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Pionierinnen der Psychologie: Neue Ausstellung am Pleicherwall

Das Zentrum für Geschichte der Psychologie der Universität Würzburg porträtiert in seiner neuen Ausstellung mehr als 30 Psychologinnen des 20. Jahrhunderts aus dem deutschsprachigen Raum.

 

Ausstellung über Pionierinnen der Psychologie. Im Vordergrund auf einem Sockel liegt eine rote Rose und links stehen drei Sockel mit einer Büste.
Blick in die Ausstellung über Pionierinnen der Psychologie. (Bild: Armin Stock / Universität Würzburg)

Selten widmen sich Ausstellungen an der Universität Würzburg ausschließlich einer Gruppe, die nicht nur in der Wissenschaft häufig unterschätzt und übergangen wird: Frauen. Die neue Ausstellung „Self-MINDED – Female Pioneers of Psychology“ des Zentrums für Geschichte der Psychologie befasst sich in englischer Sprache ausschließlich mit Wissenschaftlerinnen, die die Psychologie von ihren Anfängen an entscheidend mitgeprägt haben.

Die Ausstellung porträtiert mehr als 30 Psychologinnen aus dem deutschsprachigen Raum und macht ihre Beiträge zur Entwicklung der Psychologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich. Die Lebenswege, Forschungen und wissenschaftlichen Leistungen der Psychologinnen werden anhand von Fotografien, Originalpublikationen, Dokumenten, Filmmaterial und historischen Objekten lebendig.

Akademische Erfolge und Diskriminierung

Der Rundgang durch die Ausstellung folgt mit überraschenden Wendungen und scharfen Kurven den oft bewegten Biografien der Pionierinnen. Er erzählt von wissenschaftlicher Neugier und akademischen Erfolgen, aber auch von Hindernissen und Diskriminierung.

Viele der porträtierten Frauen mussten gegen Vorurteile kämpfen, allein weil sie Frauen waren. Andere waren durch die Verfolgung des NS-Regimes zur Emigration gezwungen oder verloren ihre wissenschaftlichen Positionen.

Dennoch entwickelten sie Ideen, die unser Verständnis vom Menschen bis in die Gegenwart prägen. Viele ihrer Erkenntnisse sind heute selbstverständlicher Teil psychologischen Wissens – auch wenn die Namen der Urheberinnen oft in Vergessenheit geraten sind.

Wissenschaftsgeschichte wird erlebbar

Bei der Eröffnung am 12. Juni 2026 berichtete Zentrumsleiter Professor Armin Stock, mit welchem Engagement seine Mitarbeitenden und er die vergangenen Monate an der Ausstellung gearbeitet haben.

In die Konzeption und Umsetzung seien unzählige Stunden wissenschaftlicher Recherche, handwerklicher Arbeit, technischer Eigenentwicklungen und gestalterischer Detailarbeit eingeflossen: „Das Ergebnis ist eine Ausstellung, die Wissenschaftsgeschichte auf innovative und persönliche Weise erlebbar macht“, so der Professor.

Psychologinnen kommen in Audios zu Wort

„Self-MINDED“ lädt dazu ein, bekannte Perspektiven auf die Geschichte der Psychologie zu hinterfragen und die Leistungen jener Frauen kennenzulernen, ohne die das Fach heute nicht dasselbe wäre.

Audioinformationen begleiten den Ausstellungsbesuch: Per Smartphone kommen die Pionierinnen über QR-Codes selbst zu Wort. Sie erzählen von ihren Forschungen, ihren Erfolgen und den Herausforderungen, denen sie begegneten. So können die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung die Pionierinnen der Psychologie intensiv kennenlernen – persönlich, eindrucksvoll und oft überraschend.

Gefördert wurde die neue Ausstellung vom Hogrefe-Verlag Göttingen sowie von der Werner und Rosemarie Traxel-Stiftung.

Besuchsinformationen

„Self-MINDED – Female Pioneers of Psychology“
Zentrum für Geschichte der Psychologie der Universität
Pleicherwall 1, 97070 Würzburg

15. Juni 2026 bis voraussichtlich Mitte Juni 2028
Besuche sind von Montag bis Freitag ausschließlich nach Anmeldung möglich:

E-Mail: zgp@ uni-wuerzburg.de 
Telefon: +49 931 31-88683 (Montag bis Freitag zwischen 08:30 und 12:00 Uhr)

Der Eintritt ist frei. Das Zentrum für Geschichte der Psychologie freut sich über Spenden für seine historische Forschungsarbeit.

Für die Nutzung der Audioinformationen sind ein Smartphone und eigene Kopfhörer mitzubringen.

Katalog zur Ausstellung

Die Ausstellung basiert maßgeblich auf dem Buch „Pionierinnen der Psychologie. Herausfordernde Karrieren deutschsprachiger Wissenschaftlerinnen im frühen 20. Jahrhundert“ von Wolfgang Schneider und Armin Stock, das gleichzeitig der Ausstellungskatalog ist.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23. Juni 2026 

 

Ausstellung über Pionierinnen der Psychologie. Im Vordergrund auf einem Sockel liegt eine rote Rose und links stehen drei Sockel mit einer Büste.
Blick in die Ausstellung über Pionierinnen der Psychologie. (Bild: Armin Stock / Universität Würzburg)

UKW erneut größtes Team beim WVV-Firmenlauf

Rund 300 Mitarbeitende des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) starten beim WVV-Firmenlauf 2026.

Das UKW wurde erneut als größtes Team beim WVV-Firmenlauf ausgezeichnet © Kim Sammet / UKW
Das UKW wurde erneut als größtes Team beim WVV-Firmenlauf ausgezeichnet © Kim Sammet / UKW
Trotz der Hitze herrschte beim WVV-Firmenlauf 2026 eine entspannte und ausgelassene Atmosphäre. © Kim Sammet / UKW
Trotz der Hitze herrschte beim WVV-Firmenlauf 2026 eine entspannte und ausgelassene Atmosphäre. © Kim Sammet / UKW
Auch der Kaufmännische Direktor des UKW Philip Rieger (links) nahm am Firmenlauf teil und ging gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen an den Start. © Kim Sammet / UKW
Die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten des UKW bereiteten die Teilnehmenden mit professionellem Taping und einem gemeinsamen Aufwärmprogramm auf den Start vor. © Kim Sammet / UKW
Die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten des UKW bereiteten die Teilnehmenden mit professionellem Taping und einem gemeinsamen Aufwärmprogramm auf den Start vor. © Kim Sammet / UKW
Die Teilnahme des UKW wurde durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement organisiert, v. l.: Sabrina Seitz, Dr. Jens Holger Krannich. © Kim Sammet  / UKW
Die Teilnahme des UKW wurde durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement organisiert, v. l.: Sabrina Seitz, Dr. Jens Holger Krannich. © Kim Sammet / UKW

Würzburg. Beim WVV-Firmenlauf am 18. Juni (Donnerstag) wurde das UKW mit rund 300 angemeldeten Läuferinnen und Läufern als größtes Team ausgezeichnet. Auch bei den Firmenläufen in den Vorjahren stellte das Klinikum das größte Team. Insgesamt meldeten sich mehr als 4.100 Teilnehmende für den diesjährigen Lauf an.  

Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen von rund 32 Grad standen die Läuferinnen und Läufer vor besonderen Herausforderungen. Um die Belastung zu reduzieren, verschob der Veranstalter den Start kurzfristig von 19:30 Uhr auf 20 Uhr.

Trotz der Hitze herrschte am UKW-Teamzelt eine entspannte und ausgelassene Atmosphäre. Für die passende musikalische Unterhaltung sorgte ein DJ auf dem Veranstaltungsgelände, während die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten des UKW die Teilnehmenden mit professionellem Taping und einem gemeinsamen Aufwärmprogramm auf den Start vorbereiteten.

Der schnellste Läufer des UKW war Dr. Jakob Lauerer, der die 8,4 km lange Strecke in nur 29:58 Minuten absolvierte. 

Die Teilnahme des UKW wurde wie in den Vorjahren durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) organisiert. Zudem beteiligten sich viele Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Geschäftsbereichen und Abteilungen an der reibungslosen Versorgung und Betreuung des Laufteams vor und nach dem Lauf.

Informationstag des Deutschen Schwerhörigenbund in Würzburg

In diesem Jahr führt der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) e.V. wieder an 4 Standorten Informationstage zu Zukunfts- und Inklusionsfragen für Hörgeschädigte durch.

Dazu lädt der DSB alle Betroffenen und/oder am Thema „Hören“ Interessierte herzlich ein. Die Veranstaltung für den Süden findet am Samstag, den 25.07.2026 in der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie im Universitätsklinikum Würzburg, im Hörsaal der Kopfklinik Haus B2, Josef-Schneider-Straße 11 in 97080 Würzburg statt.  Hier wird von 9:30 Uhr bis 16 Uhr, neben interessanten Vorträgen zu medizinischen Aspekten, technischen Möglichkeiten oder Rehabilitationsmaßnahmen, am Nachmittag das Jubiläumsjahr 125 Jahre Schwerhörigenbewegung in Deutschland Thema eines Vortrages sein. Wie war die Entwicklung bis heute zu den aktuellen Möglichkeiten in der Selbsthilfearbeit und was bringt uns die Zukunft?  Darüber können die Teilnehmer des Tages mit dem Präsidium diskutieren und ihre Wünsche und Ideen einbringen. In einer kleinen Fachausstellung können sich die Besucher über Produkte und Dienstleistungen informieren, welche für Hörgeschädigte angeboten werden. Die Veranstaltung ist barrierefrei, u.a. mit Übertragungsanlagen für Hörsysteme und wird durch Schriftdolmetscher*innen begleitet. Für die Verpflegung wird ein kleiner Unkostenbeitrag von 5,-EUR erhoben.

Mit diesem Tag soll die Öffentlichkeit über die Problemkreise, mit denen Hörgeschädigte sich auseinanderzusetzen haben, aufgeklärt und anhand fachspezifischer Informationen sensibilisiert werden. Nur wenn es gelingt die Gesellschaft offen und bereit zu machen für Hörgeschädigte (auch für Cochlea-Implantat Träger) etwas zu tun, wird es gelingen, diese Menschen zu integrieren. Der Infotag ist ein konkreter Schritt bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, insbesondere bei der barrierefreien Kommunikation. Damit werden hoffentlich auch die Barrieren, die in den Köpfen der Menschen existieren, abgebaut.

Der Deutsche Schwerhörigenbund e.V. (DSB) vertritt und engagiert sich aktiv für die Interessen der schwerhörigen und ertaubten Menschen in Deutschland auf örtlicher, Landes- und Bundesebene. Basis der Arbeit des DSB sind die Landes- und Ortvereine mit ihren Selbsthilfegruppen, die sich zum Bundesverband zusammengeschlossen haben. Der DSB nimmt Einfluss auf politische Prozesse im Bereich des Sozial- und Behindertenrechts und ist in zahlreichen politischen Gremien vertreten. Des Weiteren arbeitet der DSB international mit europäischen und weltweiten Verbänden wie der WHO zusammen.

Einen Link zur Anmeldung und weitere Informationen finden Interessierte unter https://schwerhoerigen-netz.de/regionalveranstaltungen/ 

Für Rückfragen: E-Mail: dsb@ schwerhoerigen-netz.de , Telefon: 030 – 47 54 11 14
V.i.S.d.P.: Dr. Matthias Müller (Präsident) E-Mail: matthias.mueller@ schwerhoerigen-netz.de 

 

Broschüre 125 Jahre Deutsche Schwerhörigenbewegung

RIV Flyer Würzburg_18.06.

 

Pressemitteilung Deutscher Schwerhörigenbund e.V. vom 17. Juni 2026

 

 

Studie stellt Nutzen von Schutzkitteln auf Neonatologien infrage

BALTIC-Studie mit knapp 10.000 Früh- und Neugeborenen zeigt: Konsequente Händedesinfektion schützt vor schweren Infektionen ebenso wirksam wie zusätzliche Schutzkleidung

Collage zeigt wie Christoph Härtel in weißem Kittel den Deinfektionsmittelspender bedient und rechts wie er Schutzkleidung und Handschuhe trägt.
Der Einsatz von Schutzkleidung benötigt eine Indikation für besondere Situationen. In der Routineversorgung belastet der ungezielte Einsatz nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sondern beeinflusst auch den Kontakt zum Kind sowie die Händehygiene. Die von Christoph Härtel geleitete BALTIC-Studie zeigt nun, dass eine konsequente Händedesinfektion Früh- und Neugeborene vor schweren Infektionen ebenso wirksam schützt wie zusätzliche Schutzkleidung. © Kirstin Linkamp / UKW

Eine große deutsche Studie mit fast 10.000 Neugeborenen auf Intensivstationen zeigt: Eine sorgfältige Händedesinfektion des Personals schützt gefährdete Babys genauso gut vor bestimmten Krankenhausinfektionen wie zusätzliche Schutzmaßnahmen mit Kitteln und Handschuhen. Untersucht wurden Früh- und Neugeborene, die mit antibiotikaresistenten gramnegativen Bakterien besiedelt waren. Solche Keime gelten in Kliniken als besonders problematisch, weil sie gegen wichtige Antibiotika unempfindlich sein können.

Lübeck/Würzburg. Dank der Fortschritte in der Früh- und Neugeborenenmedizin überleben heute deutlich mehr sehr kleine Frühgeborene und Neugeborene mit schweren Erkrankungen. Gleichzeitig sind diese Kinder auf Intensivstationen besonders anfällig für Infektionen, da ihr Immunsystem noch unreif ist und sie häufig invasive Behandlungen wie Katheter oder Beatmung benötigen. Besonders gefährlich sind Blutvergiftungen (Sepsis), die durch antibiotikaresistente gramnegative Bakterien verursacht werden und schwere sowie langfristige Folgen haben können.

Zur Infektionsvermeidung werden in vielen Kliniken neben der Händedesinfektion zusätzliche Maßnahmen wie Schutzkleidung und Handschuhe eingesetzt – insbesondere, wenn die Neugeborenen mit bestimmten resistenten Bakterien besiedelt sind. Ob diese sogenannten erweiterten Barrieremaßnahmen einen klaren Vorteil gegenüber konsequenter Händehygiene bieten, war jedoch bislang wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Diese Wissenslücke hat ein Studienteam unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Härtel, dem Direktor der Kinderklinik am Uniklinikum Würzburg, nun geschlossen. 

Hoher Aufwand für erweiterte Schutzmaßnahmen

„Wir wollten wissen, ob eine konsequente Händedesinfektion allein genauso wirksam ist wie eine Kombination aus Händedesinfektion, Schutzkittel und Einmalhandschuhen“, erläutert Christoph Härtel. Anlass für die Studie war die Frage, ob der erhebliche Aufwand der erweiterten Barrieremaßnahmen durch einen nachweisbaren zusätzlichen Nutzen gerechtfertigt ist. Neben den Kosten und dem Zeitaufwand spielt dabei auch die Umweltbelastung durch große Mengen an Einwegmaterialien eine Rolle. „Die Schutzkleidung kann den direkten Kontakt zum Kind verringern, ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln und möglicherweise sogar die Qualität der Händedesinfektion beeinträchtigen“, zählt Härtel die Nachteile auf.

In der BALTIC-Studie (Barrier Protection to Lower Transmission and Infection Rates With Gram-Negative Bacteria in Preterm Children) wurden die Schutzbarrieren zur Senkung von Übertragung und Infektionsraten bei Frühgeborenen mit gramnegativen Bakterien auf zwölf neonatologischen Intensivstationen der Maximalversorgung in einer über einen Zeitraum von 24 Monaten laufenden, cluster-randomisierten, kontrollierten Studie (RCT, Randomized Controlled Trial) im Crossover-Ansatz untersucht. 

Professorin Inke König, verantwortliche Biometrikerin der Studie und Institutsdirektorin für Medizinische Biometrie und Statistik an der Universität Lübeck (IMBS) erläutert: „Der Cluster-RCT ist ein gut geeignetes Studiendesign für Hygienefragestellungen, da Hygienemaßnahmen naturgemäß kollektiv auf der Station wirken und sich nicht präzise auf einzelne Personen begrenzen.“ In jeder Klinik galt somit jeweils ein Jahr lang die übliche Praxis mit Kitteln, Handschuhen und Händedesinfektion, im weiteren Jahr stand die konsequente Händedesinfektion im Mittelpunkt. 

Vergleichbare Infektionsraten in beiden Gruppen

Konkret analysierten die Forschenden die klinischen Verläufe von fast 10.000 Neugeborenen mit einem hohen Risiko für Infektionen durch gramnegative Bakterien, die gegen Cephalosporine der dritten Generation resistent sind. Davon war etwa jedes zehnte Kind tatsächlich mit diesen Bakterien besiedelt. Das Ergebnis: Schwere Blutinfektionen traten in beiden Gruppen gleich selten auf. Auch die Weiterverbreitung der Keime unterschied sich nicht wesentlich. Das Studienteam sieht darin einen Hinweis, dass eine konsequent durchgeführte Händehygiene der entscheidende Faktor im Infektionsschutz ist. Auf zusätzliche Schutzkleidung könnte bei der Routineversorgung bestimmter Kinder verzichtet werden.

Sorgfältige Händedesinfektion bleibt weiterhin unverzichtbar

Dies hätte mehrere Vorteile: Pflegekräfte könnten flexibler arbeiten, der Materialverbrauch würde reduziert und Ressourcen könnten gezielter dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen. „Schutzkleidung sollte nach diesen Erkenntnissen nur eingesetzt werden, wenn ein klarer medizinischer Nutzen nachgewiesen ist“, resümiert Christoph Härtel. „Eine sorgfältige Händedesinfektion bleibt aber weiterhin unverzichtbar. Gerade auf Intensivstationen für Früh- und Neugeborene gehört sie zu den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor Krankenhausinfektionen.“ 

Evidenzbasierte Infektionsprävention stärken

„Insgesamt sprechen die Ergebnisse der BALTIC-Studie dafür, künftig stärker auf gezielte und wissenschaftlich belegte Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle zu setzen. Dadurch könnten personelle und materielle Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen entfalten“, fasst Dr. Kirstin Barbara Faust, Oberärztin in der Neonatologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH, Campus Lübeck, und Erstautorin der Studie, die Ergebnisse zusammen.“

Die Studie wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bzw. dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der DAMP-Stiftung. 

Publikation: Faust K, Strecker F, Haug C, et al. Extended Barrier Precautions vs Hand Hygiene Alone and Neonatal Sepsis in Intensive Care Patients: The BALTIC Cluster-Randomized Clinical Trial. JAMA Netw Open. 2026;9(5):e2612759. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.12759

Infektionen gehören zu den Forschungsschwerpunkten der Universitätsmedizin Würzburg

Prof. Dr. Christoph Härtel initiierte die BALTIC-Studie noch während seiner Zeit in Lübeck. Bis zu seinem Wechsel nach Würzburg im Mai 2020 leitete er dort den Bereich Infektiologie, Immunologie und Rheumatologie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Diese Forschungsschwerpunkte baut er als Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Würzburg sukzessive aus – sowohl im Rahmen überregionaler Forschungsnetzwerke als auch auf dem Würzburger Campus. Hier bilden die Immunologie und Infektiologie ausgewiesene Kernbereiche in Klinik und Forschung. Dabei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit ein wichtiger Katalysator. So wirkte beispielsweise auch Prof. Dr. Stefanie Kampmeier an der BALTIC-Studie mit. Die Professorin für Krankenhaushygiene leitet die Zentrale Einrichtung für Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am UKW. Sie ist zudem Sektionssprecherin des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) des Bayerischen Zentrums für Präventive Infektionsmedizin (BZI) sowie Co-Sprecherin des NUM-Fachnetzwerkes Infektionen (SNID). Im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) hat sie gerade die neue Studie PREVENT initiiert. In dieser Studie wird unter anderem an 22 Universitätskliniken untersucht, welche Hygienemaßnahmen am besten vor Krankenhauskeimen schützen. 

Interview mit Christoph Härtel zur BALTIC-Studie

Im Interview erläutert Christoph Härtel, inwiefern die Hygienemaßnahmen bei Erwachsenen und Neugeborenen vergleichbar sind, wie sich die Risiken bei Früh- und Neugeborenen unterscheiden, warum Schutzkleidung in die Leitlinien aufgenommen wurde, welche Auswirkungen diese auf die Psyche, aber auch auf die Qualität der Händedesinfektion hat und warum die BALTIC-Studie für ein Aufatmen sorgt. Zudem gibt er einen Ausblick auf die nächsten Forschungsschritte: Mit seinem Team möchte er das Screening auf Erreger verbessern. Schlussendlich schildert er noch einmal, warum die Händedesinfektion auch beim Tragen der Schutzkleidung wichtig ist, wie sie korrekt ausgeführt wird und vor allem, wann man sich die Hände desinfizieren sollte. Das Interview finden Sie hier

Collage zeigt wie Christoph Härtel in weißem Kittel den Deinfektionsmittelspender bedient und rechts wie er Schutzkleidung und Handschuhe trägt.
Der Einsatz von Schutzkleidung benötigt eine Indikation für besondere Situationen. In der Routineversorgung belastet der ungezielte Einsatz nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sondern beeinflusst auch den Kontakt zum Kind sowie die Händehygiene. Die von Christoph Härtel geleitete BALTIC-Studie zeigt nun, dass eine konsequente Händedesinfektion Früh- und Neugeborene vor schweren Infektionen ebenso wirksam schützt wie zusätzliche Schutzkleidung. © Kirstin Linkamp / UKW

Paralympics-Stars schenken Kindern Mut

Besonderer Besuch auf den Kinderkrebsstationen in Würzburg

Vertreterinnen und Vertreter der Elterninitiative Regenbogen, vom Fachbereich Sport der Stadt Würzburg, Annettes Kinderturnen und Sporttherapeutin der Stationen in der Kinderklinik im Flur der Station Regenbogen..
Jana Lorenz-Eck (Elterninitiative Regenbogen e.V.), Stefan Axt, Christian Zeilermeier, Sabrina Feld, Jens Röder (Fachbereich Sport der Stadt Würzburg), David Behre, Daniel Scheil, Annette Wolz (Annettes Kinderturnen e.V.) und Veronika Pfeiff (Sporttherapeutin der Stationen) in der Kinderklinik (von links). Foto: Anna Reinhardt

Würzburg, 18.6.26 - Für spannende Gespräche und viel Motivation sorgte eine besondere Aktion auf den Würzburger Kinderkrebsstationen. Am 13. Juni besuchten mehrere Paralympics-Sportlerinnen und -Sportler die Kinderkrebsstationen Regenbogen und Schatzinsel der Uni-Kinderklinik. Organisiert wurde der Besuch im Vorfeld des inklusiven Sport- und Spielfests „No Limits“, das am Wochenende in der Feggrube stattfand.

Mit dabei waren die Paralympics-Sieger David Behre und Daniel Scheil sowie die Judotrainerin Sabrina Feld, der sehbehinderte Judoka Christian Zeilermeier und Stefan Axt, der seit vielen Jahren im Judo- und Behindertensport aktiv ist. Christian Zeilermeier wurde 1995 Weltmeister der Sehgeschädigten. Daniel Scheil feierte mit seiner Goldmedaille bei den Paralympics 2016 den Höhepunkt seiner Karriere.

Für die jungen Patientinnen und Patienten gab es beeindruckende Medaillen zu bestaunen. Die Gäste erzählten von ihren Lebenswegen, sportlichen Erfolgen und Herausforderungen, die sie überwunden haben. Sabrina Feld überreichte den Kindern sogar ihre Medaillen als Erinnerung an diesen besonderen Tag.
Im Mittelpunkt stand die Botschaft, dass das Leben nach einer schweren Erkrankung weitergeht und Sport auch mit Einschränkungen möglich ist. Jede Geschichte war anders, doch alle vermittelten Mut und Zuversicht.

„No Limits“ bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Gemeinsame Bewegung und gelebte Inklusion stehen dabei im Vordergrund. Unterstützt wurde der Stationsbesuch auch von Annettes Kinderturnen e.V., der sich seit Jahren für inklusiven Sport und vielfältige Bewegungsangebote für Kinder einsetzt.
Für die Elterninitiative Regenbogen e.V., die die Kinderkrebsstationen seit vielen Jahren unterstützt, war der Besuch ein gelungenes Beispiel für ihr Vereinsmotto: „Die Diagnose können wir nicht ändern, aber das Umfeld positiv beeinflussen.“ Der Verein begleitet Familien mit krebskranken Kindern während und nach der Behandlung. Der besondere Besuch sorgte für unbeschwerte Momente und brachte Abwechslung in den Klinikalltag.

Bereits 2017 waren Paralympics-Sportler auf den Stationen zu Gast. Der erneute Besuch zeigte, wie viel Mut und Hoffnung solche Begegnungen schenken können.


Text: Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V,
 

Vertreterinnen und Vertreter der Elterninitiative Regenbogen, vom Fachbereich Sport der Stadt Würzburg, Annettes Kinderturnen und Sporttherapeutin der Stationen in der Kinderklinik im Flur der Station Regenbogen..
Jana Lorenz-Eck (Elterninitiative Regenbogen e.V.), Stefan Axt, Christian Zeilermeier, Sabrina Feld, Jens Röder (Fachbereich Sport der Stadt Würzburg), David Behre, Daniel Scheil, Annette Wolz (Annettes Kinderturnen e.V.) und Veronika Pfeiff (Sporttherapeutin der Stationen) in der Kinderklinik (von links). Foto: Anna Reinhardt

Arbeitsgemeinschaft der Zentren für Seltene Erkrankungen Deutschland gründet Verein – Starke Vernetzung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen

Die Arbeitsgemeinschaft der Zentren für Seltene Erkrankungen (AG ZSE) hat einen wichtigen Meilenstein erreicht:

Gewählter Vorstand vor einer grünen Tafel. Prof. Hebestreit stützt sich auf Krücken ab.
Gewählter Vorstand vor Ort: Von links nach rechts: Prof. Dr. Lorenz Grigull, Prof. Dr. Maja Hempel, Prof. Dr. Frank Kaiser, Prof. Dr. Helge Hebestreit, Fotografin Lisa Pfister
Gruppenfoto nach Verabschiedung der Satzung. Im Hintergrund sind an einer Wand die virtuellen Teilnehmer zu sehen.
Gruppenbild nach Verabschiedung der Satzung: Fotografin Silke Amelang 1. Reihe von links nach rechts: Sophie Stoppel, Babett Mertins, Dr. Miriam Schmidts, Prof. Dr. Beate Winner, Dr. Timmy Strauß, Franziska Wedad Ershaid, Prof. Dr. Maja Hempel, Daniela Rehburg, Prof. Dr. Alma Osmanovic, Dr. Ilona Krey-Grauer, Prof. Dr. Martin Mücke, Dr. Katharina-Isabella Schmidt. 2. Reiche von links nach rechts: Luis Meister, Susanne Hammes, Dr. Katalin Komlosi, Prof. Dr. Nataliya Di Donato, Dr. Annika Arsalan-Werner, Sabine Schwade, Prof. Dr. Dorit Fabricius, Prof. Dr. Dr. Robert Steinfeld, Prof. Dr. Lorenz Grigull, Prof. Dr. Frank Kaiser, Dr. Alexandra Hebestreit, Prof. Dr. Helge Hebestreit, Lisa Pfister. 3. Reihe von links nach rechts: Dr. Theresa Lipp, PD Dr. Daniela Choukair, Andrea Schirmer, Prof. Dr. Tim Maisch, Dr. Kai Demant, Prof. Dr. Tobias Bäumer, Dr. Josef Schepers, Daniel Amy, Prof. Dr. Tilmann Schweitzer, Carmen Strauch. Virtuelle Teilnehmer von oben links nach unten rechts: Dr. Stefan Paul, Dr. Annekatrin Ripke, Nadine Weinstock, Dr. Christine Viehweger, Dr. Katharina Schubert, Dr. Judith Lorenz, Dr. Lars Böckmann, Prof. Dr. Fabian Volk, Dr. Christina Matlok, Prof. Dr. Frank Rutsch, Joline Wernsmann, Dr. Birgit Petersen, Dr. Désirée Dunstheimer, Dr. Katarzyna Rososinska, Olga Istomina, Prof. Dr. Lars Schlotawa, PD Dr. Tim W. Rattay, Alexandra Sroka, Dr. Corinna Mühlenbein, Dr. Franziska Rillig, Dr. Claudia Regenbogen, Dr. Isabel Heinrich, Prof. Dr. Reinhard Berner, Dr. Kiymet Yücesan-Toksöz, Dr. Lisa Peterson, Prof. Dr. Michael Boettcher, Dr. Eva Schwaibold, Marlene Kullik, Prof. Dr. Marc-Philip Hitz, Dr. Tim Bender.
Logo der Arbeitsgemeinschaft der Zentren für Seltene Erkrankungen Deutschland
Logo der Arbeitsgemeinschaft der Zentren für Seltene Erkrankungen Deutschland

Würzburg, 12. Juni 2026 – Die Arbeitsgemeinschaft der Zentren für Seltene Erkrankungen (AG ZSE) hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Im Rahmen einer hybriden Veranstaltung in Würzburg wurde am 12. Juni 2026 eine Vereinssatzung verabschiedet und mit mehr als 50 Gründungsmitgliedern der Weg zur AG ZSE e. V. eingeleitet. 

Die AG ZSE ist bereits seit rund zehn Jahren als informeller Zusammenschluss der Zentren für Seltene Erkrankungen (ZSE) in Deutschland aktiv. Ziel war es von Beginn an, die Zusammenarbeit der Zentren zu stärken, Erfahrungen auszutauschen und die Versorgung von Menschen mit Seltenen Erkrankungen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Mit der nun erfolgten Vereinsgründung erhält diese Zusammenarbeit eine formale und zukunftsfähige Struktur.

Die ZSE übernehmen eine zentrale Rolle bei der Diagnostik, Versorgung, Forschung und Vernetzung im Bereich der Seltenen Erkrankungen. Zu den wesentlichen Zielen der AG ZSE gehören die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Zentren, die Weiterentwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards, die Verbesserung der Patientenversorgung sowie die Unterstützung von Forschung sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Seltenen Erkrankungen. Darüber hinaus setzt sich die AG ZSE für eine stärkere nationale und internationale Vernetzung aller relevanten Akteure ein.

Die hohe Beteiligung an der Gründungsveranstaltung unterstreicht die Bedeutung dieses Schrittes für die Gemeinschaft der Zentren. Vor Ort in Würzburg nahmen 43 Personen teil, weitere 77 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren virtuell zugeschaltet. Insgesamt waren 34 der 36 Zentren für Seltene Erkrankungen durch Delegierte bei der Abstimmung vertreten.

Der Verein wird seinen Sitz in Würzburg haben. Die Unterlagen zur Eintragung in das Vereinsregister werden in den kommenden Tagen beim Amtsgericht Würzburg eingereicht.

Im Anschluss an die Verabschiedung der Satzung wurde der erste Vorstand des Vereins gewählt:

  • 1. Vorsitzender: Prof. Dr. Helge Hebestreit, Direktor des ZSE Würzburg (ZESE),
  • Stellvertretender Vorsitzender: Prof. Dr. Lorenz Grigull, Leiter des ZSE Bonn (ZSEB)
  • Schatzmeister: PD Dr. Tim W. Rattay, Leiter des Zentrums für Seltene Neurologische Erkrankungen Kiel (ZSNE)
  • Schriftführerin: Dr. Katharina Schubert, ärztliche Leiterin des ZSE Magdeburg (MaZSE)
  • Vorstandsmitglied: Prof. Dr. Frank Kaiser, Leiter des ZSE Essen (EZSE)
  • Vorstandsmitglied: Prof. Dr. Maja Hempel, Leiterin Zentrum für syndromale Entwicklungsstörungen Heidelberg
  • Vorstandsmitglied: Dr. Christine Viehweger, ärztliche Lotsin des universitären ZSE Leipzig (UZSEL) 

Der neu gewählte Vorstand dankte den Teilnehmenden für das große Vertrauen und betonte die Bedeutung der Vereinsgründung für die zukünftige Interessenvertretung der Zentren für Seltene Erkrankungen. Gemeinsam soll die erfolgreiche Zusammenarbeit der vergangenen Jahre fortgeführt und weiter ausgebaut werden, um die Versorgung von Menschen mit Seltenen Erkrankungen in Deutschland nachhaltig zu stärken.

Die Gründung des Vereins schafft die organisatorischen Voraussetzungen, um die Anliegen der Zentren für Seltene Erkrankungen noch wirkungsvoller zu vertreten und die Zusammenarbeit zwischen Versorgung, Forschung, Lehre sowie Patientenorganisationen weiter zu intensivieren.
 

Gewählter Vorstand vor einer grünen Tafel. Prof. Hebestreit stützt sich auf Krücken ab.
Gewählter Vorstand vor Ort: Von links nach rechts: Prof. Dr. Lorenz Grigull, Prof. Dr. Maja Hempel, Prof. Dr. Frank Kaiser, Prof. Dr. Helge Hebestreit, Fotografin Lisa Pfister
Gruppenfoto nach Verabschiedung der Satzung. Im Hintergrund sind an einer Wand die virtuellen Teilnehmer zu sehen.
Gruppenbild nach Verabschiedung der Satzung: Fotografin Silke Amelang 1. Reihe von links nach rechts: Sophie Stoppel, Babett Mertins, Dr. Miriam Schmidts, Prof. Dr. Beate Winner, Dr. Timmy Strauß, Franziska Wedad Ershaid, Prof. Dr. Maja Hempel, Daniela Rehburg, Prof. Dr. Alma Osmanovic, Dr. Ilona Krey-Grauer, Prof. Dr. Martin Mücke, Dr. Katharina-Isabella Schmidt. 2. Reiche von links nach rechts: Luis Meister, Susanne Hammes, Dr. Katalin Komlosi, Prof. Dr. Nataliya Di Donato, Dr. Annika Arsalan-Werner, Sabine Schwade, Prof. Dr. Dorit Fabricius, Prof. Dr. Dr. Robert Steinfeld, Prof. Dr. Lorenz Grigull, Prof. Dr. Frank Kaiser, Dr. Alexandra Hebestreit, Prof. Dr. Helge Hebestreit, Lisa Pfister. 3. Reihe von links nach rechts: Dr. Theresa Lipp, PD Dr. Daniela Choukair, Andrea Schirmer, Prof. Dr. Tim Maisch, Dr. Kai Demant, Prof. Dr. Tobias Bäumer, Dr. Josef Schepers, Daniel Amy, Prof. Dr. Tilmann Schweitzer, Carmen Strauch. Virtuelle Teilnehmer von oben links nach unten rechts: Dr. Stefan Paul, Dr. Annekatrin Ripke, Nadine Weinstock, Dr. Christine Viehweger, Dr. Katharina Schubert, Dr. Judith Lorenz, Dr. Lars Böckmann, Prof. Dr. Fabian Volk, Dr. Christina Matlok, Prof. Dr. Frank Rutsch, Joline Wernsmann, Dr. Birgit Petersen, Dr. Désirée Dunstheimer, Dr. Katarzyna Rososinska, Olga Istomina, Prof. Dr. Lars Schlotawa, PD Dr. Tim W. Rattay, Alexandra Sroka, Dr. Corinna Mühlenbein, Dr. Franziska Rillig, Dr. Claudia Regenbogen, Dr. Isabel Heinrich, Prof. Dr. Reinhard Berner, Dr. Kiymet Yücesan-Toksöz, Dr. Lisa Peterson, Prof. Dr. Michael Boettcher, Dr. Eva Schwaibold, Marlene Kullik, Prof. Dr. Marc-Philip Hitz, Dr. Tim Bender.
Logo der Arbeitsgemeinschaft der Zentren für Seltene Erkrankungen Deutschland
Logo der Arbeitsgemeinschaft der Zentren für Seltene Erkrankungen Deutschland

Neue Wege in der Versorgung der koronaren Herzkrankheit (KHK)

Universitätsmedizin Würzburg an bundesweiter Studie zur besseren Diagnose und Versorgung bei Brustschmerzen beteiligt

Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht fasst sich an die Brust, daneben ist eine Illustration eines Herzens und einer EKG-Linie, rechts im Bild das IMPRO-Studie und eine Illustration von einer Computer-Tomografie.
Unter dem Titel IMPRO (Innovatives Management für Patientinnen und Patienten mit erstmals aufgetretenen stabilen Thoraxschmerzen - Improved Management of Patients with Recent-Onset Stable Chest Pain) wird eine interdisziplinäre Methode zur ambulanten Diagnose und Versorgung von Patient*innen mit Verdacht auf KHK untersucht. Illustration: Jula Jula Udom modU / Canva

Würzburg. Schmerzen in der Brust können auf verschiedene Erkrankungen hinweisen. Häufig besteht der Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit (KHK). Bei dieser chronischen Erkrankung verengen sich die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Die KHK zählt in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. In einer aktuellen Studie, an der das Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) beteiligt ist, wird derzeit ein neuer ambulanter Versorgungsweg für Patientinnen und Patienten mit erstmals aufgetretenen stabilen Thoraxschmerzen untersucht.

IMPRO - Innovatives Management für Patientinnen und Patienten mit erstmals aufgetretenen stabilen Thoraxschmerzen

Das Projekt „IMPRO” (Improved Management of Patients with Recent-Onset Stable Chest Pain) wird 39 Monate lang mit insgesamt etwa 9,4 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert und vom Institut für Allgemeinmedizin der Philipps-Universität Marburg geleitet.

Sektorenübergreifende Zusammenarbeit

„Mit IMPRO wollen wir die Wirksamkeit einer neuen Versorgungsform unter Einbezug der Herz-Computertomographie testen“, erklärt Alexandra Greser, Projektleiterin für die Region Würzburg. An der Studie nehmen insgesamt über 300 hausärztliche und kardiologische Praxen sowie 22 von der Deutschen Röntgengesellschaft zertifizierte CT-Zentren teil. „Diese sektorenübergreifende Zusammenarbeit hat das Potenzial, die Diagnose und Behandlung von KHK-Patientinnen und -Patienten zu verbessern und somit auch das klinische Ergebnis“, ergänzt Prof. Dr. Ildikó Gágyor, Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin am UKW.

Ablauf der Studie

Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Beschwerden werden in zwei Phasen begleitet. In der ersten Kontrollphase erfolgt die Versorgung wie bisher üblich. In der anschließenden Interventionsphase wird hingegen die neue interdisziplinäre Methode zur Diagnose und Versorgung angewendet. Das Ziel besteht darin, herauszufinden, welcher Versorgungsweg sich langfristig besser bewährt. Das Projekt orientiert sich dabei an der Nationalen Versorgungsleitlinie zur KHK.

Weitere Informationen: https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/neue-versorgungsformen/impro.709 und https://www.allgemeinmedizin.uni-wuerzburg.de/forschung/laufende-studien/impro/

Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht fasst sich an die Brust, daneben ist eine Illustration eines Herzens und einer EKG-Linie, rechts im Bild das IMPRO-Studie und eine Illustration von einer Computer-Tomografie.
Unter dem Titel IMPRO (Innovatives Management für Patientinnen und Patienten mit erstmals aufgetretenen stabilen Thoraxschmerzen - Improved Management of Patients with Recent-Onset Stable Chest Pain) wird eine interdisziplinäre Methode zur ambulanten Diagnose und Versorgung von Patient*innen mit Verdacht auf KHK untersucht. Illustration: Jula Jula Udom modU / Canva