Aktuelle Pressemitteilungen

Corona-Sicherheit am Uniklinikum Würzburg: Masken und vieles mehr

„Wer zu uns zu einer Behandlung kommt, geht kein gesteigertes Risiko ein, sich mit dem Coronavirus zu infizieren“, verspricht Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW). Dafür sorgt das im Folgenden zusammengestellte Maßnahmenbündel, das von der Klinikumsleitung zusammen mit Fachleuten für Krankenhaushygiene unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Vogel entwickelt wurde und aktuell täglich angepasst wird.

 

Neue Patienten werden befragt und getestet
Bei jedem neuen Patienten des UKW wird eine Eingangsbefragung entsprechend der aktuellen Vorgaben des Robert-Koch-Instituts durchgeführt. Wer stationär aufgenommen werden muss, wird durch einen harmlosen Rachenabstrich auf das Virus untersucht, damit schnell die notwendigen Hygienemaßnahmen eingeleitet werden können. Es gilt zudem die Regel, dass bei geplanten Operationen immer eine aktuelle Virusuntersuchung vorliegen muss.

Corona-Patienten werden in streng getrennten Bereichen behandelt
Für die Behandlung von Corona-Patienten haben alle Kliniken des UKW eigene Bereiche geschaffen, die von der übrigen Krankenversorgung strikt getrennt sind.

Patienten und Besucher bekommen in den Kliniken Masken gestellt
Obwohl diese Schutzausrüstung aktuell knapp ist, dürfen Mitarbeiter, Patienten und Besucher in den klinischen Bereichen des UKW ausschließlich die vom Klinikum bereitgestellten Mund-Nasen-Schutzmasken benutzen. Wegen der Qualität dieser Masken ist so ein einheitlicher Standard in der Krankenversorgung möglich.

Auch stationäre Patienten erhalten Schutzmasken
Stationäre Patienten des UKW erhalten Mund-Nasen-Schutzmasken, die sie dann situationsbezogen tragen – im Krankenzimmer, zum Beispiel bei Visiten, oder wenn sie das Zimmer verlassen, zum Beispiel für diagnostische Untersuchungen.

In den Ambulanzen schützen Abstände und weitere Maßnahmen
In den Ambulanzen `des Klinikums werden Patienten für nicht aufschiebbare Untersuchungen und Behandlungen zeitlich so einbestellt, dass in den Wartebereichen jederzeit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Außerdem ist maximal eine Begleitperson erlaubt – und auch nur dann, wenn Patienten diese als Hilfe brauchen, um in die Ambulanz zu kommen. Alle Patienten und Begleitpersonen müssen eine Eingangsbefragung durchlaufen und eine vom UKW gestellte Mund-Nasen-Schutzmaske tragen. Darüber hinaus werden sie vom Personal zur Händedesinfektion aufgefordert.

Das Personal ist bestens in den Hygienevorschriften geschult
Alle Beschäftigten des UKW, inklusive des Hilfspersonals, wurden und werden seit Beginn der Corona-Pandemie nochmals in hoher Intensität in den vorbeugenden Hygienemaßnahmen geschult. Ein täglicher Coronavirus-Newsletter informiert sie über Änderungen im Hygieneplan und die Entscheidungen der Klinikumsleitung.

Teile des Personals werden getestet
Mitarbeiter/innen des Klinikums, die Symptome einer Erkältungskrankheit – also vor allem Husten, Halsschmerzen, plötzlichen Geruchs- und Geschmacksverlust oder Fieber– zeigen, werden unabhängig vom Schweregrad der Symptome sofort auf eine Corona-Infektion getestet. Gleiches gilt bei Beschäftigten mit Fieber. Wer auf Stationen mit abwehrgeschwächten Patienten arbeitet, wird wöchentlich auf Coronaviren getestet. Gleiches gilt für die Patienten in diesen Bereichen.

Nachverfolgung von Kontaktpersonen
Immer, wenn ein neuer Coronafall unter den Patienten oder dem Personal gemeldet wird, führt das Klinikum eine genaue Nachverfolgung möglicher Kontaktpersonen durch. Diese Untersuchungen laufen in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Sie reduzieren das Risiko einer Ausbreitung der Erkrankung.

 

Link zur Pressemitteilung

Erster digitaler Selbsthilfe-Qualitätszirkel am Uniklinikum Würzburg ein voller Erfolg

Die Corona-Kontaktsperre verhindert die reguläre Gruppenarbeit in der Selbsthilfe. Als Alternative bieten sich Online-Lösungen an. So erprobte das Uniklinikum Würzburg Ende April erfolgreich seinen ersten digitalen Qualitätszirkel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“.

Seit vergangenem Jahr darf sich das Uniklinikum Würzburg (UKW) „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ nennen. Mit dieser Auszeichnung durch das bundesweite Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess verbunden, zu dem auch die Durchführung von mehreren Qualitätszirkeln pro Jahr gehört. Bei diesen Informations-, Diskussions- und Planungsveranstaltungen kommen Vertreter/innen der Selbsthilfegruppe und der Selbsthilfekontaktstellen mit den Mitgliedern einer Steuerungsgruppe des Klinikums zusammen. „Die bisherigen Treffen fanden in Hörsälen und Seminarräumen des UKW statt“, berichtet Gabriele Nelkenstock, die externe Selbsthilfebeauftragte des UKW, und fährt fort: „Durch die Kontaktbeschränkungen wegen des Coronavirus ist das aktuell so nicht mehr möglich.“ Dennoch soll nach dem Willen des Klinikumsvorstands die wichtige Austauschplattform nicht bis nach der Krise ruhen. Stattdessen wurde gemeinsam mit dem Aktivbüro der Stadt Würzburg und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband der erste digitale Qualitätszirkel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ initiiert und am Samstag, den 25. April 2020 erfolgreich durchgeführt.

Datenschutz voll gewährleistet

Als Softwareplattform diente Skype for Business. „Ein wichtiger Aspekt bei der Durchführung einer solchen Online-Veranstaltung ist der Datenschutz. Da die dafür erforderliche Software auf den Servern des Uniklinikums liegt, sind wir hier auf der sicheren Seite“, weiß die Selbsthilfebeauftragte.

Insgesamt wählten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 19 verschiedenen Selbsthilfegruppen per Computer oder Smartphone in die rund zweistündige Konferenz ein und konnten so den Präsentationen und Diskussionen in Wort und Bild folgen. Auch eine Teilnahme per Telefon war möglich – bei dieser Option waren die Folien der Präsentation natürlich nicht zu sehen.

Thema: Wie stehen die Selbsthilfegruppen zur digitalen Kommunikation?

Die Digitalisierung war auch der inhaltliche Schwerpunkt der Videokonferenz. So wurde zum Beispiel abgefragt, wie sinnvoll die Selbsthilfe-Akteure digitale Angebote während der Corona-Pandemie erachten. „Dabei zeigte sich, dass 94 Prozent diesen Weg als ‚sehr sinnvoll‘ einschätzen“, sagt Gabriele Nelkenstock. Als mögliche Hürden wurden dabei die unterschiedlich gute technische Ausstattung und das teilweise fehlende EDV-Know-how der potenziellen Zielpersonen genannt. Außerdem wurde deutlich, dass viele die digitalen Medien zwar als wichtige Ergänzung, aber höchstens temporär als Ersatz für eine persönliche Präsenz ansehen.

Auf die Frage, welche Schwerpunkte während der Corona-Zeit online angeboten werden sollen, kristallisierten sich mehrere Themengruppen heraus. Neben indikationsübergreifendem und indikationsspezifischem Expertenwissen, wie zum Beispiel Empfehlungen zu Verhaltensweise von Risikogruppen, fanden sich auch technische Hilfestellungen auf den „Wunschlisten“. Hierzu zählen unter anderem Fortbildungen in der digitalen Medienkompetenz oder Ratschläge zur Finanzierung des erforderlichen Equipments.

Auch nach Corona: Digitale Lösungen als weiterer Service

Ein weiterer Diskussionspunkt schaute auf die Zeit nach der Corona-Pandemie: Besteht bei den Selbsthilfegruppe Interesse, auch in Zukunft digitale Angebote im Rahmen der Kooperation mit dem UKW zu nutzen? Diese Frage beantworteten ebenfalls 94 Prozent der Teilnehmer/innen des Qualitätszirkels mit Ja. „Damit fühlen wir uns in unseren Plänen bestätigt“, freut sich Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, und präzisiert: „Wir wollen auch nach der Corona-Krise digitale Projekte weiter ausbauen. Ob zur Vernetzung über große Entfernungen hinweg, zur Kommunikation in Chats und Foren oder zur Verbesserung des eigenen Krankheitsmanagements – es ist richtig und wichtig, dass wir diese Möglichkeiten auch langfristig nutzen.“ Und Gabriele Nelkenstock ergänzt: „Im Fall des Qualitätszirkels zeigte sich die Krise auch als Chance zur Weiterentwicklung. Digitale Ergänzungen zu den persönlichen Treffen werden in Zukunft noch mehr Interessierten, wie zum Beispiel den Angehörigen von Betroffenen, die Teilnahme und den Informationsgewinn vereinfachen.“

Dr. Hülya Düber begrüßte die schnelle Reaktion des Uniklinikums auf die Corona-Krise. „Wir werden auch die weitere Suche nach digitalen Angeboten unterstützen, um die Kooperation mit der Selbsthilfe kontinuierlich fortzuführen“, versprach die Sozialreferentin der Stadt Würzburg.

 

Link zur Pressemitteilung

Uniklinikum Würzburg: Prof. Dr. Christian Speer im Ruhestand

Auf höchstem Niveau breit aufgestellt – in dieser Weise formte Prof. Dr. Christian Speer in den vergangenen 21 Jahren die Pädiatrie am Uniklinikum Würzburg. Ende April dieses Jahres ging der hochengagierte und beliebte Direktor der Universitäts-Kinderklinik in den Ruhestand.

Es begann mit einer Einladung: Im Jahr 1998 forderte die Medizinische Fakultät der Uni Würzburg Christian Speer – damals Ärztlicher Direktor und Professor der Abteilung für Neonatologie der Universitätskinderklinik Tübingen – auf, sich auf die freigewordene Position als Direktor der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) zu bewerben. Dahinter stand der Plan, als Nachfolger von Prof. Dr. Helmut Bartels eine Führungspersönlichkeit zu gewinnen, die einerseits in der zunehmend wichtigen Neonatologie, also der Früh- und Neugeborenenmedizin, spezialisiert ist, andererseits aber auch alle anderen Bereiche der Pädiatrie im Blick behalten und voranbringen kann. Zum Wohle der Würzburger Universitätsmedizin ging diese Rechnung auf: Nach seiner Zusage formte Prof. Speer die Kinderklinik und Poliklinik des UKW ab 1999 zu einer modernen, leistungsstarken Einrichtung. Mit seinem Übertritt in den Ruhestand zum 30. April 2020 endete kürzlich diese 21-jährige Ära.

Fasziniert von Pädiatrie und Neonatologie

Der Motor hinter seinem jahrzehntelangen hohen Engagement ist die tiefe Faszination für das Fach. „Durch die verschiedenen Altersgruppen sowie die Vielzahl an altersabhängig typischen oder auch seltenen Erkrankungen bietet die Pädiatrie ein besonders breites Behandlungsspektrum. Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, sich nicht nur den kranken Kindern, sondern auch den Eltern und manchmal auch den Geschwistern zuzuwenden“, schildert Prof. Speer. Innerhalb der Pädiatrie begeisterte und begeistert den Mediziner vor allem die Behandlung von Früh- und Neugeborenen „Die Neonatologie erfordert allerhöchste Präzision und Sensibilität. Hier müssen Symptome und Krankheitsverlauf genauestens wahrgenommen und richtig interpretiert werden. In vielen Fällen hat das immense Folgen für das spätere Leben der jungen Patienten“, unterstreicht der Pädiater. Bei dieser verantwortungsvollen Tätigkeit griff er immer gerne auch auf die Eindrücke und Beobachtungen der Eltern sowie versierter Pflegekräfte zurück.

Intensive Um- und Neubauten für eine moderne Klinik

Bei seinem Amtsantritt übernahm der Direktor eine auf mehrere Gebäude im Altgelände des UKW verteilte Klinik. Die Bausubstanz wies erhebliche strukturelle Mängel auf, so dass die „Ära Speer“ weitgehend von Renovierungs- und Neubaumaßnahmen geprägt war. Unter den vielen erfolgreich umgesetzten Projekten spielt für ihn das im Jahr 2005 in Betrieb genommene Stammzelltransplantationszentrum auch heute noch eine herausragende Rolle. „Der Bau dieses Zentrums war schon Teil meiner Berufungsverhandlungen, da ich aus meiner Tübinger Zeit wusste, welche Chancen für Krebspatienten mit diesen Therapien verbunden sind“, erläutert Prof. Speer. Am Würzburger Stammzelltransplantationszentrum werden sowohl Kinder, wie auch Erwachsene behandelt. Es ist eines der größten seiner Art in Deutschland.

Die bislang letzte große Erweiterung der Würzburger Universitäts-Kinderklinik war ihre Anfang Januar dieses Jahres in einem Neubau eröffnete, hochmoderne Notaufnahme.

Schwerpunkte mit hoher Strahlkraft geschaffen

In Klinik und Forschung unterstützte der Pädiater die voranschreitende Spezialisierung in der Kinderheilkunde ohne das ganze Kind und seine Familie aus den Augen zu verlieren. Er schuf neue Schwerpunkte mit großen Einzugsbereichen in der Patientenversorgung sowie weitreichender akademischer Sichtbarkeit. Neben der Stammzelltransplantation, Immunologie, Rheumatologie, Infektiologie, Hämatologie oder der Behandlung von Mukoviszidose hat speziell die am UKW praktizierte und erforschte Neonatologie eine internationale Ausstrahlung – gerade auch wegen der persönlichen Kompetenzen von Christian Speer. Beispielsweise ist er ein führender Experte für die Entwicklung, Optimierung und Anwendung eines Lungenfaktors, des sogenannten Surfactants, der vielen Frühgeborenen bei der Geburt fehlt. Die Surfactanttherapie gilt als einer der größten Erfolge der Neonatologie.

Ein international anerkannter Experte

Für seine bedeutenden Beiträge in der Früh- und Neugeborenenmedizin erhielt Prof. Speer zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen. So wurde er seit 1993 in einem immer wieder neu erstellten Ranking des Nachrichtenmagazins Focus kontinuierlich als deutschlandweiter „Top-Mediziner“ auf diesem Gebiet gelistet. Im Jahr 2014 erhielt er als erster Deutscher von der Europäischen Gesellschaft für Perinatalmedizin den international hochrenommierten Maternité Prize. Sein internationales Ansehen in Expertenkreisen wird zudem sichtbar durch Ehrenmitgliedschaften in der Amerikanischen Pädiatrischen Gesellschaft und in der Russischen Perinatal-Gesellschaft.

Fordernder und wertschätzender Führungsstil

Seine hohe fachliche Kompetenz verbindet der Menschenfreund Speer im Klinikalltag mit einem großen Maß an Empathie. Dies macht ihn bei den Kindern und Eltern beliebt. Auch bei seinen Mitarbeitern aus über 20 unterschiedlichen Berufsgruppen ist er hoch angesehen. „Ich habe sicher von allen Präzision und Leistung gefordert, aber ich habe diese Leistungen immer auch wertgeschätzt und Förderung zukommen lassen, wo immer ich konnte“, beschreibt Prof. Speer seinen Führungsstil.

Mit größtem Respekt spricht er von seiner Zusammenarbeit mit der Elterninitiative tumor- und leukämiekranker Kinder sowie der Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation KIWI. „Der persönliche Einsatz der Mitglieder dieser Vereine ist wirklich sensationell. In mustergültiger Kooperation konnten wir gemeinsam viele Verbesserungen für unsere Patienten erzielen, die anders nicht oder nur schwer umzusetzen gewesen wären“, zeigt sich Prof. Speer dankbar.

Als Seniorprofessor weiterhin wissenschaftlich aktiv

Nach alle den Berufsjahren mit bis zum Schluss Sieben-Tage-Wochen erwartet den einsatzfreudigen Mediziner jetzt der Ruhestand. „Was mir auf jeden Fall fehlen wird, ist der Kontakt zu den Patienten“, weiß Prof. Speer schon heute. Der Würzburger Universitätsmedizin und der weltweiten Wissenschaftsszene wird er allerdings auch in Zukunft erhalten bleiben. „Ich werde als Seniorprofessor von einem kleinen Büro in der Würzburger Universitäts-Frauenklinik aus diverse internationale Wissenschaftsprojekte weiterverfolgen“, kündigt der Klinikdirektor, dann a. D., an. Außerdem wird er weiterhin das von ihm 1996 ins Leben gerufene internationalen Symposium „Recent Advances in Neonatal Medicine“ organisieren. Bei dieser Veranstaltung trifft sich alle drei Jahre in Würzburg die Speerspitze der Neonatologie zu ihrem größten klinisch-wissenschaftlichen Forum außerhalb der USA.

Es wurde der ideale Nachfolger gefunden

Sehr erleichtert wird ihm nach eigenen Angaben der Abschied aus der Klinik durch die Wahl seines Nachfolgers. „Prof. Dr. Christoph Härtel vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein kann sich auf eine breite pädiatrische Ausbildung stützen und ist wie ich Neonatologe. Er ist in meinen Augen die Idealbesetzung für einen bruchlosen Übergang und eine optimale Weiterentwicklung der Kinderheilkunde am UKW“, freut sich Prof. Speer.

 

Link zur Pressemitteilung

Uniklinikum Würzburg: CAR-T-Zellen als vielversprechende Therapiechance bei Mantelzell-Lymphom

Die internationale Phase-II-Studie ZUMA-2, an der auch das Uniklinikum Würzburg beteiligt war, zeigte, dass viele Patienten mit Mantelzell-Lymphom von einer CAR-T-Zell-Therapie in einem bislang ungekannten Maße profitieren können.

Das Mantelzell-Lymphom wird bislang auf vielerlei Weise behandelt – von Chemotherapie über Strahlentherapie bis hin zur Stammzelltransplantation. Als recht effektiv erwies sich zudem die Hemmung eines Schlüsselproteins im Signalweg der B-Zellen mit einem sogenannten Bruton-Tyrosinkinase-(BTK)-Hemmer. „All diesen Therapien gemeinsam ist jedoch, dass sie im besten Fall einen Krankheitsrückfall hinauszögern können. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines MCL-Patienten nach dem zweiten Rückfall der Erkrankung beträgt weniger als sechs Monate.“, beschreibt Prof. Dr. Hermann Einsele. Anders sieht es laut dem Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) bei einer neuen, maßgeschneiderten CAR-T-Zell-Therapie aus. „Hier sind Behandlungsergebnisse möglich, wo auch noch nach zwei Jahren die meisten Patienten krankheitsfrei sind“, verdeutlicht der Würzburger Krebsexperte.

Würzburger Expertise zum Mantelzell-Lymphom

Mit dieser Aussage bezieht er sich auf die Erkenntnisse der multizentrischen Phase-II-Studie ZUMA-2. Unter Leitung des US-amerikanischen MD Anderson Cancer Centers der University of Texas waren daran 20 internationale Krebsforschungs- und -behandlungseinrichtungen beteiligt, darunter auch das UKW, vertreten durch Prof. Dr. Max Topp, dem Leiter des klinischen CAR-T-Zellen-Programms an der Medizinischen Klinik II des UKW.
„Wir beschäftigen uns in Würzburg sehr intensiv mit dem Mantelzell-Lymphom“, schildert Prof. Einsele und präzisiert: „Die Diagnostik ist ein wichtiges Thema der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Andreas Rosenwald vom Pathologischen Institut der Uni Würzburg. Und in der Therapie bringt der internationale Lymphomexperte und Immuntherapeut Prof. Topp sein Wissen ein, damit diese Therapie nicht nur in Rahmen von Studien, sondern auch in der Regelversorgung von Patienten aus Unterfranken und darüber hinaus angeboten werden kann.“

T-Zellen genetisch für den Kampf ertüchtigt

Insgesamt erhielten 68 Patienten, bei denen das MCL nach Ausschöpfung der anderen Therapieoptionen – inklusive BTK-Hemmer – wiedergekehrt war, CAR-T-Zellen des Typs KTE-X19. Bei der CAR-T-Zelltherapie werden die zum Immunsystem gehörenden T-Zellen aus dem Blut der Patienten extrahiert und genetisch mit Chimären-Antigenrezeptor-(CAR)-Molekülen umgebaut. Diese Veränderung versetzt die T-Zellen in die Lage, Krebszellen anzugreifen, für die sie vorher biochemisch blind waren. Die umgebauten T-Zellen werden dem Patienten wieder infundiert.

Sehr hohes Ansprechen der Patienten auf die Therapie

93 Prozent der in der Studie so therapierten Patienten sprachen auf die Behandlung an, wobei 67 Prozent ein vollständiges Ansprechen erzielten. Das heißt, dass bei ihnen auch mit feinsten Diagnosemethoden keine Lymphomzellen mehr nachweisbar waren. Ein Jahr später war bei 57 Prozent der Patienten das MCL nach wie vor komplett eliminiert und 76 Prozent aller in der Studie behandelten Patienten waren noch am Leben.

„Diese Ergebnisse geben Anlass zu der berechtigten Hoffnung, dass uns mit KTE-X19 eine wirksame und praktikable Waffe gegen das Mantelzell-Lymphom zur Verfügung steht“, sagt Prof. Topp, einer der Co-Autoren der Studie.

Teils schwere Nebenwirkungen wirksam behandelt

Nicht verschwiegen werden sollte nach seinen Worten allerdings, dass die Anwendung dieser Waffe für die Patienten durchaus belastend ist: Zu den Nebenwirkungen zählt – neben Störungen der Blutzusammensetzung, wie Neutropenie und Thrombozytopenie – auch das Zytokinfreisetzungssyndrom. Dieses kann mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Bluthochdruck und Übelkeit einhergehen. Allerdings konnte das Syndrom bei allen Studienpatienten wirksam behandelt werden.

Die Ergebnisse der Studie wurden im April dieses Jahres in der US-amerikanischen Fachzeitschrift The New England Journal of Medicine veröffentlicht.


Kastentext:

Über das Mantelzell-Lymphom

In Deutschland erkranken pro Jahr ungefähr ein bis zwei von 100 000 Menschen an einem Mantelzell-Lymphom, eine seltene Unterform des Lymphknotenkrebses. Es befällt nicht nur die Lymphe, sondern wird sehr häufig auch im Knochenmark und im Magen-Darm-Trakt diagnostiziert. Die bisherige Behandlung erfolgt durch eine Kombination von Chemo- und Immuntherapie, Signalblocker sowie bei jüngeren Patienten auch durch eine Stammzelltransplantation. Das mittlere Überleben beträgt fünf bis sechs Jahre.

Literatur:

KTE-X19 CAR T-Cell Therapy in Relapsed or Refractory Mantle-Cell Lymphoma; M. Wang, J. Munoz, A. Goy, F.L. Locke, C.A. Jacobson, B.T. Hill, J.M. Timmerman, H. Holmes, S. Jaglowski, I.W. Flinn, P.A. McSweeney, D.B. Miklos, J.M. Pagel, M.-J. Kersten, N. Milpied, H. Fung, M.S. Topp, R. Houot, A. Beitinjaneh, W. Peng, L. Zheng, J.M. Rossi, R.K. Jain, A.V. Rao, P.M. Reagan; New England Journal of Medicine, 382(14), S. 1331–1342, 2020

 

Link zur Pressemitteilung

Gespendete Lungenfunktionsmessgeräte unterstützen die Telemedizin bei Mukoviszidose

Das Hightech-Unternehmen ERT spendete dem Uniklinikum Würzburg 30 Lungenfunktionsmessgeräte. Mit diesen können Mukoviszidose-Patienten zu Hause ihre Lungenfunktion selbst kontrollieren und die Messwerte an das Christiane Herzog-Zentrum des Klinikums senden. Eine gerade unter den Bedingungen der Corona-Pandemie vorteilhafte Lösung.

 

Bei der Übergabe der Lungenfunktionsgeräte am Firmensitz in Estenfeld (von links): Sabine Piekert, Reza Farienfar und Andrea Grieb (vorne) vom Hochtechnologie-Unternehmen ERT sowie Dr. Alexandra Hebestreit und Prof. Dr. Helge Hebestreit vom Christiane Herzog-Zentrum für Mukoviszidose Unterfranken. Bild: Kamjar Pourhang / ERT

Das in Estenfeld bei Würzburg beheimatete, weltweit agierende Unternehmen eResearchTechnology (ERT) stellt unter anderem mobile medizinische Messgeräte her, die sich sowohl für klinische Studien, wie auch für häusliches Selbstmonitoring von Patienten eignen. Kürzlich überreichten Reza Farienfar, der Global Vice President im Vertriebsbereich Atemwegslösungen bei ERT, sowie seine Mitarbeiterinnen Sabine Piekert und Andrea Grieb als Spende 30 handliche Lungenfunktionsmessgeräte an Dr. Alexandra Hebestreit und Prof. Dr. Helge Hebestreit vom Uniklinikum Würzburg (UKW). Die Systeme werden den Spezialisten des am UKW angesiedelten Christiane Herzog-Zentrum für Mukoviszidose Unterfranken helfen, ihre Patienten auch während der Corona-Pandemie möglichst gut zu versorgen.

Prof. Dr. Hebestreit, der Leiter des Zentrums, erläutert: „Mukoviszidose ist eine seltene Erbkrankheit, die verschiedene Organsysteme betrifft. Insbesondere die fortschreitende Lungenerkrankung führt zu einer begrenzten Lebenserwartung und bedarf einer besonders intensiven medizinischen Betreuung.“ So brauchen Menschen mit Mukoviszidose nach seinen Worten regelmäßige Untersuchungen in einem spezialisierten Zentrum. „Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir einen großen Teil der Gesundheitskontrollen der Betroffenen auf telemedizinische Termine umstellen“, berichtet Dr. Alexandra Hebestreit, eine der Expertinnen des Christiane Herzog-Zentrums, und fährt fort: „Aber gerade die so wichtige Messung der Lungenfunktion kann nicht per Videoverbindung geleistet werden.“ Mit den gespendeten Geräten haben jetzt 30 Patienten die Chance, zu Hause ihre Lungenfunktion selbst zu überwachen und die Messwerte an das Zentrum in Würzburg zu senden. „Dies macht die telemedizinischen Termine viel aussagekräftiger. Außerdem können wir durch die häuslichen Kontrollen Verschlechterungen viel früher erkennen und entsprechend reagieren“, freut sich Prof. Hebestreit und dankt den Verantwortlichen bei ERT im Namen der Patienten herzlichst für die großzügige Spende.

 

Pressemeldung als Download

 

So viele verschleppte Infarkte wie selten

Die internistische Notaufnahme am Universitätsklinikum Würzburg ist seit Beginn der Corona-Krise nur halb so voll wie sonst. Eigentlich ein gutes Zeichen. Das Problem ist aber, dass die Notfälle nicht abgenommen haben. Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I sieht mit großer Sorge, dass viele Menschen zuhause Krankheitsbeschwerden aussitzen, weil sie Angst haben, beim Arzt oder in der Klinik mit Corona-Patienten in Kontakt zu kommen und sich zu infizieren. Der Kardiologe mahnt eindringlich, vor allem Notfälle ernst zu nehmen, keine Zeit zu verlieren und umgehend den Notarzt zu rufen. Denn während sich die Notaufnahmen leeren, füllen sich die Stationen mit Patienten, die zum Beispiel aufgrund eines verschleppten Infarktes eine Herzinsuffizienz entwickeln oder unter Herzrhythmusstörungen leiden – Komplikationen, die man verhindern kann, wenn man rechtzeitig in die Klinik kommt.

Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Universitäts-klinikum Würzburg mahnt, im Notfall keine Zeit zu riskieren und den Rettungs-wagen rufen.
Jeder Patient, der als Notfall oder mit Termin ins Universitätsklinikum Würzburg kommt, wird getestet, ob er mit COVID-19 infiziert ist.
Im Herzkatheterlabor und im gesamten Universitätsklinikum Würzburg herrschen höchste Sicherheitsvorkehrungen.
Appell von Prof. Dr. Stefan Frantz

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Das gilt auch in Zeiten von Corona. Viele Betroffene warten derzeit aber oft ab, ob sich die Beschwerden legen. „Die Beschwerden legen sich tatsächlich nach sechs bis zwölf Stunden. Dann ist nämlich das Herzmuskelgewebe abgestorben“, sagt Professor Dr. Stefan Frantz. Der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I sieht derzeit so viele verschleppte Krankheitsverläufe wie selten zuvor, subakute Infarkte an mindestens jedem zweiten Tag. „Wir sehen selbst jüngere Menschen versterben an Komplikationen wie Rhythmusstörungen oder Heilungsstörungen vom Herzen, die man hätte verhindern können, wenn man frühzeitig die Gefäße wiedereröffnet hätte.“ Ähnliches gilt übrigens auch für Schlaganfälle.

Patienten sind gestorben, weil sie Angst hatten, sich in der Klinik mit dem Corona-Virus zu infizieren. „Dabei treffen wir am Uniklinikum sämtliche Sicherheitsvorkehrungen, die man machen kann.  Jeder neue Patient, ob Notfall oder elektiv, also mit Termin, bekommt einen Mundschutz und wird getestet, ob er mit COVID-19 infiziert ist. Falls ja, können wir ihn direkt von den anderen Patienten trennen. Auch unser Personal -  von Ärzten über Pflegekräfte bis hin zum Reinigungspersonal - trägt einen Mundschutz und wird wann immer erforderlich auf Corona getestet. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir sicher behandeln“, versichert Stefan Frantz.

Daher sein Appell: „Wenn Sie Krankheitssymptome fühlen - wie vor Corona - gehen Sie zum Arzt! Verspüren Sie Symptome eines Herzinfarktes rufen Sie umgehend den Notarzt!“ Zu den Symptomen zählen Druck oder Schmerz auf der linken Seite, der in den linken Arm ausstrahlen kann, manchmal auch in den rechten Arm, Rücken oder Unterkiefer. Hält der Schmerz länger als mehrere Minuten an, könnte es sich um einen Herzinfarkt handeln. Dann gilt es keine Zeit zu verlieren.

Ist im EKG ein Verschluss eines Herzkranzgefäßes zu sehen, wird so schnell wie möglich ein Eingriff im Herzkatheterlabor vorbereitet, um das Gefäß zu öffnen und das Problem ist behoben. Wer einen Infarkt verschleppt, riskiert eine Herzinsuffizienz oder den Tod.

 

Appell von Prof. Dr. Stefan Frantz

Uniklinikum Würzburg: Erster italienischer Corona-Patient geheilt entlassen

Am 16. April dieses Jahres konnte der erste am Uniklinikum Würzburg versorgte italienische Corona-Patient kuriert die Heimreise antreten. Im Folgenden ein Überblick über die organisatorischen, ärztlichen und pflegerischen Leistungen, die zu diesem Erfolg führten.

Am 31. März 2020 kam Giacomo C. am Uniklinikum Würzburg (UKW) an – im künstlichen Koma und über einen Schlauch in seiner Luftröhre beatmet. 17 Tage später, am 16. April, verließ er auf eigenen Beinen, bei gutem Allgemeinzustand sowie bester Dinge das Würzburger Großkrankenhaus. Der 61-Jährige aus der Region Bergamo war der erste Corona-Patient aus Italien, der am UKW behandelt wurde. „Ich bin glücklich, dass Herr C. die schwere Covid-19-Infektion so gut überstanden hat und stolz auf die Leistungen unserer Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte“, freute sich Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, bei der Verabschiedung des Patienten. Der Norditaliener selbst dankte allen an seiner Genesung Beteiligten herzlich für die hervorragende Versorgung.

Nach der Entlassung von Giacomo C. sind aktuell noch zwei weitere italienische Corona-Patienten am UKW in Behandlung. Diese Unterstützung des durch die Pandemie stark belasteten Gesundheitssystems Italiens geht zurück auf ein Hilfsangebot der Bayerischen Staatsregierung.

Wie seine beiden Landsleute war Herr C. vor rund drei Wochen zunächst mit dem Flugzeug nach Nürnberg transportiert und von dort aus mit einem Intensivtransport-Krankenwagen – begleitet von Ärzten des Uniklinikums – nach Würzburg gebracht worden. Hier wurde er zunächst auf der Anästhesiologischen Intensivstation aufgenommen. Seit 29. März dieses Jahres sind alle zwölf Betten dieser Station ausschließlich Corona-Patienten vorbehalten.

Belastendes Arbeiten in Schutzausrüstung

„Die Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte der Intensivstation sind natürlich in der Behandlung von Patienten mit Akutem Lungenversagen äußerst erfahren“, berichtet Prof. Dr. Patrick Meybohm, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des UKW. Zusätzlich wurden die Beschäftigten Anfang März dieses Jahres von einer Hygienefachkraft des Klinikums im Einsatz der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) geschult. Diese besteht aus einem flüssigkeitsundurchlässigen Kittel, extra langen Handschuhen, einem durchsichtigen Gesichtsschutz – dem sogenannten „Face Shield“ – sowie Atemmasken in den höchsten Sicherheitsstufen. „Man kann sich leicht vorstellen, dass die mehrstündige Arbeit unter PSA sehr anstrengend ist“, sagt Sonja Nebl, die Stellvertretende Pflegeleiterin der Anästhesie-Intensivstation, und zählt auf: „Man schwitzt stark unter diesen Kitteln, bekommt durch die Masken schlechter Luft und sieht erschwert, da der Augenschutz – und eventuell die optische Brille darunter – oft beschlägt sowie mit der Zeit durch die Desinfektion matt wird.“ Zudem können die Atemschutzmasken und das Face Shield zu Druckstellen sowie die Handschuhe und die vermehrte Händedesinfektion zu Hautreizungen führen.

Neben den körperlichen Belastungen sind für die Pflegekräfte auch die psychischen und mentalen Herausforderungen, die sich aus diesem neuen Krankheitsbild ergeben, groß. Sonja Nebl: „Es ist extrem wichtig, die Zeit am Patientenbett bestmöglich auszuschöpfen, um dann außerhalb des Patientenzimmers durchatmen zu können. Dazu müssen wir mehr denn je vorrausschauend arbeiten – auch um Materialressourcen zu schonen. Dies erfordert eine sehr hohe Konzentration über einen langen Zeitraum.“ Nach Einschätzung der Stellvertretenden Pflegeleiterin hat sich der pflegerische Arbeitsaufwand auf der Intensivstation mit der Fokussierung auf die schwerstkranken Covid-19-Patienten im Vergleich zum „Normalbetrieb“ mindestens verdoppelt.

Sprachbarriere und Orientierung als zusätzliche Herausforderungen

Die Aufwachphase nach dem künstlichen Koma hält für Patienten und Personal weitere Herausforderungen bereit. In dieser Krankheitsphase sind die Kranken häufig noch vorübergehend verwirrt. „Dazu kommt, dass unsere Patienten, die momentan alle keine Besuche bekommen dürfen, ab der Aufwachphase nur vermummtes medizinisches Personal sehen, das durch die Schutzmasken akustisch schwer zu verstehen ist“, beschreibt Sonja Nebl und fährt fort: „Für ‚unsere‘ Italiener ist diese Situation besonders krass: Neben der Sprachbarriere müssen sie ja auch erst mal verstehen, dass sie in Italien in Narkose versetzt wurden und dann hier bei uns in Franken wieder aufgewacht sind.“

Komplexes Krankheitsbild in den Griff bekommen

Das von der Corona-Infektion bei Giacomo C. hervorgerufene Krankheitsbild und die dadurch erforderlichen Therapieschritte waren nach Darstellung von Prof. Dr. Patrick Meybohm sehr schwierig. Der Klinikdirektor erläutert: „Das Lungenversagen haben wir durch eine Fortsetzung der aufwändigen künstlichen Beatmung kompensiert. Hinzu kamen Kreislauf- und Blutdruckprobleme, eine Beinvenenthrombose, ausgelöst durch eine Störung des Gerinnungssystems, sowie eine leicht eingeschränkte Nierenfunktion.“ Durch die Gabe entsprechender Medikamente, verbunden mit einer engen Überwachung, konnte das Team der Intensivstation diese Krankheitssymptome soweit verbessern, dass nach zwei Tagen die künstliche Beatmung beendet und der Patient nach zwei weiteren Tagen auf die Station M43 verlegt werden konnte.

Weitere Versorgung auf Infektionsstation

Bis zur Corona-Pandemie wurden auf dieser Station Patienten mit unterschiedlichen internistischen Erkrankungen betreut. „Aktuell sind die 20 Betten der Infektionsstation fast ausschließlich mit Covid-19-Patienen belegt“, schildert Dr. Susanne Wiebecke, die Stellvertretende Leiterin des Schwerpunkts Infektiologie der Medizinischen Klinik II. Auch alle Klinikumsbeschäftigten auf der Infektionsstation müssen Persönliche Schutzkleidung tragen. Neben der pflegerischen Grundversorgung erhielt Giacomo C. hier anfänglich noch Unterstützung bei der Mobilisation und dann in erster Linie Physiotherapie als Behandlung. Nachdem der Patient im weiteren Verlauf dann zwei Tage lang symptomfrei war und das Institut für Virologie und Immunologie der Uni Würzburg keine Erreger mehr bei ihm nachweisen konnte, stand einer Entlassung des ersten italienischen Patienten nichts mehr im Wege.

Auch dem zweiten der Corona-Patienten aus Italien geht es schon so gut, dass er kurz vor seiner Entlassung in die Heimat steht. Der dritte Landsmann von Giacomo C. ist noch auf der Intensivstation und muss weiterhin beatmet werden.

 

Link zur Pressemitteilung