Aktuelle Pressemitteilungen

Infonachmittag zu altersbedingten Augenerkrankungen

Der Verein der Freunde und Förderer der Universitäts-Augenklinik Würzburg e.V. lädt die interessierte Öffentlichkeit am 21. Juni 2023 zu einer kostenlosen Vortragsveranstaltung unter dem Titel „Gesunde Augen – was kann ich selbst dafür tun“ ein.

Bei der feuchten altersbedingten Macula-Degeneration wird die Netzhaut durch Blutungen und Flüssigkeitseinlagerungen geschädigt.
Beispiel AMD: Bei der feuchten altersbedingten Macula-Degeneration wird die Netzhaut durch Blutungen und Flüssigkeitseinlagerungen geschädigt. Bild: UKW / Augenklinik

Im Klinikalltag, wie auch in den augenärztlichen Praxen kommt die Information über altersbedingte Augenerkrankungen und deren Auswirkungen oft zu kurz.

Der Verein der Freunde und Förderer der Universitäts-Augenklinik Würzburg e.V. will hier helfen und lädt alle Interessierten am 21. Juni 2023 zu einer Vortragsveranstaltung ins Würzburger Tagungszentrum Burkardushaus ein.
Zwischen 14:30 und 18:30 Uhr referieren Expertinnen und Experten zu Krankheiten wie Katarakt (Grauer Star), Glaukom (Grüner Star) und altersbedingte Macula-Degeneration (AMD). Außerdem werden Sehauffälligkeiten aufgrund von neurologischen oder augenmedizinischen Erkrankungen sowie die Probleme mit trockenen Augen besprochen.
Ein weiteres Thema sind die Möglichkeiten der Hornhauttransplantation. In diesem Zusammenhang wird auch die Lions Hornhautbank Würzburg porträtiert.
Neben Spezialistinnen und Spezialisten der Würzburger Universitäts-Augenklinik kommen dabei ein niedergelassener Kollege sowie zwei Vertreterinnen des Blindeninstituts Würzburg zu Wort.

Nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit, individuelle Fragen an die Referentinnen und Referenten zu richten.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Medizinhistoriker Frank Krogmann, der zu jedem Krankheitsbild interessante Details aus der Geschichte der Medizin beisteuern kann.

  

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, sich formlos anzumelden unter E-Mail: vornberger_r@ ukw.de

 

Das detaillierte Programm findet sich unter www.ukw.de/augenklinik/veranstaltungen.

 

Uniklinikum Würzburg: Infostand anlässlich des Weltblutspendetags

Am 14. Juni 2023, dem Weltblutspendetag, informiert das Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg an einem Stand im Zentrum für Innere Medizin über die Bedeutung und den Ablauf von Blutspenden.

Weltblutspendetag
Weltblutspendetag (Bild: UKW)

Viele Patientinnen und Patienten verdanken ihr Leben und ihre Gesundheit fremden Menschen, die ihr Blut freiwillig und uneigennützig spenden. Ein Fakt, das gar nicht oft genug in Erinnerung gerufen werden kann – zum Beispiel beim Weltblutspendetag.

Bei der diesjährigen Neuauflage des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufenen Aktionstages am 14. Juni engagiert sich das Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg mit einem umfangreichen Infostand.

Im Eingangsbereich des Zentrums für Innere Medizin an der Oberdürrbacher Straße erläutern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts zwischen 9:30 und 14:00 Uhr alle Aspekte rund um Blutspenden und deren vielfältige, unerlässliche Anwendungen. So sind neben Unfallopfern und Organtransplantierten vor allem auch Krebspatientinnen und -patienten auf Blutpräparate angewiesen.

Hier ein paar Zahlen, die zur Blutspende motivieren können:

  • In Deutschland werden täglich etwa 15.000 Blutspenden benötigt.
  • Rund 80 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger empfangen mindestens einmal in ihrem Leben eine Blutspende.
  • Aktuell spenden rund drei Prozent der Menschen in Deutschland Blut.
  • Blut spenden darf jeder gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 68 Jahren.

Selbsthilfe-Aktionstag ein voller Erfolg

Beim Selbsthilfe-Aktionstag Ende Mai hat einfach alles gepasst: Angenehm sonniges Wetter, hohe Beteiligung und allseits gewinnbringende Gespräche in freundschaftlicher Atmosphäre.

Gehen wir ein Stück des Weges gemeinsam – das war der Titel eines Aktionstags, den das UKW und fünf weitere, für ihre Selbstfreundlichkeit ausgezeichnete Gesundheitseinrichtungen aus Bayern am 25. Mai dieses Jahres veranstalteten.

Am Würzburger Tagungsort, dem Exerzitienhaus Himmelspforten, kamen dazu 135 Menschen mit individuellen Bezügen zur Selbsthilfe zusammen. Bei bestem Frühlingswetter
begaben sie sich zunächst auf einen gemeinsamen Spaziergang entlang des Mains. „Unsere Idee dabei war, während des Gehens einen zwanglosen Austausch zwischen Selbsthilfegruppen, Selbsthilfekontaktstellen, Klinikumsbeschäftigten und weiteren Gästen zu ermöglichen“, erläutert Gabriele Nelkenstock. Ein Plan, der nicht nur zur Freude der  Selbsthilfebeauftragten des UKW voll aufging.

Zurück im Park des Exerzitienhauses erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Gartenfest, bei dem Infostände von 20 Selbsthilfegruppen als reichlich genutzte Kommunikationspunkte zur Verfügung standen. Am Ende gab es von allen Seiten sehr viel positives Feedback, so dass Gabriele Nelkenstock resümiert: „Die Aktion war ein voller Erfolg. Es zeigte sich erneut: Unser ‚Selbsthilfefreundliches Krankenhaus‘ ist mehr als nur ein Wort – es lebt!“

 

Impressionen vom Selbsthilfetag 2023

Schwerstverletztenversorgung: UKW-Lehrfilm auf Youtube mit mehr als 200.000 Aufrufen

Großer Erfolg für Online-Format / Abläufe im Schockraum werden dargestellt

Interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit bei der (simulierten) Schwerverletztenversorgung.
Interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit bei der (simulierten) Schwerverletztenversorgung. Foto: UKW / Dr. Nikolas B. Schrader

Die Versorgung von Schwerstverletzten im Schockraum muss auf höchstem Niveau erfolgen und lebt von der interdisziplinären und multiprofessionellen Zusammenarbeit der Teams.
Um trotz der erschwerten Bedingungen der Coronapandemie eine adäquate Ausbildung zu ermöglichen, hat die Klinik für Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie und Radiologie einen Lehrfilm konzipiert. In dem Film werden die einzelnen Schritte der Schwerverletztenversorgung (u.a. Primary Survey, Diagnostik, Secondary Survey und Verlegung) strukturiert abgearbeitet und kommentiert.

Obwohl der Lehrfilm erst ein gutes Jahr online verfügbar ist, wurde der Film über 200.000 Mal auf dem Videoportal youtube aufgerufen.

Dr. Christian Markus, Oberarzt der Klinik, ist begeistert über die zahlreichen positiven Rückmeldungen und ergänzt: „Das Lob gebührt allen Mitwirkenden, die im Abspann namentlich aufgeführt sind.“. Klinikdirektor Prof. Dr. Patrick Meybohm hebt die Bedeutung derartiger Lehrformate hervor: „Den Lehrfilm konnten wir sehr gut in die Ausbildung von Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten der Kliniken, sowie von Studierenden und Notfallsanitätern und Pflegepersonal integrieren“. 

Hier der Link zum Video:

Zum UKW-Lehrfilm zur Schwerstverletztenversorgung auf Youtube

Interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit bei der (simulierten) Schwerverletztenversorgung.
Interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit bei der (simulierten) Schwerverletztenversorgung. Foto: UKW / Dr. Nikolas B. Schrader

Geburtshilfe und Frauenheilkunde: Gemeinsamer Kongress von BGGF und OEGGG in Würzburg

Am 23. und 24. Juni 2023 veranstalten die Bayerische Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde e.V. (BGGF) und die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) einen gemeinsamen Kongress in Würzburg. Die Würzburger Universitäts-Frauenklinik zählt zu den Organisatoren der themenreichen Tagung.

Hauptveranstaltungsort des Kongresses ist das Congress Centrum Würzburg.
Hauptveranstaltungsort des BGGF/OEGGG-Kongresses ist das Congress Centrum Würzburg. Bild: CTW / Andreas Bestle

„Gemeinsam für die Gesellschaft(en)“ – so lautet das Motto des Kongresses, den die Bayerische Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde e.V. (BGGF) und die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) am 23. und 24. Juni dieses Jahres im Verbund abhalten. Schauplatz ist – wie schon beim BGGF-Kongress 2022 – Würzburg. Die Kongresspräsidentschaft teilen sich Prof. Dr. Bettina Toth für die OEGGG und Prof. Dr. Achim Wöckel für die BGGF. Prof. Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik, kommentiert: „Wir freuen uns sehr über diesen Schulterschluss mit den Kolleginnen und Kollegen aus Österreich. Gemeinsam können wir ein dicht gepacktes Programm anbieten, das praktisch alle aktuell besonders relevanten Themen der Frauenheilkunde abdeckt.“

Für Nachwuchsförderung und Vernetzung

Neben Übersichtsreferaten stehen wissenschaftliche Präsentationen aus bayerischen Nachwuchsforschergruppen im Fokus. Als Sonderthema widmet sich die Großveranstaltung zudem der Nachwuchsförderung. „Darüber hinaus bieten wir nicht zuletzt eine Plattform für eine effiziente Vernetzung von niedergelassenen, in der Ausbildung befindlichen und in den Kliniken tätigen Medizinerinnen und Medizinern“, unterstreicht der Kongresspräsident.

Als Tagungsort dient das topmoderne Congress Centrum Würzburg. Außerdem finden einzelne Kurse an der Frauenklinik statt.

Kostenloses virtuelles Vorsymposium

Während der Kongress selbst als Präsenzveranstaltung konzipiert ist, gibt es bereits am 20. und 21. Juni abendliche Online-Vorsymposien. Hier wird unter anderem über aktuelle Therapiemöglichkeiten bei Mamma- und Ovarialkarzinomen diskutiert. Die Teilnahme an den virtuellen Veranstaltungen ist kostenlos.

Das detaillierte Kongressprogramm und eine Anmeldemöglichkeit gibt es unter www.bggf.de.

Uniklinikum Würzburg: Infotag zu Schmerztherapien der Zukunft am 6. Juni 2023

Am Dienstag, den 6. Juni 2023, findet der bundesweite „Aktionstag gegen den Schmerz“ statt. Das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg stellt in diesem Jahr Schmerztherapien an der Speerspitze der Entwicklung in den Mittelpunkt. Multiprofessionelle Expertinnen und Experten präsentieren in kostenlosen Kurzvorträgen die Ansatzpunkte und den Status neuer, aussichtsreicher Behandlungswege bei Schmerzen.

ReliefVR: VR-Technologie und physiotherapeutische Übungen zur Behandlung von Rückenschmerzen werden kombiniert
Eine der beim Aktionstag präsentierten Studien: Bei ReliefVR werden VR-Technologie und physiotherapeutische Übungen zur Behandlung von Rückenschmerzen kombiniert. Bild: Videoreality / Julian Hölgert

Anlässlich des bundesweiten „Aktionstags gegen den Schmerz“ veranstaltet das von Prof. Dr. Heike Rittner geleitete Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZIS) des Uniklinikums Würzburg (UKW) am Dienstag, den 6. Juni 2023 einen öffentlichen Informationstag, der sich an alle Interessierten richtet.
Zwischen 16:00 und 19:00 Uhr gibt es im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) an der Oberdürrbacher Straße unter der Überschrift „Schmerztherapie der Zukunft“ ein dichtes Programm von multiprofessionellen Kurzvorträgen.

Im Mittelpunkt stehen dabei die am UKW in diversen Studien verfolgten neue Untersuchungen und Möglichkeiten für innovative Behandlungswege. Informiert wird über weit verbreitete Erkrankungen wie Rückenschmerzen, aber auch seltene, wie das komplexe regionale Schmerzsyndrom oder die Neurofibromatose. Gefördert werden die Studien im Rahmen der Klinischen Forschungsgruppe 5001 ResolvePAIN (Leitung Prof. Dr. Claudia Sommer, Neurologie) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie dem Innovationsfonds und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Beispielsweise wird ein neues physiotherapeutisches Programm erprobt, das Technologien der Virtuellen Realität zur Therapie von chronischen Rückenschmerzen nutzt, während ein ganzheitlicher Ansatz darauf abzielt, postoperativen chronischen Schmerzen bereits vor dem Eingriff entgegenzuarbeiten.

Infostände in der Magistrale und „Café Schmerz“

Ergänzend dazu werden in der Magistrale des ZOM Infostände aufgebaut, bei denen unter anderem die am UKW zum Themenkreis Schmerz laufenden Studien dargestellt werden. Im „Café Schmerz“ stehen außerdem Ärztinnen und Ärzte aus den Bereichen Anästhesiologie und Neurochirurgie sowie Psychotherapeutinnen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten und Pflegekräfte für eine individuelle Beratung zur Verfügung. In den Räumen der Physiotherapie (Gebäude A2, Ebene -3) werden am Milonzirkel Übungen bei chronischen Schmerzen demonstriert.

Der Besuch des Infonachmittags ist kostenlos und ohne vorherige Anmeldung möglich. Das detaillierte Programm ist im Internet abrufbar unter www.ukw.de/behandlungszentren/zentrum-fuer-interdisziplinaere-schmerzmedizin

Über den „Aktionstag gegen den Schmerz“

Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Tumorschmerzen – Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. Viele von ihnen sind nach Einschätzung der Deutschen Schmerzgesellschaft unterversorgt. Um die öffentliche Aufmerksamkeit auf die in diesem Fall nach wie vor unzureichenden Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems zu lenken, veranstaltet die Deutsche Schmerzgesellschaft jährlich den bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“.

ReliefVR: VR-Technologie und physiotherapeutische Übungen zur Behandlung von Rückenschmerzen werden kombiniert
Eine der beim Aktionstag präsentierten Studien: Bei ReliefVR werden VR-Technologie und physiotherapeutische Übungen zur Behandlung von Rückenschmerzen kombiniert. Bild: Videoreality / Julian Hölgert

Ethiktag am Uniklinikum Würzburg: Wir brauchen eine Sorgekultur

Beim 13. Ethiktag des Uniklinikums Würzburg gab der renommierte Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio der großen Zuhörerschaft Denkanstöße zu den Themen „Verletzlichkeit“ und „Sorge“.

Dr. Elisabeth Jentschke
Dr. Elisabeth Jentschke, die Vorsitzende des Klinischen Ethikkomitees des UKW, war begeistert von der Rekordbeteiligung am diesjährigen Ethiktag. Bild: UKW /Helmuth Ziegler
Prof. Dr. Giovanni Maio
Prof. Dr. Giovanni Maio, Leiter des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der Uni Freiburg und Gastredner des 13. Ethiktags des UKW. Bild: Silke Wernet

Zum diesjährigen Ethiktag des Uniklinikums Würzburg (UKW) am 22. Mai kamen über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Hörsaal des Rudolf-Vichow-Zentrums auf dem Luitpold-Campus an der Josef-Schneider-Straße in Würzburg.
Ein bisheriger Rekordwert für die vom Klinischen Ethikkomitee (KEK) des UKW organisierte, kostenlose Veranstaltungsserie, die sich an alle interessierten Klinikumsbeschäftigten sowie externe Kolleginnen und Kollegen richtet. „Dass wir bei der 13. Neuauflage auf eine so große Resonanz stoßen, liegt vermutlich am mindestens bundesweiten Bekanntheitsgrad unseres Referenten Professor Giovanni Maio sowie an der hohen Relevanz der von ihm vertretenen Thesen“, betonte Dr. Elisabeth Jentschke in ihrer Begrüßungsansprache. Die Vorsitzende des KEK stellt Prof. Maio als Leiter des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der Uni Freiburg sowie als einen der Vordenker der Medizinethik in Deutschland vor.

Bevor der Gastredner das Wort ergriff, unterstrich Prof. Dr. Jens Maschmann, der Ärztliche Direktor des UKW, in seinem Grußwort die immense Bedeutung von ethischen Richtschnüren im Gesundheitswesen. Als aktuelle Beispiele verwies er auf den vor wenigen Monaten abgeschlossenen Erneuerungsprozess beim Leitbild des UKW und auf die im Rahmen der Corona-Pandemie zu treffenden Entscheidungen.

Verletzlichkeit als Grundsignatur menschlicher Existenz

Im folgenden Hauptvortrag entwickelte Prof. Maio „eine Grundreflexion auf die Identität der Heilberufe“. Sein Ausgangspunkt dabei war die These, dass der Mensch ein von Grund auf verletzliches Wesen sei. Diese Verletzlichkeit rufe in Heilberufen Tätige auf, Verantwortung für die Erkrankten zu übernehmen. Dabei relativierte er die aktuell im Gesundheitssystem gängige Praxis der Informierten Einwilligung – dieses System betrachte Kranke als Kunden, die man ausreichend informiert und dann sich selbst überlässt. Ein wesentlicher Unterschied zu einer Kundenbeziehung sei es allerdings, dass man es sich als Kranker nicht aussuchen könne, behandelt zu werden. „Es ist nicht die Autonomie, sondern die Verletzlichkeit, die uns einen Auftrag erteilt“, betonte Prof. Maio.

Sorge als Antwort auf Verletzlichkeit

Die Antwort auf die damit verbundenen Herausforderungen kann nach seinen Worten nur eine „Sorgekultur“ sein. Diese müsse unter anderem geprägt sein von Haltung, Beziehung, Beständigkeit, Langmut und situativer Eingebundenheit. „Wenn diese verwirklicht werden, entsteht das, was die Sorge ausmacht – nämlich letztlich ein Ausdruck für Beistand“, sagte Maio und fuhr fort: „Die Sorgekultur hat allein dadurch, dass sie gelebt wird, eine heilende Wirkung. Sie verdeutlicht auch dem Gesunden, dass er bei einer Erkrankung nicht fallengelassen wird.“

Beim anschließenden, von Prof. Dr. Christoph Schimmer und Dr. Christian Markus vom KEK moderierten Austausch nutzten viele Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit, mit dem Experten inhaltliche Querverbindungen zu topaktuellen Themen zu diskutieren, wie beispielsweise dem ärztlich-assistierten Suizid oder dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen. Dabei unterstrich Prof. Maio nicht zuletzt den hohen Wert des geduldigen und interessierten Zuhörens – für die Erkrankten, aber auch für die Behandelnden.

 

 

 

Über das Klinische Ethik-Komitee am UKW

 

Das Klinische-Ethikkomitee (KEK) ist ein unabhängiges Gremium aus Mitarbeitenden verschiedener Berufsgruppen am Uniklinikum Würzburg. Es hat die Aufgabe, in ethischen Krisensituationen alle an der Behandlung beteiligten Personen beratend zu unterstützen.

www.ukw.de/kek