Aktuelle Pressemitteilungen

Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland wählt Präsidiumsvertreter:innen neu

Pressemitteilung des Verbands der Medizinischen Fakultäten: Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland wählt Präsidiumsvertreter:innen neu

Auf ihrer Mitgliederversammlung am 16. Juni 2022 in Essen haben die Mitglieder
des Medizinischen Fakultätentags (MFT) Vertreter:innen ihres Präsidiums neu
gewählt. Sowohl der Präsident als auch die amtierenden, zur Neuwahl stehenden
Präsidiumsmitglieder wurden in ihrem Amt bestätigt. Ein Präsidiumsmitglied
wurde neu gewählt.


Mit überwältigender Mehrheit bestätigten die Mitglieder des MFT den 2019 ins Amt des Präsidenten gewählten Professor Dr. Matthias Frosch. Der Mediziner, Mikrobiologe und Dekan der Medizinischen Fakultät Würzburg möchte bereits beschrittene Wege fortsetzen. Zum einen soll der MFT auch weiterhin an der Etablierung nachhaltiger und kooperativer Forschungsinfrastrukturen, wie etwa Biodatenbanken, Datenintegrationszentren oder dem Netzwerk Universitätsmedizin, mitwirken.
Zum anderen ist die Reform der Ärztlichen Approbationsordnung, deren Umsetzung aktuell
politisch stagniert, eines der Projekte, die Professor Frosch vorantreiben möchte.
Neu gewählt ins Präsidium wurde Professor Dr. Blanche Schwappach-Pignataro, Dekanin am
UKE der Universitätsmedizin Hamburg. Die Molekularbiologin möchte einen Fokus setzen auf die Ausgestaltung der Beziehungen zwischen der Universitätsmedizin und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie auf das Thema ‚Vernetzte Medizin‘, etwa im Rahmen der Medizininformatik- Initiative. Darüber hinaus bringt Frau Professor Schwappach-Pignataro Erfahrung und Interesse an der Frage nach Karrierewegen in der Wissenschaft, etwa in Clinician Scientist Programmen, mit.
In ihrem Amt als Präsidiumsmitglieder bestätigt wurden Prof. Dr. Martina Kadmon, Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg (Vize-Präsidentin), Prof. Dr. Christopher Baum, Vorstandsvorsitzender des Berlin Institute of Health, Prof. Dr. Roland Frankenberger, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Philipps-Universität Marburg, Prof. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Schüttler, Prodekan für den Medizincampus Oberfranken der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, hat Präsidium nach langjähriger Arbeit, u.a. auch als Schatzmeister, verlassen. „Es freut mich sehr, dass die Mitglieder des MFT Matthias Frosch und weitere Präsidiumsmitglieder in ihrem Amt bestätigt und damit ihr Vertrauen in die Arbeit des Präsidiums ausgedrückt haben.
Es ist begrüßenswert, dass wir als MFT die konstruktive und gute Zusammenarbeit somit
fortsetzen können. Auch freut mich die Neuwahl von Blanche Schwappach-Pignataro in unser Präsidium. Wir sind zuversichtlich, dass Frau Schwappach die Arbeit des Präsidiums durch eigene Impulse in den kommenden Jahren prägen wird. Danken möchte ich Jürgen Schüttler für sein langjähriges Engagement für den MFT“, so Dr. Frank Wissing, Generalsekretär des MFT.
Das Präsidium des MFT trägt die Gesamtverantwortung des Verbands. Es wird von der Mitgliederversammlung gewählt und arbeitet ehrenamtlich. Die Präsidiumsmitglieder repräsentieren den Verein nach innen und außen. Sie beraten über seine strategische und inhaltliche Ausrichtung.
Das Präsidium besteht aus Vertretern klinischer und theoretischer Fächer. Die Präsidiumsmitglieder sind Repräsentanten bzw. Entscheidungsträger aus den Medizinischen Fakultäten.

Kontakt:
MFT Medizinischer Fakultätentag e.V.
Dr. Christiane Weidenfeld
Leiterin der Kommunikation
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25
E-Mail: weidenfeld@mft-online.de
www.medizinische-fakultaeten.de

Uniklinika wollen „Spitzenversorgung für alle“

Pressemitteilung des deutschen Verbands Deutscher Universitätsklinika: Uniklinika wollen „Spitzenversorgung für alle“

 Eine klare Rollenverteilung in der Krankenversorgung und eine breite Vernetzung aller Akteure sind entscheidende Voraussetzungen, den Herausforderungen, vor denen die Krankenhäuser derzeit stehen, zu begegnen. Im Zuge der Krankenhausreform muss die Krankenhauslandschaft als gestuftes System mit den Universitätsklinika als höchster Versorgungsstufe weiterentwickelt werden. Mit den von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag geplanten Versorgungsstufen und einer daraus resultierenden Finanzierung werden die Universitätsklinika gestärkt. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten, aber auch alle Akteure im Gesundheitswesen, weil die Universitätsmedizin ihr Knowhow über eine Vernetzung mit anderen Partnern in das Gesundheitssystem einbringt. Denn die Universitätsklinika versorgen nicht nur „ihre“ Patientinnen und Patienten, sie leisten auch einen wichtigen Beitrag für das gesamte Versorgungssystem, wenn sie beispielweise Innovationen in die Versorgung einführen, neue Versorgungskonzepte entwickeln und ihre Expertise anderen zur Verfügung stellen. So entsteht „Spitzenversorgung für alle“. Dieses Leitbild prägt die Vorschläge, welche die Universitätsklinika jetzt in die politische Diskussion einbringen. Ein erster Schritt ist ein Konzept für die Einteilung der einzelnen Versorgungsstufen.

„Die Universitätsklinika sind die höchste Versorgungsstufe. Das ist seit jeher die Versorgungsrealität, denn nur sie beschäftigen Spezialisten aller Fachrichtungen und haben sämtliche Versorgungsangebote unter einem Dach. Das muss jetzt im Zuge der Krankenhausreform und der Weiterentwicklung der Krankenhausfinanzierung berücksichtigt werden“, sagt Prof. Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD).

Laut Koalitionsvertrag soll im Rahmen der Krankenhausreform das bisherige Finanzierungssystem weiterentwickelt werden und die Versorgungsstufen als Grundlage hierfür dienen. Denn je nach Versorgungsstufe ergeben sich unterschiedliche Kostenstrukturen, die auch durch die Vorhaltung und den Umfang unterschiedlicher Versorgungsangebote, wie z. B. in der Notfallversorgung, in der Intensivmedizin oder für seltene Erkrankungen, geprägt sind. Das bisherige DRG-System bildet dies nicht ausreichend ab. Offen ist allerdings noch, nach welchen Kriterien sich die Versorgungsstufen voneinander abgrenzen lassen und wie sich angesichts der Zuständigkeit von Bund und Ländern ein solches Krankenhaussystem umsetzen lässt. Derzeit gibt es nur in einigen Bundesländern Versorgungsstufen, die nicht einheitlich geregelt sind und bislang keinen Einfluss auf die Finanzierung haben.

Die Universitätsklinika haben nun ein Konzept entwickelt, das Kriterien aus dem Bereich der stationären Versorgung für die Festlegung aller fünf Versorgungsstufen vorschlägt. Damit wollen sie einen Impuls für die politische Diskussion über die Ausgestaltung der Versorgungsstufen setzen.

„Die Verknüpfung von Krankenhausfinanzierung und Versorgungsstufen, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, ist richtig. Die Vorhaltung eines umfassenden Versorgungsangebots und die daraus resultierenden Kosten werden bislang nicht angemessen berücksichtigt. Versorgungsstufen mit klar abgrenzbaren Kriterien bieten eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des DRG-Systems“, erklärt Jens Bussmann, Generalsekretär des VUD.

Eine auf den Versorgungsstufen aufbauende Krankenhausfinanzierung sollte durch einen Multiplikator auf den Basisfallwert gebildet werden. Dieser Multiplikator sollte dann auf Basis der InEK-Kalkulationsdaten durch ein wissenschaftlich unabhängiges Institut ermittelt und in regelmäßigen Abständen evaluiert werden.

„Das Konzept, das die Universitätsklinika hier vorlegen, knüpft direkt an die Empfehlungen des Sachverständigenrats zur Weiterentwicklung des Krankenhausfinanzierungssystems aus dem Jahr 2018 an. Es zeigt der Politik einen Weg auf, die anstehenden Reformen umzusetzen. Versorgungsstufen sollten dabei nicht nur für die Weiterentwicklung des Finanzierungssystems genutzt werden, sondern auch als Ausgangspunkt für weitergehende Strukturanpassungen im Krankenhausbereich dienen“, kommentiert Prof. Jonas Schreyögg, Wissenschaftlicher Direktor des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) und Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR Gesundheit).

Neben der Einteilung in Versorgungsstufen sprechen sich die Universitätsklinika bei der Krankenhausplanung auf Landesebene für regionale Versorgungsnetzwerke aus. Diese Netzwerke sollten in einem ersten Schritt alle bedarfsnotwendigen Krankenhäuser mit ihren jeweiligen Versorgungsstufen umfassen. Im Zentrum sollte jeweils ein Universitätsklinikum als Koordinator stehen, das seine Expertise den anderen Netzwerkpartnern bereitstellt. Perspektivisch etablieren die Netzwerke sich dann über die Sektorengrenzen hinweg. Diese Vernetzung wird ergänzt durch den bundesweiten Austausch der Universitätsklinika im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), so dass neuste medizinische Erkenntnisse zeitnah in der Versorgung der Region einfließen.

Alle Informationen und Materialien finden Sie unter:

www.uniklinika.de/gesundheitspolitischethemen/spitzenversorgung-fuer-alle/

Kontakt:
Stephanie Strehl-Dohmen
Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V.
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25
Email: strehl-dohmen@uniklinika.de
www.uniklinika.de

Mit dem Abitur eine berufliche Karriere in der Pflege starten?

Studien- und Berufsberatung mal anders: SchülerInnen des Gymnasiums Amorbach entwickeln eine Szenische Studienberatung zur Pflege.

Akademische Pflegekraft Regina
Regina Thoma steht den SchülerInnen mit ihrer langjährigen Pflegeexpertise zur Verfügung. Bild: Susanne Hain / Uniklinikum Würzburg

Würzburg/Amorbach. Mit dem Abitur in der Tasche in einen Pflegeberuf einzusteigen, ist für viele noch ungewohnt. Doch längst bieten sich für junge Menschen auch hier interessante Karrieremöglichkeiten, wie acht SchülerInnen des Gymnasiums Amorbach im Rahmen einer Projektwoche als Szenische Berufsberatung herausgearbeitet haben.

Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Würzburg

Regina Thoma, Pflegewissenschaftlerin M. Sc., arbeitet als Fachkinderkrankenschwester für pädiatrische Intensivpflege sowie stellvertretende Stationsleitung am Uniklinikum Würzburg und ist in das Projekt involviert. Sie hat berufsbegleitend Pflegewissenschaft/Pflegemanagement studiert und steht den SchülerInnen mit ihrer langjährigen Pflegeexpertise zur Verfügung.

Das Konzept

Für die Theaterproduktion interviewten die Jugendlichen berufserfahrene ExpertInnen aus der Region, die in pflegerischen Gesundheitsberufen arbeiten, an der Evangelischen Hochschule Nürnberg lehren oder studieren und erhielten so einen Einblick in deren Berufsalltag. Herausgekommen sind Alltagsgeschichten und berührende Momente, die verdeutlichen, wie wichtig ihr Beruf ist - aber auch, dass Pflege für Fachoberschulen und Gymnasiasten eine spannende Option ist.
Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler durch Jean-Francois Drozak. Der Theaterpädagoge und sein Team touren im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege seit 2020 durch Bayern und vermitteln mit einer „szenischen Talkshow“, was die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft ausmacht.

Die Szenische Berufsberatung wird am 01. Juli ab 10 Uhr in einer Szenischen Talkshow im Beisein der ExpertInnen aufgeführt.
Veranstaltungsort ist das Karl-Ernst-Gymnasium in Amorbach

83. Ordentlicher Medizinischer Fakultätentag (oMFT) in Essen: Den Wandel in der Universitätsmedizin gestalten

Pressemitteilung des Verbands der Medizinischen Fakultäten: 83. Ordentlicher Medizinischer Fakultätentag (oMFT) in Essen

Führungskräfte aus der Universitätsmedizin sowie Vertreter der Gesundheits- und Wissenschaftspolitik, der Wirtschaft und der Presse kamen am 16./17. Juni in Essen zusammen, um zu diskutieren, wie man die Herausforderungen der Universitätsmedizin im 21. Jahrhundert meistern kann.

Die COVID-19 Pandemie hat die Universitätsmedizin als Leistungsträger des Gesundheitssystems und als Innovationszentrum sichtbar gemacht. Dennoch bleiben für die Gestaltung des medizinischen Wandels große Herausforderungen.

Als eine der wichtigen offenen Fragen nannte Professor Dr. Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentags (MFT), in seiner Eröffnungsrede die Weiterentwicklung der medizinischen Ausbildung und vor allem die Novellierung der Ärztlichen Approbationsordnung. Die Fakultäten erwarten von Bund und Ländern ein klares Startsignal, wie die inhaltlich guten Vorschläge umgesetzt werden können. Auch Bundesgesundheitsminister Professor Dr. Karl Lauterbach hob in seiner Begrüßungsansprache „die Reform der Ärztlichen Approbationsordnung, die ich gerne voranbringen möchte“, hervor.

Im Fokus stand ebenfalls die Frage, wie die Digitalisierung der Medizin so genutzt werden kann, dass sie zur bestmöglichen Versorgung von Patient:innen beiträgt. Hervorgehoben wurde von verschiedener Seite die Forderung, die Ausbildung von Studierenden so zu gestalten, dass diese nicht auf ein bestehendes, sondern auf ein künftiges Gesundheitssystem vorbereitet werden. „Auf dem diesjährigen Fakultätentag wurde zu Recht die Forderung erhoben, die Lehre interprofessionell zu gestalten. Mediziner:innen und die verschiedenen Gesundheitsberufe, aber auch Informa-tiker:innen müssen miteinander und voneinander lernen. Hierdurch muss eine veränd erte Kultur der gegenseitigen Achtung und der Einsicht in einen gemeinsamen Nutzen geschaffen werden“, so Professor Frosch.

Ebenfalls diskutiert wurde die Frage, welchen zentralen Beitrag die Universitätsmedizin mit ihrem Aufgabenspektrum in Forschung, Lehre und Patientenversorgung zu den erforderlichen Struktur-reformen des Gesundheitssystems im 21. Jahrhundert leisten kann. „Schön ist, dass alle Beteiligten wissen, welche Reformen, insbesondere im Bereich Investitionsfinanzierung und qualitätsori-entierter Vergütung, durchzuführen sind. Ein Erkenntnismangel liegt nicht vor. Nun müssen die erforderlichen Maßnahmen umgesetzt werden. Und hierzu müssen alle zusammenarbeiten: Politik, Leistungserbringer, Universitätsmedizin und Versicherungen“, so Dr. Frank Wissing, Generalsekretär des MFT.

 

Seit 1913 fungiert der oMFT als Forum für ergebnisorientierte Diskussionen im Bereich medizinische Forschung und Medizinstudium.

Kontakt:

MFT Medizinischer Fakultätentag e.V.
Dr. Christiane Weidenfeld
Leiterin der Kommunikation
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25
E-Mail: weidenfeld@mft-online.de
www.medizinische-fakultaeten.de

 

Moderne Gebäude für 600 Patienten: Nächster Meilenstein für neuen Klinik-Campus an der Uniklinik Würzburg

Der Freistaat Bayern hat nun den Generalplaner-Auftrag für den ersten Bauabschnitt mit den Neubauten für die „Kopfkliniken“ und des „Zentrums Frauen-Mutter-Kind“ auf dem Areal vergeben.

Von links: Marcus Huppertz, Pflegedirektor UKW , Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor UKW, Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor der Uniklinik präsentieren gemeinsam mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Landtagspräsidentin a.D. Barbara Stamm eine neue Informationstafel für den neuen Klinik-Campus auf dem „Erweiterungsgelände Nord“. 2025 könnten die vorbereitenden Baumaßnahmen beginnen. Foto: UKW/Dreising
Von links: Marcus Huppertz, Pflegedirektor UKW , Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor UKW, Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor der Uniklinik präsentieren gemeinsam mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Landtagspräsidentin a.D. Barbara Stamm eine neue Informationstafel für den neuen Klinik-Campus auf dem „Erweiterungsgelände Nord“. 2025 könnten die vorbereitenden Baumaßnahmen beginnen. Foto: UKW/Dreising
Ministerpräsident Markus Söder beim Einsatz einer VR-Brille an der Uniklinik Würzburg. Foto: UKW/Wolf
Ministerpräsident Markus Söder beim Einsatz einer VR-Brille an der Uniklinik Würzburg. Foto: UKW/Wolf
Bei seinem Besuch besichtigte der Ministerpräsident auch Teile des bestehenden UKW-Campus. Foto: UKW/Wolf
Bei seinem Besuch besichtigte der Ministerpräsident auch Teile des bestehenden UKW-Campus. Foto: UKW/Wolf
Empfang am Erweiterungsgelände Nord. Foto: UKW/Wolf
Empfang am Erweiterungsgelände Nord. Foto: UKW/Wolf

Würzburg. Der nächste Meilenstein für den neuen Klinik-Campus auf dem „Erweiterungsgelände Nord“ des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) ist erreicht. Der Freistaat Bayern hat nun den Generalplaner-Auftrag für den ersten Bauabschnitt mit den Neubauten für die „Kopfkliniken“ und des „Zentrums Frauen-Mutter-Kind“ auf dem Areal vergeben.

Der Auftrag geht an den 1. Preisträger des Planungs-Wettbewerbs für das Erweiterungsgelände, HASCHER JEHLE Objektplanung GmbH, Berlin. Damit steht fest: Der Wettbewerbsentwurf kann nun weiter ausgearbeitet werden. Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder besuchte am Freitag (17. Juni) die Würzburger Uniklinik und das Erweiterungsgelände für die größte Klinik in Unterfranken.

„Die Weichen für die innovative bauliche Zukunft der Würzburger Universitätsmedizin sind damit gestellt“, sagte Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik, beim Besuch des Ministerpräsidenten.

Auf dem rund zehn Hektar großen unbebauten Gelände nordwestlich der bestehenden Zentren für Operative Medizin (ZOM) und Innere Medizin (ZIM) im Würzburger Stadtteil Grombühl sollen zukünftig neue Klinik-Gebäude für die jetzigen Kopfkliniken und für das neue „Zentrum Frauen-Mutter-Kind“ entstehen. Dabei werden die derzeit rund 600 Betten für diese beiden Klinikbereiche von den Altgebäuden zukünftig in den Neubau verlagert. Die jetzigen Kopfkliniken wurden 1970 bzw. 1973 eröffnet, die bestehende Frauenklinik im Jahr 1934, die verteilten Gebäude der Kinderklinik in den Jahren 1921 und 1961. Insgesamt verfügt das UKW über rund 1.400 Betten für die Patientenversorgung.

Baubeginn bei kontinuierlicher Planung: 2025 für die vorbereitenden Baumaßnahmen

Für den ersten Bauabschnitt von Kopfkliniken und Zentrum Frauen-Mutter-Kind wird aktuell - ohne Berücksichtigung der Erschließung - mit geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 822 Millionen Euro gerechnet. Die konkrete Kostenermittlung für die bauliche Umsetzung des Siegerentwurfs erfolgt nun im Rahmen der weiteren Planungen durch den beauftragten Generalplaner. Der Baubeginn für die vorbereitenden Maßnahmen ist bei kontinuierlicher Planung frühestens im Jahr 2025 vorgesehen. Die bauliche Fertigstellung und Inbetriebnahme der Neubauten auf dem Erweiterungsgelände des UKW werden für das Jahr 2032 angestrebt.

Ende März 2022 hatte der Würzburger Stadtrat grünes Licht zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Erweiterungsgelände Nord am UKW gegeben. „Mit der aktuellen Auftragsvergabe durch den Freistaat folgt nun die nächste wichtige Entscheidung. Wir sind froh über diese Unterstützung und danken all jenen, die daran mitgewirkt haben. Dazu zählen neben dem Freistaat und den beteiligten Ministerien natürlich auch in erster Linie das Staatliche Bauamt Würzburg als Bauherrenvertreter“, betonte Prof. Maschmann. Er nutzte den Besuch von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, um nochmals den Beschäftigten der Würzburger Uniklinik für ihren beindruckenden Einsatz seit Beginn der Corona-Pandemie zu bedanken: „Das ist eine kontinuierliche Dauerbelastung für unser Klinikum, die wir gemeinsam eindrucksvoll bewältigt haben.“ Von großer Bedeutung sei hierbei auch die enge Kooperation mit den Kliniken und Gesundheitseinrichtungen in Nordbayern. Dabei könne die Würzburger Uniklinik auf sehr gute etablierte Netzwerk-Strukturen zurückgreifen, so Maschmann.

Ministerpräsident Söder besichtigte am UKW zunächst das Erweiterungsgelände Nord. Im Anschluss informierte er sich über aktuelle Projekte der Würzburger Universitätsmedizin. Dazu zählt etwa eine VR-Brille (siehe unten), mit der in der Studierenden-Ausbildung Notfälle realistisch dargestellt werden können sowie ein in Würzburg entwickelter „Tele-Intensivmedizin-Visitenwagen“. Damit können sich Würzburger Intensivmediziner direkt auf die Intensivstationen umliegender Kliniken live „zuschalten“.

Erfolge und Kooperationen am Forschungsstandort Würzburg

Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät in Würzburg, wies auf die starke interdisziplinäre und fachübergreifende Zusammenarbeit am medizinischen Forschungsstandort hin: „Das gilt für unseren jüngsten Sonderforschungsbereich „Kardio-immune-Schnittstellen“ ebenso wie für das geplante Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) oder die enge Zusammenarbeit mit außer-universitären Einrichtungen wie dem Würzburger Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). Der medizinische Forschungsstandort Würzburg bietet für solche Kooperationen sehr gute Bedingungen – auch insbesondere dank der gezielten Förderung des Freistaates Bayern.“

Weitere Projekte in Eigenregie geplant: Klinik-Apotheke und Rechenzentrum

Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW, wies beim Austausch mit dem Ministerpräsidenten auf zwei weitere Bauprojekte hin, die das Universitätsklinikum Würzburg zusätzlich in Eigenregie und überwiegend aus eigenen Mitteln realisiert. So soll auf dem Altcampus des UKW ein Neubau für einen Teil der Klinik-Apotheke für rund 20 Millionen Euro entstehen. Rieger: „Der Bauantrag hierfür wurde jüngst eingereicht. Mit der Inbetriebnahme, die für 2024 geplant ist, werden wir die Arzneimittelversorgung weiter verbessern können.“ Zudem laufen die Planungen für den Neubau des Rechenzentrums, um für die zahlreichen Digitalisierungsprojekte des Klinikums eine moderne Infrastruktur zu errichten.

Hintergrund: „Kopfkliniken“ und „Zentrum-Frauen-Mutter-Kind“:

Die „Kopfkliniken“ des UKW befinden sich derzeit im Gebäudekomplex „B1“ und „B2“ an der Josef-Schneider-Straße. Die Gebäude dort wurden in den 1970er Jahren errichtet. Zu den Einrichtungen der Kopfkliniken zählen u.a.:

- Augenklinik

- HNO-Klinik

- Klinik für Neurochirurgie

- Klinik für Neurologie

- Weitere Funktionsbereiche (z.B. Radiologie)

 Im zukünftigen „Zentrum Frauen-Mutter-Kind“ sollen nach Fertigstellung auf dem Erweiterungsgelände die bislang auf mehrere Standorte im Altcampus verteilten Klinik für Frauenheilkunde (Gebäudekomplex C 15) und die Kinderklinik (Gebäude D30, D31, D5, C6) sowie weitere Funktionsbereiche zusammengeführt werden.

Hintergrund: Einsatz von VR-Brillen im Würzburger Medizin-Studium

Hintergrund für den Einsatz der VR-Brille in Würzburg ist das von der Medizinischen Klinik II und dem Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung in Zusammenarbeit mit einem Münchner Startup entwickelte Projekt STEP-VR, in dem Notfallszenarien zu Trainingszwecken realistisch dargestellt werden.

 

 

Fusobakterien und Krebs

Die Vogel Stiftung fördert ein neues Projekt am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung: Doktorandin Valentina Cosi untersucht die Wechselwirkungen von Fusobakterien und Krebs.

Fusobakterien kommen in der Mundhöhle des Menschen vor und sind ein wichtiger Bestandteil der Mundflora. Zugleich werden sie jedoch mit einem fortschreitenden Tumorwachstum bei Dickdarm-, Speiseröhren- und Brustkrebsvarianten in Verbindung gebracht.

Indem die Bakterien das Krebsgewebe besiedeln, stehen sie in direktem Austausch mit den bösartigen Zellen und dem menschlichen Immunsystem. „Wenn wir die Fusobakterien aus dieser Wechselwirkung entfernen könnten, sollten wir damit auch das Tumorwachstum beeinflussen können“, hofft Valentina Cosi. Um das zu erforschen, wird die Doktorandin am Würzburger Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) jetzt als Stipendiatin der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp gefördert.

Fellowship-Programm läuft seit 2018

Die Würzburger Stiftung hat 2018 gemeinsam mit dem HIRI ein Fellowship-Programm ins Leben gerufen und damit ein robustes Förderinstrument geschaffen. „Die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp hat es sich zum Ziel gesetzt, exzellente Forschung am Wissenschaftsstandort Würzburg nachhaltig zu fördern“, erklärt Vorstandsvorsitzender Gunther Schunk.

„Wir wollen die besten Talente in der RNA-Grundlagenforschung und der Infektionsbiologie im Rahmen einer Promotion weiterqualifizieren“, sagt HIRI-Direktor Jörg Vogel und ergänzt: „Forschungsexzellenz braucht nicht nur die klügsten Köpfe, sondern auch ein attraktives, hervorragend ausgestattetes Umfeld und auskömmliche finanzielle Mittel. Ich freue mich daher sehr, dass wir die Vogel Stiftung in Würzburg als Unterstützerin an unserer Seite wissen dürfen.“

Neue Klasse medizinischer Wirkstoffe im Fokus

Als Doktorandin im Labor von Jörg Vogel hat sich Valentina Cosi sogenannten Antisense-Oligomeren (ASOs) – kurzen Nukleinsäureketten – verschrieben.

„Herkömmliche Arzneimittel sind zum Beispiel darauf ausgelegt, die Funktion bestimmter Eiweißmoleküle zu hemmen. Antisense-Oligomere setzen bereits im Entstehungsprozess solcher Proteine an, um gezielte Veränderungen herbeizuführen“, so die Eckernkamp-Stipendiatin. Das funktioniert, weil ASOs direkt an eine Boten-Ribonukleinsäure (mRNA), also an den Bauplan eines Proteins, binden können.

Cosi: „Wenn wir auf molekularer Ebene verstehen, wie genau die Fusobakterien mit den Tumorzellen und dem Immunsystem interagieren, dann könnten maßgeschneiderte Therapieansätze auf Basis von Antisense-Oligomeren entwickelt werden, die die Keime im menschlichen Krebsgewebe ausschalten.“

Über das Fellowship-Programm

2018 starteten die Vogel Stiftung und das HIRI ihr erstes Forschungsstipendium. Die Kooperationspartner ermöglichen mit ihrem Fellowship-Programm herausragenden Nachwuchsforschenden die Aus- und Weiterbildung im Rahmen einer Promotion.

Zum Jahresbeginn 2022 wurde die zweite Förderperiode eröffnet. In dieser stellt die Vogel Stiftung über einen Zeitraum von drei Jahren Mittel von insgesamt 90.000 Euro zur Verfügung. Valentina Cosi ist nach Darshana Gupta die zweite Wissenschaftlerin, die im aktuellen Förderzeitraum begünstigt wird. Erster Fellow des Programms war 2018 Falk Ponath. Er forschte ebenfalls an Fusobakterien und deren molekularen Eigenschaften.

Über Valentina Cosi

Valentina Cosi erwarb ihren Master an der Paris-Lodron-Universität in Salzburg in Medizinischer Biologie mit dem Schwerpunkt Immunologie. Im Rahmen ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich mit der Kreuzreaktivität von Allergenen. Seit Mai 2022 ist sie Doktorandin am HIRI in der Arbeitsgruppe von HIRI-Direktor Jörg Vogel.

Über die Vogel Stiftung

Die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp wurde 2000 von dem Würzburger Verleger Dr. Kurt Eckernkamp und seiner Frau Nina Eckernkamp-Vogel gegründet. Unter dem Motto „Teilhabe am Leben durch Forschung“ fördert sie Forschende am Wissenschaftsstandort Würzburg. In den zurückliegenden 20 Jahren hat die Einrichtung rund 115 größere Einzelprojekte mit insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro unterstützt. Im Fokus standen dabei neben der Wissenschaft auch die Felder Bildung, Kultur und das Gesundheitswesen: www.vogel-stiftung.de 

Über das HIRI

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) ist die erste Einrichtung weltweit, die die Forschung an Ribonukleinsäuren (RNA) mit der Infektionsbiologie vereint. Auf Basis neuer Erkenntnisse aus seinem starken Grundlagenforschungsprogramm will das Institut innovative therapeutische Ansätze entwickeln, um menschliche Infektionen besser diagnostizieren und behandeln zu können. Das HIRI ist ein Standort des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und befindet sich auf dem Würzburger Medizin-Campus.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 14.06.2022

Uniklinikum Würzburg: Vortragsabend zur interdisziplinären Schlafmedizin

Am Mittwoch, den 29. Juni 2022, informieren Spezialistinnen und Spezialisten aus diversen Fachrichtungen des Uniklinikums Würzburg sowie externe Expertinnen und Experten über Ursachen, Gefahren und Therapiemöglichkeiten von Schlafstörungen.

Schlafstörungen sind ein nahezu alltägliches Krankheitsbild und haben tiefgreifende sozioökonomische Auswirkungen. Das Spektrum reicht von Ein- oder Durchschlafstörungen über Schnarchen und schlafbezogene Atemstörungen bis zu Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen. Die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Uniklinikums Würzburg (UKW) widmet sich diesem Thema am Mittwoch, den 29. Juni 2022, mit dem 2. Schlafmedizinischen Abend. Die Vortragsveranstaltung richtet sich in erster Linie an Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner, Internistinnen und Internisten sowie HNO-Ärztinnen und -Ärzte. Darüber hinaus sind aber auch Interessierte aller sonstigen Fachdisziplinen herzlich willkommen. 

Für interdisziplinäre Kommunikation und Zusammenarbeit

Passend zum Untertitel „Update interdisziplinäre Schlafmedizin – in der Dynamik von Praxis und Klinik“ werden neben Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Einrichtungen des UKW auch externe Fachleute zum Thema Schlaf aus der Perspektive von Praxis und der Wissenschaft vortragen. Der Abend zielt darauf ab, in der Schlafmedizin den interdisziplinären Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Klinik zu fördern. Am UKW wurde hierzu ein neues interdisziplinäres Zentrum für gesunden Schlaf gegründet. 

Der von Prof. Dr. Dr. Rudolf Hagen, dem Direktor der HNO-Klinik des UKW, geleitete Schlafmedizinische Abend findet von 17:30 bis 20:30 Uhr statt. Veranstaltungsort ist der Hörsaal der HNO-Klinik, Gebäude B2, an der Josef-Schneider-Straße. Die Teilnahme ist kostenlos. Für die Veranstaltung sind Fortbildungspunkte bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt. 

Teilnehmen können Genesene und vollständig Geimpfte mit zusätzlichem Test (Antigenschnelltest jünger als 24 Stunden; PCR-Test unter 48 Stunden). Während der Veranstaltung besteht FFP2-Maskenpflicht. Wichtig ist ferner eine Anmeldung unter E-Mail: Schlaflabor_HNO@ ukw.de. Das detaillierte Programm findet sich auf www.hno.ukw.de unter der Rubrik „Veranstaltungen“.