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Telemedizin auf Intensivstationen: Große Übersichtsarbeit verdeutlicht Forschungsbedarf

Eine vom Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) im Rahmen des Projekts „Universitäres Telemedizin Netzwerk“ (UTN) geförderte Studie zeigt, dass die Telemedizin auf Intensivstationen zwar großes Potenzial hat, die bisherigen Studienergebnisse sind jedoch uneinheitlich und der tatsächliche Nutzen für Patientinnen und Patienten ist noch nicht eindeutig belegt. Es sind robuste, gut geplante Studien nötig, die klar messen, wie Telemedizin konkret wirkt und wie sie am besten umgesetzt wird, damit sie für Patientinnen und Patienten einen echten Vorteil bietet. Das Uniklinikum Würzburg, das die in PLOS Digital Health veröffentlichte Studie geleitet hat, verbindet Evidenz, Leitlinien und die klinische Umsetzung der Teleintensivmedizin.

Hintere Kopfansicht einer Person, die auf einen Monitor schaut ,auf dem ein Arzt vom UKW zu ihr spricht. In weiteren Feldern auf dem Monitor sind das Patientenbett und Parameter zu sehen.
In Kooperation mit ZOOM Deutschland läuft am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ein Pilotprojekt, dass dazu beitragen soll, die Tele-Intensivmedizin in Bayern strukturell aufzubauen und die Möglichkeiten einer telemedizinischen Visite auszuloten und zu evaluieren. © Franziska Schön / Klinikum Main-Spessart
Eine Ärztin und ein Arzt stehen in weißem Kasack vor einem Visitenwagen der Teleintensivmedizin.
Um die Anbindung der peripheren Krankenhäuser niederschwellig und einfach zu halten, wurde ein teleintensivmedizinisches Konzept für einen Visitenwagen entwickelt. © Kim Sammet / UKW

Würzburg. Telemedizin ermöglicht eine medizinische Versorgung über räumliche Distanzen hinweg, beispielsweise durch Videoübertragungen, digitale Patientendaten oder die Fernberatung durch medizinische Expertinnen und Experten. Auch auf Intensivstationen gelten telemedizinische Konzepte als zentraler Baustein, um die Versorgung angesichts zunehmender Patientenzahlen, Fachkräftemangels und steigender Spezialisierung zukunftsfähig zu gestalten. Spezialisierte Intensivteams können Patientinnen und Patienten aus der Ferne überwachen und das Behandlungsteam vor Ort bei wichtigen Entscheidungen unterstützen. Doch welchen Nutzen hat diese Form der Telemedizin tatsächlich für die Behandlung kritisch kranker Menschen?

Veröffentlichung in der renommierten Fachzeitschrift PLOS Digital Health 

Ein nationales Autorenteam unter der Leitung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) hat in einer großen systematischen Übersichtsarbeit die Belastbarkeit der Evidenz zu patientenrelevanten Effekten der Tele-Intensivmedizin untersucht. Dazu wurden 26 kontrollierte Studien mit Daten von über zwei Millionen intensivmedizinischen Patientinnen und Patienten analysiert. Die Studie wurde vom Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) im Rahmen des Projekts UTN (Universitäres Telemedizin-Netzwerk) gefördert und in der renommierten Fachzeitschrift PLOS Digital Health veröffentlicht. 

„Telemedizin wird in der Intensivmedizin bereits breit eingesetzt, doch wissenschaftlich können wir noch nicht klar sagen, unter welchen Bedingungen sie den größten Nutzen für Patientinnen und Patienten bringt“, berichtet Tamara Pscheidl, Erstautorin aus Würzburg. Das Team hatte sich klare Aussagen erhofft, ob Telemedizin in der Intensivmedizin zu wichtigen Ergebnissen wie einer geringeren Sterblichkeit, einem kürzeren Aufenthalt auf der Intensivstation oder einer besseren Lebensqualität führt. „Das Ergebnis war für uns allerdings eher ernüchternd“, so die Letztautorin, Privatdozentin Dr. Stephanie Weibel. „Aufgrund hoher klinischer und methodischer Heterogenität, unterschiedlicher Telemedizin-Modelle sowie teilweise erheblicher Verzerrungsrisiken war eine quantitative Zusammenfassung der Ergebnisse, also eine Meta-Analyse, nicht möglich.“ Die Aussagekraft der vorhandenen Evidenz sei daher insgesamt begrenzt. 

Telemedizin nicht nur technisch umsetzen, sondern systematisch evaluieren

Das Fazit der Autorinnen und Autoren lautet: Gerade weil die Tele-Intensivmedizin ein großes Potenzial hat, sind künftig methodisch hochwertige, patientenzentrierte Studien mit transparenter Berichterstattung notwendig. Nur so lasse sich klären, welche Telemedizin-Modelle in welchen Versorgungssettings tatsächlich einen Mehrwert bieten. „Wir müssen Forschung und Praxis zusammendenken und Telemedizin nicht nur technisch umsetzen, sondern auch systematisch evaluieren“, sagt Prof. Dr. Patrick Meybohm, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des UKW.

UKW bringt besondere Expertise in evidenzbasierter Medizin (EbM) ins bundesweite Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) ein

Durch die Verbindung von evidenzbasierter Forschung, Leitlinienarbeit im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) und gelebter Tele-Intensivmedizin vor Ort leistet das UKW einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der intensivmedizinischen Versorgung in Deutschland. Das UKW bringt seine besondere Expertise in evidenzbasierter Medizin (EbM) in das bundesweite NUM ein. Neben der aktuellen Publikation war das UKW im Rahmen des UTN auch maßgeblich an der Erarbeitung der AWMF-S3-Leitlinie zur Telemedizin in der Intensivmedizin beteiligt. Damit verbindet das Projekt wissenschaftliche Evidenzaufarbeitung, methodische Standards und konkrete Handlungsempfehlungen für die klinische Praxis.

Tele-Intensivmedizin am UKW bereits fest im Klinikalltag verankert

Parallel zur wissenschaftlichen Arbeit ist die Tele-Intensivmedizin am UKW bereits konkret im klinischen Alltag etabliert. In Kooperation mit ZOOM Deutschland beteiligt sich die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie an einem bayernweiten Pilotprojekt zur strukturierten Tele-Intensivmedizin. Ziel ist es, Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung durch virtuelle intensivmedizinische Visiten eng mit universitären Zentren zu vernetzen und so die Versorgungsqualität auch außerhalb von Maximalversorgern zu stärken. Am UKW ist hierfür rund um die Uhr eine telemedizinische Betreuung möglich: tagsüber durch ein spezialisiertes Tele-Intensivteam und außerhalb der Regelarbeitszeiten durch eine oberärztliche Rufbereitschaft. Ein eigens entwickelter Tele-Visitenwagen ermöglicht eine unkomplizierte „Plug-and-Play“-Anbindung regionaler Kooperationspartner und unterstützt die gemeinsame Entscheidungsfindung direkt am Patientenbett. Weitere Informationen liefert die Webseite: https://www.ukw.de/anaesthesie/forschung/forschungsschwerpunkte/tele-intensivmedizin/

Publikation
Tamara Pscheidl, Carina Benstoem, Kelly Ansems, Lena Saal-Bauernschubert, Anne Ritter, Ana-Mihaela Zorger, Karolina Dahms, Sandra Dohmen, Eva Steinfeld, Julia Dormann, Claire Iannizzi, Nicole Skoetz, Heidrun Janka, Maria-Inti Metzendorf, Carla Nau, Miriam Stegemann, Patrick Meybohm, Falk von Dincklage, Sven Laudi, Falk Fichtner, Stephanie Weibel. Telemedicine in adult intensive care: A systematic review of patient-relevant outcomes and methodological considerations. PLOS Digit Health. 2025 Dec 15;4(12):e0001126. https://doi.org/10.1371/journal.pdig.0001126

Hintere Kopfansicht einer Person, die auf einen Monitor schaut ,auf dem ein Arzt vom UKW zu ihr spricht. In weiteren Feldern auf dem Monitor sind das Patientenbett und Parameter zu sehen.
In Kooperation mit ZOOM Deutschland läuft am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ein Pilotprojekt, dass dazu beitragen soll, die Tele-Intensivmedizin in Bayern strukturell aufzubauen und die Möglichkeiten einer telemedizinischen Visite auszuloten und zu evaluieren. © Franziska Schön / Klinikum Main-Spessart
Eine Ärztin und ein Arzt stehen in weißem Kasack vor einem Visitenwagen der Teleintensivmedizin.
Um die Anbindung der peripheren Krankenhäuser niederschwellig und einfach zu halten, wurde ein teleintensivmedizinisches Konzept für einen Visitenwagen entwickelt. © Kim Sammet / UKW

Entschlüsselt: Wie Krebszellen sich vor dem Immunsystem schützen

Das Krebsgen MYC tarnt Tumore, indem es Alarmsignale unterdrückt, die normalerweise das Immunsystem aktivieren.

Autorenteam der Cell-Publikation: Martin Eilers, Amel Aziba, Leonie Uhl und Sinah Löbbert
Das Autorenteam der Cell-Publikation (v.l.): Martin Eilers, Amel Aziba, Leonie Uhl und Sinah Löbbert. (Foto: Daniel Peter / Universität Würzburg)

Diese Erkenntnis aus einer neuen Studie bietet vielversprechende Möglichkeiten, bestehende Krebstherapien zu verbessern und neue zu entwickeln.

Könnte dies einen Wandel in unserer Sichtweise auf die Krebstherapie bedeuten? Zumindest im Labor deuten die Ergebnisse darauf hin. Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, einen wichtigen Mechanismus zu entschlüsseln, der das Wachstum von Bauchspeicheldrüsenkrebs steuert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler identifizierten einen möglicherweise zentralen Mechanismus, mit dem sich Krebszellen vor Angriffen des körpereigenen Immunsystems schützen. Die Blockade dieses Mechanismus führte zu einer dramatischen Verringerung der Tumore bei Labortieren.

Blick auf den zentralen Motor der Zellteilung

Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht. Die Forschung wurde in erster Linie von Leonie Uhl, Amel Aziba und Sinah Löbbert zusammen mit weiteren Teams der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), des Massachusetts Institute of Technology (USA) und des Universitätsklinikums Würzburg durchgeführt.

Geleitet hat die Studie Martin Eilers, Inhaber des Lehrstuhls für Biochemie und Molekularbiologie an der JMU, als Teil des Cancer Grand Challenges KOODAC-Teams. Das Projekt wurde teilweise von Cancer Research UK, der Kinderkrebsstiftung (Kika) und dem französischen Nationalen Krebsinstitut (INCa) im Rahmen der Initiative Cancer Grand Challenges finanziert. Weitere Mittel stammen aus einem Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats, der Martin Eilers bewilligt wurde.

In ihrer Studie haben sich die Forschenden auf ein spezielles Protein konzentriert, das in der Krebsforschung seit langem bekannt ist: das Onkoprotein MYC. „Dieses Protein ist in vielen Tumorarten einer der zentralen Motoren der Zellteilung und damit des unkontrollierten Wachstums der Tumoren“, erklärt Martin Eilers. Doch eine entscheidende Frage blieb bisher unbeantwortet: Wie gelingt es Tumoren mit hoher MYC-Aktivität, die körpereigene Immunabwehr zu umgehen? Denn obwohl MYC-getriebene Tumore sehr schnell wachsen, bleiben sie für das Immunsystem oft unsichtbar. 

Ein zweites Gesicht des Krebsgens

Die Antwort auf diese Frage liefert die jetzt veröffentlichte Studie. Die zentrale Entdeckung des internationalen Forschungsteams ist, dass MYC eine Doppelfunktion besitzt. Neben seiner bekannten Rolle, an DNA zu binden und wachstumsfördernde Gene zu aktivieren, kann es seine Aufgabe wechseln, wenn die Zelle unter Stress steht. Unter den chaotischen Bedingungen, die in schnell wachsenden Tumoren herrschen, übernimmt MYC eine neue Funktion: Statt an DNA bindet es dann an neu entstehende RNA-Moleküle.

Diese Bindung an RNA hat weitreichende Konsequenzen: Mehrere MYC-Proteine bilden dichte Cluster, sogenannte Multimere, die wie molekulare Kondensate funktionieren. Diese „Tröpfchen“ wirken als Sammelstellen, die gezielt andere Proteine – insbesondere den Exosom-Komplex – anziehen und an einem Ort konzentrieren. 

Der Exosom-Komplex baut dann sehr gezielt zelluläre Abfallprodukte ab – in erster Linie sogenannte RNA-DNA-Hybride. Diese sind Fehlprodukte der Gen-Aktivität und wirken im Zellinneren normalerweise wie ein lautes Alarmsignal, das dem Immunsystem meldet: Hier stimmt etwas nicht.

Wie MYC das Immunsystem austrickst

Genau hier setzt die Tarnfunktion von MYC an. Indem es mit Hilfe der Exosom-Komplexe den Abbau der RNA-DNA-Hybride organisiert, beseitigt es die Alarmsignale, bevor diese die Immunabwehr aktivieren können. Die nachgeschaltete Signalkette kommt dadurch gar nicht erst in Gang. Der Tumor bleibt für die Immunzellen unsichtbar.

Die Forschenden konnten nachweisen, dass eine ganz bestimmte RNA-Bindungsregion innerhalb des MYC-Proteins für diese Tarnung verantwortlich ist. Entscheidend ist dabei, dass diese Region für die wachstumsfördernde Funktion von MYC, also seine Fähigkeit zur DNA-Bindung, nicht benötigt wird. Die beiden Funktionen – Wachstum antreiben und Immunsystem täuschen – sind mechanistisch voneinander getrennt.

Ein gezielter Schlag gegen den Tumor im Tiermodell

Damit war der nächste Schritt klar: MYC-Proteine mit einer genetisch veränderten RNA-Binderegion sollten nicht mehr in der Lage sein, das Exosom zur Hilfe zu rufen und den Alarmweg zu blockieren. Tatsächlich zeigten sich die Konsequenzen dieser Entdeckung in den entsprechenden Experimenten im Tiermodell dramatisch: „Während Pankreaskarzinome mit normalem MYC ihre Größe innerhalb von 28 Tagen um das 24-fache steigerten, kollabierten Tumore mit einem defekten MYC-Protein im selben Zeitraum und schrumpften um 94 Prozent – dies aber nur, wenn das Immunsystem der Tiere intakt war“, beschreibt Martin Eilers das zentrale Ergebnis der Studie. 

Ausblick und therapeutisches Potenzial

Diese Ergebnisse eröffnen vielversprechende neue Wege für die Krebstherapie. Bisherige Versuche, MYC vollständig zu blockieren, erwiesen sich als schwierig, da das Protein auch für gesunde Zellen wichtig ist. Der neu entdeckte Mechanismus bietet nun eine deutlich spezifischere Angriffsfläche.

„Anstatt MYC komplett auszuschalten, könnten zukünftige Medikamente gezielt nur seine Fähigkeit zur RNA-Bindung hemmen. Dies würde die wachstumsfördernde Funktion möglicherweise unberührt lassen, aber die Tarnkappe des Tumors lüften“, erklärt Eilers. Der Tumor würde so für das Immunsystem wieder sichtbar und angreifbar. 

Bis eine entsprechende Therapie für den Menschen marktreif ist, ist es jedoch noch ein weiter Weg, warnt der Wissenschaftler. In einem nächsten Schritt müsse zunächst geklärt werden, wie genau die immunstimulierenden RNA-DNA-Hybride aus dem Zellkern transportiert werden und wie die RNA-Bindung von MYC die unmittelbare Umgebung des Tumors beeinflusst.

Dr. David Scott, Direktor von Cancer Grand Challenges, kommentierte die Studie wie folgt: „Cancer Grand Challenges unterstützt internationale Teams wie KOODAC, die die Grenzen unseres Wissens über Krebs erweitern. Forschungen wie diese zeigen, wie das Entschlüsseln der Mechanismen, mit denen Tumore sich vor dem Immunsystem verstecken, neue Möglichkeiten eröffnen kann, nicht nur für Krebserkrankungen bei Erwachsenen, sondern auch für Krebserkrankungen bei Kindern, auf die sich das KOODAC-Team konzentriert. Es ist ein ermutigendes Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit und vielfältiges Fachwissen dazu beitragen können, einige der schwierigsten Herausforderungen in der Krebsforschung zu bewältigen.“

Originalpublikation

Uhl et al. "MYC binding to nascent RNA suppresses innate immune signaling by R-loop-derived RNA-DNA hybrids." Cell, 22. Januar 2026, DOI: 10.1016/j.cell.2025.12.019

Kontakt

Prof. Dr. Martin Eilers, Universität Würzburg, Lehrstuhl für Biochemie und Molekularbiologie
T: +49 931 31-84111, martin.eilers@ uni-wuerzburg.de 

Cancer Grand Challenges

Cancer Grand Challenges wurde 2020 von zwei der weltweit größten Förder-Einrichtungen der Krebsforschung gegründet: Cancer Research UK und dem National Cancer Institute. Die Organisation unterstützt eine globale Gemeinschaft vielfältiger, erstklassiger Forschungsteams dabei, sich zusammenzuschließen, neue Denkansätze zu entwickeln und einige der schwierigsten Herausforderungen im Kampf gegen Krebs anzugehen. Dabei handelt es sich um Hindernisse, die den Fortschritt weiterhin behindern und die kein Wissenschaftler, keine Institution und kein Land allein bewältigen kann. 

Mit Fördermitteln von bis zu 20 Millionen britische Pfund – umgerechnet rund 23 Millionen Euro – sind die Teams von Cancer Grand Challenges in der Lage, die traditionellen Grenzen von Geografie und Disziplin zu überwinden, um die dringend benötigten Fortschritte im Kampf gegen Krebs zu erzielen.

Cancer Grand Challenges finanziert internationale Teams, darunter KOODAC, das gemeinsam von Professor Martin Eilers und Professor Yaël Mossé geleitet wird. Das KOODAC-Team wurde 2024 gegründet, um solide Tumoren bei Kindern zu bekämpfen, und entwickelt innovative Methoden, um die Proteine anzugreifen, die das Tumorwachstum vorantreiben. Diese Studie konzentrierte sich zwar auf Bauchspeicheldrüsenkrebs, aber die Ergebnisse werden vom KOODAC-Team genutzt, um potenzielle neue Behandlungsmethoden für MYC-bedingte Krebserkrankungen bei Kindern zu entwickeln.

 

Pressemeldung der Universität Würzburg vom 22. Januar 2026
 

Autorenteam der Cell-Publikation: Martin Eilers, Amel Aziba, Leonie Uhl und Sinah Löbbert
Das Autorenteam der Cell-Publikation (v.l.): Martin Eilers, Amel Aziba, Leonie Uhl und Sinah Löbbert. (Foto: Daniel Peter / Universität Würzburg)

Würzburger Forscher entdecken neuartige Entzündungsfunktion von Blutplättchen

„PITTS“ VERÄNDERN DAS VERSTÄNDNIS DER THROMBOZYTENBIOLOGIE – STUDIE IN SCIENCE VERÖFFENTLICHT

Ein Team des Würzburger Instituts für Experimentelle Biomedizin I und des Rudolf-Virchow-Zentrums (RVZ) hat mit seiner in der renommierten Fachzeitschrift „Science“ publizierten Arbeit das Verständnis der Thrombozytenbiologie grundlegend geändert. Die Forschenden rund um Bernhard Nieswandt und David Stegner zeigen, dass das Oberflächenprotein Integrin αIIbβ3 nicht nur ein Schlüsselmolekül der Blutgerinnung ist, sondern bei schwerwiegenden Krankheitsprozessen wie einem Infarkt oder einer Infektion auch als pro-inflammatorischer Effektor agieren kann. αIIbβ3 schaltet sich um und dient dann als Baustein eines neuartigen Organells, bei dem es sich um einen fadenförmiger Membranfortsatz namens PITT (Platelet-derived Integrin- and Tetraspanin-rich Tethers) handelt. PITT wird von den Blutplättchen freigesetzt, bleibt an der entzündeten Gefäßwand zurück und treibt die Entzündungsprozesse weiter an. Durch die Blockade von αIIbβ3 mit monoklonalen Antikörpern kann die Bildung von PITTs verringert werden.

 

Die intravitalmikroskopische Aufnahme zeigt ein einzelnes Blutplättchen (Thrombozyt), das an der entzündeten Gefäßwand haftet und einen langen, fadenförmigen Membranfortsatz (PITT) abschnürt. Dieser bleibt an der Gefäßwand zurück und fördert dort Entzündungsreaktionen, während sich der Thrombozyt wieder in den Blutstrom löst.
Ein einzelnes Blutplättchen bildet entzündungsfördernde PITTs in einem entzündeten Blutgefäß. Intravitalmikroskopische Aufnahme aus der Leber eines Mausmodells: Ein Thrombozyt (türkis) haftet an der entzündeten Gefäßwand (gelb gestrichelt) und schnürt einen langen, fadenförmigen Membranfortsatz ab – einen sogenannten PITT (magenta). Diese von Thrombozyten freigesetzten Integrin- und Tetraspanin-reichen Tethers bleiben an der Gefäßwand zurück und fördern Entzündungsreaktionen, während sich der Thrombozyt selbst wieder in den Blutstrom löst. Maßstab: 1 µm. © Lehrstuhl für Experimentelle Biomedizin I, Universitätsklinikum Würzburg

Würzburg. Blutplättchen (Thrombozyten) sind kleine kernlose Zellen des Blutes, die eine unverzichtbare Rolle bei der Blutstillung (Hämostase) spielen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, verletzte Gefäße zu erkennen, sich zu aktivieren und sich mittels ihres Oberflächenproteins Integrin αIIbβ3 zu verklumpen. Dadurch bilden sie einen stabilen Blutpfropf, der die Wunde verschließt und die Blutung stoppt. Wenn dieser Prozess jedoch unkontrolliert abläuft, kann dies zur Ausbildung von Gefäß-verschließenden Gerinnseln führen, so genannten Thrombosen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zur Folge haben können. 

Ein überraschender zellulärer Mechanismus von Thrombozyten jenseits der klassischen Aktivierung

Die klassische Funktion der Thrombozyten in Hämostase und Thrombose ist seit Jahrzehnten gut verstanden. Ein Team des Instituts für Experimentelle Biomedizin des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) und des Rudolf-Virchow-Zentrums (RVZ) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hat jedoch nun einen überraschenden Mechanismus in Science, einer der weltweit angesehensten wissenschaftlichen Zeitschriften, veröffentlicht, der das Verständnis der Thrombozytenbiologie grundlegend ändert. Wenn im Körper nämlich schwerwiegende Krankheitsprozesse wie Infektionen oder Infarkte ablaufen, können Thrombozyten auf eine völlig andere Funktion „umschalten“. Dabei dient das Integrin αIIbβ3 nun als Baustein eines neuartigen Organells, das von den Blutplättchen freigesetzt wird und schädliche Entzündungsprozesse antreibt. Die Forschenden beobachteten, wie die Thrombozyten unter solchen Bedingungen winzige fadenförmige Membranfortsätze bilden und abgeben – sogenannte PITTs. PITT steht für Platelet-derived Integrin- and Tetraspanin-rich Tethers und bedeutet „von Thrombozyten freigesetzte, Integrin- und Tetraspanin-reiche Membranstruktur“. Die PITTs binden an Immunzellen und die Gefäßwand und aktivieren diese, während die sich ablösenden Thrombozyten selbst geschwächt und weniger haftfähig im Blutstrom zurückbleiben.

Prof. Dr. Bernhard Nieswandt, Letztautor der Studie und Leiter des Lehrstuhls für Experimentelle Biomedizin I am UKW erklärt: „Normalerweise aktivieren sich Thrombozyten nur bei einer Gefäßverletzung. Dabei verändern sie ihre Form, setzen Botenstoffe frei und bilden einen Thrombus. Bei den PITTs passiert das Gegenteil: Die Thrombozyten bleiben im klassischen Sinn nicht aktiviert, sondern schnüren aus ihrem Membran-Netzwerk kometenschweifartige Organellen ab, die reich an αIIbβ3 und dem Tetraspanin-Co-Rezeptor CD9 sind, während andere Oberflächenmoleküle auf den Thrombozyten zurückbleiben. Das ist ein völlig neuer Mechanismus, der so noch in keiner Zelle beobachtet worden ist und grundlegende Fragen zur Organisation und gesteuerten Beweglichkeit von Membranproteinen aufwirft.“

Von der Beobachtung im Patientenblut bis zur Untersuchung im Mausmodell

Die Bildung von PITTs wurde erstmals in Blutproben von Patientinnen und Patienten mit schwerer Blutvergiftung (Sepsis), starker bakterieller Infektion und COVID-19 entdeckt. Die Forschenden wiesen die fadenartigen Tethers in Blutausstrichen nach und beobachteten gleichzeitig einen Verlust von αIIbβ3 auf der Oberfläche der Thrombozyten. Weitere Untersuchungen in Tiermodellen und mithilfe der intravitalen Mikroskopie belegten, dass PITTs bei Entzündungen oder Infektionen direkt in den Gefäßen entstehen und sich an Immunzellen und der Gefäßwand anheften. Dabei kommt es zu einer Aktivierung dieser Zellen und einer Verstärkung der Gefäßentzündung.

„Dass Thrombozyten αIIbβ3 auf diese Weise umverteilen und dadurch ihre normale Gerinnungsfunktion einbüßen, war völlig unerwartet. Das könnte erklären, warum viele schwerkranke Patientinnen und Patienten auch unter gewebeschädigenden Entzündungsprozessen und einem gleichzeitig erhöhten Blutungsrisiko leiden“, betont Prof. Dr. David Stegner. Der Arbeitsgruppenleiter am RVZ ist neben Charly Kusch Erstautor der Studie. 

Neue therapeutische Perspektiven

Die Forschenden konnten außerdem zeigen, dass die Blockade von αIIbβ3 mit monoklonalen Antikörpern die Bildung von PITTs und infolgedessen schwere Entzündungsprozesse und Gewebeschäden in Krankheitsmodellen deutlich verringert. Damit eröffnen sich neue therapeutische Ansätze, um solche sogenannten „thrombo-inflammatorischen“ Krankheitsmechanismen gezielt zu bremsen, ohne die lebenswichtige Blutstillung zu beeinträchtigen.

Förderung und internationale Zusammenarbeit

Die Studie entstand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs 1525 „Cardio-Immune Interfaces“ und wurde zudem durch den ERC Advanced Grant „PITT-Inflame“ der Europäischen Union unterstützt.

Beteiligt waren neben mehreren Würzburger Arbeitsgruppen auch Forschungspartner aus Frankreich, Italien und den USA.

Publikation
Kusch C.*, Stegner D.*, Weiß L.J., Nurden P., Burkard P., Johnson D., Bergmeier W., Onursal C., Navarro S., Hackenbroch C., Pfeiffer D., Bonfiglio S.I., Meub M., Groß C., Schenk J., Fumagalli V., Mott K., Bender M., Iannacone M., Andres O., Kastenmüller W., Heinze K.G., Sauer S., Schulze H., Ley K., Nurden A.T. & Nieswandt B. “Platelet-derived integrin- and tetraspanin-enriched tethers exacerbate severe inflammation.” Science 391, eadu2825 (2026). DOI: 10.1126/science.adu2825. https://doi.org/10.1126/science.adu2825

Die intravitalmikroskopische Aufnahme zeigt ein einzelnes Blutplättchen (Thrombozyt), das an der entzündeten Gefäßwand haftet und einen langen, fadenförmigen Membranfortsatz (PITT) abschnürt. Dieser bleibt an der Gefäßwand zurück und fördert dort Entzündungsreaktionen, während sich der Thrombozyt wieder in den Blutstrom löst.
Ein einzelnes Blutplättchen bildet entzündungsfördernde PITTs in einem entzündeten Blutgefäß. Intravitalmikroskopische Aufnahme aus der Leber eines Mausmodells: Ein Thrombozyt (türkis) haftet an der entzündeten Gefäßwand (gelb gestrichelt) und schnürt einen langen, fadenförmigen Membranfortsatz ab – einen sogenannten PITT (magenta). Diese von Thrombozyten freigesetzten Integrin- und Tetraspanin-reichen Tethers bleiben an der Gefäßwand zurück und fördern Entzündungsreaktionen, während sich der Thrombozyt selbst wieder in den Blutstrom löst. Maßstab: 1 µm. © Lehrstuhl für Experimentelle Biomedizin I, Universitätsklinikum Würzburg

Brustkrebs: Neue S3-Leitlinie für die bestmögliche Versorgung

Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik am Uniklinikum Würzburg (UKW) koordinierte die umfassende Überarbeitung der S3-Leitlinie zur „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“. Statt der bisherigen sieben gibt es nun fünf neu strukturierte Kapitel mit 27 Modulen, die für jede Phase der Erkrankung wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen ausweisen. Die Schlüsselfragen wurden teilweise neu formuliert, ergänzt und konkretisiert sowie anhand aktueller klinischer und wissenschaftlicher Entwicklungen angepasst.

Porträt des Klinikdirektors in weißem Kittel
Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik am Uniklinikum Würzburg (UKW), koordinierte die umfassende Überarbeitung der S3-Leitlinie zur „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“. © Thomas Berberich / UKW
Titel vom PDF der neu strukturierten und aktualisierten S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Link: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Mammakarzinom_4_0/Version_5/LL_Mammakarzinom_Langversion_5.0.pdf

Würzburg. S3-Leitlinien gelten als Goldstandard in der medizinischen Versorgung. Sie dienen Behandelnden als Entscheidungshilfe und basieren auf einer systematischen Evidenzrecherche, Bewertung und Konsensfindung unter Expertinnen und Experten des entsprechenden Fachgebiets. Um den aktuellen Stand der Wissenschaft zu gewährleisten, unterliegen die S3-Leitlinien regelmäßigen Überprüfungen, fortlaufenden Anpassungen und manchmal auch einer umfassenden Überarbeitung – wie die neue S3-Leitlinie zur „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“ (Link; PDF).

Leitlinie als „lebendes Dokument“ 

„Diese S3-Leitlinie ist in ihrem Erstellungsprozess die komplexeste aller S3-Leitlinien. Wir haben die Leitlinie komplett neu strukturiert und erstmals alle neuen Therapieformen integriert“, berichtet Prof. Dr. Achim Wöckel. Der Direktor der Frauenklinik am Uniklinikum Würzburg (UKW) ist hauptverantwortlich für die Leitlinienkoordination. Statt sieben gibt es nun fünf klar gegliederte Kapitel mit insgesamt 27 Modulen. Diese Unterkapitel decken alle wichtigen Themen rund um Brustkrebs ab – von der Früherkennung über moderne Behandlungsverfahren bis hin zur Nachsorge und psychoonkologischen Begleitung. „Durch die neue Struktur ist die Leitlinie übersichtlicher und einfacher nutzbar. Zudem können nun einzelne Teile der Leitlinie schneller aktualisiert werden – nach dem Prinzip einer ‚lebenden Leitlinie‘, die sich laufend weiterentwickelt“, erklärt Wöckel. Bei der Entwicklung kooperierte er eng mit mehr als 100 nationalen Expertinnen und Experten. Die Autorinnen und Autoren sichteten regelmäßig die neuesten Daten und besprachen ihre Evidenz-Recherchen in einer Konsens-Konferenz. Die daraus resultierenden Empfehlungen flossen dann in die Leitlinie. Um neue Erkenntnisse künftig noch zügiger in die Versorgung zu integrieren wurden im Zuge der Neustrukturierung Forschungsfragen teilweise neu formuliert, ergänzt und konkretisiert sowie anhand aktueller klinischer und wissenschaftlicher Entwicklungen angepasst.

Neue Themen und aktualisierte Empfehlungen 

Die Leitlinie greift beispielsweise neue Entwicklungen und Zielgruppen auf. So wurden erstmals eigene Module zu Brustkrebs bei Transgender-Personen, zur Brustrekonstruktion mit modernen Operationsmethoden sowie zu seltenen Tumorformen aufgenommen. Umfassend überarbeitet wurden die Abschnitte zu früh erkanntem Brustkrebs sowie Rückfälle oder Metastasen Dabei fanden neue Empfehlungen zu zielgerichteten Medikamenten Eingang, die es in der vorherigen Version noch nicht gab. In den Bereichen Operation und Strahlentherapie wurde ergänzt, welche Schritte vor oder nach einer medikamentösen Therapie sinnvoll sind. Ebenfalls aktualisiert wurden die Empfehlungen zur Früherkennung und Mammographie, zur Diagnose bei auffälligen Befunden und zur Abklärung bei familiärem Risiko. Auch bei den Gewebeuntersuchungen (Pathologie) helfen neue Erkenntnisse, die passende Therapie zu wählen und die Heilungschancen besser einzuschätzen. 

Ganzheitlicher Blick auf Patientinnen und Patienten 

Ob Frau oder Mann, unter 20 Jahre oder über 90 Jahre alt - niemand ist vor einer Erkrankung der Brust gefeit. Brustkrebs ist die weltweit am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Allein in Deutschland erhalten jedes Jahr rund 70.000 Frauen und Männer die Diagnose. Jede achte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens am Mammakarzinom, einem bösartigen Tumor, der vom Drüsengewebe der Brust ausgeht.

Dank umfangreicher Vorsorgemaßnahmen liegen die Heilungschancen inzwischen jedoch bei über 90 Prozent. Und mithilfe der überarbeiteten Leitlinie können Ärztinnen und Ärzte Entscheidungen treffen, die noch individueller auf jede Patientin und jeden Patienten abgestimmt sind. Die Versorgung wird somit immer personalisierter und ganzheitlicher. So berücksichtigt die neue S3-Leitlinie nun verstärkt Themen wie Psychoonkologie, also die seelische Unterstützung, aber auch Lebensstil inklusive Ernährung und Bewegung sowie komplementäre und integrative Maßnahmen wie zum Beispiel Akupunktur. Auch für ältere Patientinnen sowie für die Palliativmedizin und Supportivtherapie bei fortgeschrittener Erkrankung wurden die Empfehlungen spezifiziert. Neu aufgenommen wurden zudem Informationen zur Gesundheitskompetenz, etwa im Umgang mit digitalen Gesundheitsangeboten (E-Health).

UKW koordinierte Leitlinienentwicklung 

Die S3-Leitlinie wurde unter der Federführung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) erarbeitet. Zahlreiche weitere Fachgesellschaften, Berufsverbände sowie Vertreterinnen von Patientinnenorganisationen waren beteiligt. Die Koordination erfolgte nach den Qualitätsstandards der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Aus Würzburg war neben Prof. Dr. Achim Wöckel auch Prof. Dr. Ute-Susann Albert an der Leitlinienkoordination beteiligt. Die methodische Beratung erfolgte maßgeblich durch Prof. Dr. Peter Heuschmann und Dr. Steffi Jiru-Hillmann vom Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B). Das IKE-B führt derzeit übrigens gemeinsam mit der Universitätsfrauenklinik Würzburg die BETTER-CARE-Studie in ganz Deutschland durch. Hierbei steht speziell die Nachsorge im Fokus, die laut Wöckel dem Therapiefortschritt noch hinterherhinkt und viel individualisierter, bedarfs- und risikoadaptierter werden müsste. 

Zertifiziertes Brustkrebs- und Brustzentrum und Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs

Am UKW werden im zertifizierten Brustkrebs- und Brustzentrum jedes Jahr mehr als 300 Betroffene mit der Neudiagnose Brustkrebs nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen behandelt. Unter einem Dach werden sämtliche operative und nicht-operative Therapieverfahren angeboten, die interdisziplinär geplant und auf die einzelne Patientin und den einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Bei der Behandlung von Brustkrebs werden stets mehrere Therapieansätze miteinander kombiniert. Zwei Breast Care Nurses der Frauenklinik begleiten und unterstützen die Erkrankten individuell auf ihrem Weg. In vielen Kliniken, so auch am UKW im zertifizierten Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs (FBREK-Zentrum), wird zudem eine Gendiagnostik und Früherkennungsmaßnahmen für Ratsuchende angeboten, die eine familiäre Belastung mit Brustkrebs oder Eierstockkrebs haben und ihr individuelles Risiko kennen möchten. Denn fünf bis zehn Prozent der Brustkrebsfälle beruhen auf einer ererbten Veranlagung, die mit einem gehäuften Auftreten in der Familie einhergeht, oft bereits vor dem 50. Lebensjahr.

Porträt des Klinikdirektors in weißem Kittel
Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik am Uniklinikum Würzburg (UKW), koordinierte die umfassende Überarbeitung der S3-Leitlinie zur „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“. © Thomas Berberich / UKW
Titel vom PDF der neu strukturierten und aktualisierten S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Link: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Mammakarzinom_4_0/Version_5/LL_Mammakarzinom_Langversion_5.0.pdf

Das UKW ist auf den Roboterhund gekommen

ROBO-DOG HELIA SOLL PERSONAL DER HAUTKLINIK UNTERSTÜTZEN

Ein neues Forschungsprojekt am Uniklinikum Würzburg (UKW) untersucht gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem FZI Forschungszentrum Informatik und dem Forschungszentrum Jülich (FZJ), wie ein robotischer Hund, die Ärztinnen und Ärzte sowie die Pflegekräfte im Klinikalltag auf der Station unterstützen kann. Derzeit wird Robo-Dog HELIA für den Einsatz in der Hautklinik über sprachliche Interaktion trainiert und programmiert. Das Projekt läuft im Rahmen der Fördermaßnahme „Natürlichsprachliche Integration von Robotik in Gesundheitseinrichtungen (NLP.bot) des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und wird mit insgesamt 1,78 Millionen Euro gefördert.

Die Forschenden aus den verschiedenen Zentren stehen im Treppenhaus der Dermatologie, vor ihnen ist der rote Roboter-Hund Helia. Einige Personen knien neben HELIA.
Das Uniklinikum Würzburg untersucht in den kommenden drei Jahren gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem FZI Forschungszentrum Informatik und dem Forschungszentrum Jülich (FZJ), wie ein robotischer Hund Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte sprachbasiert unterstützen kann. Ziel ist es, dass HELIA mündliche Anweisungen autorisierter Fachkräfte versteht, Visiten begleitet, Befunde dokumentiert und perspektivisch selbstständig Mess- und Dokumentationsaufgaben übernimmt. © Kim Sammet / UKW
Robo-Dog HELIA läuft durch den Flur der Station durch ein Spalier von Zuschauenden, darunter Klinikpersonal, Patienten und die Forschenden.
Debüt des Robo-Dogs HELIA (kurz für Helfender Roboter im Klinikalltag) auf der Station H21/22 der Hautklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). Für den richtigen Einsatz muss HELIA jedoch noch trainiert werden. © Kim Sammet / UKW
Roboterhund HELIA wird von Professor Matthias Goebeler getätschelt.
Prof. Matthias Goebeler, Direkter der Hautklinik des UKW, begrüßt den neuen Roboterhund HELIA auf der Station. © Kim Sammet / UKW
Robo-Dog HELIA ist noch etwas ungelenk, stakst mit lauten Schritten durch die Flure und bewegt sich ausschließlich nach den Impulsen der Fernsteuerung. Aber schon bei ihrem ersten Auftritt auf der Station H21/22 unserer Hautklinik flogen der roten Roboterhündin mit den silbernen Beinchen alle Herzen zu. © Kim Sammet / UKW

Würzburg. HELIA ist noch etwas ungelenk, stakst mit lauten Schritten durch die Flure und bewegt sich ausschließlich nach den Impulsen der Fernsteuerung. Aber schon bei ihrem ersten Auftritt auf der Station H21/22 der Hautklinik am Uniklinikum Würzburg (UKW) flogen der roten Roboterhündin mit den silbernen Beinchen alle Herzen zu. Pflegekräfte, Reinigungspersonal, Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten zückten ihre Handys oder reckten die Hände, um HELIA zu streicheln oder zumindest ein Bild von ihr zu machen. HELIA steht für „Helfender Roboter im Klinikalltag“. Wie genau der vierbeinige Roboter im Klinikalltag eingesetzt werden kann und darf, das testet das UKW in den kommenden drei Jahren gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem FZI Forschungszentrum Informatik und dem Forschungszentrum Jülich (FZJ). 

Visiten protokollieren, Befunde dokumentieren, Wunden fotografieren und Vitalwerte messen

Ziel ist es, dass HELIA künftig auf mündliche Befehle autorisierter Fachkräfte aus Pflege und Medizin hört und diese ausführt. Sie soll bei Visiten mitlaufen und das Personal entlasten – zum Beispiel indem sie die Visite protokolliert, Befunde dokumentiert und diese idealerweise ins Krankenhausinformationssystem (KIS) überträgt. Darüber hinaus könnte HELIA selbst Daten erheben, beispielsweise indem sie Wunden fotografiert und Vitalwerte misst. Geplant ist außerdem, dass der Laufroboter die Patientinnen und Patienten zu Terminen begleitet, das Gesagte auf einem Bildschirm anzeigt und ihnen die Technik im Patientenzimmer erklärt.

Maßstäbe setzen

„Voraussetzung ist natürlich, dass sowohl das Personal als auch die Patientinnen und Patienten damit einverstanden sind, dass HELIA sie bei der Aufnahmeuntersuchung und während ihres stationären Aufenthalts begleitet“, sagt Prof. Dr. Astrid Schmieder. Die Dermatologin und leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie freut sich jedenfalls riesig über den vierbeinigen Roboter. Als Prof. Dr.-Ing. Arne Rönnau, Direktor am FZI und Professor für Maschinelle Intelligenz und Robotik am KIT, und Christoph Zimmermann, Leiter der Abteilung Medizinische Informationstechnik am FZI, mit der Idee eines Roboterhundes auf der Station auf sie zukamen, war die engagierte Ärztin und Wissenschaftlerin sofort Feuer und Flamme für das neue Forschungsprojekt. Sie hatte keine Mühe, die Belegschaft für HELIA zu begeistern. Alle sehen das Potential dieser Zukunftstechnologie, die perspektivisch in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen, in der häuslichen Pflege und im Rettungsdienst eingesetzt werden könnte, und freuen sich, hier Maßstäbe zu setzen. 

Effektiv, viel erreicht und immer Verlass 

Warum Würzburg? „Wir hatten bereits im vorhergehenden Projekt, HybridVITA, hervorragend zusammengearbeitet. Wir waren effektiv, haben sehr viel erreicht, konnten uns immer aufeinander verlassen und wir hatten auch noch Spaß am Projekt. Aus diesem Grund wollten wir die Implementierung eines Roboterhundes im Krankenhaus auch gern in Würzburg mit Astrid Schmieder erforschen", kommentiert Christoph Zimmermann. Der studierte Elektro- und Informationstechniker und sein Team vom FZI befassen sich damit, wie eine natürliche sprachliche Kommunikation zwischen Fachpersonal, Hund und Patient stattfinden kann und wie das System bei einer kontinuierlichen Aufnahme von Hautoberflächen oder der Wundbetrachtung unterstützen kann. Bei HybridVITA ging es bereits um die medizinische Betreuung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Hauterkrankungen mittels einer appbasierten Lösung mit kontaktloser Diagnostik.

HELIA wird über Sprache trainiert und programmiert

Warum setzt das Projekt HELIA auf einen hundeähnlichen Laufroboter statt auf eine humanoide Maschine? Menschen reagieren oft sensibel, wenn Technik ihnen zu ähnlichsieht. Dieses Phänomen heißt „Uncanny Valley“ – je menschlicher ein Roboter erscheint, ohne völlig echt zu wirken, desto stärker empfinden viele Personen Unbehagen. Ein vierbeiniger Roboter bleibt klar als technische Unterstützung erkennbar und vermeidet diesen Effekt. „Wir möchten ein System entwickeln, das Beschäftigte im Klinikalltag intuitiv als hilfreich wahrnehmen“, sagt Arne Rönnau. Sein Team am Institut für Informationsmanagement im Ingenieurwesen des KIT erforscht, wie ein Laufroboter nicht mehr mühsam per Software programmiert werden muss, sondern Aufgaben einfach aus natürlich gesprochenen Erklärungen lernt. Beschäftigte in der Klinik sollen dem Roboter beschreiben können, was er tun soll – und die Künstliche Intelligenz setzt diese Anweisungen direkt in funktionsfähige Programme um. „Es ist dann so, als hätte der Roboter eine Tätigkeit erklärt bekommen und sie anschließend selbst erlernt“, erklärt Rönnau. Dafür entwickeln die Forschenden das System „Erklärt-Programmiert-Gemacht!“ (EPG), das Sprachverarbeitung, Robotik und Personenerkennung verbindet.

Ein zusätzlicher Greifarm, um Türen zu öffnen und Essen abzuräumen

Das heißt: HELIA geht jetzt erst einmal in die Hundeschule, um zu lernen, wer ihr überhaupt Befehle geben darf. Eine Sprachsoftware wandelt die Sätze der Mitarbeitenden in entsprechende Codes um, sodass der Robo-Dog die verschiedenen Aufgaben, die auf der Station anfallen, ausführen kann. „Wir sind gespannt, wie wir hier am besten helfen können“, sagt Arne Rönnau. Im nächsten Schritt erhält HELIA zum Beispiel einen Greifarm, damit sie auch Türen öffnen, Lagerware auffüllen, Essen abräumen und Wunden fotografieren kann.

Ein Robotereinsatz im Krankenhaus wirft natürlich auch ethische, rechtliche und soziale Fragen auf – kurz ELSA für Ethical, Legal and Social Aspects. Darum kümmert sich das FZJ. Prof. Dr. Jan-Hendrik Heinrichs fasst die Herausforderungen wie folgt zusammen: „Zentral ist, dass das HELIA-System nach Möglichkeit zum Wohl der Patientinnen und Patienten eingesetzt wird und diese nicht gefährdet. Darüber hinaus soll HELIA Medizinberufe entlasten und trotzdem ein sicheres Arbeitsumfeld ermöglichen. Dadurch können Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie den größten medizinischen bzw. pflegerischen Nutzen schaffen, ohne dass neue Ungleichheiten in der Verwendung von Gesundheitsressourcen entstehen.“

„Achtung, hier ist ein Roboterhund für Forschungszwecke im Einsatz!“

Nach ihrem gelungenen Debüt auf der Station kehrt HELIA zurück ins Körbchen in der Bibliothek der Dermatologie, wo sie in Ruhe ihre Batterien auflädt. Auf der Station wird hingegen eifrig diskutiert, welche Augen man dem Hund aufkleben soll und ob man HELIA ein Fässchen um den Hals hängen sollte - schließlich hat sie nicht nur die Größe eines Bernhardiners, sondern kommt auch aus der Schweiz. Der Roboterhund HELIA wurde von der Schweizer Firma ANYbotics entwickelt und heißt eigentlich ANYmal. Derzeit sind rund 200 der genannten ANYmals im Einsatz, allerdings primär dort, wo es für Menschen gefährlich ist. Als Inspektionsroboter überwachen sie Ölplattformen, Windparks oder Stahlwerke. Klinikstationen sind neu. „Da bei uns niemand mit einem Roboterhund rechnet, müssen wir am Eingang vor dem Hund warnen“, schmunzelt Astrid Schmieder. „Achtung, hier ist ein Roboterhund für Forschungszwecke im Einsatz!“

Projektbeteiligte HELIA – Robo-Dog

  • Hautklinik, Uniklinikum Würzburg (UKW)
    Marco Stumpf, Jan-Hendrik Maiwald, Jörg Eberling, Marion Berthold,Tassilo Dege, Astrid Schmieder
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT
    Roberto Corlito, Louis Ensil, Hong Phuoc Nguyen Nguyen, Arne Rönnau
  • FZI Forschungszentrum Informatik 
    Dominik Beyer, Julia Konle, Christoph Zimmermann
  • Forschungszentrum Jülich GmbH (FZJ
    Dilara Diegelmann, Jan-Hendrik Heinrichs
  • Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH (VDI/VDE-IT)
    Sandra Beyer, Patrick Ehrenbrink

Förderung

HELIA wird bei der Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) „Natürlichsprachliche Integration von Robotik in Gesundheitseinrichtungen (NLP.bot) mit 1,78 Millionen Eurounterstützt. Von 54 eingereichten Skizzen wurden acht Projekte zur Förderung ausgewählt. Zur Projektbeschreibung: HELIA — Miteinander durch Innovation

Text: Kirstin Linkamp / Wissenschaftskommunikation

Robo-Dog HELIA ist noch etwas ungelenk, stakst mit lauten Schritten durch die Flure und bewegt sich ausschließlich nach den Impulsen der Fernsteuerung. Aber schon bei ihrem ersten Auftritt auf der Station H21/22 unserer Hautklinik flogen der roten Roboterhündin mit den silbernen Beinchen alle Herzen zu. © Kim Sammet / UKW

Symposium für translationale Uro-Onkologie in Würzburg

Aktuelle Studienergebnisse, praxisrelevante Impulse und interaktive Fallbesprechungen für Fachkräfte in der Urologie

Arzt Portraitbild

Würzburg. Das 3. Translationale Uro-Onkologische Symposium lädt Urologinnen und Urologen aus Klinik und Praxis am Freitag, den 20. Februar 2026, nach Würzburg ein. Unter dem Motto „Innovation meets practice“ verfolgt die Veranstaltung das Ziel, aktuelle Forschungsergebnisse praxisnah aufzubereiten und für die tägliche Patientenversorgung nutzbar zu machen.

In den vergangenen zwei Jahren nahmen insgesamt über 100 Fachleute an den Symposien teil, eine ähnliche Resonanz wird auch 2026 erwartet. Veranstalter ist die Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). 

Hochkarätige Vorträge und interaktive Falldiskussionen

Auf dem Programm stehen Vorträge von renommierten Expertinnen und Experten zu aktuellen Themen der Uro-Onkologie. Prof. Dr. med. Jan Philipp Radtke (Universitätsklinikum Düsseldorf, Betreuer der PROBASE-Studie) spricht zur zeitgemäßen und individualisierten Früherkennung und Diagnostik des Prostatakarzinoms. Dr. med. Gregor Duwe (Universitätsmedizin Mainz) zeigt am Beispiel des KITTU-Projekts, wie künstliche Intelligenz Therapieentscheidungen im urologischen Tumorboard unterstützen kann. 

Ergänzend zu den onkologischen Themen stellt Dr. rer. nat. Katarzyna Jobin (Universität Würzburg) neue Ansätze zur Erforschung der interstitiellen Zystitis als mögliche infektiöse Erkrankung vor. 

„Das Symposium bietet urologischen und weiteren medizinischen Fachkräften aus allen Bereichen die einmalige Gelegenheit, aktuelle Forschungsergebnisse direkt mit der Praxis zu verknüpfen – nicht nur in Vorträgen, sondern auch in der aktiven Diskussion eigener Patientenfälle. Diese Kombination macht die Veranstaltung besonders wertvoll“, sagt PD Dr. med. Charis Kalogirou, Geschäftsführender Oberarzt und Facharzt in der Urologie des UKW. Gemeinsam mit Dr. med. Oliver Hahn, ebenfalls Oberarzt und Facharzt in der Urologie am UKW, übernimmt er die Moderation des Symposiums. Die kostenlose Veranstaltung findet von 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr im Hotel Melchior Park in Würzburg statt. Fortbildungspunkte bei der Bayerischen Landesärztekammer und der Pflegeakademie wurden beantragt. 

Zum Flyer der Veranstaltung

Eine Anmeldung wird empfohlen, eine kurzfristige Teilnahme ist jedoch möglich.

Anmeldung bei Astrid Breitenstein
Telefon: +49 931 201-32012
Fax: +49 931 201-632103
E-Mail: breitenste_a@ukw.de

WERA am Weltkrebstag 2026 – Gemeinsam. Informiert. Gestärkt.

Online-Themennachmittag am 4. Februar 2026 für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Interessierte

Anlässlich des Weltkrebstages wird zu einem kostenfreien, digitalen Themennachmittag eingeladen.
Am Weltkrebstag, 4. Februar 2026, laden CCC WERA und NCT WERA unter dem Motto „Gemeinsam. Informiert. Gestärkt.“ zu einem digitalen Themennachmittag mit interaktiven Talkrunden und praxisnahen Workshops ein. © NCT WERA/CCC WERA, KI-generiert (2025) mit Stable Diffusion und Starlight

Würzburg. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2026 laden die Comprehensive Cancer Center Allianz WERA (CCC WERA) und das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA zu einem kostenfreien, digitalen Themennachmittag ein. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 4. Februar 2026, von 14:00 bis 17:15 Uhr online via Zoom statt und richtet sich an Patientinnen und Patienten, Angehörige und alle Interessierten. 

Unter dem Motto „Gemeinsam. Informiert. Gestärkt.“ erwartet die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm mit zwei interaktiven Talkrunden und vier praxisnahen Workshops. „Am Weltkrebstag 2026 setzen wir ein deutliches Zeichen: Gemeinsam mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Expertinnen und Experten wollen wir informieren, zum Austausch anregen und Mut machen. Krebs betrifft das ganze Leben – deshalb verbinden wir wissenschaftliche Exzellenz mit konkreter Unterstützung für den Alltag und echter Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, sagt Prof. Dr. Ralf Bargou, Sprecher für die CCC Allianz WERA. „Nur wenn wir Wissen teilen, Forschung vorantreiben und Betroffene konsequent in Entscheidungen einbeziehen, können wir bessere Perspektiven für jede einzelne erkrankte Person schaffen. Wir bringen unsere Forschungsergebnisse aus den Laboratorien möglichst rasch über klinische Studien in die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten auch in der ländlichen Region und bilden die nächste Generation an Krebsexpertinnen und -experten aus“, so Prof. Dr. Hermann Einsele, Sprecher für das NCT WERA.

Vielfältiges Programm zum Zuhören und Mitmachen 

Der Themennachmittag startet mit einer Talkrunde, in der die NCT WERA Patientenkoordinatorin Anke Faust gemeinsam mit Gästen aus Forschung und Patientenvertretung darüber diskutiert, wie Patientinnen und Patienten aktiv an Studien mitwirken können. 

Im Anschluss folgt ein vielfältiges Workshop-Programm mit Expertinnen und Patienten aus den WERA Standorten Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg. In mehreren aufeinanderfolgenden Workshops erhalten die Teilnehmenden alltagsnahe Impulse zu den Themen Bewegung und Sport bei Krebs, Energiesteigerung durch gezielte körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung sowie Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen zur Bewältigung von Fatigue. Die Workshops verbinden fachliche Informationen mit praktischen Übungen und konkreten Tipps, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

Zum Abschluss des Themennachmittags zeigt die NCT WERA Studienkoordinatorin Dr. Carine Nguemeni anhand von Beispielen aus der Praxis, welchen Stellenwert Studien für die Entwicklung neuer Therapien haben und wie Patientinnen und Patienten ganz konkret davon profitieren.

Nähere Informationen für alle Interessierten 

Die Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung möglich. Auf der Veranstaltungs-Webseite finden Interessierte weitere Details zum Programm sowie den Link zur Zoom-Veranstaltung. Im Anschluss an jeden Live-Programmpunkt können Fragen an die Expertinnen und Experten gestellt werden. Sämtliche Programmpunkte werden als Videos dauerhaft in der Mediathek der CCC Allianz WERA online zur Verfügung gestellt. 

Webseite: www.ccc-wera.de/weltkrebstag2026  

CCC Allianz WERA und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen WERA

Die CCC Allianz WERA ist ein Zusammenschluss der Comprehensive Cancer Center in Würzburg (CCC MF), Erlangen (CCC Erlangen-EMN), Regensburg (CCCO) und Augsburg (CCCA). CCC WERA wird durch die Deutsche Krebshilfe als „Onkologisches Spitzenzentrum“ gefördert und deckt ein Versorgungsgebiet von rund acht Millionen Menschen ab. Zusammen mit den zwei Münchner Standorten sind die vier WERA Standorte Teil des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF).

Seit Februar 2023 ist NCT WERA ein Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT). Das NCT ist eine langfristig angelegte Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum, exzellenten Partnern in der Universitätsmedizin und weiteren herausragenden Forschungspartnern an verschiedenen Standorten in Deutschland: Berlin, Dresden, Heidelberg, SüdWest (Tübingen-Stuttgart/Ulm), WERA (Würzburg mit den Partnern Erlangen, Regensburg und Augsburg) und West (Essen/Köln).

Kontakt und weitere Informationen 

Ansprechpersonen: 
Annette Popp, Uniklinikum Würzburg 
Anne Blum, NCT WERA 
E-Mail: wera@ukw.de 
Veranstaltungs-Webseite: www.ccc-wera.de/weltkrebstag2026/  
 

Anlässlich des Weltkrebstages wird zu einem kostenfreien, digitalen Themennachmittag eingeladen.
Am Weltkrebstag, 4. Februar 2026, laden CCC WERA und NCT WERA unter dem Motto „Gemeinsam. Informiert. Gestärkt.“ zu einem digitalen Themennachmittag mit interaktiven Talkrunden und praxisnahen Workshops ein. © NCT WERA/CCC WERA, KI-generiert (2025) mit Stable Diffusion und Starlight