Aktuelle Meldungen

Neuer Rekord: 2.067 Entbindungen an der Würzburger Universitäts-Frauenklinik im Jahr 2019

Im Jahr 2019 fanden in der Frauenklinik des Würzburger Universitätsklinikums 2.067 Entbindungen statt. Dabei kamen 2.165 Kinder zur Welt.

Im vergangenen Jahr fanden an der Würzburger Universitäts-Frauenklinik 2.067 Entbindungen statt – so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Einrichtung. Das bisherige Rekordjahr war 2017 mit 1.983 Geburten. Da es im vergangenen Jahr 88 Zwillings- und fünf Drillingsgeburten am Uniklinikum Würzburg (UKW) gab, erblickten insgesamt 2.165 Kinder das Licht der Welt. „Ich bin sehr stolz auf unser hoch engagiertes Team aus Ärztinnen und Ärzten, Hebammen und Pflegekräften, das auch dieses starke Aufkommen professionell und sicher, dabei aber auch immer voller Empathie mit den Müttern und Vätern gemeistert hat“, freut sich Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der UKW-Frauenklinik.

 

Die beliebtesten Kindernamen 2019

Der beliebteste Name bei den letztjährig am Uniklinikum Würzburg geborenen Mädchen war Mia. 17 Mal entschieden sich Eltern dazu, ihr Kind so zu nennen. Auf den weiteren Plätzen folgen Amelie und Emilia (jeweils 16), Leonie (15), Lina (14) sowie Anna, Johanna und Mila (jeweils 12). Jeweils zehn Mädchen erhielten die Namen Ella, Emma, Frieda und Hanna.

Bei den Buben teilen sich gleich vier Namen mit jeweils 17 Nennungen den Spitzenplatz: Emil, Felix, Jonas und Leon. Dichtauf folgt Paul mit 16 Nennungen. Auf Platz drei liegt der zwölf Mal vergebene Name Finn. Im weiteren Ranking schließen sich Max (11) sowie Anton, Hannes, Maximilian und Theo (jeweils 10) an.

 

Das erste Kind des Jahres ist ein Junge

Als erstes Kind des Jahres 2020 in der Frauenklinik des UKW wurde am Neujahrsmorgen um 0:40 Uhr ein gesunder Junge geboren.

 

Baby-Bildergalerie online

Wer den aktuellen Nachwuchs betrachten möchte, dem sei die Internet-Baby-Galerie der Frauenklinik unter www.ukw.de/frauenklinik/babygalerie empfohlen. Hier werden – selbstverständlich mit Einwilligung der Eltern – Fotos und Daten der Kinder veröffentlicht, die in letzter Zeit an der Klinik geboren wurden.

 

 

 

Pressemitteilung zum Download

Im Jahr 2019 kamen 2.165 Kinder an der Würzburger Universitätsfrauenklinik zur Welt. Bild: Thomas Bauer / Uniklinikum Würzburg

Weihnachtliche Klänge verzaubern die Palliativstation des Uniklinikums Würzburg

Am 9. Dezember dieses Jahres ließen zwei Würzburger Musiker jahreszeitlich passende barocke Meisterwerke auf der Palliativstation des Uniklinikums Würzburg erklingen.

Es ist mittlerweile schon eine kleine Tradition: Im Advent bringen Musikerinnen und Musiker vorweihnachtliche Stimmung auf die Palliativstation des Uniklinikums Würzburg (UKW). In diesem Jahr waren Johannes Mauer, Solotrompeter am Mainfrankentheater, und Gregor Frede, Diözesanmusikdirektor im Bistum Würzburg, am Klavier, bereits zum dritten Mal zu Gast. Sie präsentierten am 9. Dezember meisterliche Werke des Barock. Außerdem luden sie die Anwesenden zum Adventssingen ein. Mobile Patienten kamen für das etwa 45-minütige Konzert in den Flur der Station. Die Bettlägerigen konnten durch ihre offenen Zimmertüren an dem Musikgenuss teilhaben. Der Nachmittag klang anschließend bei Glühwein und Plätzchen in Gemeinschaft aus. Interessierte hatten zudem Gelegenheit, die Station zu besichtigen.
„Die Veranstaltung war wieder ein besonders wertvoller Moment in unserem Stationsleben – nicht nur für unsere Patienten und deren Angehörige, sondern auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Prof. Dr. Birgitt van Oorschot. Deshalb dankte die Leiterin des Palliativzentrums des UKW den beiden Musikern für ihr vorweihnachtliches Geschenk aufs Herzlichste.

Im Februar 2020 wird die Palliativstation aus dem Altbau D20 in die Kopfklinik des UKW umziehen. „Dort sind die Räume für solche Veranstaltung begrenzter. Deshalb müssen wir bei der Gestaltung flexibler werden“, berichtet Prof. van Oorschot. „Wir gehen aber fest davon aus, dass wir diese liebgewonnene Tradition auch dort fortsetzen können.“

 

Link zur Pressemitteilung

Jubiläum: Zwei Jahre Stiftung "Forschung hilft" / Die Hoffnungsspender

Seit zwei Jahren unterstützt die Stiftung „Forschung hilft“ die Krebsforschung an der Universität Würzburg. 15 Projekte aus den unterschiedlichsten Bereichen haben seitdem eine finanzielle Förderung erhalten.

 

Den Anstoß hatte 2017 die Crowdfunding-Kampagne „Dein Immunsystem wird Deine Waffe gegen Krebs“ gegeben. Mehr als eine Million Euro hatte damals Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ innerhalb weniger Monate gesammelt. Mit dem Geld hat der Verein die Forschung Würzburger Wissenschaftler an einer neuen Therapie gegen Krebs unterstützt, die sich inzwischen als vielversprechender Ansatz erwiesen hat.

Danach war klar: „Wir können solche Aktionen nicht mehr über den Verein laufen lassen. Es bedarf dafür einer anderen Struktur“, erinnert sich Gabriele Nelkenstock heute. Aus diesem Grund hat sie innerhalb kurzer Zeit die Stiftung „Forschung hilft“ ins Leben gerufen. Ausgestattet mit einem Stiftungskapital von 100.000 Euro und unter dem Stiftungsdach der Sparkasse Mainfranken angesiedelt ging diese im Dezember 2017 an den Start. Ehrenpräsidentin ist die frühere Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Die Aufgabe der Stiftung beschrieb Nelkenstock damals so: „Für innovative Forschungsprojekte im Kampf gegen Krebs langfristig Kapital und Unterstützung aufbauen.“

Spendenaufkommen verdoppelt

Eine Stiftung hat im Vergleich zu einem Verein einen wesentlichen Vorteil: Vereinsspenden müssen innerhalb von zwei Jahren ausgegeben werden, während eine Stiftung beim Einsatz der Mittel freier ist und somit auch Forschungsvorhaben unterstützten kann, die länger dauern. Als Stifter ist jede und jeder willkommen. „Uns ist wichtig, dass es sich um eine Art 'Bürgerstiftung' handelt, die von den Bürgern unterstützt wird“, sagt Nelkenstock.

Inzwischen ist klar: Die Stiftung ist ein Erfolg und hat sich neben dem Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ gut etabliert. „Wir erhalten jedes Jahr Zustiftungen und Spenden in Höhe von 150.000 bis 200.000 Euro“, freut sich Nelkenstock. Besonders stolz ist die Spendensammlerin darauf, dass dieser Erfolg nicht zu Lasten des Vereins geht. Dort sei das Spendenaufkommen konstant hoch geblieben, weshalb Nelkenstock zu recht bilanzieren kann: „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren das Spendenaufkommen für den Kampf gegen Krebs verdoppelt.“

Große Bandbreite an Forschungsthemen

15 Forschungsprojekte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hat die Stiftung seitdem finanziell unterstützt. Die Bandbreite der Themen und Ansätze ist groß: So arbeitet beispielsweise eine Gruppe von Wissenschaftlern an Medikamenten, die fehlerhafte Proteine im Zellkern angreifen. Diese Proteine sind bei vielen Krebsarten die Ursache dafür, dass die Zellen entarten. Ein anderes Team will feine Bläschen entwickeln, die Chemotherapeutika zu Hirntumoren transportieren, um diese lokal begrenzt zu bekämpfen. Eine dritte Forschungsgruppe geht der Frage nach, ob künstliche Intelligenz in der Bildanalyse und neue bildgebende Verfahren frühe bösartige Veränderungen des Dickdarms besser erkennen können als die bisherigen Standardverfahren.

Sie alle haben von der Stiftung Summen zwischen 5.000 und 20.000 Euro erhalten, die ihnen dabei helfen, ihr Projekt voranzutreiben. Insgesamt hat die Stiftung dafür bislang 200.000 Euro ausgeschüttet. Bewerben können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Bereichen der Universität – nicht nur der Medizin. Einzige Bedingung ist: Ihr Projekt muss den Ansatz verfolgen, die Therapie von Krebs zu verbessern. Wer wissen möchte, welche Forschungsvorhaben dabei im Rennen sind, findet auf der Homepage der Stiftung sämtliche Informationen. Das ist Bedingung für die Bewerbung: „Alle Gruppen müssen ihre Projekte kurz und allgemein verständlich vorstellen, so dass jeder potenzielle Stifter weiß, worum es dabei geht“, sagt Gabriele Nelkenstock. Über die Vergabe entscheidet dann ein wissenschaftlicher Beirat, der sich aus externen Beratern zusammensetzt.

Mehr Zeit und Lebensqualität

Ist es schwer, Stifter und Spender für Forschungsprojekte zu gewinnen? Immerhin kann ein Forschungsprojekt auch scheitern, wohingegen Spenden für Bedürftige sehr schnell einen sichtbaren Erfolg nach sich ziehen können. Nein, sagt Gabriele Nelkenstock. „Jeder weiß doch, dass nur Forschung im Kampf gegen Krebs weiterbringt und deshalb unsere Hoffnung ist“, sagt sie. Dass diese Hoffnung nicht vergebens ist, habe die Vergangenheit deutlich gezeigt. „Vor 30 Jahren war Leukämie so gut wie nicht heilbar. Heute sind die Heilungschancen sehr viel besser“, sagt sie. Bei vielen Krebserkrankungen hätten Erfolge in der Forschung dazu geführt, dass die Patienten ein deutliches Plus an Lebensqualität und Zeit gewonnen haben.

Viel Zeit und Engagement hat Gabriele Nelkenstock in den Aufbau der Stiftung „Forschung hilft“ gesteckt. Es sei quasi ein Vollzeit-Job mit Terminen vor allem am Abend und am Wochenende. Bei der Frage, ob ihr das nicht manchmal zu viel wird, zögert sie dennoch mit der Antwort nicht. Die Stiftung sei zwar auf einem guten Weg, aber ihr persönlich reiche das noch nicht. „Ich bin noch nicht glücklich und satt“, sagt sie. Und fügt dann noch an: „Stillstand ist Rückschritt!“ Auch deshalb werde sie sich weiter darum bemühen, „engagierte Forscher zu unterstützen, die hart daran arbeiten, dass es der Gesellschaft besser geht“.

Das Spendenkonto

Wer die Stiftung „Forschung hilft“ mit Zuwendungen unterstützen will, kann diese auf folgendes Konto überweisen: Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg, IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65, BIC: BYLADEM1SWU.

Kontakt

Gabriele Nelkenstock, Stiftung „Forschung hilft“, Zeller Straße 10, 97082 Würzburg.
 T.: +49 931 46776993, E-Mail: info@ forschung-hilft.de

Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis für Würzburger Zahnmedizinstudierende vergeben

48 Zahnmedizinstudierende des Uniklinikums Würzburg haben die Examensprüfung 2019/II bestanden. Bei einer Abschlussfeier in der Würzburger Neubaukirche wurden die zwei besten mit dem Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis ausgezeichnet.

 

Bei einer Feier am 4. Dezember dieses Jahres in der Neubaukirche bekamen die 30 Absolventinnen und 18 Absolventen des Examens der Würzburger Zahnmedizin ihre Zeugnisse überreicht. Besonders freuen konnten sich die zwei Prüfungsbesten: Sie wurden mit dem Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis ausgezeichnet. Der mit 1.333 Euro dotierte erste Preis ging an Valentin Schmiedl, der mit 666 Euro dotierte zweite Preis an Carla Wolf.

Der Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis wurde im Jahr 1977 gestiftet: Inka Lübeck wollte damit an ihren vier Jahre zuvor gestorbenen Mann erinnern, den Würzburger Zahnmediziner Adolf Lübeck. Seit dem Tod von Inka Lübeck im Jahr 1990 wird die Prämie unter dem jetzigen Namen verliehen.

 

Link zur Pressemitteilung

Das Uniklinikum Würzburg unterstützt eine Petition für mehr Personal für psychische Gesundheit

Das Zentrum für Psychische Gesundheit des Uniklinikums Würzburg ruft die Öffentlichkeit zu Unterschriften für eine Petition auf, die das Inkrafttreten einer neuen Personalrichtlinie für die Behandlung psychisch kranker Menschen zum Jahresbeginn 2020 stoppen soll. Einer der Hauptkritikpunkte: Die Richtlinie würde durch einen weiter erhöhten bürokratischen Aufwand die für die Patienten zur Verfügung stehende Zeit für Behandlung und Zuwendung weiter reduzieren.

 

Seit 30 Jahren regelt die Psychiatrie-Verordnung (PsychPV) die Personalbemessung und die Finanzierung der stationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung an deutschen Kliniken. „Vor dem Hintergrund steigender Patientenzahlen, kürzerer Verweildauern und aktueller, personalintensiver Behandlungskonzepte kann mit den bestehenden Vorgaben eine Behandlung, die den modernen fachlichen und ethischen Erfordernissen entspricht, nicht mehr sichergestellt werden“, berichtet Prof. Dr. Jürgen Deckert, der Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg (UKW). Verbesserungen erhofften sich die Kliniken, die Patienten und deren Angehörige von einer anstehenden Neuregelung. Doch die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in diesem Jahr entwickelte und verabschiedete neue „Richtlinie Personalausstattungsrichtlinie für die stationäre Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL)“ verfehlt nach Auffassung der Experten des UKW und vieler weiterer Kliniken, Selbsthilfegruppen und Verbände dieses Ziel eklatant.

Dokumentationspflichten versus Zeit für Patienten

Würde die PPP-RL wie geplant zum 1. Januar 2020 in Kraft treten, kämen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der psychiatrischen Kliniken immense bürokratische Aufgaben zu. So müssten sie beispielsweise täglich detailgenau ihren Einsatzort dokumentieren. „Dadurch wird uns weitere wertvolle Zeit genommen, die uns bei unseren Bemühungen zur Genesung der Patienten dann fehlt“, sagt Prof. Dr. Marcel Romanos, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des UKW.

Sanktionen mit möglicherweise drastischen Folgen

Außerdem erwarten die Kliniken laut PPP-RL ab dem Jahr 2021 Sanktionen, wenn sie die Richtlinien nicht vollständig erfüllen. Es drohen Strafzahlungen bis hin zur völligen Streichung der Vergütung für bereits erbrachte Leistungen. „Durch die Sanktionen kann eine Abwärtsspirale angestoßen werden, die gerade die kleineren, peripheren Häuser zur Aufgabe zwingen kann“, befürchtet Prof. Romanos.

Prof. Deckert bringt es so auf den Punkt: „Die neue Richtlinie ist die größte Bedrohung der psychiatrischen Versorgung in Deutschland der letzten Jahrzehnte. Wir stehen an einer Scheidestelle, an der sich unsere Gesellschaft entscheiden muss, was sie für ihre Schwächsten tun will.“

Petition will Inkrafttreten der Richtlinie stoppen

Um hier das Steuer „Fünf vor Zwölf“ noch herumzureißen, engagieren sich die Kliniken des Zentrums für Psychische Gesundheit des UKW im Schulterschluss mit den Psychiatrischen Kliniken in Lohr und Werneck und dem Zentrum für Seelische Gesundheit am König-Ludwig-Haus in Würzburg sowie den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Kliniken in Schweinfurt und Aschaffenburg für die Petition „Krankenhauswesen – Ausreichende und flächendeckende Personalbemessung in psychiatrischen, kinder- und jugendpsychiatrischen und psychosomatischen Kliniken“. Dahinter steht das Bündnis „Mehr Personal und mehr Zeit für psychische Gesundheit“, ein Zusammenschluss von Organisationen der Selbsthilfe, der Angehörigen-, Berufs- und Klinikverbände sowie psychiatrische, kinder- und jugendpsychiatrische und psychosomatische Fachgesellschaften, Gewerkschaften und Kammern. Gemeinsames Ziel ist es, bis zum 24. Dezember dieses Jahres 50.000 Unterschriften zu sammeln, damit statt dem Inkrafttreten der PPP-RL zum Jahresbeginn 2020 das Thema im Bundestag verhandelt wird. „Es geht darum, den Gesetzgeber dazu zu bewegen, eine leitliniengerechte und menschenrechtskonforme Versorgung in psychiatrischen, kinder- und jugendpsychiatrischen sowie psychosomatischen Kliniken zu gewährleisten“, sagt Emmy Wangerin vom Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. (BApK), der die Petition offiziell eingereicht hat.

Jede/r, der dieses Anliegen unterstützen will, kann unter www.mehr-personal.org“ die Petition online unterzeichnen.

 

Link zur Pressemitteilung

Neue Stiftungsprofessur für Krebsforschung

Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft ermöglicht in Kooperation mit Janssen Deutschland die Einrichtung einer neuen Stiftungsprofessur an der Universität Würzburg.

 

Ziel der Professur ist es, den wissenschaftlichen und klinischen Schwerpunkt „Multiples Myelom“ an der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) zu stärken. Die Klinik nimmt unter der Leitung ihres Direktors Professor Hermann Einsele eine international führende Rolle in der Behandlung und Erforschung dieser bösartigen Blutkrebserkrankung ein.

Die Stiftungsprofessur wird für fünf Jahre mit einer Gesamtsumme von 2,5 Millionen Euro gefördert. Auf die Professur wird zum 1. Januar 2020 der Würzburger Internist und Hämato-Onkologe Privatdozent Dr. K. Martin Kortüm berufen.

Fakten über den Inhaber der Stiftungsprofessur

Dr. Kortüm ist seit 2017 Forschungsgruppenleiter und Oberarzt an der Medizinischen Klinik II des UKW. Davor absolvierte er einen vierjährigen Forschungsaufenthalt an der Mayo Clinic in Scottsdale, Arizona (USA). Sein Medizinstudium absolvierte der gebürtige Stuttgarter in Besançon, Würzburg und Basel.

Der Forschungsschwerpunkt des Krebsexperten liegt auf grundlagenwissenschaftlichen Arbeiten über die klonalen Veränderungen des Multiplen Myeloms im Erkrankungsverlauf, insbesondere auf der Entwicklung von Medikamentenresistenzen unter der Tumortherapie. Seine Arbeiten haben dazu geführt, dass am UKW eine personalisierte Myelom-Diagnostik und individualisierte Therapiekonzepte etabliert werden konnten.

Kortüm leitet klinische Studien, die sich mit immuntherapeutischen Ansätzen beim Myelom befassen. Er ist auch in die von Würzburg geleitete Deutsche Studiengruppe Multiples Myelom eingebunden. Zudem ist er seit 2010 Autor der Myelom-Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie und Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften.

Targets auf Myelomzellen identifizieren

Professor Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg, lobte das Konzept der neuen Professur: „Es handelt sich um eine der ersten Stiftungsprofessuren, die es ermöglicht, im universitätsmedizinischen Umfeld internationale wettbewerbsfähige Forschung zu betreiben. Das ist das Zukunftsmodell universitätsklinischer und translationaler Forschung.“ Klinikdirektor Einsele betonte dabei die „maximale Unterstützung der Universität Würzburg und insbesondere der Medizinischen Fakultät bei der Einrichtung der Stiftungsprofessur“.

Mit der Stiftungsprofessur möchte das Unternehmen Janssen-Cilag GmbH – wie auch mit der eigenen Forschungsarbeit und weiteren Aktivitäten – dazu beitragen, aus Krebs in Zukunft eine kontrollierbare, heilbare oder vermeidbare Krankheit zu machen.

„Eine der größten Herausforderungen in der Hämatologie ist die Frage, wie am besten mit den immer wieder auftretenden Rezidiven umzugehen ist und wie am besten weiterbehandelt werden kann“, sagt Dr. Ralf Angermund, Direktor medizinische Fachbereiche Hämatologie und solide Tumore bei Janssen. „Gerade beim Multiplen Myelom müssen wir uns regelmäßig damit auseinandersetzen.“ Die Identifizierung spezifischer Oberflächenproteine, sogenannter „Targets“, auf Myelomzellen, an denen die Medikamente angreifen können, stelle einen Ansatz für neue Therapien dar.

 

Link zur Pressemitteilung

Das Uniklinikum Würzburg trägt dazu bei, Immuntherapien sicherer zu machen

Experten des Uniklinikums Würzburg beteiligen sich an einem EU-Projekt, bei dem innovative Modellsysteme entwickelt werden, mit denen sich immunmodulierende Therapeutika bewerten lassen.

 

Zell- und Gentherapien etablieren sich als Alternative oder Ergänzung zu klassischen Wirkstoffen – zum Beispiel in der Krebsmedizin. Eine Herausforderung dabei ist deren vorklinische Bewertung: Wie wirksam und sicher sind die neuen Medikamente? Größtes Problem dabei ist die Komplexität des menschlichen Immunsystems: Im erkrankten Zustand, zum Beispiel bei Krebs-, Autoimmun-, oder Entzündungserkrankungen, interagieren die Zellen des Immunsystems anders, als im gesunden Zustand. Während präklinische Untersuchungen bislang vor allem die grundlegende Toxizität eines neuen Therapeutikums auf das gesunde Immunsystem untersuchen, fehlt es an nicht-klinischen Modellen, die die individuellen Interaktionen des menschlichen Immunsystem im pathogenen Zustand genau erfassen.

Das EU-Konsortium imSAVAR – abgekürzt aus „Immune Safety Avatar: nonclinical mimicking of the immune system effects of immunomodulatory therapies“ – geht dieses Problem an. Ziel ist die Verbesserung bestehender und die Entwicklung neuer Modellsysteme, um:

• unerwünschte Nebenwirkungen neuer Therapien auf das Immunsystem zu identifizieren,
• neue Biomarker für die Diagnose und Prognose zu entwickeln,
• Toxizitätsmechanismen und das Potenzial für deren Minderung durch therapeutische Maßnahmen genauer zu erforschen.

Das Projekt will damit die Grundlagen für neue, europaweite Standards in der Medikamentenentwicklung legen.

UKW bringt seine CAR-T-Zell-Expertise ein

Das interdisziplinäre Konsortium umfasst 28 internationale Partner aus elf Nationen, darunter universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen sowie regulatorische Behörden. Die wissenschaftliche Koordination haben das Leipziger Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI sowie das Biotechnologie- und Pharmaunternehmen Novartis. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) ist mit dem Forschungsprogramm von Privatdozent Dr. Michael Hudecek an der von Prof. Dr. Hermann Einsele geleiteten Medizinischen Klinik und Poliklinik II an dem Vorhaben beteiligt. Das Würzburger Forschungsteam wird sich insbesondere auf die Entwicklung von neuen Modellen zur Vorhersage, Bewertung und Reduktion von Nebenwirkungen neuartiger Immuntherapien für hämatologische und onkologische Erkrankungen konzentrieren. Hierbei stehen vor allem die sogenannten CAR-T-Zellen im Mittelpunkt. „Das neue EU-Projekt wird helfen, unsere Expertise im Bereich der CAR-T-Zellen noch weiter auszubauen und zukünftige Anwendungen nicht nur bei der Erkrankung von hämatologischen Tumorerkrankungen, wie vor allem Leukämien, sondern auch von soliden Tumoren, Infektionserkrankungen und Autoimmunerkrankungen ermöglichen“, kündigt Prof. Einsele an.

Die Europäische Union fördert imSAVAR über eine Laufzeit von sechs Jahren mit insgesamt elf Millionen Euro. Die gleiche Summe bringen die Industriepartner als Eigenleistung in das Vorhaben ein.

Weitere Informationen zum Projekt sind ab Februar 2020 unter www.imsavar.eu abrufbar.

 

Link zur Pressemitteilung