Aktuelle Pressemitteilungen

Erstes Treffen des BZKF-Studienteams zur HCC Studie HOMIE-166

Erlangen, 30.11.2022 Am 24.11.2022 fand das erste Investigatoren-Treffen für die Hepatocellular Carcinoma (HCC) Studie HOMIE-166 in München statt.

Die Studie für neuartige Behandlungsmethoden von Lebertumoren wird ab dem Frühjahr 2023 an den sechs bayerischen Universitätsklinika unter dem Dach des Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) und in Zusammenarbeit mit der Firma Terumo Europe durchgeführt.

Die HOMIE-166-Studie ist eine multizentrische Phase II-Studie zur selektiven intraarteriellen Radioembolisation von inoperablem primärem Leberkrebs („hepatozelluläres Karzinom“, HCC). Dieses Karzinom zählt weltweit zu den häufigsten Krebsarten und ist in der Regel mit einer Lebererkrankung wie Zirrhose, Leberverfettung oder einer Viruserkrankung (insbesondere Hepatitis B und C) assoziiert. Die Studie untersucht den Einsatz des radioaktiven Isotops Holmium-166 als Ersatz für das etablierte Yttrium-90 in der Behandlung des hepatozellulären Karzinoms.

Prof. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF eröffnete das Investigatoren-Treffen und erklärte: „Die HCC-Studie HOMIE-166 steht beispielhaft für die Ziele des BZKF: Verbesserter Zugang für Patientinnen und Patienten in Bayern zu innovativen Tumortherapien, Gestaltung eines gemeinsamen, bayernweiten BZKF-Studienportfolios sowie Harmonisierung und Verbesserung der Voraussetzung für klinische Frühe-Phase Studien.“

Das primäre Studienziel ist die Bewertung der neuartigen Behandlungstechnik. Die parallel stattfindende Akquisition klinischer Daten von Blut und Tumorgewebe, wie spezifische Diagnose- und Therapiedaten, in den hochspezialisierten teilnehmenden Zentren des BZKF erlaubt Grundlagenforschung in einer völlig neuen Dimension. Das Treffen der Studienorganisatoren am LMU Klinikum München diente der detaillierten finalen Absprache aller Studienbelange wie des Prüfplans, des Studienablaufs, der Patientenrekrutierung und künftiger Grundlagenforschung. Das angestrebte Open Source Konzept für Konsortialteilnehmer, mit Zugang zum voll-ständigen Datensatz der Studie, hat sich bereits bei der internationalen, themenverwandten SORAMIC-Studie der LMU-Arbeitsgruppe mit zahlreichen Publikationen mit einer Vielzahl der beteiligten Zentren bewährt.

„HOMIE-166 ermöglicht die Bereitstellung einer weiterentwickelten, hochinnovativen Form selektiver intraarterieller Radioembolisation für Studienpatientinnen und Studienpatienten in ganz Bayern. Das Open Source Konzept für die gewonnenen Daten wird die Grundlagenforschung zu primärem Leberkrebs in den bayerischen Universitätsklinika nachhaltig fördern“, so Prof. Jens Ricke, Direktor der Klinik und Poliklinik für Radiologie am LMU Klinikum München und Mitglied der BZKF-Studiengruppe Leberkarzinom.

Das BZKF gewinnt eine hochkomplexe Studie nach Vorgaben des Medizinproduktegesetzes für das Portfolio der sechs bayerischen Universitätsklinika und wird zusammen mit den radiologischen Zentren, der Nuklearmedizin und den HCC-behandelnden Internisten des BZKF die Interessen und Formalien für eine erfolgreiche Studiendurchführung bündeln.


Kontakt – Studienkoordination
Frau Dr. Marlen Thiere
Telefon: 09131 / 85 47074
E-Mail: studien@ bzkf.de 


Pressemitteilung des Bayrischen Zentrums für Krebsforschung vom 30.11.2022

Würzburger Trauma-Ambulanz wird fortgeführt und im August 2023 an der Uniklinik angesiedelt

Universität Würzburg und UKW: „Langfristiger Betrieb des Versorgungsangebotes gesichert“

Würzburg. Die Trauma-Ambulanz Würzburg wird zum August 2023 bei der Uniklinik Würzburg (UKW) angesiedelt und dort weiter betrieben. Bis Ende Juli 2023 wird die Einrichtung in der jetzigen Form von der Universität Würzburg am Standort in der Innenstadt fortgeführt. Damit stellen Universität und Uniklinik den langfristigen Betrieb dieses Versorgungsangebotes sicher.

Universitätspräsident Prof. Dr. Paul Pauli: „Universität und Universitätsklinikum haben eine sehr gute Lösung gefunden, um die Trauma-Ambulanz mit ihrem Versorgungsangebot zu erhalten. Der Weiterbetrieb erfolgt zunächst bis Mitte 2023 am jetzigen Standort am Pleicherwall in den Räumen der Universität und danach an der Universitätsklinik. Damit ist eine unterbrechungsfreie Versorgung der Menschen möglich, die in der Trauma-Ambulanz Hilfe suchen. Davon unabhängig geht der Betrieb der Hochschulambulanz für Psychotherapie der Universität in der Markusstraße kontinuierlich weiter.“ 

„Für die Patientinnen und Patienten der Trauma-Ambulanz ist damit Kontinuität sichergestellt. Das Team der Trauma-Ambulanz wird ab dem 1. August seine Aufgaben in der Erwachsenenpsychiatrie des UKW am Margarete-Höppel-Platz wahrnehmen. Bis dahin können wir die vertraglichen Regelungen abschließen und auch die nötigen baulichen Maßnahmen umsetzen. Damit bleibt das Versorgungsangebot für Menschen aus Würzburg und der Region erhalten und ist auch zukünftig eng in die Versorgungsstrukturen der Universitätsmedizin Würzburg eingebunden“, so Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor der Uniklinik Würzburg.

Uniklinik und Universität betonen zudem: Diese Überführung der Trauma-Ambulanz an die Uniklinik erfolgt vor dem Hintergrund organisatorischer Änderung, die nun im Sommer 2023 greifen. Hier wurde eine Lösung gefunden, die auch eine langfristige Versorgungssicherheit für die betroffenen Patientinnen und Patienten bietet. Die von dritter Seite angeführten Spekulationen über finanzielle Gründe für diese Umstrukturierung haben leider bei Patientinnen und Patienten zu Irritationen geführt. Mit der jetzigen Lösung können diese hoffentlich ausgeräumt werden.

Konkrete Details zum Umzug im Sommer 2023 und zu den Kontaktmöglichkeiten werden rechtzeitig durch die Uniklinik mitgeteilt, bis Ende Juli ist die Trauma-Ambulanz über die bisherigen Kontaktmöglichkeiten erreichbar.

Hintergrund:

Seit September 2021 bietet die Trauma-Ambulanz akut-traumatisierten Patientinnen und Patienten, etwa durch Gewalttaten, zeitnah einen Termin für ein Erstgespräch an und berät bezüglich einer weiterführenden traumaspezifischen Therapie. 

 

Gemeinsame Pressemitteilung des Universitätsklinikums Würzburg und der Julius-Maximilian-Universität Würzburg vom 2. Dezember 2022

Das Uniklinikum Würzburg sucht neue Grüne

Das Uniklinikum Würzburg sucht für seinen ehrenamtlichen Patientenbesuchsdienst „Grüne Damen und Herren“ weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Würzburg. Die Grünen Damen und Herren des Uniklinikums Würzburg (UKW) freuen sich über zusätzliche Unterstützerinnen und Unterstützer. Gesucht werden Menschen, die einfühlsam und kontaktfreudig sind, Verständnis für die Not anderer mitbringen sowie verschwiegen und verlässlich sind.
Die Grünen Damen und Herren arbeiten ehrenamtlich und konfessionell ungebunden. Sie besuchen seit dem Jahr 1988 am Klinikum kranke und hilfsbedürftige oder einsame Menschen, um ein bisschen Freude in deren Krankenhausaufenthalt zu bringen. Benannt sind sie nach den grünen Kitteln, die sie bei ihrer Tätigkeit am UKW tragen.
Neuzugänge des Patientenbegleitdienstes werden qualifiziert eingearbeitet. Interessierte kontaktieren den Gruppenleiter Albert Fischer unter Tel: 09367-984931 oder E-Mail: albertfischer08@ gmail.com 


Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) hat rund 20 Klinikbetten und Krankenliegen für einen Hilfstransport in die Ukraine gespendet. Die Betten und Liegen wurden am UKW ausgemustert, sind aber noch voll funktionsfähig. Organisiert hat die Spende Anja Baier, sie ist selbst Krankenschwester im Intensivbereich der Würzburger Uniklinik und engagiert in der Ukraine-Hilfe Karlstadt: „Damit können wir nun unseren 40sten Hilfstransport in die Ukraine auf den Weg bringen. Der Bedarf an Hilfsgütern ist weiter groß.“  Geplant ist, dass der Transport in die Region um die Städte Cherson und Mykolajiw fährt.

Neuer Sonderforschungsbereich für die JMU

In Würzburg geht ein neuer Sonderforschungsbereich an den Start. Er befasst sich mit kritischen Entscheidungsprozessen, die den klinischen Verlauf von Infektionskrankheiten bestimmen.

Immer mehr Krankheitserreger werden unempfindlich gegen antimikrobielle Wirkstoffe wie Antibiotika. Daher müssen ständig neue Wirkstoffe entwickelt werden. Es scheint so, als könne die Menschheit das „Wettrüsten“ gegen die Erreger bald verlieren.

„Die Strategie, ausschließlich die Erreger direkt anzugreifen, wird langfristig nicht ausreichen“, sagt Professor Thomas Rudel, Leiter des Lehrstuhls für Mikrobiologie im Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU).

Was zu ändern ist: Die Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern und dem Gewebe und Immunsystem des Menschen müssen besser analysiert werden, so Rudel. Bisher kaum auf breiter Ebene erforscht, aber von großer Bedeutung seien hier bestimmte zentrale Entscheidungsprozesse, die den klinischen Verlauf einer Infektion bestimmen. Das ist zum Beispiel die Frage, ob sich nach einem Erregerkontakt eine aktive Infektion entwickelt oder ob aus einer lokal begrenzten Infektion eine systemische Erkrankung wird. Von Bedeutung ist auch die Frage, ob Erreger, die sich aktiv vermehren, in ein Stadium der Persistenz oder Chronifizierung übergehen.

Viele verschiedene Erreger im Blick

Genau diese Entscheidungsprozesse sollen im neuen Würzburger Sonderforschungsbereich (SFB) „Decisions in Infectious Diseases“, kurz DECIDE, untersucht werden. Das Besondere: Der SFB konzentriert sich nicht auf einen einzelnen Erreger, sondern kombiniert Arbeiten zu verschiedenen Bakterien, Viren und Pilzen, die Infektionen des Menschen verursachen.

„Die Vielfalt an wichtigen Erregern, die am Standort Würzburg erforscht werden, ist fast einzigartig – das war eine wichtige Voraussetzung für unseren Erfolg“, so SFB-Sprecher Thomas Rudel. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat die Einrichtung des SFB am 25. November 2022 bekannt gegeben; sie fördert ihn in den kommenden vier Jahren mit 13 Millionen Euro. Offizieller Start des SFB ist im Januar 2023.

Das Geld wird auch für die Finanzierung von Personal eingesetzt; unter anderem sieht der SFB zahlreiche Stellen für Promovierende und Postdocs vor. „Wir freuen uns sehr, dass wir so auch viele Nachwuchstalente in die Spitzenforschung einbinden können“, so Thomas Rudel.

Führend in Infektionsbiologie und Immunologie

DECIDE vereint Forschungsteams von der JMU, vom Universitätsklinikum Würzburg und vom Helmholtz-Zentrum für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg, vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, von der Technischen Universität Berlin und der Universität Münster.

Alle Teams sind führend in Infektionsbiologie und Immunologie. Auf beiden Gebieten haben die JMU und das Universitätsklinikum jahrzehntelange Expertise. In den vergangenen Jahren wurde dieses Profil weiter geschärft, unter anderem durch die Ansiedlung des HIRI sowie der Max-Planck-Forschungsgruppen für Systemimmunologie auf dem Würzburger Medizincampus.


Kontakt

Prof. Dr. Thomas Rudel
Biozentrum der Universität Würzburg
T +49 931 31-84401 
thomas.rudel@ uni-wuerzburg.de 


Webseite des SFB DECIDE (www.crc-decide.de)


Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) vom 25. November 2022

Tag der Hochschulmedizin macht Reformbedarf des Krankenhaussystems sichtbar

Zum zweiten Mal veranstaltete die Deutsche Hochschulmedizin den „TAG DERHOCHSCHULMEDIZIN“ in Berlin und diskutierte mit Gästen aus Gesundheitswesen, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft über die bevorstehende Krankenhausreform, digitale Gesundheitsdaten und den Fachkräftemangel.

Berlin, 24.11.22

Vor mehr als 200 Gästen im Berliner Langenbeck‐Virchow‐Haus lobte Professor Dr. Edgar Franke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit, die herausragende Bedeutung der Universitätsmedizin in seiner Einführungsrede: „In der Corona‐Pandemie hat sich die Universitätsmedizin noch einmal klar als Leistungsträger des Gesundheitssystems und Zentrum für Innovationen hervorgetan. Was sie leistet, geht über die Verbindung von Versorgung, Forschung und Lehre hinaus. Denn es wurden auch Koordinierungsaufgaben in den Regionen übernommen, Entscheidungsträger und Behörden beraten. Zugleich wurde in der Universitätsmedizin an Therapieoptionen geforscht. Damit hat die Universitätsmedizin einen Beitrag zur Bewältigung der Krise geleistet. Es ist also kein Zufall, dass der Koalitionsvertrag die Universitätsklinika als höchste Versorgungsstufe in einem gestuften Krankenhaussystem vorsieht. Ich bin optimistisch, dass die Regierungskommission dies in ihrer Empfehlung für die Krankenhausreform berücksichtigen wird.“

Der Reformbedarf der Krankenhausversorgung und die Rolle der Universitätsklinika darin waren anschließend Themen der Diskussionsrunde von Vertreter:innen von Krankenkassen, Krankenhäusern und Ärzt:innen‐Vertretung. Nach einer Keynote zum Thema von Professor Alexander Geissler von der School of Medicine der Universität St. Gallen startete die Diskussion unter dem Motto „Spitzenversorgung für alle“. Schnell herrschte Einigkeit über den generellen Reformbedarf der Krankenhauslandschaft und darüber, dass die Leistungsfähigkeit der Universitätsklinika dem gesamten System dienen kann. „Wir versprechen uns von der anstehenden Krankenhausreform, dass sie die Universitätsklinika als Kraftzentren in ihrer Koordinierungsrolle stärkt und so die Versorgungslandschaft insgesamt verbessert wird. Denn Universitätsklinika stehen für Innovationen in der Versorgung und stellen ihre Expertise anderen zur Verfügung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für das gesamte Versorgungssystem. Diese Rolle muss nun stärker in der Krankenhausplanung und auch in der künftigen Finanzierung verankert werden“, sagte Professor Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands (VUD).

Der nächste Themenblock ging der Frage nach, wie die Potenziale der medizinischen Gesundheitsdaten im Gesundheitswesen besser genutzt werden können und wo mögliche Hürden bestehen. In seiner Keynote zum Thema plädierte Christoph Bornschein, CEO der digitalen Beratungsagentur TLGG GmbH, dafür, eine „Governance‐Reform“ für bereits nutzbare Daten zu finden. Der Stellenwert einer perspektivisch funktionierenden elektronischen Patientenakte für die Forschung sowie Learnings aus der Pandemie wurden ebenfalls diskutiert.

Der Preis der Deutschen Hochschulmedizin für herausragende Teamleistungen in der universitätsmedizinischen Forschung wurde am TAG DER HOCHSCHULMEDIZIN feierlich verliehen. Die Preisträger:innen konnten die Jury durch die Aktualität und Relevanz ihrer Forschung für die Patientenversorgung überzeugen. „Dem deutschlandweit vernetzten Team um Professor Andreas Greinacher ist es in kürzester Zeit gelungen, Wege der Diagnose, Therapie und auch der Prävention für Thrombosen, die durch Impfungen mit bestimmten, virusbasierten Impfstoffen ausgelöst wurden, zu finden. Das Forschungsvorhaben unter dem Titel „Vakzininduzierte immunthrombotische Thrombozytopenie“ hat eine große Bedeutung für die betroffenen Patientinnen und Patienten und gleichzeitig eine besondere gesellschaftspolitische Relevanz. Die Akzeptanz von Schutzimpfungen ist leider keine Selbstverständlichkeit. Das Forschungsvorhaben, das wir heute auszeichnen, hat zu dieser Akzeptanz einen wichtigen Beitrag geleistet“, führte Professor Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT), aus.

Im letzten Themenblock ging es um die Aufgabenverteilung in der Versorgung im Angesicht des Fachkräftemangels. Frau Dr. Natalie Lotzmann, Global Vice President HR bei SAP, gab einen Input zum Thema. Sie beschrieb, welche Methoden und Maßnahmen ein großer internationaler Arbeitgeber wie SAP anwendet, um mit dem Fachkräftemangel umzugehen und was Universitätsklinika und Krankenhäuser daraus lernen können.
Anschließend diskutierten Vertreter aus Pflegeleitung, Studentenvertretung und Medizinischen Fakultäten darüber, welche Erwartungshaltungen der medizinische Nachwuchs heutzutage hat und wie Arbeitgeber dem gerecht werden könnten.

Im Resümee der Veranstaltung machten Prof. Frosch und Prof. Scholz deutlich, dass alle Themen der Veranstaltung eng miteinander verbunden sind. Eine Krankenhausreform ist vor allem aufgrund des demografischen Wandels und dem sich dadurch noch verschärfenden Fachkräftemangel unumgänglich. Ohne eine entsprechende Digitalisierung des Gesundheitswesens werden aber alle Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels nicht ausreichen. Und ohne eine Verbesserung des digitalen Austauschs von Forschungsdaten droht die deutsche medizinische Forschung international den Anschluss zu verlieren.


Eine Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie unter:
https://www.deutsche‐hochschulmedizin.de/ 

Fotos zur Veranstaltung finden Sie unter:
https://protect-de.mimecast.com/s/PU_cCBrVmPs7LnLizt6t8?domain=picdrop.com 


Kontakt:
Deutsche Hochschulmedizin e.V.
Presse‐ und Öffentlichkeitsarbeit
Stephanie Strehl‐Dohmen
Alt‐Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 3940517‐25 
E‐Mail: strehldohmen@ uniklinika.de 
www.deutsche‐hochschulmedizin.de 

Pressemitteilung aus der deutschen Hochschulmedizin e.V. vom 24.11.2022

Würzburger Krebs- und Stammzellforscher erhält wichtige Stimme in internationaler Fachgesellschaft

Dr. Kai Kretzschmar, Gruppenleiter am Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum für Krebsforschung der Universitätsmedizin Würzburg, wurde als einziges Mitglied einer europäischen Forschungseinrichtung von der Internationalen Gesellschaft für Stammzellforschung (ISSCR) in den Nachwuchsredaktionsausschuss des Fachjournals Stem Cell Reports gewählt.

Das Bild zeigt Kai Kretzschmar, Gruppenleiter am Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum für Krebsforschung der Universitätsmedizin Würzburg, im Labor
Der Würzburger Krebs- und Stammzellforscher Dr. Kai Kretzschmar wurde wurde als einziges Mitglied einer europäischen Forschungseinrichtung von der Internationalen Gesellschaft für Stammzellforschung (ISSCR) in den Nachwuchsredaktionsausschuss des Fachjournals Stem Cell Reports gewählt. © Angela Riedel / UKW

Dem Krebs- und Stammzellforscher Dr. Kai Kretzschmar wurde gerade eine große Ehre zuteil. Der Juniorgruppenleiter am Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum für Krebsforschung (MSNZ) des Uniklinikums Würzburgs und der Universität Würzburg wird in den kommenden zwei Jahren dem ersten Nachwuchsredaktionsausschuss des Fachjournals Stem Cell Reports angehören. Stem Cell Reports ist das Fachjournal der Internationalen Gesellschaft für Stammzellforschung (ISSCR).

Die ISSCR hat insgesamt zehn herausragende Nachwuchswissenschaftler als Mitglieder des neuen Redaktionsausschusses von Stem Cell Reports ausgewählt. Kai Kretzschmar ist von ihnen das einzige Mitglied einer europäischen Forschungseinrichtung. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus den USA (4), Australien (2), China (1), Israel (1) und Kanada (1) wird der 37-jährige Zellbiologe in den kommenden zwei Jahren mit den Mitherausgebern des frei zugänglichen Online-Journals zusammenarbeiten, an der jährlichen Sitzung des Redaktionsausschusses im Rahmen der ISSCR-Jahrestagung teilnehmen, über Inhalte und das Programm des Journals beraten sowie als Botschafter die Reichweite von Stem Cell Reports erweitern. Die ISSCR, die die größte globale, interdisziplinäre und wissenschaftliche Fachgesellschaft ist, die sich der Stammzellenforschung und ihrer Übertragung in die Klinik verschrieben hat, wählte die Mitglieder des Nachwuchsredaktionsausschusses durch ein wettbewerbsorientiertes Bewerbungsverfahren auf der Grundlage von Leistung und Vielfalt aus.

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und die Zusammenarbeit mit anderen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus der Stammzellforschung“, kommentiert Kai Kretzschmar. Der gebürtige Berliner studierte Biologie in Frankfurt am Main und promovierte in Genetik an der Universität von Cambridge. Bis zu seinem Umzug in die Universitätsstadt Würzburg im Jahr 2020 arbeitete er als Postdoc am Hubrecht-Institut in Utrecht in den Niederlanden. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den zellbiologischen Grundlagen von Kopf-Hals-Krebserkrankungen und der Rolle von Epithelstammzellen bei der Gewebserneuerung und im Krebs. Anfang 2022 erhielt er einen prestigeträchtigen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC), um die Vielfalt der oralen Plattenepithelkarzinome, die häufigste bösartige Tumorerkrankung in der Mundhöhle, zu untersuchen.

„Die Wahl der ISSCR unterstreicht die internationale Sichtbarkeit Kai Kretzschmars auf dem Gebiet der Stammzellforschung und ist ein toller Erfolg für ihn, aber auch für das MSNZ-Programm der Deutschen Krebshilfe, das sich die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Onkologie auf die Fahnen geschrieben hat“, bemerkt Dr. Martin Czolbe, wissenschaftlicher Koordinator des MSNZ.

Das Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum (MSNZ) für Krebsforschung Würzburg

Das Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum für Krebsforschung ist eine gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Es wurde im Juli 2018 durch eine Förderung der Deutschen Krebshilfe in Höhe von zehn Millionen Euro initiiert. Weitere Informationen finden Sie hier. 

Kai Kretzschmar leitet am MSNZ eine Juniorgruppe und erforscht mit seinem Team die Wechselwirkungen von Stamm- und Tumorzellen und ihrer Mikroumgebung. Details zur Forschung der Kretzschmar-Gruppe finden Sie hier.

Die Internationale Gesellschaft für Stammzellforschung (ISSCR)

Die Internationale Gesellschaft für Stammzellforschung ist die größte globale, interdisziplinäre und wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich der Stammzellenforschung und ihrer Übertragung in die Klinik verschrieben hat. Sie hat 4.500 Mitgliedern aus mehr als 70 Ländern. Ihre Mission Förderung von Exzellenz in der Stammzellwissenschaft und Anwendungen für die menschliche Gesundheit. Weitere Informationen finden Sie unter www.isscr.org.

Stem Cell Reports ist ein frei zugängliches Online-Journal. Es veröffentlicht Studienergebnisse über Stammzellen aus der Grundlagenforschung sowie der translationalen Medizin und klinischen Forschung nach dem erfolgreichen Abschluss eines Peer-Review-Verfahrens, dem Begutachten durch Expertinnen und Experten. 

Das Bild zeigt Kai Kretzschmar, Gruppenleiter am Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum für Krebsforschung der Universitätsmedizin Würzburg, im Labor
Der Würzburger Krebs- und Stammzellforscher Dr. Kai Kretzschmar wurde wurde als einziges Mitglied einer europäischen Forschungseinrichtung von der Internationalen Gesellschaft für Stammzellforschung (ISSCR) in den Nachwuchsredaktionsausschuss des Fachjournals Stem Cell Reports gewählt. © Angela Riedel / UKW