Aktuelle Pressemitteilungen

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg: Das Childhood-Haus Würzburg nimmt Form an

Ein bedeutender Schritt im Kinderschutz: Das Childhood-Haus in Würzburg soll nun Realität werden. Ein Childhood-Haus ist eine kinderfreundliche, multidisziplinäre, ambulante Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die Opfer oder Zeugen von sexualisierter und körperlicher Gewalt geworden sind.

Gruppenbild Protagonisten des Childhood-Hauses Würzburg
Die Protagonisten des Childhood-Hauses Würzburg bei der konstituierenden Sitzung am 30.07.2024. Bild: Alina Menschick / UKW

Würzburg. Dank einer langjährigen Kooperation mit der World Childhood Foundation, gegründet von Königin Silvia von Schweden, ist es gelungen, ein breites regionales Bündnis zur Etablierung eines Childhood-Hauses in Würzburg zu mobilisieren. Am Dienstag, den 30. Juli, hat sich der Förderverein Projekt Childhood-Haus Würzburg gegründet, um den Aufbau der neuen Einrichtung zu unterstützen.

Bereits im September 2015 entstanden im Rahmen einer Fachtagung mit Benefizgala in der Würzburger Residenz erste persönliche Kontakte zu der World Childhood Foundation, die schon zuvor Projekte von Wildwasser Würzburg e.V. in der Region unterstützt hat.

Die Schaffung einer gut strukturierten, zentralen Anlaufstelle, die alle notwendigen interdisziplinären Professionen unter einem Dach vereint, um eine optimale Versorgung für Kinder und Jugendliche mit Missbrauchserfahrungen zu gewährleisten, ist Kernpunkt der Initiative. Die Folgen eines Traumas zu mindern, Geschehenes strafrechtlich aufzuarbeiten und weitere Übergriffe zu verhindern, sind auch erklärte Ziele der Vereinsmitglieder.

Eine neue Dimension regionaler Zusammenarbeit im Bereich Kinderschutz

Das Universitätsklinikum, die Julius-Maximilians-Universität, die Stadt Würzburg, die Landkreise Würzburg und Main-Spessart, sowie pro familia Bezirksverband Unterfranken e.V., Wildwasser Würzburg e.V., Menschenskinder e.V. und die Flyeralarm Kids Foundation setzen sich künftig dafür ein, das Childhood-Haus langfristig zu sichern und den Kinderschutz in der Region weiter zu stärken. Die Kooperation ist geprägt von einer intensiven Vernetzung der existierenden regionalen Beratungs- und Behandlungsangebote.

Diese Haltung spiegelt sich auch in der Vorstandschaft des gemeinnützigen Fördervereins wider. Åsa Petersson wurde zur ersten Vorsitzenden gewählt. Prof. Christoph Härtel, Direktor der Kinderklinik am UKW, übernimmt den stellvertretenden Vorsitz. Weitere Vorstandsmitglieder sind Petra Müller-März, Wildwasser Würzburg e.V. sowie Prof. Marcel Romanos, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und psychosomatik am UKW.

Erste positive Effekte des Projekts sind bereits spürbar. Ein gemeinsamer Besuch im Childhood- Haus Heidelberg und die Gespräche mit den dortigen Fachkolleginnen und -kollegen haben wichtige Erkenntnisse gebracht.

Das Childhood-Haus Konzept

Bisher droht von Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen die Gefahr, während eines Strafverfahrens mehrfach befragt zu werden – von der ersten polizeilichen Befragung über die medizinische Untersuchung bis hin zum Gerichtsverfahren –, was zu Retraumatisierungen führen kann. Die speziell eingerichteten Räumlichkeiten im Childhood-Haus, geschultes Fachpersonal und kurze Wege zwischen den beteiligten Behörden schützen die Betroffenen vor Mehrfachbefragungen.

"Wir wollen einen Perspektivwechsel initiieren. Das betroffene Kind bzw. der/die betroffene Jugendliche steht im Mittelpunkt der Überlegungen und notwendigen Maßnahmen, um die Belastung zu verringern. Das bedeutet, dass im Childhood-Haus die Abklärung und insbesondere auch die strafrechtliche Aufarbeitung unter vorrangiger Berücksichtigung des Schutz-, Unterstützungs- und Hilfebedarfs des betroffenen Kindes/Jugendlichen erfolgt. Ich freue mich, dass nun in Würzburg der zweite bayerische Standort entsteht", so Dr. Astrid Helling-Bakki, Geschäftsführerin der World Childhood Foundation Deutschland.

Als Nächstes soll mit den Justizbehörden eine Kooperationsvereinbarung geschlossen werden, die die Zusammenarbeit zwischen dem Förderverein Projekt Childhood-Haus Würzburg e.V., dem Amtsgericht Würzburg, dem Landgericht Würzburg und den Ermittlungsbehörden regelt.

Text: Åsa Petersson

 

Gruppenbild Protagonisten des Childhood-Hauses Würzburg
Die Protagonisten des Childhood-Hauses Würzburg bei der konstituierenden Sitzung am 30.07.2024. Bild: Alina Menschick / UKW

Die spannende Reise in die Welt der Krebsforschung geht weiter

Im Podcast „Krebsforschung im Gespräch“ sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Comprehensive Cancer Center Allianz WERA über aktuelle Themen der Krebsforschung, geben exklusive Einblicke in ihren Arbeitsalltag und erklären einfach und verständlich, wie und an welchen Themen sie forschen. Die spannende Reise in die Krebsforschung geht weiter – mit neun weiteren Folgen ab 1. August 2024.

Dr. Elisabeth Jentschke und Prof. Imad Maatouk
Talkgäste am 1. August 2024: Dr. Elisabeth Jentschke und Prof. Dr. Imad Maatouk vom Universitätsklinikum Würzburg

Start in Würzburg am 1. August 2024

Der erfolgreiche Podcast „Krebsforschung im Gespräch“ startet seine zweite Staffel am 1. August 2024 mit zwei Experten des Uniklinikums Würzburg (UKW): In der Folge „Psychoonkologie – ein integrativer Bestandteil in Klinik und Forschung“ sprechen sie mit der Moderatorin Anne Kollikowski (CCC Mainfranken) über ihr interdisziplinäres Fachgebiet und erklären, wie durch psychologische Unterstützung und Therapie die Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten und ihren Angehörigen verbessert werden kann.

Talkgäste: Dr. Elisabeth Jentschke, Psychoonkologin und -therapeutin, Leiterin der Psychoonkologischen, Neuropsychologischen und Gerontologischen Dienste am UKW, und Prof. Imad Maatouk, Facharzt für Innere Medizin sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Professur für Medizinische Psychosomatik am UKW

Die nächste Folge am 15. August 2024

Weiter geht es am 15. August 2024 mit der Folge „Ernährung und Krebs“. Zwei Expertinnen aus Erlangen und Würzburg informieren über ausgewogene Ernährung als Basis für ein gesundes Leben, ihre präventive Wirkung auf die Entstehung einiger Krebsarten und über die bedarfsgerechte Ernährung im Falle einer Krebserkrankung.

Talkgäste: Prof. Dr. Yurdagül Zopf, Leiterin vom Hector Center für Ernährung, Bewegung und Sport der Medizinischen Klinik 1 am Uniklinikum Erlangen, und PD Dr. Claudia Löffler, Leiterin des Teams „Komplementäre Onkologie Integrativ“ am CCC Mainfranken am UKW

Ausblick auf den 1. Oktober 2024

In einer weiteren Episode ab 1. Oktober 2024 greifen zwei Würzburger Expertinnen das Thema der geriatrischen Onkologie auf. In der Folge „Forschen für die Hochbetagten“ geht es um Krebs als Erkrankung im hohen Alter und um die vielfältigen Möglichkeiten der Altersmedizin, um die Lebensqualität und Selbstständigkeit der hochbetagten Erkrankten während und nach einer Tumortherapie zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Talkgäste: PD Dr. Barbara Deschler-Baier, Fachärztin für Innere Medizin und Hämatoonkologie, Oberärztin am CCC Mainfranken, Leitung des Bereichs „Experimentelle Tumortherapie“ der Interdisziplinären Studienambulanz, Universitätsklinikum Würzburg, und Dr. Miriam Hüttmeyer, angehende Allgemeinmedizinerin und ärztliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgemeinschaft „Geriatrische Onkologie“ am CCC Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg

Kurzweilig, offen, einfach und verständlich

Im Podcast „Krebsforschung im Gespräch“ erhalten die Zuhörenden vielfältige Einblicke, wie und an welchen Themen im Kontext Krebs aktuell geforscht wird. Kurzweilig, offen, einfach und verständlich – in neun weiteren Folgen ab 1. August 2024 sind Forschende aus den Onkologischen Spitzenzentren in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg im Gespräch mit Moderatorin Anne Kollikowski (CCC Mainfranken):

  • #01 Psychoonkologie – ein integrativer Bestandteil in Klinik und Forschung
    ab 1. August 2024 mit Dr. Elisabeth Jentschke & Prof. Imad Maatouk
  • #02 Ernährung und Krebs
    ab 15. August 2024 mit Prof. Dr. Yurdagül Zopf & PD Dr. Claudia Löffler
  • #03 Krebs und Kinderwunsch
    ab 1. September 2024 mit PD Dr. Laura Lotz
  • #04 Forschen für die Jüngsten
    ab 15. September 2024 mit Prof. Michael Frühwald
  • #05 Forschen für die Hochbetagten
    ab 1. Oktober 2024 mit PD Dr. Barbara Deschler-Baier & Dr. Miriam Hüttmeyer
  • #06 Mit digitaler Medizin gegen Brustkrebs: „digiOnko“
    ab 15. Oktober 2024 mit PD Dr. Hanna Hübner
  • #07 Strahlen gegen Krebs – Forschung in der Radioonkologie
    ab 1. November 2024 mit Prof. Oliver Kölbl
  • #08 Künstliche Intelligenz zur Krebsfrüherkennung
    ab 15. November 2024 mit Dr. Andrea Schuh & Dr. Josua Decker
  • #09 Krebsforschung – wo geht die Reise hin?
    ab 1. Dezember 2024 mit Prof. Tobias Pukrop

Eine spannende Reise in der Welt der Krebsforschung

Mit Geschichten aus dem Forschungsalltag nimmt der erfolgreiche Podcast seit April 2023 in bereits 13 Folgen alle Interessierten auf eine Reise in die Welt der Krebsforschung mit. Bei der Konzeptionierung und Planung des Podcast waren auch Patientenvertreterinnen und -vertreter beteiligt und haben die Initiative der Onkologischen Spitzenzentren in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg maßgeblich unterstützt.

Die CCC Allianz WERA

Zusammen bilden die vier Standorte der Comprehensive Cancer Center in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg die CCC Allianz WERA. Als „Onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe“ hat die Allianz aus den vier starken Krebsversorgungs- und -forschungszentren zum Ziel, mit neuen Konzepten zu Krebsforschung und -versorgung wesentlich zum Fortschritt in der Krebsmedizin beizutragen und mehr als acht Millionen Einwohner in einem großen Teil von Bayern mit Spitzenmedizin zu versorgen. Zudem ist WERA Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT). Darüber hinaus sind die vier Standorte Teil des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF).

Website: www.ccc-wera.de/podcast/

Kontakt: CCC Allianz WERA, Annette Popp (CCC Mainfranken), E-Mail: popp_a3@ ukw.de

Dr. Elisabeth Jentschke und Prof. Imad Maatouk
Talkgäste am 1. August 2024: Dr. Elisabeth Jentschke und Prof. Dr. Imad Maatouk vom Universitätsklinikum Würzburg

Uniklinik Würzburg baut mit neuem Angebot geriatrische Versorgung in Unterfranken aus

Neue UKW-Fachabteilung soll im Januar 2025 starten / Ausbau der Altersmedizin / Uniklinik erwirbt Geriatrische Rehabilitationsklinik der AWO / Sichere Perspektiven für das Personal

geriatrische Rehabilitationsklinik der AWO
Die geriatrische Rehabilitationsklinik der AWO in Würzburg. Anfang 2025 soll dort eine neue UKW-Fachabteilung starten. Damit kann die geriatrische Versorgung an diesem Standort für Unterfranken langfristig gesichert werden. Bild: Juri Samochwalow / AWO Unterfranken

Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) wird in dem Gebäude der Geriatrischen Rehabilitationsklinik der AWO Unterfranken e.V. in Würzburg eine neue „Fachabteilung für Akutgeriatrie und geriatrische Frührehabilitation“ aufbauen. Diese neue UKW-Fachabteilung soll ihren Betrieb zum 1. Januar 2025 am Standort der jetzigen Reha-Klinik in der Kantstraße aufnehmen. Dazu erwirbt die Würzburger Uniklinik das Klinikgebäude der Geriatrischen Rehabilitationsklinik und das dazugehörige Gelände der AWO.

Langjährige Kompetenz ergänzt Angebot des UKW

„Dies ist eine weitreichende strategische Entscheidung des UKW. Mit der langjährig aufgebauten geriatrischen Kompetenz an der AWO Reha-Klinik können wir unser Angebot im UKW ideal ergänzen, davon lernen und gemeinsam weiterentwickeln. Und wir erhalten damit die dringend notwendige geriatrische Versorgung in der Region. Viele ältere und mehrfach erkrankte Patienten sind nach einer akuten Erkrankung stark beeinträchtigt. Es kann sein, dass sie dauerhaft pflegebedürftig werden. Ziel der frühzeitig einsetzenden geriatrischen Komplexbehandlung soll für viele dieser Patienten sein, wieder aktiv am Alltagsleben teilhaben zu können. Genau hier setzt das zukünftige Versorgungsangebot des UKW an“, erklärt PD Dr. Tim von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Würzburger Uniklinik.

Unter den Bedingungen einer akutstationären Krankenhausbehandlung wird diese Behandlungsform als „Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung“ beschrieben und unterliegt strengen Qualitätskontrollen durch den Medizinischen Dienst. Ein vergleichbares Versorgungsangebot fehlt in Unterfranken bislang in den Kreisen Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart. Die Fachabteilung verfügt über insgesamt 90 Betten, die im Rahmen eines Stufenkonzeptes ab Januar 2025 in Betrieb genommen werden sollen und der Medizinischen Klinik und Poliklinik I zugeordnet wird. Zudem wird es 20 teilstationäre Behandlungsplätze geben.

 „Zukunftsweisende und tragfähige Lösung“

Das UKW übernimmt das gesamte Personal der AWO-Rehaklinik und sichert der Belegschaft einen Übergang in das attraktive Tarifsystem des UKW zu. Durch die Übernahme des Gebäudes und die Aufnahme des Betriebs durch das Universitätsklinikum Würzburg Anfang nächsten Jahres kann die geriatrische Versorgung an diesem Standort für Unterfranken langfristig gesichert werden.

Die AWO findet durch die Partnerschaft mit der Uniklinik eine „zukunftsweisende und tragfähige Lösung, die allen zugutekommt – den Patientinnen und Patienten, dem Geriatrie-Standort Würzburg sowie den 193 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rehaklinik“, so Martin Ulses, Bezirksgeschäftsführer der AWO Unterfranken.

Die Geriatrische Rehaklinik der AWO litt in den letzten Jahren an einer nicht auskömmlichen Finanzierung seitens der Krankenkassen. „Die uns gewährten Pflegesätze ließen nie eine sichere betriebswirtschaftliche Planung zu. Die Finanzierung über die Pflegesätze ist ausgelegt auf eine 95%-Belegung. Das Erreichen dieser Auslastung war bestenfalls in Spitzenmonaten möglich. Auf Jahressicht gelang dies in all den Jahren des Betriebs als Rehabilitationseinrichtung nicht annähernd. Ich kann unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik gar nicht genug für ihre wertvolle Arbeit danken, die sie trotz der immensen wirtschaftlichen Herausforderungen immer zum Wohle aller Patientinnen und Patienten erbracht haben. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass so viele Menschen nach ihrer Reha wieder in ihr gewohntes familiäres Umfeld zurückkehren konnten, statt ins Pflegeheim zu müssen,“ so Ulses.

Neue Struktur bringt Verbesserung der Arbeitssituation

Mit dem neuen Betriebskonzept des UKW greifen künftig andere Vorgaben. In Krankenhäusern der akutstationären Versorgung gelten besondere Regeln zur personellen Mindestausstattung auf den Stationen. Diese Anforderungen führen im Vergleich zum Personaleinsatz in einer Rehabilitationsklinik zu einer besseren Steuerung der Belastung für die Pflege. Die maßgeblichen Personalschlüssel werden auch in der neuen Abteilung des UKW umgesetzt.

„Wir bieten am neuen Standort den dort tätigen Beschäftigten sehr abwechslungsreiche und interessante Arbeitsplätze mit sicheren persönlichen Perspektiven und der engen Einbindung in den universitären Versorgungsauftrag der Pflege an. Gleichzeitig können die Mitarbeiter der AWO in ihrem gewohnten Arbeitsumfeld weiter tätig bleiben und haben natürlich den Zugang zu den umfassenden Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und den Karrierepfaden am UKW“, so Marcus Huppertz, Pflegedirektor der Würzburger Uniklinik.

Wichtige Vorbereitung auf die Alterung der Bevölkerung / Langfristige Stärkung der Altersmedizin in Würzburg

Ab dem Jahr 2030 wird die Zahl der älteren und der hochbetagten Einwohner über 80 Jahre stark ansteigen; gegen 2045 wird der vorläufige Höhepunkt erreicht. Gleichzeitig nimmt die Zahl der beruflich tätigen Menschen ab. Um die sich öffnende Schere zwischen Behandlungsbedarf und Behandlungsmöglichkeiten in Zukunft zu kompensieren, wird auch in der ärztlichen Tätigkeit zunehmend eine altersmedizinische Kompetenz erforderlich. „Durch die Einbindung der Akutgeriatrie in die Strukturen der Universitätsmedizin Würzburg leisten wir unseren Beitrag zur Vorbereitung auf den demografischen Wandel in den nächsten Jahrzehnten. Die Universitätsmedizin Würzburg stärkt damit die Altersmedizin in Unterfranken und Bayern auch dauerhaft“, erklärt Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW.

Auch die Forschung und Lehre in Würzburg werde davon profitieren, betont der Dekan der Medizinischen Fakultät Würzburg, Prof. Dr. Matthias Frosch: „Die Bedeutung der Altersmedizin wird in den kommenden Jahren stetig wachsen. Mit der neuen Abteilung am UKW können wir auf diesem Gebiet neue Schwerpunkte setzen und die studentische Ausbildung weiter stärken.“

Zeitnahe und unmittelbare Weiterversorgung möglich

Für die geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung werden Patientinnen und Patienten mit dem Betrieb durch das UKW zukünftig direkt von ihren behandelnden Klinikärzten der neuen UKW-Abteilung zugewiesen. Damit ist eine zeitnahe und unmittelbare Weiterversorgung dort möglich. Bisher ist es noch so, dass bei einer Verlegung in die jetzige Geriatrische Rehabilitationsklinik der AWO ein Antragsverfahren beim Kostenträger (in der Regel die Krankenkasse) erforderlich ist. Das konnte dazu führen, dass zur zeitlichen Überbrückung nach einer akuten Erkrankung eine Kurzzeitpflege erforderlich war.

In den kommenden Wochen wird das Betriebskonzept fertiggestellt. Die Aufsichtsgremien von AWO und UKW haben der Transaktion bereits zugestimmt. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO wurden am 30. Juli 2024 über die Neuausrichtung der Klinik und die damit einhergehende sichere Zukunftsperspektive am UKW ab 2025 informiert.

geriatrische Rehabilitationsklinik der AWO
Die geriatrische Rehabilitationsklinik der AWO in Würzburg. Anfang 2025 soll dort eine neue UKW-Fachabteilung starten. Damit kann die geriatrische Versorgung an diesem Standort für Unterfranken langfristig gesichert werden. Bild: Juri Samochwalow / AWO Unterfranken

Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom für Studie zu Ohrakupressur gesucht

Kann Ohrakupressur nach dem NADA Protokoll helfen, die Symptomlast bei Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom unter laufender Therapie zu lindern? Dieser Frage geht eine vom Uniklinikum Würzburg geleitete Studie nach, für die jetzt noch weitere Teilnehmende gesucht werden.

spezielle Akupressurpflaster am Ohr
Bei der Studie kommen spezielle Akupressurpflaster zum Einsatz, die ein kleines, goldbeschichtetes Kügelchen am Ohr andrücken. Bild: Claudia Löffler / UKW

Würzburg. Das Multiple Myelom ist eine Untergruppe des Lymphknotenkrebses. Daran Erkrankte berichten vielfach über belastende Symptome. Diese sind sowohl durch die Krankheit selbst, als auch durch die Therapie bedingt und können die Lebensqualität einschränken. In Studien werden am häufigsten Schmerzen, Schlafstörungen, Fatigue sowie Einschränkungen der Konzentrations- und Merkfähigkeit beschrieben.

Möglicherweise lassen sich genau diese Beschwerden durch Ohrakupressur lindern. Das will die derzeit laufende Studie MY-ACU untersuchen, für die bis Ende 2024 weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht werden.

Durchgeführt wird das Projekt von dem am Uniklinikum Würzburg angesiedelten Comprehensive Cancer Center Mainfranken (CCC-MF) in Kooperation mit dem Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart sowie der Charité Berlin.

Akupressur als Säule der Therapie?

Privatdozentin Dr. Claudia Löffler vom CCC MF erläutert: „Akupunktur und Akupressur haben sich bereits in vielen Studien als wirksame ergänzende Therapieoptionen erwiesen. Jetzt geht es darum, möglichst einfache Konzepte zu entwickeln, die die Beschwerden effektiv lindern und möglichst vielen Patientinnen und Patienten zugänglich gemacht werden können.“ Ob dies für das sogenannte NADA-Protokoll zutrifft, soll in der MY-ACU-Studie untersucht werden. Beim NADA-Protokoll werden nach einem standardisierten Konzept fünf definierte Punkte an den Ohren mit Akupressur behandelt.

Die Studienteilnehmenden sind eingeladen, über einen Zeitraum von acht Wochen einmal wöchentlich eine Akupressurbehandlung am Ohr zu erhalten. Vorab werden sie ausführlich in den Ablauf eingewiesen und durchlaufen eine Eingangsuntersuchung.

Teilnahmevoraussetzungen

An der Studie teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren, die bei Multiplem Myelom eine Therapie erhalten und unter Symptomen durch die Erkrankung oder Therapie leiden. Da im Studienverlauf das Befinden mittels digitaler Tagebücher dokumentiert wird, sollten sie ein Smartphone oder Tablet besitzen und bedienen können

Interessierte kontaktieren das Studienteam am CCC MF unter der E-Mail-Adresse:
koi-studien_ccc@ ukw.de
, Betreff „MY-ACU-Studie“.

spezielle Akupressurpflaster am Ohr
Bei der Studie kommen spezielle Akupressurpflaster zum Einsatz, die ein kleines, goldbeschichtetes Kügelchen am Ohr andrücken. Bild: Claudia Löffler / UKW

Rekordfinanzierung: 150 Millionen US-Dollar für CatalYm

Das aus der Uni Würzburg entstandene Startup CatalYm hat sich eine Finanzierung von 150 Millionen US-Dollar gesichert. Das Unternehmen entwickelt eine innovative Krebstherapie.

Professor Jörg Wischhusen, Hauptgründer der CatalYm GmbH. (Bild: Michael Hoetzel / DGPh)
Professor Jörg Wischhusen, Hauptgründer der CatalYm GmbH. (Bild: Michael Hoetzel / DGPh)

Seit 2012 arbeitet ein Team um Professor Jörg Wischhusen von der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg an einer innovativen Immuntherapie gegen Krebs. Die Arbeiten bildeten 2016 die Basis für die Gründung der CatalYm GmbH, die das Konzept in die klinische Anwendung überführt hat.

Im Juli 2024 hat CatalYm nun bekanntgegeben, dass es sich eine Rekordfinanzierung von 150 Millionen US-Dollar gesichert hat: Sie gehört bislang zu den zehn größten Finanzierungen in Deutschland im Jahr 2024.

Das frische Geld dient der Ausweitung der Phase-2b-Studie mit Visugromab, einem vielversprechenden Krebsmedikament. Visugromab ist ein von der JMU lizenzierter Antikörper, der den von vielen Tumoren produzierten Wachstumsdifferenzierungsfaktor GDF-15 neutralisiert – ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die bei Krebstherapien auftretende Immunresistenz.

Die Investoren

Die überzeichnete Finanzierungsrunde wurde von den neuen Investoren Canaan Partners und Bioqube Ventures angeführt und von Forbions Growth Opportunities Fund, Omega Funds und Gilde Healthcare unterstützt. Die bestehenden Investoren Jeito Capital, Brandon Capital Partners, Novartis Venture Fund und Vesalius nahmen ebenfalls an der Runde teil.

CatalYm hatte es bereits 2020 und 2022 geschafft, jeweils die stolze Summe von 50 Millionen Euro bei Investoren einzusammeln.

Unterstützt durch das SFT der Uni Würzburg

Das JMU-Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) und das Innovations- und Gründerzentrum Würzburg (IGZ) haben das Team um Professor Jörg Wischhusen auf dem Weg zur Gründung der CatalYm unterstützt. Die Einrichtungen berieten die Forschenden bei der Ausgründung und unterstützten sie bei Förderanträgen.

„Die patentrechtliche Sicherung des Antikörpers durch die JMU war ein entscheidender Schritt für die erfolgreiche Firmengründung“, erinnert sich SFT-Leiterin Iris-Zwirner-Baier. Ende 2018 hat das Unternehmen seinen Schwerpunkt ans Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie in Martinsried verlegt.

Von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Uni Würzburg

Professor Jörg Wischhusen, Hauptgründer der CatalYm GmbH. (Bild: Michael Hoetzel / DGPh)
Professor Jörg Wischhusen, Hauptgründer der CatalYm GmbH. (Bild: Michael Hoetzel / DGPh)

Ultraschall überall - am Unfallort, im OP-Saal und auf der Intensivstation

Würzburg ist Vorreiter: Neues Schulungsangebot am UKW für Notärzte und Rettungsdienstpersonal

Person deutet auf Monitor für Ultraschalluntersuchungen
In der Anästhesiologie gehört die problemorientierte Ultraschalldiagnostik seit Jahren zum Standardrepertoire. Das UKW bietet nun auch zertifizierte Ultraschallkurse für Notärztinnen, Notärzte und Rettungsdienstpersonal an. Foto: UKW / Daniel Röder

Würzburg. Die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) erweitert ihr Schulungsangebot in der Sonographie und bietet seit diesem Jahr zertifizierte Ultraschallkurse auch für Notärztinnen, Notärzte und Rettungsdienstpersonal an.

In der Anästhesiologie gehört die problemorientierte, fokussierte Ultraschalldiagnostik seit Jahren zum Standardrepertoire. Zusätzlich erleichtert der Ultraschall im Operationssaal verschiedene Regionalanästhesieverfahren sowie das Legen von Gefäßzugängen und Schmerzkathetern. Auf der Intensivstation ermöglicht die Ultraschalldiagnostik des Herzens (Echokardiographie) in Sekundenschnelle, die Ursache einer Kreislaufinstabilität zu identifizieren. „Die Sonographie ist aus keinem Bereich unserer Klinik mehr wegzudenken. Um dieser großen Bedeutung gerecht zu werden, legen wir am UKW höchsten Wert auf eine strukturierte und qualitativ hochwertige Weiterbildung in diesem Bereich“, betont Prof. Dr. Patrick Meybohm, Klinikdirektor.

Seit Jahren bietet das UKW seinen Mitarbeitenden sowie externen Interessierten Kurse zur Anästhesie-fokussierten Sonographie (AFS) und zur perioperativen fokussierten Echokardiographie (PFE) an. Über 150 Ärztinnen und Ärzte haben bereits teilgenommen, die theoretischen und praktischen Lehrinhalte folgen dabei den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) und werden von dieser regelmäßig zertifiziert.

Bislang nur wenige Angebote in Deutschland

Dr. Daniel Röder, AFS-Kursleiter und Oberarzt der Klinik, berichtet über den aktuellen Kurs: „Hier erlernen die Teilnehmenden den sicheren Umgang mit dem Ultraschall, um rasch Diagnosen zu stellen und therapeutische Maßnahmen präziser umzusetzen. Daher ist es nur folgerichtig, diese wertvollen Techniken auch Notärztinnen und Notärzten zu vermitteln und ihre Einsätze außerhalb der Klinik im Rettungsdienst sicherer zu gestalten.“

Mobile Ultraschallgeräte im Blickpunkt

Eine neu gegründete Projektgruppe der Klinik begleitet den Einsatz mobiler Ultraschallgeräte im Rettungsdienst durch Forschung und Lehre. Die DGAI hat gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften im vergangenen Jahr den Rahmen für solche Kurse abgesteckt (prehospital Point-Of-Care-Ultrasound, „pPOCUS“). Neben der Ausbildung von Studierenden und angehenden Notärztinnen und Notärzten steht die wissenschaftliche Evaluation dieser Methode im Vordergrund. „Wir planen perspektivisch einen interdisziplinären und multiprofessionellen pPOCUS-Kurs gemeinsam mit Rettungsdienstfachpersonal an unserer Klinik. Das Universitätsklinikum Würzburg nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, denn vergleichbare Projekte gibt es deutschlandweit bisher nur sehr wenige“, berichtet PD Dr. Maximilian Kippnich, pPOCUS-Projektleiter und Oberarzt am UKW.

Mit diesem breit gefächerten Kursangebot bietet das UKW nun ein umfassendes und multiprofessionelles Aus- und Weiterbildungskonzept für die Anwendung von Ultraschalldiagnostik – vom Notfallort über den Operationssaal bis hin zur Intensivstation.

Person deutet auf Monitor für Ultraschalluntersuchungen
In der Anästhesiologie gehört die problemorientierte Ultraschalldiagnostik seit Jahren zum Standardrepertoire. Das UKW bietet nun auch zertifizierte Ultraschallkurse für Notärztinnen, Notärzte und Rettungsdienstpersonal an. Foto: UKW / Daniel Röder

Uniklinikum Würzburg ehrt seine „Klimaretterin des Jahres“

Das Uniklinikum Würzburg macht beim bundesweiten Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ mit. Jetzt zeichnete es intern seine „Klimaretterin des Jahres“ aus.

Susanne Bach, die Klimaretterin des Jahres 2024 am Uniklinikum Würzburg, umrahmt vom Klinikumsvorstand
Susanne Bach, die Klimaretterin des Jahres 2024 am Uniklinikum Würzburg, umrahmt vom Klinikumsvorstand (von links): Marcus Huppertz, PD Dr. Tim von Oertzen, Prof. Dr. Matthias Frosch und Philip Rieger. © Angie Wolf / UKW

Würzburg. Beim deutschlandweiten Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ werden Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen motiviert, mit einfachen Klimaschutzaktionen am Arbeitsplatz Energie und Ressourcen einzusparen. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) beteiligt sich seit Juli 2023 an dem Programm. Jetzt, nach den ersten zwölf Monaten, loste die Stabsstelle Nachhaltigkeit des UKW dessen „Klimaretterin des Jahres“ aus. 
Im Lostopf waren insgesamt 44 Klinikumsbeschäftigte, die innerhalb der letzten zwölf Monate jeweils mehr als 100 kg Kohlendioxidemissionen eingespart hatten. Als glückliche Gewinnerin des mit 1.000 Euro ausgestatteten Preises wurde Susanne Bach, die in der Stabsstelle Interne Revision des UKW tätig ist, gezogen. Mit Aktionen wie „Treppe statt Aufzug“ oder und „regional und saisonal einkaufen – oder die Produkte selbst anbauen“ ersparte sie dem Klima 288 kg CO2. „Da ich aufgrund meiner Wohn- und Lebenssituation nicht aufs Auto verzichten kann, ist es mir wichtig, an anderer Stelle meinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Denn nur, wenn wir alle etwas dazu beitragen, kann es überhaupt gelingen“, kommentierte Bach. Das Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ mache einem die Teilnahme leicht – zum Beispiel durch Erinnerungs- und Animationsfunktionen.

Eine Wertschätzung des Themas Klimaschutz

Privatdozent Dr. Tim von Oertzen, der Ärztliche Direktor des UKW, wies bei der Preisverleihung auf dem Sommerfest des Klinikums am 12. Juli 2024 auf das für das UKW ungewöhnlich hohe interne Preisgeld hin. „Dies zeigt, welchen Wert wir von Seiten des Vorstands dem Klimaschutz als Teil unserer Nachhaltigkeitsbestrebungen geben“, unterstrich Dr. von Oertzen und gratulierte Susanne Bach herzlich. Die Gewinnerin freute sich ausgesprochen über den hochdotierten Gutschein der „Fahrradprofis“ und kündigte an, einen Teil des Geldes in einen neuen Fahrradhelm zu investieren.  

Mehr zum Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ unter https://projekt.klimaretter-lebensretter.de 

 

Text: Pressestelle / UKW

Susanne Bach, die Klimaretterin des Jahres 2024 am Uniklinikum Würzburg, umrahmt vom Klinikumsvorstand
Susanne Bach, die Klimaretterin des Jahres 2024 am Uniklinikum Würzburg, umrahmt vom Klinikumsvorstand (von links): Marcus Huppertz, PD Dr. Tim von Oertzen, Prof. Dr. Matthias Frosch und Philip Rieger. © Angie Wolf / UKW