Aktuelle Pressemitteilungen

Neue Ridesharing-App startet in Unterfranken / UKW baut Mobilitätsangebot aus

"Wichtiger Baustein zur Förderung klimafreundlicher Mobilität"

Zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen, darunter auch das UKW, gaben am 19. September den offiziellen Startschuss für die Mobilitätsplattform "uRyde". Foto: UKW / Philipp Kunte"

Würzburg / Unterfranken. In der Region Unterfranken geht ein breites Konsortium, initiiert von der Stadt Würzburg und Schweinfurt sowie dem Landkreis Würzburg, aus großen Arbeitgebern, mittelständischen Unternehmen, Finanzinstituten, Kliniken, Stadt- / Landkreisverwaltungen und Hochschulen voran, um in Zeiten von Energiekrise und Klimawandel die Mobilität in der Region nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Mehr als 30 Standorte von Unternehmen in der Region Unterfranken bieten damit über 60.000 Mitarbeitenden und Studierenden die Möglichkeit, auf Ihren alltäglichen Wegen einfach über die uRyde App nachhaltig mobil zu sein. Auch das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ist beteiligt und baut damit sein Mobilitätsangebot aus.

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche wurde die Mobilitäts-App uRyde am 19. September im Konsortium vorgestellt. Die App ermöglicht hierbei das Ridesharing unter den Beschäftigten der teilnehmenden Partner in ganz Unterfranken und über die Grenzen hinaus. Über das intelligente Matching können so selbst spontane alltägliche Pkw-Fahrten inseriert und gebucht, passende ÖPNV-Verbindungen gefunden oder auf integrierte Werks- und Shuttlebusse zugegriffen werden. Mitarbeitende teilnehmender Partner können über das Ridesharing arbeitgeberübergreifend Fahrten teilen und damit CO2-Emission senken, neue Leute kennen lernen und mit bis zu 30 Cent pro Kilometer ihre Fahrtkosten reduzieren. Weitere Bausteine zur Förderung der Mitarbeitermobilität wie Mobilitätsbudgets, Jobtickets und ein Parkingmanagement sind in der uRyde App ebenfalls erweiterbar.

Regionale Mitfahrmöglichkeiten per App

Für Johannes Andree, Mitgründer und Geschäftsführer der CONNECT Mobility GmbH (Entwickler und Betreiber von uRyde), ist klar: „Wir haben kein Mobilitätsproblem, wir haben ein Effizienzproblem. Genau hier setzen wir mit uRyde an und machen mit innovativer Technologie unsere bestehenden Mobilitätsressourcen, insbesondere im Bereich der täglichen Mitarbeitermobilität, sichtbar und verfügbar. Mit Blick auf das Echtzeit-Ridesharing stärkt dies nicht nur die Anbindung und das Angebot in der gesamten Region Unterfranken, sondern trägt auch maßgeblich zur Reduktion der Emissionen im Straßenverkehr bei.“

Seit 1995 verzeichnet der Verkehrssektor, der für über 20% der CO2-Emissionen in Deutschland  verantwortlich ist, als einziger Sektor steigende CO2-Emissionen.  Dies ist vor allem auf die steigenden Zulassungszahlen und die sehr geringe Auslastung der Pkw mit durchschnittlich nur 1,2 Personen pro Fahrzeug, insbesondere im Berufsverkehr, zurückzuführen.

Würzburgs Bürgermeister Martin Heilig, betont als Teil und Initiator des Konsortiums: „Mit der Einführung von uRyde setzen wir einen weiteren wichtigen Baustein zur Förderung klimafreundlicher Mobilität um. Die Mobilitäts-App bietet hier zusammen mit vielen Arbeitgebern eine attraktive und nachhaltige Lösung für unsere täglichen Pendler, die nicht nur den CO2-Ausstoß reduziert, sondern auch den Verkehr in unserer Stadt entlastet.“ Auch wird durch die Förderung von Fahrgemeinschaften, gleichzeitig in ein besseres Mobilitätsangebot in den Landkreis-Gemeinden investiert sowie der Zusammenhalt unter den Beschäftigten in der Region gestärkt, so Landrat Thomas Eberth vom Landkreis Würzburg.

Auch die Julius-Maximilians-Universität sowie das Universitätsklinikum Würzburg sind Teil des Konsortiums und sehen in uRyde ein bedeutendes Instrument zur Förderung der nachhaltigen Mobilität unter den Mitarbeitenden und Studierenden: „Mit der uRyde-App stellen wir rund 4.600 Beschäftigten und 27.000 Studierenden, von denen viele täglich pendeln, eine nachhaltige Alternative für den Weg zur Uni zur Verfügung. Dies unterstützt das Bestreben der Uni, klimafreundliche Mobilität zu fördern.“, so Prof. Dr. Anja Schlömerkemper, Vizepräsidentin der Julius-Maximilians-Universität. Prof. Thorsten Bley, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Würzburg, betonte beim offiziellen Start der Plattform, dass die Plattform ein wichtiger Baustein für nachhaltige Mobilität sei. Rund die Hälfte der knapp 8.000 Beschäftigten am UKW wohnen außerhalb der Stadt Würzburg, etwa im Landkreis Würzburg oder darüber hinaus. Prof. Bley betonte zudem, dass es ebenso nötig sei, weitere Formen der Mobilität zu stärken, etwa den ÖPNV oder auch die Infrastruktur für das Fahrrad.

Das Erlanger Startup CONNECT Mobility GmbH hat mit uRyde bereits in der Metropolregion Nürnberg seit Mai 2022 im Konsortium, unter anderem mit DAX-Konzernen, erfolgreich den Grundstein in für eine nachhaltige Mobilität gelegt und vier Millionen Kilometer, eine Strecke ca. 100-mal um die Erde, verfügbar gemacht. Ziel von uRyde ist es, diese nachhaltige Mobilität gemeinsam mit vielen weiteren Partnern in Unterfranken und über die Grenzen von Bayern hinaus zu etablieren, um damit durch intelligente Mobilitätslösungen die Verkehrs-Belastungen zu verringern und die Emissionen in der Mobilität zu senken.

Bereits teilnehmende Partner / Arbeitgeber:

-              Stadt Würzburg

-              Stadt Schweinfurt

-              Landkreis Würzburg

-              Landkreis Kitzingen

-              Landkreis Haßberge

-              Bezirk Unterfranken

-              Julius-Maximilians-Universität Würzburg

-              ESN – Deutsche Tischtennis Technologie GmbH

-              Fränkische Group SE

-              Universitätsklinikum Würzburg

-              Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt

-              VR-Bank Würzburg eG

-              Sparkasse Mainfranken Würzburg

-              Stadtwerke Schweinfurt GmbH

-              Stadt- und Wohnbau GmbH Schweinfurt

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Würzburg, 23.09.2024

Zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen, darunter auch das UKW, gaben am 19. September den offiziellen Startschuss für die Mobilitätsplattform "uRyde". Foto: UKW / Philipp Kunte"

Staatsempfang in Würzburg: Gesundheitsministerin Gerlach würdigt Pflegekräfte

Diplom-Sozialpädagogin und Gesundheits- und Krankenpflegerin Martina Rothenhöfer engagiert sich für Vernetzung im Bereich der Gerontopsychiatrie

Martina Rothenhöfer, Sozialpädagogin am UKW, Staatsministerin Judith Gerlach und Holger Spielberg (Stationsleitung im Zentrum für psychische Gesundheit, UKW) beim Staatsempfang in der Würzburger Residenz unter dem Motto: „Gemeinsam stark in der Pflege“. Foto UKW / Stefan Dreising

Würzburg. Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach hat am Donnerstag (19.09.) die herausragende Arbeit hauptberuflicher Pflegekräfte in Bayern mit einem Staatsempfang in der Würzburger Residenz gewürdigt.

Auf Anregung der Stadt Würzburg nahm vom Universitätsklinikum Würzburg (UKW) Diplom-Sozialpädagogin und Gesundheits- und Krankenpflegerin Martina Rothenhöfer vom Zentrum für psychische Gesundheit (ZEP) teil. Speziell die gelingende Vernetzung im Bereich der Gerontopsychiatrie und ihr Engagement zugunsten der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Würzburg zeichnen sie besonders aus. Dazu zählt auch der enge Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege im Haus und in der Versorgungsstruktur außerhalb der Klinik. Martina Rothenhöfer ist seit 1996 mit dem Schwerpunkt Gerontopsychiatrie am ZEP in der Gedächtnisambulanz und in der Neurogerontopsychiatrischen Tagesklinik tätig.

Der Staatsempfang in der Würzburger Residenz stand unter dem Motto „Gemeinsam stark in der Pflege“. Ministerin Gerlach betonte aus diesem Anlass: „Die Pflegerinnen und Pfleger leisten jeden Tag aufs Neue Großartiges und wachsen dabei über sich hinaus. Mein Ziel ist es, dass die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden. Denn es ist wichtig, noch mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern.“ Am Empfang nahm seitens des UKW u.a. auch Holger Spielberg (Stationsleitung im Zentrum für psychische Gesundheit) teil.

Martina Rothenhöfer, Sozialpädagogin am UKW, Staatsministerin Judith Gerlach und Holger Spielberg (Stationsleitung im Zentrum für psychische Gesundheit, UKW) beim Staatsempfang in der Würzburger Residenz unter dem Motto: „Gemeinsam stark in der Pflege“. Foto UKW / Stefan Dreising

Erfolgreiche Teilnahme am Jahreskongress der DGAI in Kassel

Vom 11. bis 13. September fand der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) erstmals im neuen Format statt. Über 2200 Fachleute aus Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin sowie Palliativmedizin kamen im Kongress Palais in Kassel zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse drei Tage lang auszutauschen.

Prof. Wurmb (rechts) erhält die „Rudolf-Frey Medaille“.
Prof. Stoppe (zweiter von links) erhält den „Karl-Thomas-Preis 2024“.
Christina Cursiefen (dritte von links) gewinnt den ersten Preis im Vortragswettbewerb Grundlagenforschung. Bild: Mike Auerbach

Auch die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg war mit mehr als zehn Personen stark vertreten. Diese konnten nicht nur mit zahlreichen Vorträgen überzeugen, sondern auch drei renommierte Preise nach Würzburg holen.

Prof. Dr. med. Thomas Wurmb wurde die „Rudolf-Frey Medaille“ für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Notfallmedizin und des Rettungswesens verliehen. Diese Ehrung ist seit 1990 die höchste Auszeichnung der DGAI für Persönlichkeiten auf diesem Gebiet.  Überreicht wurde die Medaille vom Präsident der DGAI, Prof. Dr. med. Benedikt Pannen, im Rahmen des feierlichen Präsidentenabends zur Kongresseröffnung.

Prof. Dr. med. Christian Stoppe erhielt den „Karl-Thomas-Preis 2024“ für seine herausragende Studie: „Effect of High-Dose Selenium on Postoperative Organ Dysfunction and Mortality in Cardiac Surgery Patients: The SUSTAIN CSX Randomized Clinical Trial“. Seine länderübergreifende Arbeit untersuchte die Auswirkungen einer hochdosierten Selen-Gabe auf Organdysfunktionen nach einer Operation sowie auf die Mortalität bei Herzchirurgie-Patientinnen und Patienten. Die Ergebnisse wurden im Journal JAMA Surgery veröffentlicht und liefern neue, auf Evidenz basierende Informationen, welche die zukünftigen Leitlinien beeinflussen und die Behandlung von Herzchirurgie-Patienten weltweit verbessern werden.

Den mit 1000 Euro dotierten ersten Preis im Vortragswettbewerb Grundlagenforschung gewann Christina Cursiefen, Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Nana Maria Wagner. Ihre Promotionsarbeit. „Effekt einer Dipeptidylpeptidase 4 (DPP4)-Inhibition während der systemischen Inflammation“ überzeugte die Jury mit ihren fundierten Forschungsergebnissen.

Prof. Wurmb (rechts) erhält die „Rudolf-Frey Medaille“.
Prof. Stoppe (zweiter von links) erhält den „Karl-Thomas-Preis 2024“.
Christina Cursiefen (dritte von links) gewinnt den ersten Preis im Vortragswettbewerb Grundlagenforschung. Bild: Mike Auerbach

18 Jahre als Klinikdirektor am UKW: Prof. Dr. Jürgen Deckert nimmt Abschied

„Zentrum für Psychische Gesundheit“ in Würzburg etabliert / „Ambulante Angebote werden an Bedeutung gewinnen“

Prof. Dr. Jürgen Deckert war seit 2006 Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum. Würzburg (UKW).
Prof. Dr. Jürgen Deckert war seit 2006 Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum. Würzburg (UKW). Foto: Main-Post / Thomas Obermeier.

Würzburg. Als er 1977 sein Medizinstudium in Würzburg begann, stand bereits fest: „Ich will Psychiater werden.“ Das hat Prof. Dr. Jürgen Deckert auch genauso umgesetzt. Ende September verabschiedet sich der langjährige Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). 2006 hatte er das Amt des Klinikdirektors angetreten, seit 2013 war er zudem Sprecher des „Zentrums für Psychische Gesundheit“ in Würzburg.

„Warum machen Menschen, was sie machen?“ – diese Frage habe ihn angetrieben und macht es auch heute noch. Für ihn ist damit stets auch das Anliegen verbunden, das erworbene Wissen so einzusetzen, dass es Menschen hilft. „Und genau dafür stehen uns in der Klinik eine Vielzahl von Werkzeugen und Methoden verschiedener Fachdisziplinen zur Verfügung, die wir durch kontinuierliche Forschung erweitern.“ Das spiegelt sich auch im aktuellen intersektoralen Versorgungsangebot der Klinik wieder, das er in den vergangenen 18 Jahren spürbar ausgebaut hat: Neben verschiedenen Schwerpunktstationen gibt es drei tagesklinische Einrichtungen und eine Vielzahl von Spezialambulanzen. Prof. Deckert ist überzeugt: „Speziell die ambulanten Angebote werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, denn so können wir frühzeitig behandeln, um ein Fortschreiten des Krankheitsverlaufes im Idealfall zu verhindern.“

Wichtiger Meilenstein: Gründung des „Zentrums für Psychische Gesundheit“

Auch daher sei die Prävention und die Früherkennung von psychischen Erkrankungen so wichtig. „Mit der Eröffnung des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung und psychische Gesundheit (DZPP) im Frühjahr 2024 konnten wir hier in Würzburg einen weiteren Meilenstein erreichen, von dem wichtige innovative Impulse ausgehen werden“, so Deckert. Ein wichtiger Schritt zur Profilierung des Standortes und auch der Fachdisziplin war dabei auch die Gründung des „Zentrums für psychische Gesundheit“ (ZEP) in Würzburg 2013, die der 66-Jährige maßgeblich vorangetrieben hat.

Unter diesem Dach des ZEP arbeiten mehrere klinische Bereiche des UKW sowie Forschungseinrichtungen von Klinikum und Universität eng zusammen. „Die Etablierung des Zentrums war eine enorme Herausforderung, denn der der Begriff der „Psychischen Gesundheit“ hatte bei uns in Deutschland zunächst keine ausgeprägte Tradition, anders als der Begriff „Mental Health“ im englischsprachigen Raum. Der Weg zur Zentrumsgründung dauerte rund sieben Jahre, aber er hat sich gelohnt“, betont Deckert.

Ein Schwerpunkt: Angsterkrankungen / Erstes interdisziplinäres Zentrum in Deutschland gegründet

Zu den Schwerpunkten seiner klinischen und wissenschaftlichen Arbeit zählt u.a. das Themenspektrum Angsterkrankungen. Ausgangspunkt dafür war seine frühe wissenschaftliche Arbeit zu Neurotransmittern mit dem Ziel, medikamentöse Therapien für Angststörungen zu finden. Diesen Schwerpunkt verfolgte er auch bei seinen Stationen u.a. am „National Institute of Mental Health“ in Bethesda in den USA, an der Ruhr-Universität Bochum und am Institut für Humangenetik an der Universität Bonn, bevor er 1997 habilitierte. 1998 bis 2006 war Prof. Deckert stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie am Universitätsklinikum Münster, bevor der zweifache Vater 2006 Klinikdirektor am UKW in seiner Heimatstadt Würzburg wurde.

Von 2008 bis 2016 war Prof. Deckert Standort-Sprecher des zwischen 2008 und 2020 von der DFG geförderten Sonderforschungsbereiches (SFB) Transregio „Furcht, Angst, Angsterkrankungen“. Dieser SFB vereinte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten und Universitätsklinika aus Münster, Hamburg und Würzburg. Rund zwanzig Prozent aller Erwachsenen in Deutschland leiden an einer der unterschiedlichen Angststörungen. Diese beginnen oft bereits in Kindheit und Jugend und sind Risikofaktoren für andere psychische Erkrankungen später im Leben, vor allem für Depressionen. „Dieser Verbund brachte enorme Impulse, die wir zeitnah in der klinischen Versorgung abbildeten. Genau das ist der Auftrag der Universitätsmedizin. 2017 gründeten wir in Würzburg daher das Interdisziplinäre Zentrum für Angsterkrankungen (IZA). Dieses Zentrum war seinerzeit das erste dieser Art in Deutschland“, erklärt Prof. Deckert.

Als Studiendekan und Prodekan in Würzburg brachte er die Perspektive „seines Faches“ in die universitäre Lehre ein. Denn auch das ist ihm klar: „Wir müssen angehende Medizinerinnen und Mediziner für unser Fach begeistern. Denn nur so können wir dringend benötigten Fachkräfte gewinnen, die nötig sind für eine optimale Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. Dazu braucht es auch in Zukunft eine ausreichende Finanzierung der unterschiedlichen psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgungsangebote –ambulant und stationär.“

Künftige Aufgaben als Seniorprofessor

Wichtig sei dabei stets die enge Verzahnung der verschiedenen Versorgungsstufen und Therapieangebote: „Wenn wir unsere Patienten bereits ambulant so erfolgreich behandeln, dass ein stationärer Aufenthalt vermieden werden kann, ist das ein großer Erfolg. Zudem bedeutet eine psychische Erkrankung eine enorme Belastung für die Familie. Dies kann dann wiederum weitere Erkrankungen im Familienkreis nach sich ziehen.“

Ende September gibt Prof. Deckert die Klinikleitung am UKW an seinen Nachfolger Prof. Dr. Sebastian Walther weiter, der von der Universitätsklinik Bern an das UKW wechselt. Der Universitätsmedizin bleibt Prof. Deckert allerdings erhalten. Im Rahmen einer Seniorprofessur am UKW wird er sich in die Aufgabenbereiche des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) einbringen und dort Aspekte seines Fachgebietes vertreten. „Jetzt steht ein neuer Abschnitt im Leben an. Darauf freue ich mich!“

„Strukturen am UKW geprägt“

Der Vorstand des Universitätsklinikums Würzburg dankt Prof. Deckert für seine großen Verdienste um die Würzburger Universitätsmedizin: „Prof. Deckert hat die Strukturen bei der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen am UKW enorm geprägt und stets weiterentwickelt. Davon profitieren viele Menschen – auch in Zukunft. Für seine Leistungen hier in Würzburg gebührt ihm größte Anerkennung und unser herzlichster Dank“, betont PD Dr. Tim von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW.

„Sein enormer Einsatz in zahlreichen erfolgreichen Forschungsprojekten hat ganz wesentlich zum hervorragenden Ruf der Klinik weit über Würzburg hinaus beigetragen. Wir freuen uns, dass er sein Fachwissen und seinen enormen Erfahrungsschatz als Seniorprofessor weiter in die die Universitätsmedizin einbringt. Auch für sein Engagement als Studiendekan und Prodekan bedanke ich mich besonders“, so Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät.
 

Prof. Dr. Jürgen Deckert war seit 2006 Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum. Würzburg (UKW).
Prof. Dr. Jürgen Deckert war seit 2006 Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum. Würzburg (UKW). Foto: Main-Post / Thomas Obermeier.

„Klinische Neurostimulation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“

Uniklinikum Würzburg ist Partner im neuen wissenschaftlichen Netzwerk

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das wissenschaftliche Netzwerk „Klinische Neurostimulation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ unter Beteiligung von 17 Universitätsklinika für Kinder- und Jugendpsychiatrie und ausgewiesenen Experten und Expertinnen im deutschsprachigen Raum.

 

Köln / Würzburg. Bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen sind bestimmte Gehirnbereiche nicht ausreichend aktiv oder arbeiten nicht gut zusammen. Mit Neurostimulationen lässt sich die Gehirnaktivität jedoch gezielt beeinflussen. So können elektrische Impulse oder Magnetfelder bestimmte Gehirnregionen stimulieren und Fehlfunktionen im Gehirn, die bei Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Zwangserkrankungen auftreten, korrigieren. Während die Wirksamkeit von Neurostimulationen bei Erwachsenen gut belegt sind, gibt es bei Kindern und Jugendlichen noch keine Standards. Das will das neue wissenschaftliche Netzwerk „Klinische Neurostimulation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ ändern. Ziel des Netzwerks, an dem 17 Universitätsklinika beteiligt sind, ist die Etablierung einheitlicher Standards in Vorbereitung multizentrischer, konfirmatorischer Studien zur therapeutischen Wirksamkeit von Methoden der Neurostimulation bei Kindern- und Jugendlichen mit psychiatrischen Erkrankungen. Die DFG fördert das Netzwerk über eine Laufzeit von drei Jahren (Projektnummer: 545308387).

„Die nicht-invasiven Methoden der Neurostimulation bieten eine vielversprechende Möglichkeit, Behandlungen zu entwickeln, die basierend auf den neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen gezielt auf die zugrundeliegenden Ursachen der psychischen Erkrankungen eingehen. Für die dafür notwendige Forschung kann unser Netzwerk die notwendigen Rahmenbedingungen definieren. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt Prof. Dr. Lorenz Deserno von der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Uniklinikums Würzburg (UKW).

Bestehende Vorurteile abbauen und die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychiatrischen Erkrankungen verbessern

Sprecher des Netzwerks ist Prof. Dr. Julian Koenig von der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln. „Die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft ermöglicht uns die Entwicklung einheitlicher Standards im deutschsprachigen Raum, die insbesondere vor dem Hintergrund der bisher sehr heterogenen Evidenz, eine notwendige Voraussetzung für zukünftige Studien darstellt. Wir hoffen durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit die Bekanntheit der Verfahren zu steigern, bestehende Vorurteile abzubauen und letztlich zu einer Verbesserung der Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit psychiatrischen Erkrankungen beizutragen – insbesondere den Patientinnen und Patienten, die nicht oder nicht hinreichend auf bestehende therapeutische Angebote ansprechen“, erklärt Koenig. 

Therapeutische Effektivität bei Erwachsenen sehr gut belegt, bei Kindern und Jugendlichen fehlen Behandlungsstandards

Methodisch beraten wird das Netzwerk durch Prof. Dr. Til Ole Bergmann, Universitätsprofessor für Neurostimulation an der Universitätsmedizin Mainz und Prof. Dr. Andreas J. Fallgatter, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Tübingen. „Ich freue mich sehr, dass die DFG dieses wichtige Wissenschaftliche Netzwerk fördert. Moderne Ansätze der personalisierten, nicht-invasiven Neurostimulation können die Aktivität von krankheitsrelevanten Hirnnetzwerken zeitlich und anatomisch gezielt modulieren, was bei einer medikamentösen Behandlung nicht der Fall ist. Diese Verfahren sind schmerzfrei, gut verträglich, und ihre therapeutische Effektivität bei Erwachsenen sehr gut belegt, zum Beispiel in der Behandlung von Depressionen. Bei Kindern und Jugendlichen fehlen jedoch noch die benötigten multizentrischen Studien und Behandlungsstandards, welche im Rahmen dieses Netzwerkes koordiniert werden können.“, so Til Ole Bergmann. 
Andreas J. Fallgatter, der eine umfangreiche Expertise zu Verfahren der Neurostimulation bei Erwachsenen mit psychiatrischen Erkrankungen hat und die Infrastruktur „Neuromodulation“ innerhalb des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) koordiniert, um Methoden der Neuromodulation zu erforschen und weiterzuentwickeln, fügt hinzu: „Ich gratuliere Professor Koenig und den beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen zur Förderung dieses wichtigen Netzwerkes. Ich sehe gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie besonders große Möglichkeiten durch nebenwirkungsarme, neurostimulatorische Behandlungsverfahren das therapeutische Spektrum zu erweitern, in Ergänzung zur Psychotherapie und der durch Zulassungsbeschränkungen und Nebenwirkungen oft nur eingeschränkt möglichen Pharmakotherapie.“

Aus neurobiologischen Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte Transfer in innovative und effektive Therapieverfahren für Kinder und Jugendliche

Im Rahmen des Netzwerks ist eine virtuelle Fortbildungsreihe unter Beteiligung internationaler Expertinnen und Experten zu Themen der klinischen Neurostimulation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) geplant, die das Netzwerk unterstützt. Prof. Dr. Marcel Romanos, Präsident der DGKJP und Klinikdirektor der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKW kommentiert: „Ich freue mich sehr, dass mit der Förderung des neuen Netzwerks durch die DFG die Bedeutung von psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter für die gesamtgesellschaftliche Gesundheit anerkannt wird. Das Netzwerk zur Neurostimulation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist ein wesentlicher Schritt, um aus den neurobiologischen Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte nun den Transfer in innovative und effektive Therapieverfahren für Kinder und Jugendliche zu leisten.“ 

Kooperationspartner

Im wissenschaftlichen Netzwerk „Klinische Neurostimulation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ arbeiten zusammen: Uniklinik RWTH Aachen; Universität Bern, Schweiz; Charité - Universitätsmedizin Berlin; Ruhr Universität Bochum; LVR-Universitätsklinik Essen; Universitätsklinikum Frankfurt; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf; Universitätsklinikum Heidelberg; Uniklinik Köln und Medizinische Fakultät der Universität zu Köln; Universitätsklinikum Leipzig; Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim; Universität Heidelberg; Medizinische Fakultät der Universität Magdeburg; Philipps-Universität Marburg und Universitätsklinikum Marburg (UKGM); LMU Klinikum München; Universitätsklinikum Regensburg; Universitätsmedizin Rostock; Universitätsklinikum Tübingen; Medizinische Universität Wien, Österreich; Universitätsklinikum Würzburg.

Mit klarem Sehen zu mehr Lebensqualität

Bioreaktor soll Qualität und Kultivierungszeit von Spenderhornhäuten verbessern

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Validierung eines Bioreaktors für Augenhornhäute mit 1,8 Millionen Euro. Das Projekt BioCor soll die Ergebnisse von Hornhauttransplantationen verbessern und gleichzeitig den Weg für bessere In-vitro-Testmethoden ebnen.

 

Nahaufnahme eines Auges, die Nähte, mit denen die Hornhaut befestigt wurde, sind deutlich zu sehen.
Aufgrund einer Narbe wurde hier die zentrale Hornhaut durch ein Transplantat ersetzt, das mit feinen Nähten fixiert wurde. © Zdenek Jilek / UKW
Collage der Porträts von Daniel Kampik und Malik Haider in weißen Kitteln
PD Dr. Daniel Kampik und Dr. Malik Haider von der Universitäts-Augenklinik in Würzburg sind verantwortlich für die biologischen Tests und Validierungsstudien zur Lagerung der menschlichen Hornhaut im neuen Bioreaktor. © UKW
Das Bild ist eine Detailaufnahme aus dem Fraunhofer Institut und zeigt kultivierte Cornea-Modelle
Kultivierte Cornea-Modelle in neuem Messverfahren für die Bewertung des Augenreizungspotenzials von Substanzen ohne Tierversuche. © Righi, Fraunhofer ISC

Würzburg. In Deutschland werden jährlich rund 9.000 Augenhornhäute transplantiert. Damit ist die transparente, äußere Schicht des Auges, die eine wichtige Rolle für klares Sehen spielt, das am häufigsten transplantierte Gewebe. Der Bedarf an Spenderhornhäuten ist jedoch deutlich höher als das Angebot, so dass viele Menschen aufgrund von Hornhauterkrankungen erblinden. Der Knappheit liegen zum einen der demografische Wandel und die mangelnde Spendenbereitschaft zugrunde, zum anderen aber auch logistische Herausforderungen und die Infrastruktur der Hornhautbanken. „Derzeit werden Spenderhornhäute in Hornhautbanken mit Techniken gelagert, die seit 30 Jahren unverändert geblieben sind, was dazu führt, dass bis zu 40 Prozent der Hornhäute aufgrund suboptimaler Qualität verworfen werden“, sagt Privatdozent Dr. Daniel Kampik, Leiter der Hornhautbank in der Augenklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). 

Um die Konservierung und Qualität von Spenderhornhäuten zu verbessern, hat das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC einen patentierten Bioreaktor für die Augenhornhaut (lateinisch Cornea) entwickelt, der nun gemeinsam mit dem UKW im Projekt BioCor validiert wird. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Validierungsprojekt mit 1,8 Millionen Euro. 

Im Gegensatz zur herkömmlichen statischen Kultivierung ahmt dieser Bioreaktor mit einer innovativen dynamischen Kultur natürliche Bedingungen nach und bietet eine kontinuierliche Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff. Zusätzlich ermöglicht ein integriertes Sensor- und Mikroskopiesystem eine Online-Überwachung des Zustands der Hornhäute, so dass die Parameter rechtzeitig angepasst werden können, bevor ein Transplantat irreversibel geschädigt ist und verworfen werden muss. 

Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit von Spenderhornhäuten 

Mit dem Bioreaktor soll die Qualität von Spenderhornhäuten erhöht und die Eignung für die Transplantation sichergestellt werden. Mit den verbesserten Kultivierungstechniken ließe sich die Ablehnungsrate von Spenderhornhäuten deutlich senken und die Anzahl der verworfenen Gewebe reduzieren. Da der Bioreaktor eine längere Kultivierungsdauer ermöglicht, ohne Schädigung des Gewebes, erhöht sich zudem die Verfügbarkeit von transplantierbaren Hornhäuten. Das Team um den Projektleiter Dr. Christian Lotz vom Translationszentrum für Regenerative Therapien (TLZ-RT) des Fraunhofer ISC ist zuversichtlich, mit seiner Forschung dazu beitragen zu können, dass mehr Patientinnen und Patienten, die an Hornhautblindheit leiden, ihr Sehvermögen wiedererlangen und somit ihre Lebensqualität erheblich steigern. 

Fortschritte bei Kultivierungsmethoden für Hornhäute reduzieren Tierversuche 

Denn neben der verbesserten Lagerung bietet der Bioreaktor eine weitere wichtige Anwendung: die Kultivierung von gezüchteten Hornhautmodellen für klinische und pharmazeutische Tests. Durch die dynamische Kultivierung im Bioreaktor können die 3D-Hornhautmodelle die Verhältnisse im Körper genauer widerspiegeln. Und Gewebereaktionen auf Medikamente oder potenzielle Toxine können dank Echtzeit-Monitoring sofort beurteilt werden. „Mit diesen Fortschritten bei den Kultivierungsmethoden für Hornhäute können wir die Abhängigkeit von Tierversuchen in der medizinischen Forschung verringern und damit ethischere und effizientere Praktiken fördern“, fasst Dr. Malik Haider, Leiter der Forschungslabore in der Augenklinik, zusammen. 

Dr. Malik Haider ist zusammen mit PD Dr. Daniel Kampik vom UKW verantwortlich für die biologischen Tests und Validierungsstudien zur Lagerung der menschlichen Hornhaut im neuen Bioreaktor. Das TLZ-RT Team um Projektleiter Christian Lotz bearbeitet, neben den technischen Entwicklungen unter der Federführung von Prof. Dr. Jan Hansmann, gemeinsam mit dem UKW die biologischen Tests und Validierungsstudien der im Bioreaktor gezüchteten Hornhauttransplantate.

Die Förderung des Validierungsprojekts läuft bis Juni 2027. Der Markteintritt ist über Lizenzierung und Kooperationen mit bestehenden Unternehmen geplant.  

Text: Kirstin Linkamp 

Über Augenhornhaut, Transplantation und Gewebespende

Die Hornhaut (lateinisch Cornea) ist das erste, was Augenärztinnen und Augenärzte bei der Untersuchung mit der Spaltlampe sehen. Die Form und Klarheit dieser äußeren Schicht des Auges ist Voraussetzung für scharfes Sehen. Ist die Hornhaut geschädigt, drohen erhebliche Sehschwächen bis hin zur Erblindung. Alterungsprozesse oder Stoffwechselerkrankungen können zu Trübungen der Hornhaut führen, nach Verletzungen oder Infektionen können sich Narben bilden, die das Sehvermögen beeinträchtigen. Aber auch krankhafte, kegelförmige Verformungen oder genetische Erkrankungen wie die Fuchs'sche Endotheldystrophie, bei der die Zellen auf der Rückseite der Hornhaut absterben, können eine Hornhauttransplantation erforderlich machen. Aufgrund des demografischen Wandels steigt die Nachfrage stetig, doch das Angebot ist knapp. 

Viele Menschen wissen nicht, dass sie nach ihrem Tod ihre Hornhaut spenden können, auch wenn andere Organe nicht mehr zur Transplantation geeignet sind. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Nach der Entnahme werden den Verstorbenen künstliche Linsen oder gegebenenfalls Augenprothesen eingesetzt. Die Gesichtszüge bleiben erhalten. Äußerlich ist die Entnahme nicht erkennbar.

Bei der Hornhauttransplantation, auch Keratoplastik genannt, wird die geschädigte oder erkrankte Hornhaut durch gespendetes Gewebe ersetzt. Die Hornhauttransplantation ist ein medizinischer Routineeingriff mit guten Erfolgsaussichten. Weitere Informationen finden Sie unter www.organspende-info.de.

Medizin: Lehrpreis für zwei Professoren

Die Professoren Manfred Gessler und Peter Heuschmann teilen sich den mit 10.000 Euro dotierten Albert-Kölliker-Lehrpreis der Medizinischen Fakultät.

Dekan Matthias Frosch (l.) und Studiendekanin Sarah König mit den Trägern des Lehrpreises der Medizinischen Fakultät, Manfred Gessler (2.v.l.) und Peter Heuschmann.
Dekan Matthias Frosch (l.) und Studiendekanin Sarah König mit den Trägern des Lehrpreises der Medizinischen Fakultät, Manfred Gessler (2.v.l.) und Peter Heuschmann. (Bild: Medizinische Fakultät / Universität Würzburg)

Um die Lehre zu fördern und weiter zu verbessern, vergibt die Medizinische Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) zwei Mal im Jahr den Albert-Kölliker-Lehrpreis. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert; das Preisgeld muss zur weiteren Verbesserung der Lehre verwendet werden.

Bei der Examensfeier der Fakultät am 13. Juli 2024 wurde der Preis an die Professoren Manfred Gessler und Peter Heuschmann verliehen. Beide haben in der Lehre außerordentliches Engagement gezeigt und sich insbesondere um die Neu- und Weiterentwicklung der Studiengänge der Fakultät verdient gemacht.

Elitestudiengang „Translational Medicine“ etabliert

Manfred Gessler leitet den Lehrstuhl für Entwicklungsbiochemie am Biozentrum der JMU, Peter Heuschmann ist Vorstand des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie. Den Albert-Kölliker-Lehrpreis erhielten sie insbesondere für ihren herausragenden Einsatz für den Elite-Masterstudiengang „Translational Medicine“, den sie gemeinsam ins Leben gerufen haben.

Der forschungsorientierte Studiengang „Translational Medicine“ ist in Deutschland einzigartig. Gefördert vom Elitenetzwerk Bayern, steht er Studierenden der Human- und Zahnmedizin als Begleitstudiengang parallel zum klinischen Abschnitt ihres Studiums offen. Zudem kann nach dem Abschluss des Medizinstudiums oder als eigenständiger Studiengang auch ein Masterabschluss erworben werden. 

Der Studiengang vereint für die Studierenden in einer Vielzahl von Modulen unterschiedliche Aspekte der frühen Translationsforschung – von der Grundlagen- und präklinischen Forschung hin zu klinischen Studien – sowie der späten Translationsforschung, von den klinischen Studien hin zur Implementierung in der Bevölkerung.

Sehr positive Rückmeldungen der Studierenden

Rund 70 Studierende haben den Studiengang seit seinem Start im Wintersemester 2018/19 abgeschlossen, und die Rückmeldungen sind sehr positiv. Viele Studierende geben an, dass sie sich nur wegen dieser Zusatzqualifizierung für das Medizinstudium an der Universität Würzburg beworben haben.

„Die enge Verzahnung von Grundlagen- und klinischer Forschung anhand gelebter Beispiele von Dozierenden zieht sich wie ein roter Faden durch viele Veranstaltungen und stellt eine enorme Bereicherung der Ausbildung dar“, erläutert Manfred Gessler. Peter Heuschmann ergänzt: „Ein besonderes Highlight für Studierende sowie uns Dozierende stellt der Austausch mit unseren internationalen Kooperationspartnern dar, wie zum Beispiel innerhalb des Masterstudiengangs ‘Epidemiology and Biostatistics’ im Rahmen des Else-Kröner-Center Würzburg Mwanza.“

Der Namensgeber des Lehrpreises

Albert Kölliker (1817-1905) lehrte und forschte ab 1849 für mehr als 50 Jahre an der Universität Würzburg. Der Professor für Anatomie und Physiologie führte Mikroskopierkurse und andere damals neuartige Lehrformen ein. Das zog sehr viele Studierende an, und so hatte Kölliker großen Anteil daran, dass die Würzburger Universitätsmedizin in dieser Zeit einen enormen Aufschwung erlebte.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 17.09.2024

Dekan Matthias Frosch (l.) und Studiendekanin Sarah König mit den Trägern des Lehrpreises der Medizinischen Fakultät, Manfred Gessler (2.v.l.) und Peter Heuschmann.
Dekan Matthias Frosch (l.) und Studiendekanin Sarah König mit den Trägern des Lehrpreises der Medizinischen Fakultät, Manfred Gessler (2.v.l.) und Peter Heuschmann. (Bild: Medizinische Fakultät / Universität Würzburg)