Aktuelle Pressemitteilungen

Palliativmedizin am UKW: Professur für Carmen Roch

„Frühe Einbindung ist enorm wichtig“ / Ein Kernziel ist symptomlindernde Therapie

Prof. Dr. Carmen Roch leitet den Schwerpunkt Palliativmedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Foto: UKW / Brigitte May
Prof. Dr. Carmen Roch leitet den Schwerpunkt Palliativmedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Foto: UKW / Brigitte May

Würzburg. Prof. Dr. Carmen Roch ist seit Februar Professorin für Palliativmedizin an der Universitätsmedizin Würzburg. Zudem leitet sie den Schwerpunkt Palliativmedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Im Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin am UKW werden Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen und nicht-heilbaren Erkrankungen ganzheitlich betreut. Bei der Behandlung steht nicht die Heilung der Krankheit im Vordergrund, sondern die bestmögliche Lebensqualität und die Stärkung eigener Ressourcen. Das Zentrum umfasst eine eigene Station mit derzeit sechs Betten, eine Ambulanz und einen klinikweiten Palliativdienst.

„Ein Kernziel unserer Arbeit ist die symptomlindernde Therapie. Daher ist es wichtig, dass die Palliativmedizin so früh wie möglich eingebunden wird, wenn feststeht, dass eine Heilung der Erkrankung nicht mehr erreicht werden kann“, betont Prof. Roch. Denn: Eine palliativmedizinische Versorgung kann sich über mehrere Jahre erstrecken. „In dieser Zeit können wir als multiprofessionelles Team einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität leisten. Die Einbindung der Palliativmedizin kann zu jedem Zeitpunkt einer Erkrankung sinnvoll sein – auch zeitgleich mit einer krankheitsspezifischen Behandlung, die andauert“, so die Fachärztin für Anästhesiologie. Zudem verfügt die 50-Jährige über die Zusatzbezeichnungen Palliativmedizin und spezielle Schmerztherapie und ist ausgebildete Ethikberaterin im Gesundheitswesen. Sie ist bereits seit 2017 am Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin am UKW tätig. Zu den Forschungsschwerpunkten von Prof. Roch zählen die Erfassung von Symptomen und Belastungen in spezifischen Erkrankungssituationen und daraus abgeleitet die bestmögliche und individuelle Behandlung von Symptomen. Dies schafft Behandlungssicherheit für Patientinnen und Patienten, aber auch Behandelnde. 

Drei Säulen der palliativmedizinischen Versorgung am UKW

Neben der eigenen Station am UKW ist der Palliativdienst am UKW eine wichtige Säule der Versorgung an der unterfränkischen Uniklinik. Dort zählen die Beratung und Behandlung von Symptomen, die ressourcenorientierte Unterstützung von Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen zu den Kernaufgaben. Hinzu kommen Themen wie die vorausschauende Versorgungsplanung inklusive Beratung, etwa zum Thema Patientenverfügung oder Advance Care Planning, die Koordination und Organisation der Palliativversorgung und Mitbegleitung in der Sterbephase. Prof. Roch: „Dabei geht es auch darum, die Autonomie der Patienten bestmöglich zu unterstützen.“ Rund 1.000 Patientinnen und Patienten werden jährlich durch den Palliativdienst versorgt. Durch ein klinikweites Screening wird dabei die schnelle Einbindung des Palliativzentrums sichergestellt. Auf der Station werden aktuell etwa 220 Patientinnen und Patienten pro Jahr aufgenommen. In der Palliativambulanz des Zentrums werden ambulante Patientinnen und Patienten beraten und behandelt, die keiner stationären Aufnahme bedürfen.

Gemeinsam entscheiden, optimal behandeln

Gemeinsam mit dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) hat das Palliativzentrum am UKW das zertifizierte „Share to care“--Programm am Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin eingeführt. Dahinter steht der Anspruch, medizinische Entscheidungen gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten zu treffen, der Fachbegriff lautet „Shared Decision making“. Prof. Roch: „Wenn Menschen in die Palliativmedizin kommen, stehen sie vor wichtigen Entscheidungen in Bezug auf ihre Erkrankung und ihre Lebensqualität. Hier wollen wir gemeinsam und transparent aufzeigen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.“

Organisatorisch zählt das Interdisziplinäre Zentrum Palliativmedizin zur Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am UKW. Mit der Fertigstellung der neuen Klinik für Strahlentherapie wird auch die Palliativmedizin zukünftig in den Neubau umziehen. Dann wird auch die Anzahl der stationären Betten in der Palliativmedizin ausgebaut.

Förderverein unterstützt Angebote 

Neben der medizinischen Versorgung gibt es auch eine Vielzahl weiterer unterstützender Angebote für Patientinnen und Patienten des Interdisziplinären Zentrums Palliativmedizin am UKW. Eine wichtige Hilfe ist hier ein eigener Förderverein. Prof. Roch: „Viele unterstützende Angebote, die unsere Patienten entlasten oder stärken können, werden leider nicht durch die Krankenversicherung abgedeckt.“ Dazu zählen unter anderem Kunst- und Musiktherapie, jahreszeitliche Dekorationen auf Station sowie kleinere kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen oder Konzerte, die direkt in der Klinik stattfinden.

Weitere Informationen zum Palliativzentrum des UKW sowie zum Förderverein gibt es hier online.

Prof. Dr. Carmen Roch leitet den Schwerpunkt Palliativmedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Foto: UKW / Brigitte May
Prof. Dr. Carmen Roch leitet den Schwerpunkt Palliativmedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Foto: UKW / Brigitte May

Schwache Handkraft als Warnsignal für psychische Erkrankungen

Aktuelle Studie zeigt: Auch nach überstandener Depression bleibt die Handkraft vermindert

Frau drückt Manometer, das 26,7 kg zeigt.
Die Handgriffstärke gilt als verlässlicher Biomarker für die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und zunehmend auch für die psychische Gesundheit. 26,7 kg wie hier am UKW gemessen, ist ein Durchschnittswert für gesunde Frauen. In der Studie lag die Griffkraft bei Frauen in und nach einer Depression zwischen 18 und 24 kg, bei Männern zwischen 30 und 35. © Kirstin Linkamp / UKW
Szene einer Messung am Tisch: eine Person hält den Manometer, eine andere sitzt daneben und hat Smartphone vor sich liegen, vermutlich wird die Zeit gestoppt.
Für die Studie wurden in Bern und Boston einheitliche elektronische Manometer verwendet sowie eine identische Messmethodik. Hier eine Szene aus der Schweiz. © Phil Wenger

Die Handgriffstärke ist ein einfaches und verlässliches Verfahren zur Bewertung der Muskelkraft und somit ein etablierter Biomarker für die allgemeine Fitness. Dass die Handkraft bei Menschen mit Depression oder Schizophrenie messbar reduziert ist, war schon länger bekannt. Eine internationale Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Sebastian Walther, dem Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Uniklinikum Würzburg (UKW), zeigt nun jedoch, dass sich die Muskelkraft selbst nach überstandener Depression nicht automatisch normalisiert. Die in JAMA Psychiatry veröffentlichten Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Depressionen bleibende körperliche Spuren hinterlassen – mit möglichen Folgen für Fitness, Therapie und Lebenserwartung.

Würzburg. Der Händedruck ist im sozialen Leben nicht nur eine Höflichkeitsgeste, sondern ein kompaktes Signalpaket. Während es hier gar nicht so sehr auf die Kraft ankommt, zählt diese in der Medizin umso mehr. Die Messung der Handgriffstärke ist ein einfaches und kostengünstiges Verfahren zur Bewertung der Muskelkraft. Inzwischen gilt die Handgriffstärke sogar als verlässlicher Biomarker für die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und zunehmend auch für die psychische Gesundheit. 

Analyse der Handkraft bei Gesunden sowie bei Menschen mit Schizophrenie, mit Depression und nach überstandener Depression 

„Die Handkraft wurde sowohl bei Schizophrenie als auch bei Depressionen als vermindert beobachtet“, sagt Prof. Dr. Sebastian Walther. Der Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Uniklinikum Würzburg (UKW) wollte es genauer wissen. Gibt es Unterschiede? Und wie sieht die körperliche Fitness nach einem Schub aus? Schließlich verlaufen psychische Erkrankungen meistens in Episoden. Nach den akuten Krankheitsphasen sollten die Betroffenen eigentlich wieder an ihre frühere Leistungsfähigkeit anknüpfen können.

Sebastian Walther und ein internationales Team untersuchten in einer Studie mit insgesamt 533 Personen die Handkraft bei psychisch gesunden Erwachsenen, Menschen mit Schizophrenie, Menschen in depressiven Krankheitsphasen sowie Personen mit überstandener Depression. 

Veröffentlichung in JAMA Psychiatry – The Science of Mental Health and the Brain

In die Analyse flossen Daten mehrerer Studien der Arbeitsgruppen von Sebastian Walther aus Bern und Chicago ein, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und dem National Institute of Health (NIH) geförderte waren. In allen Studien wurde die identische Methodik verwendet. Das heißt, die Handkraft wurde mit einem elektronischen Manometer in mehreren Versuchen von beiden Händen gemessen. Analysiert wurden die Werte für die jeweils dominante Hand. Die Ergebnisse konnte das Team in der renommierten Fachzeitschrift JAMA Psychiatry veröffentlichen

Niedrige Handkraft der aktuell Depressiven unterschied sich nicht von genesenen Depressiven

Das erste Ergebnis überraschte nicht: Alle Patientinnen und Patienten wiesen eine geringere Handkraft auf als die gesunden Kontrollgruppen. Es gab jedoch Unterschiede zwischen den einzelnen Erkrankungen. Diejenigen mit Schizophrenie hatten eine höhere Handkraft als diejenigen mit Depressionen. Dabei unterschieden sich die aktuell Depressiven nicht von den genesenen Depressiven. „Das hat uns sehr überrascht“, sagt Sebastian Walther. „Wir hatten erwartet, dass Menschen mit einer überstandenen Depression wieder eine normale Handkraft aufweisen.“ 

Der Psychiater bewertet es als beunruhigend, dass sich die Handkraft bei Menschen nach einer Depression nicht erholt. Schließlich galt die Handkraft in früheren Studien an der Allgemeinbevölkerung als guter Marker für Fitness und Gesundheit. 

Echtes Fitnessdefizit und Frühwarnsignal für ein erhöhtes Sterberisiko oder nur eine motorische Steuerungsstörung? 

„Weitere Studien müssen nun klären, ob eine niedrige Handkraft trotz überstandener Depression auf ein echtes Defizit in der Fitness oder lediglich auf fehlende motorische Kontrolle zurückzuführen ist“, sagt Walther. Ein ähnliches Muster fand das Team von Sebastian Walther in einer Meta-Analyse aus dem Jahr 2022 (doi:10.1017/S0033291722000903) zur Menge der Spontanbewegungen: Nach einer depressiven Episode bewegen sich Betroffene weiterhin deutlich weniger als gesunde Kontrollprobanden.

In der aktuellen Studie gab es bei Patienten mit Schizophrenie beispielsweise einen deutlichen Zusammenhang zwischen Handkraft und fehlender Motivation. Die Klärung der Ursache sei laut Walther wichtig, da sie darüber entscheidet, wie die Depression zusätzlich behandelt werden muss. Ein neuromotorisches Steuerungsproblem ist beispielsweise kein direkter Marker für körperlichen Abbau, sondern eher ein Ausdruck einer veränderten Hirn-Körper-Interaktion. In diesem Fall könnte die Behandlung stärker auf Koordinationstraining oder physiotherapeutische Rehabilitation setzen. Ein Fitness-Defizit deutet hingegen auf physische Langzeitfolgen hin. Das heißt, die Depression hinterlässt messbare körperliche Spuren. Das wiederum bedeutet, dass durch gezielte körperliche Interventionen möglicherweise nicht nur die Fitness, sondern auch die Langzeitprognose und die Überlebenswahrscheinlichkeit verbessert werden können. Immerhin verkürzen psychische Erkrankungen wie Depressionen die Lebenserwartung um durchschnittlich zehn Jahre, Schizophrenien sogar um 20 Jahre. 

Informationen zur verkürzten Lebenserwartung bei schweren psychischen Erkrankungen: Eine Metaanalyse, die in 2015 Jama Psychiatry veröffentlicht wurde und auf 203 Studien aus 29 Ländern basiert, deutet darauf hin, dass psychische Erkrankungen nicht nur zu Leid und Funktionsverlust im Alltag führen, sondern auch mit einer deutlich erhöhten Gesamtmortalität und einem deutlich reduzierten Lebensalter verbunden sind. Betroffene sterben im Durchschnitt rund zehn Jahre früher als Menschen ohne psychische Erkrankung. Menschen mit Psychosen wie Schizophrenie hatten ein um den Faktor 2,5 erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu gesunden Personen. Bei Patientinnen und Patienten mit Depressionen war die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu sterben, um den Faktor 1,7 erhöht. Faktoren wie körperliche Begleiterkrankungen, Lebensstil, Versorgungslücken und Suizid tragen zu diesem erhöhten Mortalitätsrisiko bei. 

Informationen zum Händedruck: Aus evolutionspsychologischer Sicht signalisiert der Händedruck Friedfertigkeit, fördert Vertrauen, leitet Kooperationen ein und zeigt die körperliche Verfassung. Dabei muss der Händedruck noch nicht einmal richtig stark sein. In der der angewandten Kommunikationsliteratur wird ein vollständiger Händedruck dadurch beschrieben, dass die Hand ausreichend geöffnet ist und sich die Daumen-Zeigefinger-Partien berühren.

Aktuelle Publikation: Sofie von Känel, Anastasia Pavlidou, Niluja Nadesalingam, Victoria Chapellier, Melanie G. Nuoffer, Lydia Maderthaner, Alexandra Kyrou, Alexios Malifatouratzis, Florian Wüthrich, Stephanie Lefebvre, Victor Pokorny, Zachary Anderson, Stewart A. Shankman, Vijay A. Mittal, Sebastian Walther. Transdiagnostic Patterns of Grip Strength in Schizophrenia, Current Depression, and Remitted Depression. JAMA Psychiatry. Published Online: March 18, 2026, doi: 10.1001/jamapsychiatry.2026.0144

Zitierte Publikation von 2022: Florian Wüthrich, Carver Nabb, Vijay A. Mittal, Stewart A. Shankman, Sebastian Walther. Actigraphically measured psychomotor slowing in depression: systematic review and meta-analysis. Psychological Medicine. 2022;52(7):1208-1221. doi:10.1017/S0033291722000903

Text: Kirstin Linkamp / Wissenschaftskommunikation

Frau drückt Manometer, das 26,7 kg zeigt.
Die Handgriffstärke gilt als verlässlicher Biomarker für die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und zunehmend auch für die psychische Gesundheit. 26,7 kg wie hier am UKW gemessen, ist ein Durchschnittswert für gesunde Frauen. In der Studie lag die Griffkraft bei Frauen in und nach einer Depression zwischen 18 und 24 kg, bei Männern zwischen 30 und 35. © Kirstin Linkamp / UKW
Szene einer Messung am Tisch: eine Person hält den Manometer, eine andere sitzt daneben und hat Smartphone vor sich liegen, vermutlich wird die Zeit gestoppt.
Für die Studie wurden in Bern und Boston einheitliche elektronische Manometer verwendet sowie eine identische Messmethodik. Hier eine Szene aus der Schweiz. © Phil Wenger

Bayerischer Kongress der Hebammenwissenschaft am 26. März in Würzburg

Unter dem Thema „Ganzheitlich gedacht: akademisch-familienzentriert-interprofessionell“ nehmen wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neun Hochschulstandorte in Bayern, ebenso wie Studierende und Kolleginnen aus der Praxis an dem Kongress teil.

Das Team des Institutes für Hebammenwissenschaft am UKW richtet am 26. März den zweiten „Bayerischen Kongress der Hebammenwissenschaft“ aus. Foto: UKW / Lisa Spieker
Das Team des Institutes für Hebammenwissenschaft am UKW richtet am 26. März den zweiten „Bayerischen Kongress der Hebammenwissenschaft“ aus. Foto: UKW / Lisa Spieker

Würzburg. Das Institut für Hebammenwissenschaft am UKW richtet am 26. März den zweiten „Bayerischen Kongress der Hebammenwissenschaft“ aus. Unter dem Thema „Ganzheitlich gedacht: akademisch-familienzentriert-interprofessionell“ nehmen wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neun Hochschulstandorte in Bayern, ebenso wie Studierende und Kolleginnen aus der Praxis an dem Kongress teil.

„In verschiedenen Formaten widmet sich der Kongress den Chancen und Herausforderungen der Akademisierung der Hebammenwissenschaft, den das Team des Institutes auch auf bayerischer Ebene aktiv mitgestaltet“, so die Koordinatorin des Studiengangs, Dr. Kerstin Hubert. Das interprofessionelle Team des Instituts, mit den beiden Studiengangleitungen Kristina Stanzel und Andrea Paucke hat eine intensiv Planungsphase hinter sich und hofft nun auf einen intensiven Austausch am 26. März. Das Programm zum Bayerischen Kongress der Hebammenwissenschaft in Würzburg gibt es auf dieser Homepage.

Dualer Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft seit 2022

Der duale Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft wird seit 2022 an der Medizinischen Fakultät angeboten. „Aktuell steht der erste Jahrgang mit 20 Hebammen-Studierenden kurz vor dem Abschluss,“ freut sich Prof. Dr. Ulrich Pecks, Leiter des Instituts für Hebammenwissenschaft und der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Mit dem Abschluss erwerben die Studierenden nicht nur den Bachelor-Abschluss, sondern zugleich die Berufszulassung als Hebamme. „Die hohe Nachfrage nach den Studienplätzen zeigt, dass wir in Würzburg ein attraktives Angebot geschaffen haben. Umso mehr freut es uns, dass der Kongress nach seiner Premiere in Erlangen nun hier stattfinden kann“, so Pecks.

Film und Diskussion am 25. März - Noch Tickets erhältlich

Am Vorabend des Kongresses, am 25. März, wird der Film „Mother´s Baby“ im Central im Bürgerbrau-Kino gezeigt. Der Film aus dem Jahr 2025 thematisiert die Zweifel einer Mutter nach einer traumatischen Geburt. Im Anschluss an den Film gibt es eine offene Diskussion im Kino zu den Themen des Erlebens von Kinderwunsch, Geburt und Muttersein. Weitere Informationen zum Film, zur Podiumsdiskussion und Tickets gibt es hier. 

Das Team des Institutes für Hebammenwissenschaft am UKW richtet am 26. März den zweiten „Bayerischen Kongress der Hebammenwissenschaft“ aus. Foto: UKW / Lisa Spieker
Das Team des Institutes für Hebammenwissenschaft am UKW richtet am 26. März den zweiten „Bayerischen Kongress der Hebammenwissenschaft“ aus. Foto: UKW / Lisa Spieker

Seltene Erkrankungen sichtbar machen – erfolgreiche Aktion des WAKSE

Am Tag der Seltenen Erkrankungen wurden Besucherinnen und Besucher der Stadtbücherei Würzburg bereits im Eingangsbereich auf den Informationsstand des Würzburger Arbeitskreises Seltene Erkrankungen (WAKSE) aufmerksam gemacht. Anlass des Standes war der Internationale Tag der Seltenen Erkrankungen.

Seltene Erkrankungen sichtbar machen - Infostand in der Stadtbücherei mit verschiedenen Vertretern.
Infostand in der Stadtbücherei war gefragt: Daniela Funk (Aktivbüro), Berthold Schmitt (WAKSE), Michael Burkart (WAKSE), Birgit Hardt (WAKSE), Karin Burkart (WAKSE), Prof. Dr. Helge Hebestreit (Uni Klinik Würzburg), Sabine Klingert-Ullherr (Dienststellenleitung Aktivbüro), Leonie Stüttem (Praktikantin Aktivbüro) Fotograf: Pablo Hebestreit

Viele Menschen blieben stehen und erkundigten sich interessiert danach, was genau unter Seltenen Erkrankungen zu verstehen ist. Besonders erfreulich war, dass auch zahlreiche selbst betroffene Personen durch die zuvor veröffentlichte Pressemitteilung auf den Stand aufmerksam wurden und das Gespräch suchten.
Die Mitglieder des WAKSE nahmen sich viel Zeit für persönliche Gespräche. Mit großem Einfühlungsvermögen konnten Erfahrungen geteilt, Fragen beantwortet und neue Kontakte geknüpft werden.

Der Würzburger Arbeitskreis Seltene Erkrankungen setzt sich aus haupt- und ehrenamtlich engagierten Menschen zusammen. Jedes Jahr organisiert der Arbeitskreis am 28. bzw. 29. Februar eine Aktion anlässlich des Internationalen Tags der Seltenen Erkrankungen. Die Koordination der Aktivitäten übernimmt dabei das Aktivbüro der Stadt Würzburg.

Dank der Unterstützung der Stadtbücherei Würzburg konnte im lebhaften Samstagsbetrieb auf das wichtige Thema aufmerksam gemacht werden.
Der Informationsstand bot zudem eine gute Gelegenheit, die Öffentlichkeit für Seltene Erkrankungen zu sensibilisieren. Weltweit leben schätzungsweise rund 3,5 bis 5,9 Prozent der Bevölkerung mit einer Seltenen Erkrankung. In Deutschland sind etwa vier Millionen Kinder und Erwachsene betroffen. Rund 72 Prozent dieser Erkrankungen sind genetisch bedingt.

Eine Heilung ist für viele Seltene Erkrankungen bislang nicht möglich. Häufig verlaufen sie chronisch und gehen teilweise mit schweren körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen einher. Hinzu kommt, dass Therapiemöglichkeiten und spezialisierte Fachstellen oft rar sind – ein Grund dafür, dass der Weg zur Diagnose für Betroffene häufig sehr lang und belastend ist.

 

Pressemitteilung der Stadt Würzburg vom 18. März 2026

Seltene Erkrankungen sichtbar machen - Infostand in der Stadtbücherei mit verschiedenen Vertretern.
Infostand in der Stadtbücherei war gefragt: Daniela Funk (Aktivbüro), Berthold Schmitt (WAKSE), Michael Burkart (WAKSE), Birgit Hardt (WAKSE), Karin Burkart (WAKSE), Prof. Dr. Helge Hebestreit (Uni Klinik Würzburg), Sabine Klingert-Ullherr (Dienststellenleitung Aktivbüro), Leonie Stüttem (Praktikantin Aktivbüro) Fotograf: Pablo Hebestreit

WebMedX: Digitale Vernetzung gegen die Herzschwäche

Intersektorale Telemedizinplattform am Universitätsklinikum Würzburg soll Herzinsuffizienz-Versorgung verbessern

Porträts der vier zitierten Personen in einer Collage zusammengefasst.
Team WebMedX von oben links im Uhrzeigersinn: Prof. Dr. Stefan Störk (DZHI), Dr. Olaf Iseringhausen (Bechtle), Prof. Dr. Stefan Frantz (Medizinische Klinik und Poliklinik I) und Prof. Dr. Frank Breuckmann (Klinik Kitzinger Land). © UKW / Bechtle / KKL

Herzinsuffizienz ist die häufigste Hauptdiagnose für stationäre Krankenhausaufenthalte und die Zeit nach der Entlassung gilt als besonders kritisch. Mit dem Projekt „WebMedX” entwickeln der IT-Dienstleister Bechtle, das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) und das Servicezentrum Medizininformatik (SMI) am Uniklinikum Würzburg (UKW) sowie weitere Partner eine Telemedizinplattform am Beispiel der Herzinsuffizienz, die Kliniken, Arztpraxen, Pflegekräfte und Patienten vernetzt. Ziel ist es, mithilfe von WebMedX Versorgungslücken in der vulnerablen Phase nach dem Krankenhausaufenthalt zu schließen, Wiedereinweisungen zu vermeiden und die Versorgung nachhaltig zu verbessern. Das digitale Netzwerk soll als Muster für andere Regionen und Krankheiten dienen. Durch die enge Zusammenarbeit von Technik und Klinik möchte die WebMedX-Initiative einen spürbaren Beitrag dazu leisten, die Gesundheitsversorgung in Deutschland zu modernisieren und nachhaltig zu verbessern.

Würzburg. ICD-10: I50 ist der Code für Herzinsuffizienz. Er wird in westlichen Ländern am häufigsten als Hauptdiagnose für stationäre Krankenhausaufenthalte verwendet. Sie betrifft vor allem ältere Menschen und geht häufig mit Atemnot, rascher Erschöpfung, Wassereinlagerungen und akuten Verschlechterungen einher, die eine Klinikeinweisung erforderlich machen. Für viele Betroffene endet die Herausforderung jedoch nicht mit der Entlassung, denn gerade die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt gilt als besonders kritische Phase, in der das Risiko für erneute Komplikationen und Wiedereinweisungen hoch ist. Und mit jeder erneuten Dekompensation steigt das Sterberisiko. „Jeder Patient zeigt ein anderes Krankheitsbild, oft liegen mehrere Begleiterkrankungen vor, und die Behandlung erfordert die Zusammenarbeit von Hausärzten, Kardiologen, spezialisierten Kliniken sowie Pflegefachkräften“, weiß Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Herzinsuffizienzambulanz und Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) in Würzburg.

Stefan Störk: „Herzinsuffizienz ist ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig vernetzte Strukturen für die Versorgung chronischer Krankheiten sind.“

Das DZHI hat in mehreren Studien und Versorgungsprogrammen mit weiteren Kooperationspartnern bereits gezeigt, wie eine gezielte Nachsorge und frühzeitige ambulante Betreuung in Deutschland aussehen können. Das Spektrum reicht dabei von Telefonmonitoring und telemedizinischer Überwachung bis hin zum innovativen Case- & Care-Management mit eHealth-Plattform und speziell geschultem Fachpersonal zur Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt. „Die Umsetzung der sehr gut belegten Behandlungsleitlinien bleibt in der Praxis hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zudem ist eine digitale Vernetzung zwischen den Beteiligten kaum vorhanden, sodass wichtige Daten und Befunde in unterschiedlichen Systemen liegen und oft verspätet ankommen“, so Störk. 

Digitales Herzinsuffizienz-Netzwerk: Start der WebMedX-Plattform am Universitätsklinikum Würzburg

Um die Versorgung zu verbessern, hat das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) gemeinsam mit dem DZHI und dem Servicezentrum Medizininformatik (SMI) und Verbundpartnern das Projekt WebMedX ins Leben gerufen. Das Konsortialprojekt wird im Rahmen der Förderlinie „Medizintechnische Lösungen für eine digitale Gesundheitsversorgung” des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. In der dreijährigen Förderphase soll das bewährte Konzept der Herzinsuffizienz-Netzwerke (HF-NET) ins digitale Zeitalter überführt werden. Während im erfolgreichen DZHI-Programm HeartNetCare-HF™ beispielsweise die fachlichen Inhalte der Versorgung entwickelt wurden, liegt der Schwerpunkt jetzt auf der Prozess- und IT-Umsetzung.

Die Idee ist, mit WebMedX eine telemedizinische Lösung zu schaffen, die Kliniken, Haus- und Fachärzte, Pflegekräfte mit medizinischen Daten des Patienten vernetzt und digitale Hilfsmittel wie Telemonitoring, Wearables oder Apps einbindet. Da alle Beteiligten auf denselben Datensatz des Patienten zugreifen, haben sie stets mit einem Klick einen aktuellen Überblick über Krankengeschichte, Vitalparameter, laufende Therapien und kommende Termine. Die Daten können einfach untereinander ausgetauscht werden, sodass der Informationsfluss optimiert und Doppeluntersuchungen vermieden werden. 

Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW: „Herzinsuffizienztherapie ist ein lebenslanger Weg zusammen mit unseren Patienten. Die Telemedizin gibt uns alle Daten, um auf den einzelnen Patienten individuell einzugehen, und ergänzt damit ideal das persönliche Gespräch und ein individualisiertes Therapiekonzept.“

Drei Phasen zum digitalen Netzwerk - Blaupausenmodell für andere Regionen und Erkrankungen 

Im ersten Schritt des neuen Projekts wird am UKW gemeinsam mit den Verbundpartnern Bechtle und Docs4D eine Telemedizinplattform mit den erforderlichen Hard- und Softwarekomponenten entwickelt und in die digitale Klinikumgebung integrieret. Parallel dazu legen die Beteiligten mit fachlicher Beratung von Prof. Dr. Friedrich Köhler und Prof. Dr. Siegfried Jedamzik den Datensatz fest, der künftig als Grundlage für den Austausch dienen soll. Zudem stimmen sie Prozesse für das sogenannte „Patient Sharing“ und „Data Sharing“ ab. 

Dr. Olaf Iseringhausen, Leiter Team Healthcare Solutions bei Bechtle: „Mit WebMedX gestalten wir Digitalisierung dort, wo sie unmittelbar Wirkung entfalten kann: in einer besseren, verlässlicheren und stärker vernetzten Versorgung. Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit den medizinischen Partnern eine Lösung zu schaffen, die Menschen spürbar unterstützt und zugleich als Modell für weitere Anwendungsfelder dienen kann.“

Im Anschluss startet die Pilotphase, in der das UKW und die Klinik Kitzinger Land die einzelnen Module der WebMedX-Plattform im Alltag erproben. Dabei steht die Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund: Die Plattform soll barrierefrei und intuitiv bedienbar sein. Auch Datenschutz und IT-Sicherheit werden berücksichtigt. In dieser Phase soll untersucht werden, wie sich der Austausch zwischen den beiden Kliniken optimieren lässt und wie sich digitale Dienste wie Telemonitoring und leitliniengestützte Therapieempfehlungen in die Arbeitsabläufe integrieren lassen.

In der dritten Phase wird das Netzwerk schrittweise für weitere Partner geöffnet, sodass mehr Patientinnen und Patienten betreut werden können. Das Ziel besteht darin, ein Blaupausenmodell zu entwickeln, das später auch in anderen Regionen und für andere chronische Erkrankungen genutzt werden kann. 

„Wir wollen eine generalisierbare telemedizinische Lösung schaffen, damit alle Krankenhäuser und Versorger an dem Prozess teilhaben können, auch wenn sie mit unterschiedlichen Informationssystemen arbeiten“, sagt Störk. Das UKW arbeitet beispielsweise mit dem Krankenhausinformationssystem ISH-med, während der Verbundpartner, die Klinik Kitzinger Land mit angeschlossenem MVZ, das System Orbis nutzt.

Prof. Dr. Frank Breuckmann, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie, Pneumologie, Neurologie und internistische Intensivmedizin an der Klinik Kitzinger Land: „Das ist Medizin up to date. Endlich wird Technologie, die in Bereichen außerhalb des Krankenhauses längst Standard ist, auch für die gemeinsame Versorgung unserer Patientinnen und Patienten intersektoral nutzbar sein.“

Vorteile für Patientinnen und Patienten

Bei der Entlassung des Patienten werden alle erforderlichen Informationen aus dem Krankenhaussystem in eine elektronische Fallakte übertragen. Diese wird auf der Plattform WebMedX in einer sicheren Cloud gespeichert. Passt ein Arzt später die Medikation an, kann er diese Änderung ebenfalls in der digitalen Akte festhalten. Alle telemedizinischen Messwerte aus Implantaten, Waagen, Blutdruckmessern oder Smartwatches können im WebMedX-System automatisch verarbeitet werden, sodass Verschlechterungen rechtzeitig erkannt werden. Dadurch lassen sich Notfälle und Krankenhausaufenthalte vermeiden und die Lebensqualität steigern. Wird ein Grenzwert überschritten, geht ein Alarm an den entsprechenden Notfallkontakt. 

„Mit WebMedX möchten wir moderne Technik nutzen, um Menschen mit Herzschwäche besser zu begleiten. Unser Ziel ist es, den Behandlungsalltag zu erleichtern, die Versorgung zu verbessern und die wertvolle Zeit des Fachpersonals stärker den Patientinnen und Patienten zu widmen“, verdeutlicht Prof. Stefan Störk, der das Teilvorhaben „Entwicklung von eHF-NET – Telemedizinisches Gesundheitsversorgungskonzept“ am DZHI leitet.

Verbundpartner „WebMedX – Intersektorale eHealth-Plattform für die Herzinsuffizienz-Versorgung

  • Bechtle IT Systemhaus Bonn: Herstellung und Validierung eines Betriebskonzepts für die Meta-Plattform inkl. TMZ-Konzept, Datenschutz, IT-Sicherheit – Konsortialführer
  • Universitätsklinikum Würzburg - Medizinische Klinik und Poliklinik I, Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) und Servicezentrum Medizininformatik (SMI): Erprobung der Meta-Plattform und des eHF-NET -Konzepts; DZHI: medizinisch-wissenschaftlicher Schwerpunkt; SMI: technischer Schwerpunkt
  • Docs4D GmbH: Programmierung der Software für Meta-Plattform
  • Klinik Kitzinger LandErprobung der Meta-Plattform und des eHF-NET -Konzepts außerhalb des UKW (Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung)
Porträts der vier zitierten Personen in einer Collage zusammengefasst.
Team WebMedX von oben links im Uhrzeigersinn: Prof. Dr. Stefan Störk (DZHI), Dr. Olaf Iseringhausen (Bechtle), Prof. Dr. Stefan Frantz (Medizinische Klinik und Poliklinik I) und Prof. Dr. Frank Breuckmann (Klinik Kitzinger Land). © UKW / Bechtle / KKL

Ein kleines Zeichen der Dankbarkeit

Die Elterninitiative Regenbogen organisierte einen Pizza-Freitag

Auf den drei onkologischen Stationen der Universitäts-Kinderklinik wurde Pizza verteilt.
Die Elterninitiative Regenbogen organisierte einen Pizza-Freitag.

Am vergangenen Freitag gab es Grund zur Freude auf den drei onkologischen Stationen der Universitäts-Kinderklinik, denn es wurde Pizza verteilt. Hintergrund war jedoch ein wichtiger Gedanke der Elterninitiative Regenbogen und des psychosozialen Diensts der Kinderklinik. Mit der Aktion wollten sie pflegenden Angehörigen und dem Pflegepersonal ein kleines Dankeschön für ihre unverzichtbare Arbeit zurückgeben. Eine Krebsdiagnose betrifft die ganze Familie, vor allem Eltern müssen ihren Alltag neu organisieren. Auch Geschwisterkinder werden dadurch vor eigene Herausforderungen gestellt.

Gerade in dieser schweren Zeit sind es die kleinen Gesten, die Kraft schenken und ein Gefühl von Gemeinschaft vermitteln. Der Pizza-Freitag sollte daher nicht nur für eine kurze Auszeit sorgen, sondern pflegende Angehörige wertschätzen und ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind.
Neben der Pizza nahmen sich die Vertreter der Elterninitiative Zeit für die Familien, hörten zu und gaben Informationen zu den Unterstützungsangeboten des Vereins.

Die Elterninitiative Regenbogen setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, betroffene Familien in dieser schwierigen Lebensphase zu begleiten. Aktionen wie diese sind ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit der Elterninitiative, die seit langem eine enge Zusammenarbeit mit der Uni-Kinderklinik führt.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die täglich mit großem Engagement, Mitgefühl und Stärke an der Seite der erkrankten Kinder stehen.

Text: Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V.
 

Auf den drei onkologischen Stationen der Universitäts-Kinderklinik wurde Pizza verteilt.
Die Elterninitiative Regenbogen organisierte einen Pizza-Freitag.

Wie Vitamin B2 den Weg zu neuen Krebstherapien eröffnen könnte

Ein Mangel an Vitamin B2 macht Tumorzellen anfälliger für eine spezielle Form des Zelltods. Das haben Forschende des Rudolf-Virchow-Zentrums der Uni Würzburg herausgefunden.

Vera Skafar und José Pedro Friedmann Angeli haben die Studie am Rudolf-Virchow-Zentrum durchgeführt.
Vera Skafar und José Pedro Friedmann Angeli haben die Studie am Rudolf-Virchow-Zentrum durchgeführt. (Bild: Natalie Fahmer / Universität Würzburg)

Der menschliche Körper kann Vitamin B2 (Riboflavin) nicht selbst herstellen, er muss den wichtigen Stoff über die Nahrung aufnehmen. Zu finden ist das Vitamin in Milchprodukten, Eiern, Fleisch und grünem Gemüse. Der Stoffwechsel wandelt es in Moleküle um, die unter anderem für den Schutz der Zelle vor oxidativen Schäden zuständig sind.

Forschende des Rudolf-Virchow-Zentrums (RVZ) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) haben herausgefunden, dass diese Funktion des Vitamins auch eine Kehrseite hat: Sie schützt auch Krebszellen.

„Vitamin B2 spielt eine entscheidende Rolle dabei, Krebszellen vor der Ferroptose zu schützen, einer speziellen Form des programmierten Zelltods“, so die Doktorandin Vera Skafar. Sie forscht in der Arbeitsgruppe von José Pedro Friedmann Angeli, Professor für Translationale Zellbiologie. Die Ergebnisse sind im renommierten Fachmagazin Nature Cell Biology erschienen.

Wie Vitamin B2 und die Ferroptose zusammenhängen

Der Körper des Menschen nutzt den Mechanismus des programmierten Zelltods, um beschädigte oder gefährliche Zellen kontrolliert “sterben” zu lassen, ohne dass es dabei im umliegenden Gewebe zu Entzündungen kommt. Die Spezialform der Ferroptose wird mit vielen krankhaften Zuständen in Verbindung gebracht, darunter Krebs und Neurodegeneration.

Im Gegensatz zu anderen Wegen des Zelltods wird die Ferroptose ausgelöst, wenn die durch Eisen verursachte Lipid-Peroxidation den anti-oxidativen Schutz einer Zelle überfordert. Krebszellen umgehen die Ferroptose häufig, indem sie ihre Redox-Abwehrsysteme verstärken. Die Studie hebt den Vitamin-B2-Stoffwechsel als wichtigen Faktor für diese Abwehrmechanismen hervor und legt nahe, dass die gezielte Bekämpfung von Vitamin-B2-abgeleiteten Kofaktoren die Ferroptose-Resistenz schwächen und Tumore anfälliger machen könnte.

Ein potenzieller Hemmstoff

Um gesunde Zellen vor dem Tod zu schützen, kümmert sich unter anderem das Protein FSP1, das ein Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe ist. Vitamin B2 unterstützt das Protein bei der Aufgabe. Per Genom-Editierung und mit Krebszell-Modellen beobachteten die Forschenden, dass ein Mangel des Vitamins Krebszellen anfälliger für die Ferroptose machte.

Das müsste sich im Idealfall therapeutisch nutzen lassen: Den Stoffwechsel-Weg von Vitamin B2 ausschalten und damit gezielt den Tod der Krebszellen auslösen. „Es fehlt aber bisher ein Hemmstoff, der das kann“, sagt Skafar. Die Gruppe umging diese Einschränkung, indem sie Roseoflavin einsetzten, eine natürliche Verbindung mit einer ähnlichen Struktur wie Vitamin B2. Roseoflavin wird von Bakterien produziert.

Auf dem Weg zu gezielten Krebstherapien durch Ferroptose

Im Labor testete die Arbeitsgruppe von Professor Friedmann Angeli den Wirkstoff in Krebszell-Modellen: „Es zeigte sich, dass Roseoflavin in niedriger Konzentration eine Ferroptose anstößt“, so der Gruppenleiter, „unsere Experimente zeigen die Machbarkeit dieses Konzepts.“ Die Studie eröffne damit den Weg, gezielte Krebstherapien auf Ferroptose-Grundlage zu entwickeln.
Im nächsten Schritt will die RVZ-Arbeitsgruppe Inhibitoren des Vitamin-B2-Stoffwechsels entwickeln, um deren Einsatz in präklinischen Krebsmodellen zu testen.

Friedmann Angeli fügt hinzu: „Ferroptose ist nicht nur für Krebs relevant. Immer mehr Hinweise deuten darauf hin, dass sie auch zu pathologischen Prozessen bei neurodegenerativen Erkrankungen und bei Gewebeschäden nach Organtransplantationen oder Ischämie-Reperfusionsschäden beiträgt.“ Zu verstehen, wie der Vitamin-B2-Stoffwechsel die Ferroptose beeinflusst, könnte weitreichende Auswirkungen auf Erkrankungen haben, bei denen eine übermäßige oder unzureichende Ferroptose eine Rolle spielt.

Förderung

Die Studie erhielt Förderung aus dem Schwerpunktprogramm „Ferroptose: von den molekularen Grundlagen bis zur klinischen Anwendung“ (SPP2306) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Zudem lief sie unter dem Projekt DeciFerr (Deciphering and exploiting ferroptosis regulatory mechanism in cancer) von Professor Friedmann Angeli. Dieses wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) seit Mai 2024 mit einem ERC Consolidator Grant und knapp zwei Millionen Euro gefördert.

Mehr zum DFG-Schwerpunktprogramm 
Link: https://www.dfg.de/de/aktuelles/neuigkeiten-themen/info-wissenschaft/2023/priority-programme-ferroptosis-from-molecular-basics-to-clinical-applications-spp-2306- 

Informationen zum ERC Consolidator Grant 
Link: https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/einblick/single/news/ercgrant-friedmannangeli/ 

Originalpublikation

Riboflavin metabolism shapes FSP1-driven ferroptosis resistance. Vera Skafar Amen, Izadora de Souza, Biplab Ghosh, Ancely Ferreira dos Santos, Florencio Porto Freitas, Zhiyi Chen, Shibo Sun, Merce Donate, Palina Nepachalovich, Lars Seufert, Sebastian Bothe, Juliane Tschuck, Apoorva Mathur, Ariane Nunes-Alves, Jannik Buhr, Camilo Aponte-Santamaría, Werner Schmitz, Matthias Mack, Martin Eilers, Ralf Bargou, Milena Chaufan, Mayher Kaur, Mario Palma, Jessalyn M. Ubellacker, Ulrich Elling, Hellmut G. Augustin, Kamyar Hadian, Svenja Meierjohann, Bettina Proneth, Marcus Conrad, Maria Fedorova, Hamed Alborzinia, José Pedro Friedmann Angeli. Nature Cell Biology, 13. März 2026, https://doi.org/10.1038/s41556-025-01856-x 

Kontakt

Prof. Dr. José Pedro Friedmann Angeli, Rudolf-Virchow-Zentrum – Centre for Integrative and Translational Bioimaging, Universität Würzburg, pedro.angeli@ virchow.uni-wuerzburg.de 

Vera Skafar, Rudolf-Virchow-Zentrum – Centre for Integrative and Translational Bioimaging, Universität Würzburg, vera.skafar-amen@ uni-wuerzburg.de 

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 13. März 2026
 

Vera Skafar und José Pedro Friedmann Angeli haben die Studie am Rudolf-Virchow-Zentrum durchgeführt.
Vera Skafar und José Pedro Friedmann Angeli haben die Studie am Rudolf-Virchow-Zentrum durchgeführt. (Bild: Natalie Fahmer / Universität Würzburg)