Hilfe und Unterstützung in psychischen Krisen
Warum Suizidprävention uns alle angeht
Im Rahmen der Kampagne zum Welttag der Suizidprävention 2026 der Arbeitsgruppe regionale Netzwerke des Nationalen Suizidpräventionsprogramms richten auch wir den Blick auf eine stille Krise, die alle Altersgruppen und sozialen Schichten betreffen kann.
Warnsignale erkennen und ernst nehmen
Viele Betroffene senden im Vorfeld Warnsignale, etwa durch sozialen Rückzug, deutliche Verhaltensänderungen oder offene und indirekte Äußerungen suizidaler Gedanken. Diese Anzeichen zu erkennen und ernst zu nehmen ist ein zentraler Bestandteil wirksamer Suizidprävention.
Das Ansprechen suizidaler Gedanken erhöht nicht das Risiko, sondern kann häufig entlastend wirken. Die Telefonseelsorge bietet einen übersichtlichen Leitfaden für Angehörige zur Ersten Hilfe in suizidalen Krisen.
Wenn Leid unsichtbar bleibt
Über lange Zeit galt Suizid als Tabuthema, aber das Schweigen hat Folgen. Betroffene fühlen sich oft allein und in der Allgemeinbevölkerung fehlt das Wissen über Warnsignale und Hilfsangebote. Suizidgedanken entstehen in der Regel nicht plötzlich, sondern gehen mit einer langen Phase des Leidens einher.
Besonders gefährdet sind dabei Menschen mit psychischen Erkrankungen oder früheren Suizidversuchen, ebenso ältere, einsame Menschen mit schweren Erkrankungen sowie junge Erwachsene in Lebens- und Beziehungskrisen. Auffällig ist zudem eine Verteilung zwischen den Geschlechtern, denn rund 70 Prozent der Suizidtoten sind Männer.
Hinsehen kann helfen
Prävention bedeutet, hinzuschauen, zuzuhören und Hilfe zugänglich zu machen. Suizid ist meist ein Ausdruck großer Not, und nicht einer freien Entscheidung. Der Welttag der Suizidprävention erinnert daran, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht, mit einer Geschichte, die weitergehen kann.
Im Notfall: Notruf 112
Unterstützung und Beratung
Telefonseelsorge
Die Telefonseelsorge hilft rund um die Uhr bei allen Sorgen, Ängsten, emotionalen Krisen oder in scheinbar ausweglosen Situationen. Die telefonische Seelsorge ist anonym und die Rufnummer wird nicht angezeigt.
Kostenlos und rund um die Uhr
Telefon: 0800 1110111 / 0800 1110222
oder 116 123
Es gibt auch die Möglichkeit mit der Seelsorge zu mailen, chatten oder vor Ort in die Beratung zu kommen. Weitere Infos gibt es direkt auf der Website der Telefonseelsorge.
Nummer gegen Kummer
Das Kinder- und Jugendtelefon ist für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und berät zu allen Sorgen, egal um was es geht. Ein Gespräch kostet nichts und ist anonym. Der Anruf erscheint nicht auf der Telefonrechnung der Eltern.
Montags bis Samstag von 14 bis 20 Uhr
Telefon: 116 111
Es gibt auch die Möglichkeit mit jemandem aus dem Beratungsteam zu chatten oder zu schreiben. Die Nachrichten sind bei den Beraterinnen und Beratern sicher. Weitere Infos gibt es direkt auf der Seite der Nummer gegen Kummer.
Krisendienste Bayern
Die Krisendienste Bayern beraten und unterstützen Menschen in seelischen Krisen, Mitbetroffene und Angehörige. Auch Fachstellen können sich an die Krisendienste Bayern wenden. Der Anruf muss aus dem Mobilfunknetz oder dem Festnetz innerhalb Bayerns erfolgen.
Kostenlos und rund um die Uhr
Telefon: 0800 655 3000
Wenn die telefonische Beratung nicht ausreicht, unterstützen die Krisendienste auch dabei, weiterführende Hilfe zu finden oder leiten einen Mobilen Einsatz am Ort der Krise in die Wege.
Hilfekompass der Region Würzburg
Die kommunale Plattform vermittelt über einen Wegweiser schnell und vertrauensvoll die passende Unterstützung für belastende Lebenssituationen. Sowohl Angehörige als auch Betroffene können den einfachen Wegweiser nutzen.
PSU-HELPLINE
Die PSU-HELPLINE bietet eine anonyme und kostenfreie telefonische Beratung für besondere Stress- und Belastungssituationen im Gesundheitswesen. Dabei unterstützt sie alle im Gesundheitswesen Tätigen, Führungskräfte und Peers.
Täglich von 9 bis 21 Uhr
Telefon: 0800 0 911 912
E-Mail: beratung@psu-helpline.de
