Aktuelle Pressemitteilungen

Prof. Dr. Alexander Meining im Vorstand der DGVS

Wir gratulieren!

Prof. Dr. Alexander Meining. Bild: Margot Rössler / UKW

Prof. Dr. Alexander Meining, der Leiter des Bereiches und Lehrstuhlinhaber für Gastroenterologie am Uniklinikum Würzburg, wurde als Sekretär der Sektion Endoskopie für drei Jahre in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) gewählt. Die Wahl fand Anfang Oktober dieses Jahres im Rahmen der Jahrestagung der DGVS in Leipzig statt.

Prof. Dr. Alexander Meining. Bild: Margot Rössler / UKW

Würzburger Universitäts-Frauenklinik macht mit beim Brustkrebs-Awareness-Monat Pinktober

Im Aktionsmonat Oktober trägt die Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg verstärkt dazu bei, das Bewusstsein für Brustkrebs und die Möglichkeiten zu dessen Früherkennung zu schärfen.

Pinke Äpfel werden verteilt
Zum Auftakt des Brustkrebs-Awareness-Monat Pinktober wurden an der Würzburger Universitäts-Frauenklinik unter anderem pinke Äpfel verteilt. Bild: Lena Ossiander / UKW

Würzburg. Als offizieller Awareness-Monat für Brustkrebs ist der Oktober auch als Pinktober bekannt. Ziel der internationalen Initiative ist es, mehr Aufmerksamkeit auf das Krankheitsbild selbst, aber auch auf Vorsorgeuntersuchungen zu lenken – und so Leben zu retten.
Auch die Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) unterstützt die diesjährige Kampagne. So wurden am 1. Oktober, dem weltweiten Tag des Brustkrebses, pinke Ansteckschleifen – das internationale Zeichen für Brustkrebs – sowie Äpfel der Sorte „Pink Lady“ an die Patientinnen und Patienten sowie die Mitarbeitenden der Klinik verteilt. Außerdem erstrahlte das Klinikgebäude zu diesem Anlass innen wie außen in rosafarbenem Licht. 

„Mit diesen äußeren Zeichen verbinden wir eine im Grunde einfache, aber nichtsdestotrotz essentielle Botschaft“, kommentiert Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik, und präzisiert: „Je früher eine bösartige Veränderung der Brust erkannt wird, desto größer ist die Chance auf Heilung oder zumindest einen dauerhaften Behandlungserfolg.“

Früherkennungsuntersuchungen unverzichtbar

Unverzichtbar seien deshalb Früherkennungsuntersuchungen. Dazu gehört nach seinen Worten das Mammografie-Screening, dessen Durchführung ab einem Alter von 50 Jahren alle zwei Jahre empfohlen wird – bei Risikogruppen auch schon früher. „Ebenso wichtig ist es, mindestens monatlich selbst die Brust detailliert zu betrachten und abzutasten“, rät Wöckel. Besonders wachsam sollten Frauen sein, bei denen familiäre Brustkrebsfälle bekannt sind.

Sobald eine Veränderung der Brust, wie tastbare Knoten oder schuppende, nicht verheilende Hautrötungen, registriert werden, sollte eine Haus- oder Frauenarztpraxis oder eine spezialisierte Einrichtung wie das Brustzentrum des UKW aufgesucht werden.

 

Text: Pressestelle / UKW

Pinke Äpfel werden verteilt
Zum Auftakt des Brustkrebs-Awareness-Monat Pinktober wurden an der Würzburger Universitäts-Frauenklinik unter anderem pinke Äpfel verteilt. Bild: Lena Ossiander / UKW

Das Programm für den Karriereschub in der Medizin

Mit zwei unterschiedlichen Mentoring-Programmen unterstützten Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum den akademischen Nachwuchs in der Karriere-Entwicklung. Im Januar 2025 startet eines mit einer neuen Runde.

Würzburg. Zu seinem Beginn im Jahr 2008 war das MENTORING med-Programm ein Angebot für den weiblichen akademischen Nachwuchs. Inzwischen haben seine Organisatoren – die Medizinische Fakultät der Universität und das Universitätsklinikum Würzburg – den Adressatenkreis erweitert: Mittlerweile richtet es sich sowohl an den weiblichen als auch an den männlichen Wissenschaftsnachwuchs und setzt dabei auf ein gendersensibles Konzept.

Wobei: Anstelle eines Mentoring-Programms muss man mittlerweile von zwei Programmen reden, die sich in ihrer Ausgestaltung deutlich voneinander unterscheiden: Um die Teilnahme an MENTORING med PEER können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gleichermaßen bewerben. MENTORING med ONE to ONE steht weiterhin exklusiv Wissenschaftlerinnen zur Verfügung.

Beide Karriereentwicklungsprogramme wenden sich an Ärztinnen beziehungsweise Ärzte, Postdoktorandinnen oder Postdoktoranden sowie Habilitierende in der Medizin. Ihre Laufzeit beträgt je Runde 24 Monate. Dafür beginnen sie allerdings zeitversetzt jeweils mit einem Jahr Abstand.

Dementsprechend startet im Januar 2025 die nächste Runde des MENTORING med ONE to ONE exklusiv für Frauen. Die Bewerbung ist dafür ab sofort möglich, Bewerbungsschluss ist der 15. November 2024.

Interessierte Mentorinnen und Mentoren können sich ebenfalls ab sofort für den Mentoringpool des Programms registrieren.

MENTORING med ONE to ONE

Zielgruppe bei MENTORING med ONE to ONE sind promovierte Ärztinnen, die sich neben der fachärztlichen Ausbildung auch wissenschaftlich weiterqualifizieren wollen, sowie  Wissenschaftlerinnen anderer Disziplinen, die ebenfalls eine Habilitation an der Medizinischen Fakultät anstreben.

Die Teilnehmerinnen erwarten neben dem persönlichen Austausch mit den Mentorinnen und Mentoren vielfältige Workshops zur Erweiterung karriererelevanter Schlüsselkompetenzen und zur Persönlichkeitsentwicklung. Ergänzt wird das Angebot durch verschiedene Vorträge und Netzwerktreffen, bei denen sich die Teilnehmerinnen untereinander austauschen und vernetzen können.

Ausführliche Informationen zu beiden Programmen und die aktuelle Ausschreibung gibt es hier

Kontakt und Bewerbung

Sibylle Brückner, Leiterin MENTORING med, T: +49 931 201 53850, mobil: 0151 22 151622 Brueckner_S3@ ukw.de und sibylle.brueckner@ uni-wuerzburg.de

Text: Pressestelle Universität Würzburg

Protein-Kick stärkt Babys Darm

Postnatale Supplementierung mit S100a8/a9-Alarminen verbessert die durch Mangelernährung verursachte Enteropathie

Das Team der Abteilung Translationale Pädiatrie des Uniklinikums Würzburg (UKW) identifiziert in der Fachzeitschrift Nature Communications den Mangel an S100a8/a9 als entscheidenden pathogenetischen Faktor der durch mütterliche Mangelernährung induzierten Enteropathie und zeigt, dass eine einmalige Gabe des Proteins S100a8 direkt nach der Geburt ausreicht, um die Etablierung dieser Darmerkrankung zu verhindern und damit vor dem sonst lebenslang erhöhten Risiko für Darminfektionen und Darmentzündungen zu schützen.

 

Das Bild zeigt eine mikroskopische Aufnahmen von immunfluoreszenzgefärbten Zellen eines Mausdarms.
Immunfluoreszenzfärbung eines Mausdarms. Gefärbt wurden Marophagen (grün) und S100A8/A9 (rot), ein Protein das vor allem in myeloiden Zellen vorkommt. © Julia Heckmann / UKW
Collage aus Porträtbildern von Dorothee Viemann und Julia Heckmann
Prof. Dr. Dorothee Viemann (links) und Julia Heckmann haben Kolleginnen und Kollegen von der Translationalen Pädiatrie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und vom Institut für Biomedizinische Forschung der Universität della Svizzera Italiana welchen Einfluss eine mütterliche Mangelernährung auf die Gesundheit des Kindes, insbesondere auf die Darmentwicklung, hat. © UKW-Collage
Die gelernte Kinderkrankenschwester Sylvia Königer holt die zuvor abgepumpte Muttermilch aus dem Kühlschrank.
In der Würzburger Universitäts-Kinderklinik stellt das Ernährungszentrum für Säuglinge sicher, dass Früh- und Neugeborene rund um die Uhr die Milch der eigenen Mutter erhalten. Die zuvor abgepumpte Muttermilch wird unter strengsten hygienischen Auflagen behandelt, in Flaschen oder Spritzen gefüllt, etikettiert und ausgeliefert. Je nach ärztlicher Anweisung können patientenindividuell Supplemente, wie Fette, Kohlehydrate und Eiweiße, zugesetzt werden. © Kirstin Linkamp / UKW

Würzburg. Weltweit leiden Millionen von Kindern Mangelernährung und den damit verbundenen gesundheitlichen Folgen. Dazu gehört auch die sogenannte umweltbedingte Enteropathie („environmental enteropathy“, altgriechisch énteron für Darm und páthos für Leiden). Bisher wurde angenommen, dass diese chronische Darmentzündung durch unhygienische Lebensbedingungen, häufige Aufnahme von Krankheitserregern und ein ungünstiges Darmmikrobiom verursacht wird. Die bei Mangelernährung auftretende Enteropathie führt zu einer verminderten Aufnahmefähigkeit des Darms für Nährstoffe und damit zusätzlichen Verstärkung der Mangelernährung - ein Teufelskreis. 

Prof. Dr. Dorothee Viemann, Leiterin der Translationalen Pädiatrie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW), untersuchte mit ihrem Team und einer Schweizer Forschergruppe vom Institut für Biomedizinische Forschung der Universität della Svizzera Italiana, welchen Einfluss eine mütterliche Mangelernährung auf die Gesundheit des Kindes, insbesondere auf die Darmentwicklung, hat. Die Ergebnisse wurden jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht. 

Körpereigene Proteine S100A8/A9 kommen in hohen Mengen in Muttermilch vor

„Wir konnten im Mausmodell zeigen, dass eine Mangelernährung der Mutter ausreicht, um beim Neugeborenen schon während der Stillzeit eine Darmentzündung auszulösen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die körpereigenen Proteine S100A8/A9. Diese kommen in der Muttermilch in großen Mengen vor, sind aber bei Mangelernährung der Mutter deutlich reduziert“, berichtet Erstautorin Julia Heckmann. Die Doktorandin hatte bereits ihre Masterarbeit in Biomedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei der Neonatologin und Immunologin Dorothee Viemann geschrieben und war vor drei Jahren mit ihrer Professorin nach Würzburg gewechselt, um sich auch in ihrer Doktorarbeit mit den Proteinen der S100-Familie und ihrer ambivalenten Funktion zu beschäftigen. Denn die so genannten Alarmin-Proteine, die bei Stress oder Zellschäden als Gefahrensignal freigesetzt werden, tragen dazu bei, entzündungsfördernde Prozesse sowohl zu regulieren als auch zu verstärken. 

Alarmine beeinflussen die Entwicklung der Darmflora und des Immunsystems nach der Geburt 

Dorothee Viemann beschrieb bereits während ihrer Tätigkeit in Hannover die Rolle von S100-Alarminen in der Regulation der körpereigenen Abwehr von Neugeborenen. S100-Alarmine sorgen dafür, dass das Immunsystem von Säuglingen in den Monaten nach der Geburt zunächst ganz bewusst mit angezogener Handbremse läuft. Zum einen, damit sich die körpereigenen Abwehrtruppen nicht in unzählige Scharmützel mit neuen Bakterien und Fremdkörpern verwickeln lassen und dabei starke, lebensgefährliche Entzündungsreaktionen auslösen. Zum anderen, damit sich der Darm mit bestimmten Bakterien besiedeln und das sogenannte Mikrobiom bilden kann. 
„Kindern, die nach der Geburt zu wenig dieser Alarmin-Proteine bilden, fehlt diese Handbremse, weshalb sie ein massiv erhöhtes Risiko für schwere Infektionsverläufe haben. Vor allem bei Frühgeborenen, denen es an S100A8/A9 mangelt, ist das Sepsisrisiko deutlich erhöht“, sagt Dorothee Viemann, die gemeinsam mit dem Direktor der Universitäts-Kinderklinik, Prof. Dr. Christoph Härtel, im Forschungsprojekt PROSPER (Prevention of Sepsis by personalized nutritional S100A8/A9 supplementation to vulnerable neonates) untersucht, ob eine Nahrungsergänzung mit S100A8/A9 Frühgeborene mit niedrigen Alarmin-Spiegeln vor einer Sepsis schützt.

Mehr als 10 Prozent der kindlichen Todesfälle sind auf Darminfektionen zurückzuführen

Doch auch bei Reifgeborenen kann ein Mangel an S100A8/A9 zu chronischen Darmentzündungen und zu einer ungünstigen Keimbesiedlung des Darms führen, wenn eben nicht genügend dieser Alarmine in der Muttermilch vorhanden sind. Dazu kann es kommen, wenn die Mütter z.B. unterernährt oder fehlernährt sind. Die häufigste Form der Unterernährung ist die Protein-Energie-Mangelernährung. Sie führt bei Kindern zu Wachstumsstörungen und macht sie besonders anfällig für Infektionen, insbesondere für Darminfektionen, die für mehr als 10 Prozent der Todesfälle bei Kindern verantwortlich sind.

In ihrer Studie, die von der Bill & Melinda Gates Foundation und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde, legen die Wissenschaftlerinnen den Fokus auf einen Zeitraum, der in der Erforschung umweltbedingter Enteropathien bislang kaum Beachtung fand: die Stillzeit. Das verminderte S100A8/A9 in der Muttermilch mangelernährter Mütter legt den Grundstein für eine lebenslang erhöhte Suszeptibilität, also Empfänglichkeit, für überschießende Darmentzündungen. 

Einmalige Gabe des Proteins S100A8 direkt nach der Geburt schützt vor Darmentzündung

„Unsere aufregendste Entdeckung war, dass eine einmalige Gabe von S100A8 an Neugeborene eine gesunde Darmentwicklung sicherstellt - und zwar lebenslang“, freut sich Julia Heckmann. Eine Nahrungsergänzung mit S100A8 könnte daher eine vielversprechende und einfache Behandlungsmöglichkeit darstellen, um die kindliche Darmentwicklung bei reduzierten S100A8/A9-Spiegeln in der Muttermilch, aber auch generell bei reduzierter oder fehlender Muttermilchzufuhr zu schützen. „Milchersatzprodukte enthalten kein S100A8/A9, sollten aber aufgrund unserer Ergebnisse dringend in Betracht gezogen werden“, rät Dorothee Viemann. 

Präklinische Studie untersucht Wirksamkeit, Sicherheit und Dosierung der Nahrungsergänzung mit S100A8/A9

Ob sich diese Erkenntnisse vom Mausmodell auf den Menschen übertragen lassen, wie wirksam und sicher die Nahrungsergänzung ist und welche Dosierung geeignet ist, untersucht das Team bereits in einer neuen Studie, die vom BMBF gefördert wird. „In der präklinischen Studie wollen wir die Wirkung der Nahrungsergänzung mit S100A8/A9 auf Erkrankungen und das Darmmikrobiom testen, mögliche Nebenwirkungen aufdecken und Dosisempfehlungen für eine klinische Studie geben“, sagt Dorothee Viemann. 

Nachdem der Effekt von S100A8/A9 auf das Immunsystem des Neugeborenen relativ gut verstanden ist, will das Team außerdem untersuchen, wie die Alarmine auf die Epithelzellen der Darmschleimhaut wirken. Die Epithelzellen bilden schließlich die erste Zellschicht im Darm, mit der S100A8/A9 aus der Muttermilch in Kontakt kommt. 

Publikation:
Perruzza, L., Heckmann, J., Rezzonico Jost, T. et al. Postnatal supplementation with alarmins S100a8/a9 ameliorates malnutrition-induced neonate enteropathy in mice. Nat Commun 15, 8623 (2024). https://doi.org/10.1038/s41467-024-52829-x

Text: Kirstin Linkamp / UKW 
 

WERA blickt zurück und nach vorn

Erstes Netzwerktreffen von CCC & NCT WERA am 2. Oktober 2024 in Würzburg

Ralf Bargou, Sprecher des CCC WERA, und Hermann Einsele, Sprecher des NCT WERA, luden ihre Kolleginnen und Kollegen der Comprehensive Cancer Center Erlangen, Regensburg und Augsburg sowie Patientenvertreterinnen und -vertreter nach Würzburg ein, um die erfolgreiche WERA Allianz weiter zu stärken. Gemeinsames Ziel: Krebserkrankungen umfassend erforschen, behandeln und vorbeugen.

Mitglieder der WERA Allianz stellen sich fürs Foto auf der Treppe im Zentrum für Innere Medizin des UKW auf.
Anfang Oktober fand das erste Netzwerktreffen von CCC & NCT WERA im Uniklinikum Würzburg statt. © Jörg Fuchs / UKW

Würzburg. Viele Wege führten Anfang Oktober aus Erlangen, Regensburg und Augsburg nach Würzburg. Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II am Uniklinikum Würzburg, und Prof. Dr. Ralf Bargou, Direktor des Comprehensive Cancer Center Mainfranken (CCC Mainfranken), hatten zum ersten Netzwerktreffen von CCC WERA und NCT WERA eingeladen. 130 WERA Mitglieder aus verschiedenen Fachbereichen der Onkologie, aus Psychologie, Palliativmedizin, Radiologie, Dokumentation und Datenmanagement, Lehre und Patientenvertretung folgten der Einladung mit dem Ziel, den Austausch weiter voranzutreiben und das Netzwerk zu stärken. Arbeiten und Feiern war das Motto. Schließlich konnte auf erfolgreiche Meilensteine zurückgeblickt werden.

Wichtige Meilensteine von WERA

Der WERA Verbund – Uniklinikum und Universität Würzburg mit den Universitätsklinika und Universitäten Erlangen, Regensburg und Augsburg – wurde im September 2020 als Standort im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) ausgewählt. Im Jahr 2021 hat sich der Verbund – die Comprehensive Cancer Center in Würzburg (CCC MF), Erlangen (CCC ER-EMN), Regensburg (CCCO) und Augsburg (CCCA) – offiziell zur Comprehensive Cancer Center Allianz WERA zusammengeschlossen. Im CCC WERA bündeln die vier Krebsversorgungs- und Krebsforschungszentren ihre Expertise und ermöglichen Entwicklungen in der Tumordiagnostik und -therapie, die keiner der vier Standorte alleine erreichen könnte.

Bereits ein Jahr später, 2022, wurde WERA von der Deutschen Krebshilfe als „Onkologisches Spitzenzentrum“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung steht für beste Leistungen auf den Gebieten der präklinischen Forschung, klinischen Studien, Personalisierten Onkologie, multidisziplinären Patientenversorgung sowie Versorgungsforschung, IT & Tumordokumentation, Fort- und Weiterbildung sowie der aktiven Einbeziehung von Patientenvertretungen in die genannten Aufgabenbereiche. Prof. Dr. Wolfgang Herr, stellvertretender NCT Sprecher aus Regensburg, erläuterte beim Netzwerktreffen insbesondere den Aspekt, Ärztinnen und Ärzte frühzeitig für ihre Aufgaben in frühen klinischen Studien auszubilden und neue Karrierechancen zu ermöglichen.

Seit 2023 wird die Allianz WERA mit den drei anderen neuen NCT Standorten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Gastgeberländern offiziell gefördert. Damit wurde eine langfristig angelegte Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), exzellenten Partnern in der Universitätsmedizin und weiteren herausragenden Forschungspartnern an verschiedenen Standorten in Deutschland offiziell gestartet. „Wir sind damals mit drei Themen angetreten: Zellbasierte Immuntherapie, neue Angriffspunkte für Krebstherapien und – als einziger Standort – Verbesserung des Zugangs zu modernen Krebstherapien und klinischen Studien in ländlichen Regionen. Wir konnten mit unseren international sehr sichtbaren Schwerpunktthemen und einer hervorragenden, gemeinsam entwickelten Infrastruktur glänzen“, blickt Hermann Einsele zurück. „Zu diesem Erfolg haben alle WERA Mitglieder wesentlich beigetragen. Gemeinsam haben wir WERA auf die onkologische Landkarte gebracht.“

Outreach: Versorgungseffekte für die gesamte WERA Region 

WERA deckt in Bayern ein Einzugsgebiet von rund acht Millionen Menschen ab, von denen jährlich über 40.000 die Diagnose Krebs erhalten. Viele dieser Menschen leben im ländlichen Raum. Und auch diese Patientinnen und Patienten sollen den Zugang zu den modernsten und effektivsten diagnostischen und therapeutischen Verfahren sowie zu den neuesten klinischen Studien haben. „Neben der translationalen Forschung, also dem Transfer unserer Forschungsergebnisse in die Klinik, und unserer multidisziplinären Versorgung sind daher die Versorgungsforschung und der Zugang von Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum zu innovativen Therapien im Rahmen von klinischen Studien und im Bereich der personalisierten Medizin eine wichtige Säule von WERA, die vorbildlich vorangetrieben und gefördert wird“, sagt Ralf Bargou.

Patienten als Forschungspartner

Neben der Vorstellung der einzelnen WERA Arbeitsgruppen, Studieninfrastrukturen und von Best-Practice-Beispielen war ein weiteres elementares Thema des Netzwerktreffens die Patientenbeteiligung, der ein Impulsvortrag mit anschließender Podiumsdiskussion gewidmet war. „Gute Versorgung beginnt bei guter Forschung. Was gute Forschung ist, entscheiden auch Patientinnen und Patienten“, sagte Alexia Parsons, Leiterin der Projektgruppe „Nationale Dekade gegen Krebs“ des BMBF. Ihr Ziel: Patientinnen und Patienten in allen Phasen der onkologischen Forschung zu beteiligen.

Der Bedarf an engagierten Patientinnen und Patienten in der Krebsforschung ist deutschlandweit sehr hoch und die Patientenperspektive enorm wichtig. Ein WERA Patientenbeirat, der die Patientensicht bei der Fortentwicklung von Strukturen und Prozessen in der Allianz einbringt, ist bereits fest etabliert. Hinzu kommt nun noch ein NCT Patientenforschungsrat, der in die Konzeption und Umsetzung klinischer Studien eingebunden wird.

WERA Publication Award und WERA Core Unit Award

Prof. Dr. Martin Trepel, CCC Direktor aus Augsburg, betonte, wie wichtig und wegweisend die Mitarbeit der Patientenvertretenden in Gremien und Arbeitsgruppen ist. So fungierte der WERA Patientenbeirat auch als Jury für den jährlichen WERA Publication Award. Die beiden herausragenden Publikationen 2024 sind:

  • Tatiana Görig, Eckhard W Breitbart, Hans Drexler, Katharina Diehl. Setting-based skin cancer prevention at the workplace: A survey among German outdoor workers. Am J Ind Med. 2023 Jul;66(7):601-609. doi: 10.1002/ajim.23480. Epub 2023 Apr 4. PMID: 37013840.
  • Anna Winter, Stefan M Schulz, Marc Schmitter, Urs Müller-Richter, Alexander Kübler, Sylvia Kasper, Stefan Hartmann. Comprehensive Geriatric Assessment and Quality of Life Aspects in Patients with Recurrent/Metastatic Head and Neck Squamous Cell Carcinoma (HNSCC). J Clin Med. 2023 Sep 3;12(17):5738. doi: 10.3390/jcm12175738. PMID: 37685806; PMCID: PMC10488489.

Eine weitere Auszeichnung, nämlich der WERA Core Unit Award, ging an das Preclinical Imaging Center Erlangen (PIPE) an der FAU. In PIPE werden multimodale experimentelle Bildgebungsverfahren entwickelt und diese in die klinische Bildgebung übertragen. Diese Core Unit ist ein gutes Beispiel für die standortübergreifende Nutzung von WERA Forschungsinfrastruktur.

Prof. Dr. Marianne Pavel, NCT Direktorin aus Erlangen, zog zum Ausklang des Netzwerktreffens ein positives Fazit und lud alle Beteiligten zum 2. CCC & NCT WERA Netzwerktreffen für 2025 nach Erlangen ein.


CCC Allianz WERA
Die CCC Allianz WERA ist ein Zusammenschluss der Comprehensive Cancer Center in Würzburg (CCC MF), Erlangen (CCC ER-EMN), Regensburg (CCCO) und Augsburg (CCCA). CCC WERA wird durch die Deutsche Krebshilfe als „Onkologisches Spitzenzentrum“ gefördert und deckt ein Versorgungsgebiet von rund 8 Millionen Menschen ab. Zusammen mit den zwei Münchner Standorten sind die vier WERA Standorte Teil des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF). Seit Februar 2023 ist NCT WERA ein Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT). www.ccc-wera.de

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)
Das NCT ist eine langfristig angelegte Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), exzellenten Partnern in der Universitätsmedizin und weiteren herausragenden Forschungspartnern an verschiedenen Standorten in Deutschland: Berlin, Dresden, Heidelberg, SüdWest (Tübingen-Stuttgart/Ulm), WERA (Würzburg mit den Partnern Erlangen, Regensburg und Augsburg) und West (Essen/Köln). Der NCT- Ausbau von den ursprünglich zwei Standorten Heidelberg und Dresden auf sechs Standorte wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs angetrieben und durch die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen unterstützt. Ziel des NCT ist es, klinisch-translationale Forschungsthemen zu fördern. So sollen Innovationen in der Krebsforschung schnell und sicher in exzellente Studien überführt und Tumorerkrankungen bei hoher Lebensqualität erfolgreicher behandelt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Patientinnen und Patienten, die als Forschungspartner*innen in die Strukturen des NCT eingebunden sind, damit sie einen schnellen Zugang zu neuen klinischen Studien und innovativen Therapieansätzen erhalten. www.nct.dkfz.de
 

Mitglieder der WERA Allianz stellen sich fürs Foto auf der Treppe im Zentrum für Innere Medizin des UKW auf.
Anfang Oktober fand das erste Netzwerktreffen von CCC & NCT WERA im Uniklinikum Würzburg statt. © Jörg Fuchs / UKW

Workshop zu fünf bedeutenden Krebserkrankungen

Das Uniklinikum Würzburg lädt die Fachwelt der Region ein, sich am 6. November 2024 bei einem Workshop über diagnostische und therapeutische Neuentwicklungen bei fünf bedeutenden onkologischen Erkrankungen zu informieren.

Grafik fünf wichtigste onkologische Erkrankungen
Das Forum des Uniklinikums Würzburg beschäftigt sich mit fünf wichtigen Feldern hämato-onkologischer Erkrankungen.

Würzburg. Darmkrebs, Magen-, Leber- und Mammakarzinome sowie die Akute Myeloische Leukämie betreffen zahlreiche Patientinnen und Patienten.
„Es ist uns wichtig, dass möglichst viele ärztliche Kolleginnen und Kollegen in unserer Region bei der Diagnostik und Therapie dieser ‚Großen Fünf‘ immer auf dem aktuellen Stand sind“, betont Prof. Dr. Hermann Einsele. Deshalb rief der Krebsexperte und Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) im vergangenen Jahr die Veranstaltungsreihe „Häma-Onko-Forum – The Big Five“ ins Leben.
Am Mittwoch, den 6. November 2024 findet die vierte Neuauflage des Workshops statt. Das kostenlose Angebot richtet sich an alle Medizinerinnen und Mediziner aus Unterfranken und den angrenzenden Gebieten, die im Bereich der Hämato-Onkologie tätig sind. 

Referierende aus der ganzen Region

Wie von den Vorgängerterminen gewohnt, spiegelt sich der gewünschte regionale Schulterschluss auch in der Herkunft der Referierenden wider. So werden neben Experten des UKW auch Fachleute des Klinikums Bamberg, des Klinikums Aschaffenburg-Alzenau, des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim und des Medizinischen Versorgungszentrums Leopoldina aus Schweinfurt ihr Wissen mit dem Auditorium teilen.

„Neben dem Informationsgewinn durch die Vorträge ist das Treffen zudem eine Chance, persönliche Kontakte zu pflegen und die Netzwerkarbeit zu stärken“, unterstreicht Prof. Einsele, der auch als Sprecher des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) WERA fungiert. Dieses vereinigt die onkologischen Kompetenzen der Universitätsstandorte Würzburg, Erlangen Regensburg und Augsburg.

Der konstruktive Austausch kann nach dem etwa 2,5-stündigen Vortragsteil bei einem gemeinsamen Abendessen fortgesetzt werden.

Die Veranstaltung findet im Novum Conference Center in der Schweinfurter Straße 11 in Würzburg statt und beginnt um 18:00 Uhr. Wichtig ist eine Anmeldung bei Gabriele Nelkenstock bis 23. Oktober 2024:
unter Tel. 0931-88079447 oder E-Mail: info@ gn-beratung.de

 

Text: Pressestelle / UKW

Grafik fünf wichtigste onkologische Erkrankungen
Das Forum des Uniklinikums Würzburg beschäftigt sich mit fünf wichtigen Feldern hämato-onkologischer Erkrankungen.

Mit Virtual Reality für den echten Notfall rüsten

VR-Simulationen testen Notfallkompetenz von Assistenzärztinnen und -ärzten

Ein Team der Lehrklinik des Universitätsklinikums Würzburg zeigt in seiner aktuellen Studie im International Journal of Emergency Medicine, dass Virtual Reality (VR)-basierte Simulationen ein vielversprechendes Instrument sind, um die notfallmedizinischen Kompetenzen von Assistenzärztinnen und -ärzten sowohl im diagnostischen als auch im therapeutischen Bereich zu überprüfen.

Assistenzärztin in der Lehrklinik des UKW mit virtueller Brille und Sicht auf virtuellen Patienten auf Untersuchungsliege.
Teilnehmerin beim Absolvieren der VR-Prüfung in der Lehrklinik des Uniklinikums Würzburg. © Annett Köhler / AG VR Simulation im Medizinstudium

Würzburg. Eine lebensbedrohliche Magenblutung, ein Herzinfarkt mit schweren Herzrhythmusstörungen und eine akute Verschlechterung einer chronischen Lungenerkrankung. Mit einem dieser drei Notfallszenarien mussten sich 21 Assistenzärztinnen und -ärzte des Universitätsklinikums Würzburg auseinandersetzen - allerdings in der virtuellen Realität der Lehrklinik. Dort wurde im Rahmen einer Pilotstudie das Potenzial von VR-Simulationen zur Vorbereitung des medizinischen Nachwuchses auf komplexe notfallmedizinische Situationen untersucht.

 „Der Umgang mit Notfallsituationen, die schnelle klinische Entscheidungen erfordern, stellt im Klinikalltag eine besondere Herausforderung dar“, weiß Dr. Tobias Mühling, Leiter der Lehrklinik und gemeinsam mit Prof. Dr. Sarah König Letztautor der im International Journal of Emergency Medicine veröffentlichten Studie. Mehrere Studien zeigten bereits, dass der medizinische Nachwuchs bei der Arbeit mit Simulationspersonen und in Notfallsituationen meist schlechter abschnitt als bei Routineaufgaben. Nach Ansicht der Autorinnen und des Autors liefert ihre neueste Pilotstudie wertvolle Einblicke in die Stärken und Schwächen des medizinischen Nachwuchses zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn und zeigt mögliche Verbesserungen, was im vorausgehenden Studium optimiert werden kann. 

65,6 Prozent der erforderlichen Maßnahmen wurden korrekt durchgeführt

Die Assistenzärztinnen und -ärzte mit bis zu sechs Monaten Berufserfahrung schnitten in der Diagnostik und bei allgemeinen stabilisierenden Maßnahmen recht gut ab. Verbesserungsbedarf zeigte sich jedoch bei krankheitsspezifischen, therapeutischen Maßnahmen wie der Entscheidung für eine nicht-invasive Beatmung (NIV) oder der Behandlung eines langsamen Herzrhythmus (Bradykardie) nach aktuellen medizinischen Leitlinien. Im Durchschnitt wurden 65,6 % der erforderlichen Maßnahmen korrekt durchgeführt, ohne signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen Szenarien. Tobias Mühling betont, dass diese Ergebnisse nicht überraschen, da die jungen Ärztinnen und Ärzte gerade in die Weiterbildung eingetreten sind, dabei natürlich unter engmaschiger Aufsicht durch Fachärztinnen und -ärzte arbeiten und die Behandlung spezifischer Erkrankungen nun erlernen. 

Die Leistung der Teilnehmenden wurde automatisch anhand einer szenariospezifischen Checkliste bewertet. Zusätzlich führten die Teilnehmenden eine Selbsteinschätzung sowie einen Test zur klinischen Entscheidungsfähigkeit mit dem sogenannten Post-Encounter-Formular durch. In diesem erreichten sie eine durchschnittliche Punktzahl von 80,5 %, was auf eine solide Fähigkeit zur Bewältigung diagnostischer Entscheidungen hinweist. Die Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten stimmte jedoch nicht immer mit den objektiven Leistungsergebnissen überein, was die Notwendigkeit objektiver Tests deutlich macht. 

VR-Simulationen sind wertvolle Ergänzung der medizinischen Ausbildung

Aus den Ergebnissen der Pilotstudie zieht die Erstautorin Franca Keicher das Fazit, dass „unsere Teilnehmenden zwar gut auf Routinetätigkeiten vorbereitet sind, dem Management komplexer Fälle aber mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Generell sind VR-Szenarien eine interessante neue Möglichkeit, sich ein umfassendes und praxisnahes Bild von den notfallmedizinischen Kompetenzen neuer medizinischer Fachkräfte sowohl im diagnostischen als auch im therapeutischen Bereich zu machen.“

VR-Simulationen seien aber nicht nur ein Beurteilungsinstrument, sondern auch ein wertvolles Training zur traditionellen medizinischen Ausbildung. „Die Technologie ermöglicht eine praxisnahe und gleichzeitig sichere Umgebung, in der junge Ärztinnen und Ärzte ihre Fähigkeiten verbessern können“, kommentiert Tobias Mühling. Nun haben wir klare Hinweise darauf, wo wir in der Lehre gezielt ansetzen können“, resümiert Prof. Dr. Sarah König, Leiterin des Lehrstuhls für Medizindidaktik und Ausbildungsforschung.

Publikation: Franca Keicher, Joy Backhaus, Sarah König und Tobias Mühling. Virtual reality for assessing emergency medical competencies in junior doctors – a pilot study. Int J Emerg Med 17, 125 (2024). doi.org/10.1186/s12245-024-00721-2

Text: Kirstin Linkamp / UKW 

Assistenzärztin in der Lehrklinik des UKW mit virtueller Brille und Sicht auf virtuellen Patienten auf Untersuchungsliege.
Teilnehmerin beim Absolvieren der VR-Prüfung in der Lehrklinik des Uniklinikums Würzburg. © Annett Köhler / AG VR Simulation im Medizinstudium