
Den Blick nach vorne richten
Die Maßnahmen stärken die Patientenversorgung, schaffen Raum für Spitzenmedizin und Forschung und sichern die infrastrukturellen Voraussetzungen für kommende Generationen. Neben den Bauprojekten des Klinikums werden auch Vorhaben enger Partnereinrichtungen am Standort realisiert – als Teil einer langfristigen Entwicklung des Klinik- und Forschungsstandorts Würzburg.
Uniklinikum Würzburg wächst für kommende Generationen
Das bayerische Kabinett hat am 24. Februar 2026 den Startschuss für ein echtes Generationenvorhaben am Universitätsklinikum Würzburg gegeben. Nordbayerns größte Baumaßnahme kann im Herbst starten. Dann beginnen die Bauarbeiten auf dem Erweiterungsgelände Nord mit der ersten Erschließungsmaßnahme. 116 Millionen Euro plant der Freistaat dafür ein. Die Hochbaumaßnahmen des ersten Bauabschnitts können dann ab 2029 folgen.
“Die Weiterentwicklung des Universitätsklinikums Würzburg
ist ein Vorzeigeprojekt der universitären Spitzenmedizin”.
Geplante Maßnahmen ab Herbst 2026
- Oberbodenabtrag und Teilaushub
- Einrichtung eines Interimsparkplatzes
- Bau eines Interims-Hubschrauberlandeplatzes
- Errichtung von Trafostationen zur Baustromversorgung
- Herstellung von Baustraßen außerhalb des Baufeldes
- Verlegung von Wasser-, Gas- und Fernwärmeleitungen
Die Erschließung des Geländes ist Voraussetzung für die weitere Umsetzung des ersten Bauabschnitts.
Der erste Bauabschnitt sieht Neubauten für das Kopfklinikum, das Zentrum Frauen-Mutter-Kind und auch eine Energiezentrale vor. Dort ist die Unterbringung der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Augenklinik, Frauenheilkunde, Operationssäle, Intensivpflege sowie Zentraleinrichtungen vorgesehen.
Der zweite Bauabschnitt soll neben Planbetten u.a. Notaufnahme, Kinderchirurgie und -urologie, Kinder- und Jugendmedizin, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Neuroradiologie und einen OP-Bereich beherbergen.
Neubau der Klinik für Strahlentherapie
Die Strahlentherapie am Uniklinikum Würzburg wird in einem topmodernen Gebäude konzentriert. In dem siebengeschossigen Bauwerk werden Therapiebereiche, Ambulanzen, eine Tagesklinik und eine Bettenstation Platz finden. Auch die Palliativstation findet in dem Gebäude eine neue Heimat.
Der Neubau ist mit einer weitgehenden Erneuerung der apparativen Ausstattung verbunden. Für zukunftsweisende Verfahren, wie Hochpräzisionsbestrahlungen und Radiochirurgie, stehen dann modernste Geräte zur Verfügung.
Das neue Gebäude entsteht östlich der Universitäts-Frauenklinik im Hang. Drei der sieben Stockwerke sind unterirdisch angeordnet, von denen zwei hangseitig belichtet werden. In Höhe des zweiten Untergeschosses ist ein weiterer Trakt mit insgesamt fünf Strahlenbunkern angeschlossen.
Warum ist der Neubau so zukunftsweisend?
Strahlentherapie ist ein zentraler Baustein der modernen Krebsbehandlung.
- Bei jeder zweiten Krebspatientin und jedem zweiten Krebspatienten kommt im Verlauf der Behandlung eine Strahlentherapie zum Einsatz.
- Moderne Hochpräzisionstechniken ermöglichen eine immer gezieltere Tumorbekämpfung bei bestmöglicher Schonung gesunden Gewebes.
- Strahlentherapie dient nicht nur der Heilung, sondern auch der wirksamen Symptomlinderung in palliativen Situationen.
- In unserer Strahlenklinik werden jährlich rund 2.000 Patientinnen und Patienten behandelt.
Der Neubau schafft die räumlichen und technischen Voraussetzungen, um diese Versorgung langfristig auf höchstem Niveau sicherzustellen.
Der Neubau der Klinik für Strahlentherapie: Daten und Fakten
- Bauherr: Freistaat Bayern
- Projektleitung: Staatliches Bauamt Würzburg
- Nutzungsfläche: 3.991 qm
- Planung: Wörner Traxler Richter Planungsgesellschaft mbH
- Richtfest: 15.09.2023
Neubau des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI)
Auf dem Medizin-Campus Würzburg entsteht ein eigenes Forschungsgebäude für das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). Mit dem Neubau wird die RNA-Grundlagenforschung am Standort Würzburg dauerhaft gestärkt und räumlich gebündelt.
Das 2017 gegründete Institut ist ein Standort des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Ziel ist es, die Grundlagen für neuartige RNA-Therapien zu erforschen und Infektionen wirksam zu bekämpfen.
Der Freistaat Bayern investiert gemeinsam mit der Europäischen Union insgesamt 60 Millionen Euro in das neue Forschungszentrum. Das Richtfest wurde am 24. September 2025 gefeiert.
Warum ist das Projekt zukunftsweisend?
RNA-Forschung gilt als eines der dynamischsten Felder der modernen Biomedizin.
- Die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe während der COVID-19-Pandemie hat das enorme Potenzial der RNA-Technologie eindrucksvoll gezeigt.
- RNA-Therapeutika eröffnen neue Behandlungsoptionen bei Infektionen, Krebs, neurodegenerativen und seltenen genetischen Erkrankungen.
- Das HIRI verbindet Grundlagenforschung mit translationaler Perspektive – von molekularen Mechanismen bis zu neuen Therapieansätzen.
- Der Neubau schafft hochmoderne Labor- und Forschungsflächen für eines der wachstumsstärksten Forschungsfelder der Lebenswissenschaften.
- Würzburg stärkt damit seine internationale Sichtbarkeit als Standort für biomedizinische Spitzenforschung.
Architektur und Nutzung
Mit einer Bruttogeschossfläche von rund 10.700 Quadratmetern bietet der Neubau zahlreiche Labore sowie offene Arbeits- und Kommunikationsbereiche auf technisch höchstem Niveau.
Der längs gerichtete Baukörper fügt sich in Form und Höhe in den Medizin-Campus ein. Eine transparente Glasfassade, eine offene Treppenhalle und ein markanter Gebäudekopf im fünften Obergeschoss prägen die architektonische Identität des Instituts. Der Gebäudekopf dient als Ort der Begegnung und für wissenschaftliche Veranstaltungen.
Daten und Fakten
Projekt: Neubau HIRI Würzburg
Bauherr: Freistaat Bayern (kofinanziert durch die Europäische Union)
Projektvolumen: 60 Mio. Euro (davon 21 Mio. Euro EU-Mittel)
Bruttogeschossfläche: ca. 10.700 m²
Standort: Medizin-Campus Würzburg, Grombühl
Architektur: DORANTHPOST Architekten
Richtfest: 24.09.2025
Quelle: Pressemitteilung des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung vom 24.09.2025









