Aktuelle Pressemitteilungen

Ausstellung am Uniklinikum Würzburg: Kunsttherapie als Weg aus der Sprachlosigkeit von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen

Kunsttherapie kann helfen, die Sprachlosigkeit und die Vertrauenslücke bei psychisch kranken Kindern und Jugendlichen zu überwinden. Das macht eine Ausstellung von Werken aus der kunsttherapeutischen Arbeit am Uniklinikum Würzburg anschaulich.

Prof. Dr. Marcel Romanos (links) und Prof. Dr. Georg Ertl vom Uniklinikum Würzburg führten in die Schau ein. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg
Kuratiert wurde die Ausstellung von den Kunsttherapeutinnen Kristi Hillenkamp (links) und Burghilt Henzel. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg
Ailina, eine ehemalige Patientin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg, erläuterte den Gästen der Vernissage ihr erstes in der Kunsttherapie geschaffenes Werk. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg
Das „Selbstporträt als Hund“ stammt von einem zwölfjährigen Patient mit Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen.
Das Bild mit dem Titel „Ekel – Hoffnung“ wurde von einem 17-jährigen Patienten mit Depression gemalt.

Eine Ausstellung in der Magistrale des Zentrums für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Oberdürrbacher Straße zeigt noch bis zum 17. Dezember 2019 Bilder, die in der kunsttherapeutischen Arbeit mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen im klinischen Kontext entstanden. Veranstalter der Schau mit dem Titel „Selbstbilder“ ist die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP).

 

Kreatives Gestalten stärkt die Autonomie und das Selbstwertgefühl

Bei der Vernissage am 18. Juli 2019 sagte deren Direktor, Prof. Dr. Marcel Romanos: „Manche unserer jungen Patienten können ihre Gefühle und psychischen Probleme zunächst nicht benennen. Dann brauchen wir alternative Strategien.“ Nach seinen Worten schafft es die Kunsttherapie immer wieder, Wege aus dieser Sprachlosigkeit zu finden und vorhandene Vertrauenslücken zu überwinden. Wie, das beschrieb Burghilt Henzel, eine der Kunsttherapeutinnen der KJPPP bei der Ausstellungseröffnung: „Die Kunstwerke entstehen in Einzel- oder Gruppenarbeit. Im Vordergrund steht dabei immer der Prozess, nicht das Schaffen eines schönen Bildes“. Eine der Ausdrucksformen dazu ist der therapeutische Triptychon. Hierbei werden drei zusammenhängende Bilder geschaffen, die eine mögliche Entwicklung sichtbar machen: von der problematischen Situation oder Gefühlswelt über Lösungsideen hin zu einer wünschenswerten Zukunft. „Eines der Ziele dabei ist es, durch das kreative Gestalten die Autonomie und das Selbstwertgefühl der Patienten zu steigern“, schilderte Burghilt Henzel.

 

Erläuterungen durch ehemalige Patientin

Für einen sehr authentischen und bewegenden Moment sorgte bei der Vernissage das öffentliche Interview mit Ailina, einer ehemaligen Patientin der Jugendstation der KJPPP. Die junge Frau erläuterte den rund 80 Gästen ihr erstes in der Kunsttherapie geschaffenes Werk. Dabei betonte sie: „Die Kunsttherapie hat mir eine Möglichkeit gegeben, mich auszudrücken, wie es sonst einfach nicht möglich war.“ Auch für ihren weiteren Lebensweg setzte dieses Erleben Ziele: Sie arbeitet derzeit an einer Präsentationsmappe für ein Kunsttherapie-Studium.

Die Ausstellung umfasst 40 Bilder aus den vergangenen fünf Jahren, denen Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, bei der Eröffnungsfeier eine „überwältigenden Qualität“ bescheinigte. Die mal lustigen, mal traurigen, mal zum Nachdenken anregenden Arbeiten können käuflich erworben werden.

 

Pressemitteilung als Download

Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis für Würzburger Zahnmedizinstudierende vergeben

33 Zahnmedizinstudierende des Uniklinikums Würzburg haben die Examensprüfung 2019/I bestanden. Bei einer Abschlussfeier in der Würzburger Neubaukirche wurden die zwei besten mit dem Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis ausgezeichnet.

33 Würzburger Zahnmedizinstudierende bestanden das Examen 2019/I. Bild: Uniklinikum Würzburg

Bei einer Feier am 28. Juni dieses Jahres in der Neubaukirche bekamen die 17 Absolventinnen und 16 Absolventen des Examens der Würzburger Zahnmedizin ihre Zeugnisse überreicht. Besonders freuen konnten sich die zwei Prüfungsbesten: Sie wurden mit dem Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis ausgezeichnet. Der mit 1.333 Euro dotierte erste Preis ging an Laurent Noyalet, der mit 666 Euro dotierte zweite Preis an Christoph Hirt.

Der Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis wurde im Jahr 1977 gestiftet: Inka Lübeck wollte damit an ihren vier Jahre zuvor gestorbenen Mann erinnern, den Würzburger Zahnmediziner Adolf Lübeck. Seit dem Tod von Inka Lübeck im Jahr 1990 wird die Prämie unter dem jetzigen Namen verliehen.

Pressemitteilung zum Download

Ausgezeichnete Auszubildende in der Zahnmedizin

Amelie Hoffmann vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg wurde für herausragende Leistungen bei ihrer Abschlussprüfung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten geehrt.

Die ausgezeichnete Zahnmedizinische Fachangestellte Amelie Hoffmann mit Prof. Dr. Gabriel Krastl, dem Geschäftsführenden Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg. Bild: Klaus Nowarra / Uniklinikum Würzburg

Amelie Hoffmann erhielt für ihre herausragenden Leistungen bei der Abschlussprüfung ihrer Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten eine Auszeichnung vom Zahnärztlichen Bezirksverband. Außerdem ehrte sie der Förderverein des Kaufmännischen Berufsbildungszentrums Würzburg als eine der Jahrgangsbesten mit einem Schulpreis.

Amelie Hoffmann schloss die Klara-Oppenheimer-Schule mit der Traumnote 1,0 ab und konnte bei der Kammerprüfung ein hervorragendes Ergebnis von 1,2 erzielen. Mit ihr freut sich das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg, denn hier absolvierte sie den praktischen Teil ihrer zweijährigen Ausbildung. Stellvertretend für alle Beschäftigten gratulierte ihr Prof. Dr. Gabriel Krastl, der Geschäftsführende Direktor des Zentrums, zu den Auszeichnungen und überreichte ihr mit den allerbesten Wünschen für die Zukunft einen Blumenstrauß.

Pressemitteilung zum Download

Ministerrat stimmt Ankauf des Erweiterungsgeländes Nord zu

Grünes Licht für die so wichtige zukünftige bauliche und strukturelle Entwicklung des Uniklinikums Würzburg auf dem Erweiterungsgeländes Nord.

Das positive Ministerratsvotum ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, dass sich das Uniklinikum Würzburg zukünftig auf dem Erweiterungsgelände Nord (grünes Feld links oben) fortentwickeln kann. Bild: Berthold Diem / Uniklinikum Würzburg

Gestern stimmte das Bayerische Kabinett dem Ankauf des Erweiterungsgeländes Nord für das Uniklinikum Würzburg (UKW) zu. Wie schon vielfach berichtet, soll auf dem zehn Hektar großen Grundstück im Würzburger Stadtteil Grombühl in den kommenden Jahren die strukturelle Zukunft des Krankenhauses der Supramaximalversorgung stattfinden – unter anderem mit dem Bau eines neuen Zentrums Frauen-Mutter-Kind und einer neuen Kopfklinik. Am Ende langwieriger Verhandlungen steht nun ein Projekt, das sich sehen lassen kann. Die Planungen können weitergehen und der Baubeginn ist in greifbare Nähe gerückt.

„Wir sind den beteiligten Ministerien, allen voran dem Wissenschafts- und dem Bauministerium, von Herzen dankbar, dass wir nun mit unseren großen und dringend notwendigen Bauprojekten weiterkommen“, kommentierte Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW.

Auch auf Seiten der Politik herrschte nach der Sitzung in München Zufriedenheit und Aufbruchsstimmung. So erklärte Wissenschaftsminister Bernd Sibler, auf dessen Vorschlag hin die gestrige positive Abstimmung durchgeführt wurde: „Die Bayerische Staatsregierung steht zum weiteren Ausbau des Universitätsklinikums Würzburg! Wir werden den nächsten wichtigen Schritt für die Zukunft des Klinikums gehen. Damit wird die Zukunftsfähigkeit der Würzburger Universitätsmedizin zum Wohle aller Patientinnen und Patienten in der Region langfristig gesichert.“

 

Der fertige Vertrag liegt auf dem Tisch

Bauminister Dr. Hans Reichhart ergänzte: „Der endgültige Durchbruch ist erzielt, der fertige Vertrag liegt nun auf dem Tisch. Dieser Grunderwerb ist ein wichtiges Zeichen für ganz Unterfranken. Die Planungen der Uniklinik können damit schnell weitergehen, eine hochwertige medizinische Versorgung der Region ist dauerhaft gesichert.“ Ein Erfolg, der viele baufachliche und politische Väter und eine Mutter hat: die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die noch in ihrer Amtszeit wesentlich den Weg „nach oben“ aufs Nordgelände mitgebahnt und das Projekt bis heute begleitet hat. Ihr Kommentar: „Nicht nur für die Belegschaft sowie die Patientinnen und Patienten, sondern für die gesamte Region ist der Ankauf eine Weichenstellung für die Zukunft, die man nicht hoch genug schätzen kann.“ Sie sei sehr dankbar für diesen Schritt und gehe davon aus, dass die Planungen nun in Angriff genommen werden.

 

Nächster Schritt: Vorbereiten des Architektenwettbewerbs

Nach Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst kann jetzt der Architektenwettbewerb angegangen werden, um die städtebauliche Gesamtkomposition und die genaue Verortung der Neubauten zu klären. Der Ankauf bedarf noch der Zustimmung des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags.

 

Pressemitteilung zum Download

Das positive Ministerratsvotum ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, dass sich das Uniklinikum Würzburg zukünftig auf dem Erweiterungsgelände Nord (grünes Feld links oben) fortentwickeln kann. Bild: Berthold Diem / Uniklinikum Würzburg

Die Mittelschule Zellingen unterstützt die Kunst- und Musiktherapie der Palliativstation des Uniklinikums Würzburg

Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Zellingen spendeten den Erlös ihres diesjährigen Ostermarktes an die Palliativstation des Uniklinikums Würzburg. Die 700 Euro unterstützen das Kunst- und Musiktherapie-Angebot der Einrichtung.

Bei der Spendenübergabe auf der Palliativstation des Uniklinikums Würzburg: Noah und Lilli von der Mittelschule Zellingen präsentieren das Spendenplakat. Im Hintergrund (von links): Die Elternbeiratsvorsitzende Ulrike Schmitt und Schulleiterin Katja Leipold sowie Prof. Dr. Birgitt van Oorschot und Dr. Carmen Roch vom Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin. Bild: Karoline Wirth / Uniklinikum Würzburg

Kürzlich waren Lilli und Noah von der Mittelschule Zellingen zusammen mit ihrer Schulleiterin Katja Leipold und der Elternbeiratsvorsitzenden Ulrike Schmitt auf der Palliativstation des Uniklinikums Würzburg (UKW) zu Besuch. „Im Gepäck“ hatten sie eine Spende von 700 Euro. Das Geld war beim diesjährigen Ostermarkt der Schule zusammengekommen und soll wie jedes Jahr einem wohltätigen Zweck dienen. Nachdem eine Mitarbeiterin aus dem Lehrerkollegium der Schule einen schweren Verlust erleiden musste und der Verstorbene vom Team der Palliativstation des UKW begleitet wurde, entschieden sich die Schüler/innen, den diesjährigen Erlös an diese Einrichtung zu spenden.

„Da unsere Kunst- und Musiktherapie-Angebote nicht durch die Krankenkassen, sondern durch Spenden finanziert werden, werden wir das Geld für diesen Zweck einsetzen“, schilderte Dr. Carmen Roch vom Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin des UKW. Und Prof. Dr. Birgitt van Oorschot, die Leiterin des Palliativzentrums, ergänzte: „Wir freuen uns sehr über diese Spende. Zum einen sehen wir sie als freundliche Wertschätzung unserer Arbeit. Zum anderen finde ich es für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen sehr gut, wenn auch diese sich mit der Situation schwerstkranker Menschen auseinandersetzen – und den Möglichkeiten, deren Lebensqualität zu verbessern.“

 

 

Pressemitteilung zum Download

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ fördert eine noch präzisere Analyse bei Myelom-Patienten

Mit 10.000 € vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ können die Tumor-Spezialisten des Uniklinikums Würzburg eine Analyse-Technologie anschaffen, mit der eine minimale Resterkrankung bei Multiplem Myelom noch präziser erkannt werden kann

Gabriele Nelkenstock, Vorsitzende des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“, überreichte 10.000 Euro an die Myelom-Experten
Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“, überreichte 10.000 Euro an die Myelom-Experten des Uniklinikums Würzburg (von links): Prof. Dr. Hermann Einsele, PD Dr. Martin Kortüm und Dr. Leo Rasche. Bild: Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V

Neue Kombinationstherapien können bei den meisten Myelom-Patienten die Tumorzellen sehr gut reduzieren. „Bei einem signifikanten Anteil der behandelten Patienten ist diese bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks mit der Standarddiagnostik nicht mehr nachweisbar“, berichtet Prof. Dr. Hermann Einsele. Dennoch kommt es laut dem Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) bei nahezu allen Myelom-Patienten zu einer Rückkehr der Erkrankung. Ein Grund dafür kann eine sogenannte minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease – MRD) sein. „Wir wissen, dass Patienten mit MRD frühzeitigere Erkrankungsrückfälle erleiden, als solche, bei denen keine minimale Resterkrankung nachgewiesen werden kann“, sagt Privat-Dozent Dr. Martin Kortüm, Oberarzt aus dem Team von Prof. Einsele.

Der Medizintechnikmarkt bietet topmoderne Technologien an, mit denen die nach einer Therapie verbliebenen Tumorzellen noch präziser aufgespürt werden können. Durch eine „Finanzspritze“ von 10.000 € vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ kann das UKW nun ein entsprechendes Gerät zur Zellzählung sowie die dazugehörige Analyse-Software anschaffen.

„Mit der so verbesserten Diagnostik sind wir in der Lage, die Therapie von Myelom-Patienten noch weiter zu individualisieren“, freut sich Prof. Einsele und fährt fort: „Abhängig vom MRD-Befund können wir die Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie sowie deren Dauer jetzt noch besser steuern.“

Die Scheckübergabe fand im Rahmen des 8. Myelom-Forums des UKW am 25. Juli 2019 statt. Über 150 Patienten, Angehörige, Mediziner/innen sowie sonstige Interessierte ließen sich von Würzburger Experten laienverständlich über Neuigkeiten in der Erforschung und Behandlung des Multiplen Myeloms informieren.

 

 

Pressemitteilung zum Download

Licht ins Dunkel: Hochauflösende Mikroskopie entdeckt Zielmoleküle für Immuntherapie

Würzburger Mediziner und Biophysiker können mit einem neuen hochempfindlichen Super-Resolution-Mikroskopieverfahren auf Krebszellen Zielmoleküle für die Immuntherapie sichtbar machen. Dabei können sie nachweisen, dass schon geringe Mengen dieser Zielmoleküle ausreichen, um sie für die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen zu nutzen. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Nature Communications publiziert.

CD19-Antigene in der Plasmamembran einer multiplen Myelomzelle
Die Abbildung zeigt die Verteilung von CD19-Antigenen in der Plasmamembran einer multiplen Myelomzelle aufgenommen mittels dSTORM. Bild: Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, JMU Würzburg

„Die Krebszellen des Multiplen Myeloms können auf ihrer Oberfläche das Antigen CD19 tragen und von Designer-T-Zellen, die das CD19-Molekül spezifisch erkennen, auch vernichtet werden“ berichtet Dr. Michael Hudecek, Krebsforscher der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW). Das ist die zentrale Erkenntnis einer aktuellen Studie, die die Würzburger Mediziner in Zusammenarbeit mit den Biophysikern der Universität durchgeführt und im Juli dieses Jahres in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht haben.

T-Zellen sind weiße Blutkörperchen, die der Immunabwehr dienen. Leider sind sie in ihrem natürlichen Zustand gegenüber Tumorzellen fast „blind“. Durch gentechnologische Veränderungen können sie jedoch für jeweils eine spezifische Krebsart maßgeschneidert „scharfgestellt“ werden. Dazu werden sie mit einem künstlichen (chimären) Antigenrezeptor (CAR) ausgestattet. Mit diesem sind sie in der Lage, Tumorzellen, die das Zielmoleküle CD19 tragen, zu erkennen und zu zerstören. „Diese Therapie funktioniert bei Patienten mit CD19-positiver Leukämie und Lymphknotenkrebs bereits sehr gut und es gibt erste Erfahrungsberichte bei Patienten mit Multiplem Myelom. Die positiven Erfahrungsberichte mit der CD19-CAR-T-Zelltherapie bei Patienten mit Multiplem Myelom sorgten in der Fachwelt für große Aufmerksamkeit, denn mit herkömmlichen Analyseverfahren ist das CD19-Molekül auf den Myelomzellen praktisch nicht nachweisbar“, schildert Dr. Thomas Nerreter aus der Arbeitsgruppe von Dr. Hudecek und fährt fort: „Wir haben in dem aktuellen Projekt deshalb erstmals einzelmolekülempfindliche Super-Resolution-Mikroskopieverfahren eingesetzt, um gezielt nach dem CD19-Molekül zu suchen – und sind in der Tat auch fündig geworden.“

Auflösung auf Einzelmolekülebene

Um die ablaufenden Prozesse und letztlich auch die Empfindlichkeitsschwelle der CD19-CAR-T-Zellen besser beurteilen zu können, kooperierten die UKW-Forscher mit dem Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Markus Sauer erläutert: „Wir haben eine Fluoreszenzmikroskopietechnik entwickelt, die es uns ermöglicht, einzelne Moleküle mit einer räumlichen Auflösung von 20 Nanometern abzubilden. Mit dieser sogenannten dSTORM-Technologie ist es möglich, die Antigen-Expression auf Zellen direkt und quantitativ nachzuweisen.“
In dem gemeinsamen Forschungsprojekt wurden Proben von Myelom-Patienten der Medizinischen Klinik II des UKW per dSTORM untersucht. „Während bei klassischen Detektionsmethoden für einen sicheren Nachweis rund 1.500 Moleküle des Antigens auf einer Zelle vorhanden sein müssen, reichten uns im Bestfall 13 Moleküle“, verdeutlicht Sebastian Letschert vom Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik den drastischen Sprung in der Detailschärfe.

CAR-T-Zellen sprechen schon auf geringe CD19-Mengen an

„Mit Hilfe der superauflösenden Mikroskopie konnten wir zeigen, dass das CD19-Antigen tatsächlich deutlich häufiger auf Myelom-Zellen zu finden ist, als das mit klassischen Detektionsmethoden erkennbar war“, resümiert Dr. Nerreter und fährt fort: „Schon diese geringen Antigen-Mengen reichen offenbar aus, um die Tumorzellen für die CAR-T-Zellen identifizierbar zu machen.“
Es wurde jedoch auch deutlich, dass es Myelom-Zellen gibt, auf denen keine CD19-Antigene nachgewiesen werden konnten. „Wir gehen deshalb davon aus, dass eine Immuntherapie mit CD19-CAR-T-Zellen dann am wirksamsten ist, wenn sie noch mit anderen Myelom-wirksamen Substanzen kombiniert wird. Eine weitere Möglichkeit ist es, CAR-T-Zellen herzustellen, die mehrere Antigene gleichzeitig erkennen, einerseits um die Wirksamkeit und andererseits um die Trennschärfe gegenüber normalen Blutzellen noch weiter zu erhöhen“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW.


Literatur:


Nerreter, T, Letschert, S, Doose, S, Danhof, S, Einsele, H, Sauer*, M, Hudecek*, M (2019). Super-resolution microscopy reveals ultra-low CD19 expression on myeloma cells that triggers elimination by CD19 CAR-T. , Nat Communications 10, 3137. /doi.org/10.1038/s41467-019-10948-

Pressemitteilung als PDF zum Download.

CD19-Antigene in der Plasmamembran einer multiplen Myelomzelle
Die Abbildung zeigt die Verteilung von CD19-Antigenen in der Plasmamembran einer multiplen Myelomzelle aufgenommen mittels dSTORM. Bild: Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, JMU Würzburg