Aktuelle Pressemitteilungen

Neues aus der Krebsforschung: Das Uniklinikum Würzburg lädt zum Gesundheitstalk ein

Welche Fortschritte gab es in der jüngeren Vergangenheit bei der Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen? Wie sehen hier die weiteren Perspektiven aus? Und welche konkreten Vorteile haben Krebspatientinnen und -patienten von der Forschungsstärke der Würzburger Universitätsmedizin? Fragen wie diese werden von Fachleuten bei einem Gesundheitstalk am 24. Januar 2026 beantwortet.

Auf dem Foto sind drei Portrait Fotos von Herrn Prof. Einsele, Gabriele Nelkenstock und Herren Prof. Beilhack zu sehen.
Beim Gesundheitstalk am 24. Januar 2026 dabei (von links): Prof. Dr. Hermann Einsele, Gabriele Nelkenstock und Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack. © D. Peter / B. Schmitt / A. Wolf

Würzburg. Die Krebsmedizin befindet sich in einem historischen Umbruch: Personalisierte Therapien, moderne Immuntherapien und hochpräzise molekulare Diagnostik eröffnen heute Heilungs- und Langzeitüberlebenschancen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Über diese bahnbrechenden Entwicklungen, ihre Perspektiven und ihre Bedeutung für die Patientinnen und Patienten informiert das Uniklinikum Würzburg (UKW) beim 1. Gesundheitstalk „Neues aus der Krebsforschung: Fortschritte und Perspektiven“. Die kostenfreie Informationsveranstaltung findet am Samstag, 24. Januar 2026, von 10:00 bis ca. 11:30 Uhr im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) des UKW an der Oberdürrbacher Straße statt. Der Gesundheitstalk ist eine Kooperation des UKW mit der Main-Post.

Als Referierende stehen Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW und Sprecher des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen (NCT WERA), Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack vom Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin der Uni Würzburg sowie Dipl.-Soz.-Päd. Gabriele Nelkenstock, die Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung „Forschung hilft“, für Fragen und den Austausch mit dem Publikum zur Verfügung.

Paradigmenwechsel in der Krebstherapie

„Wir erleben derzeit keinen schrittweisen Fortschritt, sondern einen echten Paradigmenwechsel in der Krebsmedizin“, sagt Prof. Einsele. So ermögliche moderne molekulare Diagnostik heute Therapien, die gezielt an genetischen Veränderungen der Tumorzellen ansetzen. Operative und strahlentherapeutische Behandlungen seien wesentlich zielgenauer und nebenwirkungsärmer geworden. Gleichzeitig habe die Immuntherapie das Behandlungsspektrum grundlegend erweitert. Besonders eindrucksvoll seien die Erfolge bei ehemals sehr schwer behandelbaren Erkrankungen. „Beim Multiplen Myelom lag die Lebenserwartung im Jahr 2006 noch bei maximal vier Jahren. Heute erreichen viele unserer Patientinnen und Patienten krankheitsfreie Überlebenszeiten von mehr als 17 Jahren. Das ist eine der größten Erfolgsgeschichten der modernen Medizin“, betont der international renommierte Myelom-Experte. 

Auch bei soliden Tumoren zeigten sich dramatische Verbesserungen: „Bei Patientinnen und Patienten mit malignem Melanom – auch als Schwarzer Hautkrebs bekannt – konnten wir durch zielgerichtete Therapien, vor allem Immuntherapien, die Behandlung so dramatisch verbessern, dass heute viele Betroffene langfristig – teilweise dauerhaft – tumorfrei bleiben“, erklärt Einsele und fährt fort: „Selbst Krebserkrankte mit Lebermetastasen eines Darmtumors, die lange als kaum beherrschbar galten, haben heute mit kombinierter Systemtherapie plus Operation realistische Chancen auf Langzeitüberleben.“

(Lokale) Forschung, die ankommt

Die von Roland Schmitt-Raiser von der Main-Post moderierte Gesprächsrunde wird zudem zeigen, dass die Würzburger Universitätsmedizin in der Krebsforschung auf internationalem Spitzenniveau arbeitet und wichtige Beiträge zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie leistet. Nach Auffassung von Prof. Beilhack wären viele dieser Fortschritte ohne ‚Forschung hilft‘ nicht möglich. Die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung am Universitätsklinikum Würzburg unterstützt frühzeitig innovative Ideen und vor allem auch junge wissenschaftliche Talente. Beispielsweise konnten so besonders empfindliche Tests entwickelt werden, mit denen einzelne Krebszellen unter bis zu 100 Millionen gesunden Zellen erkannt werden. „Ein entscheidender Fortschritt für die Behandlung von Blutkrebspatientinnen und -patienten“, unterstreicht Beilhack und fährt fort: „Auch die Entwicklung neuartiger dreidimensionaler Tumormodelle begann durch lokale Förderung und wird vom UKW zusammen mit den anderen fünf bayerischen Universitätsklinika seit Januar 2026 im Rahmen einer Translationsgruppe des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung weiter vorangetrieben.“ Nach seinen Worten führte die Förderung durch die lokale Stiftung zudem zur Entwicklung einer neuen Klasse von Immuntherapeutika, die das körpereigene Abwehrsystem direkt im Tumorumfeld aktivieren. 

„Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass sich die Stiftung ‚Forschung hilft‘ zu einem wichtigen Katalysator für den Fortschritt entwickelt hat – mit direktem Nutzen für die Betroffenen sowie einem nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der Krebsforschung vor Ort und darüber hinaus“, sagt Gabriele Nelkenstock und ergänzt: „Ein großer Dank gilt dem Verein ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘, der die Stiftung im Jahre 2017 gegründet hat.“

Anmeldung und weitere Informationen

Weitere Informationen und einen Anmeldelink finden Interessierte unter www.ukw.de/selbsthilfe, Rubrik „Veranstaltungen“. Die Teilnahme ist kostenfrei.


Text: Pressestelle / UKW

 

Auf dem Foto sind drei Portrait Fotos von Herrn Prof. Einsele, Gabriele Nelkenstock und Herren Prof. Beilhack zu sehen.
Beim Gesundheitstalk am 24. Januar 2026 dabei (von links): Prof. Dr. Hermann Einsele, Gabriele Nelkenstock und Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack. © D. Peter / B. Schmitt / A. Wolf

Adventsspende für Elterninitiative Regenbogen

1.800 Euro kamen bei einer Spendenaktion in Schwarzach zusammen

Foto zeigt drei Personen bei der Spendenübergabe, die vor einem Roll-up stehen. In der Mitte hält eine Dame mehrere Geldscheine in der Hand.

Pünktlich zu Weihnachten übergaben Herbert Kestler und Nikolaus Helemann im Namen des „Altherren-Teams dritte Halbzeit“ 1.800€ an die Elterninitiative Regenbogen in Würzburg.
Gemeinsam mit den „Steinsitzern“ und der Feuerwehr Münsterschwarzach organisierten sie an einem Adventswochenende eine Spendenaktion auf dem Adventsmarkt in Schwarzach. Während die „Steinsitzer“ den Christbaumverkauf übernahmen, kümmerten sich Herbert Kestler, Nikolaus Helemann und Willi Pier vom „Altherren-Team dritte Halbzeit and friends“ um die Verpflegung. Mit dem Verkauf von Bratwurst, Glühwein und Co. kam an einem Abend die Spendensumme zusammen.

Im Rahmen der Spendenübergabe im Büro der Elterninitiative Regenbogen entschieden sich Herr Kestler und Herr Helemann dafür, mit dem Betrag die Elternwohnungen des Vereins zu unterstützen. Die Elterninitiative Regenbogen ist bereits seit über 40 Jahren für Familien krebskranker Kinder ehrenamtlich aktiv und stellt mit den insgesamt zwölf Elternwohnungen ein in der Therapiezeit besonders wichtiges Angebot zur Verfügung. Die Familien können die Wohnungen währenddessen kostenfrei nutzen und in unmittelbarer Nähe zur Uni-Kinderklinik wohnen. Durch diese Möglichkeit werden sie organisatorisch von den teils weiten Fahrten zur Klinik entlastet und können im Notfall innerhalb weniger Minuten bei ihrem Kind sein. Die über 7.000 Übernachtungen im Jahr 2024 untermauern die Unverzichtbarkeit dieses Angebots.

Die Elterninitiative Regenbogen bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten dieser Spendenaktion für die treue Unterstützung.

 

Pressemitteilung der Elterninitiative Regenbogen e.V.
 

Foto zeigt drei Personen bei der Spendenübergabe, die vor einem Roll-up stehen. In der Mitte hält eine Dame mehrere Geldscheine in der Hand.

Bayern stärkt Infektionsschutz – Freistaat richtet neues Zentrum für präventive Infektionsmedizin ein

Wissenschaftsminister Blume: „Unser Ziel ist nicht nur bestmöglich gewappnet zu sein – sondern die nächste Pandemie zu verhindern“

Würzburg/München. Der Freistaat setzt neue Maßstäbe im Kampf gegen Infektionskrankheiten und richtet das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) ein. Das gab Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume heute in München bekannt.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume betonte: „Mit dem Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin machen wir Bayern widerstandsfähiger gegen zukünftige Gesundheitsrisiken. Infektionskrankheiten sind omnipräsent: von der Atemwegerkrankung, über die Lungenentzündung bis zur Influenza. Wir können Menschen schützen, indem Forschungsergebnisse schnell und stringent in die Anwendung kommen – dazu denken wir Reagenzglas und Krankenbett in einer Linie. Gerade bei der Prävention und Bekämpfung von Infektionskrankheiten sind kurze Wege und ein Fokus auf Translation entscheidend.  Dabei stehen wir alle auch unter dem Eindruck der COVID-19-Pandemie, die uns bis heute massiv beschäftig. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass in einem ersten Sonderprojekt des BZI der Fokus auf Erfassung, Erkennung und Erforschung von Long COVID gelegt wird.“

Zur Ausstattung, Struktur und Zielen des neuen Zentrums erklärte Minister Blume: „Wir schaffen eine eigene Einrichtung, in der alle Hochschulmedizinstandorte und unsere Uniklinika im Bereich Infektionsschutz dauerhaft verzahnt sind. Dafür stellen wir jährlich rund drei Millionen Euro zur Verfügung. Wir schaffen verlässliche Strukturen, damit Wissen schneller genutzt, Impfungen besser verstanden und Risiken früher erkannt werden können. Der Fokus des BZI liegt auf Forschung und Diagnostik, aber auch auf wissenschaftlich fundierter Beratung für Politik und Bevölkerung. Unser Ziel: Nicht nur bestmöglich gewappnet zu sein – sondern die nächste Pandemie zu verhindern.“

Akzeptanz von Impfungen durch wissenschaftlich Evidenz weiter stärken

Infektionskrankheiten gehören zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im Gesundheits- und Medizinbereich. Das Zentrum vernetzt alle bayerischen Hochschulmedizinstandorte, die Uniklinika und den öffentlichen Gesundheitsdienst in einer eigenen wissenschaftlichen Einrichtung – dies stellt eine bundesweit einmalige Struktur dar. Im Mittelpunkt stehen Prävention, Diagnostik und die Erforschung von Impfstoffen. Wichtige Aufgabe ist ebenfalls, die Akzeptanz von Impfungen weiter zu stärken. Das BZI verfolgt das Ziel, Infektionsrisiken möglichst früh zu erkennen, wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die Versorgung zu übertragen und evidenzbasierte Entscheidungen im Gesundheitswesen zu unterstützen. Dazu werden eine eigene Datenplattform und eine eigene Studienplattform aufgebaut. Zudem sollen künftig eigene Forschungsgruppen eingerichtet werden können.

Das BZI gliedert sich in drei zentrale Programmbereiche:

  • Bayerisches Surveillancezentrum (BaySurv): Moderne und kontinuierliche Überwachung relevanter Erreger, einschließlich molekularer Analytik und datenbasierter Auswertung.
  • Bayerisches Vakzinezentrum (BayVak): Forschung zu Impfstoffen, Impfstrategien, klinischen Studien sowie wissenschaftlich fundierte Kommunikation rund um das Thema Impfen.
  • Erstes Querschnittsprojekt: Bayerisches Long-COVID-Register (BAY-LCR): Systematische Erfassung und wissenschaftliche Untersuchung postakuter Infektionssyndrome wie Long COVID.

Die drei Programmbereiche bilden die Grundlage für eine koordinierte und wissenschaftlich fundierte Vorsorgestrategie gegen Infektionskrankheiten in Bayern. Wissenschaftliche Initiatoren des BZI sind Prof. Dr. Oliver Kurzai, Vorstand am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Prof. Dr. Klaus Überla, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Virologisches Institut. Die Geschäftsstelle des BZI ist an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg eingerichtet, einen zweiten Standort gibt es zudem an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

 

Weitere Informationen zum BZI finden Sie unter: '
https://www.bzi-bayern.de/

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Pressemitteilung vom 29.12.2025

Sama ist das Neujahrsbaby 2026

Im vergangenen Jahr 2025 gab es 1918 Geburten und etwa 2000 Kinder, die am UKW das Licht der Welt erblickten.

Das „Neujahrsbaby“ Sama ist sich ihres besonderen Geburtsdatums noch nicht bewusst.  © M. Fastner / UKW
Das „Neujahrsbaby“ Sama ist sich ihres besonderen Geburtsdatums noch nicht bewusst. © M. Fastner / UKW

Jede Geburt ist einzigartig und etwas Besonderes. Und doch ist die erste Geburt nach dem Jahreswechsel immer mit Aufregung und Vorfreude verbunden. So fiebern nicht nur die werdenden Eltern, sondern auch das geburtshilfliche Team den ersten Minuten und Stunden des neuen Jahres entgegen und sind gespannt, ob und welches Kind begleitet von Feuerwerk auf die Welt kommt.

Sama ist das erste Kind des Jahres 2026 am UKW

In diesem Jahr hat erneut ein Mädchen das Rennen gemacht. Sie wurde in der Silvesternacht um 04:06 Uhr geboren. Die Eltern, sowie das Kind sind wohlauf und freuen sich über einen gelungenen Start ins neue Jahr. Sama ist das zweite Kind der Familie und wird Zuhause von einer großen Schwester erwartet.

Marlene Winkler, leitende Hebamme am UKW: „Wir haben hier ein großartiges Hebammenteam. Gemeinsam mit unseren Studierenden betreuen und begleiten wir die werdenden Familien nach deren persönlichen Bedürfnissen individuell und professionell.“ 

„Der Übergang in ein neues Jahr wird von vielen Menschen als Symbol für einen Neubeginn verstanden“, betont Prof. Dr. Ulrich Pecks, Leiter der Geburtshilfe am UKW. „Wir haben das Glück, mit jeder Geburt einen Neubeginn erleben zu dürfen. Wir setzen uns jeden Tag im Jahr mit hoher medizinischer Fachkompetenz und persönlichem Engagement für eine sichere und interventionsarme Geburt ein.“

Die beliebtesten Vornamen 2025 waren Emma und Elias, Noah und Paul

Im vergangenen Jahr 2025 gab es 1918 Geburten und also etwa 2000 Kinder, die am UKW das Licht der Welt erblickten. Bei den Mädchen wurde der Name Emma 17 Mal vergeben, Lina elf Mal, gefolgt von Emilia, Mia, Mila, Ella, Leni, Amelie, Ida und Lia. Bei den Jungen führten die Namen Elias, Noah und Paul mit 13 Vergaben, gefolgt von Ben und Emil, die jeweils zwölf Mal gewählt wurden. Darauf schlossen sich Anton, Leon, Matteo, Oskar und Felix an.

Text: Kim Sammet, UKW

Das „Neujahrsbaby“ Sama ist sich ihres besonderen Geburtsdatums noch nicht bewusst.  © M. Fastner / UKW
Das „Neujahrsbaby“ Sama ist sich ihres besonderen Geburtsdatums noch nicht bewusst. © M. Fastner / UKW

Universitätsklinikum Würzburg war 2025 eines der spendenstärksten Krankenhäuser im Netzwerk der DGFG

Von den 237 Gewebespenden in Bayern wurden allein 99 am Universitätsklinikum Würzburg umgesetzt

In 2025 ist die Anzahl an Gewebespenden im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation erneut gestiegen. Foto: Augenhornhauttransplantat in einer Nährlösung in der Gewebebank Hannover. Foto: DGFG
In 2025 ist die Anzahl an Gewebespenden im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation erneut gestiegen. Foto: Augenhornhauttransplantat in einer Nährlösung in der Gewebebank Hannover. Foto: DGFG

Würzburg/Hannover. Noch nie wurden in Deutschland so viele Gewebe gespendet wie im vergangenen Jahr. Obwohl es prozentual nicht mehr Zustimmungen gab als 2024, war die Anzahl der Meldungen, der Aufklärungsgespräche und damit auch der Personen, die Gewebe gespendet haben, erkennbar höher als 2024. 9.640 Patienten konnten mit einem Transplantat aus dem Netzwerk der gemeinnützigen Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) versorgt werden. Das ist eine Steigerung von 15,2 % zum Vorjahr – ebenfalls ein Rekordwert.

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) war in 2025 eines der spendenstärksten Krankenhäuser im Netzwerk der DGFG: Von den 237 Gewebespenden in Bayern wurden allein 99 am Universitätsklinikum Würzburg umgesetzt. Die Zustimmungsquote lag dabei mit 46,8 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt. 

Seit 2013 können Augenhornhautspenden in der Lions Hornhautbank des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) aufbereitet werden. Die Hornhautbank am UKW ist Mitglied im bundesweiten Netzwerk der DGFG. Zu den häufigsten Hornhauterkrankungen zählen Trübungen der Hornhaut, etwa durch Narben oder Hornhautdystrophien, Verformungen der Hornhaut (z.B. infolge eines Keratokonus) sowie Schädigungen durch Infektionen. „In bestimmten Fällen ist die Transplantation einer Hornhaut der einzige Weg, das Sehen wieder zu verbessern“, sagt Dr. Franziska Seifert, Oberärztin in der UKW-Augenklinik und Leiterin der Würzburger Hornhautbank. 

Erstmals erreichten die DGFG mehr als 60.000 Meldungen potenzieller Gewebespender aus mehr als 320 verschiedenen Einrichtungen. Über 12.000 Aufklärungsgespräche zur Gewebespende wurden im Jahr 2025 mit An- und Zugehörigen von Verstorbenen geführt, wobei in 4.585 Fällen eine Zustimmung zur Spende gegeben wurde. Die Zustimmungsquote lag mit 37,9 % nach einem Abwärtstrend in den vergangenen 3 Jahren mit einem Minus von 0,2 % zu 2024 nur leicht unter dem Vorjahresniveau. „Insgesamt blicken wir voller Dankbarkeit auf ein sehr Spenden-starkes Jahr 2025. Zuallererst gilt unser Dank immer den Spenderinnen und Spendern sowie ihren An- und Zugehörigen. Ihr Altruismus und ihre Solidarität machen die Gewebemedizin erst möglich. Dass wir bei gleichbleibender Zustimmungsquote mehr Spenden realisieren konnten, ist auch dem zu verdanken, dass immer mehr Kliniken in Deutschland potenzielle Spender:innen melden und die Gewebespende in ihr Selbstverständnis integrieren. Das ist in einer Zeit, in der die Kliniken und ihr Personal so stark belastet sind, keine Selbstverständlichkeit“, sagt DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel.

Augenhornhäute – am häufigsten gespendet, am häufigsten transplantiert

Von 4.188 durchgeführten Entnahmen spendeten 4.070 Personen nach ihrem Tod ihre Augenhornhäute. In 2025 wurden 6.370 in der Gewebebank aufbereitete Augenhornhauttransplantate zur Operation an Augenkliniken vermittelt und ermöglichten Patientinnen und Patienten ihr Augenlicht zu erhalten oder wiederzuerlangen. Das entspricht einer Steigerung um 16 % gegenüber dem Vorjahr. Und trotzdem besteht weiterhin ein Mangel an Augenhornhäuten und anderen Geweben.

Anbindung von Gewebespendeeinrichtungen an das Organspenderegister

Ein weiteres Hilfsmittel der Willensäußerung ist das im März 2024 in Betrieb genommene Organspende Register (OGR). Seitdem haben dort 448.681 Menschen ihre Zustimmung oder ihre Ablehnung zur Organ- und Gewebespende festgehalten (Quelle: www.organspende-info.de, Stand 30. Dezember 2025). Im Jahr 2026 soll nach Verabschiedung des Dritten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes die rechtliche Grundlage geschaffen sein, damit auch Gewebespendeeinrichtungen auf das Register und dessen Eintragungen zugreifen können. Das Gesetzesvorhaben war im November 2024 mit dem Bruch der Regierungskoalition zunächst eingestellt, im Sommer 2025 vom Bundesgesundheitsministerium aber wieder aufgenommen worden. 

Über die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG)

Die DGFG fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland. Auf Basis des Gewebegesetzes von 2007 sind alle Tätigkeiten und Ablaufprozesse der Gewebespende gesetzlich geregelt. Für alle Gewebezubereitungen gilt das Handelsverbot. Die DGFG vermittelt ihre Transplantate über eine zentrale Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste. Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen. Als unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft wird die DGFG ausschließlich von öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens getragen: Gesellschafter sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover, die Universitätsmedizin Rostock sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg. 

In 2025 ist die Anzahl an Gewebespenden im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation erneut gestiegen. Foto: Augenhornhauttransplantat in einer Nährlösung in der Gewebebank Hannover. Foto: DGFG
In 2025 ist die Anzahl an Gewebespenden im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation erneut gestiegen. Foto: Augenhornhauttransplantat in einer Nährlösung in der Gewebebank Hannover. Foto: DGFG

„Krisentauglich werden“: Würzburger Forum Bevölkerungsschutz am 10. Januar 2026

Vorträge von in- und ausländischen Expertinnen und Experten, u. a. vom Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, vom britischen College of Emergency Medicine und vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Regemäßig finden gemeinsame Übungen des BRK und der Uniklinik Würzburg statt, um sich gezielt auf mögliche Krisenszenarien vorzubereiten. Hier eine Übung aus dem Jahr 2022, um Patienten nach einer Dekontamination sicher zu versorgen.: © Stefan Dreising / UKW
Regemäßig finden gemeinsame Übungen des BRK und der Uniklinik Würzburg statt, um sich gezielt auf mögliche Krisenszenarien vorzubereiten. Hier eine Übung aus dem Jahr 2022, um Patienten nach einer Dekontamination sicher zu versorgen.: © Stefan Dreising / UKW

Würzburg. Angesichts wachsender globaler und regionaler Herausforderungen reicht es nicht mehr aus, über neue Konzepte, Fahrzeuge und Technologien zu diskutieren – entscheidend ist ihre praktische Umsetzung im Katastrophenfall. Unter dem Motto „Krisentauglich werden“ widmet sich das siebte „Würzburger Forum Bevölkerungsschutz“ am Samstag, 10. Januar 2026, der Frage, wie funktionsfähige und praxistaugliche Strukturen für Zivilschutz, Naturkatastrophenmanagement, zivil-militärische Zusammenarbeit sowie Landes- und Bündnisverteidigung geschaffen werden können.

Im vergangenen Jahr nahmen über 500 Fachleute aus dem In- und Ausland an der Tagung teil, eine ähnliche Resonanz wird auch 2026 erwartet. Veranstalter sind die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Sektion für Notfall- und Katastrophenmedizin des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) sowie das Bayerische Rote Kreuz (BRK), Bezirksverband Unterfranken. Die kostenlose Tagung findet online unter der Schirmherrschaft von Staatssekretär Sandro Kirchner, MdL, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, statt.

Breites Fachprogramm mit nationaler und internationaler Expertise

Der NATO-Plan für den Massenanfall von Verletzten und die Verwundetenversorgung der Bundeswehr in der Zivilen Verteidigung sind nur zwei Beispiele der thematischen Breite des Forums. Zu den Referierenden zählen u. a. Fachleute des Kommandos Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, des britischen College of Emergency Medicine, des Bayerischen Roten Kreuzes und des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

„Die Theorie im Bevölkerungsschutz ist vorhanden, entscheidend ist aber ihre schnelle Anwendbarkeit im Katastrophenfall. Unsere Veranstaltung zeigt dafür konkrete Wege auf. Es geht um gelebte Zusammenarbeit, um praxisorientiertes Training und um die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Prof. Dr. Thomas Wurmb, wissenschaftlicher Leiter des Forums der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am UKW. Gemeinsam mit Harald Erhard, Bezirksgeschäftsführer des BRK Unterfrankens, übernimmt er die Moderation der Veranstaltung. 

Anmeldung und Teilnahmebedingungen

Eine verbindliche Anmeldung für Fachpersonal ist erforderlich. Die Anmeldung erfolgt über den BRK-Bezirksverband Unterfranken: https://bvunterfranken.brk.de/wuefobest

Regemäßig finden gemeinsame Übungen des BRK und der Uniklinik Würzburg statt, um sich gezielt auf mögliche Krisenszenarien vorzubereiten. Hier eine Übung aus dem Jahr 2022, um Patienten nach einer Dekontamination sicher zu versorgen.: © Stefan Dreising / UKW
Regemäßig finden gemeinsame Übungen des BRK und der Uniklinik Würzburg statt, um sich gezielt auf mögliche Krisenszenarien vorzubereiten. Hier eine Übung aus dem Jahr 2022, um Patienten nach einer Dekontamination sicher zu versorgen.: © Stefan Dreising / UKW

Sicher ins neue Jahr: Universitätsklinikum Würzburg warnt vor Silvester-Gefahren

Anlässlich des bevorstehenden Jahreswechsels weist das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) auf typische Verletzungsrisiken in der Silvesternacht hin und gibt Empfehlungen zu deren Vermeidung.

Die meisten Verletzungen entstehen durch den unsachgemäßen oder leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerkskörpern. Hier kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen wie zum Beispiel dem Verlust von Fingern, aber auch zu Verbrennungen an den Händen und im Gesicht. Foto: UKW (KI-generiert mit ChatGPT (DALL·E))
Die meisten Verletzungen entstehen durch den unsachgemäßen oder leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerkskörpern. Hier kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen wie zum Beispiel dem Verlust von Fingern, aber auch zu Verbrennungen an den Händen und im Gesicht. Foto: UKW (KI-generiert mit ChatGPT (DALL·E))

Würzburg. Feuerwerkskörper in der Hand explodiert, Sektkorken ins Auge geknallt, im Übermut gestürzt, Alkoholvergiftung. Das sind nur wenige Beispiele von Notfällen, die alle Jahre wieder in der Silvesternacht am UKW behandelt werden. Um auf das erhöhte Patientenaufkommen vorbereitet zu sein, setzt das UKW an Silvester in mehreren Kliniken zusätzliches pflegerisches und ärztliches Personal ein.

Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor, dankt im Namen des Vorstands allen Mitarbeitenden und Einsatzkräften auf den Straßen, die für einen sicheren Jahreswechsel sorgen, während andere feiern: „Wir wünschen allen Würzburgerinnen und Würzburgern einen guten Beschluss und ein schönes Silvesterfest. Gleichzeitig möchten wir für die Gefahren in der Silvesternacht sensibilisieren. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Feuerwerk und Alkohol schützt Sie und Ihre Mitmenschen und entlastet Rettungsdienste und Notaufnahmen.“

Wenn die Rakete ins Auge geht

Die meisten Verletzungen entstehen durch den unsachgemäßen oder leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerkskörpern. Hier kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen wie zum Beispiel dem Verlust von Fingern, aber auch zu Verbrennungen an den Händen und im Gesicht. 

Fehlgeleitete Raketen oder Feuerwerksbatterien, aus denen sich verzögert ein Schuss löst, während sich die Person darüber beugt, können ins Auge gehen. „Dabei kann der Augapfel einreißen und schwer beschädigt werden. Diese sogenannten Bulbusberstungen können das Sehvermögen dauerhaft schädigen. Wir beobachten sie nahezu jedes Jahr an Silvester. Leider führen sie oft zur Erblindung bis hin zum Verlust des Auges“, sagt Dr. Franziska Seifert, Oberärztin in der Augenklinik des UKW. In der vergangenen Silvesternacht 2024/25 mussten zwei Patienten mit dieser schwerwiegenden Verletzung in der Augenklinik operiert werden. Zu den leichteren Fällen, die jedoch auch Zeit in Anspruch nehmen und für die Betroffenen schmerzhaft sind, zählen in der Augenklinik die Entfernung von Asche im Auge, die Behandlung von oberflächlich abgeschürfter Hornhaut und die Versorgung einer Augapfelprellung.

Knalltrauma durch laute Explosionen

Auch Knalltraumata der Ohren gehören zu den typischen Silvesterverletzungen, die in der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie des UKW behandelt werden. Das Behandlungsspektrum reicht von einer medikamentösen Therapie bei Hörminderung über lokale Maßnahmen bei Verletzungen bis hin zu Operationen, insbesondere bei Trommelfellrupturen oder akuten Innenohrschäden. „Durch explodierende Feuerwerkskörper können auch dauerhafte Schäden im Ohr entstehen, die zu Hörverlust und chronischen Beschwerden dieses Sinnesorgans führen“, warnt Dr. Armin von Fournier aus der HNO-Klinik. 

Alkohol, Glätte und Dunkelheit erhöhen das Risiko

Zusätzlich rechnet die Zentrale Notaufnahme des UKW mit einem Anstieg von Patientinnen und Patienten mit Vergiftungen durch Alkohol und andere Substanzen. Damit sind weitere Gefahren verbunden, wie Koordinationsverlust und Stürze, Unterkühlung oder Unfälle im Straßenverkehr. 

„Nicht zuletzt sind in der Silvesternacht witterungsbedingte Gefahren denkbar. Bei Schnee, Glatteis und Dunkelheit ist die Sturzgefahr deutlich erhöht. Insbesondere in Kombination mit Alkohol steigt das Risiko von Knochenbrüchen erheblich“, sagt Martina Ohr, Pflegerische Leitung der Chirurgischen Spange der Zentralen Notaufnahme.

 

Empfehlungen für einen sicheren Start ins neue Jahr

  • Wenn geböllert wird, nur zugelassenes Feuerwerk verwenden und die Packungsanweisung beachten
  • Beim Böllern kann das Tragen eines aktiven Gehörschutzes und einer Schutzbrille präventiv helfen
  • Niemals Böller in der Hand zünden
  • Blindgänger nicht erneut anzünden
  • Sicherheitsabstand einhalten und niemals Feuerwerkskörper in Menschenmengen zünden
  • Alkohol und Feuerwerk strikt trennen. Betrunkene aus dem Gefahrenbereich fernhalten
  • Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen
  • Warm anziehen, idealerweise im Zwiebellook
  • „Don‘t drink and drive!“ – Auto, Fahrrad oder E-Scooter auch bei geringen Mengen Alkohol stehen lassen
  • Beim Heimweg auf den Weg und die Verkehrsteilnehmer achten

Das UKW wünscht allen Menschen im Einzugsgebiet einen guten Start ins neue Jahr. Und zwar im Kreis von Freunden und Familie – und nicht in der Notaufnahme!

Text: Annika Wolf / UKW

Die meisten Verletzungen entstehen durch den unsachgemäßen oder leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerkskörpern. Hier kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen wie zum Beispiel dem Verlust von Fingern, aber auch zu Verbrennungen an den Händen und im Gesicht. Foto: UKW (KI-generiert mit ChatGPT (DALL·E))
Die meisten Verletzungen entstehen durch den unsachgemäßen oder leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerkskörpern. Hier kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen wie zum Beispiel dem Verlust von Fingern, aber auch zu Verbrennungen an den Händen und im Gesicht. Foto: UKW (KI-generiert mit ChatGPT (DALL·E))