Die MS Wissenschaft ist ein 100 Meter langes Binnenfrachtschiff, das aktuelle Forschung als schwimmende Ausstellung in verschiedene Städte bringt. Seit Mai ist sie im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2026 unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ unterwegs und steuert insgesamt rund 35 Städte an. An Bord sind rund 30 Ausstellungsstücke zu sehen.
Mit dabei ist in diesem Jahr auch ein Würzburger Exponat zu sogenannten CAR-T-Zellen. Das sind Immunzellen, die für die Behandlung von Krebs mit einem besonderen Rezeptor ausgestattet werden, der es ihnen erlaubt, Krebszellen zu erkennen und gezielt zu zerstören.
Wie genau das funktioniert, können Gäste auf der MS Wissenschaft selbst nachvollziehen: Auf einem großen, berührungsempfindlichen Tisch stellen sie eigene CAR-T-Zellen zusammen. Mit dem passenden Rezeptor, dem „CAR“ (steht für: „chimärer Antigenrezeptor“), erhalten die Immunzellen eine „Superkraft“, um Krebszellen zu zerstören.
Entwickelt wurde das Exponat von einem interdisziplinären Team des Universitätsklinikums Würzburg (UKW), der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig. Es macht Krebsforschung und Immuntherapie für ein breites Publikum anschaulich und lädt dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Krebsforschung und Immuntherapie spielerisch vermitteln
„Das CAR-T-Zell-Spiel ist entlang der Strecke der MS Wissenschaft bereits auf großes Interesse gestoßen“, freut sich Professor Michael Hudecek, Inhaber des Lehrstuhls für Zelluläre Immuntherapie am Universitätsklinikum und Leiter der Außenstelle Würzburg des IZI. „Wir haben schon viele Rückmeldungen von Besucherinnen und Besuchern bekommen, aber auch von Patientinnen und Patienten. Umso mehr freuen wir uns jetzt auf den Stopp in Würzburg: Hier ist ein großer Teil der Forschung entstanden, die wir mit dem Exponat sichtbar machen.“
In einem gemeinsamen Projekt haben Teams der beiden Würzburger Lehrstühle für Immuntherapie und für Games Engineering das Spiel innerhalb von rund vier Monaten konzipiert, entwickelt und programmiert. Die technische Umsetzung übernahm die Games-Engineering-Studentin Marie Schramm im Rahmen ihrer Bachelorarbeit in der Gruppe von Professor Sebastian von Mammen.
Die Idee für das Spiel stammt von Annika Dressler vom Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie. Die Spiel-Konzeptionierung und die wissenschaftliche Leitung übernahm Thomas Däullary. Christina Bornschein war für die organisatorische Leitung und Kommunikation verantwortlich. Beide arbeiten am Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie. Nach der Tour des Ausstellungsschiffs will das Team das Projekt weiterentwickeln und zusätzlich strategischer ausrichten, sodass es über mehrere Level spielbar ist und noch komplexere Zusammenhänge vermittelt.
Finanziert wurde das Exponat mit Unterstützung vom Comprehensive Cancer Center Allianz WERA (CCC WERA), dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA, der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, PlasmidFactory GmbH, Miltenyi Biotec und Johnson & Johnson.
Veranstaltungen an Bord
An Bord der MS Wissenschaft finden mehrere kostenfreie Veranstaltungen für die Öffentlichkeit statt, die vom Universitätsklinikum, der Julius-Maximilians-Universität und von der Fachzeitschrift Vogel IT Medien organisiert werden. Da die Plätze auf dem Schiff begrenzt sind, ist eine Teilnahme am 9. und 10. September nur mit vorheriger Anmeldung möglich (siehe Anmeldeseiten):
- 8. September, 16 bis 17 Uhr: Dialog an Deck: „KI gegen Krebs“ - Von Daten zu Therapien: Wie KI und IT die Krebsforschung verändern [Link: https://ms-wissenschaft.de/de/veranstaltungen/dialog-an-deck-ki-gegen-krebs-von-daten-zu-therapien-wie-ki-und-it-die-krebsforschung-ver%C3%A4ndern/]
- 9. September, 17 bis 19 Uhr: Dialog an Deck: Von der Forschung in die Klinik: Wie Innovation entsteht [Link: https://ms-wissenschaft.de/de/veranstaltungen/dialog-an-deck-von-der-forschung-in-die-klinik-wie-innovation-entsteht/]
- 10. September, 20 bis 21 Uhr: Science Slam und Open Mic rund um das Thema Medizin der Zukunft [Link: https://ms-wissenschaft.de/de/veranstaltungen/science-slam-und-open-mike-rund-um-das-thema-medizin-der-zukunft/]
Die MS Wissenschaft
Die MS Wissenschaft ist seit Mai 2026 auf Tour. Von Berlin aus führte die Route des 100 Meter langen Frachtschiffs zunächst nach Polen, anschließend durch Deutschland und Österreich. Insgesamt werden rund 35 Städte angelaufen. Der Eintritt ist frei. Jedes Jahr besuchen etwa 100.000 Menschen die Ausstellung, darunter viele Schulklassen und Familien. Die MS Wissenschaft wird realisiert von der Wissenschaft im Dialog gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Der letzte Deutschland-Stopp ist vom 8. bis 11. September 2026 in Würzburg. Die schwimmende Ausstellung liegt in dieser Zeit in der Nähe der Mainkuh, Höhe Felix-Freudenberger-Platz (Koordinaten 49.789326, 9.927181).
Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 24. August 2026