„Forschung hilft“ vergibt 242.000 Euro für die Würzburger Krebsforschung

Seit dem Start im Jahr 2017 hat „Forschung hilft“ mehr als 1,4 Millionen Euro an Forschungsförderung vergeben

Würzburg. Seit der Gründung durch den Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ setzt sich die Stiftung „Forschung hilft“ dafür ein, neue Erkenntnisse in der Krebsmedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) zu ermöglichen. Dafür sammelt sie Spenden und stellt die Mittel aussichtsreichen Forschungsvorhaben zur Verfügung. Ein besonderer Termin im Stiftungsjahr ist die feierliche Übergabe der Förderpreise. Am 29. Oktober dieses Jahres kamen dazu rund 200 Gäste im „Maschinenhaus“ auf dem Würzburger Bürgerbräu-Gelände zusammen. 23 Würzburger Forschungsteams erhielten bei der Veranstaltung Fördermittel von insgesamt knapp 242.000 Euro.

Wie stark sich das Engagement inzwischen summiert, verdeutlichte die Stiftungsratsvorsitzende Gabriele Nelkenstock: Seit dem Start im Jahr 2017 hat „Forschung hilft“ mehr als 1,4 Millionen Euro an Forschungsförderung vergeben. Inklusive der diesjährigen Auszeichnungen wurden bereits 113 Teams unterstützt. „Dieser kontinuierliche Erfolg ist nur möglich durch die vielen Menschen unserer Region, die die Forschungsleistungen am UKW wertschätzen und durch ihre anhaltende Spendenbereitschaft weiter voranbringen wollen“, unterstrich Nelkenstock.

Würdigung des Engagements für die Krebsforschung

Auch in diesem Jahr stand die Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. Als deren Vertreterin sprach Dr. Silke Launert zu den Gästen. Die Staatssekretärin würdigte die ausgezeichneten Forschungsarbeiten und lobte das vorbildliche Engagement der Stiftung, „um eine der größten Herausforderungen der Menschen zu lösen“. Dabei machte sie deutlich: „In der Krebsforschung gibt es keine einfachen Einzelerfolge. Hinter jedem Fortschritt steht Zusammenarbeit: Menschen, die Wissen teilen, Institutionen, die miteinander und nicht gegeneinander arbeiten, Förderer, die Vertrauen schenken sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereit sind, neue Wege zu gehen.“

Förderbeträge von 5.000 bis 20.000 Euro

Welche Projekte eine Unterstützung erhalten und wie hoch die jeweiligen Förderbeträge ausfallen, legt eine unabhängige externe Jury fest. Die einzelnen Teams bekommen zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Ihre Arbeiten gehen unter anderem folgenden Fragen nach: Wie lässt sich die Bakteriengemeinschaft im Mund als Schlüssel zur personalisierten Immuntherapie bei Kopf-Hals-Tumoren nutzen? Kann ein Medikament, das normalerweise den Cholesterinspiegel senkt, möglicherweise auch verhindern, dass sich Brustkrebs über die Lymphknoten im Körper ausbreitet? Was kann man tun, damit körpereigene, gentechnisch veränderte T-Zellen bei der Bekämpfung des schwarzen Hautkrebses länger aktiv bleiben? Wie beeinflussen Hormone die Wirksamkeit von Immuntherapien? Warum sprechen manche Lebertumoren nicht auf die transarterielle Chemoembolisation – auch TACE-Therapie genannt – an? Lassen sich im Blut Proteinmuster finden, die bereits Jahre vor der Diagnose auf Leber- und Gallengangtumoren hinweisen? Darüber hinaus wollen einige der preiswürdigen Projekte die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz weiter ausloten, beispielsweise beim Erkennen von Hautmetastasen auf Fotos oder als Interpretationshilfsmittel bei der Darmspiegelung. 

Sonderpreis im Gedenken an Barbara Stamm

Neben den 22 regulären Förderpreisen vergab die Stiftung erneut den 2023 ins Leben gerufenen Barbara-Stamm-Gedächtnispreis. Die ehemalige Bayerische Landtagspräsidentin war bis zu ihrem Tod im Jahr 2022 Ehrenpräsidentin von „Forschung hilft“. Der mit 5.000 Euro dotierte, in diesem Jahr von der Caritas-Stiftung finanzierte Sonderpreis soll gezielt patientenorientierte Forschungsprojekte würdigen, bei denen die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen im Mittelpunkt steht. Ausgewählt wurde in diesem Jahr die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Claudia Löffler von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II. In ihrem Projekt „Berührt werden – Zurück in den Körper nach Krebsoperation“ wird die Leiterin der Komplementären Onkologie Integrativ gemeinsam mit Dr. Michaela Arnold und der Pflegeexpertin Kerstin Deubner ein strukturiertes Nachsorgeprogramm entwickeln. Dieses soll Menschen nach Krebsoperationen durch gezielte Berührung und einfache Übungen dabei unterstützen, ihren Körper wieder bewusster wahrzunehmen, Schmerzen zu lindern und neues Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen. Die Laudatio zum Barbara-Stamm-Gedächtnispreis 2026 hielt Bischof Dr. Franz Jung. Er betonte: „Das Projekt der AG Löffler steht für vieles, was Barbara Stamm ausgezeichnet hat: genau hinsehen, gut zuhören, Mut machen und Menschen auf dem Weg zurück zu einem selbstbestimmten Leben zu begleiten.“

Spenden für das Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ plant am Rotkreuzhof in Würzburg-Rottenbauer ein zukunftsweisendes Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung. In dem historischen Anwesen soll sich Wohnen auf Zeit verbinden mit Angeboten zur psychosozialen Unterstützung und Gelegenheiten zu zwischenmenschlichen Begegnungen. Vorgestellt wurde das Projekt von Dr. Hülya Düber. Die Bundestagsabgeordnete sagte zu, das Zentrum mit aller Kraft zu unterstützen.

Auch die von den Gästen des Abends gemeinschaftlich gespendeten 21.000 Euro sollen der Verwirklichung dieses Vorhabens dienen. Hinzu kam eine Einzelspende über knapp 38.000 Euro von Peter Scholz, Geschäftsführer der Spotlight Musicals GmbH. Weitere 9.000 Euro erbrachte eine spontane Versteigerungsaktion: Für diese Summe werden die drei Spitzenköche Markus Grein, Ralf Jakumeit und Stefan Marquard gemeinsam für bis zu zehn Personen exklusiv aufkochen.

Weitere Details im Netz und bei einer Ausstellung

Wer mehr über die ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten erfahren möchte, findet hier online eine Übersicht der 23 geförderten Projekte. Dort sind die jeweiligen Forschungsziele erläutert und weiterführende Projektbeschreibungen verlinkt. 

Zudem gibt demnächst eine Posterausstellung im Oberen Foyer des Würzburger Rathauses Einblicke in die Forschungsarbeiten. Bei der Vernissage am Mittwoch, 4. November, werden von 14:00 bis 18:00 Uhr viele UKW-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler vor Ort sein, um Fragen zum aktuellen Stand der Forschungen zu beantworten. Die Ausstellung „Forschung schafft Fortschritt. Menschlichkeit schafft Geborgenheit. Beides gehört zusammen.“ läuft bis Ende November 2026. Sie ist montags bis donnerstags von 8:00 bis 18:00 Uhr sowie freitags von 8:00 bis 13:00 Uhr zu besichtigen.

Mit einer Spende an die Stiftung „Forschung hilft“ können Interessierte weitere Krebsforschungsprojekte in Würzburg unterstützen. Dafür steht folgendes Konto zur Verfügung:

Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken 

IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65

www.forschung-hilft.de

Text: Pressestelle / UKW

Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg, Staatssekretärin Dr. Silke Launert und Stiftungsratsvorsitzende Gabriele Nelkenstock (von links) präsentieren die Gesamtfördersumme, die in diesem Jahr an die Forschungsteams ausgeschüttet wurde. Foto: Daniel Peter / UKW
Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg, Staatssekretärin Dr. Silke Launert und Stiftungsratsvorsitzende Gabriele Nelkenstock (von links) präsentieren die Gesamtfördersumme, die in diesem Jahr an die Forschungsteams ausgeschüttet wurde. Foto: Daniel Peter / UKW
Gabriele Nelkenstock (7. von rechts) und Prof. Dr. Tim J. von Oertzen (6. von links) mit den fünf höchstdotierten Forschungsteams der Förderpreisvergabe 2027. Sie erhielten jeweils zwischen 16.750 und 20.000 Euro. Foto: Daniel Peter / UKW
Gabriele Nelkenstock (7. von rechts) und Prof. Dr. Tim J. von Oertzen (6. von links) mit den fünf höchstdotierten Forschungsteams der Förderpreisvergabe 2027. Sie erhielten jeweils zwischen 16.750 und 20.000 Euro. Foto: Daniel Peter / UKW
Der Barbara-Stamm-Gedächtnispreis ging an die dreiköpfige Arbeitsgruppe Löffler, hier umgeben von Domkapitular Clemens Bieber (links), Bischof Dr. Franz Jung und Gabriele Nelkenstock (beide rechts außen). Foto: Daniel Peter / UKW
Der Barbara-Stamm-Gedächtnispreis ging an die dreiköpfige Arbeitsgruppe Löffler, hier umgeben von Domkapitular Clemens Bieber (links), Bischof Dr. Franz Jung und Gabriele Nelkenstock (beide rechts außen). Foto: Daniel Peter / UKW
Die Bundestagsabgeordnete Dr. Hülya Düber verdeutlichte in ihrer Ansprache die humanitäre Bedeutung des geplanten Zentrums für Patienten- und Angehörigenbegleitung. Foto: Daniel Peter / UKW
Die Bundestagsabgeordnete Dr. Hülya Düber verdeutlichte in ihrer Ansprache die humanitäre Bedeutung des geplanten Zentrums für Patienten- und Angehörigenbegleitung. Foto: Daniel Peter / UKW

Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg, Staatssekretärin Dr. Silke Launert und Stiftungsratsvorsitzende Gabriele Nelkenstock (von links) präsentieren die Gesamtfördersumme, die in diesem Jahr an die Forschungsteams ausgeschüttet wurde. Foto: Daniel Peter / UKW

Gabriele Nelkenstock (7. von rechts) und Prof. Dr. Tim J. von Oertzen (6. von links) mit den fünf höchstdotierten Forschungsteams der Förderpreisvergabe 2027. Sie erhielten jeweils zwischen 16.750 und 20.000 Euro. Foto: Daniel Peter / UKW

Der Barbara-Stamm-Gedächtnispreis ging an die dreiköpfige Arbeitsgruppe Löffler, hier umgeben von Domkapitular Clemens Bieber (links), Bischof Dr. Franz Jung und Gabriele Nelkenstock (beide rechts außen). Foto: Daniel Peter / UKW

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Hülya Düber verdeutlichte in ihrer Ansprache die humanitäre Bedeutung des geplanten Zentrums für Patienten- und Angehörigenbegleitung. Foto: Daniel Peter / UKW