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Uniklinikum Würzburg: Krebs-Immuntherapie mit einer „Fernbedienung“ steuern

Forscher des Uniklinikums Würzburg und ihre US-amerikanischen Partner haben herausgefunden, dass sich die Krebsbekämpfung mit CAR-T-Zellen durch ein Standardmedikament vorübergehend ausschalten lässt. Dies ist vor allem für den Umgang mit den möglichen, schwerwiegenden Nebenwirkungen der Immuntherapie interessant.

 

CAR-T-Zellen sind körpereigene T-Zellen, die durch gentechnologische Veränderungen für jeweils eine spezifische Krebsart maßgeschneidert „scharfgestellt“ werden. Sie gehören zu den großen Hoffnungsträgern der modernen Onkologie. „Da sich die modifizierten Immunzellen im Körper des Patienten vermehren und dynamisch auf den Krebs reagieren können, sind sie zum einen besonders wirksam. Zum anderen ergibt sich die Herausforderung, diese Immunzellen im Körper des Patienten ‚von außen‘ kontrollieren und steuern zu können. Das ist auch deshalb wichtig, weil diese neue Form der Immuntherapie manchmal einen unvorhersehbaren Verlauf nimmt und erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen kann“, sagt CAR-T-Zell-Spezialist Dr. Michael Hudecek von der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW). Einer dieser ungewollten Effekte ist der so genannte Zytokin-Sturm (englisch Cytokine-Release-Syndrom, CRS). Dieser plötzliche Anstieg der Immunaktivität kann ohne Gegenmaßnahmen hohes Fieber und niedrigen Blutdruck hervorrufen, schlimmstenfalls sogar zum Tod des Patienten führen.

CAR-T-Zellen mit einer Fernbedienung vorübergehend ausschalten statt zerstören

„In der neuesten Generation der CAR-T-Zellen gibt es so genannte Sicherheitsschalter, mit denen versucht werden kann, die außer Kontrolle geratenen CAR-T-Zellen wieder zu eliminieren, aber dabei wird gleichzeitig auch die Anti-Tumortherapie beendet“, erläutert der Forschungsgruppenleiter Hudecek. Nun hat sein Team zusammen mit Wissenschaftlern der US-amerikanischen Krebsklinik Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSK) aus New York mit dem Wirkstoff Dasatinib einen vergleichsweise einfachen Weg identifiziert, die Aktivität der CAR-T-Zellen mit einer „pharmakologischen Fernbedienung“ zu steuern und vorübergehend auszuschalten, ohne sie dabei zu zerstören. Die ermutigenden Ergebnisse der Studie wurden Anfang Juli dieses Jahres in der US-amerikanischen Fachzeitschrift Science Translational Medicine publiziert.

Erfolge in präklinischen Tumormodellen

Dasatinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der für die Behandlung von Leukämie zugelassen ist. Tyrosinkinasen sind als Enzyme Teil des Rezeptorsystems der CAR-T-Zellen. Das Medikament hemmt diese Enzyme und blockiert damit einen wichtigen Schritt bei der Aktivierung der modifizierten Immunzellen.

„Wir haben die Wirkung von Dasatinib auf die CAR-T-Zellen zunächst sehr sorgfältig im Reagenzglas getestet. Dr. Katrin Mestermann, die Erstautorin der Studie, konnte dabei zeigen, dass es möglich ist, die CAR-T-Zellen aus- und wieder anzuschalten – und zwar ohne die CAR-T-Zellen zu zerstören und ohne die Anti-Tumor-Wirksamkeit in der ‚An-Phase‘ zu beeinträchtigen“, beschreibt Dr. Hudecek.

Unter Verwendung eines von den MSK-Forschern entwickelten CRS-Mausmodells stellten die Forscher fest, dass die Gabe von Dasatinib in der Initialphase des Zytokin-Sturms das Überleben von Mäusen von 25 % auf 70 % steigern kann. Darüber hinaus ist der Effekt auch hier reversibel und beeinträchtigt die langfristige Fähigkeit der CAR-T-Zellen zur Tumorabtötung nicht. „Wenn diese Ergebnisse auch bei Menschen Bestand haben, wird diese Studie einen erheblichen Einfluss auf die CAR-T-Zell-Therapie haben“, sagt Dr. Michel Sadelain, Direktor des Zentrums für Zelltechnologie am MSK und Co-Autor der Studie. Mit Dasatinib könnten CAR-T-Zellen vorübergehend aus- und dann wieder eingeschaltet werden, sobald der Nebeneffekt vorbei ist.

Michael Hudecek, der Hauptautor der Studie, und seine Mitautoren erwarten, dass „die Bewertung und Implementierung von Dasatinib als Kontrollmedikament bei der Immuntherapie mit CAR-T-Zellen sehr gut machbar sein sollten.“

Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW, kommentiert: „Diese in einem sehr hochrangigen Journal publizierte Arbeit belegt erneut das exzellente Forschungsprogramm zu CAR-T-Zellen der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Hudecek“.

Literatur:

K. Mestermann, T. Giavridis, J. Weber, J. Rydzek, S. Frenz, T. Nerreter, A. Mades, M. Sadelain, H. Einsele, M. Hudecek, The tyrosine kinase inhibitor dasatinib acts as a pharmacologic on/off switch for CAR-T cells. Sci. Transl. Med. 11, eaau5907 (2019).

 

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Universitäts-Frauenklinik Würzburg: Wanderausstellung zum Themenkreis familiärer Brust- und Eierstockkrebs

An der Würzburger Universitäts-Frauenklinik ist die Wanderausstellung „Ansichtssache“ zu Gast. In Fotos und kurzen Texten werden das Wissen und die sehr persönlichen Entscheidungen bei familiärem Brust-und Eierstockkrebs thematisiert.

 

In Deutschland erkranken jährlich rund 75.000 Frauen an Brustkrebs, weitere 8.000 an Eierstockkrebs. Die Ursachen bleiben bei den meisten Patientinnen unklar. Anders hingegen stellt sich die Situation für rund ein Fünftel der Erkrankten dar: Sie tragen eine genetische Veränderung, die ihr Erkrankungsrisiko stark erhöht und die auch an ihre Kinder vererbt werden kann. Insbesondere Veränderungen in den sogenannten BRCA-Genen (BReast CAncer, englisch für Brustkrebs) steigern das Risiko erheblich. In den betroffenen Familien kommen Krebserkrankungen deutlich häufiger vor und es sind eher junge Frauen betroffen.
Eine jetzt in der Würzburger Universitäts-Frauenklinik angekommene Wanderausstellung will Frauen darin unterstützen, persönliche Lebensperspektiven bei erblichem Krebsrisiko zu entwickeln, ihre Ängste mildern und eine individuelle Entscheidungshilfe sein.

Hervorgegangen aus einem Bildband

Hinter der Schau steht das „BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiärem Brust-und Eierstockkrebs“. Der Verein selbst Betroffener brachte im Jahr 2016 den Bildband „Ansichtssache. Wissen und Entscheidungen bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs" heraus. Fotografien von 17 Frauen und kurze Texte zeigen deren Umgang mit dem Wissen um das Risiko der Erkrankung sowie ihre Entscheidungen zu prophylaktischen Maßnahmen oder zur intensivierten Früherkennung. Neben den im Bildband wiedergegebenen Fotografien entstanden viele weitere Aufnahmen, die seither in der Wanderausstellung „Ansichtssache“ präsentiert werden.

Willkommene Hilfestellung

Vom 6. Juli bis 20. August 2019 ist diese in der Universitäts-Frauenklinik Würzburg zu Gast. „Wir wissen aus der täglichen Arbeit in unserem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs, welchen seelischen Belastungen und Entscheidungsnöten die Betroffenen ausgesetzt sind. Hier ist uns jede weitere seriöse und fundierte Hilfestellung, wie die Ausstellung ‚Ansichtssache‘, hoch willkommen“, sagt Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Universitäts-Frauenklinik. Neben Prof. Dr. Wöckel und Prof. Dr. Georg Ertl, dem Ärztlichen Direktor des UKW, werden Sabine Weimert als Vertreterin des BRCA-Netzwerk e.V. und Beate Beyrich von der Selbsthilfegruppe „Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.“ die Ausstellung am Donnerstag, den 18. Juli, um 17:00 Uhr eröffnen. Interessierte melden sich zur Vernissage bitte an unter E-Mail: roth_m@ ukw.de oder Tel: 0931/201-25252.
Die Schauwände im Verwaltungsgang und im Flur zum großen Hörsaal der Klinik sind von Montag bis Freitag von 8:30 bis 16.00 Uhr zugänglich.

 

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Ohne Leidenschaft geht es nicht

Barbara M. Braunger ist neue Professorin für Anatomie an der Universität Würzburg. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die Netzhaut. Sie sucht nach Wegen, den Verlust der Sehfähigkeit zu verhindern.

Sehen: Das ist vermutlich für jeden Menschen die wichtigste Sinneswahrnehmung, über die er verfügt. Die Sinneswahrnehmung Sehen beginnt in der Netzhaut, einem hoch spezialisierten Nervengewebe im hinteren Bereich des Auges. Um die Funktion der Nervenzellen der Netzhaut sicher zu stellen, ist auch eine ausreichende und gesunde Gefäßversorgung essentiell.

Erkrankungen der Gefäße des Auges, wie sie zum Beispiel bei der altersbedingten Makuladegeneration oder im Rahmen der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vorkommen, können folglich zur Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung führen. Auch genetische Ursachen einer Netzhautdegeneration, wie etwa im Fall der Retinopathia pigmentosa, führen zum Sehverlust.

Zwar kann der Verlauf dieser Erkrankungen mittlerweile zumindest teilweise therapeutisch abgemildert oder verzögert werden, verhindern kann man sie letztlich jedoch noch nicht. Denn bis heute sind die genauen Mechanismen, die zur Krankheitsausprägung führen, nicht vollständig verstanden.

Was Nervenzellen funktionsfähig hält

Dass es gar nicht so weit kommt, ist ein Ziel der Forschung von Barbara M. Braunger. Die Medizinerin ist neue Professorin am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Sie interessiert sich für Mechanismen, die für die Entwicklung und die Aufrechterhaltung von Gefäßen verantwortlich sind, sowie für neurodegenerative Erkrankungen des Auges. Beide Bereiche hängen eng zusammen: „Es geht immer um Struktur und Funktionalität der Netzhaut und um die Frage, was Nervenzellen funktionsfähig hält. Da gehören Gefäße zwangsläufig dazu“, sagt sie.

Sowohl die altersbedingte Makuladegeneration als auch die diabetische Retinopathie und die Retinopathia Pigmentosa zählen zu Braungers Forschungsschwerpunkten. Ihr Ziel ist es, auf molekularer Ebene  diejenigen Signalwege zu identifizieren, die das Augenlicht schützen. „Meine Forschung sucht nach dem Anfang dieser krankhaften Prozesse, sozusagen dem Stein, der alles ins Rollen bringt“, sagt sie. Wenn es gelinge, diesen Stein zu entdecken und zu stoppen, ließen sich möglicherweise alle folgenden Komplikationen verhindern.

Von der Klinik in die Wissenschaft

Barbara Braunger hat von 1998 bis 2005 Humanmedizin an der Universität Ulm studiert. Von dort wechselte sie zunächst in die Klinik – als Assistenzärztin an der Universitäts-Augenklinik in Erlangen – um sich zwei Jahre später der Wissenschaft zuzuwenden, zunächst als naturwissenschaftliche Doktorandin und anschließend Postdoktorandin am Lehrstuhl für Humananatomie und Embryologie der Universität Regensburg.

„Ich habe mich schon früh im Studium für Wissenschaft interessiert und mich deshalb auch für eine experimentelle Doktorarbeit entschieden“, sagt die Anatomin. In ihrer Promotion hat sie sich mit der Genetik des Prostatakrebs‘ befasst. Die Arbeit im Labor habe ihr so gut gefallen, dass schnell klar war: In diese Richtung soll es weitergehen. Als sich abzeichnete, dass der Spagat zwischen ärztlicher Tätigkeit in der Klinik und anspruchsvoller Forschung im Labor auf Dauer nicht mit der von ihr gewünschten Intensität durchzuhalten sei, habe sie deshalb der Wissenschaft den Vorzug gegeben.

Den passenden Ort dafür fand sie an der Universität Regensburg; dort bildeten Anatomie und Physiologie der Augen einen Forschungsschwerpunkt. Dazu passend untersuchte Braunger in ihrer zweiten, naturwissenschaftlichen Doktorarbeit die neuroprotektive Wirkung eines speziellen Proteins auf Photorezeptoren von Säugetieren. In ihrer Habilitation (2014) untersuchte sie den Einfluss des TGF-β-Signalwegs im Auge und forschte dafür am Schepens Eye Research Institute der Harvard Medical School in Boston (USA).

Für ihre Forschungsarbeiten wurde Barbara M. Braunger mehrfach ausgezeichnet; unter anderem mit dem Retina-Förderpreis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Nachwuchspreis der Anatomischen Gesellschaft 2014 sowie dem Makula Forschungspreis 2014 der Pro Retina Deutschland e. V. zur Verhütung von Blindheit.

Würzburg bietet ein exzellentes Umfeld

Im November 2017 folgte der Wechsel an die Universität Würzburg – zunächst vertretungsweise und seit April 2019 als reguläre Professorin. „Ich bin sehr glücklich, dass es Würzburg geworden ist“, sagt Braunger. Zum einen passe das Forschungsumfeld sehr gut zu ihren Bereichen: Die JMU biete ein exzellentes Umfeld, um hier ihre Themen weiter zu verfolgen und neue, spannende Projekte zu entwickeln; an Uni und Uniklinik gebe es zahlreiche Arbeitsgruppen und Forschungszentren, mit denen sie sich Kooperationen vorstellen könne. Zum zweiten gefalle ihr die Stadt sehr gut – ihre angenehme Atmosphäre und positive Energie: „Hier fühle ich mich wohl.“

Was die Lehre angeht, hat sich die Anatomin das langfristige Ziel gesetzt, die Studierenden zum selbstmotivierten Lernen zu bewegen und sie zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Fach anzuleiten. „Da ich selbst Medizinerin bin und als Ärztin klinisch tätig war, versuche ich meinen Anatomieunterricht stets so zu gestalten, dass zunächst die anatomischen Fakten besprochen werden und anschließend die Relevanz des eben vermittelten Wissens im Hinblick auf die spätere klinische Tätigkeit eingeordnet wird“, sagt sie.

Ohne Leidenschaft geht es nicht

Ist es sinnvoll, wenn angehende Ärztinnen und Ärzte im Studium zuerst in Kontakt mit Leichen kommen – lange bevor sie auf reale Patienten treffen? Dieser immer mal wieder aufflackernden Diskussion kann Barbara Braunger wenig abgewinnen. Die Arbeit im Team im sogenannten „Makroskopisch-Anatomischen Kurs“, das Einüben manueller Fähigkeiten beim Präparieren, die konkreten Erfahrungen im Dreidimensionalen sollten Studierende ihrer Meinung nach „je früher desto besser“ erleben.

Und welche Eigenschaften sollten Studierende mitbringen, die einen ähnlichen Weg einschlagen wollen wie sie? „Man muss brennen für die Wissenschaft und Leidenschaft für ein Thema mitbringen“, sagt sie. Denn dieser Weg sei nicht immer einfach, aber die Belohnung dafür stelle sich dann ein, wenn man einen Durchbruch erzielt, Dinge versteht, die vorher unverständlich waren. „Dann fügt sich alles zusammen“, sagt sie.

Kontakt

Prof. Dr. Dr. Barbara Braunger, Institut für Anatomie und Zellbiologie
T: +49 931 31-84387, barbara.braunger@ uni-wuerzburg.de

Uniklinikum Würzburg: Forum liefert Topaktuelles zum Multiplem Myelom

Am Donnerstag, den 25. Juli 2019, informieren Experten des Uniklinikums Würzburg über Neuigkeiten in der Erforschung und Behandlung des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks: Zum achten Mal wendet sich das Myelom-Forum an Patienten, Angehörige und alle sonstigen Interessierten.

 

Das Uniklinikum Würzburg (UKW) ist eines der europaweit führenden Zentren bei der Behandlung von Multiplem Myelom (MM). Außerdem gehört diese bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks zu den Forschungsschwerpunkten der Medizinischen Klinik und Poliklinik II und des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken. Diese Expertise – und die Fähigkeit, auch komplexe medizinische Zusammenhänge laienverständlich darzustellen – führen dazu, dass Patienten, Angehörige und sonstig Interessierte aus ganz Deutschland seit Jahren zu den am UKW veranstalteten Myelom-Foren kommen. Am Donnerstag, den 25. Juli 2019, findet die achte Neuauflage statt. Ab 16:00 Uhr stellen die Krebsspezialisten des Klinikums in der Gaststätte „B. Neumann“ am Würzburger Residenzplatz neue Forschungserkenntnisse sowie aktuelle Therapiemethoden vor.

Neuigkeiten aus internationalen Kongressen

„Seit dem letzten Myelom-Forum fanden wieder wichtige internationale Kongresse – wie der Amerikanische Krebskongress in Chicago, der europäische Hämatologenkongress und das jährliche Strategietreffen der International Myeloma Working Group, beide in Amsterdam – statt“, berichtet Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW. Der renommierte Tumorexperte fährt fort: „Bei unserem Forum fassen wir die dort präsentierten Entwicklungen allgemeinverständlich zusammen und erläutern deren Auswirkungen auf die aktuellen Behandlungs- und Diagnosestrategien.“ Ein Schwerpunktthema wird dabei der Einsatz von Immuntherapien bereits in der Primärtherapie des MM sein. Außerdem werden neue Möglichkeiten vorgestellt, wie anhand der Erbsubstanz der Tumorzellen die Prognose optimiert und die Therapie noch besser festgelegt werden kann. „Darüber hinaus werden die Referenten auch völlig neue Behandlungsansätze präsentieren“, kündigt Prof. Einsele an.

So trägt das Uniklinikum Würzburg zur Vermehrung des Wissens bei

Neben diesem Überblick über das weltweite Forschungsgeschehen werden die UKW-Spezialisten auch ganz konkret aus den Würzburger Forschungslabors berichten. Themen sind hier zum Beispiel neue Studienergebnisse mit bispezifischen Antikörpern, aktuelle Konzepte zur Verbesserung der CAR-T-Zell-Therapie sowie neue, sehr gezielte Behandlungsmöglichkeiten.

Außerdem werden sie darstellen, wie derzeit die Häufigkeiten der Myelomerkrankung sind, wie sie sich verändern werden, wie die Lebenserwartung des Patienten unter den jetzigen Therapien aussieht und wie sie sich in der Zukunft hoffentlich noch weiter dramatisch verbessern wird.

Antworten auf persönliche Fragen

Wie in den vergangenen Jahren auch, wird eine Diskussion den Zuhörerinnen und Zuhörern Gelegenheit geben, von qualifizierter Seite Antworten auf persönliche Fragen zu erhalten. Ebenfalls schon gute Tradition sind die begleitenden Infostände, die eine unkomplizierte Kontaktaufnahme mit Selbsthilfegruppen und weiteren Initiativen ermöglichen.


Anmeldung erforderlich

Die Teilnahme am 8. Myelom-Forum Würzburg ist kostenlos. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bitten die Veranstalter allerdings um eine Anmeldung im Sekretariat von Prof. Hermann Einsele unter Tel: 0931/201-40001 oder bei der Organisatorin Gabriele Nelkenstock unter E-Mail: info@ kampfgegenkrebs.de. Eine Übersicht über die Vortragsthemen und deren Referenten gibt es unter www.ukw.de, Rubrik „Veranstaltungen“.

Kastentext:

Über das Multiple Myelom

Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.

 

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Assistenzärztinnen aus Tansania am Uniklinikum Würzburg weitergebildet

Fast einen Monat lang wurden zwei Assistenzärztinnen aus Würzburgs Partnerstadt Mwanza/Tansania am Uniklinikum Würzburg in speziellen Bereichen der Anästhesiologie weitergebildet.

 

Das Bugando Medical Centre (BMC) ist die Partnerklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) in Würzburgs Partnerstadt Mwanza/Tansania. „Zur Vervollständigung der anästhesiologischen Facharztweiterbildung im BMC laden wir von Zeit zu Zeit Assistenzärztinnen und -ärzte des letzten Weiterbildungsjahres zu uns ein. Hier können sie Erfahrungen in Anästhesiebereichen sammeln, die in ihrem Heimatkrankenhaus nicht so stark vertreten sind, wie zum Beispiel Regionalanästhesie, Kinderanästhesie sowie die Anästhesie bei Herz- oder Gehirnoperationen“, sagt Dr. Daniel Röder. Jüngst organisierte der Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie die Hospitation von Dr. Debora Madyedye und Dr. Fatma Said am UKW. Die beiden Assistenzärztinnen waren vom 4. bis 31. Mai 2019 in Würzburg und gewannen viele wertvolle Eindrücke aus dem Arbeitsalltag der hiesigen Anästhesie-Ärztinnen und -Ärzte der entsprechenden Klinikbereiche.

Erfahrungen und Erkenntnisse der Gäste

„Wir wurden am Uniklinikum sehr freundlich empfangen“, berichtete Dr. Debora Madyedye am Ende ihres Würzburgaufenthalts und fuhr fort: „Die Kollegen waren sehr hilfsbereit und haben uns über viele vor Ort bereits etablierte Maßnahmen informiert, wie zum Beispiel das postoperative Schmerzmanagement oder die Prämedikation von Kindern. Auch wir am BMC sollten den Patienten, insbesondere den Kindern, noch häufiger durch entsprechend beruhigende Medikamente die Angst vor ihrer Operation nehmen.“ Eine weitere Erkenntnis von Dr. Madyedye aus der Hospitation: „Wir werden künftig am BMC noch deutlich mehr Patienten vor der Operation visitieren – das ist in unserem System leider nicht verpflichtend.“ Ihre Kollegin Dr. Said lobte: „Das UKW ist ein großes Klinikum mit vielen Studierenden, aber es ist nie überfüllt. Jeder Student hat genug Gelegenheit, am Patienten zu lernen. Für mich persönlich war es unter anderem wertvoll, neue Eingriffe kennenzulernen, wie beispielsweise offene Herzoperationen.“

Der Aufenthalt der beiden Ärztinnen wurde finanziert von der Initiative „Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gemeinsam mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung getragen wird. Hintergrund der Anästhesie-Weiterbildungsinitiative ist, die Anzahl der Anästhesie-Fachärzte in Tansania zu erhöhen. Aktuell findet man im gesamten Land nicht mehr als 25 ausgebildete Anästhesist/innen, die meisten Narkosen werden dort von Pflegekräften durchgeführt. Auch am Bugando Medical Centre arbeiten lediglich zwei fest angestellte Fachärzte für Anästhesiologie.

Ausstellung am Uniklinikum Würzburg: Selbstbilder – Kunst und Therapie mit Kindern und Jugendlichen

Die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg präsentiert in einer Ausstellung Werke aus der kunsttherapeutischen Arbeit mit jungen Patienten.

 

Eine Ausstellung in der Magistrale des Zentrums für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Oberdürrbacher Straße gibt ab 18. Juli dieses Jahres Einblicke in die kunsttherapeutische Arbeit mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen im klinischen Kontext. Veranstalter der Bilderausstellung mit dem Titel „Selbstbilder“ ist die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP). Deren Direktor, Prof. Dr. Marcel Romanos, erläutert: „Für junge Menschen in Krisensituationen kann die künstlerische Gestaltung ein Weg sein, sich auch ohne Worte auszudrücken. Die präsentierten Bilder verkörpern eigene Erlebniswelten und zeigen die Einzigartigkeit jedes Patienten.“ Zum zweiten Mal findet diese Ausstellung mit neuen Werken statt: Schon vor fünf Jahren gab es – damals als UKW-Premiere – eine vergleichbare Veranstaltung, die auf hohes Interesse stieß.

Die Vernissage findet am Donnerstag, den 18. Juli, um 18:30 Uhr statt. Neben Gruß- und Einführungsworten von Prof. Dr. Georg Ertl, dem Ärztlichen Direktor des UKW, von Prof. Romanos sowie von der Kunsttherapeutin Burghilt Henzel wird es dabei auch ein Gespräch mit einer ehemaligen Patientin der KJPPP geben.

Die „Selbstbilder“ sind bis zum 17. Dezember 2019 zu sehen.

 

 

Der Rotary Club Würzburg-Residenz unterstützt die Klinik am Greinberg

Der Rotary Club Würzburg-Residenz fördert die Anschaffung von speziellem Therapiematerial an der Klinik am Greinberg in Würzburg. Dazu überreichte der Rotary Club dem Menschenskinder e.V. eine Spende von 1.500 Euro.

 

In der Klinik am Greinberg in Würzburg werden in Trägerschaft des Bezirks Unterfranken auf 15 Therapieplätzen Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen stationär behandelt, die zusätzlich schwer körperlich oder geistig behindert sind oder unter einer hochgradigen Seh- oder Hörschwäche leiden. Für die Anschaffung von hierbei benötigtem, speziellen Therapiematerial stellte der Rotary Club Würzburg-Residenz dem Verein Menschenskinder kürzlich eine Spende von 1.500 Euro zur Verfügung. „Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag dazu leisten können, die Versorgung der hier behandelten Kinder und Jugendlichen zu verbessern“, betonte der Präsident des Clubs, Dr. Jürgen Plötz, bei der Spendenübergabe in der Klinik. „Wir sind hocherfreut, dass sich der Rotary Club Würzburg-Residenz auch für Kinder einsetzt, die in der Gesellschaft häufig kaum eine Lobby haben“, erklärte im Gegenzug Prof. Dr. Marcel Romanos, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) des Uniklinikums Würzburg und erste Vorsitzende des Vereins Menschenskinder. Zusammen mit dem zuständigen Oberarzt, Dr. Tim Güntzel, sowie dem leitenden Oberarzt der Klinik, Privatdozent Dr. Timo Vloet, dankte er dem Rotary Club Würzburg-Residenz herzlich für die großzügige Unterstützung.