Aktuelle Pressemitteilungen

Suizidprävention: Psychische Gesundheit früh stärken, gefährdete Menschen gezielt erkennen, Ersthelfer werden

Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September stellt das Universitätsklinikum Würzburg verschiedene Studien und Projekte vor

Kampagnen-Banner mit Schriftzug Deine Geschichte ist nicht zu Ende. 10. September - Welttag der Suizidprävention
Illustration von einer Strandsituation, auf der einige Figuren surfen, ein Surfbrett in der Hand halten, glücklich oder traurig schauen. Schriftzug: Gemeinsam mit der Klasse lernen, Emotionswellen zu surfen? Das geht mit DUDE!
Collage der vier freigestellten Personen auf rotem Hintergrund.
Das DUDE-Projektteam aus der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Würzburg v. l. n. r.: Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren sowie Arne Bürger und Marcel Romanos, die das Präventionsprogramm leiten.
Logo der EMG Ersthelferkurs Mentale Gesundheit in grün und orange; drunter der Slogan "Erste Hilfe für die Psyche"

Würzburg. In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen durch Suizid. Damit gibt es mehr Todesfälle durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen. Hinzu kommen weit über 100.000 Suizidversuche. Wer Suizidgedanken hat, möchte jedoch nicht unbedingt sterben, sondern unter den gegebenen und so erlebten Umständen nicht mehr weiterleben. Umso wichtiger ist Prävention. Daher rufen Organisationen der Suizidprävention jedes Jahr am 10. September zum gemeinsamen Handeln auf. Der Welttag der Suizidprävention soll über das Thema aufklären, Betroffene unterstützen und zum Reden ermutigen. 

Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“

Die Arbeitsgruppe regionale Netzwerke des Nationalen Suizidpräventionsprogramms hat beispielsweise eine Kampagne zum Welttag der Suizidprävention initiiert: kampagne.welttag-suizidpraevention.de. Die bundesweite Kampagne namens „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ wurde im Rahmen des Seminars Medienpraxis an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) entwickelt und realisiert. 

Psychische Gesundheit stärken, bevor es kritisch wird

Wie wichtig es ist, die Prävention möglichst früh anzusetzen, zeigen Untersuchungen des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP) – eine gemeinsame Einrichtung von JMU und UKW. „In einer unserer Untersuchungen gaben 3,5 Prozent von 877 durchschnittlich zwölf Jahre alten Schülerinnen und Schüler aus sieben unterfränkischen Gymnasien an, bereits mindestens einen Suizidversuch unternommen zu haben. Diese Zahl hat uns sehr erschreckt“, sagt Dr. Arne Bürger, leitender Psychologe der Institutsambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am UKW und geschäftsführender Vorstand des DZPP. Die 2022 veröffentlichte Studie (https://doi.org/10.1016/j.puhip.2022.100348) verdeutlicht, wie früh bereits schwere psychischen Belastungen auftreten. Mit dem Präventionsprogramm DUDE – „Du und deine Emotionen“ sollen deshalb Jugendliche schon vor oder mit Beginn der Pubertät lernen, ihre Gefühle zu verstehen, schwierige Situationen auszuhalten und konstruktive Strategien für deren Bewältigung entwickeln. Dahinter steht die Annahme, dass ein frühzeitiger Umgang mit emotionalen Krisen helfen kann, problematischen Bewältigungsstrategien wie nicht-suizidaler Selbstverletzung entgegenzuwirken. Da dieses Verhalten mit einem erhöhten Risiko für spätere Suizidalität verbunden ist, könnte dieser Ansatz langfristig auch für die Prävention von Suiziden relevant sein. 

Würzburger Präventionsprogramm DUDE 2.0 startet an 96 Schulen in vier Bundesländern 

An der von Arne Bürger und Prof. Marcel Romanos geleiteten Studie DUDE 2.0 nehmen 96 Gesamt-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien aus vier Bundesländern teil. In Rheinland-Pfalz läuft das multimediale Präventionsprogramm bereits seit einem Jahr an 22 Schulen, in Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt startet es nach den Sommerferien 2026. Das heißt, dass Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Klassen im Rahmen des regulären Unterrichts in fünf Doppelstunden lernen, eigene Gefühle besser wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren. Mithilfe von Übungen, Spielen und Videos werden Strategien vermittelt, die sich direkt auf Situationen aus dem Alltag übertragen lassen.

Wenn aus Überforderung Selbstverletzung wird

Fehlen geeignete Strategien, kann daraus problematisches Verhalten entstehen, beispielsweise nicht-suizidale Selbstverletzung, kurz NSSV. Bei NSSV verletzen sich Jugendliche absichtlich, ohne dabei sterben zu wollen. NSSV ist daher nicht mit einem Suizidversuch gleichzusetzen, gilt jedoch als Risikomarker für psychische Probleme und geht mit einem erhöhten Risiko für spätere Suizidalität einher. 

Besorgte Eltern und ein automatisiertes Warnsystem bei akuter Gefährdung

Ob und inwiefern das Präventionsprogramm DUDE die psychische Gesundheit tatsächlich stärken und vor NSSV schützen kann, wird in der groß angelegten DUDE 2.0-Studie mithilfe von Fragebögen evaluiert.  Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an der Maßnahme setzt natürlich die Einwilligung der Eltern und Jugendlichen voraus. Hier sei laut Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren, noch enorme Aufklärungsarbeit nötig. Einige Eltern seien besorgt, dass ihre Kinder durch Fragen zu Selbstverletzung und Suizidalität belastet oder dadurch erst auf entsprechende Gedanken gebracht werden könnten. Wissenschaftliche Untersuchungen liefern jedoch keine Hinweise darauf, dass eine fachgerecht durchgeführte Befragung zu Suizidalität entsprechende Gedanken oder Handlungen auslöst. Entscheidend sind eine altersangemessene Befragung und ein klar geregeltes Vorgehen, wenn dabei eine akute Belastung sichtbar wird. Dazu wurde extra ein automatisiertes Warnsystem eingeführt. 

Wie das Warnsystem funktioniert berichtet das Team in einer ausführlichen Pressemeldung, die auch Details zum Präventionsprogramm und DUDE 2.0 liefert: https://www.ukw.de/behandlungszentren/zentrum-fuer-psychische-gesundheit-zep/aktuelle-meldungen/aktuelle-meldungen-detailansicht/news/psychische-gesundheit-staerken-bevor-es-kritisch-wird/

tomoni.schools – Lehrkräfte als Lotsen für psychische Gesundheit

Weitere Schulprojekte des DZPP zur Prävention psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind tomoni.schools und tomoni.starts. In Kooperation mit der tomoni mental health gGmbH werden Lehrkräfte darin geschult, Anzeichen psychischer Erkrankungen bei Schülerinnen und Schülern zu erkennen. Sie lernen, die Betroffenen wertschätzend anzusprechen und sie sowie ihre Familien an ein geeignetes Hilfssystem weiterzuleiten. 

Ein ähnliches Konzept wie das von tomoni verfolgt der Ersthelferkurs Mentale Gesundheit (EMG), der inzwischen nicht nur für Einzelpersonen und Unternehmen, sondern auch für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Übungsleiterinnen und -leiter angeboten wird. Der Online-Kurs besteht aus drei je zweistündigen Modulen, die fundiertes Wissen über psychische Gesundheit mit konkreten Handlungsschritten kombinieren. 

Ersthelferkurs Mentale Gesundheit EMG

Die Ersthelferkurse für mentale Gesundheit (EMG) wurden vom UKW, der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, der Stiftung Depression-Inklusion und dem Würzburger Bündnis gegen Depression entwickelt. Die Idee entstand aus dem Engagement der Fellows Ride-Bewegung für Depressionshilfe und Suizidprävention – allen voran von Dieter Schneider. Der Unternehmer und leidenschaftliche Motorradfahrer verarbeitete den Suizid seines 23-jährigen Sohnes mit einer mehrjährigen Motorradreise um die Welt und organisierte 2021 in Würzburg die erste Motorradfahrt, um öffentlich auf Depressionen, psychische Erkrankungen und Suizidprävention aufmerksam zu machen. Inzwischen hat er seine Mission auf viele weitere Orte in Deutschland und Europa ausgeweitet. Die bei den Fellows Rides gesammelten Spenden fließen unter anderem in die Ersthelferkurse für mentale Gesundheit. Das Kursprogramm zur Vorsorge richtet sich explizit an Laien und soll sie befähigen, psychische Krisen zu erkennen und Erste Hilfe zu leisten. 

„Die Ersthelferkurse werden hoffentlich dazu beitragen, dass sich mehr Menschen trauen, in ihrem direkten Umfeld Betroffene anzusprechen und Hilfe zu holen“, sagt Prof. Dr. Sebastian Walther, Direktor des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) des UKW.

Weitere Stimmen zu den Ersthelferkursen für Mentale Gesundheit liefert die Pressemeldung: https://www.ukw.de/behandlungszentren/zentrum-fuer-psychische-gesundheit-zep/aktuelle-meldungen/aktuelle-meldungen-detailansicht/news/erste-hilfe-fuer-die-psyche/

Suizidalität besser verstehen: Psychischer Schmerz und unbewusste Denkmuster im Fokus

Sebastian Walther verweist anlässlich des Welttags der Suizidprävention auch auf drei aktuelle Publikationen, an denen er beteiligt war. Die Untersuchungen zeigen, dass Suizidalität nicht allein anhand einer psychiatrischen Diagnose oder einzelner Symptome verstanden werden kann. Suizidversuche gehen mit einem starken psychischen Schmerz einher. Zudem haben Menschen mit suizidalem Erleben und Handeln implizite gedankliche Verzerrungen in Richtung Tod. „Instrumente, die psychischen Schmerz, das subjektive Erleben und möglicherweise auch unbewusste Denkmuster erfassen, könnten künftig zusätzliche Informationen für Forschung und Suizidprävention liefern“, so Sebastian Walther. 

Die Studien werden auf dem paper place des UKW vorgestellt: https://www.ukw.de/publikations-highlights/zentrum-fuer-psychische-gesundheit/zentrum-fuer-psychische-gesundheit-detailansicht/news/suizidalitaet-besser-verstehen-psychischer-schmerz-und-unbewusste-denkmuster-im-fokus/

Kampagnen-Banner mit Schriftzug Deine Geschichte ist nicht zu Ende. 10. September - Welttag der Suizidprävention
Illustration von einer Strandsituation, auf der einige Figuren surfen, ein Surfbrett in der Hand halten, glücklich oder traurig schauen. Schriftzug: Gemeinsam mit der Klasse lernen, Emotionswellen zu surfen? Das geht mit DUDE!
Collage der vier freigestellten Personen auf rotem Hintergrund.
Das DUDE-Projektteam aus der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Würzburg v. l. n. r.: Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren sowie Arne Bürger und Marcel Romanos, die das Präventionsprogramm leiten.
Logo der EMG Ersthelferkurs Mentale Gesundheit in grün und orange; drunter der Slogan "Erste Hilfe für die Psyche"

Psychische Gesundheit stärken, bevor es kritisch wird

Würzburger Präventionsprogramm DUDE 2.0 startet an 96 Schulen in vier Bundesländern – Schülerinnen und Schüler lernen, mit schwierigen Gefühlen umzugehen

Illustration von einer Strandsituation, auf der einige Figuren surfen, ein Surfbrett in der Hand halten, glücklich oder traurig schauen. Schriftzug: Gemeinsam mit der Klasse lernen, Emotionswellen zu surfen? Das geht mit DUDE!
Collage der vier freigestellten Personen auf rotem Hintergrund.
Das DUDE-Projektteam aus der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Würzburg v. l. n. r.: Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren sowie Arne Bürger und Marcel Romanos, die das Präventionsprogramm leiten.

Der Welttag der Suizidprävention am 10. September richtet den Blick darauf, wie sich Suizide verhindern lassen. Das Würzburger Präventionsprogramm DUDE – „Du und Deine Emotionen“ zeigt dabei einen möglichen Weg, der deutlich früher beginnt: Jugendliche sollen schon vor oder mit Beginn der Pubertät lernen, ihre Gefühle zu verstehen, schwierige Situationen auszuhalten und konstruktive Strategien für deren Bewältigung entwickeln. Dahinter steht die Annahme, dass ein frühzeitiger Umgang mit emotionalen Krisen helfen kann, problematischen Bewältigungsstrategien wie nicht-suizidaler Selbstverletzung entgegenzuwirken. Da dieses Verhalten mit einem erhöhten Risiko für spätere Suizidalität verbunden ist, könnte dieser Ansatz langfristig auch für die Prävention von Suiziden relevant sein. Das Deutsche Zentrum für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP) evaluiert DUDE 2.0 in sechsten und siebten Klassen an 96 Schulen in vier Bundesländern. Im Zentrum der Studie steht die Frage, ob DUDE die Häufigkeit nicht-suizidaler Selbstverletzungen verringern kann. Ergänzend untersucht das Studienteam mögliche Veränderungen weiterer Bereiche der psychischen Gesundheit. 

Würzburg. „In einer unserer Untersuchungen gaben 3,5 Prozent von 877 durchschnittlich zwölf Jahre alten Schülerinnen und Schüler aus sieben unterfränkischen Gymnasien an, bereits mindestens einen Suizidversuch unternommen zu haben. Diese Zahl hat uns sehr erschreckt“, sagt Dr. Arne Bürger, leitender Psychologe der Institutsambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und geschäftsführender Vorstand des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP). Die 2022 veröffentlichte Studie (https://doi.org/10.1016/j.puhip.2022.100348) verdeutlicht, wie früh bereits schwere psychischen Belastungen auftreten. Mit dem Präventionsprogramm DUDE – „Du und deine Emotionen“ – will Bürger mit seinem Team im DZPP deshalb möglichst früh ansetzen. Die Jugendlichen sollen lernen, mit starken Gefühlen und schwierigen Situationen besser umzugehen, bevor sich daraus problematische Bewältigungsstrategien entwickeln.

96 Schulen aus vier Bundesländern nehmen an DUDE 2.0 teil 

Nach einer ersten Studie an 18 Gymnasien in Bayern geht das Projekt DUDE in die nächste Runde: An der Studie DUDE 2.0 nehmen 96 Gesamt-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien aus vier Bundesländern teil. Das Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) unter der Leitung von Prof. Peter Heuschmann übernimmt das unabhängige Datenmanagement und begleitet die statistische Auswertung. In Rheinland-Pfalz läuft das multimediale Präventionsprogramm bereits seit einem Jahr an 22 Schulen, in Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt startet es nach den Sommerferien 2026. Das heißt, dass Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Klassen im Rahmen des regulären Unterrichts in fünf Doppelstunden lernen, eigene Gefühle besser wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren. Mithilfe von Übungen, Spielen und Videos werden Strategien vermittelt, die sich direkt auf Situationen aus dem Alltag übertragen lassen. 

Wenn aus Überforderung Selbstverletzung wird

„Emotionen wie Wut, Angst, Scham oder Verzweiflung können Jugendliche stark belasten. Deshalb ist es wichtig, dass sie frühzeitig lernen, mit diesen intensiven Gefühlen umzugehen. Fehlen geeignete Strategien, kann daraus problematisches Verhalten entstehen, beispielsweise nicht-suizidale Selbstverletzung, kurz NSSV“, berichtet Arne Bürger, der gemeinsam mit Klinikdirektor Prof. Dr. Marcel Romanos DUDE leitet. Bei NSSV verletzen sich Jugendliche absichtlich, ohne dabei sterben zu wollen. NSSV ist daher nicht mit einem Suizidversuch gleichzusetzen, gilt jedoch als Risikomarker für psychische Probleme und geht mit einem erhöhten Risiko für spätere Suizidalität einher. 

Ein statistisches Modell (https://doi.org/10.1186/s13034-023-00699-4) aus der Arbeitsgruppe “Prävention” am DZZP mit mehr als 2.100 Jugendlichen im Alter von durchschnittlich 12,3 Jahren zeigte beispielsweise einen Zusammenhang zwischen Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation und der Schwere suizidaler Gedanken und Verhaltensweisen. Dabei offenbarten sich Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Die Studie spricht dafür, die Emotionsregulation bereits früh als möglichen Ansatzpunkt in der Prävention zu berücksichtigen. Anstatt sich beispielsweise selbst zu verletzen, sollen Jugendliche bei DUDE lernen, mit innerer Anspannung, Konflikten oder starken negativen Gefühlen auf andere Weise umzugehen.

Wirkt frühe Prävention?

Ob und inwiefern das Präventionsprogramm DUDE die psychische Gesundheit tatsächlich stärken und vor NSSV schützen kann, wird in der groß angelegten DUDE 2.0-Studie mithilfe von Fragebögen evaluiert. Dazu werden die Schülerinnen und Schüler mehrfach befragt: vor Beginn des Programms, unmittelbar danach sowie nach sechs und zwölf Monaten. Die teilnehmenden Schulen werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt. Beide Gruppen erhalten Informationsmaterialien zum Umgang mit Stress. Zusätzlich erhält eine Gruppe DUDE sofort, die andere Gruppe erst nach zwölf Monaten, um festzustellen, ob das Programm wirksam ist. 

Eltern die Sorge nehmen, über Suizid und Selbstverletzung zu sprechen

Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an der Maßnahme setzt natürlich die Einwilligung der Eltern und Jugendlichen voraus. Hier ist noch enorme Aufklärungsarbeit nötig, wie Lena Ehl und Achim Schimanski berichten. Sie koordinieren am DZPP das Projekt, weisen die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an den teilnehmenden Schulen ein und bieten Elternabende an. 

„Generell begrüßen es die Eltern sehr, dass über Emotionen gesprochen wird. Doch einige sind besorgt, dass ihre Kinder durch Fragen zu Selbstverletzung und Suizidalität belastet oder dadurch erst auf entsprechende Gedanken gebracht werden könnten“, sagt Achim Schimanski. Wissenschaftliche Untersuchungen liefern jedoch keine Hinweise darauf, dass eine fachgerecht durchgeführte Befragung zu Suizidalität entsprechende Gedanken oder Handlungen auslöst. Entscheidend sind eine altersangemessene Befragung und ein klar geregeltes Vorgehen, wenn dabei eine akute Belastung sichtbar wird.

„Wenn die Schülerinnen und Schüler angeben, sich noch nie selbst verletzt zu haben, werden ihnen keine weiteren Fragen zu einzelnen Formen der Selbstverletzung gestellt“, schildert Lena Ehl. „Unabhängig davon werden auffällige Angaben im Bereich Suizidalität ernst genommen und nach einem klar festgelegten Verfahren weiter abgeklärt. “ 

Automatisiertes Warnsystem bei akuter Gefährdung

Die ersten Erfahrungen bestätigten, wie wichtig es ist, bei einer Befragung zu psychischen Belastungen ein Sicherheitsnetz einzubauen. „Wenn in einer Studie nach akuter Suizidalität gefragt wird, muss auch klar geregelt sein, was bei ernsthaften Angaben passiert. Solche Krisen dürfen nicht einfach unbeachtet bleiben“, betont Arne Bürger.

So funktioniert das Warnsystem: Sobald eine Schülerin oder ein Schüler im mehrstufigen Fragebogen zur Suizidalität angibt, in den vergangenen zwei Wochen einen Suizid geplant oder gar versucht zu haben, wird das Studienteam alarmiert. Ausschließlich die Studienleitung erhält eine Warnmeldung, in der ein Pseudonym enthalten ist. Sie ist berechtigt, dieses Pseudonym der betreffenden Person zuzuordnen und den benannten schulischen Notfallkontakt zu informieren. Dieser nimmt Kontakt zu der oder dem Jugendlichen und der Familie auf, klärt die Situation ab und vermittelt bei Bedarf weitere Hilfen. Während dieses Prozesses steht die Studienleitung beratend zur Verfügung. „Es kommt vor, dass Kinder wissen möchten, ob wir tatsächlich reagieren. Das ist aber eher die Seltenheit. Es gab bereits Notfälle, in denen eine sofortige Einweisung in die zuständige Kinder- und Jugendpsychiatrie erfolgte und dadurch möglicherweise Schlimmeres verhindert wurde“, schildert Achim Schimanski die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr. „So etwas geht auch an uns nicht spurlos vorüber.“ 

Schulen werden zu Partnern der Prävention

Im Rahmen von DUDE schulen Schimanski und Ehl an jeder Schule jeweils zwei Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren, zum Beispiel Lehrkräfte, schulpsychologische Fachkräfte oder sozialpädagogische Fachkräfte, die das Programm an der Schule koordinieren und weitere Personen aus dem schulischen Umfeld einbinden können. Das Konzept ist darauf ausgerichtet, DUDE langfristig in den Schulalltag zu integrieren und eine spätere selbstständige Durchführung durch die Schulen zu ermöglichen. Die Kaufmännische Krankenkasse unterstützt DUDE bereits in beiden Studienphasen. Die Durchführung von DUDE 2.0 wird in Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultur unterstützt. 

tomoni.schools – Lehrkräfte als Lotsen für psychische Gesundheit

Weitere Schulprojekte des DZPP zur Prävention psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind tomoni.schools und tomoni.starts. In Kooperation mit der tomoni mental health gGmbH werden Lehrkräfte darin geschult, Anzeichen psychischer Erkrankungen bei Schülerinnen und Schülern zu erkennen. Sie lernen, die Betroffenen wertschätzend anzusprechen und sie sowie ihre Familien an ein geeignetes Hilfssystem weiterzuleiten. Die Lehrkräfte können an insgesamt acht Online-Modulen zu Themen wie Ess- oder Angststörungen, Depressionen, Sucht, selbstverletzendem Verhalten, Suizidalität sowie rechtlichen Grundlagen und Elterngesprächen teilnehmen. Das DZPP evaluiert, ob sich die sogenannte Mental Health Literacy von Lehrkräften verbessert; also ihr Wissen über psychische Erkrankungen, ihre Sicherheit beim Erkennen von Warnzeichen sowie ihre Bereitschaft, betroffene Schülerinnen und Schüler anzusprechen und weiterzuvermitteln. „Das Besondere an der Studie ist, dass wir nicht nur erfassen, wie das Programm das Wissen und die Handlungssicherheit der Lehrkräfte schult, sondern auch, ob die Hilfe bei den Schülerinnen und Schülern tatsächlich ankommt“, sagt Arne Bürger.

Ersthelferkurs Mentale Gesundheit EMG: Wenn Lehrkräfte Ersthelfer werden

Ein ähnliches Konzept wie das von tomoni verfolgt der Ersthelferkurs Mentale Gesundheit (EMG), der inzwischen nicht nur für Einzelpersonen und Unternehmen, sondern auch für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Übungsleiterinnen und -leiter angeboten wird. Der Online-Kurs besteht aus drei je zweistündigen Modulen, die fundiertes Wissen über psychische Gesundheit mit konkreten Handlungsschritten kombinieren.

Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“

Zum Welttag der Suizidprävention hat die Arbeitsgruppe regionale Netzwerke des Nationalen Suizidpräventionsprogramms eine bundesweite Kampagne namens „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ initiiert. Diese wurde im Rahmen des Seminars Medienpraxis an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) entwickelt und realisiert: kampagne.welttag-suizidpraevention.de.

Erwähnte Publikationen:

Christin Scheiner, Jan Grashoff, Nikolaus Kleindienst, Arne Buerger. Mental disorders at the beginning of adolescence: Prevalence estimates in a sample aged 11-14 years. Public Health in Practice. Volume 4. 2022, 100348, ISSN 2666-5352, https://doi.org/10.1016/j.puhip.2022.100348.

Mittermeier, S., Seidel, A., Scheiner, C. et al. Emotional dysregulation and its pathways to suicidality in a community-based sample of adolescents. Child Adolesc Psychiatry Ment Health 18, 15 (2024). https://doi.org/10.1186/s13034-023-00699-4

Illustration von einer Strandsituation, auf der einige Figuren surfen, ein Surfbrett in der Hand halten, glücklich oder traurig schauen. Schriftzug: Gemeinsam mit der Klasse lernen, Emotionswellen zu surfen? Das geht mit DUDE!
Collage der vier freigestellten Personen auf rotem Hintergrund.
Das DUDE-Projektteam aus der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Würzburg v. l. n. r.: Lena Ehl und Achim Schimanski, die DUDE koordinieren sowie Arne Bürger und Marcel Romanos, die das Präventionsprogramm leiten.

Erste Hilfe für die Psyche

Ersthelferkurs Mentale Gesundheit (EMG) vermittelt Wissen und Handlungssicherheit im Umgang mit psychischen Krisen – für Einzelpersonen, Unternehmen und pädagogische Einrichtungen

Logo der EMG Ersthelferkurs Mentale Gesundheit in grün und orange; drunter der Slogan "Erste Hilfe für die Psyche"

Würzburg. Erste Hilfe ist selbstverständlich, wenn jemand körperlich verletzt ist. Doch was ist zu tun, wenn ein Mensch psychisch in eine Krise gerät oder Suizidgedanken äußert? Genau hier setzen die Ersthelferkurse für mentale Gesundheit (EMG) an. Sie wurden vom Universitätsklinikum Würzburg (UKW), der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, der Stiftung Depression-Inklusion und dem Würzburger Bündnis gegen Depression entwickelt. „Hier lernst du, die Psyche in die stabile Seitenlage zu bringen“, erläuterte einst ein Teilnehmer. Das Kursprogramm zur Vorsorge richtet sich explizit an Laien und soll sie befähigen, psychische Krisen zu erkennen und Erste Hilfe zu leisten. 

Ersthelferkurse Mentale Gesundheit für Einzelpersonen, Unternehmen und Lehrende

Einzelpersonen lernen beispielsweise, wie sie sich selbst oder andere aus ihrem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis in Krisensituationen unterstützen können. Die individuell angepassten Schulungen und Beratungsangebote für Unternehmen zielen darauf ab, die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern, Mitarbeitende zu stärken und ein gesundes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen. Die drei Module, in denen die wesentlichen Botschaften vermittelt werden, können online gebucht werden oder direkt im Unternehmen stattfinden. „Das Besondere an diesem Kurs ist, dass wir direkt in die Betriebsstätten gehen und zu den Menschen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Deckert, ehemaliger Direktor des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) des UKW. Er hat die Inhalte des Ersthelferkurses für mentale Gesundheit gemeinsam mit seinem Nachfolger, Prof. Dr. Sebastian Walther, sowie mit der Psychologischen Psychotherapeutin Dr. Melanie Vietz und dem Leitenden Oberarzt der Psychiatrie, Dr. Georg Ziegler, nach dem Modell der Ersthelferkurse für vital lebensbedrohliche Erkrankungen entwickelt. Neu ist das Angebot für Lehrpersonen. Die Module führen in psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ein und kombinieren fundiertes Wissen mit konkreten Handlungsschritten für den Alltag.

Fellows Ride-Bewegung fährt Spendengelder für Ersthelferkurse ein 

Die Idee zu den Ersthelferkursen entstand aus dem Engagement der Fellows Ride-Bewegung für Depressionshilfe und Suizidprävention – allen voran von Dieter Schneider. Der Unternehmer und leidenschaftliche Motorradfahrer verarbeitete den Suizid seines 23-jährigen Sohnes mit einer mehrjährigen Motorradreise um die Welt. Inspiriert vom „Black Dog Ride” in Australien organisierte er 2021 in Würzburg die erste Motorradfahrt, um öffentlich auf Depressionen, psychische Erkrankungen und Suizidprävention aufmerksam zu machen. Inzwischen hat er seine Mission auf viele weitere Orte in Deutschland und Europa ausgeweitet. Die bei den Fellows Rides gesammelten Spenden fließen unter anderem in die Ersthelferkurse für mentale Gesundheit. 

Stimmen zu den Ersthelferkursen für Mentale Gesundheit: 

Dr. Melanie Vietz, Psychologische Psychotherapeutin am UKW und Fachliche Leiterin EMG: „Wir können nicht alle Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sein. Aber wir können lernen, psychische Krisen zu erkennen, Menschen anzusprechen und ihnen den Weg zu professioneller Hilfe zu zeigen. Gerade bei Suizidgedanken kann es entscheidend sein, dass jemand hinschaut und sich traut, das Thema offen anzusprechen.“

Dieter Schneider, Gründer der Fellows-Ride-Bewegung und Initiator der EMG: „Überall hängen Feuerlöscher, wenn es brennt. Aber wir brauchen auch Feuerlöscher für die Seele. Wir sollten alle in der Lage sein, Erste Hilfe zu leisten. Denn psychische Krisen können jeden treffen, im privaten ebenso wie im beruflichen Umfeld.“ 

Isabel Stangier, Instruktorin der EMG-Kurse und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums für Psychische Gesundheit am UKW: „Der Kurs ist für alle offen, Vorkenntnisse braucht man nicht. Wir wollen den Teilnehmenden Wissen und konkrete Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie reagieren können, wenn es einer Person in ihrem Umfeld nicht gut geht. Denn manchmal kommt es genau auf den richtigen Moment und das richtige Gespräch an – und dafür möchten wir die nötige Sicherheit und die entsprechenden Fähigkeiten vermitteln.“

Dr. Gunther Schunk, Vorstand bei Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp: „Psychische Belastungen haben stark zugenommen, auch im Arbeitsumfeld. Psychische Erkrankungen gehören mit zu den häufigsten Gründen für Fehlzeiten und Demotivation im Arbeitsumfeld. Das dürfen wir nicht zulassen. Die Unternehmen müssen daher viel mehr Verantwortung auch für die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen.“

Prof. Dr. Sebastian Walther, Direktor des Zentrums für Psychische Gesundheit des UKW: „Die Ersthelferkurse werden hoffentlich dazu beitragen, dass sich mehr Menschen trauen, in ihrem direkten Umfeld Betroffene anzusprechen und Hilfe zu holen.“ 

Weitere Informationen zu den Ersthelferkursen für Mentale Gesundheit: emg-werden.de

Spendenkonto Fellows Ride 
Paypal: danke@ fellowsride.de
Castell-Bank: Stiftung Depression-Inklusion DE85 7903 0001 1000 1905 00

 

Logo der EMG Ersthelferkurs Mentale Gesundheit in grün und orange; drunter der Slogan "Erste Hilfe für die Psyche"

Das UKW auf dem Würzburger Stadtfest

Das Uniklinikum Würzburg präsentiert beim Würzburger Stadtfest am 18. und 19. September 2026 die Vielfalt seiner Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten.

 

Am UKW-Stand steht eine Mitarbeiterin mit zwei Kindern am Glücksrad. Im Hintergrund ist die Kirche zu sehen.
Zum Standbesuch beim Uniklinikum Würzburg auf dem Würzburger Stadtfest gehört auch das Drehen am Glücksrad. Es winken nützliche Preise. © Susanne Just / UKW
Unter einem UKW-Pavillon stehen vor einem Give-Away Tisch zwei Mitarbeiter. Links steht ein Roll-Up "Wir sollten uns kennen lernen".
Der Stand des Uniklinikums Würzburg auf dem Stadtfest befindet sich auch in diesem Jahr wieder auf dem Oberen Markt in der Nähe der Bühne. © Susanne Just / UKW

Würzburg. Wenn sich die Würzburger Innenstadt am Freitag und Samstag, 18. und 19. September 2026, in eine große Festmeile verwandelt, ist auch das Uniklinikum Würzburg (UKW) wieder mit dabei. Beim 36. Würzburger Stadtfest informiert das Großkrankenhaus an einem Stand auf dem Oberen Markt in der Nähe der Bühne zum einen über die vielfältigen Möglichkeiten, am Klinikum zu arbeiten und eine Ausbildung zu absolvieren. Zum anderen wird das Programm „Familiale Pflege“ vorgestellt.

Mehr als 230 Berufsgruppen und Professionen

Das Hauptmotto des diesjährigen Auftritts lautet „Arbeiten am UKW – Jobs nah am Leben, für das Leben“. Denn für die Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie für Forschung und Lehre braucht es weit mehr als Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachkräfte: Über 230 Berufsgruppen und Professionen arbeiten am UKW Hand in Hand. Entsprechend breit sind die Einstiegsmöglichkeiten. Das UKW hält sowohl für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger als auch für Menschen mit Berufserfahrung zahlreiche Tätigkeitsfelder und berufliche Perspektiven bereit.

Einer der größten Ausbildungsbetriebe Unterfrankens

Auch für junge Menschen, die vor der Entscheidung über ihren weiteren beruflichen Weg stehen, lohnt sich ein Besuch am UKW-Stand. Das Uniklinikum zählt zu den größten Ausbildungsbetrieben Unterfrankens und bietet damit vielfältige Möglichkeiten für den Start ins Berufsleben.

Hilfestellung zur „Familialen Pflege“

Ein weiterer Programmpunkt des UKW greift ein Thema auf, das viele Familien herausfordert: Ihre Angehörigen benötigen nach einem Krankenhausaufenthalt häusliche Pflege. Als Hilfestellung für die damit verbundenen, oftmals neuen Aufgaben hat das UKW das Programm „Familiale Pflege“ ins Leben gerufen. Dabei schulen Fachkräfte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Familien in den jeweils erforderlichen pflegerischen Maßnahmen – wie zum Beispiel in Körperpflege, Mobilisation, Medikamentengabe oder dem Anlegen von Verbänden. Beim Stadtfest erfahren Interessierte dazu alles Wissenswerte.

Mit Glücksrad und Kinderschminken

Neben den diversen Informationen kommt auch die Unterhaltung nicht zu kurz: Am Glücksrad können Besucherinnen und Besucher ihr Glück versuchen – und für die jüngeren Stadtfestgäste bietet das Uniklinikum Kinderschminken an.

Text: Pressestelle / UKW
 

Am UKW-Stand steht eine Mitarbeiterin mit zwei Kindern am Glücksrad. Im Hintergrund ist die Kirche zu sehen.
Zum Standbesuch beim Uniklinikum Würzburg auf dem Würzburger Stadtfest gehört auch das Drehen am Glücksrad. Es winken nützliche Preise. © Susanne Just / UKW
Unter einem UKW-Pavillon stehen vor einem Give-Away Tisch zwei Mitarbeiter. Links steht ein Roll-Up "Wir sollten uns kennen lernen".
Der Stand des Uniklinikums Würzburg auf dem Stadtfest befindet sich auch in diesem Jahr wieder auf dem Oberen Markt in der Nähe der Bühne. © Susanne Just / UKW

Versäumte Bilder: Ausstellung zeigt Pionierinnen der Wissenschaft

Viele Frauen haben die Wissenschaft maßgeblich geprägt – doch ihre Leistungen wurden oft ignoriert, verzerrt oder anderen Personen zugeschrieben. Die Wanderausstellung „Versäumte Bilder“, die vom 17. September bis 26. Oktober 2026 im Forum des Universitätsgebäudes am Wittelsbacherplatz zu sehen ist, macht solche Frauen sichtbar.

 

KI-generierte Porträt von Barbara Thein
Dieses KI-generierte Porträt zeigt die Würzburger Innovatorin Barbara Thein (1775-1842), deren Leistungen bislang kaum gewürdigt wurden. Rechts im Hintergrund ist Theins Arbeitsplatz dargestellt, die Alte Universität mit dem Turm der Neubaukirche. (Bild: Gesine Born)

Die Ausstellung zeigt KI-generierte Porträts von Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen, von denen oft keine repräsentativen Darstellungen überliefert sind.

Die Kommunikationsdesignerin und Wissenschaftsfotografin Gesine Born hat die Porträts auf Grundlage historischer Quellen, biografischer Informationen und – wo möglich – im Austausch mit Angehörigen der porträtierten Frauen entwickelt. Die Bilder sind visuelle Annäherungen an Persönlichkeiten, die zu ihren Lebzeiten nie durch ein gemaltes oder fotografisches Porträt gewürdigt wurden. Sie laden dazu ein, über historische Leerstellen und Formen der Anerkennung nachzudenken.

Barbara Thein: Eine Würzburgerin mit Innovationskraft

Eine Besonderheit der Wanderausstellung ist, dass sie mit jedem Ausstellungsort wächst: Jede gastgebende Institution recherchiert in ihrer eigenen Geschichte nach einer Forscherin oder Innovatorin, deren Leistungen bislang kaum gewürdigt wurden. Auf Basis dieser Recherchen schafft Gesine Born ein neues „versäumtes Bild“, das die Wanderausstellung dauerhaft erweitert und an den nächsten Ausstellungsort mitreist.

Das Würzburger Universitätsarchiv und das Büro der Frauenbeauftragten haben dafür Barbara Thein (1775-1842) ausgewählt. Sie war die erste Frau, die an der Universität Würzburg nachweisbar wissenschaftlich gearbeitet hat – in einer Zeit, in der Frauen von Universitäten, Wissenschaft und Bildung bis auf sehr wenige Ausnahmen streng ausgeschlossen waren.

Auch Barbara Thein war nicht offiziell immatrikuliert. Sie arbeitete im Naturalienkabinett von Joseph Bonavita Blank und leistete dort bemerkenswerte Arbeit. Zu ihren Aufgaben gehörte es, Tiere zu präparieren und Präparate zu reparieren. Dabei entwickelte sie eigene Methoden; schriftlich überliefert sind ihre besonderen Fähigkeiten bei der Präparation mit Weingeist.

Bezahlt wurde Barbara Thein nicht von der Universität, sondern von Blank – mit Geld, das er von seinem eigenen Gehalt abzwackte. Als der Forscher seine Sammlung 1804 der Universität übergab, knüpfte er daran eine Forderung: ein jährliches, von der Universität zu zahlendes Gehalt für seine Gehilfin. Doch die Universität ignorierte die Forderung mehr als zehn Jahre lang.

Seit 2023 ist der Weg, der vom Campus Hubland-Süd zum Schönstattzentrum führt, nach Barbara Thein benannt.

Weitere Porträts von Forscherinnen

Neben Barbara Thein zeigt die Wanderausstellung in Würzburg 16 weitere Porträts von innovativen Frauen, die Gesine Born in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland erarbeitet hat.

Präsentiert werden zum Beispiel die Astronomin Maria Margareta Winkelmann-Kirch (1670-1720), die im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt porträtiert wurde, und die Stadtsoziologin Erika Spiegel (1925-2017). Deren Porträt wurde von der Schader-Stiftung in Auftrag gegeben.

Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“

Das Projekt „Wanderausstellung: Versäumte Bilder“ wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“ vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Ziel ist es, die Sichtbarkeit von Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation zu stärken.

Die Wanderausstellung macht Versäumnisse der Vergangenheit sichtbar und regt einen gesellschaftlichen Dialog über Chancengleichheit, Erinnerungskultur und den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz an. Als Teilprojekt des Metavorhabens „Innovative Frauen im Fokus“ knüpft sie dabei auch an Ergebnisse und Maßnahmen aus den geförderten Projekten der Förderrichtlinie an und macht diese für ein breiteres Publikum zugänglich..

Ausstellungsbesuch

Die Ausstellung ist vom 17. September bis 26. Oktober 2026 in Würzburg im Forum des Universitätsgebäudes am Wittelsbacherplatz 1 zu sehen. Sie richtet sich an ein breites Publikum und lädt dazu ein, Fragen von Sichtbarkeit, Repräsentation und Anerkennung neu zu diskutieren.

Über QR-Codes in der Ausstellung können die Besucherinnen und Besucher die Lebensgeschichten der porträtierten Frauen vertiefen und mehr über die Entstehung der KI-generierten Porträts erfahren.

Die Webseite der Wanderausstellung https://wanderausstellung-versäumte-bilder.de bietet darüber hinaus eine dauerhaft verfügbare digitale Galerie mit allen Porträts sowie Hintergrundinformationen zum Projekt. Auch Wissenswertes zu den Themen Gleichstellung, sozial verantwortungsvolle KI und Frauen in Wissenschaft und Innovation werden präsentiert.

Wanderausstellung: Versäumte Bilder
17. September bis 26. Oktober 2026
Universitätsgebäude am Wittelsbacherplatz 1
97074 Würzburg
Der Zugang ist barrierefrei möglich.

Öffnungszeiten:

Vorlesungsfreie Zeit (bis Freitag, 9. Oktober 2026)
Montag-Donnerstag von 7:00 bis 16:00 Uhr
Freitag von 7:00 bis 13:00 Uhr

Vorlesungszeit (ab Montag, 12. Oktober 2026)
Montag-Freitag von 7:00 bis 21:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Wanderausstellung
https://www.innovative-frauen-im-fokus.de/wanderausstellung/ 

Website zur Wanderausstellung
https://wanderausstellung-versäumte-bilder.de 

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 7. September 2026
 

KI-generierte Porträt von Barbara Thein
Dieses KI-generierte Porträt zeigt die Würzburger Innovatorin Barbara Thein (1775-1842), deren Leistungen bislang kaum gewürdigt wurden. Rechts im Hintergrund ist Theins Arbeitsplatz dargestellt, die Alte Universität mit dem Turm der Neubaukirche. (Bild: Gesine Born)

Else Kröner Center Würzburg-Mwanza geht in die Verlängerung

Die erfolgreiche Arbeit des Else Kröner Center Würzburg-Mwanza kann weitergehen: Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert das Kooperationsprojekt für eine bessere Gesundheitsversorgung der Menschen rund um die Stadt Mwanza in Tansania für weitere 2,5 Jahre.

Mehrere Fischerboote am Strand.
Fischerboote am Ufer des Victoriasees in Tansania. Der Kontakt mit dem Süßwasser birgt die Gefahr einer Infektion mit Schistosomen, die zu einer schweren parasitären Erkrankung führen können. (Bild: Franziska Kammer / Universität Würzburg)

Vor über sechs Jahren hat das „Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg – Mwanza“ (EKC) seine Arbeit aufgenommen. Mittlerweile ist das Zentrum zu einem festen Bestandteil der deutsch-tansanischen Kooperationen zwischen den medizinischen Fakultäten der Universität Würzburg und der Catholic University of Health and Allied Sciences in Mwanza avanciert. Es gilt an beiden Universitäten als Leuchtturmprogramm für die deutsch-afrikanische Zusammenarbeit.

Viel ist seit der Gründung des Zentrums passiert: Fünfzig Medizinstudierende der Partnerfakultäten haben Praktika im Partnerland durchgeführt, Ärztinnen und Ärzte haben bei ihren Kolleginnen und Kollegen hospitiert, ein bilaterales Masterprogamm wurde ins Leben gerufen, acht Doktorandinnen und Doktoranden haben ihre Forschung an beiden Standorten vorangetrieben. 

Vor allem wurde die Gesundheitsversorgung in der Region um Mwanza erheblich verbessert: Im Rahmen eines breit angelegten Programms zur Bekämpfung der um den Victoriasee stark verbreiteten parasitären Krankheit Schistosomiasis wurden weite Teile der auf den Inseln ansässigen Bevölkerung über die Erkrankung und ihre Folgen aufgeklärt, auf eine Infektion untersucht und behandelt. Auch das lokale Krankenhaus wurde für die adäquate Versorgung von Schistosomiasis-Patientinnen und -Patienten erweitert und das ansässige Personal geschult.

850.000 Euro für die zweite Projektphase

Nun hat die Else Kröner-Fresenius-Stiftung zugesagt, das Zentrum für weitere zweieinhalb Jahre mit 850.000 Euro zu fördern. Sie hat das Projekt in dessen ersten Jahren bereits mit 2,5 Millionen Euro unterstützt.

Die Projektleitung verbleibt auch in der zweiten Förderphase in der Hand der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Kooperationspartner in Würzburg sind das Universitätsklinikum Würzburg (UKW), medmissio – Institut für Globale Gesundheit und die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) e.V.. Partnerorganisationen in Mwanza sind die Catholic University of Health and Allied Sciences und das Bugando Medical Centre.

Ehrgeizige Ziele für die zweite Förderphase

Neben der Weiterführung der bestehenden Programme soll in der kommenden Förderphase zusätzlich ein Programm zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern in Mwanza eingeführt werden. 

Außerdem haben sich die Partner zum Ziel gesetzt, das Schistosomiasis-Programm auf alle Gemeinden im Ukerewe-Distrikt rund um den Victoriasee auszuweiten. Neben den Erwachsenen wollen sie nun auch Kinder unter fünf Jahren in die Behandlungskampagnen einbinden. So sollen alle etwa 400.000 Menschen in 62 Dörfern die Möglichkeit regelmäßiger Untersuchungen und Behandlungen erhalten. Begleitet wird das Programm von wissenschaftlichen Studien zur Verbreitung und Epidemiologie der Parasiten. Geprüft werden auch Effizienz und Kosten des Programms.

Beim Endspurt liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit

In den kommenden zweieinhalb Jahren wird das Zentrum einen besonderen Fokus auf die Nachhaltigkeit der geschaffenen Strukturen legen. Die im Rahmen des EKC ausgebildeten Doktorandinnen und Doktoranden verpflichten sich, nach ihrer Promotion für weitere sechs Jahre an der Partneruniversität in Mwanza zu bleiben und ihre Expertise in Lehre und Forschung vor Ort einzubringen. In einem Clinician-Scientist-Programm sollen besonders talentierte Nachwuchskräfte beim Aufbau eigenständiger Forschungsgruppen unterstützt werden. 

Zusätzlich wurde eine Übergabestrategie erarbeitet, nach der das gemeinnützige Programm zur Bekämpfung der Schistosomiasis Schritt für Schritt in lokale Hände überführt werden soll. Zum Abschluss der zweiten Förderperiode sollen wichtige Schnittstellen, wie die Beschaffung und Vergabe der Medikamente, durch die lokale Gesundheitsbehörde -und einrichtungen übernommen werden. 

Das Ziel der Beteiligten ist es, nach dem Ablauf der Förderung durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung langfristige Strukturen geschaffen zu haben, welche die akademische Lehre, die Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie die Gemeindearbeit auf den Inseln weitertragen. Die seit Jahrzehnten bestehende Partnerschaft zwischen den Universitäten und Unikliniken mit dem regen Austausch von Studierenden und Ärztinnen und Ärzten sowie die engen Kollaborationen zwischen den weiteren Partnern werden auch nach Förderende durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung Bestand haben.. 

Stimmen zur Weiterförderung

„Im Else Kröner Center Würzburg-Mwanza greifen Patientenversorgung, Prävention, Ausbildung und Forschung eng ineinander. Die bisherigen Arbeiten haben wichtige Strukturen für die Schistosomiasis-Kontrolle und die Versorgung auf Ukerewe geschaffen. In den kommenden zweieinhalb Jahren sollen diese nachhaltig verankert, auf den gesamten Distrikt mit rund 400.000 Menschen ausgeweitet und schrittweise in die Verantwortung der tansanischen Partner übergeben werden. Diese Verbindung von unmittelbarer medizinischer Hilfe, Kompetenzaufbau und lokaler Verantwortung hat uns überzeugt.“– Dr. Judith von Heusinger, zuständig für die humanitäre Förderung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung

„Im Else Kröner Center wurden die langjährigen Partner aus Mwanza und Würzburg noch enger zusammengeführt und bisherige Projekte vertieft und deutlich erweitert. Die Förderzusage für weitere 2,5 Jahre durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ermöglicht eine Verstetigung der aufgebauten Strukturen und einen langfristigen, über die Förderung hinausgehenden Einfluss des Zentrums. Wir begrüßen daher die Zusage für eine Weiterfinanzierung sehr.“ – Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg

„Die Zusammenarbeit aller Partner in den letzten Jahren hat gezeigt, dass gemeinsam vieles erreicht werden kann. Auch für die zweite Förderphase haben wir uns ehrgeizige Ziele gesteckt. Unsere Projektarbeit erstreckt sich auf die akademische Lehre, die Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden, die Wissenschaftsförderung, die Patientenversorgung und die regelmäßige Behandlung aller Menschen im Ukerewe District gegen die vernachlässigte Tropenerkrankung Schistosomiasis. Durch die starke Vernetzung der unterschiedlichen Projektbereiche wird eine nachhaltige Förderung in allen Bereichen erzielt.“ – Prof. Dr. Oliver Kurzai, wissenschaftlicher Leiter des Else Kröner Centers

„Wir freuen uns sehr, dass die EKFS auch die zweite Förderrunde begleitet. Gerade jetzt ist es entscheidend, die gesamte Bevölkerung auf der Ukerewe Insel zu erreichen – sowohl in geografischer Hinsicht als auch durch die Einbeziehung von Kindern unter fünf Jahren. Dies stellt einen wichtigen Schritt für die Unterbrechung des Schistosomiasis Infektionskreislaufs dar. Darüber hinaus ermöglichen uns die bereits erzielten Erfolge sowie die gemeindezentrierten Maßnahmen, den Fokus noch mehr auf Eigenregie und Eigenverantwortung unter Einbezug aller lokaler Akteure zu legen, und gleichzeitig wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse über den aktuellen Kontext verfügbar zu machen.“ – Dr. Saskia Kreibich, Forschungskoordinatorin der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe

Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) – Forschung fördern. Menschen helfen.

Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt humanitäre Projekte. Bis heute hat sie rund 3.000 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Fördervolumen von aktuell rund 90 Millionen Euro ist sie die größte Medizin fördernde Stiftung Deutschlands. Weitere Informationen finden Sie unter: www.ekfs.de

Weblinks

Else Kröner Center Würzburg – Mwanza (https://www.wuerzburg-mwanza.de/)

Else Kröner-Fresenius-Stiftung (www.ekfs.de)

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 7. September 2026

Mehrere Fischerboote am Strand.
Fischerboote am Ufer des Victoriasees in Tansania. Der Kontakt mit dem Süßwasser birgt die Gefahr einer Infektion mit Schistosomen, die zu einer schweren parasitären Erkrankung führen können. (Bild: Franziska Kammer / Universität Würzburg)

Reanimation macht Schule: Universitätsklinikum Würzburg bietet kostenloses Training für Schulklassen an

Schüler lernen, wie sie eine Wiederbelebung durchführen, blutende Wunden versorgen und mit bewusstlosen Personen umgehen.

Das Universitätsklinikum Würzburg bietet kostenlose Wiederbelebungstrainings für Schulklassen in Würzburg und Umgebung an. Foto: UKW / Katrin Heyer
Das Universitätsklinikum Würzburg bietet kostenlose Wiederbelebungstrainings für Schulklassen in Würzburg und Umgebung an. Foto: UKW / Katrin Heyer

Würzburg. Leben retten lernen – was nach einer großen Aufgabe klingt, lässt sich mit dem richtigen Training schon in jungen Jahren sicher anwenden. Genau hier setzt das Projekt „Lebensretter – Kids save lives“ des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) an, das vor kurzem mit einer großzügigen Spende von sechs Rotary Clubs aus der Region unterstützt wurde. Es vermittelt Schülerinnen und Schülern frühzeitig, wie sie in Notfallsituationen ruhig, sicher und verantwortungsvoll handeln können. Denn lebensrettende Sofortmaßnahmen sind keine Frage von Spezialwissen, sondern eine Fähigkeit, die jede und jeder erlernen kann.

Kostenloses Angebot für Schulen in der Region

Das Angebot richtet sich insbesondere an Schulklassen der 7. und 8. Jahrgangsstufe in Würzburg und Umgebung. In einer Doppelstunde vermitteln qualifizierte Tutorinnen und Tutoren der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie die wichtigsten Grundlagen der Ersten Hilfe – praxisnah und altersgerecht. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei unter anderem, wie sie eine Wiederbelebung durchführen, blutende Wunden versorgen und mit bewusstlosen Personen umgehen.

Sämtliche Übungsmaterialien werden gestellt, für die Schulen entstehen keine Kosten. Das Training unterstützt Schulen dabei, die Reanimationsausbildung im Unterricht umzusetzen, wie sie auch vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus empfohlen wird.

Mehr Sicherheit durch frühes Lernen

Je mehr Menschen im Ernstfall handeln können, desto größer sind die Überlebenschancen der Betroffenen. Schulen sind der ideale Ort, um diese lebensrettenden Fähigkeiten früh zu vermitteln und fest im Bewusstsein junger Menschen zu verankern.

Felipe Maldonado, Assistenzarzt der Klinik, bringt das Anliegen des Projekts auf den Punkt: „Helfen ist keine Frage des Alters. Wer weiß, was zu tun ist, kann jederzeit Leben retten.“ Durch praktische Übungen bauen die Jugendlichen Hemmschwellen ab, gewinnen Sicherheit und werden ermutigt, im entscheidenden Moment nicht wegzusehen, sondern aktiv zu helfen.

Termin anfragen

Schulen, die Interesse an einem Reanimationstraining haben, können sich direkt über die E-Mailadresse: kinder_retten_leben@ ukw.de  an das Projektteam wenden.

Ein Flyer mit wichtigen Informationen zum Ablauf, zu den Inhalten und zur Anmeldung steht ebenfalls zur Verfügung. Dieser kann von Schulen für den internen Aushang, zur Weitergabe im Kollegium oder zur Information von Eltern genutzt werden.

Das Universitätsklinikum Würzburg bietet kostenlose Wiederbelebungstrainings für Schulklassen in Würzburg und Umgebung an. Foto: UKW / Katrin Heyer
Das Universitätsklinikum Würzburg bietet kostenlose Wiederbelebungstrainings für Schulklassen in Würzburg und Umgebung an. Foto: UKW / Katrin Heyer