In einem gesonderten Ranking wurden die Einrichtungen der Gesundheitsforschung gelistet. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) belegt darin Platz 80 weltweit. Im Vergleich der 33 deutschen Universitätsklinika erreichte das UKW Platz elf.
In der im Nature Index ebenfalls ausgewiesenen Rangliste der Universitäten kam die Julius-Maximilians-Universität Würzburg im internationalen Vergleich auf Platz 84 und damit auf Platz 4 unter den deutschen Hochschulen.
Die Nature Publishing Group gehört zur Springer-Nature-Verlagsgruppe. Zu den bekanntesten Zeitschriften des Verlags gehören Nature und Scientific American.
Aktuelle Pressemitteilungen
Das Uniklinikum Würzburg (UKW) ist eines der europaweit führenden Zentren bei der Behandlung von Multiplem Myelom (MM). Außerdem gehört die bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks zu den Forschungsschwerpunkten des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken, des am UKW angesiedelten Onkologischen Spitzenzentrums. Diese Expertise – und die Fähigkeit, auch komplexe medizinische Zusammenhänge laienverständlich darzustellen – führen dazu, dass Patienten, Angehörige und sonstig Interessierte aus ganz Deutschland zu den am UKW veranstalteten Myelom-Foren kommen. Am Mittwoch, den 25. Juli 2018, findet die sechste Neuauflage statt. Zwischen 16:00 und 19:00 Uhr stellen die Krebsspezialisten des Klinikums im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin an der Oberdürrbacher Straße neue Forschungserkenntnisse sowie aktuelle Therapiemethoden vor.
Diverse immuntherapeutische Ansätze
„Schwerpunkt der Veranstaltung sind unterschiedliche immuntherapeutische Ansätze zur Behandlung von MM und anderen Krebsarten, die wir am Klinikum in mehreren Arbeitsgruppen erfolgreich vorantreiben“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW. Der international renommierte Tumorexperte fährt fort: „Beim Forum werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel über den aktuellen Stand des Hemibodies-Projekt informiert, bei dem im Labor maßgeschneiderte Eiweißmoleküle das Immunsystem des Patienten so aktivieren, dass es die Krebszellen zielgerichtet zerstören kann. Außerdem sind wir dabei, die schon bei anderen Tumorerkrankungen erfolgreich eingesetzten CAR T-Zellen auch gegen das Multiple Myelom zu wenden.“ Die Idee dahinter: Weiße Blutkörperchen des Patienten werden mit einem sogenannten Chimären Antigen-Rezeptor (CAR) ausgerüstet, der wie ein Sensor ein spezielles Molekül auf den Myelom-Zellen erkennt und diese dann vernichtet.
Antworten auf persönliche Fragen
Wie von der Veranstaltungsreihe gewohnt, werden die Zuhörerinnen und Zuhörer Gelegenheit haben, von qualifizierter Seite Antworten auf persönliche Fragen zu erhalten. Ebenfalls schon gute Tradition sind die begleitenden Infostände in der Magistrale des Zentrums für Innere Medizin, die eine unkomplizierte Kontaktaufnahme mit Selbsthilfegruppen und weiteren Initiativen ermöglichen.
Anmeldung erforderlich
Die Teilnahme am 6. Myelom-Forum Würzburg ist kostenlos. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bitten die Veranstalter allerdings um eine Anmeldung bis 2. Juli 2018 im Sekretariat von Prof. Hermann Einsele unter Tel: 0931/201-40001 oder bei der Organisatorin Gabriele Nelkenstock unter E-Mail: info@kampfgegenkrebs.de.
Nach diesem halbtägigen „Forschungsspecial“ wird im November dieses Jahres das 7. Myelom-Forum als ganztägige „Großveranstaltung“ wieder ein noch breiteres Themenspektrum rund um das Multiple Myelom abdecken.
Über das Multiple Myelom
Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.
Organisiert wurde die Reihe von Prof. Dr. Franziska Jundt. Als Leiterin des Bereichs Autologe Stammzelltransplantation und des Zentrums für das Multiple Myelom am Uniklinikum Würzburg (UKW) ist sie selbst eine der wenigen Frauen in Deutschland, die in der Hämatologie eine universitätsmedizinische Führungsposition einnehmen. Sie erläutert: „Die Referentinnen werden aufzeigen, was es bedeutet, in der Universitätsmedizin zu forschen und zu arbeiten. Neben den möglichen Berufsfeldern sowie dem Weg zu einem gelungenen Berufseinstieg und einer erfolgreichen Karriere wird es natürlich auch um die Frage gehen, wie sich dieses mit einer Familie vereinbaren lässt.“
Den Auftakt macht am Donnerstag, den 28. Juni 2018, Prof. Dr. Katja Weisel vom Universitätsklinikum Tübingen. Zwischen 12:30 und 13:30 Uhr gibt sie persönliche Einblicke in ihren Weg vom Medizinstudium zur Entwicklung klinischer Studien.
Nach dem Vortrag besteht Gelegenheit, mit der Vortragenden bei einem kleinen Imbiss zu diskutieren und Netzwerke zu pflegen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Veranstaltungsort ist der Seminarraum 2 im Gebäude A1 im Zentrum für Operative Medizin des UKW an der Oberdürrbacher Straße in Würzburg.
Vorträge:
28. Juni 2018
Mein Weg vom Medizinstudium zur Entwicklung klinischer Studien
Prof. Dr. Katja Weisel, Universitätsklinikum Tübingen
4. Juli 2018
Jonglieren zwischen Klinik, Labor und Familie in der Krebs-Immuntherapie
Prof. Dr. Marion Subklewe, Universitätsklinikum München
13. Juli 2018
Karrierewege in der Universitätsmedizin
Prof. Dr. Simone Fulda, Universität Frankfurt
Weitere Termine folgen und werden zeitnah bekanntgegeben.
Pressekontakt: Prof. Dr. Franziska Jundt, E-Mail: jundt_f@ukw.de
Das Uniklinikum Würzburg beteiligt sich mit insgesamt fünf Infoständen vor dem Falkenhaus am Oberen Markt. Dabei wirbt das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit mit „Schöne und gerade Zähne – damit Sie gerne lachen!“. Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) demonstriert, wie man gemeinsam das Herz stärker macht. Der Auftritt des Zentrums für Interdisziplinäre Schmerzmedizin steht unter dem Motto „Chronische Schmerzen – eine Herausforderung für Patienten und Behandler“. Zwei weitere Stände zeigen das Klinikum als Lehrherrn und Arbeitgeber. So stellen die Staatlichen Berufsfachschulen für Krankenpflege und für Physiotherapie zwei Gesundheitsfachberufe mit Zukunft vor. Und das UKW berät zu Ausbildungs- und Karrierewegen an Mainfrankens Krankenhaus der Supramaximalversorgung.
Der Gesundheitstag geht von 10:00 bis 16:00 Uhr.
Das Integrierte Krebsforschungs- und -behandlungszentrum (Comprehensive Cancer Center – CCC) Mainfranken organisiert gemeinsam mit der Würzburger Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs am Samstag, den 23. Juni 2018, zum zweiten Mal einen Krebs-Selbsthilfe-Tag. Die kostenlose Veranstaltung unter dem Titel „Alles, was der Seele gut tut“ richtet sich an Betroffene, Angehörige und sonstige Interessierte. Zwischen 9:00 und etwa 16:00 Uhr sind sie zu Vorträgen und Seminaren ans Zentrum für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Oberdürrbacher Straße eingeladen. Schirmherr ist der Würzburger Schwimmweltmeister Thomas Lurz, der zum Informationstag auch einen Vortrag über „Höhen und Tiefen im Leben“ beisteuern wird. Weitere Referate des Vormittags thematisieren „Angst als Schutz oder Belastung“ und „Wie Gedanken unsere Wirklichkeit beeinflussen“.
Am Nachmittag können die Teilnehmer/innen aus einem Spektrum von fünf verschiedenen (Mitmach-)Seminaren auswählen. Themen sind „Lebenslust und Sterbensangst – die Tragweite von Ambivalenzen“, „Die Kraft der Selbsthilfe im Wandel der Zeit“, „Hilfe und Unterstützung für Angehörige und Krebspatienten“, „Stress und Gesundheit“ sowie „Schmerz und Atemnot“. Eine Anmeldung für das jeweilige Seminar ist am Aktionstag selbst vor Ort möglich.
Ergänzt wird der Krebs-Selbsthilfe-Tag durch einen Comedy- und Gesangsauftritt der Würzburger Kabarettistin Heike Mix – und als kleine Stärkung gibt es in der Mittagspause Soulfood von Reiser’s Genussmanufaktur.
Zur besseren Planung der Imbisspause bitten die Veranstalterinnen des Aktionstags um eine Anmeldung bis zum 10. Juni 2018 unter E-Mail: anmeldung_ccc@ukw.de oder Telefon: 0931/20135350.
Das vollständige Programm mit allen Details und Uhrzeiten findet sich im Internet unter www.ccc.uni-wuerzburg.de
„Zur Behandlung von Krebsarten in der Leber stehen zum Teil hochaggressive Zytostatika zur Verfügung, die zwar die Metastasen im Organ wirksam bekämpfen, aber im restlichen Körper starke Nebenwirkungen hervorrufen“, berichtet Prof. Dr. Ralph Kickuth. Der Experte für Interventionelle Radiologie am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Die seit März dieses Jahres am UKW verfügbare Chemosaturation ist ein Weg, diese ungewollten Begleiterscheinungen deutlich zu minimieren und gleichzeitig mit noch höheren Dosierungen der Chemotherapie in der Leber zu arbeiten.“
Kernpunkte des Therapiekonzepts sind die zeitweise Isolierung der Leber vom Blutkreislauf des Körpers und das Applizieren konzentrierter Dosen eines Antikrebsmedikaments direkt in die Leber, wobei das gesamte Organ mit dem Wirkstoff „gesättigt“ (saturiert) wird.
Blockade des Blutflusses durch Doppel-Ballon-Katheter
Um den restlichen Körper vor den toxischen Eigenschaften des Chemotherapeutikums zu schützen, platzieren Prof. Kickuth und sein Team einen speziellen Doppel-Ballon-Katheter in der Vena cava inferior. Nach dem Aufblasen der Ballons ist die untere Hohlvene, die das Blut aus der unteren Körperhälfte direkt zum rechten Vorhof des Herzens transportiert, bis auf einen kleinen, kontrollierten Blutstrom blockiert. Die Konstruktion mit zwei Ballons hilft, Umgehungskreisläufe, die sich ansonsten schnell im venösen System bilden würden, zu verhindern.
Über einen zweiten, arteriellen Katheter verabreichen die Mediziner das Antikrebsmittel direkt in die Leber. Dieses „Fluten“ des gesamten Organs hat zur Folge, dass sowohl die sichtbaren Tumore, wie auch möglicherweise unerkannte Mikrotumore mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.
Die Chemosaturation wird vornehmlich bei nicht operablen bösartigen Tumoren der Leber oder bei auf die Leber beschränkten Metastasen anderer Tumoren, wie zum Beispiel des Dickdarmkrebses, des schwarzen Hautkrebses oder des Aderhautmelanoms des Auges, eingesetzt.
Reinigen des Blutes außerhalb des Körpers
Und wie verlässt das therapeutische Zellgift den Körper wieder? Prof. Kickuth erläutert: „Der Doppel-Ballon-Katheter ist so konstruiert, dass zwischen den beiden Ballons das mit Chemotherapeutikum beladene Blut angesaugt werden kann. Dieses leiten wir dann zu einer Pumpe mit integriertem CO2-Membran-Filter.“ Unter der Aufsicht eines Kardiotechnikers und eines Anästhesisten reinigt dieser extrakorporale Kreislauf das Blut von dem Zytostatikum und führt es über die Halsvene in den Körper zurück. So werden bis zu 99 Prozent des Medikaments entfernt.
Der in Vollnarkose durchgeführte Eingriff dauert rund vier Stunden. Danach bleibt der oder die Patient/in noch für einen Tag auf der Intensivstation des UKW zur Beobachtung.
Die erste am UKW per Chemosaturation behandelte Patientin ist von Leber-Metastasen eines Aderhaut-Melanoms betroffen. „Für diese Krebsentität gab es bisher kaum eine Behandlungsoption, da ist die Chemosaturation ein willkommener weiterer Pfeil in unserem Köcher“, unterstreicht Prof. Kickuth. Bei der 65-Jährigen wurde der Eingriff bislang zweimal durchgeführt, eine dritte Sitzung ist in Vorbereitung. Ihre Behandlung am Uniklinikum Würzburg ist Teil einer weltweiten Studie, die die Wirksamkeit des Verfahrens dokumentieren soll. Wichtige Kooperationspartner des interdisziplinären Vorhabens sind die Würzburger Universitäts-Hautklinik, vertreten durch Dr. Anja Gesierich, und die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des UKW, deren Ansprechpartner Prof. Dr. Peter Kranke ist.
„Aus jetziger Sicht schaut es gut aus: Bei unserer Patientin können wir seit der ersten Chemosaturation im März 2018 keinen Progress der Lebermetastasen verzeichnen“, berichtet Prof. Kickuth. Generell bieten in ganz Deutschland nur sehr wenige Krankenhäuser dieses technologisch aufwändige und personalintensive Verfahren an.
Nach einem Zahnunfall kann der betroffene Zahn mit einer „Verkalkung“ des Nervs reagieren. Dann ist die Behandlung selbst durch Experten und mit Operationsmikroskop schwer. „Guided Endodontics“, ein neues Verfahren, entwickelt am Zahnunfallzentrum des Uniklinikums Würzburg (UKW) in Zusammenarbeit mit dem Zahnunfallzentrum Basel (Schweiz), kann die Therapie wesentlich erleichtern. Im Idealfall hilft die neue Methode, den geschädigten Zahn zu retten. Denn wenn dessen Wurzelkanal nicht erschlossen werden kann, muss der Zahn oftmals entfernt werden.
Arbeiten mit 3D-Daten und Bohrschablone
Bei Guided Endodontics wird im Vorfeld der Behandlung eine dreidimensionale Röntgenschichtaufnahme der Zahnregion sowie ein optischer Scan der Zähne erstellt. Die 3D-Daten werden im Computer übereinander gelagert und dienen als Grundlage für die virtuelle Planung einer Bohrschablone. Diese wird in einem 3D-Drucker mit hoher Präzision erstellt. „Mithilfe der Bohrschablone können wir den verkalkten Wurzelkanal in kurzer Zeit und unter maximaler Schonung der Zahnhartsubstanz erschließen“, schildert Prof. Dr. Gabriel Krastl. Der Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des UKW ist einer der maßgeblichen Köpfe hinter dem neuen Verfahren. Mittlerweile wurde das Verfahren weiter miniaturisiert (Microguided Endodontics), um den Substanzverlust bei der Behandlung weiter reduzieren zu können.
Zur Präzision der (Micro)guided Endodontics-Technik liegen bereits Daten von drei in-vitro Untersuchungen vor und auch die Umsetzung am Patienten ist bereits mehrfach gelungen.
Bereits die dritte Auszeichnung
Die wissenschaftliche Publikation zum Verfahren wurde im April 2018 mit dem Jahresbestpreis in der Kategorie „Grundlagenforschung: Technologie“ des Journal of Endodontics, dem offiziellen Fachorgan der American Association of Endodontists, geehrt. Dies ist bereits die dritte Auszeichnung für die Innovation, die im Jahr 2015 den Hochschulpreis Endodontie der deutschen Fachzeitschrift Endodontie und in 2016 den Dental Innovation Award der Stiftung Innovative Zahnmedizin (Hamburg) erhielt.
Die dahinterstehende Publikation:
Connert T, Zehnder MS, Weiger R, Kuhl S, Krastl G. Microguided Endodontics: Accuracy of a Miniaturized Technique for Apically Extended Access Cavity Preparation in Anterior Teeth. J Endod 2017;43(5):787-790.