigung der telemedizinischen Versorgung im Freistaat Bayern von Bedeutung ist.

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In der großen klinischen Studie EMPA-REG OUTCOME mit Patienten mit Herzerkrankung und Typ-2-Diabetes haben Würzburger Forscher bereits nachgewiesen, dass Empagliflozin nicht nur den Blutzucker senkt, sondern auch die Todesfälle infolge einer Herzerkrankung reduziert und positive Auswirkungen auf die Nieren hat. Nun bauen neue klinische Studien auf diese wichtigen Ergebnisse auf. Gerade gestartet ist die EMPA-KIDNEY-Studie, die den Herz- und Nierenschutz mit Empagliflozin auch bei Patienten ohne Diabetes zeigen soll. Die internationale Studie wird von der Universität Oxford in Kooperation mit der Universität Würzburg koordiniert. Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland untersucht. Die Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt. Die Wissenschaftler untersuchen in dieser Studie, ob die einmal tägliche Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung verhindern kann. Dazu erhält die Hälfte der Studienteilnehmer eine Empagliflozin-Tablette, die sie einmal täglich einnehmen muss, während die andere Hälfte ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff, ein so genanntes Placebo, erhält.

Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Klinischen Prüfung: „Ich freue mich, dass wir unsere langjährige Zusammenarbeit mit der University of Oxford fortsetzen und die EMPA-KIDNEY-Studie auf den Weg gebracht haben. Das Uniklinikum Würzburg hat bereits seit dem Jahr 2005 mit den Wissenschaftlern aus Oxford mehrere große Studien wie SHARP und REVEAL erfolgreich koordiniert und abgeschlossen. Gemeinsam möchten wir nun her-ausfinden, ob sich die einmal tägliche Einnahme von Empagliflozin bei Patienten mit einer Nierenerkrankung aber ohne Diabetes ebenfalls positiv auswirkt. Somit können wir hoffentlich das Leben von Patienten mit Nierenerkrankungen retten und die Notwendig-keit einer Dialysebehandlung in Zukunft verringern.“

Auch Patienten mit Herzerkrankungen dürfen hoffen. Professor Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI): „Die EMPA-REG OUTCOME Studie, an der das DZHI in der Person von Professor Wanner ebenfalls beteiligt war, zeigte, dass Empagliflozin die An-zahl von Todesfällen infolge einer Herzerkrankung um 38 Prozent und von Krankenhauseinweisungen aufgrund einer Herzinsuffizienz um 35 Prozent senkt. Aufgrund dieser Ergebnisse wird Empagliflozin inzwischen weltweit bei Patienten mit Diabetes und erhöhtem Risiko für eine Herzerkrankung oder bereits bestehender Herzerkrankung eingesetzt. Nun gilt es zu prüfen, ob Empagliflozin auch Patienten ohne Diabetes zugutekommt und es für weitere Indikationen zugelassen werden kann. Parallel zur EMPA-KIDNEY-Studie, die sich an Patienten mit chronischer Nierenerkrankung richtet, haben wir zwei klinische Funktionalitätsstudien namens EMPERIAL gestartet, bei denen untersucht wird, ob Empagliflozin bei Patienten mit Herzinsuffizienz die körperliche Belastbarkeit verbessert. Ich freue mich, dass das Uniklinikum Würzburg und unser Clinical Trial Office vom DZHI zu diesem möglichen und wichtigen Therapiefortschritt einen Beitrag leisten können.“

Professor Dr. Christoph Maack, Sprecher des DZHI und Leiter des Departments Translationale Forschung begrüßt ebenfalls das neue Studienprogramm, zumal der Fokus seiner Forschung unter anderem auf der Wechselwirkung von Herzinsuffizienz und Diabetes liegt. Als Ergebnis eines internationalen Expertenworkshops der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Brüssel, an dem auch Christoph Wanner teilnahm, hat Maack vor kurzem ein Positionspapier zu diesem Thema veröffentlicht. „Immer mehr Menschen leiden hierzulande an Herzinsuffizienz und an Diabetes mellitus. Auch die Kombination aus Diabetes mellitus und Herzinsuffizienz steigt mit der Zunahme von Adipositas stetig. Umso wichtiger ist es, eine medikamentöse Therapie zu finden, die sich positiv auf alle Erkrankungen auswirkt.“

Die Behandlung von Patienten mit Diabetes und Herzinsuffizienz ist Christoph Maack zufolge bislang ein klinisches Dilemma. „Obwohl viele Medikamente den Blutzucker senken, haben sie sehr unterschiedlich den Verlauf von Herz-Kreislauferkrankungen beeinflusst“, erklärt der Kardiologe. „Dies legt nahe, dass nicht die Blutzuckersenkung an sich, sondern womöglich andere Effekte auf den Stoffwechsel und/oder das Herz-Kreislaufsystem die Effektivität verschiedener Medikamente bestimmen. Im Falle von Empagliflozin, Dapagliflozin und anderer Medikamente aus dieser Substanzklasse werden neben dem Schutz der Nierenfunktion auch Blutdrucksenkung, Entwässerung mit Gewichtsreduktion sowie Beeinflussung des Elektrolythaushalts und Stoffwechsels des Herzens als zugrundeliegende Mechanismen diskutiert. Die zukünftigen Studien sollen zeigen, ob die Gliflozine auch bei Patienten ohne Diabetes eine Herzschwäche und Nierenschwäche günstig beeinflussen.“

Information über den Wirkstoff: Empagliflozin wurde ursprünglich zur Behandlung von hohen Blutzuckerwerten bei Diabetespatienten entwickelt. Es sorgt dafür, dass vermehrt Blutzucker - etwa 10 Teelöffel pro Tag - über den Urin ausgeschieden wird. Dies kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen. Und das wirkt sich wiederum positiv auf Herz und Nieren aus.

Über das DZHI

Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz ist ein integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum unter dem Dach von Universitätsklinikum und Universität Würzburg und wird seit dem Jahr 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es, effektive Strategien für Prävention und Therapie der Herzinsuffizienz zu entwickeln und die Erkrankung grundlegend zu erforschen. Das Zentrum vereint dazu Grundlagen-, Versorgungs- und klinische Forschung in einem bundesweit einmalig multidisziplinären, translationalen Ansatz.

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Fachtagung am Uniklinikum Würzburg verdeutlicht die hohen Anforderungen beim Planen und Bauen von Krankenhäusern

Wie kann den Bedürfnissen von Patienten und Beschäftigten, wie auch den Anforderungen aus Hygiene, Technik, Brandschutz und Ökonomie bei der Planung von Krankenhaus-Baumaßnahmen Rechnung getragen werden? Diesem Thema widmeten sich multiprofessionelle Experten bei einer Fachtagung Ende September dieses Jahres am Uniklinikum Würzburg.

Vor zwei Jahren startete das Uniklinikum Würzburg (UKW) eine neue Tagungsreihe unter dem Titel „Bauen in medizinischen Einrichtungen“. Am 26. September dieses Jahres fand deren zweite Veranstaltung statt, diesmal mit dem Schwerpunkt „Planerische und bauliche Regelwerke beim Bauen in Krankenhäusern“. An der Organisation beteiligt waren – neben dem UKW – das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die Bayerische Architektenkammer, die Ingenieurskammer Bau sowie die Bayerische Krankenhausgesellschaft. Vor Ort sorgten Prof. Dr. Ulrich Vogel, der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene des UKW, und sein Team für einen reibungslosen Ablauf. Wie schon bei der Pilotveranstaltung in 2016 war die Tagung mit gut 250 Teilnehmer/innen aus dem gesamten Bundesgebiet schnell ausgebucht.

Im Spannungsfeld zwischen moderner Medizin, Effizienz und Ökonomie

Nach einer Begrüßung durch Prof. Vogel und Marion Resch-Heckel, Vizepräsidentin der Bayerischen Architektenkammer, führte Peter Lechner vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in die Förderrichtlinien und planerischen Vorgaben beim Krankenhausbau in Bayern ein. Nach seinen Worten ist das Budget für außeruniversitäre Krankenhaus-Baumaßnahmen im Freistaat im Jahr 2018 um 23 Prozent gestiegen. Auch für die nähere Zukunft werde eine ähnliche Größenordnung angestrebt. Neben diesen positiven Botschaften arbeitete der Referent jedoch auch das Spannungsfeld zwischen den Wünschen nach medizinisch zeitgemäßen Abläufen, effizienten betrieblichen Strukturen sowie sparsamen Lösungen heraus.
Joachim Fuchs vom Staatlichen Bauamt Würzburg gab einen Einblick in das Vergabeverfahren in Planungs- und Bauphasen. Zu unterscheiden sei insbesondere, ob Vergaben nach nationalem oder EU-Recht durchzuführen seien und ob die Vergabe an einen Generalunternehmer oder an Einzelunternehmer erfolge. „Zwar fallen nur elf Prozent der Vergaben unter EU-Vergaberecht, allerdings haben diese Projekte große Vergabevolumina“, erläuterte Fuchs. Nach seinen Worten funktioniert die Kommunikation der Vergabe mittlerweile ausschließlich elektronisch.
Petra Wörner von dem auf Gesundheits- und Forschungsbau spezialisierten Ingenieurbüro wörner traxler richter aus Frankfurt a. M. beschrieb anhand von Beispielen verschiedene Schritte und Ebenen des Planungsprozesses bei Krankenhausneubau- und Sanierungsprojekten. Laut der Architektin ermöglicht ein detailliertes Kosten- und Vergabemanagement dabei die Einhaltung von Budget- und Terminvorgaben.

Empfehlung: Hygiene-Experten in die Bauplanung einbinden

Nutzer werden meist als Letzte zu Bauprojekten hinzugezogen, sind aber diejenigen, die dann am Ende im fertigen Gebäude arbeiten. Dabei weichen die Vorstellungen des Auftraggebers und der Nutzer oft in vielen Punkten voneinander ab. Auf diese Problematik wies Johanna Groß hin. Die Fachbereichsleiterin Hygiene im Medizinmanagement der Schön Klinik Management SE empfahl: „Die Einbindung der Krankenhaushygienemitarbeiter in Bauprojekte ermöglicht relevante Verbesserungen der Hygiene im Krankenhausbau. Deshalb sollte Hygiene als eigenes Teilprojekt an der Bauplanung beteiligt sein.“

Rooming-in-Lösung in der Neonatologie

Prof. Dr. Johannes Wirbelauer, leitender Oberarzt der Kinderklinik am UKW, stellte am Beispiel des Rooming-in in der Neu- und Frühgeborenenmedizin die Herausforderungen bei der Planung einer Behandlungseinheit aus ärztlicher Sicht dar. „In diesem sensiblen Bereich muss es das Ziel sein, durch bauliche Maßnahmen einen engen Kontakt von Eltern und Frühgeborenen zu gewährleisten und zu vermeiden, dass die Kinder durch Krankenhauskeime erkranken“, verdeutlichte Prof. Wirbelauer. Er schlug vor, dass Patientenzimmer für eine Familie vorbehalten sind und von einer Seite über die Station, von der anderen über den Rooming-in Bereich der Eltern begehbar sein sollten.

Hochkontagiöse Patienten in der Notaufnahme: Bauliche Lösungen

Jan Holzhausen vom Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen an der Technischen Universität Braunschweig beschrieb die Rolle des Bauens bei der Infektionsreduzierung am Beispiel des Umgangs mit hochkontagiösen Patienten in einer Notaufnahme. Die dazu nötigen baulichen Planungen werden derzeit im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten EKOS-Projekts bearbeitet. EKOS steht für „Entwicklung eines neuartigen Konzepts zur Sicherstellung der infektiologisch-medizinischen Versorgung von seltenen, hochkontagiösen und lebensbedrohlichen Erkrankungen in Schwerpunktkrankenhäusern“.
Wie innovative medizinische Verfahren die Anforderungen an den Krankenhausbau verändern, schilderte Prof. Dr. Volker Schächinger, der Direktor der Medizinischen Klinik I am Klinikum Fulda, am Beispiel eines Hybrid-Herzkatheterlabors. Dort werden die Anforderungen an moderne kardiologische Interventionstechniken – wie eine moderne Durchleuchtungseinrichtung – mit einem suffizienten Hygienekonzept zusammengeführt.

Verdunstungskühlwerke vor Legionellen schützen

Die Probleme und Anforderungen an die Hygiene bei Verdunstungskühlwerken erklärte Rainer Kryschi, Sachverständiger für Wasserhygiene. Die gerade auch in Krankenhäusern häufig zur Abführung von überschüssiger Wärme eingesetzten Verdunstungskühlanlagen sind für viel kommunale Legionellen-Ausbrüche verantwortlich. Die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetztes aus dem Jahr 2017 erhöhte die Anforderungen an den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen auch in Krankenhäusern.

Aspekte des Brandschutzes

Thorsten Maiwald und Gerald Pierags von der Berufsfeuerwehr Würzburg schilderten am Beispiel der Zentren für Operative und Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg praktische Aspekte des vorbeugenden Brandschutzes. Gerade in großen Gebäudekomplexen müssen die Feuerwehranfahrt, die Löschwasserversorgung und die Evakuierung von Patienten von Beginn an in die Bauplanungen einbezogen werden. Dies verdeutlichte Georg Brechensbauer von der Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten mbB, am Beispiel der Umbauplanung des Klinikums Robert Koch Gehrden. Seiner Meinung nach gehört das Planen und Bauen von medizinischen Einrichtungen zu den schwierigsten Planungs- und Bauaufgaben überhaupt – eine Einschätzung, die auch als ein Fazit der gesamten Tagung stehen könnte.

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Bayerischer Verdienstorden für Prof. Dr. Andreas Warnke

Prof. Dr. Andreas Warnke, der ehemalige Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg, wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

„Sie haben den Schwächsten in unserer Gesellschaft eine hörbare Stimme verliehen und waren in dunklen Stunden für sie da“, sagte Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback bei der feierlichen Übergabe des Bayerischen Verdienstordens an Prof. Dr. Andreas Warnke am 13. September dieses Jahres in der Würzburger Residenz. Warnke (Jahrgang 1946) leitete von 1992 bis 2012 die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) des Uniklinikums Würzburg. Laut der Laudatio prägte er die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung in Unterfranken wesentlich, baute die Forschung erheblich aus und verbesserte Lehre und Nachwuchsförderung. Der Orden wird „als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk" verliehen.

Zu den Leistungen Prof. Warnkes

Prof. Dr. Warnke war der Motor hinter vielen, in seiner Amtszeit neugeschaffenen Würzburger Versorgungseinrichtungen. Dazu zählen die Intensivstation der KJPPP, die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, die Wichern Schule für Kranke sowie die Klinik am Greinberg für behinderte Kinder und Jugendliche mit psychischer Störung.
Internationale Beachtung fanden seine Forschungen zu Legasthenie, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Pubertätsmagersucht (Anorexia nervosa), Zwang und Angststörungen.
Mit großem Engagement trug der Klinikdirektor die Probleme der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen auch in die Gesellschaft und schuf dabei neue Perspektiven, Lösungswege, Netzwerke und Partnerschaften. So wirkte sein Lehrstuhl beispielsweise entscheidend an der bayerischen Gesetzgebung zum „Legasthenieerlass“ mit. Dieser legte fest, dass Kindern mit Lese- und Rechtschreibstörung ein Nachteilsausgleich gewährt werden muss.
Sein profundes Wissen gab Prof. Warnke gerne weiter – zum einen als Autor und Mitherausgeber von zentralen Lehrbüchern seines Fachbereichs, zum anderen als engagierter und mitreißender Dozent. Dabei ging es ihm in der Lehre darum, nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern die Studierenden auch in einen persönlichen Kontakt mit den psychisch kranken Patienten zu bringen, um ihnen die Verpflichtung zu einem respektvollen und wertschätzenden Umgang aufzuzeigen.
Prof. Warnke suchte die Kooperation mit allen Schulformen und schulpsychologischen Diensten genauso, wie mit der Jugend- und Behindertenhilfe. Ein Ausdruck dieses Einsatzes ist die Einführung der Arzt-Lehrer-Tagung, der Tagung Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe sowie der Arbeitskreistagung Biologische Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Für Hilfen, die in den sonstigen Budgets nicht vorgesehen sind, rief der Unermüdliche den Verein Menschenskinder ins Leben, der sich bis heute für die Belange von Kindern mit psychischen Erkrankungen einsetzt.

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Die Würzburger Universitätsmedizin gedenkt eines Wegbereiters der modernen Urologie

Die Würzburger Universitätsmedizin trauert um Prof. Dr. Hubert Frohmüller, der Anfang Oktober dieses Jahres im Alter von 90 Jahren verstarb. Der ehemalige Inhaber des Lehrstuhls für Urologie und Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg entwickelte sein Fach in vielen Aspekten maßgeblich weiter.

Am 5. Oktober dieses Jahres verstarb Prof. Dr. Hubert Frohmüller im Alter von 90 Jahren. „Mit höchstem Respekt und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von diesem großen Arzt, der die Entwicklung der Urologie in Würzburg mehr als zweieinhalb Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat“, sagt Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW).
Hubert Frohmüller wurde am 13. Mai 1928 in Würzburg geboren und studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Medizin. Seine urologische Facharztausbildung erhielt er im Wesentlichen an der Mayo Clinic in Rochester/USA.

Erster Lehrstuhlinhaber für Urologie in Würzburg

Im Jahr 1965 übernahm er die Leitung der damals noch nicht selbstständigen urologischen Abteilung am UKW. Sechs Jahre später, 1971, richtete die Würzburger Universität einen eigenen Lehrstuhl für Urologie ein – und Prof. Frohmüller wurde der erste Lehrstuhlinhaber sowie Klinikdirektor. Es folgte eine fast 26-jährige, äußerst fruchtbare Tätigkeit in dieser Funktion.
Schon früh erkannte Prof. Frohmüller den hohen therapeutischen Wert einer radikalen operativen Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms. Im Jahr 1969 führte er die erste retropubische radikale Prostatektomie in Deutschland durch. Hierbei wird die von Krebs befallene Prostata mittels einer offenen Operation durch einen Schnitt am Unterbauch entfernt. Dieses Thema war auch ein Schwerpunkt seiner klinisch ausgerichteten wissenschaftlichen Arbeit.

Endoskopische Operationsverfahren weiterentwickelt

Darüber hinaus verbesserte Frohmüller auch endoskopische Operationsverfahren. So modifizierte er das Thompson-Resektoskop. Dieses OP-Instrument dient der Entfernung von Prostatagewebe und wird durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Weiterhin entwickelte Frohmüller einen nach ihm benannten Blasenkatheter.
Zu seinen Leistungen als Operateur zählt eine weitere Premiere: Im Jahr 1984 führte er die erste Nierentransplantation in Würzburg durch.
Rund 300 Publikationen belegen die hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Würzburger urologischen Universitätsklinik unter seiner Führung. Aus dieser Schule gingen mehrere Lehrstuhlinhaber und eine Reihe urologischer Chefärzte hervor.

In wissenschaftlichen Kreisen hoch anerkannt

Wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter die Willy-Gregoir-Medaille der European Association of Urology für einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Urologie in Europa, zahlreiche Ehrenmitgliedschaften in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften und seine Wahl in führende Funktionen wissenschaftlicher Organisationen spiegeln die allgemeine Wertschätzung Prof. Frohmüllers wider.
Neben Prof. Ertl zeigte sich auch Prof. Dr. Matthias Frosch, der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg, dankbar: „Ob in der Patientenversorgung, Forschung oder Lehre – es war ein absoluter Glücksfall, dass die Würzburger Urologie vom Beginn ihrer Eigenständigkeit an von einem so großen Mann wie Prof. Hubert Frohmüller geformt wurde.“

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Myelom-Forum des Uniklinikums Würzburg: Neues zur Tumorerkrankung des Knochenmarks

Am Samstag, den 17. November 2018, findet in Würzburg das 7. Myelom-Forum statt. Die Experten des Uniklinikums informieren Patienten, Angehörige und alle sonstigen Interessierten über den aktuellen Status in der Diagnose und Behandlung von Multiplem Myelom. Auch psychosomatische und komplementärmedizinische Aspekte im Umgang mit der bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks werden angesprochen.

Das Multiple Myelom (MM) ist selten, gehört aber zu den häufigsten Tumoren von Knochen und Knochenmark. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) widmet sich dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses seit vielen Jahren mit hohem Engagement – in der Behandlung, wie in der Forschung. „Als eines der europaweit führenden Zentren für diese Krankheit sehen wir es quasi als unsere Pflicht an, speziell die Betroffenen, aber auch deren Angehörige und alle sonstigen Interessierten über neue Erkenntnisse sowie aktuelle Diagnose- und Therapiemethoden auf dem Laufenden zu halten“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele. Der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW und international renommierte Myelom-Experte bezieht sich dabei besonders auf die öffentliche Informationsveranstaltung „Myelom-Forum“, die am 17. November 2018 zum siebten Mal stattfindet. An jenem Samstag referieren Experten des Klinikums ab 9:00 Uhr im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin an der Oberdürrbacher Straße wieder über aktuelle Entwicklungen.

Zu diesen zählen zum Beispiel innovative Genomsequenzierungen, mit denen festgestellt werden kann, ob ein MM-Patient auf eine Therapie anspricht oder nicht. Die zugrundeliegenden, neuen Daten wurden vom UKW in Kooperation mit US-amerikanischen Partnern erstellt.

Stand der Dinge bei der Arbeit mit CAR T-Zellen

„Ungebrochen hoch sind unsere Erwartungen an zielgerichtete, personalisierte, immuntherapeutische Behandlungsansätze“, sagt Prof. Einsele und fährt fort: „Hier werden wir beim Forum präklinische Untersuchungen vorstellen, die zeigen, wie CAR T-Zellen beim Myelom wirken können. Außerdem werden wir wahrscheinlich auch schon über erste Erfahrungen beim Einsatz dieser Therapie bei MM-Patienten in Würzburg berichten können.“ Die Idee hinter dem Behandlungskonzept: Weiße Blutkörperchen des Patienten werden mit einem sogenannten Chimären Antigen-Rezeptor (CAR) ausgerüstet, der wie ein Sensor ein spezielles Molekül auf den Myelom-Zellen erkennt und diese dann vernichtet.

Nebenwirkungsmanagement, Psychosomatik, Komplementärmedizin

Neben der Beschreibung dieser und weiterer neuer Diagnose- und Behandlungsmethoden thematisiert das Forum auch den zeitgemäßen Umgang mit Symptomen und Nebenwirkungen. „Außerdem wissen wir, dass unsere Krebspatienten gerne selbst alles Ergänzende tun wollen, um ihre Heilungschancen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Deshalb haben auch die Bereiche Psychosomatik und Komplementärmedizin ihren berechtigten Platz in der Themenliste unseres Forums“, unterstreicht Prof. Einsele.

Antworten auf persönliche Fragen

Wie in den vergangenen Jahren auch, wird eine Diskussion den Zuhörerinnen und Zuhörern Gelegenheit geben, von qualifizierter Seite Antworten auf persönliche Fragen zu erhalten. Ebenfalls schon gute Tradition sind die begleitenden Infostände in der Magistrale des Zentrums für Innere Medizin, die eine unkomplizierte Kontaktaufnahme mit Selbsthilfegruppen und weiteren Initiativen ermöglichen.

Anmeldung erforderlich

Die Teilnahme am 7. Myelom-Forum Würzburg ist kostenlos. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bitten die Veranstalter allerdings um eine Anmeldung bis 2. November 2018 im Sekretariat von Prof. Einsele unter Tel: 0931/201-40001 oder bei der Organisatorin Gabriele Nelkenstock unter E-Mail: info@ kampfgegenkrebs.de.

Über das Multiple Myelom

Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.

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