Aktuelle Pressemitteilungen

Konferenz zur chirurgischen Versorgung in Kriegszeiten

Wie können schwer verletzte Soldaten und Zivilisten unter Kriegsbedingungen bestmöglich chirurgisch versorgt werden? Dieser Frage widmet sich eine binationale Konferenz am Freitag, 6. November 2026, am Uniklinikum Würzburg. Fachleute aus Deutschland und der Ukraine bringen dabei ihre Erfahrungen aus unterschiedlichen chirurgischen Disziplinen ein.

 

Die chirurgische Versorgung in Kriegszeiten erfordert ein besonders breites Spektrum an medizinischer Expertise. © Pixabay

Würzburg. Explosions-, Schuss- und Brandverletzungen, Polytraumata sowie ausgedehnte Knochen- und Weichteildefekte stellen die Medizin in Kriegszeiten vor besondere Herausforderungen. Häufig sind mehrere Organe und Körperregionen gleichzeitig betroffen, die Behandlung erstreckt sich über verschiedene chirurgische Fachgebiete und mehrere Versorgungsstufen. Hinzu kommen erschwerte Evakuierungsbedingungen und die Frage, wie eine langfristige Versorgung und Rekonstruktion schwerster Verletzungen gelingen kann.

Mit diesen Themen beschäftigt sich die Konferenz „Multidisziplinäre chirurgische Versorgung der Zivilisten und verletzten Soldaten in Kriegszeiten“ am Freitag, 6. November 2026, am Uniklinikum Würzburg (UKW). Die von der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Thorakale Gefäßchirurgie organisierte Veranstaltung findet von 8:30 bis 18:00 Uhr im Hörsaal des Zentrums Operative Medizin (ZOM), Oberdürrbacher Straße 6, statt.

Ukrainische und deutsche Erfahrungen zusammenführen

Im Mittelpunkt steht der fachübergreifende Austausch zwischen ukrainischen und deutschen Medizinerinnen und Medizinern. Die ukrainischen Fachleute berichten über Erkenntnisse, die sie bei der Behandlung von Kriegsverletzten unter den Bedingungen des seit 2022 andauernden Krieges gesammelt haben. Deutsche Expertinnen und Experten bringen unter anderem ihre Erfahrungen mit nach Deutschland evakuierten Patientinnen und Patienten sowie mit den Möglichkeiten und Grenzen ihrer weiteren Behandlung ein.

Das Programm verdeutlicht, wie breit das Spektrum der notwendigen medizinischen Expertise ist. Es reicht von der Herz-, Allgemein- und Viszeralchirurgie über die Neurochirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie bis hin zur Intensiv- und Notfallmedizin. Thematisiert werden unter anderem die Versorgung von Polytraumata und deren Spätfolgen, komplexe Verletzungen innerer Organe, Verbrennungen und Weichteildefekte sowie rekonstruktive Verfahren. Auch die Entscheidung zwischen Extremitätenerhalt und Amputation sowie der Umgang mit multiresistenten Keimen spielen eine Rolle.

Von der Evakuierung bis zur langfristigen Versorgung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Versorgungskette schwer verletzter Soldaten und Zivilisten. Diskutiert werden die unterschiedlichen Etappen der Evakuierung und die Frage, wie die medizinische Behandlung über verschiedene Versorgungsstufen hinweg organisiert werden kann. Darüber hinaus richtet die Konferenz den Blick auf die Vorbereitung von Krankenhäusern in Deutschland auf mögliche Anforderungen im Rahmen der Bündnis- oder Landesverteidigung.

Die Teilnahme an der Konferenz kostet regulär 20 Euro. Wichtig ist eine Anmeldung bis zum 20. Oktober 2026 bei der Ukrainischen Ärztevereinigung in Deutschland (UÄVD) per E-Mail an orguaevd@ gmx.de

Weitere Details zu den Vortragsthemen und den Referierenden finden sich unter www.ukw.de/herz-thorax-chirurgie, Rubrik „Veranstaltungskalender“.

Text: Pressestelle / UKW
 

Die chirurgische Versorgung in Kriegszeiten erfordert ein besonders breites Spektrum an medizinischer Expertise. © Pixabay

MENTORING med ONE to ONE: Jetzt für die nächste Runde bewerben!

Im Januar 2027 startet die nächste Runde des Karriereprogramms MENTORING med ONE to ONE. Promovierte Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen der Würzburger Universitätsmedizin können sich bis zum 31. Oktober 2026 bewerben. Gleichzeitig werden erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gesucht, die den Mentees als Mentorinnen und Mentoren zur Seite stehen.

 

Logo Mentoring med zeigt ein Strichmännchen mit Doktorhut und einem Äskulapstag (ist ein von einer Schlange umwundener Stab, der als Symbol für Heilkunst und Medizin gilt).
Logo MENTORING med ONEtoOne

Würzburg. MENTORING med ONE to ONE ist ein gemeinsames Karriereprogramm der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). Ziel ist es, den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Weg zur Habilitation und in Führungspositionen zu unterstützen. Teilnehmen können promovierte Ärztinnen sowie promovierte Wissenschaftlerinnen anderer Disziplinen an der Medizinischen Fakultät oder am UKW. Die neue Programmrunde läuft über zwei Jahre von Januar 2027 bis Januar 2029.

Individuelle Begleitung und starkes Netzwerk

Im Mittelpunkt steht eine individuelle Mentoring-Beziehung: Während einer Matchingphase finden die Mentees mit Unterstützung der Programmleitung eine passende Mentorin oder einen passenden Mentor. Anschließend arbeiten beide im Tandem an den persönlichen Karrierezielen der Mentee. Ergänzt wird diese individuelle Begleitung durch regelmäßige Netzwerktreffen, den Austausch in Kleingruppen sowie ein umfangreiches Begleit- und Qualifizierungsprogramm. Workshops und Trainings vermitteln unter anderem Kompetenzen zu Zeit- und Selbstmanagement, wissenschaftlichen Vorträgen, Führung und Konfliktmanagement, Forschungsförderung, Bewerbung und Berufung sowie Resilienz. 
Das Mentoring versteht sich dabei ausdrücklich als Ergänzung zur fachlichen Betreuung. Die Mentees profitieren vom Erfahrungswissen ihrer Mentorinnen und Mentoren, erhalten Zugang zu wissenschaftlichen Netzwerken und können ihre Karriereplanung gezielt weiterentwickeln.

Auch Mentorinnen und Mentoren gesucht

Für die neue Runde werden zugleich habilitierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Forschung und Lehre der Universität und des UKW gesucht, die ihre Erfahrungen an den wissenschaftlichen Nachwuchs weitergeben möchten.

Die neue Programmrunde beginnt am 27. Januar 2027 mit einer Auftaktveranstaltung. Bewerbungen von Mentees sind bis zum 31. Oktober 2026 möglich. Benötigt werden unter anderem Bewerbungsbogen, Lebenslauf, Motivationsschreiben sowie eine Übersicht über Publikationen und wissenschaftliche Leistungen. Die persönlichen Auswahlgespräche finden im November und Dezember 2026 statt. 

Weitere Informationen, Bewerbungs- und Registrierungsunterlagen finden sich unter go.uniwue.de/med-mentoring. Ansprechpartnerin ist Programmleiterin Sibylle Brückner, Tel. 0931 201 53850 oder 0151 22151622, E-Mail: Brueckner_S3@ ukw.de 

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Kolloquium nimmt Reisemedizin in den Fokus

Das Universitätsklinikum Würzburg lädt am Samstag, 10. Oktober 2026, zum 4. Würzburger Kolloquium Infektiologie & Tropenmedizin ein. Im Mittelpunkt der ärztlichen Fortbildung stehen aktuelle Fragen rund um Impfungen und Reisemedizin – von neuen Impfoptionen über Impflücken bis zu besonderen Anforderungen bei älteren oder vorerkrankten Reisenden.

 

Bei dem Truck trägt das Führerhaus das Muster eines Zebras.
Das Kolloquium beschäftigt sich mit Impfungen und Reisemedizin in der Praxis. © Andreas Müller / UKW

Würzburg. Reisemedizin ist ein ausgeprägtes medizinisches Querschnittsthema: Von Impfmedizin und Infektiologie über Innere Medizin und Pädiatrie bis hin zu Arbeits-, Notfall- und Tropenmedizin kann das Wissen unterschiedlicher Fachdisziplinen in eine individuell abgestimmte Beratung einfließen. Welche Expertise gefragt ist, hängt unter anderem vom Reiseziel, vom Alter und Gesundheitszustand, von Vorerkrankungen sowie von der Art und Dauer der geplanten Reise ab.

Wie vielfältig die relevanten Themen sind, zeigt das Programm des 4. Würzburger Kolloquiums Infektiologie & Tropenmedizin am Uniklinikum Würzburg (UKW). In den Vorträgen am Samstag, den 10. Oktober 2026, sprechen die Expertinnen und Experten des UKW beispielsweise durch Mücken übertragene Infektionen wie Dengue und Chikungunya sowie Tollwut und Hepatitis an. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit Impflücken im Kindes- und Jugendalter sowie mit besonderen Anforderungen an Impfungen bei Menschen über 60 Jahren, bei hämato-onkologischen Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen. Auch parasitologische Aspekte des Reisens werden diskutiert.

Impflücken und Impfskepsis im Blick

Über die klassische Reisemedizin hinaus greift die Fortbildung aktuelle Herausforderungen der Impfmedizin auf, wie zum Beispiel die aktuell zunehmende Impfskepsis.
Veranstaltet wird das Kolloquium vom Schwerpunkt Infektiologie/Tropenmedizin der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW. Es richtet sich an Ärztinnen und Ärzte und bietet neben den Fachvorträgen Gelegenheit zur Diskussion und zum kollegialen Austausch.

Termin und Anmeldung

Das 4. Würzburger Kolloquium Infektiologie & Tropenmedizin „Impfungen und Reisemedizin in der Praxis“ findet ab 9:00 Uhr im Hörsaal 1 des Zentrums Operative Medizin (ZOM), Oberdürrbacher Straße 6, statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung bis spätestens 2. Oktober 2026 per E-Mail an fortbildung.infa@ukw.de wird gebeten. Fortbildungspunkte werden bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt. Das detaillierte Programm findet sich unter www.ukw.de/medizin2, Rubrik „Veranstaltungskalender“.

Teil einer guten Reisevorbereitung

Die Reiselust ist ungebrochen: 67,7 Millionen Urlaubsreisen unternahmen die Deutschen im Jahr 2025. Mehr als jede sechste Reise führte dabei außerhalb Europas. Gleichzeitig nimmt nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts und von Fachgesellschaften mehr als die Hälfte der Reisenden in Risikogebiete keine professionelle reisemedizinische Beratung in Anspruch. Dabei bilden die Überprüfung und gegebenenfalls Aktualisierung der Standardimpfungen sowie eine individuell auf das Reiseziel abgestimmte Beratung zu speziellen Reiseimpfungen die Grundlage einer guten gesundheitlichen Reisevorbereitung.


Text: Pressestelle / UKW
 

Bei dem Truck trägt das Führerhaus das Muster eines Zebras.
Das Kolloquium beschäftigt sich mit Impfungen und Reisemedizin in der Praxis. © Andreas Müller / UKW

Mit Ausdauer für die Krebsforschung

Hobby-Triathlet Niklas Karl hat seine Teilnahme an der Datev Challenge Roth mit einer Spendenaktion zugunsten der Stiftung „Forschung hilft“ verbunden. Im Andenken an eine verstorbene Freundin sammelte der gebürtige Unterfranke 6.880 Euro für die Krebsforschung am Universitätsklinikum Würzburg.

 

Drei Personen, die vor einem Roll-Up stehen und einen Spendenscheck in der Hand halten.
Bei der Spendenübergabe am Uniklinikum Würzburg (von links): Triathlet Niklas Karl mit Gabriele Nelkenstock und Prof. Dr. Hermann Einsele, beide von der Stiftung „Forschung hilft“. © Samantha Baumeister / UKW

Würzburg. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und zum Abschluss ein Marathon über 42,2 Kilometer: Die Datev Challenge Roth zählt zu den bekanntesten Triathlon-Veranstaltungen der Welt. Am 5. Juli 2026 stellte sich auch Niklas Karl dieser enormen sportlichen Herausforderung. Der 1998 geborene Hobby-Triathlet stammt aus dem Landkreis Würzburg, lebt heute in Augsburg und trainiert dort bei der TG Viktoria. Nach knapp elf Stunden lief er im Ziel ein – und hatte damit nicht nur sportlich viel erreicht.

Im Andenken an eine enge Freundin

Denn Niklas Karl hatte seine Teilnahme mit einer persönlichen Mission verbunden. Der Verlust einer engen Freundin, die an Krebs erkrankt war, hatte ihn tief geprägt. Sie war von der Arbeit von „Forschung hilft“, der Stiftung zur Förderung der Krebsforschung am Universitätsklinikum Würzburg (UKW), überzeugt. Ihr Wunsch war es, dass nach ihrem Tod anstelle von Blumenschmuck für ihr Grab Geld an die Stiftung gespendet wird.

In ihrem Andenken entschied sich Niklas Karl, auch seine Teilnahme an der Challenge Roth in den Dienst der guten Sache zu stellen. „Mir war es wichtig, die sportliche Herausforderung mit etwas zu verbinden, das über meine eigene Leistung hinausgeht und meiner verstorbenen Freundin viel bedeutet hat“, sagt Karl.

Auch äußerlich machte er bei der Challenge auf sein Anliegen aufmerksam: Auf seinem Wettkampfanzug waren neben dem Logo seines Vereins und dem des Sponsors Selgros, eines Non-Food- und Lebensmittel-Großhändlers, auch das Logo von „Forschung hilft“ zu sehen.

Knapp 7.000 Euro über Crowdfunding

Über ein Crowdfunding rief Karl zu Spenden für die Krebsforschung am UKW auf. Bekannt machte er seine Benefizaktion vor allem über seine Kontakte per WhatsApp und Instagram. Der überwiegende Teil der Spenderinnen und Spender stammt aus seinem näheren Umfeld. Auf diese Weise kamen 6.880 Euro zusammen.

Am 7. September dieses Jahres übergab Niklas Karl die Spende am UKW an Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Stiftungsrates von „Forschung hilft“, und das Stiftungsratsmitglied Prof. Dr. Hermann Einsele.

„Diese Aktion berührt uns ganz besonders, weil sie persönliches Gedenken, außergewöhnlichen sportlichen Einsatz und die Unterstützung der Krebsforschung miteinander verbindet“, sagt Nelkenstock. „Dass Niklas Karl so viele Menschen für die Spendenaktion gewinnen konnte, zeigt, wie viel man gemeinsam bewegen kann.“

Auch Prof. Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW und international renommierter Krebsexperte, dankt dem Triathleten sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern: „Fortschritte in der Krebsmedizin beruhen ganz wesentlich auf intensiver Forschung. Spenden wie diese helfen dabei, vielversprechende wissenschaftliche Ideen voranzubringen und daraus langfristig neue Möglichkeiten für die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten zu entwickeln.“

Wer die Stiftung „Forschung hilft“ (www.forschung-hilft.de) unterstützen will, kann auf folgendes Konto eine Spende überweisen: 

Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken 
IBAN: DE19 7905 0000 0000 0655 65
BIC: BYLADEM1SWU

Text: Pressestelle / UKW
 

Drei Personen, die vor einem Roll-Up stehen und einen Spendenscheck in der Hand halten.
Bei der Spendenübergabe am Uniklinikum Würzburg (von links): Triathlet Niklas Karl mit Gabriele Nelkenstock und Prof. Dr. Hermann Einsele, beide von der Stiftung „Forschung hilft“. © Samantha Baumeister / UKW

Neuer Benefiz-Krimi fördert das geplante Angehörigenhaus

Am 9. September 2026, erscheint der neue Benefiz-Krimi von Prof. Dr. Alexander Meining. Das verkaufsabhängige Autorenhonorar spendet der am Uniklinikum Würzburg tätige Mediziner an den Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ für das Projekt „Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung am Rotkreuzhof“.

 

Porträt Prof. Dr. Alexander Meining. Im Hintergrund ist verschwommen ein Gebäude zu sehen.
Prof. Dr. Alexander Meining hat mittlerweile eine ganze Reihe von historischen beziehungsweise zeitgeschichtlichen Würzburg-Krimis verfasst. © Elke Kunkel, Würzburg
Cover Narzissen am Glagenberg. Im Hintergrund sieht man die Festung. Die Brücke ist eingestürzt und wurde mit einem Stahlgerüst verbunden. Im Vordergrund stehen mehrere Militärfahrzeuge, die ein Schiff beladen.
Das Buch „Narzissen am Galgenberg“ spielt im Würzburg der unmittelbaren Nachkriegszeit. © Gmeiner Verlag

Würzburg. Prof. Dr. Alexander Meining, Freizeitschriftsteller und stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW), setzt seine Serie von Benefiz-Romanen fort. Heute, am 9. September 2026, erscheint beim Gmeiner Verlag der Band „Narzissen am Galgenberg“. 
Das verkaufsabhängige Autorenhonorar spendet Meining dieses Mal an „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“, um damit das vom Würzburger Verein geplante Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung am Rotkreuzhof zu unterstützen. Das Projekt will in dem historischen Anwesen in Würzburg-Oberdürrbach Wohnen auf Zeit mit Beratung, psychosozialer Unterstützung und Begegnung verbinden. „Der Kontakt und die Nähe zu Angehörigen geben Patientinnen und Patienten gerade dann Halt, wenn er am dringendsten benötigt wird. Angehörigenwohnungen leisten damit einen wichtigen Beitrag zu ganzheitlicher Versorgung und guter Genesung“, begründet der Professor für Gastroenterologie sein Engagement. Weitere Details zum Vorhaben des Angehörigenhauses finden sich unter www.kampfgegenkrebs.de/angehoerigenhaus.

Zum Inhalt der Neuerscheinung

„Narzissen am Galgenberg“ schließt inhaltlich an das Buch „Der alte Mann vom Main“ an. Im Jahr 1946 liegt Würzburg in Trümmern, die Bevölkerung hungert. Als in der amerikanischen Kaserne am Galgenberg eine junge Frau mit aufgeschlitzter Kehle gefunden wird, drohen Unruhen. Die Lage verschärft sich, als eine weitere Leiche auftaucht, bei der es sich um die Freundin des ersten Opfers handelt. Beide Frauen wurden mit Narzissen geschmückt. Inspektor Gerhard Mehling ermittelt gemeinsam mit Colonel John Schmidt, dem Leiter der US Military Police, unter Altnazis, einsamen US-Soldaten und verblendeten Krankenschwestern.

Das 224 Seiten starke Buch kostet 14 Euro.

Wer das geplante Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung am Rotkreuzhof unterstützen will, kann außerdem auf das folgende Konto spenden: 
Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN: DE46 7905 0000 0000 0686 68
www.kampfgegenkrebs.de 

Text: Pressestelle / UKW
 

Porträt Prof. Dr. Alexander Meining. Im Hintergrund ist verschwommen ein Gebäude zu sehen.
Prof. Dr. Alexander Meining hat mittlerweile eine ganze Reihe von historischen beziehungsweise zeitgeschichtlichen Würzburg-Krimis verfasst. © Elke Kunkel, Würzburg
Cover Narzissen am Glagenberg. Im Hintergrund sieht man die Festung. Die Brücke ist eingestürzt und wurde mit einem Stahlgerüst verbunden. Im Vordergrund stehen mehrere Militärfahrzeuge, die ein Schiff beladen.
Das Buch „Narzissen am Galgenberg“ spielt im Würzburg der unmittelbaren Nachkriegszeit. © Gmeiner Verlag

Suizidprävention: Psychische Gesundheit früh stärken, gefährdete Menschen gezielt erkennen, Ersthelfer werden

Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September stellt das Universitätsklinikum Würzburg verschiedene Studien und Projekte vor

Kampagnen-Banner mit Schriftzug Deine Geschichte ist nicht zu Ende. 10. September - Welttag der Suizidprävention
Illustration von einer Strandsituation, auf der einige Figuren surfen, ein Surfbrett in der Hand halten, glücklich oder traurig schauen. Schriftzug: Gemeinsam mit der Klasse lernen, Emotionswellen zu surfen? Das geht mit DUDE!
Collage der vier freigestellten Personen auf rotem Hintergrund.
Das DUDE-Projektteam aus der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Würzburg v. l. n. r.: Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren sowie Arne Bürger und Marcel Romanos, die das Präventionsprogramm leiten.
Logo der EMG Ersthelferkurs Mentale Gesundheit in grün und orange; drunter der Slogan "Erste Hilfe für die Psyche"

Würzburg. In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen durch Suizid. Damit gibt es mehr Todesfälle durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen. Hinzu kommen weit über 100.000 Suizidversuche. Wer Suizidgedanken hat, möchte jedoch nicht unbedingt sterben, sondern unter den gegebenen und so erlebten Umständen nicht mehr weiterleben. Umso wichtiger ist Prävention. Daher rufen Organisationen der Suizidprävention jedes Jahr am 10. September zum gemeinsamen Handeln auf. Der Welttag der Suizidprävention soll über das Thema aufklären, Betroffene unterstützen und zum Reden ermutigen. 

Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“

Die Arbeitsgruppe regionale Netzwerke des Nationalen Suizidpräventionsprogramms hat beispielsweise eine Kampagne zum Welttag der Suizidprävention initiiert: kampagne.welttag-suizidpraevention.de. Die bundesweite Kampagne namens „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ wurde im Rahmen des Seminars Medienpraxis an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) entwickelt und realisiert. 

Psychische Gesundheit stärken, bevor es kritisch wird

Wie wichtig es ist, die Prävention möglichst früh anzusetzen, zeigen Untersuchungen des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP) – eine gemeinsame Einrichtung von JMU und UKW. „In einer unserer Untersuchungen gaben 3,5 Prozent von 877 durchschnittlich zwölf Jahre alten Schülerinnen und Schüler aus sieben unterfränkischen Gymnasien an, bereits mindestens einen Suizidversuch unternommen zu haben. Diese Zahl hat uns sehr erschreckt“, sagt Dr. Arne Bürger, leitender Psychologe der Institutsambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am UKW und geschäftsführender Vorstand des DZPP. Die 2022 veröffentlichte Studie (https://doi.org/10.1016/j.puhip.2022.100348) verdeutlicht, wie früh bereits schwere psychischen Belastungen auftreten. Mit dem Präventionsprogramm DUDE – „Du und deine Emotionen“ sollen deshalb Jugendliche schon vor oder mit Beginn der Pubertät lernen, ihre Gefühle zu verstehen, schwierige Situationen auszuhalten und konstruktive Strategien für deren Bewältigung entwickeln. Dahinter steht die Annahme, dass ein frühzeitiger Umgang mit emotionalen Krisen helfen kann, problematischen Bewältigungsstrategien wie nicht-suizidaler Selbstverletzung entgegenzuwirken. Da dieses Verhalten mit einem erhöhten Risiko für spätere Suizidalität verbunden ist, könnte dieser Ansatz langfristig auch für die Prävention von Suiziden relevant sein. 

Würzburger Präventionsprogramm DUDE 2.0 startet an 96 Schulen in vier Bundesländern 

An der von Arne Bürger und Prof. Marcel Romanos geleiteten Studie DUDE 2.0 nehmen 96 Gesamt-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien aus vier Bundesländern teil. In Rheinland-Pfalz läuft das multimediale Präventionsprogramm bereits seit einem Jahr an 22 Schulen, in Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt startet es nach den Sommerferien 2026. Das heißt, dass Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Klassen im Rahmen des regulären Unterrichts in fünf Doppelstunden lernen, eigene Gefühle besser wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren. Mithilfe von Übungen, Spielen und Videos werden Strategien vermittelt, die sich direkt auf Situationen aus dem Alltag übertragen lassen.

Wenn aus Überforderung Selbstverletzung wird

Fehlen geeignete Strategien, kann daraus problematisches Verhalten entstehen, beispielsweise nicht-suizidale Selbstverletzung, kurz NSSV. Bei NSSV verletzen sich Jugendliche absichtlich, ohne dabei sterben zu wollen. NSSV ist daher nicht mit einem Suizidversuch gleichzusetzen, gilt jedoch als Risikomarker für psychische Probleme und geht mit einem erhöhten Risiko für spätere Suizidalität einher. 

Besorgte Eltern und ein automatisiertes Warnsystem bei akuter Gefährdung

Ob und inwiefern das Präventionsprogramm DUDE die psychische Gesundheit tatsächlich stärken und vor NSSV schützen kann, wird in der groß angelegten DUDE 2.0-Studie mithilfe von Fragebögen evaluiert.  Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an der Maßnahme setzt natürlich die Einwilligung der Eltern und Jugendlichen voraus. Hier sei laut Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren, noch enorme Aufklärungsarbeit nötig. Einige Eltern seien besorgt, dass ihre Kinder durch Fragen zu Selbstverletzung und Suizidalität belastet oder dadurch erst auf entsprechende Gedanken gebracht werden könnten. Wissenschaftliche Untersuchungen liefern jedoch keine Hinweise darauf, dass eine fachgerecht durchgeführte Befragung zu Suizidalität entsprechende Gedanken oder Handlungen auslöst. Entscheidend sind eine altersangemessene Befragung und ein klar geregeltes Vorgehen, wenn dabei eine akute Belastung sichtbar wird. Dazu wurde extra ein automatisiertes Warnsystem eingeführt. 

Wie das Warnsystem funktioniert berichtet das Team in einer ausführlichen Pressemeldung, die auch Details zum Präventionsprogramm und DUDE 2.0 liefert: https://www.ukw.de/behandlungszentren/zentrum-fuer-psychische-gesundheit-zep/aktuelle-meldungen/aktuelle-meldungen-detailansicht/news/psychische-gesundheit-staerken-bevor-es-kritisch-wird/

tomoni.schools – Lehrkräfte als Lotsen für psychische Gesundheit

Weitere Schulprojekte des DZPP zur Prävention psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind tomoni.schools und tomoni.starts. In Kooperation mit der tomoni mental health gGmbH werden Lehrkräfte darin geschult, Anzeichen psychischer Erkrankungen bei Schülerinnen und Schülern zu erkennen. Sie lernen, die Betroffenen wertschätzend anzusprechen und sie sowie ihre Familien an ein geeignetes Hilfssystem weiterzuleiten. 

Ein ähnliches Konzept wie das von tomoni verfolgt der Ersthelferkurs Mentale Gesundheit (EMG), der inzwischen nicht nur für Einzelpersonen und Unternehmen, sondern auch für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Übungsleiterinnen und -leiter angeboten wird. Der Online-Kurs besteht aus drei je zweistündigen Modulen, die fundiertes Wissen über psychische Gesundheit mit konkreten Handlungsschritten kombinieren. 

Ersthelferkurs Mentale Gesundheit EMG

Die Ersthelferkurse für mentale Gesundheit (EMG) wurden vom UKW, der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, der Stiftung Depression-Inklusion und dem Würzburger Bündnis gegen Depression entwickelt. Die Idee entstand aus dem Engagement der Fellows Ride-Bewegung für Depressionshilfe und Suizidprävention – allen voran von Dieter Schneider. Der Unternehmer und leidenschaftliche Motorradfahrer verarbeitete den Suizid seines 23-jährigen Sohnes mit einer mehrjährigen Motorradreise um die Welt und organisierte 2021 in Würzburg die erste Motorradfahrt, um öffentlich auf Depressionen, psychische Erkrankungen und Suizidprävention aufmerksam zu machen. Inzwischen hat er seine Mission auf viele weitere Orte in Deutschland und Europa ausgeweitet. Die bei den Fellows Rides gesammelten Spenden fließen unter anderem in die Ersthelferkurse für mentale Gesundheit. Das Kursprogramm zur Vorsorge richtet sich explizit an Laien und soll sie befähigen, psychische Krisen zu erkennen und Erste Hilfe zu leisten. 

„Die Ersthelferkurse werden hoffentlich dazu beitragen, dass sich mehr Menschen trauen, in ihrem direkten Umfeld Betroffene anzusprechen und Hilfe zu holen“, sagt Prof. Dr. Sebastian Walther, Direktor des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) des UKW.

Weitere Stimmen zu den Ersthelferkursen für Mentale Gesundheit liefert die Pressemeldung: https://www.ukw.de/behandlungszentren/zentrum-fuer-psychische-gesundheit-zep/aktuelle-meldungen/aktuelle-meldungen-detailansicht/news/erste-hilfe-fuer-die-psyche/

Suizidalität besser verstehen: Psychischer Schmerz und unbewusste Denkmuster im Fokus

Sebastian Walther verweist anlässlich des Welttags der Suizidprävention auch auf drei aktuelle Publikationen, an denen er beteiligt war. Die Untersuchungen zeigen, dass Suizidalität nicht allein anhand einer psychiatrischen Diagnose oder einzelner Symptome verstanden werden kann. Suizidversuche gehen mit einem starken psychischen Schmerz einher. Zudem haben Menschen mit suizidalem Erleben und Handeln implizite gedankliche Verzerrungen in Richtung Tod. „Instrumente, die psychischen Schmerz, das subjektive Erleben und möglicherweise auch unbewusste Denkmuster erfassen, könnten künftig zusätzliche Informationen für Forschung und Suizidprävention liefern“, so Sebastian Walther. 

Die Studien werden auf dem paper place des UKW vorgestellt: https://www.ukw.de/publikations-highlights/zentrum-fuer-psychische-gesundheit/zentrum-fuer-psychische-gesundheit-detailansicht/news/suizidalitaet-besser-verstehen-psychischer-schmerz-und-unbewusste-denkmuster-im-fokus/

Kampagnen-Banner mit Schriftzug Deine Geschichte ist nicht zu Ende. 10. September - Welttag der Suizidprävention
Illustration von einer Strandsituation, auf der einige Figuren surfen, ein Surfbrett in der Hand halten, glücklich oder traurig schauen. Schriftzug: Gemeinsam mit der Klasse lernen, Emotionswellen zu surfen? Das geht mit DUDE!
Collage der vier freigestellten Personen auf rotem Hintergrund.
Das DUDE-Projektteam aus der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Würzburg v. l. n. r.: Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren sowie Arne Bürger und Marcel Romanos, die das Präventionsprogramm leiten.
Logo der EMG Ersthelferkurs Mentale Gesundheit in grün und orange; drunter der Slogan "Erste Hilfe für die Psyche"

Psychische Gesundheit stärken, bevor es kritisch wird

Würzburger Präventionsprogramm DUDE 2.0 startet an 96 Schulen in vier Bundesländern – Schülerinnen und Schüler lernen, mit schwierigen Gefühlen umzugehen

Illustration von einer Strandsituation, auf der einige Figuren surfen, ein Surfbrett in der Hand halten, glücklich oder traurig schauen. Schriftzug: Gemeinsam mit der Klasse lernen, Emotionswellen zu surfen? Das geht mit DUDE!
Collage der vier freigestellten Personen auf rotem Hintergrund.
Das DUDE-Projektteam aus der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Würzburg v. l. n. r.: Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren sowie Arne Bürger und Marcel Romanos, die das Präventionsprogramm leiten.

Der Welttag der Suizidprävention am 10. September richtet den Blick darauf, wie sich Suizide verhindern lassen. Das Würzburger Präventionsprogramm DUDE – „Du und Deine Emotionen“ zeigt dabei einen möglichen Weg, der deutlich früher beginnt: Jugendliche sollen schon vor oder mit Beginn der Pubertät lernen, ihre Gefühle zu verstehen, schwierige Situationen auszuhalten und konstruktive Strategien für deren Bewältigung entwickeln. Dahinter steht die Annahme, dass ein frühzeitiger Umgang mit emotionalen Krisen helfen kann, problematischen Bewältigungsstrategien wie nicht-suizidaler Selbstverletzung entgegenzuwirken. Da dieses Verhalten mit einem erhöhten Risiko für spätere Suizidalität verbunden ist, könnte dieser Ansatz langfristig auch für die Prävention von Suiziden relevant sein. Das Deutsche Zentrum für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP) evaluiert DUDE 2.0 in sechsten und siebten Klassen an 96 Schulen in vier Bundesländern. Im Zentrum der Studie steht die Frage, ob DUDE die Häufigkeit nicht-suizidaler Selbstverletzungen verringern kann. Ergänzend untersucht das Studienteam mögliche Veränderungen weiterer Bereiche der psychischen Gesundheit. 

Würzburg. „In einer unserer Untersuchungen gaben 3,5 Prozent von 877 durchschnittlich zwölf Jahre alten Schülerinnen und Schüler aus sieben unterfränkischen Gymnasien an, bereits mindestens einen Suizidversuch unternommen zu haben. Diese Zahl hat uns sehr erschreckt“, sagt Dr. Arne Bürger, leitender Psychologe der Institutsambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und geschäftsführender Vorstand des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP). Die 2022 veröffentlichte Studie (https://doi.org/10.1016/j.puhip.2022.100348) verdeutlicht, wie früh bereits schwere psychischen Belastungen auftreten. Mit dem Präventionsprogramm DUDE – „Du und deine Emotionen“ – will Bürger mit seinem Team im DZPP deshalb möglichst früh ansetzen. Die Jugendlichen sollen lernen, mit starken Gefühlen und schwierigen Situationen besser umzugehen, bevor sich daraus problematische Bewältigungsstrategien entwickeln.

96 Schulen aus vier Bundesländern nehmen an DUDE 2.0 teil 

Nach einer ersten Studie an 18 Gymnasien in Bayern geht das Projekt DUDE in die nächste Runde: An der Studie DUDE 2.0 nehmen 96 Gesamt-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien aus vier Bundesländern teil. Das Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) unter der Leitung von Prof. Peter Heuschmann übernimmt das unabhängige Datenmanagement und begleitet die statistische Auswertung. In Rheinland-Pfalz läuft das multimediale Präventionsprogramm bereits seit einem Jahr an 22 Schulen, in Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt startet es nach den Sommerferien 2026. Das heißt, dass Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Klassen im Rahmen des regulären Unterrichts in fünf Doppelstunden lernen, eigene Gefühle besser wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren. Mithilfe von Übungen, Spielen und Videos werden Strategien vermittelt, die sich direkt auf Situationen aus dem Alltag übertragen lassen. 

Wenn aus Überforderung Selbstverletzung wird

„Emotionen wie Wut, Angst, Scham oder Verzweiflung können Jugendliche stark belasten. Deshalb ist es wichtig, dass sie frühzeitig lernen, mit diesen intensiven Gefühlen umzugehen. Fehlen geeignete Strategien, kann daraus problematisches Verhalten entstehen, beispielsweise nicht-suizidale Selbstverletzung, kurz NSSV“, berichtet Arne Bürger, der gemeinsam mit Klinikdirektor Prof. Dr. Marcel Romanos DUDE leitet. Bei NSSV verletzen sich Jugendliche absichtlich, ohne dabei sterben zu wollen. NSSV ist daher nicht mit einem Suizidversuch gleichzusetzen, gilt jedoch als Risikomarker für psychische Probleme und geht mit einem erhöhten Risiko für spätere Suizidalität einher. 

Ein statistisches Modell (https://doi.org/10.1186/s13034-023-00699-4) aus der Arbeitsgruppe “Prävention” am DZZP mit mehr als 2.100 Jugendlichen im Alter von durchschnittlich 12,3 Jahren zeigte beispielsweise einen Zusammenhang zwischen Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation und der Schwere suizidaler Gedanken und Verhaltensweisen. Dabei offenbarten sich Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Die Studie spricht dafür, die Emotionsregulation bereits früh als möglichen Ansatzpunkt in der Prävention zu berücksichtigen. Anstatt sich beispielsweise selbst zu verletzen, sollen Jugendliche bei DUDE lernen, mit innerer Anspannung, Konflikten oder starken negativen Gefühlen auf andere Weise umzugehen.

Wirkt frühe Prävention?

Ob und inwiefern das Präventionsprogramm DUDE die psychische Gesundheit tatsächlich stärken und vor NSSV schützen kann, wird in der groß angelegten DUDE 2.0-Studie mithilfe von Fragebögen evaluiert. Dazu werden die Schülerinnen und Schüler mehrfach befragt: vor Beginn des Programms, unmittelbar danach sowie nach sechs und zwölf Monaten. Die teilnehmenden Schulen werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt. Beide Gruppen erhalten Informationsmaterialien zum Umgang mit Stress. Zusätzlich erhält eine Gruppe DUDE sofort, die andere Gruppe erst nach zwölf Monaten, um festzustellen, ob das Programm wirksam ist. 

Eltern die Sorge nehmen, über Suizid und Selbstverletzung zu sprechen

Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an der Maßnahme setzt natürlich die Einwilligung der Eltern und Jugendlichen voraus. Hier ist noch enorme Aufklärungsarbeit nötig, wie Lena Ehl und Achim Schimanski berichten. Sie koordinieren am DZPP das Projekt, weisen die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an den teilnehmenden Schulen ein und bieten Elternabende an. 

„Generell begrüßen es die Eltern sehr, dass über Emotionen gesprochen wird. Doch einige sind besorgt, dass ihre Kinder durch Fragen zu Selbstverletzung und Suizidalität belastet oder dadurch erst auf entsprechende Gedanken gebracht werden könnten“, sagt Achim Schimanski. Wissenschaftliche Untersuchungen liefern jedoch keine Hinweise darauf, dass eine fachgerecht durchgeführte Befragung zu Suizidalität entsprechende Gedanken oder Handlungen auslöst. Entscheidend sind eine altersangemessene Befragung und ein klar geregeltes Vorgehen, wenn dabei eine akute Belastung sichtbar wird.

„Wenn die Schülerinnen und Schüler angeben, sich noch nie selbst verletzt zu haben, werden ihnen keine weiteren Fragen zu einzelnen Formen der Selbstverletzung gestellt“, schildert Lena Ehl. „Unabhängig davon werden auffällige Angaben im Bereich Suizidalität ernst genommen und nach einem klar festgelegten Verfahren weiter abgeklärt. “ 

Automatisiertes Warnsystem bei akuter Gefährdung

Die ersten Erfahrungen bestätigten, wie wichtig es ist, bei einer Befragung zu psychischen Belastungen ein Sicherheitsnetz einzubauen. „Wenn in einer Studie nach akuter Suizidalität gefragt wird, muss auch klar geregelt sein, was bei ernsthaften Angaben passiert. Solche Krisen dürfen nicht einfach unbeachtet bleiben“, betont Arne Bürger.

So funktioniert das Warnsystem: Sobald eine Schülerin oder ein Schüler im mehrstufigen Fragebogen zur Suizidalität angibt, in den vergangenen zwei Wochen einen Suizid geplant oder gar versucht zu haben, wird das Studienteam alarmiert. Ausschließlich die Studienleitung erhält eine Warnmeldung, in der ein Pseudonym enthalten ist. Sie ist berechtigt, dieses Pseudonym der betreffenden Person zuzuordnen und den benannten schulischen Notfallkontakt zu informieren. Dieser nimmt Kontakt zu der oder dem Jugendlichen und der Familie auf, klärt die Situation ab und vermittelt bei Bedarf weitere Hilfen. Während dieses Prozesses steht die Studienleitung beratend zur Verfügung. „Es kommt vor, dass Kinder wissen möchten, ob wir tatsächlich reagieren. Das ist aber eher die Seltenheit. Es gab bereits Notfälle, in denen eine sofortige Einweisung in die zuständige Kinder- und Jugendpsychiatrie erfolgte und dadurch möglicherweise Schlimmeres verhindert wurde“, schildert Achim Schimanski die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr. „So etwas geht auch an uns nicht spurlos vorüber.“ 

Schulen werden zu Partnern der Prävention

Im Rahmen von DUDE schulen Schimanski und Ehl an jeder Schule jeweils zwei Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren, zum Beispiel Lehrkräfte, schulpsychologische Fachkräfte oder sozialpädagogische Fachkräfte, die das Programm an der Schule koordinieren und weitere Personen aus dem schulischen Umfeld einbinden können. Das Konzept ist darauf ausgerichtet, DUDE langfristig in den Schulalltag zu integrieren und eine spätere selbstständige Durchführung durch die Schulen zu ermöglichen. Die Kaufmännische Krankenkasse unterstützt DUDE bereits in beiden Studienphasen. Die Durchführung von DUDE 2.0 wird in Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultur unterstützt. 

tomoni.schools – Lehrkräfte als Lotsen für psychische Gesundheit

Weitere Schulprojekte des DZPP zur Prävention psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind tomoni.schools und tomoni.starts. In Kooperation mit der tomoni mental health gGmbH werden Lehrkräfte darin geschult, Anzeichen psychischer Erkrankungen bei Schülerinnen und Schülern zu erkennen. Sie lernen, die Betroffenen wertschätzend anzusprechen und sie sowie ihre Familien an ein geeignetes Hilfssystem weiterzuleiten. Die Lehrkräfte können an insgesamt acht Online-Modulen zu Themen wie Ess- oder Angststörungen, Depressionen, Sucht, selbstverletzendem Verhalten, Suizidalität sowie rechtlichen Grundlagen und Elterngesprächen teilnehmen. Das DZPP evaluiert, ob sich die sogenannte Mental Health Literacy von Lehrkräften verbessert; also ihr Wissen über psychische Erkrankungen, ihre Sicherheit beim Erkennen von Warnzeichen sowie ihre Bereitschaft, betroffene Schülerinnen und Schüler anzusprechen und weiterzuvermitteln. „Das Besondere an der Studie ist, dass wir nicht nur erfassen, wie das Programm das Wissen und die Handlungssicherheit der Lehrkräfte schult, sondern auch, ob die Hilfe bei den Schülerinnen und Schülern tatsächlich ankommt“, sagt Arne Bürger.

Ersthelferkurs Mentale Gesundheit EMG: Wenn Lehrkräfte Ersthelfer werden

Ein ähnliches Konzept wie das von tomoni verfolgt der Ersthelferkurs Mentale Gesundheit (EMG), der inzwischen nicht nur für Einzelpersonen und Unternehmen, sondern auch für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Übungsleiterinnen und -leiter angeboten wird. Der Online-Kurs besteht aus drei je zweistündigen Modulen, die fundiertes Wissen über psychische Gesundheit mit konkreten Handlungsschritten kombinieren.

Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“

Zum Welttag der Suizidprävention hat die Arbeitsgruppe regionale Netzwerke des Nationalen Suizidpräventionsprogramms eine bundesweite Kampagne namens „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ initiiert. Diese wurde im Rahmen des Seminars Medienpraxis an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) entwickelt und realisiert: kampagne.welttag-suizidpraevention.de.

Erwähnte Publikationen:

Christin Scheiner, Jan Grashoff, Nikolaus Kleindienst, Arne Buerger. Mental disorders at the beginning of adolescence: Prevalence estimates in a sample aged 11-14 years. Public Health in Practice. Volume 4. 2022, 100348, ISSN 2666-5352, https://doi.org/10.1016/j.puhip.2022.100348.

Mittermeier, S., Seidel, A., Scheiner, C. et al. Emotional dysregulation and its pathways to suicidality in a community-based sample of adolescents. Child Adolesc Psychiatry Ment Health 18, 15 (2024). https://doi.org/10.1186/s13034-023-00699-4

Illustration von einer Strandsituation, auf der einige Figuren surfen, ein Surfbrett in der Hand halten, glücklich oder traurig schauen. Schriftzug: Gemeinsam mit der Klasse lernen, Emotionswellen zu surfen? Das geht mit DUDE!
Collage der vier freigestellten Personen auf rotem Hintergrund.
Das DUDE-Projektteam aus der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Würzburg v. l. n. r.: Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren sowie Arne Bürger und Marcel Romanos, die das Präventionsprogramm leiten.