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Bundesweiter Blutspende-Wettbewerb: Würzburger Medizinstudierende auf Platz 1

Im Juni dieses Jahres waren beim Wettbewerb „Medisspendenblut“ die Medizinischen Fakultäten der deutschen Uni-Städte aufgerufen, möglichst viele Blutspender/innen zu stellen. Die Würzburger Medizinstudierenden zeigten dabei das größte Engagement und erzielten den ersten Platz.

 

„Während der Corona-Krise war die Blutspendebereitschaft in Deutschland im Keller. Gerade in dieser Situation sollten Medizinstudierende eine Vorbildrolle einnehmen. Außerdem sollten sie als zukünftige Ärztinnen und Ärzte möglichst auch persönliche Erfahrungen mit der Blutspende haben und für das Thema sensibel sein“, meint Leonard Richter. Deshalb initiierte der Marburger Medizinstudent – praktisch im Alleingang – in diesem Frühjahr erstmals den Wettbewerb „Medisspendenblut“. Dabei forderte er alle Medizinischen Fakultäten der deutschen Unis auf, in einem edlen Wettstreit zwischen dem 8. Juni und dem 3. Juli möglichst viel Blut zu spenden. Zugelassen waren sowohl Vollblut-, Plasma- wie auch Thrombozytenspenden. Über ein vom jeweiligen Blutspende-Institut abgestempeltes Meldeformular konnten jede Spenderin und jeder Spender für ihre oder seine Universität punkten. Für ein faires Ranking wurde die Anzahl der eingehenden Meldungen von Leonard Richter ins Verhältnis zur Größe der jeweiligen Fakultät gesetzt. Am Ende erwies sich unter den 20 teilnehmenden Universitäten die Würzburger Medizinische Fakultät mit 146 Spenderinnen und Spendern als die „blutreichste“ Deutschlands. Auf die Plätze zwei und drei kamen Köln und Göttingen.

Werbung mit eigenem Plakat
Für diese Spitzenleistung übereichte Leonard Richter am 22. Juli einer Delegation Würzburger Medizinstudentinnen am Uniklinikum Würzburg (UKW) einen Pokal. Die von der Bonner Künstlerin Martine Seibert-Raken geschaffene Trophäe hat die Form eines stilisierten Blutgefäßes. Marie Had, eine der Würzburger Studentinnen, nennt einige Gründe für den Erfolg der Mainfranken-Metropole: „Unsere Kommilitoninnen und Kommilitonen kamen zum Glück schnell aus den Startlöchern. Hilfreich erwies sich dabei, dass wir ein eigenes Poster zum Wettbewerb gestaltet hatten, das auch über die Sozialen Medien, wie Instagram, verbreitet wurde.“

Prof. Böck: Wegweiser für unsere Gesellschaft
Als Blutspende-Einrichtungen nutzten die Würzburger Studentinnen und Studenten das Plasmazentrum Würzburg des BRK Blutspendedienstes und das Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des UKW. Dessen Direktor, Prof. Dr. Markus Böck, war gerne bei der Pokalübergabe dabei und freut sich aus mehreren Gründen über die gelungene Aktion: „Zum einen finde ich es großartig, dass sich angehende Medizinerinnen und Mediziner als Wegweiser für unsere Gesellschaft engagieren. Zum anderen sind diese jungen, in der Regel gesunden Menschen die besten Blutspender – und vielleicht wurde die oder der eine oder andere motiviert, auch in Zukunft und langfristig Blut zu spenden.“

Wanderpokal soll verteidigt werden
Als Ausstellungsort für den Pokal wurde eine prominente Stelle am Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des UKW gefunden. Allerdings plant Leonard Richter, den Wettbewerb im nächsten Jahr zu wiederholen, weshalb die Trophäe als Wanderpokal gedacht ist. Vor diesem Hintergrund zeigten sich die Medizinstudentinnen und Prof. Böck umso entschlossener, im kommenden Jahr den Titel und den Pokal zu verteidigen.
Neben der exklusiven Wertung der Medizinstudierenden gab es bei Medisspendenblut auch eine Teilnahmekategorie für Studierende anderer Fächer und Nicht-Studierende. Hier erzielte Leipzig den ersten Platz. Insgesamt kam der Wettbewerb auf fast 14.000 Teilnehmer/innen.
Mehr dazu gibt es unter www.medisspendenblut.de.

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Pressemitteilung der Universität Würzburg: Corona: Per App der Wissenschaft helfen

Gibt es durch die Corona-Pandemie bald eine weitere Welle an psychischen Erkrankungen? Welche anderen gesundheitlichen Auswirkungen hat die Pandemie? Das wollen Forscherinnen und Forscher der Uni Würzburg mit der CORONA HEALTH-App herausfinden – und brauchen dafür die Unterstützung der Bevölkerung.

 

Was lernen wir aus der Corona-Pandemie? Das wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg herausfinden. Sie haben – in Kooperation mit der Fachgruppe Psychische Gesundheit des Robert Koch-Instituts und den Universitäten Ulm und Regensburg – die CORONA HEALTH-App entwickelt, mit der die Folgen und der Umgang mit der Covid-19-Pandemie international untersucht werden sollen. Das Forschungsteam möchte unter anderem herausfinden, welche langfristigen Effekte Kontaktbeschränkungen und andere Covid-19-Maßnahmen auf die psychische und körperliche Gesundheit sowie auf die Lebensqualität haben und welche Hinweise für ähnliche Situationen in der Zukunft abgeleitet werden können. Dafür benötigen die Forscherinnen und Forscher Hilfe aus der Bevölkerung – nämlich durch die Nutzung der App. Diese ist ab sofort als kostenfreier Download verfügbar.

Die App erhebt durch drei frei wählbare Studien Daten (1) zu psychischer Gesundheit von Erwachsenen, (2) zu psychischer Gesundheit Jugendlicher im Alter von zwölf bis 17 Jahren und (3) zu körperlicher Gesundheit in Zeiten der Covid-19-Pandemie. Durch wöchentlich wiederholte Kurzbefragungen kann abgebildet werden, wie Lockdowns die Stimmungslage und Lebensqualität beeinflussen. Für Android-Geräte besteht zudem die Möglichkeit der anonymisierten Erfassung von GPS (Radius von elf Kilometern zum Zeitpunkt der Bearbeitung des Fragebogens) und ausgewählten App-Kommunikationsdaten (zum Beispiel die Häufigkeit der Nutzung von Telefonie, Messenger, usw.) der vergangenen sieben Tage. Die Fragebögen sind zunächst auf Deutsch und Englisch verfügbar, das Angebot wird noch um sechs weitere Sprachen ergänzt.

Umfragen für die psychologische und medizinische Forschung

Ziel des Forschungsteams ist das engmaschige Monitoring der psychischen und körperlichen Gesundheit während und nach der Covid-19-Pandemie. Zahlreiche internationale Studien weisen beispielsweise auf einen Anstieg psychischer Belastungen hin, teilweise gibt es aber auch auf positive Aspekte als Folgen pandemiebedingter Restriktionen.

„Angst vor Ansteckung, Kurzarbeit, Werksschließungen, Home Office und Home Schooling sind nur einige Punkte auf einer Liste potentieller Belastungsfaktoren“, erklärt Rüdiger Pryss, Professor für Medizininformatik an der JMU. Er war federführend bei der Entwicklung der App. „Die Auswirkungen gegenwärtiger Lockerungen in Kombination mit dem anhaltenden Risiko einer zweiten Welle auf die psychische Gesundheit bleibt aber weiterhin unklar.“

Mit den Daten der CORONA HEALTH-App möchten die Forscherinnen und Forscher einer möglichen Covid-19 begleitenden „zweiten Pandemie von Symptomen psychischer Störungen“ für Deutschland und im Ausland nachgehen, Risikofaktoren identifizieren und verbreitete Bewältigungsstrategien erheben. Gleiches gilt für mögliche körperliche Beschwerden. Die Ergebnisse, so das Ziel des Forschungsteams, sollen die Bewertung der psychischen Folgen von Restriktionen im Alltag und kontaktreduzierenden Maßnahmen ermöglichen und somit Hinweise für den Umgang mit solchen oder ähnlichen Situationen ermöglichen.

„Für aussagekräftige Ergebnisse ist daher eine große Anzahl von Teilnehmenden mit einer vielfältigen gesellschaftlichen Streuung von großer Bedeutung“, erklärt Pryss. Das Erfassen der vergröberten und anonymisierten GPS Daten ermöglich es zudem, einen Zusammenhang zwischen regionalen Covid-19- Fallzahlen und psychosozialen Belastungen herzustellen. Der Einbezug der Nutzung von einer Auswahl an Kommunikations-Apps soll als Schätzer für soziale Interaktion in Zeiten des erschwerten face-to-face Kontakts herangezogen werden und Hinweise auf das Kommunikationsverhalten geben.

App ist ab sofort verfügbar

Die inhaltliche Konzeption sowie die technische Umsetzung der App begannen Ende März. Nach positivem Bescheid des Datenschützers sowie der Ethikkommission der JMU und einer Medizinproduktekonformität ist die App seit dem 23. Juli 2020 im Google Play Store kostenfrei erhältlich. Die Veröffentlichung im Apple Appstore folgt in Kürze. Die Speicherung der Daten erfolgt dabei vollständig anonym auf sicheren Servern des Universitätsklinikums Würzburg (UKW).

Das JMU-Team um Pryss vom Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie entwickelte die CORONA HEALTH-App mit inhaltlicher Unterstützung des Robert Koch-Instituts, den Universitäten Ulm und Regensburg sowie des UKW. Das Service-Zentrum Medizininformatik des UKW hat die hierfür nötige Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Die LA2 GmbH wurde als externer Partner zur Erfüllung der Medizinproduktekonformität hinzugezogen.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt gibt es hier: (https://www.corona-health.net/)

Kontakt

Prof. Dr. Rüdiger Pryss, Professor für Medizininformatik am Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg, T +49 931 – 201 46471, ruediger.pryss@ uni-wuerzburg.de

Pressemitteilung der Universität Würzburg: Urintest verbessert die Diagnose von Nebennierenkrebs

Ein einfacher Urintest kann die Diagnose von Nebennierenkrebs beschleunigen, die Prognose der Patienten verbessern und den Bedarf an invasiven Diagnosemethoden verringern. Dies zeigt eine neue Studie mit Würzburger Beteiligung.

Bildgebende Verfahren wie beispielsweise die Computer- oder die Magnetresonanz-Tomographie werden in der klinischen Praxis immer häufiger eingesetzt. Quasi „nebenbei“ werden bei etwa fünf Prozent dieser Untersuchungen Knoten in der Nebenniere entdeckt. Diese so genannten „Nebennieren-Zufallsgeschwülste“ sind in der Mehrzahl harmlos, bis das aber sicher ist, müssen sich die betroffenen Patienten einer Reihe von Untersuchungen unterziehen. Schließlich muss geklärt werden, ob sich hinter dem Knoten nicht doch ein gefährlicher Nebennierenkrebs versteckt oder ob er Auslöser einer Überfunktion der Nebennieren ist.

Nicht selten kommen dabei erneut bildgebende Verfahren zum Einsatz. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass diese nur begrenzt dazu in der Lage sind festzustellen, ob eine Gewebeveränderung gutartig ist oder ob es sich um Krebs handelt. Gleichzeitig gehen mit diesen Untersuchungen eine Reihe von Nachteilen einher: Die Patienten werden einer weiteren Strahlenbelastung ausgesetzt, die Kosten sind nicht gerade gering und die Ergebnisse liefern selten die Informationen, die sich Arzt – und Patient – wünschen.

Schnellere Diagnose, gezielte Behandlung

Diese unbefriedigende Situation verbessern könnten jetzt die Ergebnisse einer neuen, multizentrischen Studie, die von Experten der Universität Birmingham geleitet wird. Daran beteiligt ist auch die Endokrinologie des Universitätsklinikums unter Leitung von Professor Martin Fassnacht. Ergebnisse dieser Studie haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlicht.

Demnach könnte ein einfacher Urintest zum Nachweis überschüssiger Steroidhormone in der Nebenniere – ein Schlüsselindikator für Nebennierentumore – die Diagnose und Behandlung von Patienten mit einem Nebennierenkrebs beschleunigen und dazu beitragen, unnötige Operationen bei Patienten mit einer harmlosen Geschwulst zu vermeiden.

Maschinelles Lernen bringt bessere Ergebnisse

Mehr als 2.000 Patienten mit neu diagnostizierten Nebennierentumoren haben an der Studie teilgenommen. In 14 Zentren des Europäischen Netzwerks zur Erforschung von Nebennierentumoren (ENSAT) wurden sie über einen Zeitraum von sechs Jahren untersucht. Unter anderem mussten sie nach der Diagnose eine Urinprobe abgeben, die anschließend auf ihren Gehalt an Hormonen der Nebennieren analysiert wurde. Zum Einsatz kamen dabei spezielle Computeralgorithmen, die ihre Auswertungen automatisch und auf der Basis eines maschinellen Lernens ständig verbesserten. Die Ergebnisse zeigen, dass der Urintest weniger Fehler produzierte als bildgebende Tests, bei denen häufiger fälschlicherweise die Diagnose „Nebennierenkrebs“ bei einem an sich harmlosen Nebennierenknötchen gestellt wurde.

Professor Wiebke Arlt ist Direktorin des Instituts für Stoffwechsel- und Systemforschung an der Universität Birmingham und Seniorautorin der Studie. Vor ihrem Wechsel nach England hat sie etliche Jahre am Würzburger Universitätsklinikum geforscht. Von den jetzt veröffentlichten Ergebnissen verspricht sie sich viel: „Wir hoffen, dass die Ergebnisse dieser Studie dazu beitragen, die Belastung der Patienten signifikant zu verringern und die Kosten im Gesundheitswesen zu senken, indem nicht nur die Anzahl unnötiger Operationen bei Personen mit gutartigen Veränderungen reduziert, sondern auch die Anzahl der erforderlichen bildgebenden Verfahren begrenzt wird“.

Martin Fassnacht, der aktuell auch Präsident des europäischen Nebennierentumornetzwerks ENSAT ist, arbeitet mit seiner Arbeitsgruppe aktuell bereits an der Einführung dieser neuen Urindiagnostik für die klinische Routinepraxis in Würzburg. „Sobald wir soweit sind, wird dies sicher die Diagnostik der Patienten mit Nebennierentumor deutlich beschleunigen und verbessern. Wir erwarten, dass die Patienten mit bösartigen Veränderungen der Nebennieren damit auch früher im Krankheitsverlauf identifiziert werden können, was dann auch die Prognose verbessern wird.“

Originalpublikation
Urine steroid metabolomics for the differential diagnosis of adrenal incidentalomas in the EURINE-ACT study: a prospective test validation study. The Lancet Diabetes & Endocrinology https://doi.org/10.1016/S2213-8587(20)30218-7

Kontakt
Prof. Dr. Martin Fassnacht, Schwerpunktleiter Endokrinologie & Diabetologie, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Würzburg, T: +49 931 201-39021, Fassnacht_M@ ukw.de

 

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Dank im Uniklinikum Würzburg an Corona-Heldinnen und -Helden

Bei einer Veranstaltung der Klinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg wurde Beschäftigten gedankt, die in diesem Frühjahr mithalfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen. Im Fokus waren dabei speziell Vertreter/innen jener Berufsgruppen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Unterstützt wurde das fröhliche und wertschätzende Treffen vom amtierenden Würzburger Landrat Thomas Eberth und seinem Vorgänger Eberhard Nuß.

„Bevor viele in die Sommerferien gehen, nutzen wir die Gelegenheit, allen Beschäftigten zu danken, die in den vergangenen Monaten der Covid-19-Pandemie in meiner Klinik wahre Herkulesaufgaben vollbracht haben“, sagte Prof. Dr. Patrick Meybohm, der Direktor der Klinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg (UKW), zu Beginn der Veranstaltung „Unseren Corona-Heldinnen und -Helden“. Aus diesem Anlass waren am 21. Juli 2020 rund 50 Mitarbeiter/innen in das Foyer des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Würzburg gekommen. Laut Prof. Meybohm sollten bei dem Treffen vor allem Beschäftigte und Berufsgruppen mit ihren Leistungen im Mittelpunkt stehen, die sonst eher wenig öffentliche Aufmerksamkeit genießen, wie Hausmeister, Maler oder Assistenzärztinnen und -ärzte. Für die insgesamt 22 Geehrten gab es von den Laudatoren neben anerkennenden Worten jeweils einen prächtigen Blumenstrauß.

Stellvertretender Dank für alle Klinikumsbeschäftigten

„Die Anästhesiologie mit ihren speziellen intensivmedizinischen Kompetenzen hat einen Löwenanteil der Belastungen durch die Pandemie abbekommen“, unterstrich Prof. Dr. Georg Ertl in seiner Ansprache. Der Ärztliche Direktor des UKW fuhr fort: „Wir sehen es gleichsam als Auszeichnung für die Qualität der Arbeit und den internationalen Ruf unserer Anästhesie an, dass in den vergangenen Monaten schwerstkranke Corona-Patienten von weit her – wie zum Beispiel aus Italien – zur Therapie an unser Klinikum kamen.“ Ferner betonte er, dass die Danksagungen nicht nur für die Geehrten selbst, sondern stellvertretend für alle Klinikumsbeschäftigten gelten. „Leider können wir in diesem Jahr aus Infektionsschutzgründen kein klinikumsweites Sommerfest veranstalten, bei dem wir allen hätten danken können“, bedauerte Ertl. Er würdigte besonders auch die Leistungen der Aufnahme- und Infektionsstation, der Krankenhaushygiene, hier stellvertretend Prof. Dr. Ulrich Vogel, aber auch der Alten- und Pflegeheime während der Pandemie. Zusammen mit Philip Rieger, dem neuen Kaufmännischen Direktor des UKW, ehrte er Vertreter/innen des Einkaufs, des Servicezentrums Medizininformatik, der Medizintechnik und der Pforten.

Landräte lobten das Engagement für die Region

Nach den Worten von Altlandrat Eberhard Nuß verdanken Würzburg und die Region ihre gute Infektionslage vor allem der Disziplin der Bevölkerung und dem Engagement der UKW-Beschäftigten. Und der amtierende Landrat Thomas Eberth ergänzte: „Zusammen mit der Feuerwehr und den Rettungsdiensten sorgen Sie dafür, dass wir gut schlafen können, da wir wissen, dass unser Gesundheitssystem gut funktioniert.“ Die beiden Regionalpolitiker überreichten Blumen an Mitarbeiter/innen aus der Krankenhaushygiene, dem Diagnostiklabor der Virologie sowie der Koordination der über 250 während der Corona-Krise eingesetzten, freiwilligen studentischen Helfer/innen.
In Vertretung des kurzfristig verhinderten Würzburger Oberbürgermeisters Christian Schuchardt gratulierte Eberth zudem jeweils einem Leistungsträger aus der Führungsgruppe Katastrophenschutz, Prof. Frank Schuster, und der Klinikumseinsatzleitung, Prof. Dr. Thomas Wurmb.

Großer Zusammenhalt im Dienste der Patientenversorgung

„Gerade in der unsicheren Zeit zu Beginn der Corona-Krise gab es mir ein gutes Gefühl, überall am Klinikum den großen Zusammenhalt zu spüren. Allen gemeinsam war der Wunsch, die Patienten gut zu versorgen“, erinnerte sich Birgit Roelfsema. Die Stellvertretende Pflegedirektorin richtete ihre konkreten Lobesworte an den Pflegeleiter der Anästhesie-Intensivstation, den Anästhesie-Funktionsdienst, die Reinigungskräfte, die Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie die Radiologieassistenz.

Am Ende der gut einstündigen Veranstaltung gab es zudem noch eine hohe Anerkennung für eine in der Öffentlichkeit wohlbekannte Führungspersönlichkeit des UKW: Prof. Wurmb von der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin am UKW dankte dem Ärztlichen Direktor Prof. Ertl für seine beeindruckend ruhige, immer analytisch-konstruktive Leitungsarbeit während der dreimonatigen ersten Welle der Pandemie.

 

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klinikum & wir mit umfassendem Rückblick auf die Corona-Monate am UKW

Die Ausgabe 2/2020 der Zeitschrift klinikum & wir des Uniklinikums Würzburg (UKW) ist erschienen.

In einem großen Top-Thema beleuchtet das Magazin die Herausforderungen und Leistungen während der Corona-Pandemie aus vielen Blickwinkeln.

 

Dabei wird unter anderem deutlich, wie viele Akteure und Berufsgruppen an dem erfolgreichen Krisenmanagement und der fortgesetzt guten Patientenversorgung am Klinikum beteiligt waren.

Daneben hat das Heft aber auch Raum für Meldungen und Artikel „abseits von Covid-19“: errungene Preise, neue Studienergebnisse, personelle Veränderungen, bauliche Entwicklungen und vieles mehr.

 

 

 

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Pressemitteilung der Universität Würzburg: Corona in Würzburger Kindergärten: die Wü-KiTa-CoV Studie

Im Herbst startet in Würzburg eine neue Studie, an der mehr als 800 Kinder im Kindergartenalter teilnehmen. Sie soll dazu beitragen, einen sicheren und kontinuierlichen Betrieb der Kinderbetreuung in Coronazeiten zu ermöglichen.

Seit gut fünf Monaten hat das neue Coronavirus SARS-CoV-2 den Alltag der Menschen in Deutschland drastisch verändert. Sämtliche Maßnahmen, seine Ausbreitung einzudämmen, haben zu deutlichen Einschränkungen geführt, die das tägliche Leben und das Miteinander in erheblichem Ausmaß beeinträchtigen. Unter anderem haben die Bundesländer seit Mitte März Kindertagesstätten und Schulen geschlossen beziehungsweise nur einen deutlich reduzierten Betrieb zugelassen, um Infektionsketten zu unterbrechen und Neuansteckungen zu vermeiden.

Dies hatte sowohl für die Kinder als auch für die betroffenen Familien erhebliche Konsequenzen. Ohne den Kontakt zu Freundinnen und Freunden, ohne einen geregelten Schulbesuch fehlen Kindern wesentliche Voraussetzungen für eine gesunde körperliche, psychische und soziale Entwicklung, so die Befürchtung vieler Mediziner und Pädagogen.

Inzwischen werden seit Anfang Mai Kindertagesstätten und Schulen in Bayern wieder schrittweise geöffnet. Damit wächst gleichzeitig die Angst vor einer „zweiten Welle“ der Virus-Pandemie. Ob und inwieweit dieser Öffnungsprozess unproblematisch ist, ob damit einer Ausbreitung des Virus wieder Tür und Tor geöffnet wird oder ob, ganz im Gegenteil, Kinder an der Ausbreitung des Coronavirus nicht entscheidend beteiligt sind, wie eine Studie aus Sachsen jüngst behauptete: Das alles ist aus Sicht der Wissenschaft aktuell nicht abschließend geklärt.

Regelmäßige Tests über drei Monate hinweg

Aus diesem Grund startet im Herbst 2020 in Würzburg in einer gemeinsamen Initiative der Stadt, der Universität und des Universitätsklinikums die Wü-KiTa-CoV-Studie, in deren Mittelpunkt die Rolle von Kindern und Kinderbetreuungseinrichtungen für die Corona-Ausbreitung steht. Insgesamt neun der etwa 80 in Würzburg vorhandenen Kinderbetreuungseinrichtungen mit mehr als 800 Kindern im Kindergartenalter (im Alter von ein bis sieben Jahren) sowie deren Betreuerinnen und Betreuer können daran teilnehmen. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen wird ein Teil von ihnen regelmäßig darauf getestet, ob eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus vorliegt. Eine Befragung von Eltern und Betreuungspersonal zu deren Situation ist ebenfalls Teil der Studie.

Ziel der die Wü-KiTa-CoV-Studie ist es herauszufinden, wie Infektionen mit dem neuen Corona-Virus in Kinderbetreuungseinrichtungen möglichst frühzeitig, einfach und am wenigsten belastend für Kinder und deren Eltern entdeckt werden können. Hierbei wird jeweils eine ein- oder zweimalige wöchentliche Routinetestung mit einer Testung, die erst nach dem Auftreten einer Erkrankung in der Familie durchgeführt wird, verglichen. Die Studie soll auf diese Weise dazu beitragen, auch während der Corona-Pandemie einen möglichst sicheren und kontinuierlichen Betrieb der Kinderbetreuung zu ermöglichen und die Ausbreitung von SARS-CoV-2 in den beteiligten Einrichtungen zu unterbinden.

Viele Beteiligte

Leiter der Wü-KiTa-CoV-Studie sind der Mikrobiologe Oliver Kurzai (Universität Würzburg) und der Kinder- und Jugendarzt Johannes Liese (Universitäts-Kinderklinik). Daran beteiligt sind zahlreiche weitere Partner, darunter die Virologie, die Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Allgemeinmedizin der Würzburger Uniklinik.

Finanziert wird die Studie mit mehr als einer Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Forschungsnetzwerks InfectControl. Um ihren Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu leisten, haben mehrere geförderte Bündnisse aus der Programmfamilie „Unternehmen Region" neue Ideen entwickelt. Das BMBF unterstützt 24 dieser Projekte mit zusätzlichen 32 Millionen Euro, darunter auch mehrere Vorhaben von InfectControl 2020. Das vom Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena koordinierte Konsortium, dessen wissenschaftlicher Geschäftsführer Professor Kurzai ist, wird vom BMBF im Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft durch Innovation“ gefördert.

Stimmen zu der neuen Studie.

„Die Wü-KiTa-CoV-Studie ergänzt in idealer Weise andere Forschungsvorhaben zu COVID-19 – insbesondere die bayernweite COVID-Kids-Bavaria-Studie, an der die Kinderklinik des Universitätsklinikum Würzburg ebenfalls beteiligt ist.“ Prof. Dr. Christoph Härtel (Direktor der Würzburger Universitätskinderklinik)

„Wir möchten herausfinden, wie wir bestmöglich auch während der Pandemie eine kontinuierliche und sichere Betreuung in Kindergärten ermöglichen können. Ein wichtiger Faktor der Studie sind auch die geplanten Befragungen, die uns über die Belastung von Kindern, Familien und dem betreuenden Personal durch die Pandemie und die Akzeptanz der geplanten Untersuchungen Auskunft geben sollen.“ Prof. Dr. Johannes Liese (Pädiatrische Infektiologie und Immunologie, Universitäts- Kinderklinik Würzburg)

„Wenn die Ergebnisse der Studie im Frühsommer 2021 vorliegen, können wir konkrete Aussagen zur Akzeptanz unter den Teilnehmern und zur praktischen Durchführbarkeit der verschiedenen Konzepte treffen. Außerdem wird es möglich sein, deren konkreten Kosten zu berechnen.“ Prof. Dr. Oliver Kurzai (Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Universität Würzburg)

„Es ist eine Auszeichnung für den Medizin- und Uniklinik-Standort Würzburg, dass wir im Rahmen dieses Netzwerkprojekts – gefördert vom BMBF – unseren Beitrag zur Corona-Bekämpfung leisten dürfen. Bisher lag der Fokus aufgrund der Gefährdung stark auf unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Bei einer ganzheitlichen Betrachtung und im Sinne der Prävention spielen die Jüngsten in unserer Gesellschaft aber auch eine Schlüsselrolle bei erfolgreichen Strategien gegen diese Pandemie. Es ist gut, wenn die Forschung auch diesbezüglich schnell alle Wissenslücken schließt.“ Christian Schuchardt (Oberbürgermeister, Stadt Würzburg)

„Über 800 Würzburger Kindergartenkinder werden ab Herbst zu kleinen Helden bei der Corona- Bekämpfung. Das Ganze aber natürlich ohne dadurch einer Gefahr ausgesetzt zu sein, im Gegenteil: Es wird noch genauer hingeschaut, getestet und nachgefragt. Es geht darum, von den Kleinen, ihren Eltern und den Betreuerteams zu erfahren, wie sich Corona-Schutz-Maßnahmen in den Kinderbetreuungseinrichtungen am erfolgreichsten organisieren lassen. Hierbei kann man auch offen über Ängste und Unbehagen mit gewissen Abläufen sprechen. Bislang kam bei täglich neuen Vorgaben und Erkenntnissen diese psychische Komponente vielleicht zu kurz, deswegen unterstütze ich diese breit angelegte Studie.“ Dr. Hülya Düber (Jugend-, Familien- und Sozialreferat, Stadt Würzburg)

Kontakt

Prof. Dr. Oliver Kurzai, Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Mykologie,
T +49 931 31-88007, oliver.kurzai@ uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Johannes G. Liese, Pädiatrische Infektiologie und Immunologie Universitäts-Kinderklinik, T +49 931 201-27725, liese_j@ ukw.de

 

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Bewegende Spendenaktion brachte 20.000 Euro für den Verein Kiwi

Nach einem schweren Schicksalsschlag im vergangenen Jahr startete kürzlich ein Elternpaar zusammen mit der Würzburger Modeboutique Mainglück und weiteren Unterstützern eine Spendenaktion zugunsten des Vereins Kiwi. Durch den Verkauf von speziellen T-Shirts und Bildern sowie ergänzende Spenden kamen 20.000 Euro für die „Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation“ zusammen.

Der Hintergrund für eine besondere Spendenaktion im Juni dieses Jahres ist mehr als traurig: Im vergangenen Jahr verunglückte Pablo, der siebenjährige Sohn der Familie Winkler aus Fahrenbach so schwer, dass sein Leben trotz einer umgehenden intensivmedizinischen Betreuung an der Würzburger Universitäts-Kinderklinik nicht gerettet werden konnte. „In den schweren Tagen bis zum Abschalten der lebenserhaltenden Geräte waren uns das Team der Kinderklinik und der Verein Kiwi eine immense Hilfe“, berichtet Pablos Mutter Miriam. Größtes Lob hat sie zudem für Prof. Dr. Tilmann Schweitzer von der Sektion Pädiatrische Neurochirurgie für seine gleichzeitig empathische, wie auch von Beginn an immer ehrliche und authentische Betreuung. Ihr Ehemann Ralph ergänzt: „Wir konnten in jener Zeit einige der wertvollen Angebote des Kiwi e.V. nutzen, wie eine der Elternwohnungen, das von Verein gestaltete Elternzimmer vor der Kinder-Intensivstation und die von ihm finanzierte psychologische Unterstützung.“

Benefiz-T-Shirts mit aussagestarker Botschaft

Aus dieser Dankbarkeit heraus entstand der Wunsch, etwas zurückzugeben: Zusammen mit Sandra Lemmich von der Modeboutique Mainglück in der Würzburger Spiegelstraße führten sie im Juni dieses Jahres eine Benefizaktion zugunsten von Kiwi durch. „Kernelement dabei war der Verkauf von eigens gestalteten 300 T-Shirts und 100 Bildern“, schildert Lemmich. Sie zeigen eine Grafik, die stilisiert Pablo und drei weitere Kinder darstellt, die sich an den Händen halten. Das Motiv nimmt Bezug auf Pablos Organspende, für die sich seine Eltern am Uniklinikum Würzburg (UKW) entschieden und die anderen Kindern ein Weiterleben ermöglicht.

Unter die Leute gebracht wurden sämtliche T-Shirts und Bilder Ende Juni während der „Geburtstagswoche“ von Mainglück, bei der die Boutique ihr fünfjähriges Bestehen feierte. Das fröhliche Event wurde abgerundet durch eine Benefiz-Kaffeebar des Würzburger Cafés Vue.

Spende im Corona-Jahr besonders willkommen

Am Ende füllten 20.000 Euro die Spendenkasse. Dieser Betrag wurde kürzlich an Ina Schmolke übergeben. Laut der 1. Vorsitzenden des Kiwi e.V. wird das Geld dazu dienen, die diversen Leistungen des Vereins aufrechtzuerhalten, die darauf abzielen, Frühgeborene, schwerkranke Neugeborene und Kinder mit lebensbedrohlichen Erkrankungen sowie deren Eltern unbürokratisch zu betreuen. „In diesem Jahr sind solche Spenden besonders willkommen, da der Kiwi-Cup – unser einnahmeträchtiges, jährliches Benefiz-Kinderfußballturnier – wegen der Corona-Pandemie leider entfallen musste“, berichtet Ina Schmolke.

In doppelter Weise dankbar zeigte sich Prof. Dr. Christoph Härtel, der Direktor der Kinderklinik des UKW. Zum einen dankte er den Eheleuten Winkler für die Spende der Organe ihres Sohnes, was für ihn ein Zeichen menschlicher Größe und ein Vorbild gerade auch für jüngere Menschen sei. Zum anderen zeigte er sich froh, dass in Würzburg mit Kiwi ein Verein tätig sei, der sich darum bemühe, Spendengelder so zu investieren, dass auch jene junge Patienten und deren Familien eine Unterstützung erfahren, die ansonsten eher weniger im Fokus des öffentlichen Mitgefühls stehen.

 

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