Im regionalen Netzwerk zum Cochlea-Implantat

Nach der Operation: Versorgung Hand in Hand / Mehr als 3.500 Implantationen durchgeführt

Würzburg. Wenn selbst optimal angepasste Hörgeräte kein ausreichendes Sprachverstehen mehr ermöglichen, kann ein Cochlea-Implantat (CI) eine Option sein. Doch die Aussicht auf eine Operation wirft viele Fragen auf. Um den Betroffenen eine frühzeitige Orientierung zu geben, bietet das Uniklinikum Würzburg (UKW) zusammen mit Hörakustik-Unternehmen aus Würzburg und Umgebung seit einigen Jahren gemeinsame Beratungstermine an. Dieses hilfreiche regionale Netzwerk soll in Zukunft nach Möglichkeit noch ausgebaut werden. Wie eine solche Serviceleistung aussehen kann, zeigt das Beispiel der jetzt einjährigen Zusammenarbeit mit dem Hörakustik-Fachgeschäft Trabert. 

Drei Perspektiven an einem Tisch

Bei den Terminen im Würzburger Traditionsunternehmen in der Theaterstraße kommen medizinische Expertise, hörakustische Beratung und persönliche Erfahrung zusammen. So steht für medizinische Fragen Privatdozent Dr. Johannes Völker, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten sowie Geschäftsführer des Comprehensive Hearing Centers (CHC) Würzburg, zur Verfügung. Das Hörakustik-Team von Trabert ordnet die bisherige Hörgeräteversorgung sowie die technischen Aspekte ein. Zusätzlich berichtet eine erfahrene CI-Trägerin aus dem Alltag mit dem Implantat. Das Gespräch ist unverbindlich und bietet eine erste Information. Es ersetzt weder die fachärztliche Untersuchung noch die vollständige CI-Diagnostik. Laut Dr. Völker ist das Ziel vielmehr, Unsicherheiten abzubauen und zu klären, ob eine Vorstellung im spezialisierten Hörzentrum des UKW der nächste sinnvolle Schritt sein könnte. „Ein Cochlea-Implantat kann bei passender Indikation das Sprachverstehen verbessern. Ob es im Einzelfall sinnvoll ist, lässt sich jedoch erst nach einer umfassenden medizinischen und audiologischen Diagnostik beurteilen. Ebenso wichtig ist eine realistische Darstellung der individuellen Chancen und Grenzen“, betont Völker. Das UKW versorgt seit 1991 Menschen mit Cochlea-Implantaten. Seither wurden dort mehr als 3.500 Implantationen durchgeführt.

Nach der Operation: Versorgung Hand in Hand

Eine CI-Versorgung endet nicht mit der Operation. Das Hören mit dem Implantat ist zunächst ungewohnt; Hören und Sprachverstehen müssen schrittweise trainiert werden. Die lebenslange medizinische und audiologische Nachsorge bleibt deshalb im CHC verankert. Dort werden unter anderem die Hör- und Sprachentwicklung kontrolliert und die Sprachprozessoren optimiert.

Im Rahmen der Kooperation ergänzt Trabert die Versorgung in enger Abstimmung mit dem CI-Zentrum um eine wohnortnahe technische Betreuung. Dazu gehören Feinanpassungen des Sprachprozessors sowie Unterstützung bei Apps, Zubehör, Ersatzteilen, Reparaturen und Fragen zum alltäglichen Umgang mit der Hörtechnik. Medizinische, audiologische und technische Betreuung sollen so verlässlich ineinandergreifen. „Viele technische Fragen entstehen erst im Alltag. Wenn Klinik und Hörakustik eng abgestimmt arbeiten, erhalten Betroffene schnell die passende Unterstützung – vom Ersatzteil bis zur Prozessoreinstellung“, sagt Philipp Trabert, Ingenieur der Hörakustik bei „Trabert – Meine Hörwelt“.

Netzwerk weiter ausbauen

„Nach den guten Erfahrungen aus über 100 Beratungsgesprächen bei Trabert und anderen mit uns kooperierenden Fachgeschäften in den letzten drei Jahren wollen wir jetzt unser Netzwerk mit den regionalen Hörakustik-Firmen sowie den niedergelassenen HNO-Ärztinnen und -Ärzten noch deutlich weiter ausbauen“, berichtet Völker. Deshalb lädt die HNO-Klinik des UKW am 14. Oktober 2026 Vertreterinnen und Vertreter aus diesen Zielgruppen zum Netzwerktreffen „Hören – innovativ denken: vernetzt, individuell“ ein. Weitere Details finden sich unter www.ukw.de/hno-klinik, Rubrik „Veranstaltungskalender“.

Zur Absprache eines Beratungstermins kontaktieren Menschen mit stark eingeschränktem Sprachverstehen Trabert – Meine Hörwelt unter Tel. 0931 304187-17 oder E-Mail: wuerzburg@trabert.info. Für eine spezialisierte Hörimplantate-Diagnostik, Beratung und lebenslange Nachsorge steht das Comprehensive Hearing Center Würzburg des UKW unter Tel. 0931 201-21777 oder E-Mail: chc@ukw.de zur Verfügung.

Gemeinsam Orientierung geben (von links): CI-Trägerin Karola Bicking, PD Dr. Johannes Völker und Philipp Trabert sprechen mit einem Interessenten über Chancen, Grenzen und den weiteren diagnostischen Weg einer möglichen CI-Versorgung.  Foto: A. Trabert
Gemeinsam Orientierung geben (von links): CI-Trägerin Karola Bicking, PD Dr. Johannes Völker und Philipp Trabert sprechen mit einem Interessenten über Chancen, Grenzen und den weiteren diagnostischen Weg einer möglichen CI-Versorgung. Foto: A. Trabert

Gemeinsam Orientierung geben (von links): CI-Trägerin Karola Bicking, PD Dr. Johannes Völker und Philipp Trabert sprechen mit einem Interessenten über Chancen, Grenzen und den weiteren diagnostischen Weg einer möglichen CI-Versorgung. Foto: A. Trabert