Aktuelle Pressemitteilungen

Lichtaktion, Ausstellung und Infostand machen auf Seltene Erkrankungen aufmerksam

Am 28. Februar 2026, dem Internationalen Tag der Seltenen Erkrankungen, werden ein Gebäude des Uniklinikums Würzburg und das Würzburger Heizkraftwerk in bunten Farben beleuchtet. Außerdem informiert der Würzburger Arbeitskreis Seltene Erkrankungen an einem Stand über seine Arbeit, während eine Kunstausstellung weitere Aufmerksamkeit für die Betroffenen schafft.

Ein Selbstportrait aus der Ausstellung "Selten allein" in den Farben blau und pink.
Ein Werk aus der Ausstellung „Selten allein“, geschaffen von Ari (22), erkrankt an der seltenen, chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankung Systemischer Lupus Erythematodes (SLE). © Selten allein
Kamine des Würzburger Heizkraftwerks am Tag der Seltenen Erkrankungen, die farbig beleuchtet sind.
Ähnlich wie hier werden die Kamine des Würzburger Heizkraftwerks am Tag der Seltenen Erkrankungen farbig beleuchtet – dann in Grün, Blau und Pink ©Philipp Schmitt / WVV

Würzburg. Am Samstag, 28. Februar 2026, ist der Rare Disease Day, der Internationale Tag der Seltenen Erkrankungen. Der seit 2008 jährlich begangene Aktionstag will die Öffentlichkeit auf die Belange der Betroffenen aufmerksam machen. Eine der Maßnahmen dazu ist die weltweite Aktion „Global Chain of Lights“ (auf Deutsch „Weltumspannende Lichterkette“), bei der öffentliche Gebäude in den Rare-Disease-Day-Farben Grün, Blau und Pink erstrahlen. Wie schon mehrfach in der Vergangenheit beteiligt sich das Uniklinikum Würzburg (UKW) an der Lichterkette und wird am letzten Februartag ein Gebäude der Interdisziplinären Biomaterial- und Datenbank Würzburg (Haus A9) – in der Nähe des großen Parkplatzes oberhalb der Zentren für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM) – entsprechend beleuchten.

Kraftwerkskamine in Grün, Blau und Pink

Um das optische Signal noch weiter ins Würzburger Stadtgebiet zu tragen, konnte das UKW in diesem Jahr die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) als Kooperationspartner gewinnen. Der Konzern wird die drei Kamine seines Heizkraftwerks an der Friedensbrücke ebenfalls in grünes, blaues und pinkes Licht tauchen. „Mit der Beleuchtung unseres Heizkraftwerks zum Tag der Seltenen Erkrankungen setzen wir als WVV ein sichtbares Zeichen der Solidarität. Wie bereits bei der blauen Illumination im Mai 2025 im Rahmen des Internationalen Tags des chronischen Erschöpfungssyndroms ME/CFS und der grünen Beleuchtung im November 2025 zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen nutzen wir unser Wahrzeichen bewusst, um gesellschaftlich relevanten Themen Aufmerksamkeit zu verschaffen“, so WVV-Geschäftsführer Armin Lewetz.

Selbstporträts und Illustration der Krankengeschichte Betroffener

Weiterhin ist vom 19. Februar bis 9. März dieses Jahres in der Magistrale des ZIM des UKW die Ausstellung „Selten allein“ zu sehen. Sie zeigt Selbstporträts, die Menschen mit Seltenen Erkrankungen in den letzten Monaten und Jahren gemalt, gezeichnet oder fotografiert haben. Ergänzt werden die Bilder jeweils von einer kurzen Selbstauskunft zur Person und ihrer Krankheit.

Infostand in der Stadtbücherei

Als drittes Element des diesjährigen Rare Disease Days bietet der Würzburger Arbeitskreis Seltene Erkrankungen (WAKSE) am 28. Februar von 10:00 bis 15:00 Uhr in der Würzburger Stadtbücherei am Oberen Markt einen Infostand an.

Das ZESE als bedeutender Akteur

Am UKW widmet sich seit dem Jahr 2014 eine interdisziplinäre Einrichtung der Verbesserung von Diagnostik, Therapie und Forschung im Bereich Seltener Erkrankungen. Geleitet wird das „Zentrum für Seltene Erkrankungen – Referenzzentrum Nordbayern“ (ZESE) von Prof. Dr. Helge Hebestreit. Der stellvertretende Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik erläutert: „Eine Erkrankung gilt als selten, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen das spezifische Krankheitsbild aufweisen. Und dennoch spielen diese Patientinnen und Patienten in unserem Krankenhausalltag eine bedeutende Rolle: Rund ein Fünftel aller Menschen, die stationär am UKW betreut werden, haben eine Seltene Erkrankung – manchmal ist sie der Grund für die Aufnahme, manchmal kommt sie als zusätzliche Krankheit zum Tragen.“ Das ZESE fungiert nach seinen Worten als zentrale Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und medizinisches Fachpersonal – zum Teil mit einem internationalen Einzugsbereich.

Über Seltene Erkrankungen 

Es gibt etwa 8.000 Seltene Erkrankungen. Weltweit sind rund 300 Millionen Menschen von einer dieser Krankheiten betroffen. Für die meisten Erkrankungen gibt es noch keine Heilung. Sie verlaufen chronisch, gehen teilweise mit schweren geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen einher. Therapiemöglichkeiten sowie Expertinnen und Experten sind rar. Das stellt die Betroffenen und ihre Familien auch im Alltag vor große Herausforderungen.

Text: Pressestelle / UKW
 

Ein Selbstportrait aus der Ausstellung "Selten allein" in den Farben blau und pink.
Ein Werk aus der Ausstellung „Selten allein“, geschaffen von Ari (22), erkrankt an der seltenen, chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankung Systemischer Lupus Erythematodes (SLE). © Selten allein
Kamine des Würzburger Heizkraftwerks am Tag der Seltenen Erkrankungen, die farbig beleuchtet sind.
Ähnlich wie hier werden die Kamine des Würzburger Heizkraftwerks am Tag der Seltenen Erkrankungen farbig beleuchtet – dann in Grün, Blau und Pink ©Philipp Schmitt / WVV

Israelische Medizinstudentinnen waren am Uniklinikum Würzburg zu Gast

In den ersten Wochen dieses Jahres sammelten fünf Studentinnen der Technion-Universität in Haifa praktische Erfahrungen am Uniklinikum Würzburg. Für die Zukunft ist geplant, nicht nur den Austausch in der Lehre, sondern auch die wissenschaftliche Kooperation der Würzburger Universitätsmedizin mit der renommierten Technischen Universität Israels auszubauen.

 

Israelische Medizinstudentinnen sowie zwei Medizinstudentinnen aus Japan mit Prodekan, ehemaliger Prodekan und Vertreterin aus der Medizinischen Fakultät.
Von links: Prof. Dr. Andreas Buck (Prodekan für Internationale Angelegenheiten), Adi Goldring, Noa Arbel, Romi Gleicher und Alma Barry (alle vier Technion-Universität, Haifa), Prof. Dr. Jürgen Deckert (Seniorprofessor, ehem. Prodekan für Internationale Angelegenheiten), Lee Kaniel (Technion-Universität, Haifa) sowie Barbara Moll (Medizinische Fakultät). In der ersten Reihe kniend: Yuka Yamazato und Mizuki Sakimoto, zwei Medizinstudentinnen aus Japan, die zeitgleich im Rahmen des Nagasaki-Würzburg-Austauschs in der unterfränkischen Universitätsstadt sind. © Andreas Buck / UKW

Würzburg. Adi, Alma, Lee, Noa und Romi – so heißen fünf Medizinstudentinnen der israelischen Technion-Universität, die ab Anfang Januar dieses Jahres am Uniklinikum Würzburg (UKW) eine sechswöchige Ausbildung absolvierten. An ihrer Heimatuniversität in der Hafenstadt Haifa sind sie im sechsten und damit letzten Studienjahr. „Ziel ihres Aufenthalts in Würzburg war es, ihr bis dato erlerntes Wissen zu vertiefen und anzuwenden – ähnlich wie im deutschen Praktischen Jahr“, schildert Prof. Dr. Andreas Buck. Der Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik des UKW ist seit 2023 Prodekan für Internationale Angelegenheiten der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Studentinnen waren am UKW in der Dermatologie, der Gynäkologie, der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, der Augenheilkunde, der Transplantationschirurgie und der Psychiatrie tätig. 

„Das Feedback der Nachwuchsmedizinerinnen zum Lehrangebot ist ausgezeichnet“, freut sich Andreas Buck und fährt fort: „Außerdem lobten sie den freundlichen Kontakt zur Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg, die unsere Gäste in das Gemeindeleben einbezog.“

Wiederaufnahme von früheren Kontakten

Angestoßen wurden die Kooperationsideen der Würzburger Universitätsmedizin mit der Technion-Universität schon vor einigen Jahren von Prof. Dr. Jürgen Deckert, dem Vorgänger von Andreas Buck als Prodekan für Internationale Angelegenheiten. „Bedingt durch die Corona-Pandemie ist der Kontakt dann aber leider wieder abgebrochen“, berichtet der ehemalige Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am UKW. Umso mehr sei er jetzt als Seniorprofessor froh und dankbar, dass 80 Jahre nach dem Holocaust sowohl der studentische Austausch als auch die wissenschaftliche Kooperation möglich sind und mit neuem Elan vorangetrieben werden. Und Prof. Buck kommentiert: „Die Technion-Universität ist eine exzellente, technisch ausgerichtete Bildungs- und Forschungseinrichtung, die geeignet ist, das Portfolio der Würzburger Universitätsmedizin in vielerlei Hinsicht zu bereichern. Aktuell laufen als nächster wichtiger Schritt die Abstimmungen zu wechselseitigen Besuchen der jeweiligen Medizinischen Fakultäten.“

Der Austausch ergänzt die bereits seit längerem bestehenden Austauschprogramme mit Universitäten vor allem in Nagasaki/Japan und Mwanza/Tansania, aber auch anderen Universitäten weltweit.

Text: Pressestelle / UKW
 

Israelische Medizinstudentinnen sowie zwei Medizinstudentinnen aus Japan mit Prodekan, ehemaliger Prodekan und Vertreterin aus der Medizinischen Fakultät.
Von links: Prof. Dr. Andreas Buck (Prodekan für Internationale Angelegenheiten), Adi Goldring, Noa Arbel, Romi Gleicher und Alma Barry (alle vier Technion-Universität, Haifa), Prof. Dr. Jürgen Deckert (Seniorprofessor, ehem. Prodekan für Internationale Angelegenheiten), Lee Kaniel (Technion-Universität, Haifa) sowie Barbara Moll (Medizinische Fakultät). In der ersten Reihe kniend: Yuka Yamazato und Mizuki Sakimoto, zwei Medizinstudentinnen aus Japan, die zeitgleich im Rahmen des Nagasaki-Würzburg-Austauschs in der unterfränkischen Universitätsstadt sind. © Andreas Buck / UKW

DBS Kongress 2026 – 3rd Expert Summit on the Future of Deep Brain Stimulation 22.–24. Februar 2026 | Congress Centrum Würzburg

Sonderforschungsbereich Retune richtet internationales Spitzentreffen zur Zukunft der Tiefen Hirnstimulation aus

 

Würzburg. Vom 22. bis 24. Februar 2026 findet im Congress Centrum Würzburg der DBS Summit 2026 – 3rd Expert Summit on the Future of Deep Brain Stimulation – statt. Ausrichter ist der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Sonderforschungsbereich (SFB) Retune 295 „Retuning dynamic motor network disorders by neuromodulation“. Organisiert wird der Kongress von Andrea Kühn und Jens Volkmann gemeinsam mit Cordula Matthies und Friedhelm Hummel im Organisationskomitee. Die wissenschaftliche Koordination liegt bei Martin Reich, Universitätsklinikum Würzburg, in enger Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern.

Wissenschaftliche Bedeutung der Tiefen Hirnstimulation

Die Tiefe Hirnstimulation (THS/DBS) ist ein etabliertes Verfahren der funktionellen Neurochirurgie und wird erfolgreich bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, essentiellem Tremor, Dystonien sowie bei ausgewählten psychiatrischen und chronischen Schmerzsyndromen eingesetzt. Durch die gezielte elektrische Modulation spezifischer Hirnregionen können krankhafte Netzwerkaktivitäten beeinflusst und Symptome nachhaltig gebessert werden.

In den vergangenen Jahren hat sich die THS von einer rein symptomorientierten Therapie zu einem hochpräzisen neuromodulatorischen Ansatz weiterentwickelt. Moderne adaptive „closed loop“-Systeme ermöglichen eine individualisierte, dynamische Anpassung der Stimulation in Abhängigkeit neuronaler Signale. Damit rückt die Therapie zunehmend in die Nähe intelligenter Neurotechnologien, die perspektivisch mit Hirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer Interfaces, BCI) verschmelzen. Solche Systeme erlauben nicht nur die Modulation, sondern auch das Auslesen neuronaler Aktivität in Echtzeit – ein zentrales Zukunftsthema, das auf dem Kongress intensiv diskutiert wird.

Die Forschung im Umfeld des SFB Retune versteht Hirnerkrankungen als Netzwerkstörungen und zielt auf eine individualisierte, adaptive Neuromodulation auf Grundlage eines vertieften Verständnisses neuronaler Schaltkreise ab. Der DBS Summit 2026 bildet hierfür eine internationale Plattform.

Internationale Spitzenforschung in Würzburg

Zum DBS Kongress werden über 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 30 Nationen erwartet. Das wissenschaftliche Programm spiegelt die hohe Dynamik des Fachgebiets wider und umfasst klinische, experimentelle sowie technologische Beiträge aus der Neurologie, Neurochirurgie, Neuroengineering und angrenzenden Disziplinen.

Mehr als 170 wissenschaftliche Beiträge wurden im Rahmen des Call for Abstracts eingereicht und werden als Poster präsentiert und diskutiert. Diese strukturieren den wissenschaftlichen Austausch und fördern den internationalen Dialog über neueste Forschungsergebnisse, methodische Innovationen und translationale Ansätze.

Neben State-of-the-Art-Vorträgen und thematischen Debatten widmet sich der Kongress insbesondere der Weiterentwicklung intelligenter, datengetriebener Neuromodulationssysteme. Im Mittelpunkt stehen personalisierte Therapieansätze, die Integration künstlicher Intelligenz in klinische Abläufe sowie die technologische Konvergenz mit Brain-Computer-Schnittstellen.

Weitere Informationen und das vollständige Programm: www.dbs-expertsummit.de  


Diese Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung freigegeben.
Bei Abdruck bitten wir um einen Beleg.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen zum Kongress! Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung. Gern vermitteln wir Ihnen Ansprechpartner für Interviews. 
Akkreditierungen bitte direkt über den Pressekontakt:


Kerstin Aldenhoff
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
Tel. 0172 3516916
Kerstin.Aldenhoff@ conventus.de  
www.dbs-expertsummit.de  

 

Pressemitteilung Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH vom 17. Februar 2026
 

Bayerisches Zentrum für präventive Infektionsmedizin: Prof. Dr. Oliver Kurzai zum Präsidenten gewählt

Würzburger Koordinationsteam bringt die wissenschaftlichen Aktivitäten in die bayernweite Struktur des BZI ein

Der neu gewählte Vorstand des BZI, von links: Prof. Dr. Stefanie Kampmeier (Sektionssprecherin BaySurv), Prof. Dr. Frank Hanses (Vize-Präsident des BZI), Prof. Dr. Oliver Kurzai (Präsident des BZI) und Prof. Dr. Klaus Überla (Sektionssprecher für BayVak). Foto: BZI / Simone Reiprich
Der neu gewählte Vorstand des BZI, von links: Prof. Dr. Stefanie Kampmeier (Sektionssprecherin BaySurv), Prof. Dr. Frank Hanses (Vize-Präsident des BZI), Prof. Dr. Oliver Kurzai (Präsident des BZI) und Prof. Dr. Klaus Überla (Sektionssprecher für BayVak). Foto: BZI / Simone Reiprich

Würzburg, Mit dem Start des Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin (BZI) nimmt eine neue landesweite Struktur zur Stärkung von Forschung, Versorgung und Prävention im Bereich der Infektionsmedizin ihre Arbeit auf. Das Zentrum wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert und vernetzt alle bayerischen Universitäten mit medizinischer Fakultät, die Universitätsklinika sowie den öffentlichen Gesundheitsdienst.

An der konzeptionellen Entwicklung und inhaltlichen Ausrichtung des BZI waren auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Würzburg und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg essenziell beteiligt. Das wissenschaftliche Konzept unter anderem durch Prof. Dr. Oliver Kurzai, Vorstand des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie an der Universität Würzburg, initiiert, gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Überla, Direktor des Virologischen Instituts des Uniklinikums Erlangen, sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern der bayerischen Hochschulmedizin.

In der ersten Direktoriumssitzung des BZI wurde Prof. Kurzai nun zum Präsidenten des BZI Bayern gewählt. Er übernimmt damit eine zentrale Rolle in der strategischen Weiterentwicklung des Zentrums und in der Koordination der standortübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Forschung, klinischer Versorgung und öffentlichem Gesundheitsdienst.

Ebenfalls aus Würzburg stammt Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, die zur Sektionssprecherin des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) gewählt wurde. BaySurv ist einer von mehreren Programmbereichen des BZI und befasst sich mit der kontinuierlichen Überwachung relevanter Erreger unter Einsatz moderner molekularer und datenbasierter Methoden.

Programmbereiche des BZI

Die Arbeit des Zentrums ist in verschiedene Programmbereiche gegliedert:

  • Struktursäule Bayerisches Surveillancezentrum (BaySurv)
  • Struktursäule Bayerisches Vakzinezentrum (BayVak)
  • Querschnittsprojekt Bayerisches Long-COVID-Register (BAY-LCR)

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg sind in diese Programmbereiche eingebunden und wirken an Forschungs-, Versorgungs- und Vernetzungsprojekten mit. Neben Prof. Dr. Stefanie Kampmeier und Prof. Dr. Oliver Kurzai sind aus Würzburg unter anderem Prof. Dr. Johannes Liese, PD Dr. Manuel Krone, Prof. Dr. August Stich, Prof. Dr. Ildikó Gágyor, PD Dr. Thiên-Trí Lâm sowie Prof. Dr. Peter Heuschmann beteiligt. 

Dieses lokale Koordinationsteam bringt die wissenschaftlichen Aktivitäten am Standort Würzburg in die bayernweite Struktur des BZI ein. Ziel ist es, Forschung und Versorgung eng zu verzahnen, standortübergreifend zusammenzuarbeiten und evidenzbasierte Beiträge zur Prävention und Bewältigung von Infektionskrankheiten zu leisten.

Auf der Website www.bzi-bayern.de stellt das BZI seine Programmbereiche, Projekte und aktuellen Entwicklungen gebündelt vor und macht Informationen zu Forschung, Vernetzung und Aktivitäten des Zentrums öffentlich zugänglich.

Der neu gewählte Vorstand des BZI, von links: Prof. Dr. Stefanie Kampmeier (Sektionssprecherin BaySurv), Prof. Dr. Frank Hanses (Vize-Präsident des BZI), Prof. Dr. Oliver Kurzai (Präsident des BZI) und Prof. Dr. Klaus Überla (Sektionssprecher für BayVak). Foto: BZI / Simone Reiprich
Der neu gewählte Vorstand des BZI, von links: Prof. Dr. Stefanie Kampmeier (Sektionssprecherin BaySurv), Prof. Dr. Frank Hanses (Vize-Präsident des BZI), Prof. Dr. Oliver Kurzai (Präsident des BZI) und Prof. Dr. Klaus Überla (Sektionssprecher für BayVak). Foto: BZI / Simone Reiprich

Infoaktion zum Themenkreis „Autoimmunerkrankungen und Ernährung“

Anlässlich des Tags der gesunden Ernährung verdeutlichen Diätassistentinnen und Ökotrophologinnen des Uniklinikums Würzburg am Donnerstag, 5. März 2026 auf einer Infofläche im Zentrum für Innere Medizin die Zusammenhänge zwischen Autoimmunerkrankungen und Ernährung.

Beim Tag der gesunden Ernährung stehen antientzündliche Lebensmittel im Mittelpunkt.
Beim Tag der gesunden Ernährung stehen antientzündliche Lebensmittel im Mittelpunkt. © Pixabay

Würzburg. Der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. macht seit 1998 jedes Jahr im März mit einem Aktionstag auf die Bedeutung einer gesunden Ernährung aufmerksam. In diesem Jahr stehen die Verbindungen zwischen Autoimmunerkrankungen und Ernährung im Mittelpunkt. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) nimmt das Thema auf und bietet am Donnerstag, 5. März 2026, auf einer Infofläche Schautafeln, ein Wissensspiel sowie Broschüren und Materialien zum Mitnehmen an. Außerdem gibt es antientzündliche Snacks zur Verkostung.

Die Aktion findet zwischen 10:00 und 16:00 Uhr nahe der Cafeteria „Insel“ im Erdgeschoss des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) an der Oberdürrbacher Straße statt. Initiiert, organisiert und durchgeführt wird sie von Diätassistentinnen und Ökotrophologinnen des UKW, die auch für individuelle Gespräche zur Verfügung stehen.

Antientzündliche Ernährung bei vielen Autoimmunerkrankungen vorteilhaft

Zum Hintergrund: In Deutschland leiden rund neun Prozent der Bevölkerung an einer der vielen Autoimmunerkrankungen – Tendenz steigend. Zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen zählen Hashimoto-Thyreoiditis, Psoriasis, Rheumatoide Arthritis, Typ-1-Diabetes, Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Zöliakie und Lupus erythematodes. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, doch genetische Veranlagung, Umweltfaktoren und der Lebensstil spielen eine bedeutende Rolle. Lebensmittel können Einfluss auf den Verlauf und die Symptome von Autoimmunerkrankungen haben. Eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung kann dabei helfen, das Immunsystem zu regulieren, Entzündungen zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Sie kann ein wichtiger Teil der ganzheitlichen Behandlung sein. Bei bestimmten Erkrankungen, wie bei der Zöliakie, ist sogar eine strikte – in diesem Fall glutenfreie – Ernährung unerlässlich, da Gluten Entzündungsprozesse im Darm auslöst.

Text: Pressestelle / UKW
 

Beim Tag der gesunden Ernährung stehen antientzündliche Lebensmittel im Mittelpunkt.
Beim Tag der gesunden Ernährung stehen antientzündliche Lebensmittel im Mittelpunkt. © Pixabay

KIPS: KI-basierte Patientensimulation in der Lehre

Universitätsklinikum Würzburg startet mit KIPS ein Leuchtturmprojekt

Collage einer Gesprächssituation- links ein Student, rechts die Ansicht des Monitors mit KI-Patient und Benutzeroberfläche mit Gesprächsstruktur und digitalen Unterstützungsmöglichkeiten.
Im Projekt KIPS führen Studierende die Gespräche vor einem PC, Tablet oder Smartphone mit virtuellen Patientinnen und Patienten, die den Eindruck erwecken, per Video zugeschaltet zu sein. © Projekt KIPS / Alexander Zamzow

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) festigt seine Position als Innovationstreiber in der medizinischen Ausbildung und startet das Projekt „KIPS” (KI-basierte Patientensimulation). In einer multizentrischen Kooperation zwischen dem Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung am UKW, der Technischen Universität München (TUM) am Campus Heilbronn sowie Experten für medizinische KI vom Inselspital Bern (Schweiz) wird eine skalierbare Trainingsplattform auf Basis von Large Language Models (LLMs) entwickelt. Mit KIPS sollen Studierende die Gelegenheit erhalten, ihre Kommunikationsfertigkeiten zu trainieren und gleichzeitig die klinische Entscheidungsfindung schulen. 

Würzburg / Heilbronn / Bern. Simulierte Patientengespräche sind ein fester Bestandteil der medizinischen Ausbildung. Dabei schlüpfen Schauspielpersonen die Rolle von Patientinnen und Patienten und führen Konsultationsgespräche mit Medizinstudierenden. Neben der medizinischen Gesprächsführung lernen die Studierenden, Empathie zu zeigen, aktiv zuzuhören und nonverbale Signale zu deuten. Sie üben, auf unterschiedliche Persönlichkeiten, Emotionen und kulturelle Hintergründe einzugehen, und lernen, schwierige Situationen wie das Überbringen schlechter Nachrichten, Unsicherheit oder Konflikte professionell zu bewältigen. Zudem erhalten sie strukturiertes Feedback, das ihnen hilft, ihr eigenes Auftreten zu reflektieren und kontinuierlich zu verbessern. Das Training mit menschlichen Schauspielenden ist jedoch kostenintensiv und schwer skalierbar.

Vom Hackathon zum Forschungsprojekt

Das Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung am UKW stellte sich deshalb die Frage: „Kann KI das Arzt-Patienten-Gespräch trainieren?” Hacker, die sich im März 2025 zum zweiten Healthcare-Hackathon in Würzburg versammelten, suchten nach einer Antwort. Innerhalb von 24 Stunden entwickelte ein interdisziplinäres Team im Zentrum für Digitale Innovationen (ZDI) einen Proof of Concept, der das Potenzial generativer KI für die medizinische Gesprächsführung aufzeigte. Mithilfe fortgeschrittener Methoden der Spracherkennung und -wiedergabe sowie eines speziell modifizierten Large Language Models (LLM) kam man einem Arzt-Patienten-Gespräch auf der verbalen Ebene bereits sehr nahe. Das formalisierte Projekt KIPS (KI-basierte Patientensimulation) überführt diesen Prototypen nun in eine wissenschaftlich validierte Lehranwendung zur systematischen Vermittlung ärztlicher Gesprächsführung. 

Simulation in der medizinischen Ausbildung braucht neue Ideen und moderne Werkzeuge. Dass Studierende mit virtuellen Patientinnen und Patienten echte Gespräche führen können, war bislang nicht möglich. Genau hier setzt unser Projekt an“, sagt Prof. Dr. Sarah König, Leiterin des Instituts für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung.

Objektives, metrikbasiertes Feedback zu Empathie, fachlicher Korrektheit und Gesprächsstruktur ist Alleinstellungsmerkmal

Ein Large Language Model (LLM) ist ein System der künstlichen Intelligenz, das darauf trainiert ist, Sprache zu verstehen, zu verarbeiten und zu erzeugen. Im Rahmen von KIPS kann es daher realistische Arzt-Patienten-Dialoge in Echtzeit simulieren. Die KI übernimmt dabei die Rolle des Patienten, reagiert auf verbale Eingaben der Studierenden und generiert anschließend ein objektives, metrikbasiertes Feedback zu Empathie, fachlicher Korrektheit und Gesprächsstruktur. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal. 

Neu ist zudem der longitudinale Aufbau: Studierende können die virtuellen Patienten innerhalb eines stationären Aufenthaltes über mehrere Visiten hinweg begleiten und die Auswirkungen von Maßnahmen, wie etwa die Anordnung eines neuen Medikaments, erkennen und reflektieren. 

„Bei KIPS geht es nicht darum, Gespräche mit (Schauspiel-)Patienten in der medizinischen Ausbildung zu ersetzen – diese werden immer die wichtigste Säule des Anamnesetrainings bleiben. Wir wollen jedoch aufzeigen, welche zusätzlichen Möglichkeiten die Technologie bietet, insbesondere in Bezug auf Skalierbarkeit, strukturiertes Gesprächsfeedback und das Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns“, erklärt Alexander Zamzow, ärztlicher Projektleiter „KIPS“ an der Lehrklinik Würzburg, die didaktische Innovation. 

Erweiterung des Trainingsangebots für zusätzliche Berufsgruppen

Die Relevanz kompetenter Gesprächsführung erstreckt sich jedoch nicht nur auf die ärztliche Tätigkeit, sondern auf alle akademischen und nicht-akademischen Gesundheits- und Heilberufe. Daher ist im weiteren Projektverlauf eine Erweiterung des Trainingsangebots für zusätzliche Berufsgruppen vorgesehen. So soll das System beispielsweise an die Bedürfnisse der Hebammenwissenschaft angepasst werden, um auch in diesem Bereich frühzeitig interprofessionelle Synergien zu entwickeln.

Maßgebliche Förderung durch die Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp

Die Realisierung dieses zukunftsweisenden Vorhabens am Standort Würzburg wird durch eine Förderung der Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp ermöglicht. „Wir unterstützen die wirkungsvolle Nutzung von KI in der medizinischen Anwendung und allen voran in der Ausbildung, weil wir hier sehr große Chancen sehen, schnell und flächendeckend erhebliche Fortschritte umzusetzen. Gerade KIPS ist ein Paradebeispiel für Geschwindigkeit und kompetente Innovation“, erläutert Dr. Gunther Schunk, Vorstandsvorsitzender der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp. Parallel dazu wird der Projektarm am Campus Heilbronn durch den TUM Incentive Fund gefördert. Diese Unterstützung unterstreicht die Relevanz des Projekts für die ärztliche Qualifizierung über die Region hinaus. Im Januar 2026 startete das Projekt mit der Weiterentwicklung des Prototypen, gefolgt von einer Pilotstudie zur Evaluation der Nutzbarkeit und des Trainingserfolgs im Herbst 2026.

Collage einer Gesprächssituation- links ein Student, rechts die Ansicht des Monitors mit KI-Patient und Benutzeroberfläche mit Gesprächsstruktur und digitalen Unterstützungsmöglichkeiten.
Im Projekt KIPS führen Studierende die Gespräche vor einem PC, Tablet oder Smartphone mit virtuellen Patientinnen und Patienten, die den Eindruck erwecken, per Video zugeschaltet zu sein. © Projekt KIPS / Alexander Zamzow

Personalia vom 10. Februar 2026 +++ Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

In der ersten Direktoriumssitzung des Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin (BZI) wurde Prof. Dr. Oliver Kurzai, Leiter des Lehrstuhls für Medizinische Mikrobiologie und Mykologie, zum Präsidenten des BZI Bayern gewählt. Er übernimmt damit eine zentrale Rolle in der strategischen Weiterentwicklung des Zentrums und in der Koordination der standortübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Forschung, klinischer Versorgung und öffentlichem Gesundheitsdienst. Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Inhaberin des Lehrstuhls für Krankenhaushygiene, wurde zur Sektionssprecherin des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) gewählt wurde. BaySurv ist einer von mehreren Programmbereichen des BZI und befasst sich mit der kontinuierlichen Überwachung relevanter Erreger unter Einsatz moderner molekularer und datenbasierter Methoden. Mehr Infos zum BZI: https://www.bzi-bayern.de/ 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 10. Februar 2026