Aktuelles aus Studium und Lehre

Israelische Medizinstudentinnen waren am Uniklinikum Würzburg zu Gast

In den ersten Wochen dieses Jahres sammelten fünf Studentinnen der Technion-Universität in Haifa praktische Erfahrungen am Uniklinikum Würzburg. Für die Zukunft ist geplant, nicht nur den Austausch in der Lehre, sondern auch die wissenschaftliche Kooperation der Würzburger Universitätsmedizin mit der renommierten Technischen Universität Israels auszubauen.

 

Israelische Medizinstudentinnen sowie zwei Medizinstudentinnen aus Japan mit Prodekan, ehemaliger Prodekan und Vertreterin aus der Medizinischen Fakultät.
Von links: Prof. Dr. Andreas Buck (Prodekan für Internationale Angelegenheiten), Adi Goldring, Noa Arbel, Romi Gleicher und Alma Barry (alle vier Technion-Universität, Haifa), Prof. Dr. Jürgen Deckert (Seniorprofessor, ehem. Prodekan für Internationale Angelegenheiten), Lee Kaniel (Technion-Universität, Haifa) sowie Barbara Moll (Medizinische Fakultät). In der ersten Reihe kniend: Yuka Yamazato und Mizuki Sakimoto, zwei Medizinstudentinnen aus Japan, die zeitgleich im Rahmen des Nagasaki-Würzburg-Austauschs in der unterfränkischen Universitätsstadt sind. © Andreas Buck / UKW

Würzburg. Adi, Alma, Lee, Noa und Romi – so heißen fünf Medizinstudentinnen der israelischen Technion-Universität, die ab Anfang Januar dieses Jahres am Uniklinikum Würzburg (UKW) eine sechswöchige Ausbildung absolvierten. An ihrer Heimatuniversität in der Hafenstadt Haifa sind sie im sechsten und damit letzten Studienjahr. „Ziel ihres Aufenthalts in Würzburg war es, ihr bis dato erlerntes Wissen zu vertiefen und anzuwenden – ähnlich wie im deutschen Praktischen Jahr“, schildert Prof. Dr. Andreas Buck. Der Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik des UKW ist seit 2023 Prodekan für Internationale Angelegenheiten der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Studentinnen waren am UKW in der Dermatologie, der Gynäkologie, der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, der Augenheilkunde, der Transplantationschirurgie und der Psychiatrie tätig. 

„Das Feedback der Nachwuchsmedizinerinnen zum Lehrangebot ist ausgezeichnet“, freut sich Andreas Buck und fährt fort: „Außerdem lobten sie den freundlichen Kontakt zur Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg, die unsere Gäste in das Gemeindeleben einbezog.“

Wiederaufnahme von früheren Kontakten

Angestoßen wurden die Kooperationsideen der Würzburger Universitätsmedizin mit der Technion-Universität schon vor einigen Jahren von Prof. Dr. Jürgen Deckert, dem Vorgänger von Andreas Buck als Prodekan für Internationale Angelegenheiten. „Bedingt durch die Corona-Pandemie ist der Kontakt dann aber leider wieder abgebrochen“, berichtet der ehemalige Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am UKW. Umso mehr sei er jetzt als Seniorprofessor froh und dankbar, dass 80 Jahre nach dem Holocaust sowohl der studentische Austausch als auch die wissenschaftliche Kooperation möglich sind und mit neuem Elan vorangetrieben werden. Und Prof. Buck kommentiert: „Die Technion-Universität ist eine exzellente, technisch ausgerichtete Bildungs- und Forschungseinrichtung, die geeignet ist, das Portfolio der Würzburger Universitätsmedizin in vielerlei Hinsicht zu bereichern. Aktuell laufen als nächster wichtiger Schritt die Abstimmungen zu wechselseitigen Besuchen der jeweiligen Medizinischen Fakultäten.“

Der Austausch ergänzt die bereits seit längerem bestehenden Austauschprogramme mit Universitäten vor allem in Nagasaki/Japan und Mwanza/Tansania, aber auch anderen Universitäten weltweit.

Text: Pressestelle / UKW
 

Israelische Medizinstudentinnen sowie zwei Medizinstudentinnen aus Japan mit Prodekan, ehemaliger Prodekan und Vertreterin aus der Medizinischen Fakultät.
Von links: Prof. Dr. Andreas Buck (Prodekan für Internationale Angelegenheiten), Adi Goldring, Noa Arbel, Romi Gleicher und Alma Barry (alle vier Technion-Universität, Haifa), Prof. Dr. Jürgen Deckert (Seniorprofessor, ehem. Prodekan für Internationale Angelegenheiten), Lee Kaniel (Technion-Universität, Haifa) sowie Barbara Moll (Medizinische Fakultät). In der ersten Reihe kniend: Yuka Yamazato und Mizuki Sakimoto, zwei Medizinstudentinnen aus Japan, die zeitgleich im Rahmen des Nagasaki-Würzburg-Austauschs in der unterfränkischen Universitätsstadt sind. © Andreas Buck / UKW

KIPS: KI-basierte Patientensimulation in der Lehre

Universitätsklinikum Würzburg startet mit KIPS ein Leuchtturmprojekt

Collage einer Gesprächssituation- links ein Student, rechts die Ansicht des Monitors mit KI-Patient und Benutzeroberfläche mit Gesprächsstruktur und digitalen Unterstützungsmöglichkeiten.
Im Projekt KIPS führen Studierende die Gespräche vor einem PC, Tablet oder Smartphone mit virtuellen Patientinnen und Patienten, die den Eindruck erwecken, per Video zugeschaltet zu sein. © Projekt KIPS / Alexander Zamzow

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) festigt seine Position als Innovationstreiber in der medizinischen Ausbildung und startet das Projekt „KIPS” (KI-basierte Patientensimulation). In einer multizentrischen Kooperation zwischen dem Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung am UKW, der Technischen Universität München (TUM) am Campus Heilbronn sowie Experten für medizinische KI vom Inselspital Bern (Schweiz) wird eine skalierbare Trainingsplattform auf Basis von Large Language Models (LLMs) entwickelt. Mit KIPS sollen Studierende die Gelegenheit erhalten, ihre Kommunikationsfertigkeiten zu trainieren und gleichzeitig die klinische Entscheidungsfindung schulen. 

Würzburg / Heilbronn / Bern. Simulierte Patientengespräche sind ein fester Bestandteil der medizinischen Ausbildung. Dabei schlüpfen Schauspielpersonen die Rolle von Patientinnen und Patienten und führen Konsultationsgespräche mit Medizinstudierenden. Neben der medizinischen Gesprächsführung lernen die Studierenden, Empathie zu zeigen, aktiv zuzuhören und nonverbale Signale zu deuten. Sie üben, auf unterschiedliche Persönlichkeiten, Emotionen und kulturelle Hintergründe einzugehen, und lernen, schwierige Situationen wie das Überbringen schlechter Nachrichten, Unsicherheit oder Konflikte professionell zu bewältigen. Zudem erhalten sie strukturiertes Feedback, das ihnen hilft, ihr eigenes Auftreten zu reflektieren und kontinuierlich zu verbessern. Das Training mit menschlichen Schauspielenden ist jedoch kostenintensiv und schwer skalierbar.

Vom Hackathon zum Forschungsprojekt

Das Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung am UKW stellte sich deshalb die Frage: „Kann KI das Arzt-Patienten-Gespräch trainieren?” Hacker, die sich im März 2025 zum zweiten Healthcare-Hackathon in Würzburg versammelten, suchten nach einer Antwort. Innerhalb von 24 Stunden entwickelte ein interdisziplinäres Team im Zentrum für Digitale Innovationen (ZDI) einen Proof of Concept, der das Potenzial generativer KI für die medizinische Gesprächsführung aufzeigte. Mithilfe fortgeschrittener Methoden der Spracherkennung und -wiedergabe sowie eines speziell modifizierten Large Language Models (LLM) kam man einem Arzt-Patienten-Gespräch auf der verbalen Ebene bereits sehr nahe. Das formalisierte Projekt KIPS (KI-basierte Patientensimulation) überführt diesen Prototypen nun in eine wissenschaftlich validierte Lehranwendung zur systematischen Vermittlung ärztlicher Gesprächsführung. 

Simulation in der medizinischen Ausbildung braucht neue Ideen und moderne Werkzeuge. Dass Studierende mit virtuellen Patientinnen und Patienten echte Gespräche führen können, war bislang nicht möglich. Genau hier setzt unser Projekt an“, sagt Prof. Dr. Sarah König, Leiterin des Instituts für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung.

Objektives, metrikbasiertes Feedback zu Empathie, fachlicher Korrektheit und Gesprächsstruktur ist Alleinstellungsmerkmal

Ein Large Language Model (LLM) ist ein System der künstlichen Intelligenz, das darauf trainiert ist, Sprache zu verstehen, zu verarbeiten und zu erzeugen. Im Rahmen von KIPS kann es daher realistische Arzt-Patienten-Dialoge in Echtzeit simulieren. Die KI übernimmt dabei die Rolle des Patienten, reagiert auf verbale Eingaben der Studierenden und generiert anschließend ein objektives, metrikbasiertes Feedback zu Empathie, fachlicher Korrektheit und Gesprächsstruktur. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal. 

Neu ist zudem der longitudinale Aufbau: Studierende können die virtuellen Patienten innerhalb eines stationären Aufenthaltes über mehrere Visiten hinweg begleiten und die Auswirkungen von Maßnahmen, wie etwa die Anordnung eines neuen Medikaments, erkennen und reflektieren. 

„Bei KIPS geht es nicht darum, Gespräche mit (Schauspiel-)Patienten in der medizinischen Ausbildung zu ersetzen – diese werden immer die wichtigste Säule des Anamnesetrainings bleiben. Wir wollen jedoch aufzeigen, welche zusätzlichen Möglichkeiten die Technologie bietet, insbesondere in Bezug auf Skalierbarkeit, strukturiertes Gesprächsfeedback und das Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns“, erklärt Alexander Zamzow, ärztlicher Projektleiter „KIPS“ an der Lehrklinik Würzburg, die didaktische Innovation. 

Erweiterung des Trainingsangebots für zusätzliche Berufsgruppen

Die Relevanz kompetenter Gesprächsführung erstreckt sich jedoch nicht nur auf die ärztliche Tätigkeit, sondern auf alle akademischen und nicht-akademischen Gesundheits- und Heilberufe. Daher ist im weiteren Projektverlauf eine Erweiterung des Trainingsangebots für zusätzliche Berufsgruppen vorgesehen. So soll das System beispielsweise an die Bedürfnisse der Hebammenwissenschaft angepasst werden, um auch in diesem Bereich frühzeitig interprofessionelle Synergien zu entwickeln.

Maßgebliche Förderung durch die Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp

Die Realisierung dieses zukunftsweisenden Vorhabens am Standort Würzburg wird durch eine Förderung der Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp ermöglicht. „Wir unterstützen die wirkungsvolle Nutzung von KI in der medizinischen Anwendung und allen voran in der Ausbildung, weil wir hier sehr große Chancen sehen, schnell und flächendeckend erhebliche Fortschritte umzusetzen. Gerade KIPS ist ein Paradebeispiel für Geschwindigkeit und kompetente Innovation“, erläutert Dr. Gunther Schunk, Vorstandsvorsitzender der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp. Parallel dazu wird der Projektarm am Campus Heilbronn durch den TUM Incentive Fund gefördert. Diese Unterstützung unterstreicht die Relevanz des Projekts für die ärztliche Qualifizierung über die Region hinaus. Im Januar 2026 startete das Projekt mit der Weiterentwicklung des Prototypen, gefolgt von einer Pilotstudie zur Evaluation der Nutzbarkeit und des Trainingserfolgs im Herbst 2026.

Collage einer Gesprächssituation- links ein Student, rechts die Ansicht des Monitors mit KI-Patient und Benutzeroberfläche mit Gesprächsstruktur und digitalen Unterstützungsmöglichkeiten.
Im Projekt KIPS führen Studierende die Gespräche vor einem PC, Tablet oder Smartphone mit virtuellen Patientinnen und Patienten, die den Eindruck erwecken, per Video zugeschaltet zu sein. © Projekt KIPS / Alexander Zamzow

Premiere am UKW: Interprofessionelle Ausbildungsstation „WIPSTA“ stärkt Zusammenarbeit von Pflege und Medizin

UNIVERSITÄTSKLINIKUM SETZT DEUTLICHES ZEICHEN FÜR INTERPROFESSIONELLES LEHREN UND LERNEN

Pflegeazubis und Medizinstudierende sprechen an einem Visitenwagen
Vom 23. Februar bis zum 5. März 2026 versorgen Pflegeauszubildende und Medizinstudierende erstmals gemeinsam und weitgehend eigenständig Patientinnen und Patienten auf der Würzburger Interprofessionellen Ausbildungsstation (WIPSTA). © Marc Abraham, UKW

Gemeinsam Verantwortung übernehmen, das Gelernte in einem realistischen Umfeld umsetzen und voneinander profitieren, das sind die Ziele von „WIPSTA“, der neuen interprofessionellen Ausbildungsstation am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Vom 23. Februar bis zum 5. März 2026 werden erstmals Pflegeauszubildende und Medizinstudierende gemeinsam und weitgehend eigenständig Patientinnen und Patienten auf einer viszeralchirurgischen Station versorgen.

Würzburg. Sieht die OP-Naht reizlos aus? Sollte vor der Entlassung noch ein Kontroll-Röntgen erfolgen? Ist die nachstationäre Versorgung gesichert, der Medikamentenschrank ausreichend gefüllt – und reicht das Personal für den nächsten Spätdienst? 20 Pflegeauszubildende im dritten Ausbildungsjahr und vier Medizinstudierende im Praktischen Jahr werden bald Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden. 

Auf der Würzburger Interprofessionellen Ausbildungsstation (WIPSTA) übernehmen die angehenden Fachkräfte vom 23. Februar bis zum 5. März 2026 erstmals gemeinsam und weitgehend eigenständig die Verantwortung für die Versorgung von 26 viszeralchirurgischen Patientinnen und Patienten sowie für alle organisatorischen Aufgaben, die den Stationsalltag prägen.

WIPSTA ist ein Gemeinschaftsprojekt der Pflegedirektion, des Zentrums für Studiengangsmanagement und -entwicklung sowie der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie am UKW. Das realistische Lernumfeld fördert gemeinsames Lernen auf Augenhöhe, stärkt das Verantwortungsbewusstsein sowie die Kommunikation zwischen den Berufsgruppen und verbessert die interprofessionelle Entscheidungsfähigkeit. Dadurch werden die angehenden Gesundheitsfachkräfte auf die zunehmend vernetzte Versorgungspraxis vorbereitet. „Wenn die Berufsgruppen später selbstverständlich zusammenarbeiten sollen, ist es nur folgerichtig, dass sie auch gemeinsam ausgebildet werden, also miteinander und voneinander lernen,“ betont Prof. Sarah König, Studiendekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg.

Die Lernenden erleben, wie sich interprofessionelles Handeln positiv auf die Versorgungsqualität sowie die Zufriedenheit im Team und bei den Patientinnen und Patienten auswirkt. „Für unsere Pflegeauszubildenden ist es etwas ganz Besonderes, eine Station eigenverantwortlich zu führen. Gemeinsam mit den Medizinstudierenden erleben sie hautnah, wie wichtig gute Abstimmung und gegenseitiges Vertrauen im Alltag sind,“ sagt Rainer Janotta, Klinikpflegedienstleitung am UKW. 

Intensive Vorbereitung auf den Praxiseinsatz

Bevor die Pflegeauszubildenden und Medizinstudierenden die Station in der Viszeralchirurgie übernehmen, durchlaufen sie gemeinsam eine dreitägige Vorbereitungsphase. Dabei trainieren sie zentrale Aufgaben wie Wund- und Stomaversorgung, klinische Dokumentation, Medikationsmanagement, Visitenführung sowie strukturierte Übergaben. Praktische Fertigkeiten werden an Simulatoren und Modellen eingeübt, während die Teamkoordination und Kommunikation in Rollenspielen trainiert wird.

Eine anschließende Einarbeitungswoche dient dem Kennenlernen der Stationsabläufe. Danach tragen die Teilnehmenden zwei Wochen lang Verantwortung für die gesamte Organisation, Dokumentation und Patientenversorgung. Dabei gibt es eng geknüpfte Sicherheitsnetze.

Höchste Patientensicherheit ist gewährleistet

Dem neuen Stationsteam steht während des gesamten Projekts fachkundige Unterstützung zur Seite. Erfahrene Pflegefachpersonen, Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, Lehrbeauftragte sowie Ärztinnen und Ärzte unterstützen das Team im Hintergrund. Sie begleiten die Arbeit kontinuierlich, greifen bei Bedarf unterstützend ein, fördern Reflexion und geben gezielte Rückmeldungen. 

Zum Abschluss des Projekts ziehen alle Beteiligten gemeinsam Bilanz, identifizieren Herausforderungen und entwickeln Impulse für die Weiterentwicklung von WIPSTA.

Von Anfang an gemeinsam arbeiten

Mit WIPSTA setzt das UKW ein deutliches Zeichen für eine zukunftsorientierte und teamorientierte Ausbildung. Das Projekt knüpft an das am UKW etablierte Format „Pflegeauszubildende leiten eine Station“ an und erweitert es gezielt um die ärztliche Perspektive. Die interprofessionelle Ausbildungsstation schließt somit eine wichtige Lücke zwischen pflegerischer und ärztlicher Ausbildung und leistet einen Beitrag zur Entwicklung einer modernen, patientenzentrierten Gesundheitsversorgung. 

Faszination der Chirurgie hautnah erleben

Erste Würzburger „Winter School for Surgery“ für Studierende der Humanmedizin vom 2. bis 5. März 2026

4 Fachkräfte in OP-Kluft mit Kittel, Haube und Mundschutz stehen am Operationstisch und behandeln einen Patienten
Die „Cutting Edge“ Winter School for Surgery bietet vom 2. bis 6. März am Uniklinikum Würzburg (UKW) Studierenden der Humanmedizin die Möglichkeit, die faszinierende Welt der Chirurgie und modernste Operationstechniken hautnah zu erleben. Foto: Pastyrik / UKW

Teamarbeit unter Hochspannung, High-Tech-Medizin trifft auf menschliche Grenzsituationen – kein Operationstag ist wie der andere, selbst Routineeingriffe bleiben anspruchsvoll und man sieht sofort, was man bewirkt hat. Solche Aussagen fallen immer wieder, wenn Chirurginnen und Chirurgen ihre Fachrichtung begründen. Chirurgie bedeutet entscheiden, handeln und Verantwortung übernehmen – oft innerhalb weniger Sekunden. Genau diese Unmittelbarkeit, die Verbindung von medizinischem Wissen, handwerklicher Präzision und intensiver Teamarbeit, macht die Chirurgie für viele Ärztinnen und Ärzte so faszinierend. 

„Cutting Edge“ Winter School for Surgery mit spannenden Vorträgen und praxisnahen Workshops  

Die „Cutting Edge“ Winter School for Surgery am Uniklinikum Würzburg (UKW) bietet Studierenden der Humanmedizin aus ganz Deutschland erstmals die Möglichkeit, dieses besondere Fachgebiet nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern auch die faszinierende Welt der Chirurgie und modernste Operationstechniken hautnah zu erleben sowie mit erfahrenen Chirurginnen und Chirurgen ins Gespräch zu kommen.

Vom 2. bis 5. März 2026 gibt es auf dem Campus und in den Kliniken neben spannenden Vorträgen und praxisnahen Workshops auch intensive Hands-on-Übungen unter Anleitung erfahrener Expertinnen und Experten. Auf dem Programm stehen unter anderem Nahttechniken und Knotenkunde, praktische Übungen an Modellen zur minimalinvasiven Chirurgie und Robotik. In Impulsvorträgen werden renommierte Chirurginnen und Chirurgen aus dem gesamten Bundesgebiet von ihren Erfahrungen berichten und Wege in die Chirurgie aufzeigen. Neben den Expertinnen und Experten stehen auch Fachkräfte in verschiedenen Ausbildungsstadien für einen Austausch zur Verfügung. 

Bewerbung um eine Teilnahme 

Interessierte vor dem Praktischen Jahr sollten bis zum 15.02.2026 - am besten so schnell wie möglich - einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben an folgende E-Mail-Adresse senden: CuttingEdge@ ukw.de. Es stehen 20 Plätze zur Verfügung.

Zur Webseite: https://www.ukw.de/chirurgie-i/winter-school/

4 Fachkräfte in OP-Kluft mit Kittel, Haube und Mundschutz stehen am Operationstisch und behandeln einen Patienten
Die „Cutting Edge“ Winter School for Surgery bietet vom 2. bis 6. März am Uniklinikum Würzburg (UKW) Studierenden der Humanmedizin die Möglichkeit, die faszinierende Welt der Chirurgie und modernste Operationstechniken hautnah zu erleben. Foto: Pastyrik / UKW

Neue Wege mit eMPG: Digitale Medizinprodukteeinweisung für Mitarbeitende

Auf der Plattform „lernen.ukw.de“ sind bereits 50 Einweisungsvideos freigeschaltet

Die beiden Ärzte stehen in blauer Arbeitskluft rechts und links von Anna Kellersmann, daneben ein medizinisches Gerät.
Matthias Nothhaft (links), Anna Kellersmann und Chris Speicher entwickelten in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie eine digitale Medizinprodukteeinweisung für Mitarbeitende. © Anna Kellersmann / UKW
Screenshot der Lernplattform mit einigen der Geräte, für die es nun Einweisungsvideos gibt.
Auf der Plattform „lernen.ukw.de“ sind bereits Einweisungsvideos mit Kontrollfragen für 50 der insgesamt 120 einweisungspflichtigen Geräte der Medizinproduktklassen I–III am UKW freigeschaltet.

Ob Beatmungsgeräte, Infusionspumpen, EKG-Systeme oder Patientenmonitore – all diese Medizinprodukte werden im Klinikalltag eingesetzt und erfordern eine fachkundige Schulung, damit sie sicher und korrekt verwendet werden können. Um die Patientensicherheit zu gewährleisten und das Klinikpersonal vor Anwendungsfehlern zu schützen, sind fachgerechte Einweisungen sogar gesetzlich vorgeschrieben. In vielen Häusern laufen die Schulungen jedoch noch analog, aufwendig und wenig standardisiert ab, was einen hohen organisatorischen Aufwand bedeutet und die Dokumentation anfällig für Lücken macht. 

„Trotz der zunehmenden Digitalisierung in der Medizin – etwa durch Telemedizin, digitale Narkoseprotokolle oder elektronische Patientenakten – gab es für Geräteeinweisungen bisher keine innovativen Lösungen unter Einsatz von hybriden Videoformaten“, schildert Dr. Matthias Nothhaft. Dies hat der Funktionsoberarzt der von Prof. Patrick Meybohm geleiteten Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Uniklinikum Würzburg (UKW) nun geändert. Gemeinsam mit Dr. Chris Speicher und einer Arbeitsgruppe der Anästhesie entwickelte er ein digitales Konzept zur Einweisung in Medizinprodukte: eMPG. Das Konzept stellte das Team bereits im E-Journal AINS Anästhesiologie - Intensivmedizin - Notfallmedizin - Schmerztherapie vor (DOI: 10.1055/a-2219-0043). 

Für 50 der 120 einweisungspflichtigen Geräte der Medizinproduktklassen I–III am UKW gibt es inzwischen Einweisungsvideos mit Kontrollfragen

Am UKW gibt es rund 120 einweisungspflichtige Medizinprodukte der Klassen I–III. Im Bereich der Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie sind es etwa 80 Geräte. Für 50 dieser Geräte hat das Team gemeinsam mit der UKW-Videografin Anna Kellersmann inzwischen Einweisungsvideos in standardisiertem Design produziert. Die Videos stehen allen Mitarbeitenden auf der Online-Lernplattform „lernen.ukw.de“ zur digitalen Geräteeinweisung zur Verfügung. 

Zeitlich flexibel, örtlich ungebunden und jederzeit erneut abrufbar

„Der Vorteil der zeitlich flexiblen und ortsunabhängigen Teilnahme an Geräteeinweisungen liegt auf der Hand“, sagt Nothhaft. Ferner können die Videos jederzeit erneut angesehen werden, sodass auch nach längeren Pausen, wie beispielsweise der Elternzeit, der Einstieg erleichtert wird. Es gibt außerdem immer eine Kontaktperson vor Ort, die für weitere Fragen zur Verfügung steht und auf Wunsch Details am Gerät nochmals erläutert. Durch das Beantworten von Kontrollfragen nach dem Einweisungsvideo kann zudem die Qualität der Einweisung sichergestellt und der Lernerfolg überprüft werden. 

Nach dem Bestehen der Lernerfolgskontrolle erfolgt Eintrag in den Gerätepass

Nachdem sich die Anwenderinnen und Anwender das Video angeschaut, alle dazugehörigen Fragen korrekt beantwortet und sich mit der Bedienung des Geräts vertraut gemacht haben, können sie online bestätigen, dass sie eingewiesen wurden und aktuell keine weiteren Fragen zum Gerät haben. 

„Das ermöglicht eine digitale Dokumentation und Kontrolle darüber, wer in welches Medizinprodukt eingewiesen wurde. Zudem ergeben sich Hinweise, wo Nachschulungsbedarf besteht“, berichtet Matthias Nothhaft. Nach dem erfolgreichen Anschauen des Videos und Bestehen der Lernerfolgskontrolle wird automatisch ein entsprechender Eintrag im Gerätepass im Krankenhausinformationssystem vorgenommen. „Bislang war das Feedback ausschließlich positiv“, freut sich Dr. Chris Speicher, Assistenzarzt in der Anästhesiologie und Co-Koordinator des Projekts. In einem nächsten Schritt sollen schrittweise weitere Geräte der Kinderklinik und der Medizinischen Klinik I im Rahmen von eMPG digitalisiert werden. Zusätzlich wird ein Ausrollkonzept vorbereitet, sodass zukünftig auch weitere Krankenhäuser von der innovativen Lösung profitieren können.

Publikation: Alina Hügel, Chris Speicher, Patrick Meybohm, Matthias Nothhaft. eMPG – die digitale Medizinprodukteeinweisung in der Zukunft. Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2024; 59(10): 575-585. DOI: 10.1055/a-2219-0043

Die beiden Ärzte stehen in blauer Arbeitskluft rechts und links von Anna Kellersmann, daneben ein medizinisches Gerät.
Matthias Nothhaft (links), Anna Kellersmann und Chris Speicher entwickelten in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie eine digitale Medizinprodukteeinweisung für Mitarbeitende. © Anna Kellersmann / UKW
Screenshot der Lernplattform mit einigen der Geräte, für die es nun Einweisungsvideos gibt.
Auf der Plattform „lernen.ukw.de“ sind bereits Einweisungsvideos mit Kontrollfragen für 50 der insgesamt 120 einweisungspflichtigen Geräte der Medizinproduktklassen I–III am UKW freigeschaltet.

Würzburger Zahnmedizin-Studentinnen gelangen preiswürdige Wurzelkanalbehandlungen

Die Fachzeitschrift Quintessenz Endodontie würdigt herausragende, von Studierenden erbrachte Wurzelkanalbehandlungen mit der „Goldenen Hedström-Feile“. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an drei Würzburger Zahnmedizin-Studentinnen.

In der Mitte die drei Preisträgerinnen Medi Biberova, Nina Stützel und Sophie Bruchmann (von links), umrahmt von Dr. Julia Ludwig und Prof. Dr. Gabriel Krastl vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg. Foto: UKW
In der Mitte die drei Preisträgerinnen Medi Biberova, Nina Stützel und Sophie Bruchmann (von links), umrahmt von Dr. Julia Ludwig und Prof. Dr. Gabriel Krastl vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg. Foto: UKW

Würzburg. Medi Biberova, Sophie Bruchmann und Nina Stützel gelangen im Wintersemester 2024/2025 beziehungsweise während ihres Staatsexamens 2025 exzellente Wurzelkanalbehandlungen. Deshalb ehrte die Redaktion der Fachzeitschrift Quintessenz Endodontie die Würzburger Zahnmedizin-Studentinnen jeweils mit der „Goldenen Hedström-Feile“. Mit dem namensgebenden zahnärztlichen Instrument können Wurzelkanäle gesäubert und erweitert werden. 

Die von einem Buchpreis begleitete Auszeichnung soll Nachwuchszahnmedizinerinnen und -zahnmediziner schon während ihres Studiums zu hervorragenden endodontischen Behandlungen motivieren. Insgesamt erhielten 20 Studierende aus Deutschland und der Schweiz den Award, wobei das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit (ZMK) des Uniklinikums Würzburg in diesem Jahr die einzige Einrichtung mit gleich drei Siegerinnen ist. 

Prof. Dr. Gabriel Krastl, der Geschäftsführende Direktor des ZMK, gratulierte den Studentinnen herzlich zu ihren preisgekrönten Leistungen und kommentierte: „Die Auszeichnungen machen uns in doppelter Weise stolz. Zum einen sind sie ein Nachweis für die an der Würzburger Zahnklinik gebotene, exzellente Lehre. Zum anderen honorieren sie die hohe Qualität, auf die sich unsere Patientinnen und Patienten bei der studentischen Behandlung verlassen können.“

In der Mitte die drei Preisträgerinnen Medi Biberova, Nina Stützel und Sophie Bruchmann (von links), umrahmt von Dr. Julia Ludwig und Prof. Dr. Gabriel Krastl vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg. Foto: UKW
In der Mitte die drei Preisträgerinnen Medi Biberova, Nina Stützel und Sophie Bruchmann (von links), umrahmt von Dr. Julia Ludwig und Prof. Dr. Gabriel Krastl vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg. Foto: UKW

MENTORING med PEER: Jetzt bewerben!

Anfang 2026 startet die nächste Runde des Karriereprogramms MENTORING med PEER. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Würzburger Universitätsmedizin können sich jetzt bewerben. Außerdem werden weitere Mentorinnen und Mentoren gesucht, die den Mentees mit ihrem Wissen zur Seite stehen.

Das Logo besteht aus einem weißem Hintergrund auf dem der Name des Karriereprogramms im unteren Teil und zwei Strichmännchen mit einem Dr. Hut auf dem Rest der Fläche in schwarz zu sehen sind. Eines der Strichmännchen hält außerdem einen Äskulapstab in der Hand.
Logo MENTORING med PEER

MENTORING med PEER ist ein Karriereprogramm der Würzburger Universitätsmedizin. Es richtet sich an promovierte Ärztinnen und Ärzte sowie promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anderer Disziplinen, die eine Habilitation an der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg sowie Führungspositionen anstreben. Die nächste Runde des zweijährigen Programms startet im Januar 2026. Bewerbungen hierfür sind noch bis zum 15. November 2025 möglich. Die entsprechenden Anmeldebögen finden sie HIER.

So läuft das PEER-Mentoring ab

Die Teilnehmenden (Mentees) setzen sich als Mitglied einer Kleingruppe gemeinsam mit statusgleichen oder statusähnlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener medizinischer Fächer mit ihrer akademischen Karriere auseinander. Sie reflektieren Ziele und planen weitere Schritte. Zudem haben sie die Möglichkeit, Wunschmentorinnen und Wunschmentoren zu ihren Gruppentreffen einzuladen, die sie beraten und auch über einen Teil der Projektlaufzeit begleiten können. Das Programm vermittelt neben laufbahnrelevantem Handlungswissen auch fachübergreifende Schlüsselkompetenzen. Es versteht sich als Ergänzung, nicht als Ersatz für die herkömmliche Fachbetreuung.

Auch neue Mentorinnen und Mentoren willkommen

Für die oben beschriebene Information und Unterstützung der Mentees werden noch erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Forschung und Lehre der Würzburger Universitätsmedizin als Peer-Mentorinnen und -Mentoren gesucht. Da es für sie vor allem darum geht, punktuell Erfahrungen und Perspektiven einzubringen, ist der Zeitaufwand gering und flexibel gestaltbar. Wer in der jetzt startenden Runde sein Wissen mit den Nachwuchskräften teilen möchte, füllt den Registrierungsbogen für den Mentor/-innenpool unter go.uniwue.de/med-mentoring aus.

Für weitere Details und Fragen steht sowohl den potenziellen Mentees als auch den an einer Mentorenschaft Interessierten die Programmleiterin Sibylle Brückner unter Tel. 0931 20153850 oder 0151 22151622 gerne zur Verfügung. 
 

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