Aktuelle Pressemitteilungen

Erneute Rezertifizierung des Endometriosezentrums

Eine aktuelle Rezertifizierung belegt, dass die Würzburger Universitäts-Frauenklinik über umfassende Kompetenzen bei der Diagnostik, Behandlung und Erforschung von Endometriose verfügt.

Freuen sich über die erneute Rezertifizierung: Dr. Anastasia Altides, die Leiterin des Endometriosezentrums, und Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik.
Freuen sich über die erneute Rezertifizierung: Dr. Anastasia Altides, die Leiterin des Endometriosezentrums, und Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik. © Heike Barral / UKW

Würzburg. Im Jahr 2016 wurde das Endometriosezentrum der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) erstmals von der Stiftung Endometriose-Forschung, der Europäischen Endometriose Liga und der Endometriose-Vereinigung-Deutschland zertifiziert. Seither stellte sich die wegweisende Einrichtung immer wieder erfolgreich einem aufwändigen, regelmäßigen Rezertifizierungsprozess. So zuletzt im August dieses Jahres. „Die erneut bestandene Rezertifizierung bestätigt unseren Patientinnen, dass sie am UKW nach dem bestmöglichen Erkenntnisstand beraten und therapiert werden“, betont Dr. Anastasia Altides, die Leiterin des Zentrums. Und der Bedarf für diese Versorgungsleistung ist hoch: Etwa jede zehnte Frau in Deutschland ist von Endometriose betroffen. Sie liegt damit nach dem Brustkrebs auf Platz zwei der häufigsten weiblichen Krankheiten. 

Erfahrung als Schlüssel zum Therapieerfolg

Bei der Endometriose wächst Gewebe, das der natürlichen Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle. Dabei kann es an vielen Stellen im Körper auftreten, zum Beispiel an den Eierstöcken, im kleinen Becken, am Darm, an der Blase oder im Bauchfell. „Je nach Lokalisation und Einzelfall kann dies zu sehr unterschiedlichen Beschwerden führen“, berichtet Dr. Altides. Die individuell stark variierende Symptomatik führt nach ihren Worten dazu, dass die Erkrankung oft erst spät richtig diagnostiziert wird. „Hier ist der Erfahrungsschatz der Behandlerin oder des Behandlers ein zentraler Schlüssel zum Erfolg. Gleiches gilt für die Durchführung der in vielen Fällen nötigen operativen Eingriffe“, weiß die Zentrumsleiterin. 

Umfangreiche Überprüfungen

Für die Rezertifizierung kam eine Auditorin an die Frauenklinik des UKW und prüfte zum Beispiel die Anzahl der konservativ und operativ versorgten Patientinnen, die Dokumentation, die Empfehlungen zur weiteren Therapie und die OP-Berichte. Darüber hinaus kontrollierte sie die Forschungs-, Publikations- und Vortragsarbeiten zum Thema Endometriose. Auch die Fortbildungen und OP-Erfahrungen der Ärztinnen und Ärzte kamen auf den Prüfstand. 

Text: Pressestelle / UKW
 

Freuen sich über die erneute Rezertifizierung: Dr. Anastasia Altides, die Leiterin des Endometriosezentrums, und Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik.
Freuen sich über die erneute Rezertifizierung: Dr. Anastasia Altides, die Leiterin des Endometriosezentrums, und Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik. © Heike Barral / UKW

Millionenförderung stärkt Ausbildung künftiger Hausärztinnen und -ärzte in Würzburg: Gesundheitsministerin Gerlach übergibt Förderbescheid am UKW

Programm „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ wird bis 2028 fortgesetzt / Enge Zusammenarbeit mit Hausarztpraxen der Region

Übergabe des Förderbescheids
Bei der Übergabe des Förderbescheids: Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (Zweite von rechts) mit – von links – PD Dr. Tim von Oertzen, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW), Prof. Dr. Anne Simmenroth, eine der beiden Leiterinnen des Instituts für Allgemeinmedizin des UKW, und Prof. Dr. Paul Pauli, Präsident der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Bild: Margot Rössler / UKW

Würzburg. Das Ausbildungsprogramm „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ an der Universitätsmedizin Würzburg kann bis 2028 fortgesetzt werden. Die bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, übergab heute (12.09.) am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) den Förderbescheid von über 1,2 Millionen Euro. 

Das Projekt „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ verfolgt das Ziel, den hausärztlichen Nachwuchs zu fördern, um eine flächendeckende und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung in ländlichen Regionen gewährleisten zu können. Die Leitung in Würzburg liegt beim Institut für Allgemeinmedizin. In der ersten Förderphase seit 2020 haben bereits 39 Medizinstudierende daran teilgenommen.

Die Ministerin betonte bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids: „Ich bin zuversichtlich, dass das Programm auch im Rahmen der Fortführung und Weiterentwicklung erfolgreich sein wird und weiterhin so engagierte Studierende wie bisher für eine hausärztliche Tätigkeit auf dem Land gefunden und begeistert werden können. Diese künftigen Landärztinnen und Landärzte sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems. Das BeLA-Programm spielt daher eine wichtige Rolle bei der Motivation für das Fach Allgemeinmedizin und damit auch für die Entscheidung für den Hausarztberuf.“

„Das Programm bietet ein umfangreiches Zusatzcurriculum mit einer intensiven Betreuung der Medizinstudierenden, z.B. während der Praktika in kooperierenden Lehrkrankenhäusern oder in Hausarztpraxen der Region. Außerdem profitieren die Teilnehmenden enorm von dem Netzwerk aus erfahrenen Kolleginnen und Kollegen und gleichgesinnten Mitstudierenden“, erklärt Prof. Dr. Anne Simmenroth, eine der beiden Leiterinnen des Würzburger Institutes für Allgemeinmedizin. Zusätzlich bietet das Programm eine monatliche Förderung in Höhe von 600 Euro, wenn ein Teil des Praktischen Jahres zum Abschluss des Studiums in der Region absolviert wird.

Große Dynamik in der Universitätsmedizin Würzburg

Die Gesundheitsministerin informierte sich im Gespräch vor Ort mit den Leitungen der Universität Würzburg und des UKW auch über die Arbeit des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) WERA und den geplanten Studiengang Pflegewissenschaft der Universität.

PD Dr. Tim von Oertzen, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des UKW, betonte beim Besuch der Staatsministerin: „Die Universitätsmedizin Würzburg ist durch eine enorme Dynamik geprägt. Die finanzielle Unterstützung durch den Freistaat Bayern für Projekte wie die „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ ist daher ein wichtiger Ansporn für uns. Denn zu unseren Aufgaben zählt neben Forschung und der erstklassigen Patientenversorgung auch die Ausbildung der benötigten Fachkräfte in den verschiedenen Berufsbildern. Wir als UKW wollen hier auch in Zukunft der Takt- und Impulsgeber für die gesamte Region sein. Dazu trägt natürlich auch die deutschlandweite Strahlkraft des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen, NCT WERA, bei, das von Würzburg aus koordiniert wird.“

Prof. Dr. Paul Pauli, Präsident der Würzburger Universität: „Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg ist eine in allen Disziplinen forschungsstarke Volluniversität. Die Medizin und die Lebens- und Gesundheitswissenschaften leisten einen maßgeblichen Beitrag zu diesem Profil. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum ermöglicht eine enge Verzahnung von exzellenter Grundlagenforschung und direkter Anwendung in der klinischen Praxis, die unseren Studierenden sowie allen Menschen in der Region und weit darüber hinaus zugutekommt.“

„NCT WERA“ stärkt innovative Krebsversorgung mit Blick auf den ländlichen Bereich

Details zum Zusammenschluss der vier universitätsmedizinischen Standorte Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg, kurz WERA, stellte Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW sowie Sprecher des NCT WERA, vor. WERA wurde im vergangenen Jahr in das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen des Deutschen Krebsforschungszentrums aufgenommen. „Aktuell laufen die Vorbereitungen für erste gemeinsame Studien innerhalb der sechs NCT-Verbünde, die über Deutschland verteilt sind. Ziel ist es, möglichst schnell neueste Ergebnisse der Krebsforschung in die Patientenversorgung zu übertragen“, so Einsele.

Einen wesentlichen Baustein dabei bildet die personalisierte Immuntherapie mit gentechnisch veränderten Abwehrzellen – die sogenannte CAR-T-Zelltherapie. Bei der Behandlung von Krebserkrankungen, die das blutbildende System betreffen, zeige diese Therapie schon heute erstaunliche Erfolge, so Einsele. NCT WERA arbeite nun mit Hochdruck daran, die Zelltherapie auch auf solide Tumoren auszuweiten. Die vier WERA-Partner decken ein Gebiet mit rund acht Millionen Menschen ab. Das NCT WERA wird von der Würzburger Universitätsmedizin koordiniert.

Ministerin Gerlach zum Thema NCT WERA: „Dieser bayerische Uniklinikverbund verdeutlicht die Innovationskraft der Universitätsmedizin im Freistaat. Hier wird Spitzenforschung mit modernster Patientenversorgung kombiniert und das mit dem gezielten Blick auch auf die ländliche Region“, so die Gesundheitsministerin bei ihrem Besuch an der Uniklinik.

Wichtige Impulse zur Ausbildung und zur Bindung von Fachkräften

Einen wichtigen Beitrag zur großen Aufgabe der Professionsentwicklung in den Gesundheitsfachberufen leistet die Medizinische Fakultät der Universität Würzburg mit zwei ihrer Studienangebote als Bachelor of Science. Bereits 2022 wurde der Studiengang „Hebammenwissenschaft“ eingeführt, während voraussichtlich im Wintersemester 2025/26 der Studiengang „Pflegewissenschaft“ startet. Als duale, primärqualifizierende Studienformate findet die akademische Qualifikation an der Universität statt, während die berufspraktische Ausbildung am Universitätsklinikum Würzburg, sowie im Fall der Hebammenwissenschaft auch am Klinikum Würzburg Mitte, erfolgt. 

„Beide Studiengänge legen einen besonderen Fokus auf interprofessionelle Lehre und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“, erklärte Professorin Sarah König, Studiendekanin der Medizinischen Fakultät. Das Ziel besteht darin, die Studierenden auf die eigenständige Versorgung von Schwangeren sowie von Patientinnen und Patienten vorzubereiten und dazu zu befähigen, bei komplexen Situationen in interprofessionellen Versorgungsstrukturen zu arbeiten. Zudem soll durch spezifische Forschungsaktivitäten die Weiterentwicklung der Fächer gefördert werden.

Dabei setzen die Studiengänge verstärkt auf die Förderung der praktischen und kommunikativen Kompetenzen für das spätere Arbeitsumfeld. Außerdem werden innovative Technologien und Simulationen eingesetzt, um eine praxisnahe Ausbildung zu gewährleisten. Ein wesentliches Element bildet die Zusammenarbeit mit anderen Studiengängen wie beispielsweise der Humanmedizin. 
 

Übergabe des Förderbescheids
Bei der Übergabe des Förderbescheids: Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (Zweite von rechts) mit – von links – PD Dr. Tim von Oertzen, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW), Prof. Dr. Anne Simmenroth, eine der beiden Leiterinnen des Instituts für Allgemeinmedizin des UKW, und Prof. Dr. Paul Pauli, Präsident der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Bild: Margot Rössler / UKW

ERC Starting Grant: 1,6 Millionen Euro für Jakob Zimmermann

Verstärkung für die Würzburger Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie: Der ERC-Starting-Grant-Preisträger Dr. Jakob Zimmermann startet hier mit seinem Team.

Dr. Jakob Zimmermann erforscht mit einem ERC Starting Grant in Würzburg das Zusammenspiel zwischen Darmflora und Immunsystem.
Dr. Jakob Zimmermann erforscht mit einem ERC Starting Grant in Würzburg das Zusammenspiel zwischen Darmflora und Immunsystem. (Foto: privat)

Der Immunsystemforscher Dr. Jakob Zimmermann erhielt für sein Forschungsprojekt eine hochdotierte Förderung des Europäischen Forschungsrats (ERC). Seit September 2024 verstärkt der Wissenschaftler das Institut für Systemimmunologie an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg mit einem eigenen Team. Dabei arbeitet er eng mit der Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie zusammen.

Mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Euro fördert der ERC ein mehrjähriges wissenschaftliches Projekt über das Zusammenspiel zwischen Darmflora und Immunsystem. Jakob Zimmermann, der die Förderung erfolgreich eingeworben hat, möchte das T-Zell-Immungedächtnis im Darm besser verstehen. Dieses Verständnis ist entscheidend für neue Therapieansätze gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und für das verbesserte Design von Impfstoffen.

„Mit dem ERC Starting Grant wollen wir aufklären, wie Gedächtnis-T-Helfer-Zellen durch die Darmflora reguliert werden. Dazu nutzen wir innovative mikrobiologische und immunologische Werkzeuge. Ich freue mich sehr darüber, dass ich den Grant erhalten habe und damit meine eigenen Forschungsideen vorantreiben kann“, so Jakob Zimmermann.

Immunzellen im Darm verstehen, um neue Therapieansätze zu entwickeln

Helfer-T-Zellen sind wichtige Immunzellen, die eng mit den Mikroorganismen im Darm (Darmmikrobiota) verbunden sind. Sie schützen unser Verdauungssystem vor Erregern von außen. Gerät ihre Regulierung aus dem Gleichgewicht, können diese Zellen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen verursachen.

„Bislang ist unklar, ob das menschliche Immunsystem ein T-Zell-Gedächtnis gegen die Darmmikrobiota aufbaut – ähnlich wie es von Impfungen oder Infekten bekannt ist. Wir sind überzeugt, dass ein besseres Verständnis des Mikrobiota-spezifischen T-Zell-Gedächtnisses entscheidend sein könnte, um bessere Schleimhaut-Impfstoffe zu entwickeln und plötzliche Krankheitsrückfälle bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu verhindern“, fasst der Wissenschaftler den Forschungsansatz zusammen.

Über Jakob Zimmermann

Jakob Zimmermann studierte Molekulare Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seinen PhD erwarb er im Labor der Professoren Andreas Radbruch und Hyun-Dong Chang am Deutschen Rheumaforschungszentrum Berlin, wo er sich mit T-Zellen in chronischen Entzündungen beschäftigte. Als Postdoktorand entwickelte er neue Methoden der Mikrobiota- und Immunsystemanalyse im Labor für mukosale Immunologie von Professor Andrew Macpherson an der Universität Bern in der Schweiz.

Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie

Die Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie ist eine gemeinsame Initiative der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit dem Ziel, exzellente immunologische Forschung zu fördern. Die rund 50 internationalen Forschenden aus 24 Ländern wollen die Grundlagen für eine erfolgreiche Immunantwort gegen Infektionserreger, chronisch entzündliche Erkrankungen und Tumore verstehen, um neue Konzepte und Strategien für Impfstoffe und Immuntherapien zu entwickeln.

Dabei untersuchen sie die Entwicklung und Funktion des Immunsystems ganzheitlich auf mehreren Ebenen: von hochauflösenden Analysen einzelner Moleküle und Zellen über komplexe zelluläre Netzwerke innerhalb von Organen bis hin zu den systemischen Wechselwirkungen im Körper und mit der Umwelt. Diese Forschungsziele fügen sich hervorragend in das Umfeld der international sichtbaren Forschung zu Infektionskrankheiten und Immuntherapien auf dem Würzburger Life-Science-Campus ein.

Weitere Informationen: https://www.med.uni-wuerzburg.de/systemimmunologie/ 

Kontakt

Dr. Jakob Zimmermann, jakob.zimmermann@ uni-wuerzburg.de  

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 11. September 2024

Dr. Jakob Zimmermann erforscht mit einem ERC Starting Grant in Würzburg das Zusammenspiel zwischen Darmflora und Immunsystem.
Dr. Jakob Zimmermann erforscht mit einem ERC Starting Grant in Würzburg das Zusammenspiel zwischen Darmflora und Immunsystem. (Foto: privat)

„Forschung hilft“: Neuer Benefiz-Krimi mit Autorenlesungen und Signierstunden

Der dritte historische Würzburg-Krimi von Prof. Dr. Alexander Meining ist erschienen. Wie schon bei den vorangegangenen Bänden spendet der stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg das Autorenhonorar an „Forschung hilft“, die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Würzburger Universität. Außerdem findet ab Oktober 2024 ein Programm mit Autorenlesungen und Signierstunden statt.

Prof. Dr. Alexander Meining
Prof. Dr. Alexander Meining ist der Autor des historischen Würzburg-Krimis „Die Käppele Verschwörung“. Bild: Elke Kunkel, Würzburg
Cover des Buches
„Die Käppele Verschwörung“ ist der dritte Band mit dem Ermittler Georg Hiebler. Bild: Gmeiner Verlag

Würzburg. Die erfolgreiche historische Würzburg-Krimiserie von Alexander Meining wird fortgesetzt: Am 11. September 2024 erschien unter dem Titel „Die Käppele Verschwörung“ der dritte Band. Wie schon bei den vorangegangenen Bänden spendet der Verfasser das verkaufsabhängige Autorenhonorar an die Stiftung „Forschung hilft“. Diese fördert besonders aussichtsreiche Krebsforschungsprojekte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Der Freizeit-Schriftsteller Meining ist auch in seinem beruflichen Leben eng mit der Würzburger Universitätsmedizin und dem Thema Krebs verbunden: Als Professor fungiert er als stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg und leitet dort den Schwerpunkt Gastroenterologie. Die Recherche zu geschichtlichen Hintergründen und das Verfassen von Romanen ist für ihn ein Ausgleich zu seinem ärztlichen Arbeitsalltag.

Wer den engagierten Mediziner und Autor sowie die Tätigkeit von „Forschung hilft“ näher kennenlernen will, hat dazu ab Oktober dieses Jahres bei einer Reihe von Lesungen und Signierstunden Gelegenheit. Auch die Einnahmen aus den Lesungen kommen der Stiftung zugute.
Die Termine und weitere Infos hierzu finden sich unter www.forschung-hilft.de/presse/veranstaltungen.

Über das Buch

„Die Käppele Verschwörung“ spielt im Jahr 1890 und wieder ist Georg Hiebler, ein junger Beamter des bayerischen Innenministeriums, die zentrale Figur. Er wird von Prinzessin Therese von Bayern in einer heiklen Angelegenheit kontaktiert: Er soll sie zu einer Behandlung ihres geisteskranken Cousins, König Otto von Bayern, in die Würzburger Universitätsklinik begleiten. Doch die Abreise des Königs bleibt nicht unbemerkt. Obwohl eigentlich nur ein gemächlicher Ausflug in die unterfränkische Metropole geplant war, befindet sich Hiebler plötzlich in einem Netz gesponnen aus geistigen Wirrungen, verbotenen Liebschaften und mörderischen Intrigen.

Das 224 Seiten starke Buch kostet 12 Euro. Als E-Book ist es für 9,99 Euro zu haben.

Wer die Stiftung „Forschung hilft“ weiter voranbringen will, kann außerdem auf folgendes Konto spenden: 
Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg 
IBAN: DE19 7905 0000 0000 0655 65 
BIC: BYLADEM1SWU

Text: Pressestelle / UKW

Prof. Dr. Alexander Meining
Prof. Dr. Alexander Meining ist der Autor des historischen Würzburg-Krimis „Die Käppele Verschwörung“. Bild: Elke Kunkel, Würzburg
Cover des Buches
„Die Käppele Verschwörung“ ist der dritte Band mit dem Ermittler Georg Hiebler. Bild: Gmeiner Verlag

Startschuss für GaViD-Sinne: Krankenhäuser, Krankenkassen und Facheinrichtungen vernetzen sich, um Versorgungslücke von Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung zu schließen

Verständigungsprobleme der Patienten treffen auf Fachkräftemangel und Zeitnot im Gesundheitswesen: Das Risiko für Menschen mit Sinnesbehinderungen für eine Fehlversorgung im Krankenhaus ist hoch. Gleich zwölf Partner aus dem Sozial- und Gesundheitswesen schließen sich zusammen und wollen künftig gemeinsam der Versorgungslücke entgegenwirken.

HANNOVER, 04.09.2024 – Die Gefahr für eine Unter- oder Fehlversorgung von Menschen mit einer doppelten Sinnesbehinderung in Deutschland ist hoch und führt häufig zu Folgeerkrankungen. Zu dieser Einschätzung kommen gleich drei Facheinrichtungen, vier Universitätskliniken, Krankenkassen und Selbsthilfeorganisationen. Gemeinsam starten sie das Projekt „Ganzheitliche Versorgungsstützpunkte & interdisziplinäre Diagnostik für Menschen mit Sinnesbehinderungen“, kurz GaViD-Sinne.

In Zukunft sollen in Berlin, Hannover, Stuttgart/Tübingen und Würzburg Stützpunkte entstehen, an denen sich verschiedene Disziplinen für eine bessere medizinische Versorgung der Patienten vernetzen. Die ersten Patienten werden ab Juni 2025 erwartet. „Mit einer ausführlichen Diagnostik und Beratung wollen wir die adäquate Versorgung von Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung sicherstellen“, erklärt Melissa Glomb, Geschäftsführerin des Deutschen Taubblindenwerks.

2021 besuchte Glomb eine Facheinrichtung in Norwegen und war beeindruckt von dem dortigen Diagnostikzentrum. Seitdem setzt sie sich für die Errichtung eines vergleichbaren Angebotes in Deutschland ein und ist nun Konsortialführerin des GaViD-Projektes. „Eine höhere Qualität der Diagnostik ist die Voraussetzung für die Teilhabe von Menschen mit bislang unentdeckten Sinnesbehinderungen“, ist Glomb überzeugt.

Laut Schätzungen in aktuellen Studien leben etwa 10.000 Menschen in Deutschland mit einer doppelten Sinnesbehinderung. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Vor allem in der Gruppe der schwer geistig und mehrfachbehinderten Menschen werden Taubblindheit und Hörsehbehinderung oft nicht diagnostiziert. Der vollständige oder fast vollständige Verlust des Hör- und Sehsinns führt zu erheblichen Einschränkungen der Betroffenen vor allem in der Kommunikation.

GaViD wird vom Innovationsfonds gefördert und vom höchsten Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, dem Gemeinsamen Bundesausschuss, unterstützt. Das Projekt hat eine Laufzeit von 36 Monaten.

GaViD-Sinne auf einem Blick

Das Projekt „Ganzheitliche Versorgungsstützpunkte & interdisziplinäre Diagnostik für Menschen mit Sinnesbehinderungen“ (GaViD-Sinne) ist eine einzigartige Kooperation zwischen Universitätskliniken, Facheinrichtungen, Krankenkassen, Selbsthilfeorganisationen und Forschenden. Um die Versorgungslücke zu schließen, werden an vier Standorten in Deutschland interdisziplinäre Diagnostik- und Versorgungszentren für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung aufgebaut und Konzepte zur interdisziplinären Zusammenarbeit entwickelt und umgesetzt. Ziel ist die langfristige Verankerung der Maßnahmen und Leistungen im deutschen Gesundheitswesen.

Start: September 2024

Standorte: Berlin, Hannover, Stuttgart/Tübingen, Würzburg

Laufzeit: 36 Monate

Finanzierung: Innovationsfonds

Konsortialpartner: Deutsches Taubblindenwerk, Nikolauspflege – Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen, Blindeninstitutsstiftung, Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Hochschule Hannover, Universitätsklinikum Würzburg, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung (SEVERA) am Universitätsklinikum Freiburg, AOK Baden-Württemberg

Kooperationspartner: Leben mit Usher-Syndrom e.V., BKK Diakonie, DAK-Gesundheit

 

Kontakt

Melissa Glomb
Geschäftsführerin Deutsches Taubblindenwerk
Telefon: 0511 51 00 8-15
E-Mail: m.glomb@taubblindenwerk.de 

www.taubblindenwerk.de 

 

Pressemitteilung - Deutsches Taubblindenwerk vom 4. September 2024

Einladung zum Info- und Aktionstand des Uniklinikums beim 34. Würzburger Stadtfest

Einfach vorbeikommen am 13. und 14. September auf den Oberen Markt!

Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) lädt alle Besucherinnen und Besucher herzlich ein, unseren Info- und Aktionsstand auf dem Oberen Markt während des 34. Würzburger Stadtfestes zu besuchen.
Organisiert vom Stadtmarketingverein “Würzburg macht Spaß” e.V ist das Würzburger Stadtfest eine der größten Veranstaltungen in der Würzburger Innenstadt mit einem bunten Programm aus Konzerten und Ständen aller Art.sind wir auf dem Stadtfest?

Wann sind wir auf dem Stadtfest?
- Freitag, 13. September von 15:00 bis 20:00 Uhr
- Samstag, 14. September von 10:00 bis 19:00 Uhr


Unser Thema:
„Arbeiten am UKW - Jobs nah am Leben, für das Leben.“ Über 230 Berufsgruppen und Professionen arbeiten hier Hand-in-Hand. Am UKW hat man die Möglichkeit, sowohl als Berufseinsteigerin oder Berufseinsteiger als auch mit Berufserfahrung anzufangen. Die Uniklinik Würzburg zählt zudem zu den größten Ausbildungsbetrieben Unterfrankens. 
Nutzen Sie die Gelegenheit, mehr über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten am UKW zu erfahren und sich mit unseren Mitarbeitenden auszutauschen. 

Unsere Aktionen: 
Besuchen Sie uns und freuen Sie sich auf ein buntes Programm mit Kinderschminken, einem Glücksrad, einer Fotowand und weiteren spannenden Aktivitäten für Groß und Klein.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

1,5 Millionen Euro: ERC Starting Grant für Dimitrios Papadopoulos

An der Uni Würzburg forscht Dimitrios Papadopoulos zu RNA-basierten Mechanismen von aggressiven Kindertumoren. Jetzt erhält er eine der europaweit begehrtesten Förderungen für wissenschaftlichen Nachwuchs.

Er darf sich über einen ERC Starting Grant freuen: Der Krebsforscher Dimitrios Papadopoulos.
Er darf sich über einen ERC Starting Grant freuen: Der Krebsforscher Dimitrios Papadopoulos. (Papadopoulos/JMU)

Das MYCN Protein: Es ist etwa hunderttausendmal kleiner als ein menschliches Haar und steht im Zentrum der Forschungen von Dimitrios Papadopoulos, Juniorgruppenleiter am Lehrstuhl für Biochemie und Molekularbiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). MYCN ist ein sogenannter Transkriptionsfaktor, also ein Protein, das sich am menschlichen Erbgut (DNA) anheftet und damit das Wachstum von Zellen steuert. Wenn überdurchschnittliche Mengen an MYCN in einer Zelle vorhanden sind, kann das zu Krebs führen.

„MYCN trägt wesentlich zur Entstehung aggressiver Tumore bei, unter denen vor allem Kinder leiden – wie etwa das Neuroblastom, einer der häufigsten Kleinkindtumore“, erklärt Papadopoulos. „Ziel meiner Forschungsgruppe ist es deshalb, mehr über die Funktionen von MYCN zu erfahren, um so die Grundlage für gezielte und schonende Therapien gegen Krebs zu schaffen. Bestehende Behandlungsansätze sind für Kinder häufig körperlich sehr belastend.“

Für dieses Vorhaben erhält der 36-Jährige jetzt einen der begehrten ERC Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Ziel des Starting Grants ist die Förderung exzellenter Forschender in einem frühen Stadium ihrer Karriere auf dem Weg in die wissenschaftliche Unabhängigkeit. Das Geld wird über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung gestellt.

Darum geht bei Papadopoulos‘ Krebsforschung

Gefördert wird mit dem Starting Grant ein Projekt namens „Entschlüsselung der Transkriptionstermination und RNA-Sortierung in MYCN-gesteuerten Tumoren“, kurz „TerSor“. Was sich kompliziert anhört, ist einfach erklärt: Papadopoulos Team hat herausgefunden, dass MYCN nicht nur an DNA binden kann und so das Wachstum von Krebszellen fördert, sondern auch an RNA. RNA steht für Ribonukleinsäure und ist ähnlich wie DNA ein Träger genetischer Information.

Bindet MYCN an RNA, hat es einen eher gegenteiligen Effekt. Dann kann die Hemmung der RNA-Bindung Krebszellen sogar empfindlicher gegenüber Chemotherapien machen. Hauptziel von TerSor ist es zu verstehen, wie RNA-gebundenes MYCN funktioniert. Ein grundlegendes Verständnis dieser Funktion soll in der Zukunft die Entwicklung neuer Behandlungen ermöglichen, die aggressive Tumore gezielt abtöten können.

„Der ERC Starting Grant ist eine großartige Auszeichnung und Anerkennung unserer bisherigen Arbeit und ein Ansporn für künftige Forschungen“, freut sich Dimitrios Papadopoulos. „Zudem ist die Förderung ein großer Schritt für den Aufbau meiner eigenen unabhängigen Forschungsgruppe!“ Die 1,5 Millionen Euro will der Wissenschaftler sowohl für die Einstellung von Personal nutzen, zum Beispiel von Post-Doktoranden und -Doktorandinnen, als auch für die Beschaffung von Forschungsmaterialien.

Werdegang des ERC-Preisträgers

Dimitrios Papadopoulos wurde 1988 geboren und studierte Biologie an der Universität Athen. Nach seiner Promotion an der Justus-Liebig-Universität Gießen trat er 2018 der Forschungsgruppe von Prof. Martin Eilers bei, Leiter des JMU-Lehrstuhls für Biochemie und Molekularbiologie. 2023 gründete er seine eigene Forschungsgruppe als Principal Investigator in einem neuen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Konsortium (CRC1588). Im selben Jahr erhielt er den Young Investigator Award der Deutschen Krebsgesellschaft.

Kontakt

Dr. Dimitrios Papadopoulos, Gruppenleiter am Lehrstuhl für Biochemie und Molekularbiologie, Tel. +49 931 31-89352, dimitrios.papadopoulos@ uni-wuerzburg.de 

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 05.09.2024

Er darf sich über einen ERC Starting Grant freuen: Der Krebsforscher Dimitrios Papadopoulos.
Er darf sich über einen ERC Starting Grant freuen: Der Krebsforscher Dimitrios Papadopoulos. (Papadopoulos/JMU)