Aktuelle Pressemitteilungen

Personalia vom 23. Juli 2024 +++ Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Erteilung von Lehrbefugnissen und mehr.

Dr. Johannes Völker, Oberarzt, Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen, wurde mit Wirkung vom 12.07.2024 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde“ erteilt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23.07.2024

Lymphome: Forschung an einem Test für eine bessere Therapie

Die Deutsche Krebshilfe fördert ein Verbundprojekt zur Prognose der B-Zell-Lymphom-Therapie mit rund 3,4 Millionen Euro. Federführend daran beteiligt ist der Würzburger Pathologe Andreas Rosenwald.

Krebszellen eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms unter dem Mikroskop.
Krebszellen eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms unter dem Mikroskop. (Bild: Pathologisches Institut JMU)

Mit etwa 6.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) die häufigste Lymphom-Art in Deutschland. Etwa zwei Drittel der Betroffenen können mit einer Chemotherapie vollständig geheilt werden; die restlichen dreißig Prozent sprechen jedoch schlecht auf die Standardtherapie an und haben hohe Rückfallquoten. Diese Patientengruppe benötigt daher speziellere Therapieverfahren wie Immun- oder Stammzellbehandlungen. Forschende aus ganz Deutschland wollen nun eine Methode entwickeln, mit der Ärzte vorhersagen können, ob Erkrankte auf die vorgesehene Therapie ansprechen.

Bei Null anfangen müssen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Glück nicht: Der 2003 gegründete Forschungsverbund „Molecular Mechanisms in Malignant Lymphoma (MMML)“ konnte die Diagnose und die Behandlung von DLCBL-Patienten durch seine Arbeiten bereits maßgeblich verbessern. Doch die Frage, warum viele Patienten auf die Standardtherapie ansprechen, einige aber nicht, blieb bisher unbeantwortet.

Aus diesem Grund hat der Verbund nun das Projekt „MMML-Predict“ initiiert, bei dem Wissenschaftler an neun universitären Standorten in Deutschland das Therapieansprechen untersuchen. Das Forschungsvorhaben wird von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) koordiniert.

Würzburger Pathologie ist Teil des Verbunds

Auf Würzburger Seite ist Professor Andreas Rosenwald an dem Projekt beteiligt. Der Vorstand des Instituts für Pathologie der Universität Würzburg ist einer der drei Hauptantragsteller von „MMML-Predict“. Gemeinsam mit seinem Team aus Pathologinnen und Pathologen sowie Molekularbiologinnen wird Rosenwald die Diagnostik der Lymphomproben bundesweit koordinieren und einen Teil der genetischen Untersuchungen hier in Würzburg durchführen.

„Wir hoffen, dass die tiefe genetische und molekulare Charakterisierung der Tumorzellen die Entwicklung eines Tests für die Routinediagnostik erlaubt, um in Zukunft das Ansprechen der Patientinnen und Patienten auf die Standardtherapie besser vorhersagen zu können“, so Rosenwald.

Zuverlässige Vorhersage des Therapieerfolgs

Im Rahmen von „MMML-Predict“ will das Forschungsteam ein Register aufbauen, in das die klinischen Daten von 300 Patientinnen und Patienten einfließen sollen. Anhand umfassender diagnostischer Tests charakterisieren die Wissenschaftler die Lymphome der Erkrankten vor und während der Behandlung. Begleitend halten sie fest, wie gut die Erkrankten auf die Standardtherapie ansprechen und ob sie einen Rückfall erleiden. Anhand dieser Daten wollen die Forschenden mithilfe von künstlicher Intelligenz herausfinden, welche diagnostischen Tests den Erfolg der Standardtherapie bereits im Vorfeld zuverlässig vorhersagen können.

Das Ziel des Konsortiums ist es, ein evidenzbasiertes und kostengünstiges Testverfahren in die Regelversorgung zu bringen. Es soll insbesondere kleinere Kliniken und niedergelassene Ärzte dabei unterstützen, diejenigen Patienten zu identifizieren, bei denen eine Standardtherapie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreicht.

Eine große Entlastung für die Betroffenen

„Wir wissen, dass spezielle Immuntherapien wie CAR-T-Zell-Therapien in der Rezidivbehandlung sehr erfolgreich sein können“, erläutert Professor Dr. Lorenz Trümper, Vorstand des Ressorts Krankenversorgung der Universitätsmedizin Göttingen und Leiter des Konsortiums. „Wenn wir in Zukunft sagen könnten: ‚Sie bekommen diese Immuntherapie schon von Anfang an und nicht erst nach erfolgloser Chemotherapie‘, dann würde das eine große Entlastung für den Patienten bedeuten.“

„Mit den von ihr geförderten Forschungsprojekten verfolgt die Deutsche Krebshilfe vorrangig das Ziel, dass die dabei gewonnenen Erkenntnisse rasch den Patientinnen und Patienten zugutekommen. Darauf ist auch das Projekt MMML-Predict ausgerichtet“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Das Vorhaben macht aber auch deutlich, wie relevant für einzelne Patientengruppen die Weiterentwicklung der personalisierten Medizin ist.“

Die Deutsche Krebshilfe fördert „MMML-Predict“ mit insgesamt 3,4 Millionen Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren. Neben der Universitätsmedizin Göttingen sind wissenschaftliche Arbeitsgruppen der universitären Standorte Essen, Freiburg, Kiel, Leipzig, Regensburg, Ulm und Würzburg sowie das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart an dem Projekt beteiligt.

Kontakt

Prof. Dr. Andreas Rosenwald, Lehrstuhl für Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie,
T: +49 931 31-81199, andreas.rosenwald@ uni-wuerzburg.de

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23.07.2024

Krebszellen eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms unter dem Mikroskop.
Krebszellen eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms unter dem Mikroskop. (Bild: Pathologisches Institut JMU)

Was die Angst reduziert

Für eine Studie zur Emotionsregulation werden an der Universität Würzburg noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht. Der Aufwand beträgt knapp eine Stunde und wird mit zwölf Euro vergütet.

Die eigenen Körpersignale wahrzunehmen, kann Angst reduzieren. Ob das tatsächlich stimmt, erforscht eine Studie an der JMU.
Die eigenen Körpersignale wahrzunehmen, kann Angst reduzieren. Ob das tatsächlich stimmt, erforscht eine Studie an der JMU. (Bild: ra2studio / Adobe Stock)

„Stellen Sie sich vor, Sie haben Angst, Ihr Herz klopft wild – können Sie Ihren Herzschlag spüren? Glauben Sie, dass es Ihnen hilft, die Angst zuzulassen und damit umzugehen? Versuchen Sie eher, die Angst zu unterdrücken oder zu akzeptieren? Was hilft Ihnen besser?“ Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Studie am Lehrstuhl für Psychologie V der Universität Würzburg.

Die Rolle der Körpersignale

Ziel der Studie ist es herauszufinden, ob Menschen ihre Emotionen erfolgreich regulieren können, indem sie sie akzeptieren, ohne sie zu bewerten oder verändern zu wollen. Untersucht werden soll auch, ob die Fähigkeit, Körpersignale wahrzunehmen, dabei eine Rolle spielt. Die Forschung zeigt, dass die Wahrnehmung eigener Körpersignale in bestimmten Situationen hilfreich sein kann. Daher will das Forschungsteam untersuchen, ob diese Fähigkeit Menschen dabei unterstützt, ihre Emotionen zu akzeptieren und die Angst zu reduzieren.

Im Rahmen der Studie sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einfache Beobachtungs- und Emotionsaufgaben erfüllen. Dabei wird ein EKG aufgezeichnet; zusätzlich werden ihre Atemfrequenz und Hautleitfähigkeit gemessen. Die Studie dauert etwa 60 Minuten und wird mit einer Aufwandsentschädigung von zwölf Euro vergütet.

Ort und Anmeldung

Die Studie findet am Lehrstuhl für Psychologie V im Pleicherwall 1 in Würzburg statt. Termine können ab sofort vereinbart werden. Anmeldung per E-Mail an Mariami Janjgava: Mariami.janjgava@ stud-mail.uni-wuerzburg.de 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23.07.2024

Die eigenen Körpersignale wahrzunehmen, kann Angst reduzieren. Ob das tatsächlich stimmt, erforscht eine Studie an der JMU.
Die eigenen Körpersignale wahrzunehmen, kann Angst reduzieren. Ob das tatsächlich stimmt, erforscht eine Studie an der JMU. (Bild: ra2studio / Adobe Stock)

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Neue Leitlinie für bessere Versorgung in Deutschland

Würzburger Experte Prof. Ulrich Pecks koordinierte die Leitlinienerstellung / Neuer Nachsorgepass gibt Frauen mehr Orientierung

Prof. Dr. Ulrich Pecks ist Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Würzburg.
Prof. Dr. Ulrich Pecks ist Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Würzburg. Er ist verantwortlicher Koordinator für die neue Leitlinie zur Schwangerenversorgung bei Bluthochdruck. Foto: UKW / Thomas Berberich

Würzburg. Etwa sechs bis acht Prozent aller schwangeren Frauen erkranken an einem Bluthochdruck. Eine neue Versorgungs-Leitlinie soll nun die frühzeitige Diagnose und Behandlung verbessern. „Damit wollen wir das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft senken und zudem langfristig die Gesundheit der Frauen stärken. Denn auch nach der Schwangerschaft bleibt das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Pecks, Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und verantwortlicher Koordinator für die neue Leitlinie, die am 17. Juli 2024 veröffentlicht wurde. Zudem wurde ein Nachsorgepass für betroffene Frauen entwickelt, der zum Download bereitsteht. 

„In der neuen Leitlinie wird empfohlen, den Bluthochdruck präziser medikamentös einzustellen als bislang. Hierzu wurden in den vergangenen Jahren wichtige Studien veröffentlicht, die nun in die Leitlinie eingeflossen sind“, so Prof. Pecks. Mit dieser medikamentösen Einstellung des Bluthochdrucks kann idealerweise auch der Zeitpunkt der Entbindung bei optimalen Verlauf weiter verschoben werden. Somit können frühe Geburten mit den Risiken für Mutter und Kind minimiert werden, erklärt der Würzburger Mediziner. „Denn weiterhin ist die einzige kurative, also heilende Therapie für einen Schwangerschafts-Bluthochdruck die Entbindung. Oft bessern sich die Werte schon 48 Stunden nach der Geburt“, sagt Prof. Pecks.

Ziel: Komplikationsrisiken minimieren / Folgeerkrankungen reduzieren

Ein Bluthochdruck in der Schwangerschaft ist auch ein Hinweis auf eine mögliche Präeklampsie, die oft umgangssprachlich „Schwangerschaftsvergiftung“ genannt wird. Von einer Präeklampsie spricht man, wenn zusätzlich zu einem Bluthochdruck („Hypertonie“) Organschäden festgestellt werden, etwa an Niere oder Leber. Dabei scheiden die Frauen dann z.B. vermehrt Eiweiße über die Niere aus oder haben erhöhte Leberwerte im Blut. Weltweit versterben jährlich mehr als 50.000 Frauen und 500.000 Babys an den Folgen einer Präeklampsie. Mütterliche Todesfälle sind in den industriell entwickelten Ländern zum Glück selten. Aber das Leid der Frauen und die Folgen einer Frühgeburt wegen einer Präeklampsie können erheblich sein. 

Daher empfiehlt die neue Leitlinie ein allgemeines Screening auf Präeklampsie bei jeder Schwangeren. Auch angesichts des demographischen Wandels, älter werdenden Frauen bei der ersten Schwangerschaft und zunehmenden Schwangerschaften bei Frauen mit Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus ist eine frühe Erkennung wichtig. „Dieses Screening ist leider aktuell keine Kassen-Leistung. Dabei kann es enorm helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen, um vorbeugende Maßnahmen einzuleiten und eine Präeklampsie zu verhindern“, so Pecks. Ein solches Screening sollte in der 12. oder 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. 

Nachsorgepass gibt wertvolle Orientierung

Mit der Leitlinie soll auch das Risiko von Folgeerkrankungen nach der Schwangerschaft stärker in das Bewusstsein rücken. Prof. Pecks: „Frauen, die einen Bluthochdruck in der Schwangerschaft entwickelt haben, zeigen ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im weiteren Leben. Daher haben wir einen neuen Nachsorgepass entwickelt, der jetzt für die Frauen zum Download (Link: 
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-018) bereitsteht und der helfen soll, dieses Thema mit den weiterbehandelnden Ärztinnen und Ärzten nach Geburt und Wochenbett zu besprechen.“ 

Hintergrund: Leitlinie „Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft: Diagnostik und Therapie“

Die Leitlinie „Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft: Diagnostik und Therapie“ ist im Leitlinienprogramm der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), der Österreichischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie (OEGGG) sowie der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe entwickelt worden. Sie löst die vorherige Leitlinie aus dem Jahr 2019 ab. Sie wurde geprüft durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und steht hier zum Download bereit, Link: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-018 

Prof. Dr. Ulrichs Pecks ist der Leitlinienkoordinator, er forscht seit 20 Jahren zu schwangerschaftsassoziiertem Bluthochdruck. Er leitet seit Oktober 2023 die Geburtshilfe an der Würzburger Uniklinik und bekleidet die Professur „Maternale Gesundheit und Hebammenwissenschaft“ an der Würzburger Universitätsmedizin. In der UKW-Geburtshilfe werden die Möglichkeiten eines Präeklampsiescreenings im Rahmen der Schwangerenberatung individuell vorgestellt.
 

Prof. Dr. Ulrich Pecks ist Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Würzburg.
Prof. Dr. Ulrich Pecks ist Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Würzburg. Er ist verantwortlicher Koordinator für die neue Leitlinie zur Schwangerenversorgung bei Bluthochdruck. Foto: UKW / Thomas Berberich

Onkologische Kinder-Tagesklinik erhält ein neues Wahrzeichen

Die Elterninitiative Regenbogen stiftet der Station am Uniklinikum einen neuen Leuchtturm.

Leuchtturm

In Zusammenarbeit mit Dipl.-Designer Norbert Böll hat die Elterninitiative Regenbogen e.V. der Kinder-Tagesklinik am Uniklinikum einen neuen Leuchtturm spendiert.

Am 12. Juli 2024 fand die feierliche Einweihung des Wahrzeichens statt, die von Vertretern der Elterninitiative, Norbert Böll und dem Stationspersonal begleitet wurde.
Einige Wochen Arbeit steckte Norbert Böll zusammen mit einem Ingenieur in Konstruktion und Bau des Leuchtturms. Das hochwertige Markenzeichen der Station dient hierbei nicht nur zur Dekoration, es kann auch betreten werden und darin gespielt werden. Die Kosten für das Projekt wurden vollständig von der Elterninitiative Regenbogen übernommen, die eng mit den Kinderkrebsstationen zusammenarbeitet. Auch Norbert Böll konnte sich in der Vergangenheit bereits kreativ bei der Gestaltung der Stationen der Kinderklinik engagieren und freut sich über die jahrelange Verbundenheit.

Die Elterninitiative Regenbogen unterstützt die Kinderkrebsstationen am Uniklinikum bereits seit 40 Jahren. Durch Spenden kann nicht nur die Ausstattung der Stationen finanziert werden, sondern auch die Besuche der Klinikclowns, die Musiktherapie und vieles mehr. Auch außerhalb des Klinikums steht der Verein den betroffenen Familien krebskranker Kinder und Jugendlicher mit einem umfassenden Angebot zur Seite.

Text: Nadine Kempa
 

Leuchtturm

Neurovaskuläres Netzwerk Unterfranken zertifiziert

Das Neurovaskuläre Netzwerk Unterfranken ist eine innovative überregionale Versorgungsstruktur für neurovaskuläre Erkrankungen. Die jetzt erfolgte Zertifizierung belegt dessen hohe Qualitätsstandards.

Am Neurovaskulären Netzwerk Unterfranken beteiligte Kliniken in der Region.
Am Neurovaskulären Netzwerk Unterfranken beteiligte Kliniken in der Region. © UKW

Würzburg. Das am 1. Februar 2023 am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) gegründete Neurovaskuläre Netzwerk Unterfranken wurde aufgrund seiner vielfältigen Aktivitäten und strukturierten Weiterentwicklung nunmehr durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie, die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie und die Zertifizierungsgesellschaft LGA InterCert zertifiziert. Der gewählte Sprecher des Neurovaskulären Netzwerks Unterfranken, Prof. Dr. Karl Georg Häusler von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW (Direktor: Prof. Dr. Jens Volkmann) bewertet dies als einen großen Erfolg des Verbundprojekts der Fachdisziplinen Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie, Kardiologie, Anästhesiologie und Gefäßchirurgie. Aus seiner Sicht beruht die gute Zusammenarbeit auf der bereits im Jahr 2014 etablierten Kooperation im Telemedizinnetzwerk TRANSIT-Stroke. 

Beteiligung von zehn Kliniken in der Region

Das Neurovaskuläre Netzwerk Unterfranken stellt eine innovative überregionale Versorgungsstruktur für neurovaskuläre Erkrankungen dar. Hierbei werden Patientinnen und Patienten mit einem Schlaganfall oder einer komplexen Veränderung der hirnversorgenden Gefäße mittels etablierter Therapiekonzepte an spezialisierten Kliniken behandelt. Zudem finden regelmäßige Treffen zum fachlichen Austausch und zur Qualitätssicherung im Netzwerk statt. Aktuell beteiligen sich das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau, das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim, das Rhön-Klinikum – Campus Bad Neustadt, das Helios-Klinikum Erlenbach, die Klinik Kitzinger Land, das Klinikum Main-Spessart Lohr, die Main-Klinik Ochsenfurt, das Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt, das Klinikum Würzburg Mitte und das UKW am Neurovaskulären Netzwerk Unterfranken (siehe Abbildung). 

Außerklinische Zusammenarbeit 

Das Netzwerk strebt zudem eine weitere Vertiefung der Kooperation mit außerklinischen Partnern an, beispielsweise mit dem lokalen Rettungsdienst und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Vorstand: Prof. Dr. Peter U. Heuschmann), um gemeinsam wissenschaftliche Fragestellungen zu bearbeiten. 

Weitere Informationen zum Netzwerk finden sich unter www.ukw.de/netzwerke/neurovaskulaeres-netzwerk-unterfranken 
 

Am Neurovaskulären Netzwerk Unterfranken beteiligte Kliniken in der Region.
Am Neurovaskulären Netzwerk Unterfranken beteiligte Kliniken in der Region. © UKW

Förderung für klinische Neurobiologie am UKW

Die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp unterstützt das Forschungsvorhaben „Grundlagenforschung Angst – Erforschen der Schaltkreise, die bei Angst und Furcht im Gehirn ablaufen“ an der Uniklinik Würzburg mit 10.000 Euro.

(V.l.): Erhard Frank, Catharina Kipping, Gunther Schunk (alle Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp), Sigrid Kübert (Vogel Communications Group), César Redondo Alañón und Philip Tovote (Universitätsklinikum Würzburg) bei der Spendenübergabe.
(V.l.): Erhard Frank, Catharina Kipping, Gunther Schunk (alle Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp), Sigrid Kübert (Vogel Communications Group), César Redondo Alañón und Philip Tovote (Universitätsklinikum Würzburg) bei der Spendenübergabe. (Bild: Katrin Walter)

Das „Defense Circuits Lab“ am Institut für Klinische Neurobiologie widmet sich der Erforschung der neuronalen Grundlagen von Angstzuständen. Angst ist eine wichtige Emotion, die als Reaktion auf Bedrohungen entsteht und komplexe Prozesse im Gehirn auslöst. Wenn Angst jedoch unverhältnismäßig starke Reaktionen hervorruft, chronisch andauert oder auf eigentlich harmlose Reize hin entsteht, kann es beim Menschen zu Angststörungen kommen, welche die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Angststörungen sind die am weitesten verbreiteten neuropsychiatrischen Erkrankungen und können nicht immer effektiv mit medikamentösen oder psychotherapeutischen Maßnahmen gelindert werden. Durch das bessere Verständnis der Hirn-Schaltkreise, die für Angstzustände verantwortlich sind, können neue Behandlungsansätze für Angststörungen entwickelt werden.

Die Entstehung von Angst verstehen

Das Projekt zielt darauf ab, die Aktivität von Nervenzellen im präfrontalen Kortex während Angstzuständen zu analysieren und spezialisierte Zellgruppen zu identifizieren, die an Verhaltensänderungen und Herzaktivitätsanpassungen beteiligt sind. Diese Erkenntnisse könnten zu innovativen Behandlungsmethoden führen, die die Lebensqualität von Menschen mit Angststörungen verbessern. „Durch Kombination optischer und genetischer Methoden können wir heute die Hirn-Netzwerke, die Angst entstehen lassen, sehr genau untersuchen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse bilden die Grundlage, auf der gezielte Netzwerktherapien zur Behandlung von Angststörungen entwickelt werden können“, erläutert Prof. Dr. Philip Tovote die Forschungsmotivation für das Projekt.

„Seit über zwei Jahren ist einer unserer Förderschwerpunkte das Thema mentale Gesundheit, da wir aus vielen Studien wissen, wie stark der psychische Druck gestiegen ist. Auch diese Grundlagenforschung unter Leitung von Prof. Tovote soll helfen, besser zu verstehen wie wir in unserer Gesellschaft damit umgehen und Angst besser entschärfen können“, erläutert Dr. Gunther Schunk, Vorstandsvorsitzender der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp das Engagement: „Außerdem fördern wir mit dem Doktoranten César Redondo Alañón den Forschungsnachwuchs.

Über die Vogel Stiftung

Die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp engagiert sich seit 2000 in den vier Förderfeldern Wissenschaft/Forschung, Medizin/Gesundheitswesen, Bildung und Kultur – ausschließlich zu gemeinnützigen Zwecken in der Region Würzburg. Ihre Ziele sind die Förderung exzellenter Forschung, das Stärken von kulturellen Angeboten und Engagements sowie die Unterstützung von wissenschaftlicher Aus- und Weiterbildung. Die Teilhabe am Leben durch Forschung steht im Mittelpunkt des Handelns der Stiftung.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 09.07.2024

(V.l.): Erhard Frank, Catharina Kipping, Gunther Schunk (alle Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp), Sigrid Kübert (Vogel Communications Group), César Redondo Alañón und Philip Tovote (Universitätsklinikum Würzburg) bei der Spendenübergabe.
(V.l.): Erhard Frank, Catharina Kipping, Gunther Schunk (alle Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp), Sigrid Kübert (Vogel Communications Group), César Redondo Alañón und Philip Tovote (Universitätsklinikum Würzburg) bei der Spendenübergabe. (Bild: Katrin Walter)