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Welche Hygienemaßnahmen schützen am besten vor Krankenhauskeimen?

NUM-Projekt PREVENT untersucht wie sich Blutstrominfektionen verursacht durch Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) verhindern lassen

Porträt von Stefanie Kampmeier, die Professorin trägt die dunklen Haare im Pferdeschwanz, einen blauen Blazer und weißes T-Shirt
Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der zentralen Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Uniklinikum Würzburg (UKW), initiierte im NUM-Fachnetzwerk Infektionen (SNID), dessen Co-Sprecherin sie ist, die Studie PREVENT (Prevention of bloodstream infections with vancomycin resistant enterococci). © Franziska Kammer / UKW
Links eine Frau in gelbem Schutzkittel mit Maske, Haube und Handschuhen, rechtes ein Spender mit Händedesinfektionsmittel und Arme, die das Gerät bedienen.
In der Beobachtungsstudie PREVENT wird der Einfluss der verschiedenen Hygienemaßnahmen auf VRE-Blutstrominfektionen geprüft. Dabei wendet jede der 22 teilnehmenden Universitätskliniken konsequent die Maßnahme an, die bei ihr derzeit Standard ist. Einige Kliniken setzen die sogenannte Handschuh-Kittel-Pflege um, andere isolieren die Patienten konsequent auf allen Stationen und wieder andere nur in Hochrisikobereichen. Einige Kliniken setzen keine dieser Maßnahmen um, achten lediglich auf eine gründliche Händedesinfektion. © Collage Salih Usta / UKW / Canva

Obwohl Enterokokken natürliche Darmbewohner sind, gelten Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) als typische multiresistente Krankenhauskeime. Sie treten vor allem in Kliniken und Pflegeeinrichtungen auf, wo sie durch Faktoren wie immungeschwächte Patientinnen und Patienten, den häufigen Einsatz von Antibiotika und invasive Eingriffe begünstigt werden. Die neue Studie PREVENT im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) untersucht, wie häufig Blutstrominfektionen durch VRE auftreten und welche Faktoren – etwa der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten, die Behandlung oder die eingesetzten Hygienemaßnahmen im Krankenhaus – dabei eine Rolle spielen. Ziel ist es, herauszufinden, welche Maßnahmen wirklich wirksam sind, um Infektionen besser zu verhindern. Initiiert wurde die Studie, an der 22 Universitätskliniken teilnehmen, von Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der Zentralen Einrichtung für Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Uniklinikum Würzburg (UKW).

Würzburg. Enterokokken gehören zur natürlichen Darmflora und sind für die meisten Menschen harmlos. Problematisch können die widerstandsfähigen Bakterien jedoch werden, wenn sie in das Blut, die Harnwege oder Wunden gelangen und dort Infektionen verursachen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn körpereigenen Abwehrkräfte geschwächt sind. Verkompliziert wird die Situation, wenn Enterokokken gegen Antibiotika resistent sind, beispielsweise gegen Vancomycin. Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) bergen eine große Gefahr in Krankenhäusern. Denn hier treffen viele Risikofaktoren zusammen: immunsupprimierende Therapien, häufige Antibiotikagaben, die Resistenzen fördern, sowie medizinische Eingriffe, die zusätzliche Eintrittspforten für die Erreger schaffen. Gelangen VRE in den Blutkreislauf, können sie eine Blutstrominfektion auslösen, die zu einer Sepsis führen kann. Dabei handelt es sich um eine überbordende Entzündungsreaktion, die im schlimmsten Fall zu einem Multiorganversagen führt. 

Studie PREVENT wird im Rahmen des NUM-Fachnetzwerks Infektionen (SNID) gefördert

Das A und O ist also die Verhinderung dieser lebensgefährlichen VRE-Blutstrominfektionen. „PREVENT - Prevention of bloodstream infections with vancomycin resistant enterococci“ - heißt daher auch das neue Projekt im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM). Initiiert wurde die multizentrische Studie von Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der zentralen Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Uniklinikum Würzburg (UKW). Die Professorin für Krankenhaushygiene ist Fachärztin sowohl für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie als auch für Hygiene und Umweltmedizin. Vor kurzem wurde sie zur Sektionssprecherin des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) gewählt, das sich im Rahmen des Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin (BZI) mit der kontinuierlichen Überwachung relevanter Erreger unter Einsatz moderner molekularer und datenbasierter Methoden befasst. Last but not least ist Stefanie Kampmeier Co-Sprecherin des NUM-Fachnetzwerkes Infektionen (SNID - Specialty Network Infectious Diseases).

„Wer bedankt sich schon dafür, dass er sich im Krankenhaus nicht mit einem multiresistenten Erreger angesteckt hat?“

Dass ihr PREVENT-Projekt nun zu den sechs Studien gehört, die im SNID vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert werden, freut Stefanie Kampmeier ganz besonders. Dies ist ein großer Erfolg. Hygiene führe oft ein Schattendasein, da sie von vielen als selbstverständlich hingenommen wird. „Wer bedankt sich schon dafür, dass er sich im Krankenhaus nicht mit einem multiresistenten Erreger angesteckt hat?“, fragt Stefanie Kampmeier. Dabei ist es eben nicht selbstverständlich. Zudem sind viele Faktoren zur Ursache, Entstehung, Verbreitung und Vermeidung noch nicht geklärt.

Mehr Evidenz für die Ausarbeitung nationaler Handlungsempfehlungen zum hygienischen Umgang mit VRE

Die Projektleiterin zählt die Ziele von PREVENT auf: „Zunächst schauen wir uns an, wie häufig Patientinnen und Patienten in deutschen Universitätskliniken Blutstrominfektionen durch VRE bekommen. Anschließend untersuchen wir, welche Faktoren – von den Patientinnen und Patienten über die Erregerstämme bis hin zur Krankenhausorganisation – das Risiko beeinflussen. Hierbei interessiert uns insbesondere, welchen Einfluss Hygienemaßnahmen und der kontrollierte Einsatz von Antibiotika auf eine VRE-Blutstrominfektion haben. Außerdem analysieren wir, welche prognostischen Faktoren den Krankheitsverlauf bei den Betroffenen bestimmen.“

Am Ende erhofft sich das Studienteam mehr Evidenz für die Ausarbeitung nationaler Handlungsempfehlungen zum hygienischen Umgang mit VRE in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen. 

Unterschiedliche Hygienemaßnahmen, Auffassungen und Umsetzungen 

Die Handlungsempfehlungen des Robert Koch-Instituts, die von der Kommission für Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen sowie in Einrichtungen und Unternehmen der Pflege und Eingliederungshilfe (KRINKO) herausgegeben werden sind Kampmeier zufolge im Augenblick noch sehr generisch formuliert. Entsprechend unterschiedlich werden die Hygienemaßnahmen in Kliniken und Krankenhäusern sowie auf den einzelnen Stationen umgesetzt.

„Wenn wir von Hygiene sprechen, dann meinen wir damit eher Bündelmaßnahmen zur Infektionsprävention“, sagt Stefanie Kampmeier. Dazu gehört zum Beispiel die Isolierung von Patientinnen und Patienten bei einem Nachweis von multi-resistenten oder hoch-infektiösen Krankheitserregern. Hinzu kommen Flächendesinfektionsmaßnahmen, die Einbindung von Patientinnen und Patienten, beispielsweise in die Händedesinfektion, sowie das Tragen von Schutzkleidung wie Kittel und Handschuhe. Jeder handele anders. Und selbst wenn alle von Schutzkleidung reden, ist nicht zwingend klar, ob dasselbe gemeint ist.

Das UKW setzt aktuell auf weniger Isolation und mehr Händedesinfektion und Monitoring – mit Erfolg

Als Stefanie Kampmeier im Juli 2023 ans UKW kam, wurden Patientinnen und Patienten nach Stammzelltransplantationen sowie schwerkranke Personen mit VRE-Nachweis isoliert. In Absprache mit den einzelnen Kliniken setzte Kampmeier durch, dass niemand mehr isoliert wird, dafür aber die basishygienischen Maßnahmen und das Monitoring intensiviert werden. „Tatsächlich sind bei uns die Blutstrominfektionen gesunken“, freut sich Kampmeier. Ihre Begründung: „Wenn ich Patienten mit multiresistenten Keimen isolieren muss und mir bei jedem Kontakt die komplette Schutzausrüstung anziehen muss, verliere ich sehr viel Zeit, die ich besser am und mit dem Patienten verbringen könnte. Je häufiger ich den Patienten sehe, desto schneller kann ich auf Verschlechterungen reagieren." Auch der psychologische Nutzen für die Patienten sei nicht zu unterschätzen. „Im Moment gibt uns der Erfolg Recht“, sagt Kampmeier. „Doch auf die bundesweite stationäre Versorgung bezogen, fehlt noch der wissenschaftliche Beleg, welche Maßnahmen wirklich nützen, um VRE-Infektionen zu verhindern.”

Ganzgenomsequenzierung der Erreger

Auch die Erreger selbst sollen untersucht werden. Mithilfe von Ganzgenomsequenzierungen sollen genetische Fingerabdrücke der Erreger erstellt und Risikoprofile identifiziert werden, um aus diesen gezielte Präventionsmaßnahmen abzuleiten. 

„Es gibt so viele spannende Aspekte, die zur interdisziplinären Infektionsprävention beitragen und ganzheitlich Mensch und Erreger mit einbeziehen sollten. Genau das macht meine und unsere gemeinsame Arbeit so reizvoll“, sagt Stefanie Kampmeier. 

Deutsche Universitätskliniken bündeln ihre Forschungsaktivitäten für besseres Krisenmanagement und schnelle praxisrelevante Erkenntnisse 

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit der Universitätsmedizin für eine schnelle und koordinierte klinische Forschung zur Pandemie Preparedness ist. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2020 das NUM gegründet. In diesem Netzwerk bündeln die deutschen Universitätskliniken ihre Forschungsaktivitäten und bauen gemeinsame Infrastrukturen für multizentrische Studien auf. Das NUM-Studiennetzwerk bildet das Herzstück dieser Zusammenarbeit und stellt organisatorische und methodische Strukturen für klinische Studien bereit. Ergänzt wird es durch drei thematische Fachnetzwerke (Infektionen, Intensivmedizin und Schlaganfall), in denen Expertinnen und Experten verschiedener Standorte ihre wissenschaftliche und klinische Expertise zu spezifischen Krankheitsfeldern zusammenführen. 

Über das NUM Studiennetzwerk (NUM SN) und seine Fachnetzwerke im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM)

Das NUM Studiennetzwerk ist eine zentrale Initiative, entstanden als spezialisierte Forschungsinfrastruktur innerhalb des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM). Im NUM führen erstmalig alle 37 deutschen Standorte der Universitätsmedizin gemeinsam große interdisziplinäre klinische Forschungsprojekte durch. Ziel des NUM Studiennetzwerks ist die Optimierung von Prozessen, die Vernetzung von Akteur*innen und die Beschleunigung der klinischen und klinisch-epidemiologischen Forschung in Deutschland. Die drei Fachnetzwerke im NUM Studiennetzwerk erheben standardisiert klinische Forschungsdaten und sammeln Bioproben, um einen standortübergreifenden Datenpool im jeweiligen Fachbereich aufzubauen.

Text: Kirstin Linkamp / Wissenschaftskommunikation

Porträt von Stefanie Kampmeier, die Professorin trägt die dunklen Haare im Pferdeschwanz, einen blauen Blazer und weißes T-Shirt
Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der zentralen Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Uniklinikum Würzburg (UKW), initiierte im NUM-Fachnetzwerk Infektionen (SNID), dessen Co-Sprecherin sie ist, die Studie PREVENT (Prevention of bloodstream infections with vancomycin resistant enterococci). © Franziska Kammer / UKW
Links eine Frau in gelbem Schutzkittel mit Maske, Haube und Handschuhen, rechtes ein Spender mit Händedesinfektionsmittel und Arme, die das Gerät bedienen.
In der Beobachtungsstudie PREVENT wird der Einfluss der verschiedenen Hygienemaßnahmen auf VRE-Blutstrominfektionen geprüft. Dabei wendet jede der 22 teilnehmenden Universitätskliniken konsequent die Maßnahme an, die bei ihr derzeit Standard ist. Einige Kliniken setzen die sogenannte Handschuh-Kittel-Pflege um, andere isolieren die Patienten konsequent auf allen Stationen und wieder andere nur in Hochrisikobereichen. Einige Kliniken setzen keine dieser Maßnahmen um, achten lediglich auf eine gründliche Händedesinfektion. © Collage Salih Usta / UKW / Canva

"Forschung hilft" fördert Projekt zu Risikofaktoren einer dauerhaften VRE-Besiedlung bei Krebspatienten

Stiftung unterstützt Forschung der AG Kampmeier mit 8.000 Euro

Die AG Kampmeier freut sich über eine Förderung von 8.000 Euro durch die Stiftung "Forschung hilft". Das Preisgeld unterstützt ihr Forschungsprojekt, das Risikofaktoren für eine langfristige VRE-Besiedlung bei Krebspatientinnen und -patienten untersucht.

Seit acht Jahren trägt „Forschung hilft“, die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung am Universitätsklinikum Würzburg (UKW), erfolgreich Spendengelder zusammen, um damit möglichst viele vielversprechende onkologische Forschungsprojekte zu unterstützen. Am 20. November 2025 wurden bei einem Festakt Preisgelder in Höhe von insgesamt fast 235.000 Euro an 21 Würzburger Forschungsgruppen verteilt, darunter auch an ein Projekt aus dem Bereich der Krankenhaushygiene und des Antimicrobial Stewardship.

8.000 Euro für „Darmmikrobiom-Untersuchung von onkologischen Patienten mit und ohne VRE-Langzeitbesiedlung“

„VRE” steht für „vancomycin-resistente Enterokokken”. Dabei handelt es sich um Bakterien, die gegen ein wichtiges Antibiotikum resistent sind und bei geschwächten Menschen schwerwiegende Infektionen auslösen können. Ein interprofessionelles Team unter der Leitung von Prof. Dr. med. Stefanie Kampmeier (Leiterin der Zentralen Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship) und mit Helene Demund (Assistenzärztin in der Krankenhaushygiene und Medizindoktorandin in der Arbeitsgruppe) als Betreuerin will in dem geförderten Projekt untersuchen, wie sich die Zusammensetzung der Darmbakterien – das sogenannte Darmmikrobiom – bei Krebspatientinnen und -patienten verhält, die mit VRE besiedelt sind. Ziel ist es, zu verstehen, warum manche Patientinnen und Patienten langfristig mit VRE besiedelt bleiben (mehr als zehn Wochen), während andere die Bakterien schnell wieder verlieren. Dazu analysiert das Team die Bakteriengemeinschaften im Darm der Patientinnen und Patienten mit modernen Methoden wie der 16S-rRNA-Sequenzierung und der PCR und vergleicht die Mikrobiom-Zusammensetzung zwischen „Langzeitbesiedelnden“ und „Kurzzeit-Besiedelnden“.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei helfen, Risikofaktoren für eine dauerhafte VRE-Besiedlung zu identifizieren, beispielsweise bestimmte Muster im Mikrobiom, die Patientinnen entweder schützen oder anfälliger machen. Damit könnten künftig gezielte Maßnahmen entwickelt werden, um gefährdete Patientinnen vor einer VRE-Besiedlung zu schützen, beispielsweise durch eine individuell angepasste Infektionsprävention.

Dies ist besonders relevant für Patientinnen mit hämatologischen Krebserkrankungen wie Leukämie, da ihr Infektionsrisiko besonders hoch ist.

Details zum Projekt auf der Seite Forschung hilft.

Die AG Kampmeier freut sich über eine Förderung von 8.000 Euro durch die Stiftung "Forschung hilft". Das Preisgeld unterstützt ihr Forschungsprojekt, das Risikofaktoren für eine langfristige VRE-Besiedlung bei Krebspatientinnen und -patienten untersucht.

Teilnehmende für ARIPro-Studie bis 30. April gesucht!

Untersucht werden Auswirkungen von akut respiratorischen Infektionen (ARI) auf Immunität, Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitenden des Gesundheitswesens.

Das ehamlige CoVacSer-Studienteam auf dem Gelände des UKW.
Das ARIPro-Studienteam v.l.n.r.: Alexander Gabel, Nils Petri, Juliane Mees, Manuel Krone, Isabell Wagenhäuser, Julia Reusch; es fehlen Max Mayerhöfer und Helen Müller. © Daniel Peter / UKW
Aufbau der Studie ARIPro - Grafik

Wer im Gesundheitswesen arbeitet, die Wissenschaft unterstützen und regelmäßig Informationen über seinen Immunstatus erhalten möchte, hat noch bis zum 30. April die Chance an der ARIPro-Studie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) teilzunehmen. Ziel der Studie ist es, Auswirkungen von akut respiratorischen Infektionen (ARI), insbesondere SARS-CoV-2, Influenza und Respiratorisches-Synzytial-Virus (RSV) auf die Immunität, Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitenden des Gesundheitswesens zu untersuchen und wie diese gegebenenfalls durch Impfungen verhindert werden können. 

ARI steht für akut respiratorische Infektionen, Pro für Protection. Teilnehmen können alle erwachsene Mitarbeitende des Gesundheitswesens, unabhängig davon, ob sie Kontakt zu Patientinnen und Patienten haben. 

Zwei Teilnahmezeitpunkte pro Person und Jahr

Der Einschluss in die Studie erfolgt bis zum 30. April 2024. Nach der Anmeldung werden die Studienteilnehmenden gebeten, einen Online-Fragebogen auszufüllen und eine Blutprobe mit der Einwilligungserklärung an das Studienteam zu senden. Weitere Datenerhebungen wird es vor der nächsten ARI-Saison im Herbst 2024 sowie im Frühjahr und Herbst 2025 und im Frühjahr 2026 geben. Alle im Rahmen der Studie ermittelten serologischen Befunde werden den Teilnehmenden individuell und baldmöglichst mitgeteilt.

Einladung an Personen, die im Gesundheitswesen im gesamten Bundesgebiet arbeiten

ARIPro ist eine Fortsetzungsstudie der CoVacSer-Studie mit modifiziertem Studien-Design. Die Teilnahme an der vorhergehenden CoVacSer-Studie, aus der zahlreiche wissenschaftliche und gesellschaftlich relevante Erkenntnisse gewonnen wurden (siehe Info weiter unten), ist jedoch nicht verpflichtend. Generell sind Interessierte aus dem gesamten Bundesgebiet herzlich eingeladen, an der ARIPro-Studie teilzunehmen. Für diejenigen die in Würzburg und Umgebung wohnen, bietet das Studienteam auch individuelle Blutentnahmetermine zu bestimmten Zeiten an.

Die ARIPro-Studie wird von einem interdisziplinären Team Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Zentralen Einrichtung für Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship, der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Kinderklinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Würzburg sowie dem Institut für Hygiene und Mikrobiologie und dem Institut für Virologie und Immunbiologie der Julius-Maximilians-Universität durchgeführt.

Kontakt: 
Universitätsklinikum Würzburg
Institut für Hygiene und Mikrobiologie
ARIPro-Studienteam
Josef-Schneider-Str. 2 / Gebäude E1
97080 Würzburg

E-Mail: aripro@ ukw.de

Weiterführende Informationen und die genaue Anleitung zur Teilnahme finden Sie unter folgendem Link.

Über die erfolgreiche Vorgängerstudie CoVacSer

In der CoVacSer-Studie des Universitätsklinikums Würzburg wurde die immunologische Impfantwort sowie die Lebens- und Arbeitsqualität nach einer Covid-19-Impfung und/oder -Infektion in einer Kohorte von 1.800 Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten untersucht. Die Daten der CoVacSer-Studie unterstreichen zum Beispiel die Bedeutung von Grippe-Impfung für Beschäftigte in der Patientenversorgung. Die Studie wurde hochrangig publiziert im Journal of Infection. Hier geht es zur Pressemitteilung. Weitere Auswertungen im Rahmen der CoVacSer-Studie zu Faktoren, die die Konzentration von Antikörpern nach einer Corona-Infektion oder Covid-19-Impfung beeinflussen, zur Verträglichkeit der Varianten-adaptierten Covid-19 Impfstoffe und gemeinsamen Verabreichung mit der Influenza-Impfung sind hier zusammengefasst. Auch der Einfluss der psychischen Gesundheit und Schlafqualität auf die Immunogenität von Covid-19-Impfungen wurden im Rahmen der CoVacSer-Studie untersucht und sind hier nachzulesen. 
 

Das ehamlige CoVacSer-Studienteam auf dem Gelände des UKW.
Das ARIPro-Studienteam v.l.n.r.: Alexander Gabel, Nils Petri, Juliane Mees, Manuel Krone, Isabell Wagenhäuser, Julia Reusch; es fehlen Max Mayerhöfer und Helen Müller. © Daniel Peter / UKW
Aufbau der Studie ARIPro - Grafik

Universitätsmedizin Würzburg: Stefanie Kampmeier ist neue Professorin für Krankenhaushygiene
Prof. Dr. Stefanie Kampmeier.
Prof. Dr. Stefanie Kampmeier. Foto: UKW / privat

Würzburg. Prof. Dr. Stefanie Kampmeier wird zum 1. Juli neue Professorin für Krankenhausgiene an der Würzburger Universitätsmedizin. Die 36-Jährige wechselt vom Universitätsklinikum Münster an die unterfränkische Uniklinik. Mit der Professur am Institut für Hygiene und Mikrobiologie an der Medizinischen Fakultät ist auch die Leitung der Zentralen Einrichtung „Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship“ am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) verbunden.

„Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben in Würzburg. Das Forschungsumfeld in Würzburg ist sehr stark aufgestellt und extrem dynamisch. Davon profitiert natürlich auch die tägliche Arbeit der Krankenhaushygiene in den Klinikbereichen“, so die Mutter eines Sohnes. Prof. Kampmeier tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Ulrich Vogel an, der im Oktober des vergangenen Jahres nach schwerer Krankheit verstorben ist. Der Bereich Krankenhaushygiene am UKW wurde seither von PD Dr. Manuel Krone kommissarisch geleitet.

Schwerpunkt: Prävention und Diagnostik multiresistenter Bakterien und hochinfektiöser Krankheitserreger

Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Prävention, die Diagnostik und die Eindämmung multiresistenter Bakterien und hochinfektiöser Krankheitserreger. Dazu zählen etwa Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE). „Gerade bei solchen Erregern ist die wachsende Resistenz gegen verschiedene Antibiotika eine große Herausforderung im Gesundheitswesen. Daher sind hygienische Präventionsmaßnahmen besonders wichtig, um mögliche Infektionsketten zu verhindern“, so Prof. Kampmeier. Für ihre Arbeit auf diesem Gebiet wurde sie 2021 von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie mit dem bioMérieux-Diagnostikpreis ausgezeichnet.

Nachwuchs fördern und ausbilden

Die gebürtige Kölnerin hat an der Universität Münster Medizin studiert, in Münster wurde sie 2019 habilitiert. Zusätzlich absolvierte sie den Studiengang „Public Health“ an der Düsseldorfer Universität. Prof. Kampmeier verfügt zudem über zwei Facharztbezeichnungen: Sie ist sowohl Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und ebenso für Hygiene und Umweltmedizin. Auch daher möchte sie an der Universitätsmedizin Würzburg die entsprechende Facharztweiterbildung für Hygiene ausbauen: „Bereits vor der Corona-Pandemie war der Bedarf an Fachärzten hoch. Die Pandemie hat diesen Bedarf nochmals der bereiten Gesellschaft deutlich gemacht.“ Ziel sollte dabei sein, grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse aus der Forschung schnell in klinische Präventionsmaßnahmen zu überführen.

Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor am UKW, betont: „Mit Prof. Kampmeier und dem Team der Krankenhaushygiene wollen wir unseren hohen Standard in der Infektionsprävention weiter ausbauen. Davon profitieren unsere Patientinnen und Patienten ganz unmittelbar. Nur wenn die Übertragungswege und -mechanismen von Krankheitserregern erforscht werden, können effektive Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Mein Dank gilt zudem auch besonders Dr. Manuel Krone für die kommissarische Leitung in den letzten Jahren.“

Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Matthias Frosch, sagt: „Der Kampf gegen vielfältige Krankheitserreger vor dem Hintergrund wachsender Antibiotikaresistenzen ist ein wichtiger Schwerpunkt für die Universitätsmedizin Würzburg. Das belegt auch der Würzburger Sonderforschungsbereich „Decisions in Infectious Diseases“, kurz DECIDE. Dieses sehr starke Forschungsumfeld bietet zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten für Prof. Kampmeier. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihr.“

Prof. Dr. Stefanie Kampmeier.
Prof. Dr. Stefanie Kampmeier. Foto: UKW / privat

Das Uniklinikum Würzburg informiert über hygienische Händedesinfektion

In Zusammenhang mit der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“ informiert das Uniklinikum Würzburg die interessierte Öffentlichkeit über die Bedeutung einer wirksamen Händedesinfektion: Am Mittwoch, den 10. Mai 2023, gibt es an einem Stand in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin Aktionen, Expertenwissen und Infomaterialien.

Würzburg. Die bundesweite „Aktion Saubere Hände“ zielt darauf ab, die Akzeptanz der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen zu verbessern. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an einem entsprechenden Aktionstag: Am Mittwoch, den 10. Mai, baut die Zentrale Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship des Klinikums in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) an der Oberdürrbacher Straße einen Infostand auf. Hygienefachkräfte demonstrieren hier, wie Hände korrekt desinfiziert werden, denn die hygienische Händedesinfektion ist die effektivste Maßnahme zur Verhütung von Krankenhausinfektionen. Die Ergebnisse der eigenen Händedesinfektion können die Besucherinnen und Besucher vor Ort unter einer UV-Lampe kontrollieren. Ergänzend gibt es Informationen zu Hautpflege und Hautschutz. Neben der Gelegenheit zum Gespräch mit den Fachleuten offeriert der Stand auch kostenlose schriftliche Unterlagen zum Mitnehmen.

Weitere Themen für Fachpersonal

Während sich diese Angebote vor allem an interessierte Laien, wie Patientinnen und Patienten, Besucherinnen und Besucher sowie Studierende richten, nutzt die Zentrale Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship den Aktionstag auch, um das klinisch tätige Personal des UKW zu spezielleren Hygienethemen zu informieren. In diesem Jahr geht es um die interaktive Hygienebelehrung auf dem Lernportal des Klinikums.

Der Stand ist von 10:00 bis 15:00 Uhr besetzt.

Trauer um Prof. Dr. Ulrich Vogel

Die Zentrale Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship des Universitätsklinikums Würzburg trauert um ihren Leiter

 

Prof. Dr. med. Ulrich Vogel

* 27. November 1964          † 4. Oktober 2022

 

Als Leiter der Zentralen Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship hat Ulrich Vogel wesentlich dazu beitragen, Infektionsübertragungen zu verhindern, eine sichere Patientenversorgung zu ermöglichen und damit Menschenleben zu retten.

Ulrich Vogel war ein Vorgesetzter, der uns mit seinem unglaublichen Engagement, seiner Weitsicht und seinem Einfühlungsvermögen immer ein Vorbild bleiben wird. Auch noch während seiner schweren Erkrankung unterstützte er uns weiterhin mit Fachwissen, Erfahrung und unermüdlichem Einsatz.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.

 

In stiller Trauer

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

Publikationen aus der Stabsstelle zu COVID-19

Die Stabsstelle Krankenhaushygiene hat sich intensiv in das COVID-Management am UKW eingebracht und die Erfahrungen und Ergebnisse teilweise in kooperativen Publikationen zu den Themen Diagnostik, Management und Ausbruchskontrolle zusammengetragen.

  1. Wagenhäuser I, Knies K, Rauschenberger V, Eisenmann M, McDonogh M, Petri N, Andres O, Flemming S, Gawlik M, Papsdorf M, Taurines R, Böhm H, Forster J, Weismann D, Weißbrich B, Dölken L, Liese J, Kurzai O, Vogel U, Krone M (2021)
    Clinical performance evaluation of SARS-CoV-2 rapid antigen testing in point of care usage in comparison to RT-qPCR.
    EBioMedicine. 2021 Jul;69:103455. doi: 10.1016/j.ebiom.2021.103455. Epub 2021 Jun 26. PMID: 34186490 Free PMC article.
    Zur Publikation

  2. Brueggemann AB, Jansen van Rensburg MJ, Shaw D, McCarthy ND, Jolley KA, Maiden MCJ, van der Linden MPG, Amin-Chowdhury Z, Bennett DE, Borrow R, Brandileone MC, Broughton K, Campbell R, Cao B, Casanova C, Choi EH, Chu YW, Clark SA, Claus H, Coelho J, Corcoran M, Cottrell S, Cunney RJ, Dalby T, Davies H, de Gouveia L, Deghmane AE, Demczuk W, Desmet S, Drew RJ, du Plessis M, Erlendsdottir H, Fry NK, Fuursted K, Gray SJ, Henriques-Normark B, Hale T, Hilty M, Hoffmann S, Humphreys H, Ip M, Jacobsson S, Johnston J, Kozakova J, Kristinsson KG, Krizova P, Kuch A, Ladhani SN, Lâm TT, Lebedova V, Lindholm L, Litt DJ, Martin I, Martiny D, Mattheus W, McElligott M, Meehan M, Meiring S, Mölling P, Morfeldt E, Morgan J, Mulhall RM, Muñoz-Almagro C, Murdoch DR, Murphy J, Musilek M, Mzabi A, Perez-Argüello A, Perrin M, Perry M, Redin A, Roberts R, Roberts M, Rokney A, Ron M, Scott KJ, Sheppard CL, Siira L, Skoczyńska A, Sloan M, Slotved HC, Smith AJ, Song JY, Taha MK, Toropainen M, Tsang D, Vainio A, van Sorge NM, Varon E, Vlach J, Vogel U, Vohrnova S, von Gottberg A, Zanella RC, Zhou F (2021)
    Changes in the incidence of invasive disease due to Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae, and Neisseria meningitidis during the COVID-19 pandemic in 26 countries and territories in the Invasive Respiratory Infection Surveillance Initiative: a prospective analysis of surveillance data.
    Lancet Digit Health. 2021 Jun;3(6):e360-e370. doi: 10.1016/S2589-7500(21)00077-7.
    PMID: 34045002 Free PMC article
    .
    Zur Publikation

  3. Krone M, Gütling J, Wagener J, Lâm TT, Schoen C, Vogel U, Stich A, Wedekink F, Wischhusen J, Kerkau T, Beyersdorf N, Klingler S, Backes S, Dölken L, Gasteiger G, Kurzai O, Schubert-Unkmeir A (2021)
    Performance of Three SARS-CoV-2 Immunoassays, Three Rapid Lateral Flow Tests, and a Novel Bead-Based Affinity Surrogate Test for the Detection of SARS-CoV-2 Antibodies in Human Serum.
    J Clin Microbiol. 2021 Jul 19;59(8):e0031921. doi: 10.1128/JCM.00319-21. Epub 2021 Jul 19.
    PMID: 33962959
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  4. Krone M, Noffz A, Richter E, Vogel U, Schwab M (2021)
    Control of a COVID-19 outbreak in a nursing home by general screening and cohort isolation in Germany, March to May 2020.
    Euro Surveill. 2021 Jan;26(1):2001365. doi: 10.2807/1560-7917.ES.2021.26.1.2001365.
    PMID: 33413742 Free PMC article.
    Zur Publikation

  5. Krüger S, Leskien M, Schuller P, Prifert C, Weißbrich B, Vogel U, Krone M (2021) 
    Performance and feasibility of universal PCR admission screening for SARS-CoV-2 in a German tertiary care hospital.
    J Med Virol. 2021 May;93(5):2890-2898. doi: 10.1002/jmv.26770. Epub 2021 Feb 15.
    PMID: 33386772
    Zur Publikation 

  6. Wurmb T, Scholtes K, Kolibay F, Schorscher N, Ertl G, Ernestus RI, Vogel U, Franke A, Kowalzik B (2020)
    Hospital preparedness for mass critical care during SARS-CoV-2 pandemic.
    Crit Care. 2020 Jun 30;24(1):386. doi: 10.1186/s13054-020-03104-0.
    PMID: 32605581 Free PMC article.
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  7. Flemming S, Hankir M, Hering I, Meybohm P, Krone M, Weissbrich B, Germer CT, Wiegering A (2020)
    Abdominal fluid samples (negative for SARS-CoV-2) from a critically unwell patient with respiratory COVID-19.
    Br J Surg. 2020 Jul;107(8):e259-e260. doi: 10.1002/bjs.11713. Epub 2020 May 26.
    PMID: 32452530 Free PMC article. No abstract available.
    Zur Publikation
     
  8. Flemming S, Hankir M, Ernestus RI, Seyfried F, Germer CT, Meybohm P, Wurmb T, Vogel U, Wiegering A (2020)
    Surgery in times of COVID-19-recommendations for hospital and patient management.
    Langenbecks Arch Surg. 2020 May;405(3):359-364. doi: 10.1007/s00423-020-01888-x. Epub 2020 May 8.
    PMID: 32385568 Free PMC article. Review.
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