Aktuelle Pressemitteilungen

CAR-T-Zell-Therapie: Eine Erfolgsgeschichte am Uniklinikum Würzburg

CAR-T-Zellen zählen zu den großen Hoffnungsträgern in der Krebsmedizin. Das Uniklinikum Würzburg spielt bei der Erforschung, Anwendung und Ausweitung dieses neuen Arzneimittelprinzips eine international bedeutende Rolle.

Gruppenbild 2 CAR-T-Zell-Therapie
Auf unterschiedliche Weisen mit der aussichtsreichen CAR-T-Zell-Therapie verbunden (von links): Forschungsgruppenleiter Dr. Michael Hudecek, der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Georg Ertl (beide Uniklinikum Würzburg, UKW), Gabriele Nelkenstock (Stiftung „Forschung hilft“), der Würzburger Universitätspräsident Prof. Dr. Alfred Forchel, der Myelom-Patient Peter J. und Prof. Dr. Hermann Einsele (Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW.) Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg
Gruppenbild CAR-T-Zell-Therapie
Freuen sich über die Würzburger Erfolge bei der Erforschung und Anwendung von CAR-T-Zellen (von links): Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW) sowie Dr. Michael Hudecek und Prof. Dr. Hermann Einsele, Krebsexperten der Medizinischen Klinik II des UKW, zusammen mit dem Myelom-Patienten Peter J., Gabriele Nelkenstock von der Stiftung „Forschung hilft“ und Prof. Dr. Alfred Forchel, dem Präsidenten der Uni Würzburg. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg
Laborsituation
In den Forschungslabors des Uniklinikums Würzburg wird unter anderem daran gearbeitet, das Anwendungsspektrum von CAR-T-Zellen zukünftig auf möglichst jede Krebsart auszuweiten. Bild: Daniel Peters / Uniklinikum Würzburg

T-Zellen sind weiße Blutkörperchen, die der Immunabwehr dienen. Leider sind sie in ihrem natürlichen Zustand für Tumorzellen „blind“. Durch gentechnologische Veränderungen können sie allerdings für jeweils eine spezifische Krebsart maßgeschneidert „scharfgestellt“ werden (siehe Kasten). Diese CAR-T-Zellen sind in den letzten Jahren in den Fokus der internationalen Krebstherapieforschung und der biopharmazeutischen Entwicklung gerückt. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) arbeitet hier seit einigen Jahren in der Weltelite mit – sowohl in der präklinischen Entwicklung, wie auch in der Anwendung der ersten einsatzfähigen Präparate.
„In diesem Zusammenhang war es eine überaus weitsichtige Entscheidung von Prof. Dr. Hermann Einsele – dem Direktor der Medizinischen Klinik II und selbst ein Pionier der zellulären Immuntherapie – im Jahr 2012 Dr. Michael Hudecek aus den USA an unser Klinikum zu holen“, unterstreicht Prof. Dr. Georg Ertl. Der Ärztliche Direktor des UKW präzisiert: „Auf der Basis von Dr. Hudecek‘s Know-how in der CAR-T-Zell-Forschung konnten ein Forschungslabor und eine Arbeitsgruppe zu diesem neuartigen Arzneimittelprinzip aufgebaut werden, die sich heute großer internationaler Sichtbarkeit erfreuen.“ Prof. Dr. Matthias Frosch, der Dekan der Medizinischen Fakultät zeigt sich begeistert von den Publikationen der Arbeitsgruppe in hochrangigen Fachjournalen und der erfolgreichen Drittmitteleinwerbung in diesem Bereich.

Teil der Forschungs-Weltelite

Gemessen werden kann diese „Sichtbarkeit“ zum Beispiel daran, dass Prof. Einsele und Dr. Hudecek regelmäßig zu Kongressen in aller Welt eingeladen werden, um vor der immunonkologischen Weltelite ihre Ergebnisse zu präsentieren. Zuletzt organisierten die beiden Experten im Februar dieses Jahres das erste europäische CAR-T-Zell-Meeting in Paris/Frankreich, wo sie selbst mehrere Vorträge hielten.
Ein weiteres „Qualitätsmerkmal“ der Würzburger CAR-T-Zell-Forschung ist die erfolgreiche Einwerbung von Forschungs-Drittmitteln aus unterschiedlichen Quellen – sowohl von der Deutschen Krebshilfe und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, wie auch von der Europäischen Union.
Mit etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – Wissenschaftlern, Medizinern, Medizinisch-technischen Angestellten, Doktoranden sowie Gastwissenschaftlern aus anderen europäischen Ländern – ist die Arbeitsgruppe von Dr. Hudecek eines der größten präklinischen Programme zu CAR-T-Zellen in Europa.

An großen internationalen Studien beteiligt

Auch die Translation, also der Einsatz neuer Präparate im Patienten, gelingt in Würzburg. So ist das UKW an einer internationalen und multizentrischen Phase I/IIa klinischen Studie beteiligt. Hauptziel des EURE-CART-Projekts ist der Nachweis der Sicherheit und Effektivität eines CAR-T-Zell-Produktes zur Behandlung der Akuten Myeloischen Leukämie und des Multiplen Myeloms.
Parallel dazu leitet die Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg das von der EU geförderte Projekt CARAMBA. Das ebenfalls multinational aufgestellte Projekt zielt darauf ab, ein von Dr. Hudecek entwickeltes CAR-T-Zellen-Produkt für die Behandlung des Multiplen Myeloms in die klinische Anwendung zu überführen.

Anwender zugelassener Bio-Pharma-Präparate

Mittlerweile haben mehrere (Bio-)Pharmaunternehmen für eine Reihe von CAR-T-Zell-Präparaten die Zulassung in den USA und Europa erhalten. Das UKW gehört hier zu den wichtigsten Anwendern in Deutschland. „Seit dem Jahr 2016 behandeln wir als eine der ersten deutschen Einrichtungen Patienten mit zugelassenen CAR-T-Zell-Produkten. Bislang haben wir insgesamt 20 Menschen mit Lymphknotenkrebs oder akuter lymphatischer Leukämie therapiert, bei denen alle etablierten Therapien versagt hatten“, berichtet Prof. Einsele.

Erfolgsbeispiel eines Myelom-Patienten

Im letzten Jahr wurden am UKW zudem die ersten beiden Myelom-Patienten mit von der Industrie bereitgestellten CAR-T-Zellen behandelt. Einer davon ist Peter J. aus dem Raum Schweinfurt. Bei dem heute 70-Jährigen wurde die bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks Ende des Jahres 2015 diagnostiziert. Ab Mai 2016 erhielt er an der Medizinischen Klinik II des UKW mehrere Chemotherapien und wurde in Abständen drei Mal mit Eigenstammzellen therapiert. „Leider kehrten die Myelom-Zellen danach immer schneller zurück. Die Behandlung mit CAR-T-Zellen war für Herrn J. eine der letzten verbleibenden Behandlungsoptionen“, schildert Prof. Einsele und fährt fort: „Glücklicherweise passte er in eine entsprechende Studie eines US-amerikanischen Biopharmazie-Unternehmens.“ Anfang Dezember 2018 wurden ihm seine in den USA entsprechend modifizierten und vermehrten T-Zellen zurückinfundiert. Außer einer zeitweiligen Fieberreaktion kam es zu keinen Nebenwirkungen. Hingegen sank die Menge der Myelom-Zellen in seinem Körper drastisch ab. Seit Mitte Januar 2019 ist Peter J. wieder zu Hause und fühlt sich den Umständen entsprechend sehr gut. Er ist schmerzfrei und kann bis zu einer Stunde problemlos spazieren gehen sowie leichte körperliche Arbeiten verrichten. Für eine weitere „Normalisierung“ muss in den kommenden Wochen und Monaten noch sein therapiebedingt zurückgedrängtes Immunsystem wieder aufgebaut werden.
Wie bei Peter J. sind die Ergebnisse der CAR-T-Zell-Therapien am UKW insgesamt sehr positiv. „Bei einem Großteil unserer Patienten konnten wir eine Remission erreichen. Das bedeutet, dass die Tumoren nach einer einmaligen CAR-T-Zell-Gabe so weit zurückgehen, dass man dauerhaft keine Krebszellen mehr nachweisen kann“, erläutert Dr. Hudecek.

Entwicklungsziele: Feinschliff und Ausweitung

Zu den Forschungszielen der nächsten Zeit zählt es, die bestehenden CAR-T-Zell-Produkte noch weiter zu verfeinern und noch besser steuerbar zu machen. „Hier kommen die Synergien zwischen unserer präklinischen und klinischen Arbeit sowie die gute Kooperation mit der Industrie zum Tragen. Beispielsweise arbeiten wir in unserem Labor daran, das Nebenwirkungsmanagement von vorhandenen CAR-T-Zell-Präparaten weiter zu optimieren“, sagt Prof. Einsele.
Eine weitere Hauptaufgabe sieht der Klinikdirektor ferner darin, das Anwendungsspektrum von CAR-T-Zellen zukünftig auf möglichst jede Krebsart auszuweiten. So untersucht die Medizinische Klinik II des UKW derzeit, ob dieses Arzneimittelprinzip auch bei soliden Tumoren wie Brust-, Lungen- oder Bauspeicheldrüsenkrebs hilfreich sein kann.

Durch regionale Spenden- und Stiftungsgelder gefördert

Eine besondere „Rückenstärkung“ für die Würzburger CAR-T-Zell-Forschung war und ist die Förderung durch den Verein ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘ und die Stiftung „Forschung hilft“. So organisierte der von Gabriele Nelkenstock geführte Verein bereits im Jahr 2013 auf der Mainfranken-Messe in Würzburg einen Benefizlauf, dessen Erlös gezielt dem Projekt von Dr. Hudecek zugute kam. „Schon damals zeichnete sich ab, welche große Bedeutung CAR-T-Zellen für zukünftige Krebstherapien haben können. Deshalb war es Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. ein Anliegen, die Weiterentwicklung des Projektes im Rahmen unserer Möglichkeiten zu sichern und voranzutreiben“, berichtet Gabriele Nelkenstock.
Fortgesetzt wurde die Förderung durch die im Jahr 2017 gegründete Stiftung „Forschung hilft“. Hinter der Einrichtung stehen der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ und die Medizinische Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Im vergangenen Jahr ehrte die Stiftung insgesamt sieben wissenschaftliche Arbeitsgruppen mit Förderpreisen. Sehr großen Zuspruch fand beim externen wissenschaftlichen Beirat der Stiftung das Designer-T-Zellen-Projekt von Dr. Hudecek. Entsprechend erhielt es eine Fördersumme von 20.000 Euro. „Diese Unterstützung ist für uns in mehrfacher Hinsicht wertvoll“, so Dr. Hudecek. Zum einen seien die Gelder höchst willkommen, um neue Ideen seiner Arbeitsgruppe zügig testen zu können – ohne langwierige Förderungsanträge. „Zum anderen sehen wir die Förderung auch als eine besondere, von der regionalen Bevölkerung getragene Wertschätzung unserer Arbeit, die uns zusätzlich motiviert“, beschreibt der Forscher. „Die Universität Würzburg ist dem Verein ‚Hilfe im Kampf gegen den Krebs‘ überaus dankbar für die Einrichtung der Stiftung zur Förderung der Krebsforschung. Damit können zukunftsweisende, erfolgversprechende Ansätze in der Krebsforschung der JMU vertieft und ausgebaut werden“, betont Prof. Dr. Alfred Forchel, Präsident der Universität Würzburg.


So funktioniert die CAR-T-Zell-Therapie
Für die Herstellung von CAR-T-Zellen werden zunächst T-Zellen aus dem Blut des Patienten gewonnen. Mit gentechnischen Verfahren wird in die Zellen ein neues Gen stabil eingebaut, das T-Zellen normalerweise nicht haben. Dieses Gen ist der Bauplan für ein spezifisches Protein, das als künstlicher (chimärer) Antigenrezeptor (CAR) bezeichnet wird. Die modifizierten T-Zellen werden zur Vermehrung angeregt und dem Patienten über eine Infusion wieder zugeführt. Mithilfe des künstlichen Antigenrezeptors erkennen die CAR-T-Zellen gezielt die Tumorzellen, docken an diesen an und töten sie ab. Vor der Rückgabe der CAR-T-Zellen wird in der Regel eine intensive Chemotherapie durchgeführt. Sie drängt nicht nur die Tumorzellen zurück, sondern auch das körpereigene Immunsystem. So können sich die CAR-T-Zellen effektiver im Körper des Patienten vermehren.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Gruppenbild 2 CAR-T-Zell-Therapie
Auf unterschiedliche Weisen mit der aussichtsreichen CAR-T-Zell-Therapie verbunden (von links): Forschungsgruppenleiter Dr. Michael Hudecek, der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Georg Ertl (beide Uniklinikum Würzburg, UKW), Gabriele Nelkenstock (Stiftung „Forschung hilft“), der Würzburger Universitätspräsident Prof. Dr. Alfred Forchel, der Myelom-Patient Peter J. und Prof. Dr. Hermann Einsele (Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW.) Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg
Gruppenbild CAR-T-Zell-Therapie
Freuen sich über die Würzburger Erfolge bei der Erforschung und Anwendung von CAR-T-Zellen (von links): Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW) sowie Dr. Michael Hudecek und Prof. Dr. Hermann Einsele, Krebsexperten der Medizinischen Klinik II des UKW, zusammen mit dem Myelom-Patienten Peter J., Gabriele Nelkenstock von der Stiftung „Forschung hilft“ und Prof. Dr. Alfred Forchel, dem Präsidenten der Uni Würzburg. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg
Laborsituation
In den Forschungslabors des Uniklinikums Würzburg wird unter anderem daran gearbeitet, das Anwendungsspektrum von CAR-T-Zellen zukünftig auf möglichst jede Krebsart auszuweiten. Bild: Daniel Peters / Uniklinikum Würzburg

Protein BRCA1 als Stress-Coach

Zwei Proteine sorgen Hand in Hand dafür, dass die Tumorzellen des Neuroblastoms auf Hochtouren wachsen können. Wie sie das bewerkstelligen, zeigt ein Würzburger Forschungsteam in „Nature“.

Protein BRCA1 als Stress-Coach
Zellen eines Neuroblastoms: Die roten Punkte markieren Stellen, an denen das BRCA1-Protein in engem Kontakt mit der RNA-Polymerase II vorkommt. Das ist nur dann der Fall, wenn auch das Protein MYCN vorliegt (rechtes Bild). Aufnahmen: Christina Klotz

Wer sich schon einmal näher mit den molekularen Grundlagen von Brustkrebs befasst hat, dem dürfte das Kürzel BRCA1 untergekommen sein. Dahinter verbirgt sich ein Protein, das die Zellen des Brustgewebes vor Krebs schützt. Überraschenderweise kann dieses Protein aber auch eine entgegengesetzte Wirkung haben: Bei einer anderen Krebsart, dem Neuroblastom, hilft es, den Tumor stabil zu halten. Das berichten Forschungsgruppen aus Würzburg, Göttingen und den Niederlanden in „Nature“.


Das Neuroblastom ist eine Krebserkrankung, die im frühen Kindesalter auftritt. Entartete Zellen des Nervensystems wachsen dabei im Bauchraum zu Geschwulsten heran; die Krankheit kann sehr unterschiedlich verlaufen. Weniger aggressive Tumore lassen sich gut behandeln oder bilden sich sogar spontan zurück. Dagegen sind die Überlebensaussichten für Kinder, deren Krebszellen das Tumorprotein MYCN aufweisen, besonders schlecht.

An Zellkulturen und Patienten untersucht

„In den aggressiven Neuroblastomen ist ein Zusammenwirken des Tumorproteins MYCN mit BRCA1 nötig, um den Tumor am Leben zu halten“, sagt Dr. Steffi Herold, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe von Professor Martin Eilers am Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Das hat die Gruppe in Zellkulturen entdeckt. Auch in Gewebematerial von Patienten ließ sich das Ergebnis bestätigen: Tumoren von erkrankten Kindern, die hohe Mengen MYCN enthalten, weisen immer auch hohe Konzentrationen von BRCA1 auf. Das konnten Forscher aus Amsterdam und Utrecht zeigen, die mit der Gruppe von Professor Eilers kooperieren.


Das JMU-Team beschreibt in der Nature-Publikation den Mechanismus, über den das BRCA1-Protein Neuroblastomzellen am Leben erhält. Weil Krebszellen viel zu schnell wachsen und sich viel zu oft teilen, müssen sie ihren Stoffwechsel auf sehr hoher Geschwindigkeit laufen lassen. Das bedeutet Stress für die Zellen, und hier kommt BRCA1 ins Spiel: „Vereinfacht gesagt sorgt es dafür, dass die Zellen diesen Stress bewältigen können“, erklärt JMU-Postdoc Dr. Gabriele Büchel.

Bei Schäden öffnet BRCA1 ein Nebengleis

Genauer: In den Zellen des Neuroblastoms steuert nun das Protein MYCN die Transkription, also das Ablesen der genetischen Information im Zellkern. Diesen für die Zelle überlebenswichtigen Vorgang vergleicht Professor Eilers mit einem Zug, der auf einem Gleis fährt. „Gibt es am Gleis einen Schaden, kommt der Zug zum Stehen. Das Wachstum der Tumorzelle gerät ins Stocken, sie droht zu sterben.“ Das Protein BRCA1 sorge in diesem Fall dafür, dass eine Weiche zu einem Nebengleis geöffnet wird. So kann der Zug ausweichen, bis die Tumorzelle den Schaden am Hauptgleis repariert hat.


Hand in Hand sorgen die Proteine MYCN und BRCA1 also dafür, dass der Stoffwechsel der Tumorzellen immer weiter auf Hochtouren laufen kann. Darauf wurde das JMU-Team aufmerksam, als es in Neuroblastomzellen nach bislang unbekannten Angriffspunkten suchte, über die sich das Tumorwachstum hemmen lässt.

Viele weitere Fragen sind zu klären

Patienten mit einem Neuroblastom können von diesen neuen Erkenntnissen zwar nicht unmittelbar profitieren, aber das Team von Eilers wird das Thema weiter verfolgen und erwartet, dass sich aus den Erkenntnissen neue Therapieansätze ergeben. Es will auch klären, ob die Kooperation der Proteine MYCN und BRCA1 nur bei Neuroblastomen auftritt oder ob hier ein genereller Mechanismus vorliegt, der auch bei anderen Krebsarten zum Tragen kommt. Dr. Herold will dazu unter anderem Zellen des Prostatakrebses analysieren, weil auch hier das Auftreten des Tumorproteins MYCN mit einer aggressiven und schwer behandelbaren Form des Tumors verbunden ist.


Doktorandin Jacqueline Kalb wird sich damit befassen, wie der genaue Mechanismus der Zusammenarbeit zwischen den beiden Proteinen aussieht und ob noch andere Proteine beteiligt sind als die in „Nature“ beschriebenen. Und Dr. Büchel wird von MYCN „angetriebene“ Neuroblastome daraufhin untersuchen, ob man ihre Stresslage ausnutzen kann, um die bislang unzureichenden Therapien zu verbessern.
Diese Arbeiten wurden unter anderem vom Europäischen Forschungsrat (im Rahmen eines ERC Grants für Professor Eilers) und von der Deutschen Krebshilfe finanziell gefördert.

Publikation

Recruitment of BRCA1 limits MYCN-driven accumulation of stalled RNA Polymerase.
Nature, online publiziert am 20. März 2019, DOI 10.1038/s41586-019-1030-9

Kontakt
Prof. Dr. Martin Eilers, Biozentrum der Universität Würzburg, T +49 931 31-84111 Martin.Eilers@biozentrum.uni-wuerzburg.de
Dr. Steffi Herold, Biozentrum der Universität Würzburg, T +49 931 31-88072 s.herold@uni-wuerzburg.de

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Uniklinikum Würzburg: Konzertante Akkordeonmusik für einen guten Zweck

Am Freitag, den 29. März 2019, breiten zwei renommierte Akkordeon-Orchester, verstärkt durch die Sopranistin Anja Tschamler, ein Spektrum von der Musik der Spätrenaissance und des Barock über Tango und Filmmusik bis zu zeitgenössischer Komposition aus. Die Benefizveranstaltung in der Kirche St. Burkard in Würzburg unterstützt die Stammzelltherapie am Uniklinikum Würzburg.

Das Akkordeon-Orchester Marktheidenfeld
Das Akkordeon-Orchester Marktheidenfeld unter Leitung von Alma Flammersberger (links). Bild: Mark Heintze
Sopranistin Anja Tschamler
Die Sopranistin Anja Tschamler ergänzt und bereichert das Benefizkonzert. Bild: Maiores Photographie
Akkordeon-Orchester
Das Akkordeon-Orchester „G. Rossini“ aus Belluno/Italien Bild: Fisorchestra G. Rossini

Das Akkordeon, im Orchester gespielt, ist ein hervorragendes Instrument für die Interpretation klassischer Werke und folkloristischer Musik, genauso wie von Stücken der modernen Unterhaltungs- und Filmmusik. Dies wird bei einem Benefizkonzert am 29. März 2019 besonders deutlich werden. Mit dem Akkordeon-Orchester Marktheidenfeld unter Leitung von Alma Flammersberger und dem italienischen Akkordeon-Orchester „G. Rossini“, dirigiert von Ernesto Bellus, zeigen gleich zwei renommierte Künstlergruppen ihr breites Können. Darüber hinaus wird das aus einigen langjährigen Mitgliedern des Akkordeon-Orchesters Marktheidenfeld bestehende Ensemble Akkordeonissimo auftreten. Beim Deutschen Ensemblewettbewerb im Mai 2017 in Düsseldorf kam diese Gruppe auf den ersten Platz.
Bereichert wird der Konzertabend durch die in Würzburg wirkende Sopranistin Anja Tschamler.
 

Von Bach bis Filmmusik

Das Komponistenspektrum reicht unter anderem von Johann Sebastian Bach über Edvard Grieg bis zu Kevin Dietrich (Jahrgang 1992). Der ehemalige Student der Musikhochschule Würzburg gilt als bundesweit bekannter Akkordeon-Virtuose.
Außerdem wird mit einem Werk von Carlos Gardel der Tango gewürdigt, während „Gabriellas Song“ aus dem Kinoerfolg „Wie im Himmel“ sowie die Tondichtung „Die Abenteuer des Tom Sawyer & Huckleberry Finn“ einen Bogen zur Filmmusik schlagen.
Der Eintritt ist frei, der auf Freiwilligkeit beruhende Erlös der Veranstaltung kommt vollständig der Stammzelltherapieeinheit der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg zugute. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Uniklinikum Würzburg: Mit spannenden Veranstaltungen Teil der Wuerzburg Web Week

Das Uniklinikum Würzburg beteiligt sich Anfang April dieses Jahres mit spannenden, kostenlosen Veranstaltungen aus dem Bereich der Digitalisierung an der Aktionswoche Wuerzburg Web Week.

Bild aus Biobank
Bei der Wuerzburg Web Week kann unter anderem die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg (ibdw), der hochtechnisierte „kälteste Ort“ der Stadt kennengelernt werden. Bild: Thomas Pieruschek / Uniklinikum Würzburg

Die 2. Wuerzburg Web Week vom 1. bis 8. April 2019 ist eine Dachveranstaltung, die in der Region Würzburg alle gesellschaftlichen Gruppen zusammenbringen will, die mit dem Thema Digitalisierung zu tun haben: Firmen, Start-up-Unternehmen, Selbstständige, Schulen, Hochschulen, Institutionen, Netzwerke, Vereine sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Auch das Uniklinikum Würzburg (UKW) beteiligt sich an der von der gemeinnützigen Regionalmarketinggesellschaft Würzburg AG veranstalteten Aktionswoche.

Drei Live-Demo-Stände mit innovativen digitalen Lösungen

Am Mittwoch, den 3. April 2019, sind zwischen 13:00 und 14:00 Uhr alle Interessierten eingeladen, kostenlos drei Live-Demo-Stände an einem Ort zu besuchen. Unter dem Titel „Blutabnahmen, Not without a trace“ wird hier gezeigt, wie eine App die Sicherheit bei der Entnahme von Blutproben erhöht. Per App zurück ins Leben – eine weitere App unterstützt die leitlinienkonforme Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen und deren standardisierte Dokumentation. Am dritten Demo-Stand kann unter der Überschrift „Vitalzeichen auf Augenhöhe“ ein Head-Mounted-Display ausprobiert werden, mit dessen Hilfe Anästhesisten gleichzeitig mehrere Operationen überwachen können. Die beiden letztgenannten Programme entstanden in einer Kooperation des UKW mit dem Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie am Institut Mensch-Computer-Medien der Uni Würzburg. Gemeinsamer Veranstaltungsort der Live Demo-Stände ist das Gebäude A9, Seminarraum A9.1.21 (1. Stock), Straubmühlweg 2a in Würzburg.

Hautnahe Einblicke in die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg
Am selben Tag kann man sich zwischen 14:00 und 16:30 Uhr detailliert über die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg (ibdw), den „kältesten Ort in Würzburg“ informieren. Los geht es mit einer kurzen Einführung in die Thematik der Biomaterialien für die medizinische Forschung und deren Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung und Verwendung. Nach dem Vortrag in Gebäude A9, Seminarraum A9.1.21 (1. Stock), Straubmühlweg 2a, können die Besucher/innen die benachbarte hochtechnisierte Biomaterialbank bei einer Führung hautnah kennenlernen. Zu sehen sein werden vollautomatisierte - 80 °C Lager, manuelle - 160 °C Flüssigstickstofflager sowie die vollautomatisierte Probenverarbeitung.

Vortrag zur „Anwendungsentwicklung im Klinischen Umfeld“

Am Montag, den 8. April 2019, geben Experten des Servicezentrums Medizin-Informatik (SMI) von 15:00 bis 16:00 Uhr in einem Vortrag einen Überblick über die „Anwendungsentwicklung im Klinischen Umfeld“. Das SMI sorgt dafür, dass Soft- und Hardware, Server und Kommunikationssysteme am UKW reibungslos funktionieren. Außerdem unterstützt und modelliert das Servicezentrum die Prozesse des Gesundheitswesens. Veranstaltungsort ist der Sitz des SMI in der Schweinfurter Straße 4 in Würzburg. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Events ist hier eine Anmeldung unter Tel: 0931/201-55522 erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 20 Personen begrenzt.

Organisiert von der Würzburg AG

Organisatorin der Web Week ist die Würzburg AG. Seit 17 Jahren kommuniziert und fördert die Regionalmarketinggesellschaft die Würzburger Standortvorteile Lebensqualität, Bildung, Wissenschaft, Innovationsbereitschaft und Zukunftsfähigkeit. Dazu entwickelt sie immer wieder auf’s Neue progressive Projekte. Statt Vereinsmitgliedern hat die Würzburg AG gemäß ihrer Rechtsform der „kleinen Aktiengesellschaft“ Aktionäre: Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen aus der Würzburger Wirtschafts- und Wissenschaftslandschaft, die durch den Aktienkauf sowie ihr weiteres Engagement die Aktiengesellschaft fördern. Das Uniklinikum Würzburg seit dem Jahr 2014 als Aktionärin dabei.
Details unter www.wuerzburg-ag.de und www.wueww.de

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Bild aus Biobank
Bei der Wuerzburg Web Week kann unter anderem die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg (ibdw), der hochtechnisierte „kälteste Ort“ der Stadt kennengelernt werden. Bild: Thomas Pieruschek / Uniklinikum Würzburg

Fastenzeit am Uniklinikum Würzburg: Ein Kreuz, viele beschriftete Steine und fünf Meditationen

Das ökumenische Seelsorgeteam des Uniklinikums Würzburg markiert die Fastenzeit wieder mit besonderen Angeboten: An einem Holzkreuz in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin und am Altar der katholischen Klinikkapelle können bis Karfreitag beschriftete Steine niedergelegt werden – und eine öffentliche Meditationsreihe lädt zur Besinnung ein.

Fastenkreuz am UKW
Bei einer Fastenaktion des ökumenischen Seelsorgeteams des Uniklinikums Würzburg können beschriftete Steine an einem Holzkreuz abgelegt werden. Bild: Marion Mack / Uniklinikum Würzburg

Wie schon in den vergangenen Jahren steht auch heuer wieder ein Fastenkreuz in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW), nahe des Raums der Stille. Am Fuß des etwa mannshohen Holzkreuzes können sechs Wochen lang beschriftete Steine abgelegt werden. „Alle – Patientinnen und Patienten, deren Besucherinnen und Besucher sowie natürlich auch die Beschäftigten des Klinikums – sind herzlich eingeladen, ihre persönlichen Gedanken mit den bereitliegenden Stiften auf die ebenfalls zur Verfügung gestellten Steine zu schreiben“, sagt die Klinikseelsorgerin Marion Mack. Sinnsprüche und Bibelzitate, Dankes- und Trostworte, Fürbitten und Fragen, Klagen und Hoffnungen – vieles ist hier denkbar.
Parallel dazu läuft die Aktion auch in der katholischen Klinikkapelle im Altgelände des UKW an der Josef-Schneider-Straße. Hier können die Steine am Altar niedergelegt werden. Am Karfreitag sind das Fastenkreuz und die Anliegen-Steine dann Teil des dortigen Gottesdienstes.

15-minütiges Meditationsangebot

Ein weiteres Fastenzeit-Angebot der Klinikseelsorge ist in diesem Jahr eine Reihe von jeweils 15-minütigen, öffentlichen Meditationen. Immer um 13:00 Uhr ist im ökumenischen Meditationsraum in der Universitätsfrauenklinik (Gebäude C15, dritter Stock, Josef-Schneider-Straße) Raum und Zeit, um mit Musik, einem Gedankenimpuls, Stille und Segen zur Ruhe zu kommen. Verbleibende Termine sind der 14., 21. und 27. März sowie der 3. und 11. April.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Fastenkreuz am UKW
Bei einer Fastenaktion des ökumenischen Seelsorgeteams des Uniklinikums Würzburg können beschriftete Steine an einem Holzkreuz abgelegt werden. Bild: Marion Mack / Uniklinikum Würzburg

Abendsprechstunde: Das Uniklinikum Würzburg informiert über Behandlungsmöglichkeiten bei starkem Übergewicht

Am Montag, den 8. April 2019, lädt das Uniklinikum Würzburg gemeinsam mit der Main-Post-Akademie zu einer „Abendsprechstunde“ zum Thema Adipositas ein. Bei der kostenlosen Veranstaltung informieren vier Expertinnen und Experten über die Gesundheitsgefahren und Therapiemöglichkeiten bei starkem Übergewicht. Außerdem beantworten sie individuelle Fragen der Zuhörer/innen.

Referent/innen der Abendsprechstunde zu Adipositas
Privatdozent Dr. Florian Seyfried, Dr. Ann-Kathrin Koschker, Dr. Bodo Warrings und Christina Haas (von links oben nach rechts unten) sind die Referent/innen der Abendsprechstunde zu Adipositas am 8. April 2019. Bilder: Uniklinikum Würzburg

Laut dem Robert Koch-Institut sind etwa zwei Drittel der Männer und die rund die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen ist stark übergewichtig, also adipös. Neben Einschränkungen in der Lebensqualität haben adipöse Menschen zudem ein deutlich erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus Typ II, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfällen, Gelenkleiden sowie bestimmten Krebsarten zu erkranken. Hinzu kommen Atembeschwerden bei Belastung, Sodbrennen und verschiedene andere Sekundärerscheinungen. Mehr als genug Gründe für das Uniklinikum Würzburg (UKW), dieses Krankheitsbild am 8. April dieses Jahres in einer „Abendsprechstunde“ aufzugreifen. Die Abendsprechstunde ist eine kostenlose Veranstaltungsserie, die vom UKW gemeinsam mit der Main-Post-Akademie organisiert wird. Sie dauert von 18:00 bis 19:30 Uhr und findet im Hörsaal 1 der Zahnklinik am Pleicherwall in Würzburg statt.

Adipositas – kein auswegloses Schicksal

Bei der aktuellen Ausgabe unter dem Titel „Adipositas – kein auswegloses Schicksal“ informiert ein interdisziplinäres Expertenteam die Teilnehmer/innen: Der Chirurg Privatdozent Dr. Florian Seyfried, die Endokrinologin Dr. Ann-Kathrin Koschker, der Psychiater Dr. Bodo Warrings und die Ökotrophologin Christina Haas. Sie beantworten Fragen wie: Ab wann ist Übergewicht eine Krankheit? Warum ist es so schwierig, nachhaltig Gewicht abzunehmen? Was tun, wenn eine konservative Therapie nicht funktioniert? Wann könnte eine Operation helfen, wie sieht eine solche Operation aus und wie wirkt sie? Was sind die postoperativen Herausforderungen?

Fragen schon bei der Anmeldung einreichen

Für die Teilnahme wichtig ist eine Anmeldung unter www.akademie.mainpost.de oder Tel: 0931/6001 6009. Eine besondere Chance: Zusammen mit der Anmeldung können Fragen eingereicht werden, die die Referentinnen und Referenten dann bei der Veranstaltung beantworten.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Referent/innen der Abendsprechstunde zu Adipositas
Privatdozent Dr. Florian Seyfried, Dr. Ann-Kathrin Koschker, Dr. Bodo Warrings und Christina Haas (von links oben nach rechts unten) sind die Referent/innen der Abendsprechstunde zu Adipositas am 8. April 2019. Bilder: Uniklinikum Würzburg

Tag der offenen Tür: Zehn Jahre Comprehensive Hearing Center am Uniklinikum Würzburg

Das Comprehensive Hearing Center (CHC) an der HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg feiert am 6. April dieses Jahres sein zehnjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Das Zentrum bündelt alle an der Versorgung von Schwerhörigen beteiligten Disziplinen an einem Ort.

interdisziplinäres Team am CHC Würzburg
Ein interdisziplinäres Team sorgt am CHC Würzburg für eine bestmögliche Diagnostik und Behandlung von schwerhörigen Menschen. Bild: Michael Bogar / Uniklinikum Würzburg

Am 6. April 2019 breitet das Comprehensive Hearing Center (CHC) Würzburg zwischen 10:00 und 15:00 Uhr sein umfassendes Diagnostik-, Therapie- und Beratungsangebot vor allen interessierten Besucher/innen aus. Bei einem Tag der offenen Tür zeigen die Experten des Interdisziplinären Hörzentrums des Uniklinikums Würzburg (UKW) unter anderem, wie man die Hörfähigkeit – auch die von Babys und Kleinkindern – messen kann, wie Hörimplantate und Cochlea-Implantate funktionieren, welche anderen Therapiemöglichkeiten bei Schwerhörigkeit bestehen und was ein Hörtraining bewirken kann. Auch die Forschungsaktivitäten der Einrichtung werden laienverständlich beleuchtet.

Vor zehn Jahren gegründet

Der Tag der offenen Tür des an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des UKW angesiedelten CHC markiert in diesem Jahr auch ein besonders Jubiläum: Vor zehn Jahren gründete der Klinikdirektor, Prof. Dr. Rudolf Hagen, das Zentrum mit seiner wegweisenden Struktur. „Ziel dabei war es, zum Wohle der Patienten alle an der Versorgung von Schwerhörigen beteiligten Fachgruppen räumlich kompakt zusammenzufassen, vom Wartezimmer über die Diagnostik bis hin zur Geräteanpassung und dem Hörtraining“, schildert Prof. Hagen. Diese Zentrierung des CHC auf ein mit akustisch optimierten Räumen ausgestattetes Stockwerk der Kopfklinik an der Josef-Schneider-Straße, konnte bald erreicht werden. Seitdem durchlaufen die Patienten hier ihr individuelles Untersuchungs- und Beratungs- und Behandlungsprogramm.

Hochpersonalisierte Versorgungsleistungen

Kinder aller Altersgruppen werden apparativ oder mit den notwendigen Implantaten versorgt. Für die Erwachsenen halten die Spezialisten, wenn die Hörgeräteversorgung nicht ausreicht, alle aktuellen Hörimplantatlösungen bereit – von aktiven Mittelohrimplantaten über Knochenleitungshörgeräte bis hin zu vollimplantierbaren Hörgeräten und Cochlea-Implantaten. In Zusammenarbeit mit der im selben Haus untergebrachten Neurochirurgie werden darüber hinaus Hirnstammimplantate eingesetzt. „Mit diesem einzigartigen Gesamtkonzept sind wir in der Lage, unseren Patienten eine maßgeschneiderte, hochpersonalisierte Versorgung zu bieten“, betont Prof. Hagen.
Eine Leistung, die von Menschen aus ganz Deutschland und teilweise auch aus dem Ausland genutzt wird, ist die Spezialsprechstunde für Patienten mit einem Akustikusneurinom, einer gutartigen Tumorerkrankung des Gleichgewichtsnervs.

In der Grundlagen- und Klinischen Forschung aktiv

In der Grundlagenforschung beschäftigen sich die Experten des CHC Würzburg derzeit von der Stammzelle bis zu hörphysiologischen und psychologischen Themen. Die angewandte klinische Forschung fokussiert sich aktuell auf Bereiche der Elektrophysiologie und Audiologie sowie auf chirurgische Techniken. Eine neu eingerichtete Professur für experimentelle Hörforschung rundet das Themenspektrum ab.
Weitere Details zum Programm des Tages der offenen Tür finden sich unter www.chc.ukw.de

Pressemitteilung als PDF zum Download.

interdisziplinäres Team am CHC Würzburg
Ein interdisziplinäres Team sorgt am CHC Würzburg für eine bestmögliche Diagnostik und Behandlung von schwerhörigen Menschen. Bild: Michael Bogar / Uniklinikum Würzburg