Aktuelle Pressemitteilungen

Universitätsklinikum Würzburg führt neues Corporate Design ein

Kraftvolles Fundament für eine konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg / Schrittweise Umsetzung

Das Universitätsklinikum Würzburg führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein. Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Lena Ossiander, Marcus Huppertz und Philip Rieger (v. l.) stellten zum Start für das neue Corporate Design-System verschiedene Beispiele in der Anwendung vor. Foto: UKW / Thomas Berberich
Das Universitätsklinikum Würzburg führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein. Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Lena Ossiander, Marcus Huppertz und Philip Rieger (v. l.) stellten zum Start für das neue Corporate Design-System verschiedene Beispiele in der Anwendung vor. Foto: UKW / Thomas Berberich
Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert. Foto: UKW / Thomas Berberich
Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert. Foto: UKW / Thomas Berberich
Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Logo: UKW
Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Logo: UKW

Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein, das bisherige Logo des UKW wird dabei ersetzt. Damit setzt das Universitätsklinikum die sehr erfolgreiche Entwicklung am Standort nun auch in seinem Erscheinungsbild um. Durch das neue Corporate Design erhält das UKW mit seinen mehr als 50 Kliniken, Instituten und Zentren weit mehr als ein neues Logo – auch die gemeinsame Identität für die größte Klinik in Unterfranken wird gestärkt. Das neue Designsystem schafft ein kraftvolles Fundament für eine konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg und verbindet dabei wissenschaftliche Exzellenz, Vernetzung und die regionale Verwurzelung des Universitätsklinikums.

„Sichtbar machen, wofür wir stehen“

„Die Würzburger Universitätsmedizin kann speziell in den letzten Jahren auf außergewöhnliche Erfolge zurückblicken. Dazu zählen der Start für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA, die Entwicklung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) oder die erfolgreiche Einwerbung und Verlängerung von Sonderforschungsbereichen (SFB). Mit dem neuen Corporate Design machen wir sichtbar, was uns ausmacht und wofür wir stehen. Diese Identität basiert auf unserem Selbstverständnis: ‚Dem Menschen verpflichtet‘“, erklärt Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW.

Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Beide Elemente können in verschiedenen Kombinationen genutzt werden. Basis für die Entwicklung des neuen Corporate Designs war ein umfassender Prozess, an dem Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Klinikbereiche und Berufsgruppen des UKW beteiligt waren. Das bisherige Corporate Design des UKW stammt aus dem Jahr 2002.

Neu definiertes Selbstverständnis als Basis für Logo-Entwicklung

„Zur Ergänzung unseres Selbstverständnisses ‚Dem Menschen verpflichtet‘ haben wir um diesen Kern drei zentrale Werte neu ergänzt: ‚Strahlkraft, Weitblick und Füreinander‘. Das neue Logo und Corporate Design geben diese Werte wieder“, so von Oertzen weiter.

Das Füreinander wird durch die Verbindung der drei Buchstaben sichtbar. Die Verschmelzung von „U“ und „K“ betont die besondere Nähe zur Universität. Die parallelen Linien stehen für die Strahlkraft des Universitätsklinikums, in der Region, national und international. Die Rundung im „W“ verweist zudem auf die bisherige „Mainwelle“ im alten Logo und damit auf die regionale Verwurzelung des Würzburger Universitätsklinikums. 

Wegweisende Bauprojekte starten

„Zudem steht mit dem Beginn der Baumaßnahmen auf dem Erweiterungsgelände Nord ein wegweisendes Projekt an, das die Zukunft der Würzburger Universitätsmedizin prägen wird. Diesem Innovationsschub wird das neue Erscheinungsbild ebenfalls gerecht. Unser Medizin-Campus wird sich grundlegend wandeln. Dieser Wandel wird durch das neue Corporate Design aufgegriffen“, so Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW. Das bisherige Logo und Corporate Design des UKW wurden seit 2002 nicht mehr grundlegend verändert. Nach weit über 20 Jahren mit dem bestehenden Logo sei es nun der passende Zeitpunkt für eine komplette Überarbeitung des Erscheinungsbildes.

Identität stärken und Orientierung geben

Marcus Huppertz, Pflegedirektor des Würzburger Universitätsklinikums: „Eine starke optische Dachmarke gibt Patientinnen und Patienten Orientierung, sie steigert die Wiedererkennung und stärkt bei Mitarbeitenden das Wir-Gefühl – und damit auch die Identifikation mit dem Klinikum. Speziell in der Kommunikation mit verschiedenen Zielgruppen, etwa in der Ansprache von Auszubildenden und Fachkräften, ist auch das ein wichtiger Erfolgsfaktor.“

Erfolgsmodell Universitätsmedizin 

„Gerade die Kombination von Forschung, Lehre und Krankenversorgung zeichnen die Universitätsmedizin generell aus. Diese Stärke prägt den Standort Würzburg ganz besonders. Das zeigen die Ansiedlungen von außeruniversitären Einrichtungen wie dem Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) oder das geplante Max-Planck-Institut im Bereich der Lebenswissenschaften. Diese exzellente Entwicklung der Würzburger Universitätsmedizin wird mit dem neuen Design auch optisch unterstützt“, so Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät in Würzburg.

„Gutes Design erfüllt eine Funktion“

Entwickelt wurde das neue Corporate Design von der Agentur „Zeichen & Wunder“ aus München. Die Leitung des Projektes liegt bei Lena Ossiander, der Leiterin der Stabsstelle Marketing am UKW. Ossiander: „Das neue Corporate Design wird unsere Außendarstellung langfristig prägen, es transportiert die Werte des UKW und stärkt unsere Identität. Dabei ging es uns nicht darum, einfach nur etwas Neues oder Schöneres zu gestalten. Gutes Design erfüllt eine Funktion – und genau das war unser Anspruch. Es erleichtert den Zugang zu Informationen und hilft uns dabei, klarer, konsistenter und als ein gemeinsames UKW zu kommunizieren.“

Das neue Corporate Design des UKW wird nun ab dem 20. Juli schrittweise in den kommenden zwei Jahren eingeführt. Am Beginn stehen Online-Anwendungen und zentrale Vorlagen. Die Außenbeschilderung des UKW wird später umgestellt. In einem Folgeprojekt ist zudem die grundlegende Überarbeitung der UKW-Website geplant.

Baukastenprinzip für zahlreiche Anwendungsfälle

Um die vielen unterschiedlichen Anwendungsfälle und Formate gut abdecken zu können, gibt es am UKW nun einen Logo-Baukasten und flexible Regeln für den Einsatz des Logos. Je nach Anwendung und Kontext kann eine passende Logo-Variante gewählt werden. Standardmäßig wird das Logo im Querformat verwendet. Alle Logo-Varianten gibt es in der Primärfarbe UKW Dunkelblau und als Negativ-Variante in Weiß. Für Sonderfälle gibt es eine monochrome Variante in Schwarz. Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert.

Das Universitätsklinikum Würzburg führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein. Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Lena Ossiander, Marcus Huppertz und Philip Rieger (v. l.) stellten zum Start für das neue Corporate Design-System verschiedene Beispiele in der Anwendung vor. Foto: UKW / Thomas Berberich
Das Universitätsklinikum Würzburg führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein. Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Lena Ossiander, Marcus Huppertz und Philip Rieger (v. l.) stellten zum Start für das neue Corporate Design-System verschiedene Beispiele in der Anwendung vor. Foto: UKW / Thomas Berberich
Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert. Foto: UKW / Thomas Berberich
Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert. Foto: UKW / Thomas Berberich
Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Logo: UKW
Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Logo: UKW

Neue Perspektive für die Schlaganfalltherapie

Neuroprotektion durch Blockade von NLRP3 in der Akutphase des Schlaganfalls

Collage aus fünf mikroskopischen Aufnahmen
Das NLRP3 Inflammasom in Endothelzellen und neutrophilen Granulozyten in der Hyperakutphase des Schlaganfalls: Repräsentative immunhistochemische Multikanal-Färbung: Dargestellt ist ein kleines zerebrales Gefäß innerhalb des Schlaganfallareals 4 Stunden nach Beginn eines dauerhaften Verschlusses der A. cerebri media rechts. Gefärbt wurden Zellkerne (DAPI, blau), Endothelzellen/Gefäße (CD105, grün), das NLRP3 Inflammasom (rot) und Neutrophile (Ly6G, violett). Es zeigt sich eine Expression des NLRP3 Inflammasoms in Endothelzellen und neutrophilen Granulozyten. Der weiße Pfeil zeigt einen NLRP3-positiven intravasalen Neutrophilen. Maßstabsbalken = 50 µm. Aus: Bellut et al., Identifying the role of NLRP3 inflammasome in stroke progression and outcome before recanalization, Cell Reports Medicine, 2026.

In der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine“ berichten Forschende aus Würzburg über NLRP3 als vielversprechendes Zielmolekül: Dessen Blockade konnte im Experiment das Fortschreiten von Schlaganfällen bereits während des Gefäßverschlusses verlangsamen. Bei Patientinnen und Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall fanden sich korrespondierend in speziellen „pialen“ Blutproben aus dem betroffenen Hirngebiet erhöhte Anzahlen NLRP3-positiver Immunzellen mit prognostischer Bedeutung. Perspektivisch könnte eine frühzeitige Hemmung von NLRP3 wertvolle Zeit bis zur Wiedereröffnung eines verschlossenen Hirngefäßes überbrücken und so das Behandlungsergebnis verbessern.

Würzburg. Wird ein Blutgefäß im Gehirn plötzlich verschlossen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Mit jeder Minute, in der das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, sterben Millionen Nervenzellen unwiederbringlich ab. Zwar kann das Blutgerinnsel heute häufig medikamentös aufgelöst (Thrombolyse) oder mechanisch mittels Katheter entfernt werden (Thrombektomie), sodass der Blutfluss wiederhergestellt wird. Dennoch kommt es trotz erfolgreicher Behandlung häufig zu schweren bleibenden Schäden oder zum Tod.

Ein wesentlicher Grund dafür ist das Fortschreiten des Infarkts bereits während des Gefäßverschlusses. Um die Behandlungsergebnisse zu verbessern, sind daher zusätzliche Therapieansätze erforderlich, die bereits vor der Wiedereröffnung des Gefäßes wirksam werden.

Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) erforschen interdisziplinäre Arbeitsgruppen aus Neurologie, Neuroradiologie und Experimenteller Biomedizin seit Jahren entzündliche Prozesse, die das Fortschreiten des Schlaganfalls beeinflussen. Im Fokus steht unter anderem das Inflammasom, ein Bestandteil des Immunsystems, der auf Stresssignale reagiert und Immunantworten steuern kann.

Entzündung als therapeutischer Ansatzpunkt

Eine Schlüsselrolle in diesen Entzündungsprozessen kommt dem NLRP3-Inflammasom zu. Bislang war vor allem seine Rolle in späteren Phasen des Schlaganfalls bekannt. Eine Arbeit aus der Würzburger Neurologie und Neuroradiologie sowie der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn legt nun dar, dass NLRP3 bereits unmittelbar nach dem Gefäßverschluss aktiv wird und damit eine bislang wenig beachtete frühe Krankheitsphase beeinflusst.

In experimentellen Modellen konnte das Forschungsteam zeigen, dass eine gezielte Hemmung des NLRP3-Inflammasoms die Entzündungsreaktion deutlich abschwächt und das Fortschreiten des Infarkts bereits während des Gefäßverschlusses verlangsamt. „Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, den Schlaganfall bereits in einer sehr frühen Phase therapeutisch zu beeinflussen“, sagt Prof. Dr. Michael Schuhmann, Leiter des Klinischen Labors der Neurologie, dessen Professur von der Hentschel-Stiftung gefördert wird.

Direkter Nachweis beim Menschen

Erstmals gelang es den Forschenden, die Expression von NLRP3 direkt beim Menschen während eines akuten Schlaganfalls nachzuweisen. Ermöglicht wurde dies durch ein am Standort etabliertes, hochspezifisches Protokoll und die enge Zusammenarbeit mit den interventionellen Neuroradiologen Privatdozent Dr. Alexander Kollikowski und Prof. Dr. Mirko Pham (Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie). Während routinemäßiger Thrombektomien konnten so winzige Blutproben aus dem akut betroffenen Hirngebiet gewonnen werden, deren prognostische Relevanz in früheren Studien gezeigt werden konnte.

Die Analysen bestätigten die experimentellen Befunde und zeigen, dass NLRP3-vermittelte Entzündungsreaktionen auch beim Menschen pathophysiologisch relevant sind. Zudem ließ sich anhand der Anzahl NLRP3-positiver Immunzellen der klinische Verlauf drei Monate nach dem Schlaganfall vorhersagen.

Perspektive: Therapie noch vor der Klinik

„Unsere Ergebnisse liefern einen wichtigen Ansatzpunkt für Therapien, die den Schlaganfall bereits vor der Wiedereröffnung des Gefäßes beeinflussen sollen. Ein denkbarer Ansatz wäre, NLRP3-Inhibitoren sehr früh, etwa bereits im Rettungswagen einzusetzen“, sagt Privatdozent Dr. Maximilian Bellut, Erstautor der Studie (Interview).

„Zwischen dem Gefäßverschluss und der erfolgreichen Thrombektomie vergeht oft wertvolle Zeit“, erklärt Alexander Kollikowski. „Wenn es gelingt, das Fortschreiten des Infarkts in dieser Phase zu bremsen, könnte das die Prognose vieler Patientinnen und Patienten verbessern.“

Michael Schuhmann ergänzt: „Bis zur klinischen Anwendung beim Schlaganfall ist es noch ein weiter Weg. Dass NLRP3-Inhibitoren bereits für andere Erkrankungen klinisch entwickelt werden, könnte jedoch zukünftige translationale Studien erleichtern.“

Die Ergebnisse liefern damit einen wichtigen translationalen Ansatzpunkt für neue, neuroprotektive Behandlungen beim Schlaganfall durch gezielte Hemmung entzündlicher Prozesse.

Publikation: Maximilian Bellut, Alexander M. Kollikowski, Marius L. Vogt, Lukas Rossnagel, Ibrahim Hawwari, Bernardo S. Franklin, Mirko Pham, Guido Stoll and Michael K. Schuhmann. Identifying the role of NLRP3 inflammasome in stroke progression and outcome before recanalization. Cell Reports Medicine (2026), https://doi.org/10.1016/j.xcrm.2026.102723

Was ist NLRP3 genau? 

Das Protein „NOD-, LRR- und Pyrin-Domänen-enthaltend 3“ (NLRP3) ist ein wichtiger Bestandteil des angeborenen Immunsystems. Sein Name beschreibt seinen Aufbau. Die NOD-Domäne ist an der Aktivierung des Proteins beteiligt, während der LRR-Baustein (Leucin-reiche Wiederholungen) dabei hilft, Gefahrensignale, wie beispielsweise Zellschäden, zu erkennen. Die Pyrin-Domäne spielt schließlich eine zentrale Rolle bei der Auslösung von Entzündungsreaktionen. Diese Bausteine ermöglichen es dem Protein, als eine Art „Sensor“ zu fungieren, der schädliche Veränderungen im Körper erkennt und eine Immunreaktion in Gang setzt.

Hier geht es zum Interview mit dem Erstautor der Studie, Privatdozent Dr. Maximilian Bellut, sowie der Translationskette: www.ukw.de/forschung/pressemitteilungen/detail/news/pill-in-the-pocket-beim-verdacht-auf-schlaganfall/

Time is brain: Je schneller gehandelt wird, desto größer ist die Chance, Gehirngewebe zu retten!

Ein Schlaganfall kann entweder durch eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung im Gehirn verursacht werden: Ein Blutgefäß kann reißen (hämorrhagischer Schlaganfall) oder durch ein Gerinnsel verstopfen (ischämischer Schlaganfall). Beide Formen sind akute Notfälle, die sofortiges Handeln erfordern. Mit über 80 Prozent ist der ischämische Schlaganfall die häufigste Form. Dabei blockiert ein Blutgerinnsel ein Gefäß im Gehirn, sodass der dahinterliegende Bereich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird und Nervenzellen absterben.

Je nachdem, welche Hirnregion betroffen ist, kommt es zu unterschiedlichen Ausfällen. Häufig sind es einseitige Lähmungen, aber auch Sprach- oder Sehstörungen, Schwindel oder Bewusstseinsstörungen können auftreten.

Ein einfacher Merksatz zur Erkennung ist der FAST-Test: F steht für „Face” - hängt beim Lächeln eine Gesichtshälfte? A steht für „Arms“ – sinkt beim Heben beider Arme ein Arm ab? S steht für „Speech“ – klingt die Sprache verwaschen oder unverständlich? T steht für Time: Wenn eines dieser Anzeichen zutrifft, sofort den Notruf 112 wählen. Denn: „Time is brain“ – jede Minute zählt, um wertvolles Gehirngewebe zu retten.

Collage aus fünf mikroskopischen Aufnahmen
Das NLRP3 Inflammasom in Endothelzellen und neutrophilen Granulozyten in der Hyperakutphase des Schlaganfalls: Repräsentative immunhistochemische Multikanal-Färbung: Dargestellt ist ein kleines zerebrales Gefäß innerhalb des Schlaganfallareals 4 Stunden nach Beginn eines dauerhaften Verschlusses der A. cerebri media rechts. Gefärbt wurden Zellkerne (DAPI, blau), Endothelzellen/Gefäße (CD105, grün), das NLRP3 Inflammasom (rot) und Neutrophile (Ly6G, violett). Es zeigt sich eine Expression des NLRP3 Inflammasoms in Endothelzellen und neutrophilen Granulozyten. Der weiße Pfeil zeigt einen NLRP3-positiven intravasalen Neutrophilen. Maßstabsbalken = 50 µm. Aus: Bellut et al., Identifying the role of NLRP3 inflammasome in stroke progression and outcome before recanalization, Cell Reports Medicine, 2026.

Neubau des UKW: Grünes Licht für hochinnovative Energiezentrale

Energiekonzept umfasst u.a. Wärmepumpen, Erdwärme (Geothermie), Eisspeicher sowie Wärme- und Kältespeicher / "Vorbildfunktion für andere Klinikneubauten"

Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow
Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow

Würzburg. Der nächste Meilenstein für das Erweiterungsgelände Nord am Universitätsklinikum Würzburg (UKW): Der Haushaltsausschuss im Bayerischen Landtag hat am 15. Juli auch der 2. Teilbaumaßnahme zur Erschließung für das Bauprojekt zugestimmt. Dabei geht es um die Errichtung einer neuen und hocheffizienten Energiezentrale für den Neubau sowie um die technische Infrastruktur und logistische Erschließung. Damit stehen für die ersten beiden Teilbaumaßnahmen rund 714,9 Millionen Euro zur Verfügung. Die bereits zuvor bewilligte erste Teilbaumaßnahme umfasst umfangreiche Maßnahmen zur Baufeldfreimachung und Vorbereitungen für die Baulogistik.

„Das ist ein weiteres starkes Bekenntnis für Spitzenmedizin in Bayern am Standort Würzburg. Diese Entscheidung unterstreicht erneut das enorme Engagement und die kontinuierliche Unterstützung des Freistaates Bayern und zahlreicher Landtagsabgeordneter für die Universitätsmedizin Würzburg und den Neubau auf dem Erweiterungsgelände Nord“, betont Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW.

Auch Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume freute sich über die Entscheidung: „Bei unseren Uniklinika geht es jetzt Schlag auf Schlag – Ende Juni im Kabinett, jetzt, Mitte Juli gibt es bereits für Würzburg und weitere zentrale Maßnahmen grünes Licht durch den Landtag. Das ist ein klares Bekenntnis des Parlaments und ein entscheidender Schritt: Das größte Uniklinika-Bauprogramm des Freistaats nimmt jetzt richtig an Fahrt auf. Herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bayerischen Landtag für die klare Haltung – die Spitzenmedizin ist uns zu Recht lieb und teuer.“

Energiekonzept hat Vorbildfunktion

Die neue Energiezentrale auf dem Erweiterungsgelände Nord erfüllt modernste Ansprüche der sicheren und nachhaltigen Energieversorgung. Sie setzt dabei ausschließlich auf regenerative Energien. Das Energiekonzept umfasst u.a. Wärmepumpen, Erdwärme (Geothermie), Eisspeicher sowie Wärme- und Kältespeicher. Natürlich werden auch die Anforderungen für eine sichere Notstromversorgung erfüllt. „Mit dem Energiekonzept übernimmt das UKW auch eine Vorbildfunktion für andere Klinikneubauten, wenn es um den Einsatz regenerativer Energien geht“, sagt Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor der Würzburger Uniklinik.

Umfangreiche Erschließungsmaßnahmen für den Neubau nötig

Bereits im April gab der Haushaltsauschuss grünes Licht für die 1. Teilbaumaßnahme zur Erschließung für das Erweiterungsgelände Nord am Universitätsklinikum Würzburg. Bevor die Errichtung der Klinikneubauten im 1. Bauabschnitt beginnen kann, ist eine umfangreiche Baufeldfreimachung nötig. Zu den Maßnahmen zählen etwa die Errichtung eines Ersatzparkplatzes für die Dauer der Bauphase und eines Interims-Hubschrauberlandeplatzes, Oberbodenabtrag und Teilaushub, die Errichtung von Trafostationen zur Baustromversorgung, die Herstellung von Baustraßen außerhalb des Baufeldes und die Verlegung von Leitungen. Die Verlagerung der Parkplätze und des Hubschrauberlandeplatzes ist nötig, da der künftige Neubau auf den Flächen entsteht, die aktuell hierfür genutzt werden. Wenn diese Ersatzflächen in Betrieb genommen werden, beginnen die Vorab-Aushubarbeiten auf dem eigentlichen Baufeld. Das Projekt auf dem Erweiterungsgelände Nord des UKW ist eine der größten Baumaßnahmen in Bayern.

Neubau führt Klinikbereiche zusammen

Der erste Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord des UKW mit 276 Betten wird zukünftig für die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die Augenklinik (beide bisher in der Kopfklinik) und die Frauenheilkunde entsprechende Operationssäle, Intensivpflegeplätze und Zentraleinrichtungen auf einer Nutzungsfläche von insgesamt ca. 30.000 Quadratmetern Platz bieten. Damit werden modernste Räumlichkeiten geschaffen, mit denen die jetzigen Flächen aus den 1970er (Kopfklinik) bzw. 1930er Jahren (Frauenklinik) ersetzt werden

Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow
Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow

Aktionstag der Hepatitis-Eliminationsinitiative in Nürnberg

Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags am 28. Juli 2026 lädt die „Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ zu einer großen Informations- und Testungsaktion auf den Jakobsplatz in Nürnberg ein. Initiiert wurde die von vielen Partnern mitgetragene Veranstaltung vom Uniklinikum Würzburg, das die Eliminationsinitiative leitet.

Schriftzug: "Lass uns Klartext reden." Das Wort Klartext ist rot markiert
Das Logo des Welt-Hepatitis-Tags 2026 greift dessen Motto auf: „Lass uns Klartext reden“.

Nürnberg / Würzburg. Unter dem Motto „Lass uns Klartext reden“ will der Welt-Hepatitis-Tag am Dienstag, den 28. Juli 2026, die Öffentlichkeit über Prävention, Diagnose und Behandlung von Virushepatitis aufklären. Am Jakobsplatz in Nürnberg findet dazu am Awareness-Tag von 12:00 bis 18:00 Uhr eine umfangreiche Informations- und Testungsaktion statt. Initiiert wurde sie von der „Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“. Die in diesem Frühjahr gestartete Initiative wird angeführt von Prof. Dr. Andreas Geier. Der Leiter der Hepatologie am Uniklinikum Würzburg unterstreicht: „Wir freuen uns sehr, dass wir für die geplante, breit angelegte und an alle Personengruppen adressierte Veranstaltung mit starken und kompetenten Partnern kooperieren können.“ So wird der Nürnberger Aktionstag unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, von der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), von der AIDS-Beratung Mittelfranken und der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth sowie vom Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg.

Über Hepatitis B und C 

Hepatitis B und C sind Virusinfektionen, die die Leber betreffen und oft lange unbemerkt bleiben. Beide können chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Hepatitis B wird vor allem über Blut, durch Sexualkontakte und von der Mutter auf das Kind übertragen – eine Impfung schützt. 

Auch Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut übertragen, etwa durch gemeinsam genutzte Spritzen. Deutlich weniger häufig wird eine sexuelle Übertragung von Hepatitis C berichtet. Eine Impfung gibt es bei Hepatitis C nicht, aber moderne Medikamente können die Infektion in fast allen Fällen heilen. Frühe Tests und Behandlungen sind entscheidend. „Vor diesem Hintergrund ist die Hepatitis-Elimination eines der großen globalen Gesundheitsziele unserer Zeit. Der Nürnberger Aktionstag ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg“, ist sich Prof. Geier sicher. 

Interessierte kontaktieren die Projektkoordination der „Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ unter E-Mail: hepatitiselimination@ukw.de.


Text: Pressestelle / UKW

Schriftzug: "Lass uns Klartext reden." Das Wort Klartext ist rot markiert
Das Logo des Welt-Hepatitis-Tags 2026 greift dessen Motto auf: „Lass uns Klartext reden“.

Wenn Pilze das Auge bedrohen

Pilzkeratitis besser verstehen und behandeln: DFG fördert interdisziplinäres Forschungsprojekt am UKW

Collage mit zwei Bildern, links ein gesundes menschliches Auge und rechts ein Auge mit einer Pilzinfektion trotz intensiver Therapie - vor der Pupille ist ein weißer Klecks, der die Sicht einschränkt.
Die Pilzkeratitis ist eine schwere Infektion der Hornhaut, die zu einer dauerhaften Sehbeeinträchtigung oder sogar zum Verlust des Auges führen kann. © Augenklinik UKW / Befundbibliothek
Collage der beiden Porträts der Wissenschaftler.
Dr. Malik Salman Haider (links) und Prof. Dr. Oliver Kurzai untersuchen im neuen DFG-Projekt die Mechanismen der Pilzinvasion der Hornhaut und entwickeln neue Ansätze für eine gezieltere Therapie der Pilzkeratitis. © UKW

Forschende aus Augenheilkunde unter der Leitung von Dr. Malik Salman Haider und Medizinischer Mikrobiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Kurzai untersuchen die Mechanismen der Pilzinvasion der Hornhaut und entwickeln neue Ansätze für eine gezieltere Therapie.

Würzburg. Die Pilzkeratitis, eine durch Pilze verursachte Infektion der Hornhaut, gehört zu den schwerwiegendsten Erkrankungen der Augenoberfläche. Bei unzureichender Behandlung kann sie zu bleibenden Hornhautschäden, erheblichen Seheinschränkungen und im schlimmsten Fall zum Verlust des Sehvermögens führen.

Besonders gefährdet sind Kontaktlinsenträgerinnen und -träger, Menschen nach Augenverletzungen – insbesondere durch Pflanzenmaterial – sowie Personen mit vorgeschädigter Hornhaut oder geschwächtem Immunsystem. 

Die Behandlung gilt als besonders anspruchsvoll, da viele pilzhemmende Medikamente, sogenannte Antimykotika, die Hornhaut nur unzureichend durchdringen. Dadurch sind die Erreger am Infektionsort schwer zu erreichen. Die Folge sind langwierige Therapien mit sehr häufiger Anwendung der Medikamente, die für die Betroffenen belastend sind und dennoch nicht immer den gewünschten Erfolg bringen.

Mechanismen der Pilzinfektion

Hier setzt ein neues Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Würzburg an, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 500.000 Euro gefördert wird und die Kompetenzen aus den Bereichen Augenheilkunde, Entwicklung neuer Wirkstoffträgersysteme und Infektionsbiologie verbindet. Gemeinsam untersuchen Dr. Malik Salman Haider, Leiter der Forschungslabore in der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Würzburg (UKW), und Prof. Dr. Oliver Kurzai, Vorstand des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und Leiter des Nationalen Referenzzentrums für invasive Pilzinfektionen (NRZMyk), wie Pilzerreger in die Hornhaut eindringen und welche Prozesse zur Schädigung des Gewebes führen. Im Fokus stehen dabei Fusarium-Pilze. Diese sind in der Umwelt weit verbreitete Schimmelpilze und zählen zu den häufigsten Erregern pilzbedingter Hornhautinfektionen. Entsprechend gehören Menschen, die beruflich häufig mit Erde und Pflanzenmaterial in Kontakt kommen, wie Gärtnerinnen und Gärtner oder Landwirtinnen und Landwirte, zu den besonders gefährdeten Gruppen. 

Polymerbasierte Nano-Wirkstoffträger für eine gezieltere Therapie

Parallel zu den Untersuchungen der biologischen Mechanismen der Pilzinfektion entwickeln die Forschenden neuartige Nano-Wirkstoffträger auf Polymerbasis. Diese sollen die Eigenschaften bestehender, klinisch relevanter Antimykotika verbessern und ihre Verfügbarkeit am Infektionsort in der Hornhaut erhöhen. Ihre Wirksamkeit wird in humanrelevanten In-vitro- und Ex-vivo-Modellen der Hornhautinfektion untersucht. Diese Modelle ermöglichen nicht nur eine realitätsnahe präklinische Prüfung der neuen Therapieansätze, sondern können auch dazu beitragen, den Bedarf an Tierversuchen in der augenheilkundlichen Forschung zu reduzieren.

Projekt bündelt Expertise aus Augenheilkunde, Biomaterialforschung, Arzneimittelentwicklung und Infektionsbiologie

„Durch die Verknüpfung mechanistischer Untersuchungen der Pilzinvasion mit der Entwicklung verbesserter antimykotischer Formulierungen wollen wir neue Erkenntnisse liefern und eine solide präklinische Grundlage für wirksamere Behandlungsmöglichkeiten der Pilzkeratitis schaffen“, fasst Oliver Kurzai das Projektvorhaben zusammen. Der Mediziner und Mikrobiologe bringt seine langjährige Forschungserfahrung in der Infektionsbiologie humanpathogener Pilze, der Pilzpathogenese und den Wechselwirkungen zwischen Erreger und Wirt ein. Im Projekt konzentriert er sich auf die biologischen Mechanismen der Pilzinfektion, während sich die Arbeitsgruppe von Malik Salman Haider den Strategien zur gezielten Wirkstoffabgabe und realitätsnahen Hornhautmodellen widmet. Haider ist Experte für polymere Wirkstoffträgersysteme, Biomaterialien, okuläres Tissue Engineering, primäre Zellkulturen des Auges sowie die Entwicklung fortschrittlicher In-vitro- und Ex-vivo-Modelle für die Augenheilkunde.

„Diese interdisziplinäre Kombination bietet eine hervorragende Grundlage, um die Pilzinvasion der Hornhaut erfolgreich zu untersuchen und verbesserte antimykotische Behandlungsstrategien zu entwickeln“, sagt Malik Salman Haider. „Unsere Ergebnisse könnten zur Entwicklung wirksamerer antimykotischer Augentropfen beitragen. Langfristig könnte dies die Behandlungsergebnisse verbessern, das Risiko eines Sehverlusts verringern und gezieltere sowie effizientere Therapiestrategien ermöglichen.“

Vorarbeiten

Das neue, von der DFG geförderte Projekt „Entschlüsselung der Pilzinvasion der Hornhaut und Verbesserung der Behandlung der Pilzkeratitis“ baut auf wichtigen Vorarbeiten am UKW und in Kooperation mit externen Partnern auf.

Eine zentrale Grundlage bildete das vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) geförderte Projekt D-420 von PD Dr. Daniel Kampik und Prof. Dr. Oliver Kurzai. In diesem Projekt wurden wichtige wissenschaftliche und methodische Grundlagen für die Simulation der Pilzkeratitis in 3D-Hornhautmodellen geschaffen. Ergänzend dazu trugen die früheren Arbeiten und das große Engagement von Dr. Ronny Martin, Dr. Anna Zimmermann und Dr. Johanna Theuersbacher wesentlich zur Untersuchung von Pathomechanismen der infektiösen Keratitis in tissue-engineerten 3D-Hornhautmodellen bei.

Darüber hinaus war die enge Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC / Translationszentrum Regenerative Therapien, Würzburg, insbesondere mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Christian Lotz, von großer Bedeutung. In dieser Kooperation wurden humanrelevante, tissue-engineerte 3D-In-vitro-Hornhautmodelle entwickelt und charakterisiert, die eine realitätsnahe Untersuchung von Hornhautbiologie, Wundheilung und präklinischen Therapieansätzen ermöglichen.

Collage mit zwei Bildern, links ein gesundes menschliches Auge und rechts ein Auge mit einer Pilzinfektion trotz intensiver Therapie - vor der Pupille ist ein weißer Klecks, der die Sicht einschränkt.
Die Pilzkeratitis ist eine schwere Infektion der Hornhaut, die zu einer dauerhaften Sehbeeinträchtigung oder sogar zum Verlust des Auges führen kann. © Augenklinik UKW / Befundbibliothek
Collage der beiden Porträts der Wissenschaftler.
Dr. Malik Salman Haider (links) und Prof. Dr. Oliver Kurzai untersuchen im neuen DFG-Projekt die Mechanismen der Pilzinvasion der Hornhaut und entwickeln neue Ansätze für eine gezieltere Therapie der Pilzkeratitis. © UKW

Beim Würzburger Gesundheitstag dabei

Am 25. Juli 2026 findet erneut der Würzburger Gesundheitstag statt. Das Uniklinikum Würzburg ist wie gewohnt mit einem umfangreichen Informationsangebot dabei.

 

Stand des Uniklinikums mit blauen Pavillons, die mit dem UKW-Logo bedruckt sind, auf dem unteren Markt in der Würzburger Innenstadt
Das Uniklinikum Würzburg wird auch in diesem Jahr wieder auf dem Oberen Markt diverse Themen aus Therapie, Forschung, Prävention und Selbsthilfe präsentieren. © Susanne Just / UKW

Würzburg. Am Samstag, 25. Juli 2026 veranstaltet das Aktivbüro der Stadt Würzburg den 14. Würzburger Gesundheitstag. Wie von der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion gewohnt, werden erneut Anbieter aus dem professionellen Gesundheitsbereich, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen in der Innenstadt informieren, beraten und unterhalten. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) beteiligt sich mit insgesamt fünf Infoständen am Oberen Markt. Zu den präsentierten Themen gehören Selbsthilfefreundlichkeit, Stammzell- und Organspende sowie die Aufgaben der Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg. Der Gesundheitstag geht von 10:00 bis 16:00 Uhr.

 

Text: Pressestelle UKW
 

Stand des Uniklinikums mit blauen Pavillons, die mit dem UKW-Logo bedruckt sind, auf dem unteren Markt in der Würzburger Innenstadt
Das Uniklinikum Würzburg wird auch in diesem Jahr wieder auf dem Oberen Markt diverse Themen aus Therapie, Forschung, Prävention und Selbsthilfe präsentieren. © Susanne Just / UKW

Eine der höchsten Ehrungen der Wissenschaft: Stefan Frantz wird Mitglied in der Leopoldina

Der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Universitätsklinikum Würzburg wurde in die Nationale Akademie der Wissenschaften aufgenommen

Porträt von Stefan Frantz, der dunkles Sacko, hellblaues Hemd und Fliege trägt
Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am UKW zählt nun zum Kreis der Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften. © Thomas Berberich / UKW

Würzburg. Die Mitgliedschaft in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina ist eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Wissenschaft. Für seine herausragenden Beiträge zur Herz-Kreislauf-Forschung wählte das Präsidium nun Prof. Dr. Stefan Frantz als neues Mitglied in ihre Reihen. Der Aufnahme gingen die Nominierung durch ein bestehendes Mitglied sowie eine mehrstufige Prüfung seiner wissenschaftlichen Exzellenz voraus.

Mit der Aufnahme in die Leopoldina gehört der Kardiologe und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Universitätsklinikum Würzburg (UKW)  nun auch offiziell zu den führenden Wissenschaftlern seines Fachgebiets. Der 1652 gegründeten Gelehrtengesellschaft gehören derzeit insgesamt 1.751 Mitglieder aus Deutschland und der Welt an, die sich in verschiedenen Klassen und Fachsektionen engagieren. Gemeinsam verfolgen sie die beiden übergeordneten Aufgaben der Leopoldina: die Vertretung der deutschen Wissenschaft im Ausland und die Beratung von Politik und Öffentlichkeit.

Stefan Frantz: „Die Aufnahme in die Leopoldina ist für mich eine große Ehre und Auszeichnung. Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, gemeinsam mit einer hochkarätigen, internationalen Gemeinschaft von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über Fachgrenzen hinweg an wichtigen Zukunftsthemen zu arbeiten. Die beratende Funktion der Leopoldina für Politik und Gesellschaft bietet die Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftlich relevante Empfehlungen einfließen zu lassen. Mich reizt dabei vor allem der interdisziplinäre Ansatz, etwa wenn Themen wie Hitze und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Heilung aus der Perspektive von Kardiologie, Dermatologie und weiteren Disziplinen gemeinsam betrachtet werden. Dass die Akademie ihren Sitz in Halle an der Saale hat, wo ich drei Jahre lang als Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III tätig war, schafft für mich zudem eine besondere persönliche Verbindung.“

Der Kardiologe wird sich in der Leopoldina in der Fachsektion „Innere Medizin und Dermatologie“ engagieren. Als Herz-Kreislauf-Forscher beschäftigt er sich insbesondere mit kardiovaskulären Schnittstellen – also den Wechselwirkungen zwischen Herz, Immunsystem, Gehirn und weiteren Organsystemen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Mechanismen der Heilung und des Remodelings nach einem Myokardinfarkt sowie deren Bedeutung für die Entstehung und Progression der Herzinsuffizienz.

Werdegang von Prof. Dr. Stefan Frantz 

Stefan Frantz wurde 1970 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach Schuljahren in Stuttgart und Paris legte er 1989 in München das Abitur ab. Sein Medizinstudium begann er mit einem Stipendium der Bayerischen Hochbegabtenförderung an der Universität Regensburg und setzte es nach dem Physikum an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)  fort. Bereits seine Promotion im Jahr 1996 legte den Grundstein für seine translationale Forschung zu metabolischen Mechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen und deren therapeutischer Modulation.

Von 1998 bis 2000 forschte Frantz mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Boston (USA). Anschließend kehrte er an das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) zurück, wo er seine Facharztausbildung absolvierte. 2005 erlangte er die Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin, ein Jahr später habilitierte er sich und erhielt die Venia Legendi. Es folgten die Schwerpunktbezeichnung Kardiologie sowie die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin.

2007 wurde Frantz Oberarzt auf der Intensivstation, 2009 übernahm er die Leitung der Zentralen Notaufnahme und Aufnahmestation. Weitere Meilensteine sind die W2-Professur für „Translationale Forschung“ (2011), die Direktion der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) von 2014 bis 2017 sowie seit 2017 die Direktion der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am UKW.

Darüber hinaus engagiert sich Frantz in zahlreichen wissenschaftlichen Leitungsfunktionen. Er ist stellvertretender Sprecher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) sowie des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung (IZKF). Von 2021 bis 2025 war er stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKW, seit 2026 ist er stellvertretender Dekan der Medizinischen Fakultät.

Zu den wichtigsten Meilensteinen seiner Karriere zählen die Mitgründung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz sowie die erfolgreiche Einwerbung des Sonderforschungsbereichs SFB 1525, dessen Sprecher er seit 2022 ist.

Stefan Frantz ist verheiratet, Vater von drei Kindern und lebt mit seiner Familie in Würzburg.

Über die Leopoldina 

Charles Darwin, Marie Curie, Albert Einstein, aber auch Emmanuelle Charpentier, Christiane Nüsslein-Volhard, Svante Pääbo und Harald zur Hausen - sie alle waren oder sind Mitglieder der Leopoldina. Die Nationale Akademie der Wissenschaften zählt zu den ältesten und renommiertesten Wissenschaftsakademien der Welt. Als „Academia Naturae Curiosorum" 1652 in Schweinfurt gegründet, beschäftigten sich die ersten Mitglieder der „Akademie der Naturforscher“ vor allem mit medizinischen und naturwissenschaftlichen Fragen und trugen wesentlich zur wissenschaftlichen Aufklärung bei. Bis heute steht die Leopoldina, die seit 1878 ihren Hauptsitz in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) hat, für wissenschaftliche Exzellenz und interdisziplinären Austausch. Um ihre Stärke der Akademie zu erhalten, wählt die Leopoldina jedes Jahr in einem mehrtägigen Auswahlverfahren etwa 50 neue Mitglieder. Die Mitglieder sind in Fachsektionen organisiert, die wiederum vier Klassen mit den Schwerpunkten Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin sowie Verhaltens-, Sozial- und Geisteswissenschaften zugeordnet sind. Unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen erarbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gesellschaftlich relevante Zukunftsthemen und beraten die deutsche Politik und internationale Institutionen in wichtigen Fragen. Ihre Stellungnahmen zu Themen wie Gesundheit, Klimawandel oder Technologie haben großes Gewicht. Darüber hinaus setzt sich die Leopoldina für die Achtung der Menschenrechte ein. 

Porträt von Stefan Frantz, der dunkles Sacko, hellblaues Hemd und Fliege trägt
Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am UKW zählt nun zum Kreis der Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften. © Thomas Berberich / UKW