Aktuelle Pressemitteilungen

EEG an der JMU: Wissenstransfer und globales Networking im Fokus

Die Konferenz CuttingGardens bringt Forschende verschiedener Disziplinen, die mit EEG-Daten arbeiten, zusammen. Anmeldeschluss ist der 31. August 2026.

Luftaufnahme des Würzburger Mains. Im Hintergrund ist die Würzburger Stadt. Rechts im Bild das Logo mit Schriftzug Cutting Gardens 2026, welches sich in Blätter auflöst.
Thematischer Schwerpunkt des Würzburger CuttingGardens ist die Aufbereitung von EEG-Daten. (Bild: Würzburg CuttingGardens Team)

Die Elektroenzephalografie (EEG) ist ein nicht-invasives bildgebendes Verfahren der Neurowissenschaften, mit dem die spontane elektrische Aktivität des Gehirns über einen bestimmten Zeitraum aufgezeichnet wird. Durch das Platzieren mehrerer Elektroden auf der Kopfhaut misst das EEG Spannungsschwankungen, die durch neuronale Ionenströme im Gehirn entstehen.

In der akademischen und klinischen Forschung wird das EEG besonders für seine hervorragende zeitliche Auflösung geschätzt, die es ermöglicht, neuronale Prozesse im Millisekundenbereich zu erfassen. Es dient als grundlegendes Werkzeug in der kognitiven Neurowissenschaft, Neurologie und Biopsychologie, um Geisteszustände, kognitive Funktionen und Schlafmuster zu untersuchen sowie neurologische Veränderungen zu analysieren.

Was ist CuttingGardens?

CuttingGardens ist eine weltweit dezentralisierte Konferenz, die von der CuttingEEG-Community organisiert wird und sich auf Methoden zur M/EEG-Datenanalyse konzentriert. Nach dem großen Erfolg im Jahr 2023 kehrt die Konferenz dieses Jahr für ihre zweite Ausgabe zurück. Sie findet gleichzeitig an mehreren Standorten (sogenannten „Gardens“) auf der ganzen Welt statt und bietet:

  • Globale Nachmittage: Ein gemeinsames internationales Programm, das an alle Standorte übertragen wird.
  • Lokale Vormittage: Unabhängige Sessions, die rund um den Globus veranstaltet werden.

In diesem Jahr wird die JMU Würzburg ihren ersten eigenen „Garden“ ausrichten, dessen lokales Programm den Schwerpunkt auf das EEG-Preprocessing (die Datenvorverarbeitung) legt.

Der Würzburger CuttingGarden bietet Raum für einen offenen Dialog. Hier können EEG-Forschende von den Workflows der anderen lernen, indem sie das „Wie und Warum“ hinter verschiedenen Ansätzen – von klinischen Settings bis hin zu Forschungslaboratorien – ergründen.

Datum und Veranstaltungsort

Die Konferenz findet am Institut für Psychologie I in der Marcusstraße 9-11 statt. Sie beginnt am Montag, den 21. September 2026, und endet am Freitag, den 25. September 2026.

Lokales Programm und Registrierung

Alle Details zu Zeitplan, Themen, Sessions und dem Registrierungsprozess finden Sie auf der Webseite des Würzburger CuttingGarden 2026.

Anmeldungen sind ab sofort offiziell bis zum 31. August 2026 um 23:59 Uhr MESZ möglich.

Kontakt

Wenn Sie Fragen haben oder weitere Details benötigen, wenden Sie sich gerne an das Würzburger CuttingGarden-Team unter psy-cuttinggarden2026@ uni-wuerzburg.de.

 

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 04.08.2026

Luftaufnahme des Würzburger Mains. Im Hintergrund ist die Würzburger Stadt. Rechts im Bild das Logo mit Schriftzug Cutting Gardens 2026, welches sich in Blätter auflöst.
Thematischer Schwerpunkt des Würzburger CuttingGardens ist die Aufbereitung von EEG-Daten. (Bild: Würzburg CuttingGardens Team)

Personalia vom 04.08.2026 +++ Wir gratulieren herzlich!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

 

Prof. Dr. Frank Breuckmann, Chefarzt, Klinik Kitzinger Land, Abteilung Kardiologie, Pneumologie, Neurologie und Internistische Intensivmedizin, wurde mit Wirkung vom 28.07.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Innere Medizin“ erteilt. Gleichzeitig wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Würzburg bestellt.

Dr. Philipp Gruschwitz, Oberarzt, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, wurde mit Wirkung vom 23.07.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Radiologie“ erteilt

 

 

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 04.08.2026
 

Bessere Sicht, mehr Sicherheit im OP: Videolaryngoskopie überzeugt im Vergleich

Weltweit größte randomisiert-kontrollierte Studie mit mehr als 2.500 Patientinnen und Patienten zeigt Vorteile der videogestützten Atemwegssicherung gegenüber der klassischen direkten Laryngoskopie.

Die drei verschiedenen untersuchten Laryngoskope nebeneinander auf grauem Hintergrund.
In der COVALENT-Studie wurden drei Laryngoskope miteinander verglichen: das klassische Laryngoskop (links), das Macintosh-Videolaryngoskop (Mitte) und das hyperangulierte Videolaryngoskop mit stark gekrümmtem Spatel. © Benedikt Schmid / UKW
Collage mit vier Bildern an einer Patientenpuppe - Laryngoskopie- und Intubationsvorgang
Die Collage demonstriert den Laryngoskopie- und Intubationsvorgang im Trainingslabor. Oben links findet eine Laryngoskopie mit konventionellem Laryngoskop statt, daneben wird der Tubus eingefügt. Das Bild unten links zeigt eine ideale Sicht auf die Stimmbandebene, rechts wird der Tubus korrekt in der Trachea zwischen den Stimmbändern platziert. © Benedikt Schmid / UKW
Diagramm zeigt den first-path-success bei 2532 Patienten mit drei unterschiedlichen Laryngoskopen, erfolgreich blaue Kästchen in Säule, nicht erfolgreich rote Kästchen in Säule.
In der randomisierten, kontrollierten klinischen Studie mit drei Armen, an der 2.532 erwachsene Patienten teilnahmen, lagen die Erfolgsraten beim ersten Durchgang bei Macintosh-Videolaryngoskopen (82,9 %) und hyperangulierten Videolaryngoskopen (87,6 %) signifikant höher als bei der direkten Laryngoskopie (78,2 %). © Benedikt Schmid / UKW

Die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) hat gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und Österreich untersucht, welche Methode bei der endotrachealen Intubation die besten Ergebnisse erzielt. Die COVALENT-Studie zeigt: Videolaryngoskope ermöglichen häufiger eine erfolgreiche Intubation bereits beim ersten Versuch, verkürzen die Atemwegssicherung nach Fehlschlägen und reduzieren kleinere Verletzungen. Die Ergebnisse sprechen dafür, die Videolaryngoskopie künftig als Standardverfahren im Operationssaal einzusetzen.

Würzburg. Die Intubation zählt zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Aufgaben in der Anästhesie. Dabei wird durch das Einführen eines dünnen, flexiblen Schlauchs, des sogenannten Tubus, über Mund oder Nase in die Luftröhre die Atmung sichergestellt und die Luftröhre abgedichtet, sodass keine Flüssigkeiten, wie beispielsweise Magensaft oder Blut, in die Lunge gelangen können. Zur Einführung des Tubus muss die Luftröhre gut sichtbar sein. Das sogenannte Laryngoskop (griechisch „Larynx“ für Kehlkopf und „skopein“ für betrachten) ermöglicht es Anästhesistinnen und Anästhesisten, die Zunge vorsichtig zu heben und einen guten Blick auf Kehlkopf und Stimmbänder zu erhalten. 

Ein herkömmliches Laryngoskop besteht aus einem Griff, einer Klinge und einer Lichtquelle. Heute kommen zunehmend auch Videolaryngoskope zum Einsatz. Diese besitzen eine kleine Kamera an der Spitze, die das Bild auf einen Monitor überträgt. Aber sind sie wirklich besser? 

Diese Frage beantwortet Dr. Dr. Benedikt Schmid, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) mit einem klaren „Ja“. Der Anästhesist und Leiter der AG Data Science and Reproducible Research verglich in einer multizentrischen Studie mit mehr als 2.500 erwachsene Patientinnen und Patienten die konventionelle mit der videogestützten Laryngoskopie bei perioperativen endotrachealen Intubationen, also bei der Platzierung eines Beatmungsschlauchs während einer Operation. „Unsere Daten zeigen, dass die Videolaryngoskope die Intubation während einer Vollnarkose deutlich erleichtern und die Sicherheit erhöhen“, erläutert Benedikt Schmid. 

Bei routinemäßigen Trachealintubationen führen Videolaryngoskope zu deutlich höheren Erfolgsraten beim ersten Versuch

In der COVALENT-Studie verglich Schmid mit einem Team von sechs Kliniken in Deutschland und Österreich erstmals drei Verfahren miteinander: die klassische direkte Laryngoskopie sowie zwei Formen der Videolaryngoskopie mit unterschiedlicher Geometrie. Die Erfolgsraten beim ersten Durchgang waren bei den sogenannten Macintosh-Videolaryngoskopen (82,9%) und den sogenannten hyperangulierten Videolaryngoskopen (87,6 %) signifikant höher als bei der direkten Laryngoskopie (78,2 %). „Beide Videoverfahren führten also häufiger bereits beim ersten Versuch zu einer erfolgreichen Trachealintubation“, erläutert Benedikt Schmid. „Besonders gut schnitten Geräte mit stark gekrümmtem Spatel ab.“ Zudem gelang nach einem fehlgeschlagenen ersten Versuch die Intubation mit Videolaryngoskopen schneller und es traten seltener kleinere Verletzungen im Mund- und Rachenraum auf.

„Die Ergebnisse sprechen dafür, die Videolaryngoskopie künftig als neuen Standard für die routinemäßige Atemwegssicherung im Operationssaal einzusetzen“, kommentiert Prof. Dr. Patrick Meybohm, Direktor der Würzburger Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. 

Projektpartner und Förderung

Neben dem UKW waren an der COVALENT-Studie die Anästhesiologischen Kliniken der Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Leipzig und Heidelberg sowie die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg beteiligt. Das Projekt wurde von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) gefördert. 

Publikation: Benedikt Schmid, Linda Grüßer, Lukas Müller, Maria Wittmann, Achilles Delis, Tugce Dinc Dogan, Robert Werdehausen, Christopher Neuhaus, Peter Paal, Carolin Claassen, Philipp Helmer, Paul Fischer, Peter Kranke, Patrick Meybohm, Gregor Massoth, and the German Society of Anaesthesiology and Intensive Care (GSAIC) Trials Group. Conventional vs Video-Assisted Laryngoscopy for Perioperative Endotracheal Intubations: A Randomized Clinical Trial. JAMA Netw Open. 2026;9(8):e2625965. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.25965

Die drei verschiedenen untersuchten Laryngoskope nebeneinander auf grauem Hintergrund.
In der COVALENT-Studie wurden drei Laryngoskope miteinander verglichen: das klassische Laryngoskop (links), das Macintosh-Videolaryngoskop (Mitte) und das hyperangulierte Videolaryngoskop mit stark gekrümmtem Spatel. © Benedikt Schmid / UKW
Collage mit vier Bildern an einer Patientenpuppe - Laryngoskopie- und Intubationsvorgang
Die Collage demonstriert den Laryngoskopie- und Intubationsvorgang im Trainingslabor. Oben links findet eine Laryngoskopie mit konventionellem Laryngoskop statt, daneben wird der Tubus eingefügt. Das Bild unten links zeigt eine ideale Sicht auf die Stimmbandebene, rechts wird der Tubus korrekt in der Trachea zwischen den Stimmbändern platziert. © Benedikt Schmid / UKW
Diagramm zeigt den first-path-success bei 2532 Patienten mit drei unterschiedlichen Laryngoskopen, erfolgreich blaue Kästchen in Säule, nicht erfolgreich rote Kästchen in Säule.
In der randomisierten, kontrollierten klinischen Studie mit drei Armen, an der 2.532 erwachsene Patienten teilnahmen, lagen die Erfolgsraten beim ersten Durchgang bei Macintosh-Videolaryngoskopen (82,9 %) und hyperangulierten Videolaryngoskopen (87,6 %) signifikant höher als bei der direkten Laryngoskopie (78,2 %). © Benedikt Schmid / UKW

Die Sonnenfinsternis sicher betrachten

Am 12. August 2026 ist die in Deutschland am stärksten sichtbare Sonnenfinsternis seit 1999 zu beobachten. Die Augenklinik des Uniklinikums Würzburg erklärt, wie sich das Naturschauspiel sicher verfolgen lässt und welche Gefahren für die Augen beim ungeschützten Blick in die Sonne drohen.

 

PD Dr. Berlin hält in seinen Händen eine Schutzbrille für die Sonnenfinsternis
PD Dr. Andreas Berlin von der Augenklinik des UKW: Die Sonnenfinsternis nur mit zertifizierter Spezialbrille betrachten! © Daniel Peter / KI-modifiziert / UKW

Würzburg. Wenn sich am Mittwoch, 12. August 2026, der Mond vor die Sonne schiebt, bietet sich auch in Unterfranken ein beeindruckendes Himmelsschauspiel. In Würzburg beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19:20 Uhr, erreicht gegen 20:13 Uhr ihren Höhepunkt und endet mit dem Sonnenuntergang gegen 20:43 Uhr. Wer das Ereignis beobachten möchte, sollte dabei jedoch keinesfalls auf den richtigen Augenschutz verzichten. Darauf weist die Augenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) hin.

Nur mit zertifizierter Schutzbrille in die Sonne blicken

„Eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille ist die wichtigste Voraussetzung, um eine Sonnenfinsternis sicher zu beobachten“, betont Privatdozent Dr. Andreas Berlin, Oberarzt der Augenklinik und Poliklinik des UKW. Wichtig sei außerdem, dass die Schutzbrille unbeschädigt ist und der internationalen Norm ISO 12312-2 entspricht. Die Brille müsse bereits vor dem Blick zur Sonne aufgesetzt und dürfe erst wieder abgenommen werden, nachdem der Blick von der Sonne abgewendet wurde.

Schäden bleiben oft zunächst unbemerkt

Der direkte Blick in die Sonne kann bereits nach kurzer Zeit zu einer sogenannten solaren Retinopathie führen. Dabei werden die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut dauerhaft geschädigt. Typische Beschwerden wie verschwommenes Sehen, ein dunkler Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes oder verzerrtes Sehen treten häufig erst Stunden später auf. „Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Deshalb bemerken Betroffene die Schädigung oft erst, wenn sie bereits eingetreten ist“, erläutert Dr. Berlin. Zwar könnten sich die Veränderungen teilweise zurückbilden, in manchen Fällen bleibe jedoch eine dauerhafte Einschränkung des zentralen Sehens bestehen.

Sonnenbrillen reichen nicht aus

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme bieten normale Sonnenbrillen keinen ausreichenden Schutz. Sie reduzieren zwar die Helligkeit und filtern einen Großteil der UV-Strahlung, schwächen die intensive Sonneneinstrahlung jedoch nicht genügend ab. Zudem erweitern sich hinter den dunklen Gläsern die Pupillen, sodass unter Umständen sogar mehr schädliches Licht auf die Netzhaut gelangen kann.

Besondere Vorsicht gilt auch bei Ferngläsern, Kameras oder Teleskopen. Diese dürfen niemals zusammen mit einer gewöhnlichen Sonnenfinsternis-Brille verwendet werden. Stattdessen sind spezielle Sonnenfilter erforderlich, die vor der Objektivöffnung angebracht werden.

Kinder nur unter Aufsicht beobachten lassen

Für Kinder gelten grundsätzlich dieselben Schutzmaßnahmen wie für Erwachsene. Auch sie sollten ausschließlich zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen verwenden. Da jüngere Kinder jedoch häufig noch nicht sicher beurteilen können, ob die Schutzbrille richtig sitzt oder beschädigt ist, empfiehlt das UKW eine Beobachtung nur unter Aufsicht Erwachsener.

 

 

Text: Pressestelle / UKW
 

PD Dr. Berlin hält in seinen Händen eine Schutzbrille für die Sonnenfinsternis
PD Dr. Andreas Berlin von der Augenklinik des UKW: Die Sonnenfinsternis nur mit zertifizierter Spezialbrille betrachten! © Daniel Peter / KI-modifiziert / UKW

Wolffskeel-Realschule spendet über 6.500 Euro für Angehörigenhaus

Schülerinnen und Schüler der Wolffskeel-Realschule Würzburg haben bei einem Spendenlauf eindrucksvoll gezeigt, wie Sport und gesellschaftlicher Zusammenhalt Hand in Hand gehen können. Die dabei gesammelten 6.562,40 Euro kommen dem vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ geplanten Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung zugute.

Übergabe Spendenscheck
Schulleiter Ingolf John (links) und Lehrer Vitali Schreivogel überreichten den Spendenscheck aus dem Benefizlauf der Würzburger Wolffskeel-Realschule an Gabriele Nelkenstock vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“. Foto: Andreas Kraus

Würzburg. 530 Schülerinnen und Schüler der Wolffskeel-Realschule Würzburg drehten bei einem Spendenlauf vom 6. bis 10. Juli dieses Jahres ausdauernd ihre Runden. Jede gelaufene Runde wurde durch Sponsorinnen und Sponsoren aus dem Familien- und Freundeskreis honoriert, was den sportlichen Ehrgeiz der Jugendlichen besonders anstachelte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 6.562,40 Euro wurden jetzt an den Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ überreicht.

Organisiert wurde die Aktion von Vitali Schreivogel, Lehrer an der Wolffskeel-Realschule, im Gedenken an eine an Krebs verstorbene Kollegin. „Wir wollten das Erinnern mit einem Zeichen der Solidarität verbinden. Im Mittelpunkt standen die Freude an der Bewegung und die Bereitschaft, sich gemeinsam für Menschen in schwierigen Lebenssituationen einzusetzen“, erläutert Schreivogel. 

Unterstützung für das Angehörigenhaus

Der Spendenerlös fließt in den Aufbau des geplanten Zentrums für Patienten- und Angehörigenbegleitung in Würzburg. Dazu soll der historische Rotkreuzhof so umgebaut werden, dass dort Angehörigen schwer erkrankter Patientinnen und Patienten eine bezahlbare Unterkunft, Orte der Begegnung und Beratung sowie weitere Unterstützungsleistungen geboten werden können. Ziel ist es, Menschen in einer oft belastenden Lebensphase umfassend zu begleiten und ihnen ein Stück Halt und Entlastung zu geben.

„Wir freuen uns sehr über diese außergewöhnliche Unterstützung“, kommentierte Gabriele Nelkenstock bei der Spendenübergabe. Die Vorsitzende von „Hilfe im Kampf gegen Krebs e. V.“ fuhr fort: „Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur eine beachtliche Spendensumme erlaufen, sondern zugleich ein starkes Zeichen für Mitmenschlichkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt. Dass Bewegung auch noch ein wesentlicher Faktor bei der Prävention vieler Erkrankungen ist, macht die Aktion extra wertvoll.“  

Text: Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.

Pressemitteilung Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. - 30. Juli 2026

Übergabe Spendenscheck
Schulleiter Ingolf John (links) und Lehrer Vitali Schreivogel überreichten den Spendenscheck aus dem Benefizlauf der Würzburger Wolffskeel-Realschule an Gabriele Nelkenstock vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“. Foto: Andreas Kraus

Referenzzentrum für Endokrine Chirurgie am UKW erneut erfolgreich zertifiziert

Hohe Expertise, exzellente Behandlungsqualität und starke Forschung überzeugen Auditoren

Blick in den OP-Saal, Operateure stehen mit Lupenbrillen und Stirnlampe am OP-Tisch.
Prof. Dr. Nicolas Schlegel (links) und Privatdozent Dr. Michael Meir bei einer Schilddrüsenoperation. Die Arbeit mit Lupenbrille zur vergrößerten Darstellung feiner anatomischer Strukturen ist in der modernen Schilddrüsenchirurgie Standard. © Valerie Hübner / UKW

Würzburg. Ob ein Knoten in der Schilddrüse, eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen oder ein Tumor der Nebenniere – Eingriffe an hormonbildenden Organen sind anspruchsvolle Operationen in der Viszeralchirurgie. Sie erfordern viel Erfahrung, höchste Präzision und die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Dass Patientinnen und Patienten am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) dabei auf eine Versorgung auf höchstem Niveau vertrauen können, bestätigt nun erneut die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): Sie hat das Referenzzentrum für Endokrine Chirurgie erfolgreich für weitere drei Jahre bis zum 31. Juli 2029 rezertifiziert (Zertifikat).

Endokrine Chirurgie wird sehr ernst genommen und sehr kompetent betrieben

Im Rahmen eines ganztägigen Audits wurden durch einen Gutachter, der selbst Leiter eines großen Zentrums für Endokrine Chirurgie ist, die Strukturen, Behandlungsabläufe und die operative Qualität des Zentrums bewertet. Sein Fazit fiel eindeutig aus: Die endokrine Chirurgie werde am UKW „in Diagnostik, Therapie, Nachsorge und Forschung sehr ernst genommen und sehr kompetent betrieben“. Die Ausstattung des Zentrums sei „sowohl apparativ als auch personell überdurchschnittlich“, die demonstrierte operative Leistung sei „sehr gut und ohne Beanstandungen“, die Leitlinien würden konsequent umgesetzt. 

„Die erneute Rezertifizierung bestätigt die hohe Qualität unserer Patientenversorgung und ist zugleich eine Anerkennung für die hervorragende Arbeit unseres gesamten interdisziplinären Teams“, freut sich Prof. Dr. Nicolas Schlegel, der das Referenzzentrum für Endokrine Chirurgie am UKW leitet. Neben Schlegel nahmen Klinikdirektor Prof. Dr. Christoph-Thomas Germer, PD Dr. Michael Meir, PD Dr. Joachim Reibetanz, PD Dr. Christina Lenschow sowie Studienassistentin Nicole Kirschbauer am Audit teil.

Hohe Fallzahlen und spezialisierte Expertise

Besonders positiv bewertete der Auditor die Entwicklung des Zentrums in den vergangenen drei Jahren. Die Mindestmenge der einzelnen operierten Entitäten wurden zum Teil sogar deutlich übertroffen. Aktuell werden vor allem Steigerungen der Nebenniereneingriffe verzeichnet, sodass für das Jahr 2026 mehr als 100 Eingriffe erwartet werden. 

Während des Audits wurden mehrere Operationen an Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Nebennieren begleitet, darunter auch robotisch assistierte Eingriffe mit dem Da-Vinci-Operationssystem. Hervorgehoben wurde die hohe Spezialisierung innerhalb des Teams. So verfügt Joachim Reibetanz über eine besondere Expertise in der Nebennierenchirurgie, während der besondere Fokus von Nicolas Schlegel auf die Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie ausgerichtet ist. Die klare Aufgabenteilung bewertet der Auditor ausdrücklich als Vorteil, da sie den Patientinnen und Patienten für jede Erkrankung die größtmögliche operative Erfahrung zur Verfügung stelle. Darüber hinaus haben Nicolas Schlegel und Michael Meir im Jahr 2026 erfolgreich die europäische Qualifikation Endocrine Surgery (EBSQ) erworben. Diese international anerkannte Zusatzqualifikation bescheinigt besondere fachliche Expertise auf dem Gebiet der endokrinen Chirurgie.

Qualität entlang der gesamten Behandlungskette

Neben den Operationen wurden auch die organisatorischen Abläufe überprüft. Dazu gehörten unter anderem die Visite auf der chirurgischen Station, die Dokumentation der Behandlungsverläufe, die Einhaltung der Leitlinien sowie das Fortbildungs- und Studienmanagement. Diese Kriterien wurden allesamt erfüllt. 

Ein weiterer Schwerpunkt war das interdisziplinäre Tumorboard für Endokrine Tumoren, in dem wöchentlich Tumorfälle gemeinsam mit den beteiligten Fachdisziplinen besprochen werden. Durch die sehr kompetent besetzten beteiligten Fachrichtungen im Hause werde hier ein hoher Standard erreicht, heißt es im Auditbericht. 

Die enge Verbindung von Patientenversorgung und Forschung wertete der Auditor ebenfalls als besondere Stärke des Würzburger Zentrums. Unterstrichen werde dies unter anderem durch den Lehrstuhl für Experimentelle Viszeralchirurgie, den Zentrumsleiter Nicolas Schlegel innehat.

Die Zertifizierung als Referenzzentrum für Endokrine Chirurgie wurde damit ohne Einschränkung befürwortet. Das Universitätsklinikum Würzburg ist damit eines von wenigen Zentren in Deutschland, das diese Qualifizierungsstufe erfüllt. 

Blick in den OP-Saal, Operateure stehen mit Lupenbrillen und Stirnlampe am OP-Tisch.
Prof. Dr. Nicolas Schlegel (links) und Privatdozent Dr. Michael Meir bei einer Schilddrüsenoperation. Die Arbeit mit Lupenbrille zur vergrößerten Darstellung feiner anatomischer Strukturen ist in der modernen Schilddrüsenchirurgie Standard. © Valerie Hübner / UKW

Würzburg gibt den Startschuss für bundesweites Kommunikationsprogramm in der Krebsmedizin

Mit dem ersten von sechs Modulen eröffnet das Universitätsklinikum Würzburg das neue bundesweite Train-the-Trainer-Programm „TrainKommOnko“. Es soll die Kommunikation mit Krebspatientinnen und -patienten nachhaltig verbessern und als festen Qualitätsstandard in der onkologischen Versorgung verankern.

Gesprächssituation
Zentraler Schulungsinhalt des Würzburger Moduls: Welche professionelle Haltung ist von Seiten der Gesundheitsberufe nötig, um Krebserkrankte bestmöglich zu begleiten? © Konstantin Schrader / UKW
Gruppenbild Teilnehmende und Dozierende
Die Teilnehmenden und Dozierenden der ersten TrainKommOnko-Schulung im Mai dieses Jahres am Uniklinikum Würzburg. © Konstantin Schrader / UKW

Würzburg. Die Krebsmedizin hat enorme Fortschritte gemacht. Doch gute Versorgung braucht mehr als moderne Diagnostik und innovative Therapien: Sie braucht Kommunikation, die Orientierung gibt, gemeinsame Entscheidungen ermöglicht und Menschen mit Krebs auf ihrem Weg begleitet. 

Train-the-Trainer-Prinzip: Multiplikatoren ausbilden

Vor diesem Hintergrund fördert die Deutschen Krebshilfe das Programm „TrainKommOnko“ mit mehr als acht Millionen Euro. Unter der Gesamtleitung von Prof. Dr. Jana Jünger vom Institut für Kommunikations- und Prüfungsforschung in Heidelberg werden in den kommenden vier Jahren Ärztinnen und Ärzte sowie Personen aus weiteren Gesundheitsberufen an Comprehensive Cancer Centers sowie Onkologischen Zentren zu Kommunikationstrainerinnen und -trainern qualifiziert. Als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geben sie ihr Wissen anschließend an ihren jeweiligen Standorten weiter und etablieren gute Kommunikation als festen Qualitätsstandard.

Würzburger Modul: Haltung als Grundlage guter Gespräche

Das Uniklinikum Würzburg (UKW) hat für das Programm das erste von bundesweit sechs Modulen entwickelt und im Mai dieses Jahres erstmals durchgeführt. Verantwortet wird der Würzburger Schulungsbaustein von Prof. Dr. Imad Maatouk, Lehrstuhlinhaber für Integrierte Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, und Prof. Dr. Claudia Löffler, Professorin für Integrative Onkologische Medizin. Das interprofessionelle Curriculum entstand in enger Zusammenarbeit mit Privatdozentin Dr. Elisabeth Jentschke, Leiterin der Psychoonkologie am UKW, sowie weiteren Expertinnen und Experten aus den beteiligten Fachbereichen. Im Mittelpunkt steht weniger die Vermittlung einzelner Gesprächstechniken als vielmehr die Frage, welche professionelle Haltung Gesundheitsberufe benötigen, um Menschen mit einer Krebserkrankung bestmöglich zu begleiten. „Gute Kommunikation beginnt mit aufmerksamem Zuhören, gegenseitigem Vertrauen und dem gemeinsamen Entwickeln tragfähiger Entscheidungen“, verdeutlicht Prof. Maatouk. Und Prof. Dr. Löffler ergänzt: „Gute Krebsversorgung muss konsequent am Menschen orientiert sein. Gute Kommunikation schafft Orientierung und verbindet wissenschaftliche Evidenz mit den individuellen Bedürfnissen, Werten und Lebenszielen der Patientinnen und Patienten. So entsteht eine Versorgung, die Menschen befähigt, ihre Gesundheit und Lebensqualität aktiv mitzugestalten.“ Fragen zu Bewegung, Ernährung und weiteren unterstützenden Maßnahmen gehören längst zum Alltag in der Krebsmedizin. Gleichzeitig ist die Studienlage oft komplex und die Informationsflut im Internet schwer einzuordnen. Das Würzburger Modul vermittelt deshalb, wie Gespräche über Integrative Onkologie evidenzbasiert, verständlich und alltagsnah geführt werden können. Ergänzend wurden praxisnahe Gesprächshilfen sowie wissenschaftlich fundierte Informationsmaterialien erarbeitet, die Menschen in Gesundheitsberufen dabei unterstützen, Patientinnen und Patienten verlässliche Orientierung zu geben und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Im Tandem mit Hamburg

An der ersten, dreitägigen Schulung in Würzburg nahmen 18 Beschäftigte aus onkologischen Zentren in ganz Deutschland teil. Für die bundesweite Umsetzung arbeitet das UKW-Team eng mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf als Tandempartner zusammen. Die gemeinsam entwickelten Inhalte wurden Ende Juli einer zweiten Teilnehmerkohorte in der Hansestadt vermittelt.

In den kommenden Jahren sollen an zunächst zwölf, später an mehr als 30 onkologischen Zentren Kommunikationstrainerinnen und -trainer ausgebildet werden. So entsteht in den kommenden Jahren ein bundesweites Netzwerk, das Kommunikationskompetenz nachhaltig in der onkologischen Versorgung verankert.

 

Text: Pressestelle / UKW

Gesprächssituation
Zentraler Schulungsinhalt des Würzburger Moduls: Welche professionelle Haltung ist von Seiten der Gesundheitsberufe nötig, um Krebserkrankte bestmöglich zu begleiten? © Konstantin Schrader / UKW
Gruppenbild Teilnehmende und Dozierende
Die Teilnehmenden und Dozierenden der ersten TrainKommOnko-Schulung im Mai dieses Jahres am Uniklinikum Würzburg. © Konstantin Schrader / UKW