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Neuartige Kabel-Klammer-Implantate bei Beckenverletzungen

Beckenbrüche gehören zwar zu den eher seltenen Frakturen, können aber lebensgefährlich sein. Und trotz moderner medizinischer Implantate ist die operative Behandlung von Verletzungen des vorderen Beckenrings, insbesondere der Symphyse, immer noch eine Herausforderung in der Unfallchirurgie. In vielen Fällen kommen Stahlplatten und Schrauben zum Einsatz, die zwar gut geeignet sind zur Knochenbruchbehandlung aber Nachteile bei der Versorgung der Symphyse aufweisen, welche eigentlich eine flexible Faserknorpelverbindung ist. Ein interdisziplinäres Team des Uniklinikums Würzburg und regionalen Partnern hat im Rahmen eines DFG-geförderten Forschungsprojekts nun mittels 3D-Druck alternative Kabel-Klammer-Implantate entwickelt, die diese Defizite möglicherweise ausgleichen können.

Neuartiges Kabel-Klammer-Implantat bei Open-Book-Verletzungen
Unfallchirurgen des Uniklinikums Würzburg haben mit internen und externen Partnern aus der Region innovative Kabel-Klammer-Implantate zur Behandlung von Verletzungen des vorderen Beckenrings entwickelt. © UKW
Die Titan-Klammern mit einer Führungsstruktur für das geflochtene Stahlseil werden fest am Knochen mit zwei Schrauben fixiert. Da sie fest im Implantat fassen und nicht im Knochen, können sie nicht ausbrechen. © UKW

Unfallbedingte Beckenverletzungen können alle Menschen jeden Alters treffen. Die Art der Verletzung unterscheidet sich jedoch durch den Unfallmechanismus aber auch durch das Alter der jeweiligen Person. Der junge Motorradfahrer nach Frontalkollision, die agile Seniorin nach Sturz vom E-Bike oder der Hochbetagte, der beim Gehen gestolpert ist, sind hierbei typische Patientinnen und Patienten mit teils unterschiedlichsten Verletzungsmustern. Allen gemein ist, dass eine von vorne auf das Becken einwirkende Kraft eine Symphysensprengung verursachen kann. Hierbei zerreißt die nicht-knöcherne Faserknorpelverbindung am vorderen Beckenring und es kommt zur sogenannten Open-Book-Verletzung des Beckens. Das Becken klafft quasi wie ein geöffnetes Buch auf. Chirurgisch muss dieser Spalt geschlossen werden. Der Erfolg der konventionellen Behandlung mit Symphysenplatte und Schrauben hängt jedoch oft vom Alter des Unfallopfers ab. Denn mit steigendem Alter sinkt die Knochenqualität und damit die Stabilität der Schrauben.

Hohe Versagensrate bei herkömmlichen Implantaten

Privatdozent Dr. Martin Jordan, geschäftsführender Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Uniklinikum Würzburg, erklärt die Problematik der Symphysenrupturen, die eben kein klassischer Knochenbruch ist, jedoch weltweit wie ein solcher behandelt wird: „Wir stabilisieren die eigentlich flexible Symphyse mit einer rigiden Stahlplatte und Schrauben. Da es in diesem knorpeligen Teil des Beckens jedoch keine knöcherne Heilung gibt, sondern nur eine Vernarbung, sind kontinuierliche Mikrobewegungen nicht zu vermeiden.“ Eine unbedenkliche Lockerung der Symphysenplatte sei bei nahezu allen Patientinnen und Patienten zu beobachten. Wenn zusätzliche Faktoren für eine schlechte Implantatverankerung hinzukommen, wie zum Beispiel eine reduzierte Knochenqualität, dann könne es jedoch sehr zügig zu einem nachteiligen Implantatversagen kommen. Und weil die Lebensqualität zunehmend steigt, ältere Menschen also immer aktiver werden, nehme dementsprechend die Zahl der Beckenverletzungen mit reduzierter Knochenqualität stetig zu, wodurch das Thema eine zunehmende Relevanz habe.

Bei einigen Patientinnen und Patienten mit schlechter Knochendichte haben die Chirurgen bereits zur Verstärkung der Platte als Augmentation ein Stahlseil um die Schambeinäste gelegt. Diese so genannte Cerclage habe zwar eine gute zusätzliche Stabilität, könne aber unter Umständen in den Knochen einschneiden, wenn dieser ohnehin altersbedingt geschwächt sei.

Neue Prototypen: Titan-Klammern und Stahlseil stabilisieren Symphyse

Was kann hier verbessert werden? Dieser Frage gingen Martin Jordan und Professor Dr. Rainer Meffert, Direktor der Chirurgie II am UKW, gemeinsam mit Headmade Materials, einem regionalem Deep Tech-Unternehmen in den Bereichen 3D-Druck und Pulvermetallurgie, nach. Benötigt wird eine feste Verankerung eng am Knochen, eine breite Auflagefläche, eine stabile Führung des Kabels und dennoch wenig Implantatmaterial um umliegende anatomische Strukturen wie etwa die Blase nicht zu irritieren. Entstanden sind zwei Prototypen, die so genannten Kabel-Klammer-Implantate. „Die Titan-Klammern mit einer Führungsstruktur für das geflochtene Stahlseil werden fest am Knochen fixiert, mit zwei Schrauben, die nicht ausbrechen können, da sie fest im Implantat fassen. Durch die Kompression der Schambeinäste soll die Symphyse so idealerweise dauerhaft und komplikationsärmer adaptiert werden“, erklärt Martin Jordan das Prinzip.

Äquivalente Stabilität zu herkömmlichen Verfahren – kein Versagen

Für die Entwicklung und Testung der Prototypen im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts wurde das Know-how von weiteren Disziplinen aus der Würzburger Universitätsmedizin und der Regiopolregion Mainfranken herangezogen: Die Forschungsabteilung Additive Fertigungstechniken des Süddeutschen Kunststoffzentrums unterstützte bei der Projektgründung. Headmade Materials brachte sich ein bei der Fertigung der komplexen Kabel-Klammer-Implantate mithilfe eines innovativen metallbasierten 3D-Druck-Verfahrens namens ColdMetalFusion. Die Testung der Implantate erfolgte im Biomechanik-Labor der Unfallchirurgie unter der Leitung von Prof. Stefanie Hölscher-Doht. Ergebnis: Die Kabel-Klammer-Implantate wiesen sowohl bei Kunstknochen als auch bei den Knochen von Körperspendern aus der Anatomie eine äquivalente Stabilität zu herkömmlichen Verfahren auf. „Sie sind nicht schlechter und bisher nicht wesentlich besser als die Platten, aber wir haben hier nicht das Risiko des frühzeitigen Implantatversagens“, fasst Martin Jordan zusammen.

Neuer operativer Zugangsweg zur Implantation

Die Erprobung eines bisher nicht verwendeten operativen Zugangswegs zur Implantation wurde in Kooperation mit dem Institut für Anatomie der Julius-Maximilians-Universität unter der Leitung von Prof. Süleyman Ergün durchgeführt. Die Passgenauigkeit der Kabel-Klammer-Implantate hat Prof. Thorsten Bley mit seinem Team im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKW im neuen hochmodernen Photonenzählenden Computertomografen (CT) ausgewertet. Noch eine Vision, aber durchaus ein Ziel sei es, eines Tages anhand der CT-Datensätze der Patientinnen und Patienten vom Unfalltag passgenaue personalisierte Klammern zu drucken.

Modifikation und klinische Evaluierung

Ein finaler Rückschluss auf eine klinische Überlegenheit ergibt sich aus den bisher gesammelten Daten zwar noch nicht. Dennoch besteht die Möglichkeit eines klinischen Nutzens, weshalb eine internationale Patentanmeldung (PCT) mit Unterstützung des Servicezentrums Forschung und Technologietransfer und der Bayerischen Patentallianz eingeleitet wurde. „Ich freue mich sehr, dass wir durch diese enge und hervorragende Kooperation vor Ort die Vorteile, Limitationen und Risiken bei der Implantation ideal herausarbeiten konnten“, sagt Martin Jordan. In den nächsten Schritten sollen die Implantate modifiziert werden. Außerdem soll die Kooperation um einen Industriepartner zur gemeinsamen Entwicklungsarbeit erweitert werden.

Das mustergültige Beispiel translationaler Forschung wurde jetzt im renommierten Fachjournal Nature Communications Medicine publiziert: https://doi.org/10.1038/s43856-022-00227-z

 

Neuartiges Kabel-Klammer-Implantat bei Open-Book-Verletzungen
Unfallchirurgen des Uniklinikums Würzburg haben mit internen und externen Partnern aus der Region innovative Kabel-Klammer-Implantate zur Behandlung von Verletzungen des vorderen Beckenrings entwickelt. © UKW
Die Titan-Klammern mit einer Führungsstruktur für das geflochtene Stahlseil werden fest am Knochen mit zwei Schrauben fixiert. Da sie fest im Implantat fassen und nicht im Knochen, können sie nicht ausbrechen. © UKW

Brust raus! Behandlungsmöglichkeiten bei Trichterbrust

Eine Trichterbrust passt nicht zum derzeitigen gesellschaftlichen Diktat eines möglichst perfekten Körpers. Welche Therapieoptionen es für diese häufigste angeborene Brustkorbdeformität des Kindes- und Jugendalters gibt, schildert Prof. Dr. Thomas Meyer, der Leiter der Abteilung für Kinderchirurgie – Kinderurologie und Kindertraumatologie der Chirurgischen Klinik I am Uniklinikum Würzburg.

Prof. Meyer, was sind die Kennzeichen einer Trichterbrust und wie viele Kinder und Jugendliche sind davon betroffen?

Thomas Meyer: Bei der Trichterbrust – fachsprachlich Pectus excavatum – ist der vordere Brustkorb durch eine trichterförmige Eindellung des Brustbeins verformt. Ursache ist eine Wachstumsstörung der Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen. Eines von 400 Kindern ist von der angeborenen Störung betroffen, Jungen dreimal häufiger als Mädchen.

Welche Gründe sprechen für eine Therapie der Fehlbildung?

Thomas Meyer: Sehr selten kann es zu Beeinträchtigungen der Herz- oder Lungenfunktion kommen. Im Vordergrund stehen jedoch psychische Aspekte. Viele Betroffene entwickeln mit Einsetzten der Pubertät eine intensive Körperwahrnehmung und empfinden die bis dahin kaum beachtete Trichterbrust als Makel. Die Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein können so stark sein, dass die Jugendlichen in allen Situationen vermeiden, den Oberkörper zu zeigen – zum Beispiel beim Sport oder Baden. Sie reduzieren soziale Kontakte, bei denen sie keine kaschierende Kleidung tragen können, auf ein Minimum. 

Welche Behandlungsangebote können Sie den jungen Patientinnen und Patienten machen?

Thomas Meyer: Nach einer ausführlichen Anamnese und Diagnostik bietet die Abteilung für Kinderchirurgie, Kinderurologie und Kindertraumatologie der Würzburger Chirurgischen Universitätsklinik seit über zehn Jahren sowohl die konservative Therapie mittels einer Saugglocke, als auch das minimal-invasive Verfahren nach Nuss an. Beim nicht-operativen Vorgehen setzen die Betroffenen etwa drei Mal täglich und für jeweils bis zu drei Stunden eine Saugglocke aus orthopädischem Silikon auf der Brust auf und erzeugen mit einem Saugballs ein Unterdruck, der den Brustkorb anhebt. Das Verfahren kann mit dem Tragen einer Zahnspange verglichen werden – es modelliert den Brustkorb vergleichsweise langsam innerhalb von etwa 18 Monaten. Die Methode ist vor allem bei milden und mittelgradigen Formen der Trichterbrust geeignet. Wir therapieren jährlich etwa 20 Patientinnen und Patienten auf diese Weise.

Wie sieht die operative Alternative aus?

Thomas Meyer: Bei einer massiver ausgeprägten Trichterbrust oder dem Wunsch nach einer schnellen Korrektur ist die minimal-invasive MIRPE- oder auch Nuss-OP das heute gängige Verfahren. Am Uniklinikum Würzburg führen wir diese seit über zehn Jahren erfolgreich durch. Dabei wird unter Allgemeinnarkose und unter thorakoskopischer Kontrolle über einen kleinen Schnitt an der seitlichen Brustwand ein individueller Bügel aus Titan eingebracht. Dieser wird zwischen Herz und Lunge einerseits sowie den Rippen und dem Brustbein andererseits von einer zur anderen Seite durchgeschoben. Der Bügel hebt das Brustbein von innen an und bringt es in Normalstellung. Nach drei Jahren wird der Bügel wieder entfernt.

Welche Risiken bestehen bei diesem Eingriff? Wie sieht es mit Schmerzen und Narben aus?

Thomas Meyer: Dank der minimal-invasiven Technik sind keine großen Schnitte mit auffälligen Narben notwendig. Dies ist nicht nur aus kosmetischer Sicht vorteilhaft, sondern auch im Hinblick auf die postoperativen Schmerzen. Dennoch kann vor allem anfangs eine Schmerztherapie erforderlich sein, da das Brustbein zurück in seine ursprüngliche Lage strebt, woran es der Bügel hindert. Außerdem ist der Brustkorb durch die Atembewegung kontinuierlich in Bewegung, so dass zu Beginn der Bügel gegen die Knochenhaut des Brustbeins reibt. Die Schmerzen nehmen allerdings meist innerhalb von Tagen bis Wochen kontinuierlich ab.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Thomas Meyer: Mit beiden Verfahren können kosmetisch sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Entscheidend dabei ist, dass sich die Jugendlichen nicht mehr aufgrund der Thoraxdeformität verstecken oder einschränken müssen und somit ein physisch und psychisch uneingeschränktes Leben führen können. 

Abschließend: Gibt es eine Altersobergrenze, bei der die Verfahren eingesetzt werden können?

Thomas Meyer: Beide Verfahren können aus unserer Sicht sowohl bei Jugendlichen als auch „jungen“ Erwachsenen mit sehr guten Erfolgsaussichten angewendet werden. Auch für den „älteren“ Erwachsenen finden sich in der Literatur Fallbeschreibungen, bei denen beide hier aufgeführte Methoden – zum Teil modifiziert – Anwendung finden. Letztendlich bleibt es aber immer eine individuelle Entscheidung, wann und mit welchem Verfahren die Thoraxwand-Deformität therapiert wird.

Uniklinikum Würzburg: Schmerzpatientinnen und -patienten für das Projekt PAIN2.0 gesucht

Das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg sucht für das bundesweite Forschungsprojekt PAIN2.0 Menschen mit wiederkehrenden Schmerzen. Ein neues, ambulantes Therapieprogramm soll ihnen helfen, ihren Alltag weiterhin gut zu bewältigen.

Würzburg. Das Projekt PAIN 2.0 ist eine Initiative der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und der gesetzlichen Krankenkasse BARMER. Die wissenschaftliche Studie zielt darauf ab, die Versorgungsqualität von Menschen mit wiederkehrenden Schmerzen zu verbessern und eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern. 

Zu den beteiligten, bundesweit 22 Forschungseinrichtungen zählt das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZIS) des Uniklinikums Würzburg. Das ZIS beteiligt sich auch an der Rekrutierung von Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern.

Für eine Aufnahme in die Studie gelten folgende Bedingungen:

  • Die potenziellen Teilnehmenden müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Sie leiden seit mehr als sechs Wochen unter wiederkehrenden Schmerzen.
  • Der Schmerz schränkt ihre Lebensabläufe und ihre Lebensqualität ein.
  • Sie weisen unter Umständen schon erste Anzeichen von Risikofaktoren für eine Schmerzchronifizierung auf – wie negative Stimmung oder ausgeprägte Zukunftssorgen.

Zehnwöchiges Therapieprogramm

In der Studie erwartet sie ein zehnwöchiges, ambulantes Therapieprogramm im ZIS. Dabei erlernen sie in wöchentlich drei bis vier Stunden schmerzreduzierende Strategien und vertiefen ihr Wissen zu Schmerz und Risikofaktoren. Zentraler Aspekt von PAIN 2.0 sind aktive Übungen. 

Die Therapie wird nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand durch ein auf’s Engste kooperierendes Team von Fachleuten aus Medizin, Psychologie und Physiotherapie durchgeführt. Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos. 

Weitere Infos und lokaler Kontakt: www.pain2punkt0.de, Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des ZIS, Tel: 0931/201-30300, E-Mail: pain2.0@ ukw.de 

Mehr Studienplätze in der Medizin keine Lösung für künftige Herausforderungen des Gesundheitssystems

Der Medizinische Fakultätentag (MFT) steht Forderungen nach einer Erhöhung der Studienplatzzahlen im Fach Medizin zur Bekämpfung des Ärztemangels in Deutschland kritisch gegenüber. Wichtiger sei eine Reform des Medizinstudiums, das an Veränderungen angepasst werden müsse, um seine hohe Qualität zu bewahren.

„Die derzeitige Diskussion um eine deutliche Erhöhung der Studienplatzzahlen in der Medizin lenkt von den eigentlichen Herausforderungen ab, vor denen das  Gesundheitssystem der Zukunft steht. Im internationalen Vergleich hat Deutschland weder zu wenige Ärzt:innen noch zu wenige Studienplätze. Wir müssen allerdings noch besser darin werden, unsere vielen und gut qualifizierten Mediziner:innen dort einzusetzen, wo wir sie als Gesellschaft wirklich brauchen und wofür sie eigentlich ausgebildet wurden – nämlich in der Versorgung von Patient:innen“, so Professor Matthias Frosch, Präsident des MFT.

Der MFT hält die von Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach und  verschiedenen Interessenverbänden geforderte zusätzliche Aufstockung der Medizinstudierenden derzeit für nicht erforderlich. Um die Gesundheitsversorgung in Deutschland auf hohem Niveau aufrecht zu erhalten, sei eine Reformierung des Medizinstudiums wichtiger. So müssten künftige Ärzt:innen auf eine alternde Gesellschaft, eine digitalisierte und vernetzte Medizin und die Arbeit in multiprofessionellen Teams vorbereitet werden.

„Wir müssen auf Qualität statt Quantität setzen“, so Matthias Frosch. „Allein die anstehende Reform des Medizinstudiums bedeutet erheblichen zusätzlichen personellen und finanziellen Aufwand. Parallel dazu noch ein deutliches Mehr an Medizinstudierenden auszubilden, ist vollkommen unrealistisch. Ist eine ausreichende Finanzierung nicht gegeben, würde das Medizinstudium in Deutschland bei einer unkoordinierten Steigerung der Studierendenzahlen massive Qualitätseinbußen erleiden.“

Wichtig ist laut MFT vielmehr, die bestehenden Kapazitäten des Gesundheitssystems effizienter zu nutzen. Aktuell sind Ärzt:innen in Deutschland fachlich und geografisch ungleich verteilt. Unter-, Über- und Fehlversorgungen sollte durch eine gezielte Steuerung der Ressourcen entgegengewirkt werden. Die von der Regierungskommission vorgeschlagene Reform der Krankhausfinanzierung ist dazu ein wichtiger Schritt, der konsequent und handwerklich gut gemacht umgesetzt werden muss.

Derzeit beginnen in Deutschland jährlich knapp 12.000 Studierende ein Studium der Humanmedizin an einer staatlich anerkannten medizinischen Fakultät. Laut Statistischem Bundesamt kostet ein Studienplatz im Durchschnitt 240.000 Euro (Stand 2019). Aktuell sind im Fachbereich Medizin an deutschen Hochschulen in allen Fachsemestern zusammen insgesamt über 105.000 Studierende eingeschrieben. So viele Medizinstudierende gab es in Deutschland bislang noch nie. Eine Aufstockung um 5.000 neue Studienplätze jährlich würde einem Plus von 40% entsprechen. Seit 2005 ist die Zahl der Anwärter:innen auf den Arztberuf bereits um 30% gestiegen.

 

Der Medizinische Fakultätentag ist der Dachverband der Medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Deutschlands. Sie verantworten in über 70 verschiedenen  Studiengängen die Ausbildung von rund 100.000 Studierenden der Human- und Zahnmedizin sowie der Gesundheitswissenschaften. Gemeinsam mit dem Verband der Universitätsklinika (VUD) vertritt der MFT die Deutsche Hochschulmedizin.

 

Kontakt:

MFT Medizinischer Fakultätentag e.V.

Dr. Christiane Weidenfeld
Leiterin der Kommunikation
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25
E-Mail: weidenfeld@ mft-online.de 
www.medizinische-fakultaeten.de 

 

Pressemitteilung - Medizinischer Fakultätentag, der Verband der Medizinischen Fakultäten vom 18. Januar 2023

Premiere: „FLEX4UKW“ an der Uniklinik Würzburg lädt ein zum Jobcafé am 15. Februar

„Gepflegt Kaffeetrinken" für Interessierte u.a. aus dem Pflegebereich / Bereits 120 Bewerbungen nach zwei Monaten.

Einladung an alle interessierten Pflegekräfte sowie MFAs oder OTA/ATAs, bei einem kostenlosen Getränk im Café Fred das neue Konzept FLEX4UKW - „Arbeiten wann Du willst - Du entscheidest!" kennenzulernen.

 

Würzburg. Am 15. Februar lädt das Flexteam FLEX4UKW der Uniklinik Würzburg zum ersten Jobcafé „Gepflegt Kaffeetrinken" ein. Zwischen 11:00 Uhr und 15:00 Uhr sind interessierte Pflegefachkräfte, Pflegefachassistenzen, MFAs, OTA/ATAs und Altenpfleger*innen eingeladen, das Team von FLEX4UKW bei einem kostenlosen Getränk im Café Fred, Herzogenstraße 4 in Würzburg, kennenzulernen und Fragen zu stellen. Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig.

Das neue Flexteam FLEX4UKW ist am 15. November 2022 am Uniklinikum Würzburg gestartet und verzeichnet bereits in den ersten acht Wochen über 120 Bewerbungen. Das Konzept: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im FLEX4UKW ihre Dienstpläne frei gestalten und bestimmen damit individuell und angepasst an ihre Bedürfnisse ihre Arbeitszeit und ihren Arbeitsumfang selbst. Organisiert wird das innovative Ausfallmanagement über ein eigens installiertes Flexbüro, bestehend aus einer Leitung, einer Disponentin und einem Rescuiter.

Das Team des Flexbüros freut sich auf zahlreiche interessierte Besucher und Besucher*innen und anregende Gespräche.

Mehr Informationen: zu FLEX4UKW:

<link flex4ukw>www.ukw.de/flex4ukw/ 

Parodontitis: Online-Vortrag am 15. Februar

Parodontitis zählt zu den häufigsten entzündlichen Erkrankungen in der Bevölkerung.

 Prof. Dr. Yvonne Jockel-Schneider (links) und Oberärztin Dr. Jeanine Heß vom Uniklinikum Würzburg informieren am 15. Februar 2023 in einer Online-Veranstaltung über wissenswerte Aspekte zur Parodontitis.
Prof. Dr. Yvonne Jockel-Schneider (links) und Oberärztin Dr. Jeanine Heß vom Uniklinikum Würzburg informieren am 15. Februar 2023 in einer Online-Veranstaltung über wissenswerte Aspekte zur Parodontitis. Bilder: UKW / Inga Jockel und Klaus Nowarra

Am Mittwoch, den 15. Februar 2023 informieren zwei Expertinnen des Uniklinikums Würzburg in einem Webinar über die Entstehung sowie Vorbeuge- und Therapiemöglichkeiten der Zahnfleischentzündung Parodontitis. Die kostenlose Veranstaltung trägt den Titel „Parodontitis – mehr als ein lokales Problem?“ und ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Parodontitis zählt zu den häufigsten entzündlichen Erkrankungen in der Bevölkerung. Aktuelle Daten der 5. Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigen, dass bereits jeder zweite jüngere Erwachsene und bei den älteren Senioren etwa 90 Prozent von einer parodontalen Erkrankung betroffen sind. Bleibt die Parodontitis unbehandelt, kommt es zu einem Verlust von zahntragendem Gewebe und letztlich zum Zahnverlust. Dies führt nicht nur zu erheblichen Einschränkungen der Kaufunktion sowie der Ästhetik, sondern kann auch einen Einfluss auf den Zustand der Allgemeingesundheit haben.

Am Mittwoch, den 15. Februar 2023 berichten Prof. Dr. Yvonne Jockel-Schneider und Dr. Jeanine Heß, beide von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie/Abteilung für Parodontale Medizin des Uniklinikums Würzburg, in einem öffentlichen und kostenlosen Webinar über die Diagnostik, die Behandlung und die möglichen Folgen der komplexen Erkrankung.

Die vom UKW und der Mediengruppe Main-Post gemeinsam organisierte Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und nutzt die Plattform Zoom. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Wichtig – auch für die Übermittlung der Zugangsdaten – ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6001 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 Prof. Dr. Yvonne Jockel-Schneider (links) und Oberärztin Dr. Jeanine Heß vom Uniklinikum Würzburg informieren am 15. Februar 2023 in einer Online-Veranstaltung über wissenswerte Aspekte zur Parodontitis.
Prof. Dr. Yvonne Jockel-Schneider (links) und Oberärztin Dr. Jeanine Heß vom Uniklinikum Würzburg informieren am 15. Februar 2023 in einer Online-Veranstaltung über wissenswerte Aspekte zur Parodontitis. Bilder: UKW / Inga Jockel und Klaus Nowarra

Weltkrebstag: Würzburger Universitätsmedizin bietet Online-Informationen an

Expertinnen und Experten des Uniklinikums Würzburg referieren zu Brust- und familiärem Krebs, Darmkrebs, Hirntumoren, Kopf-Hals-Tumoren, Lungentumoren, Neuroendokrinen Tumoren, Prostatakrebs und Sarkomen.

Weltkrebstag 2023 - warum Sie dabei sein sollten

Würzburg. Aktuell leben in Deutschland über vier Millionen Menschen mit einer Tumorerkrankung. Nimmt man die jeweiligen Freundes- und Bekanntenkreise dazu, wird deutlich, dass so gut wie jede und jeder eine persönliche Verbindung zum Thema Krebs hat. Vor diesem Hintergrund lädt die Würzburger Universitätsmedizin alle Betroffenen und Interessierten am Samstag, den 4. Februar 2023, zu einem breit angelegten Webinar ein. Die Online-Veranstaltung am Weltkrebstag trägt den Titel „Gemeinsam gegen Krebs im Onkologischen Zentrum Würzburg“. „Wir möchten hiermit möglichst viele interessierte Personen umfassend über Krebserkrankungen und deren Herausforderungen informieren“, sagt Prof. Dr. Ralf Bargou, der Direktor des Comprehensive Cancer Centers Mainfranken und Sprecher des Onkologischen Zentrums Würzburg.

Neues aus Prävention, Diagnostik und Therapie

Hierzu gehören laienverständliche Vorträge zu Prävention, Diagnostik und Behandlung von verschiedenen Krebserkrankungen. Expertinnen und Experten des Uniklinikums Würzburg referieren zu Brust- und familiärem Krebs, Darmkrebs, Hirntumoren, Kopf-Hals-Tumoren, Lungentumoren, Neuroendokrinen Tumoren, Prostatakrebs und Sarkomen. Im Anschluss an die Vorträge haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit zu Fragen und zur Diskussion. „Generell ist der Wissensgewinn an diesem Infotag keine Einbahnstraße“, unterstreicht Prof. Bargou und erläutert: „Krebspatientinnen und -patienten sind Fachleute in eigener Sache und können an unserem Onkologischen Zentrum neue Perspektiven, Fragen und Lösungen in die Krebsbehandlung und in neue Forschungsansätze einbringen. Wir freuen uns darauf, bei der Veranstaltung auch Einblicke in dieses Erfahrungswissen zu bekommen.“

Aspekte rund um das Leben mit Krebs

Besonders deutlich soll dies bei einem Vortrags- und Diskussionsblock werden, der sich gezielt mit Aspekten rund um das Leben mit Krebs beschäftigt. Thematisiert werden hier unterschiedliche Lebensphasen wie zum Beispiel die Perspektiven für krebskranke Kinder und Jugendliche – während der Akuttherapie und bei der Rückkehr ins normale Leben. Weitere Beiträge beschäftigen sich in ähnlicher Weise mit den Herausforderungen für Berufstätige und Menschen in fortgeschrittenem Lebensalter.

Schnupperkurse zeigen Wege zur Selbsthilfe auf

Neben aller Theorie rufen ebenfalls online durchgeführte Schnupperkurse auch direkt zum Mitmachen auf. „Unsere Spezialistinnen werden dabei zeigen, was Betroffene selbst zur Steigerung ihrer Lebensqualität tun können – sei es mit einem Sensomotorik-Training gegen Neuropathien, mit Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen oder mit individuellen Maßnahmen gegen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen und Hitzewallungen“, beschreibt Prof. Bargou.

Das Programm des Infotags geht von 10:00 bis 14:00 Uhr. Details zu den Inhalten und einer Teilnahme finden sich hier: www.med.uni-wuerzburg.de/ccc

Weltkrebstag 2023 - warum Sie dabei sein sollten