Aktuelle Pressemitteilungen

Von Würzburg in die Welt

Als Klinikseelsorger mit Erkrankten oder Angehörigen in individuellen Krisen zu sprechen: Da helfe kaum ein Rezept, eine Technik, ein Verfahren, sagt JMU-Alumnus Christian Hohm.

Christian Hohm
Klinikseelsorger und JMU-Alumnus Christian Hohm. Bild: Andreas Oppel

Was arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg? Um den Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, befragen Michaela Thiel und ihr Team vom zentralen Alumni-Netzwerk „Uni Wü Community“ regelmäßig ausgewählte Ehemalige.
Diesmal im Interview: Alumnus Christian Hohm. Er hat an der JMU katholische Theologie studiert und gehört heute zum Team der Klinikseelsorge am Universitätsklinikum Würzburg (UKW).

Herr Hohm, wie sieht bei Ihnen ein typischer Arbeitstag aus?

Während des Tages besuche ich Patientinnen und Patienten im UKW, wenn sie es wünschen. Zumeist sind es schwerkranke Menschen in jedem Alter. Ich höre ihnen zu, auf Wunsch bete ich auch mit ihnen oder spreche mit den Angehörigen. In der Rufbereitschaft in der Nacht oder am Wochenende sind es typischerweise oft Sterbebegleitungen und in deren Folge Angehörigengespräche. „Nebenbei“, aber keineswegs selten, bin ich auch mit dem Klinikpersonal im Gespräch. Gerade in der Medizin versteht man immer mehr, dass es Grenzen des Machbaren gibt und das Leben auch geheimnisvoll bleibt. In der Aus- und Weiterbildung für das Personal versuchen wir Seelsorgende auch, unsere ethische Perspektive mit einzubringen.

Was lieben Sie besonders an Ihrem Beruf und was ist eine Herausforderung?

Ich liebe die vielen Begegnungen mit Menschen, die mir aus ihrem Leben erzählen. Davor habe ich großen Respekt. Eine Herausforderung ist es, die vielen persönlichen schweren Lebensereignisse auszuhalten.

Was raten Sie Studierenden, die einen ähnlichen Weg einschlagen möchten?

Bleiben Sie neugierig! Seien sie skeptisch gegenüber einordnenden, normierenden und für allgemeingültig gehaltenen Sätzen – besonders dann, wenn sie Menschen betreffen.

Hat sich die Seelsorge in den vergangenen Jahren verändert?

Einzelseelsorge hatte schon immer die individuelle Person im Blick. Dieser Fokus wurde und wird immer noch wichtiger. Wenn ich mit einem Menschen in einer individuellen Krise ins Gespräch komme, hilft mir kaum ein Rezept, eine Technik, ein Verfahren. Ich versuche vielmehr absichtslos diesen Menschen zu begleiten und ich muss es auch aushalten können, keine Lösungen anbieten zu können oder zu müssen.

Was ist Ihre liebste Erinnerung an die Studienzeit?

Wir waren schon immer eine relativ kleine Fakultät. Das hat uns sehr miteinander verbunden und auch die Profs menschlich „gemacht“. Bei einer mündlichen Prüfung musste ich noch vor der Tür warten. Plötzlich kam der Prüfer mit einem Kommilitonen an der Hand heraus, der völlig aufgelöst war. Der Prof fragte mich, ob ich den Prüfling ablösen könnte, er brauche eine kurze Auszeit, um sich zu erholen. Es ging am Ende für uns beide sehr gut aus.

Von Michaela Thiel / Robert Emmerich
Aus einBLICK vom 29.4.2025 - Nachrichten aus der Uni Würzburg

Christian Hohm
Klinikseelsorger und JMU-Alumnus Christian Hohm. Bild: Andreas Oppel

Altersmedizin im Fokus des Würzburger Gesundheitsmagazins UNI.KLINIK

Anfang dieses Jahres eröffnete das Universitätsklinikum Würzburg sein Zentrum für Altersmedizin. Vor diesem Hintergrund berichtet das Würzburger Gesundheitsmagazin UNI.KLINIK im Titelthema seiner Ausgabe 1/2025 über spezielle Behandlungs- und Versorgungsangebote für die ältere Generation.

Würzburg. UNI.KLINIK ist ein vom Universitätsklinikum Würzburg (UKW) zwei Mal jährlich herausgegebenes, kostenloses Gesundheitsmagazin. Inhaltlicher Schwerpunkt der kürzlich erschienenen Ausgabe 1/2025 ist die Altersmedizin. Anlass für diese Themenwahl war die Eröffnung des Zentrums für Altersmedizin (ZAM) des UKW im Januar 2025. Die Publikation schildert, wie sich das Krankenhaus der Maximalversorgung in Therapie, Versorgung und Forschung den spezifischen Bedürfnissen älterer Patientinnen und Patienten widmet.

Darüber hinaus liefert das 24-seitige Magazin weiteres Wissenswertes aus der Welt der Medizin, wie zum Beispiel: Wie kann man mit Riechtraining nach einem viralen Atemwegsinfekt die Geruchswahrnehmung wieder verbessern? Warum sollte man sich an der Würzburger Universitäts-Zahnklinik ruhig von Studierenden behandeln lassen? Kann die Angst vor Spinnen aus dem Gedächtnis gelöscht werden? Und wie profitieren Patientinnen und Patienten vom Apotheken-Neubau des UKW?

Das Magazin UNI.KLINIK ist online als PDF verfügbar und kann als Webreader-Version durchgeblättert werden in der Rubrik Magazine: 
www.ukw.de/medien-kontakt/presse/magazine/ 

Text: Pressestelle / UKW

Jubiläumsfeier: 15 Jahre Frauenselbsthilfe Krebs in Würzburg

Seit 15 Jahren gibt es eine Würzburger Regionalgruppe der Frauenselbsthilfe Krebs. Am Donnerstag, den 8. Mai 2025 lädt die Würzburger Universitäts-Frauenklinik deshalb alle Interessierten zu einer informativen und unterhaltsamen Jubiläumsfeier ein.

Leitungsteam: Beate Beyrich, Brigitte Keller und Friederike Hofmann
Das Leitungsteam der Würzburger Regionalgruppe Frauenselbsthilfe Krebs e.V. (von links): Beate Beyrich, Brigitte Keller und Friederike Hofmann. Bild: Klaus Hofmann

Würzburg. Am 30. Mai 2010 gründeten Beate Beyrich und Brigitte Keller eine Würzburger Regionalgruppe des Frauenselbsthilfe Krebs Bundesverbands e. V. Dieser ist eine der ältesten und größten Selbsthilfeorganisationen Deutschlands. Getragen von einem dichten Netzwerk an regionalen Gruppen steht die Initiative Krebspatientinnen und -patienten zur Seite – mit Unterstützung, Information und Gemeinschaft. So auch in Würzburg. „Die Frauenselbsthilfe Krebs zählt mit ihren Leistungen für Menschen mit Krebs – insbesondere mit Brustkrebs und gynäkologischen Krebserkrankungen – seit nunmehr 15 Jahren zu unseren essentiellen Partnern“, berichtet Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg, und fährt fort: „Wir erfahren quasi täglich, wie wichtig die Arbeit der Selbsthilfegruppe ist – sie fängt auf, begleitet und gibt Halt, wenn der Alltag mit oder nach der Erkrankung neu geordnet werden muss. Grund genug, dieses Jubiläum angemessen zu begehen!“ Deshalb organisieren sein Team und die Selbsthilfegruppe am Donnerstag, den 8. Mai 2025 gemeinsam eine informative und unterhaltsame Jubiläumsfeier. 

Rückblick und neuer Forschungsansatz

Die um 17:00 Uhr startende Veranstaltung im Großen Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik (Haus C15) an der Josef-Schneider-Straße richtet sich an Patientinnen und Patienten, Angehörige und alle sonstigen Interessierten. Dabei gibt das Leitungsteam der Selbsthilfegruppe einen Rückblick auf besonders bewegende Momente, erzielte Erfolge und wertvolle Begegnungen in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten. Darüber hinaus wird eine neue Studie vorgestellt, die das Problem der Fürsorgemüdigkeit bei in der Selbsthilfe Engagierten thematisiert. Untersucht werden soll, ob es durch die gezielte Förderung von Achtsamkeit und Selbstmitgefühl einfacher wird, für andere da zu sein, ohne sich selbst zu verlieren. Nach einem Grußwort von Sabine Horn, Präsidentin des ZONTA Clubs Würzburg Electra, leitet ein Auftritt des Improtheaters Kaktus zum geselligen Teil des Abends über. 

Für die Teilnahme an der kostenlosen Veranstaltung ist eine Anmeldung bis 1. Mai 2025 erforderlich bei Stephanie Latz-Lessing von der Würzburger Universitäts-Frauenklinik unter E-Mail: veranstaltungen_ufk@ukw.de oder Tel. 0931 201-25252.

Über die Würzburger Regionalgruppe Frauenselbsthilfe Krebs

Die Würzburger Regionalgruppe Frauenselbsthilfe Krebs .V. kommt einmal im Monat in der Umweltstation am Nigglweg zusammen. Zu den Treffen werden Referentinnen und Referenten zu verschiedenen relevanten Themen eingeladen. Zwischen diesen Terminen findet der Austausch per Telefon oder WhatsApp statt. 

Kontakt: Beate Beyrich, Tel. 0177 2727641, E-Mail: beate.e.beyrich@gmail.com und Brigitte Keller, E-Mail: keller-brigitte@gmx.net

 

Text: Pressestelle / UKW

Leitungsteam: Beate Beyrich, Brigitte Keller und Friederike Hofmann
Das Leitungsteam der Würzburger Regionalgruppe Frauenselbsthilfe Krebs e.V. (von links): Beate Beyrich, Brigitte Keller und Friederike Hofmann. Bild: Klaus Hofmann

Das Uniklinikum Würzburg informiert zu Prostatakrebs

Am Samstag, den 10. Mai 2025 lädt das DKG-zertifizierte Prostatakarzinomzentrum des Uniklinikums Würzburg zu seinem 7. Patienteninformationstag ein. Die kostenlose Veranstaltung bietet erneut einen umfassenden Überblick über Vorsorge, Diagnostik und Therapie bei der häufigsten Krebserkrankung des Mannes

Das Bild zeigt, wie markant ein Prostatakarzinom unter Zuhilfenahme des Tracers PSMA im PET-CT als gelb-rotes Objekt dargestellt wird. Quelle: UKW
Der 7. Patienteninformationstag des Prostatakarzinomzentrums des Uniklinikums Würzburg am 10. Mai 2025 beschäftigt sich mit Vorsorge, Diagnostik und Therapie. Das Bild zeigt, wie markant ein Prostatakarzinom unter Zuhilfenahme des Tracers PSMA im PET-CT als gelb-rotes Objekt dargestellt wird. Quelle: UKW

Würzburg. Das von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte Prostatakarzinomzentrum des Uniklinikums Würzburg (UKW) veranstaltet am 10. Mai 2025 zum siebten Mal seinen Prostatainformationstag. In Kooperation mit dem Comprehensive Cancer Center Mainfranken und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA wendet sich das kostenlose Kurzvortragsangebot an Patienten und alle sonstigen Interessierten. 
Dabei referieren Fachleute aus der Urologie, der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie, der Nuklearmedizin sowie der Strahlentherapie und Radioonkologie des UKW. Außerdem kommt die Selbsthilfe zu Wort. 

Gemeinsam geben sie zwischen 10:00 und etwa 14:15 Uhr einen laienverständlichen Überblick über die aktuellen Standards in der Vorsorge, Diagnostik und Behandlung der verbreiteten Tumorerkrankung. Unter anderem beantworten sie Fragen wie: Welche Informationen liefern mpMRT-Untersuchungen oder Fusionsbiopsien der Prostata? Robotergestützte Operation, Strahlentherapie oder Medikamente – was sind jeweils Vor- und Nachteile in der Behandlung von Prostatakrebs? Und was ist zu tun, wenn der Krebs bereits metastasiert hat oder Jahre nach der Erstbehandlung zurückkehrt? 
„Aus unserer Sicht ist bei Prostatakrebs eine ganzheitliche Betreuung der Patienten wichtig. Sicherstellen können wir diese durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Fachabteilungen in unserem Zentrum“, unterstreicht Prof. Dr. Hubert Kübler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am UKW. 

Zum Abschluss der Veranstaltung im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) an der Oberdürrbacher Straße haben die Zuhörerinnen und Zuhörer Gelegenheit, im direkten Gespräch mit den Spezialistinnen und Spezialisten persönliche Fragen zu diskutieren. 

Die Teilnahme am Patienteninfotag ist kostenlos. Das detaillierte Programm gibt es auf der Veranstaltungsseite der Urologie.

Text: Pressestelle UKW

Das Bild zeigt, wie markant ein Prostatakarzinom unter Zuhilfenahme des Tracers PSMA im PET-CT als gelb-rotes Objekt dargestellt wird. Quelle: UKW
Der 7. Patienteninformationstag des Prostatakarzinomzentrums des Uniklinikums Würzburg am 10. Mai 2025 beschäftigt sich mit Vorsorge, Diagnostik und Therapie. Das Bild zeigt, wie markant ein Prostatakarzinom unter Zuhilfenahme des Tracers PSMA im PET-CT als gelb-rotes Objekt dargestellt wird. Quelle: UKW

Jubiläumsfeier: 40 Jahre Transplantationsmedizin am Uniklinikum Würzburg

Ende 1984 wurde am Uniklinikum Würzburg die erste Niere transplantiert. Das Transplantationszentrum des Klinikums markiert das Jubiläum am Samstag, den 26. April 2025 mit einer Jubiläumsfeier. Dabei informieren Vorträge alle Interessierten über die Anfänge, die Entwicklungen und die Zukunft der Organtransplantation am unterfränkischen Krankenhaus der Maximalversorgung.

Bei der Jubiläumsfeier am Uniklinikum Würzburg referieren unter anderem (von links): Prof. Dr. Kai Lopau, Kommissarischer Leiter der Nephrologie, Dr. Anna Laura Herzog, Leiterin des Transplantationszentrums, Prof. Dr. Tim von Oertzen, Ärztlicher Direktor des UKW, und PD Dr. Johan Lock, Leiter der Hepatopankreatobiliären und Transplantationschirurgie. Bild: Silvia Gralla

Würzburg. Als am 2. Dezember 1984 die erste Niere transplantiert wurde, begann für das Uniklinikum Würzburg (UKW) ein neues Kapitel. Fast 1400 Nierentransplantationen folgten seitdem, außerdem Leber-, Herz- und Bauchspeicheldrüsen-Transplantationen. Das 40-jährige Jubiläum ist für das Transplantationszentrum des Großkrankenhauses ein willkommener Anlass, bei einer Jubiläumsfeier über die Geschichte und die Zukunft der Transplantationsmedizin zu informieren. Am Samstag, den 26. April 2025 sind Patientinnen und Patienten, Partnerinnen und Partner der Einrichtung sowie alle Interessierten in den Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des UKW an der Oberdürrbacher Straße zu einer Jubiläumsfeier eingeladen. Zwischen 9:30 und 12:30 Uhr erwarten sie für Laien verständliche Vorträge. Neben den strukturellen und medizinischen Entwicklungen kommen dabei auch der Organmangel und die Patientenperspektive zur Sprache. So wird Franziska Liebhardt, Transplantationspatientin, Paralympics-Siegerin und Vorsitzende der Kinderhilfe Organtransplantation, beschreiben, wie es sich anfühlt, auf ein Spenderorgan zu warten. 

Das detaillierte Programm gibt es unter  www.ukw.de/transplantationszentrum. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung bei Sandra Böttcher vom Nierentransplantationszentrum des UKW erforderlich unter E-Mail: ME_TXZentrum@ ukw.de oder Tel: 0931/20139305

Text: Pressestelle / UKW

Bei der Jubiläumsfeier am Uniklinikum Würzburg referieren unter anderem (von links): Prof. Dr. Kai Lopau, Kommissarischer Leiter der Nephrologie, Dr. Anna Laura Herzog, Leiterin des Transplantationszentrums, Prof. Dr. Tim von Oertzen, Ärztlicher Direktor des UKW, und PD Dr. Johan Lock, Leiter der Hepatopankreatobiliären und Transplantationschirurgie. Bild: Silvia Gralla

Universität Würzburg verleiht Professur an UKW-Vorstandsvorsitzenden Dr. Tim J. von Oertzen

Der Präsident der Universität Würzburg hat den Ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikums Würzburg (UKW), Dr. Tim von Oertzen, am 11. April zum außerplanmäßigen Professor bestellt. Prof. von Oertzen ist seit Oktober 2023 Vorstandsvorsitzender der Würzburger Uniklinik.

Prof. Dr. Tim J. von Oertzen ist seit Oktober 2023 Vorstandsvorsitzender der Würzburger Uniklinik. Foto: UKW / Thomas Berberich
Prof. Dr. Tim J. von Oertzen ist seit Oktober 2023 Vorstandsvorsitzender der Würzburger Uniklinik. Foto: UKW / Thomas Berberich

„Über diese Bestellung freue ich mich persönlich sehr. Zudem gilt es natürlich, den erfolgreichen Kurs der Würzburger Universitätsmedizin gemeinsam fortzusetzen. Das erreichen wir durch Weiterentwicklung unseres Versorgungangebots ausgerichtet am Fortschritt in Forschung und Lehre“, betont Prof. von Oertzen. Das Ziel bleibe es, die Strukturen und Prozesse am UKW auch zukünftig so zu gestalten, dass für die Patientinnen und Patienten die höchste medizinische Qualität angeboten werden kann.

Der Neurologe war nach seinem Medizinstudium und seiner Promotion an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn zunächst am Bonner Universitätsklinikum tätig, ab 2000 als Facharzt für Neurologie und wo er 2014 habilitierte.

Von 2004 bis 2012 wirkte er am St. George‘s Hospital und an der St. George’s University in London. Ab 2012 war er Vorstand der Klinik für Neurologie 1 am Kepler Universitätsklinikum Linz, ab 2021 auch Vorstand der zweiten neurologischen Klinik. Vor seinem Wechsel nach Würzburg war er erster stellvertretender Ärztlicher Direktor des Kepler Universitätsklinikums Linz, dem zweitgrößten Krankenhaus Österreichs. 

Mit der außerplanmäßigen Professur ist auch die Umhabilitation und Lehrberechtigung für Neurologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg verbunden.

Prof. Dr. Tim J. von Oertzen ist seit Oktober 2023 Vorstandsvorsitzender der Würzburger Uniklinik. Foto: UKW / Thomas Berberich
Prof. Dr. Tim J. von Oertzen ist seit Oktober 2023 Vorstandsvorsitzender der Würzburger Uniklinik. Foto: UKW / Thomas Berberich

Mit LION-1 startet erste NCT WERA-Brückenstudie

ROR1-spezifische CAR-T-Zellen gehen erstmals in klinische Prüfung bei Blutkrebs und soliden Tumoren

Gruppenbild des Studienteams im Flur des Zentrums für Innere Medizin  - Querformat
Das LION-1-Studienteam in Würzburg steht bereit. Ganz rechts die federführende Prüfärztin Prof. Dr. Sophia Danhof, daneben Projektleiter Prof. Dr. Michael Hudecek und Studienleiter Prof. Dr. Hermann Einsele © Kirstin Linkamp / UKW
Gruppenbild des Würzburger Studienteams auf der Treppe des Zentrums für Innere Medizin - Hochformat
Studienleiter Prof. Dr. Hermann Einsele (Mitte vorn in weißem Kittel) delegierte nach der Projektinitiierung inklusive Schulung am 8. April 2025 am UKW mit seiner abschließenden Unterschrift die Durchführung der Studie an das Studienteam des an die Early Clinical Trial Unit (ECTU) angegliederten NCT Clinical Trial Centers. © Kirstin Linkamp / UKW

Würzburg. Die Entwicklung innovativer Immuntherapien ist eines der Ziele des NCT WERA, das seit 2023 Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) ist – eine langfristig angelegte Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), exzellenten Partnern in der Universitätsmedizin und weiteren herausragenden Forschungspartnern an verschiedenen Standorten in Deutschland.

Jetzt hat das NCT WERA einen wichtigen Meilenstein erreicht. Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) die Studie LION-1 gestartet. In dieser Phase I-NCT-Brückenstudie wird die Sicherheit und Verträglichkeit von autologen ROR1-CAR-T-Zellen bei Patientinnen und Patienten mit ROR1-positiven Tumoren untersucht.

ROR1 als Angriffspunkt bei hämatologischen und soliden Tumoren

ROR1 ist ein Oberflächenmolekül, das sowohl auf Krebszellen hämatologischer Erkrankungen als auch auf soliden Tumoren vorkommt. Damit die Immunzellen die Krebszellen besser erkennen und zerstören können, werden bei der CAR-T-Zelltherapie den Patientinnen und Patienten T-Zellen entnommen, im Labor mit einem spezifischen Sensor, dem so genannten chimären Antigenrezeptor (CAR), ausgestattet und zurücktransfundiert. Bei Blutkrebsarten wie Leukämie und Lymphknotenkrebs hat sich das Zielmolekül CD19 als wirksamer Angriffspunkt etabliert, während der Marker BCMA auf den bösartigen Knochenmarkszellen des Multiplen Myeloms zu finden ist. Das Protein ROR1 hingegen gehört zu den Cross-Entity-Targets. Das bedeutet, dass man mit einem Zellprodukt mehrere Tumore adressieren kann. Deshalb gibt es in der LION-1-Studie auch zwei Kohorten. Die neuartigen ROR1-CAR-T-Zellen werden in einer Kohorte mit Patientinnen und Patienten mit Mantelzelllymphom und chronischer lymphatischer Leukämie sowie in einer Kohorte mit Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs), triple-negativem Mammakarzinom (Brustkrebs) und adrenokortikalem Karzinom (Nebennierenrindenkrebs) untersucht.

Studienleiter der LION-1-Studie ist Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II am UKW und Sprecher des NCT WERA. Projektleiter ist Prof. Dr. Michael Hudecek, Inhaber des Lehrstuhls für Zelluläre Immuntherapie am UKW, und als federführende Prüfärztin fungiert Prof. Dr. Sophia Danhof, die am neu geschaffenen NCT Clinical Trial Center die zellulären Immuntherapien verantwortet.

In Würzburg liefen auch die Vorarbeiten. Michael Hudecek und seinem Forschungsteam gelang es, einen ROR1-spezifischen CAR zu konstruieren und dessen antitumorale Wirksamkeit bei hämatologischen Erkrankungen in vitro und in vivo nachzuweisen. Den effektiven Einsatz von ROR1-CAR-T-Zellen gegen solide Tumoren veranschaulichte die Würzburger Forschungsgruppe unter anderem in einem fortschrittlichen mikrophysiologischen 3D Tumor-on-Chip Modell.

Die ROR1-CAR-T-Zellen werden mit einem modernen Verfahren hergestellt, das ohne virale Genfähren auskommt, die für die Herstellung anderer CAR-T-Zell-Produkte noch notwendig sind. Diese virusfreien ROR1-CAR-T-Zellen gehen nun erstmals in die klinische Prüfung. Das heißt: ROR1 wird zum ersten Mal an einer kleinen Gruppe von Patientinnen und Patienten getestet.

Rekrutierung im NCT Clinical Trial Center am UKW gestartet

Nach der Projektinitiierung inklusive Schulung des Studienteams in Würzburg delegierte Hermann Einsele als so genannter Principal Investigator (PI) am 8. April mit seiner abschließenden Unterschrift die Durchführung der Studie an das Studienteam des an die Early Clinical Trial Unit (ECTU) angegliederten NCT Clinical Trial Centers. Mit dem ersten Patientengespräch in der Endokrinologie ging es tags darauf direkt an die Rekrutierung. Ein Patient mit einem Nebennierenkarzinom kommt für die weltweit erste Anwendung von ROR1-CAR-T-Zellen in Frage. Nach den ersten so genannten Sentinel-Teilnehmern für die Dosis-Eskalation werden in den nächsten Schritten die NCT-Standorte Berlin und Köln im Rahmen von LION-1 rekrutieren. Die Standorte Erlangen, Regensburg und Augsburg weisen ihre Patientinnen und Patienten innerhalb der WERA-Allianz Würzburg zu.

Meilenstein für das NCT, für WERA und für Würzburg

„Mit unserer Studie wollen wir auch die Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum erreichen“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II und Sprecher des NCT WERA. Neben der Translation von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in klinische Studien ist die Versorgung in ländlichen Regionen ein weiterer wichtiger Forschungsschwerpunkt des NCT WERA. „Die ROR1-CAR-T-Zelltherapie hat das Potenzial eine neue erfolgsversprechende Therapie für Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Tumorerkrankungen zu werden.“ Sophia Danhof fügt hinzu: „Das Interesse seitens unserer Patientinnen und Patienten ist enorm.“

„Der Start unserer LION-1-Studie ist ein Meilenstein für das NCT, für WERA und vor allem für Würzburg“, freut sich Michael Hudecek. Der Mediziner und Wissenschaftler ist Mitgründer des UKW Biotech Spin-offs T-CURX, das die Technologie zur Herstellung nicht-viraler CAR-T kontinuierlich weiterentwickelt und im Falle positiver Daten aus der klinischen Studie als Partner für die weitere klinische Entwicklung bis hin zur späteren Zulassung bereitsteht.

Virusfreier Gentransfer erhöht Sicherheit und Skalierbarkeit und erleichtert Zugang

Die Entwicklung der virusfreien Genfähren zur Produktion der ROR1-CAR-T-Zellen wurde von der ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert. Hergestellt werden die ROR1-CAR-T-Zellen unter GMP-Bedingungen am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig.

Durch den virusfreien Gentransfer bei der Herstellung der ROR1-CAR-T-Zellen wird die Sicherheit und Skalierbarkeit der CAR-T-Zell-Produkte im Vergleich zu herkömmlichen viralen Vektoren deutlich erhöht, was den Zugang zu dieser innovativen Therapieoption erleichtert. Und das entspricht einem wichtigen Ziel des NCT: Innovationen in der Krebsforschung in Deutschland zielgerichtet und schnell in Studien überführen, um Krebs nach neuestem Stand der Forschung erfolgreich zu diagnostizieren und bei hoher Lebensqualität zu behandeln.


Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)
Das NCT ist eine langfristig angelegte Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), exzellenten Partnern in der Universitätsmedizin und weiteren herausragenden Forschungspartnern an verschiedenen Standorten in Deutschland: Berlin, Dresden, Heidelberg, SüdWest (Tübingen-Stuttgart/Ulm), WERA (Würzburg mit den Partnern Erlangen, Regensburg und Augsburg) und West (Essen/Köln). Der NCT Ausbau im Jahr 2023 von den ursprünglich zwei Standorten Heidelberg und Dresden auf sechs Standorte wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs angetrieben und durch die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen unterstützt. Ziel des NCT ist, Innovationen in der Krebsforschung in Deutschland zielgerichtet und schnell in Studien zu überführen, um Krebs nach neuestem Stand der Forschung erfolgreich zu diagnostizieren und unter Beibehaltung einer hohen Lebensqualität zu behandeln. Patientinnen und Patienten sind dabei Forschungspartner auf Augenhöhe.

Text: KL / Wissenschaftskommunikation

Gruppenbild des Studienteams im Flur des Zentrums für Innere Medizin  - Querformat
Das LION-1-Studienteam in Würzburg steht bereit. Ganz rechts die federführende Prüfärztin Prof. Dr. Sophia Danhof, daneben Projektleiter Prof. Dr. Michael Hudecek und Studienleiter Prof. Dr. Hermann Einsele © Kirstin Linkamp / UKW
Gruppenbild des Würzburger Studienteams auf der Treppe des Zentrums für Innere Medizin - Hochformat
Studienleiter Prof. Dr. Hermann Einsele (Mitte vorn in weißem Kittel) delegierte nach der Projektinitiierung inklusive Schulung am 8. April 2025 am UKW mit seiner abschließenden Unterschrift die Durchführung der Studie an das Studienteam des an die Early Clinical Trial Unit (ECTU) angegliederten NCT Clinical Trial Centers. © Kirstin Linkamp / UKW