Würzburg. Explosions-, Schuss- und Brandverletzungen, Polytraumata sowie ausgedehnte Knochen- und Weichteildefekte stellen die Medizin in Kriegszeiten vor besondere Herausforderungen. Häufig sind mehrere Organe und Körperregionen gleichzeitig betroffen, die Behandlung erstreckt sich über verschiedene chirurgische Fachgebiete und mehrere Versorgungsstufen. Hinzu kommen erschwerte Evakuierungsbedingungen und die Frage, wie eine langfristige Versorgung und Rekonstruktion schwerster Verletzungen gelingen kann.
Mit diesen Themen beschäftigt sich die Konferenz „Multidisziplinäre chirurgische Versorgung der Zivilisten und verletzten Soldaten in Kriegszeiten“ am Freitag, 6. November 2026, am Uniklinikum Würzburg (UKW). Die von der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Thorakale Gefäßchirurgie organisierte Veranstaltung findet von 8:30 bis 18:00 Uhr im Hörsaal des Zentrums Operative Medizin (ZOM), Oberdürrbacher Straße 6, statt.
Ukrainische und deutsche Erfahrungen zusammenführen
Im Mittelpunkt steht der fachübergreifende Austausch zwischen ukrainischen und deutschen Medizinerinnen und Medizinern. Die ukrainischen Fachleute berichten über Erkenntnisse, die sie bei der Behandlung von Kriegsverletzten unter den Bedingungen des seit 2022 andauernden Krieges gesammelt haben. Deutsche Expertinnen und Experten bringen unter anderem ihre Erfahrungen mit nach Deutschland evakuierten Patientinnen und Patienten sowie mit den Möglichkeiten und Grenzen ihrer weiteren Behandlung ein.
Das Programm verdeutlicht, wie breit das Spektrum der notwendigen medizinischen Expertise ist. Es reicht von der Herz-, Allgemein- und Viszeralchirurgie über die Neurochirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie bis hin zur Intensiv- und Notfallmedizin. Thematisiert werden unter anderem die Versorgung von Polytraumata und deren Spätfolgen, komplexe Verletzungen innerer Organe, Verbrennungen und Weichteildefekte sowie rekonstruktive Verfahren. Auch die Entscheidung zwischen Extremitätenerhalt und Amputation sowie der Umgang mit multiresistenten Keimen spielen eine Rolle.
Von der Evakuierung bis zur langfristigen Versorgung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Versorgungskette schwer verletzter Soldaten und Zivilisten. Diskutiert werden die unterschiedlichen Etappen der Evakuierung und die Frage, wie die medizinische Behandlung über verschiedene Versorgungsstufen hinweg organisiert werden kann. Darüber hinaus richtet die Konferenz den Blick auf die Vorbereitung von Krankenhäusern in Deutschland auf mögliche Anforderungen im Rahmen der Bündnis- oder Landesverteidigung.
Die Teilnahme an der Konferenz kostet regulär 20 Euro. Wichtig ist eine Anmeldung bis zum 20. Oktober 2026 bei der Ukrainischen Ärztevereinigung in Deutschland (UÄVD) per E-Mail an orguaevd@gmx.de.
Weitere Details zu den Vortragsthemen und den Referierenden finden sich unter www.ukw.de/herz-thorax-chirurgie, Rubrik „Veranstaltungskalender“.
Text: Pressestelle / UKW