Aktuelle Pressemitteilungen

Uniklinikum Würzburg spendet intensivmedizinische Geräte für ukrainische Krankenhäuser

Über Mrija – Verein zur Unterstützung der Ukraine e.V. spendete das Uniklinikum Würzburg 40 Infusionspumpen und 30 Spritzenpumpen für drei Krankenhäuser in der Ukraine.

Der Ende Februar dieses Jahres in Würzburg gegründete Verein Mrija – zu Deutsch „Traum“ – organisiert humanitäre und finanzielle Unterstützung für die ukrainische Bevölkerung sowie für Geflüchtete und ukrainische Staatsbürgerinnen und -bürger in Europa. „Kürzlich erhielten wir aus den Krankenhäusern in den ukrainischen Städten Charkiw, Borodyanka und Sumi Hilfsanfragen nach intensivmedizinischen Geräten“, schildert Dr. Volodymyr Isaienko. Der Betriebsarzt eines großen Würzburger Unternehmens, der bei Mrija den Bereich Medizinlogistik koordiniert, fährt fort: „Eine der drei Kliniken ist nach starken Kriegszerstörungen gezwungen, ihre Infrastruktur neu aufzubauen, die anderen beiden müssen durch die vielen Kriegsverletzten ihre Behandlungskapazitäten stark erweitern.“

Kürzlich frei gewordene Infusions- und Spritzenpumpen

Über das Mrija-Vereinsmitglied Dr. Anna Frey erreichte die Anfrage das Uniklinikum Würzburg (UKW). Die Privatdozentin ist dort die Stellvertretende Leiterin der Internistischen Intensiv- und Notfallmedizin der Medizinischen Klinik und Poliklinik I. Sie berichtet: „Nach einer unkomplizierten klinikumsinternen Absprache konnten 40 Infusionspumpen und 30 Spritzenpumpen plus Haltesysteme aus den Beständen des UKW bereitgestellt werden.“ Laut André Körber, dem Leiter der Abteilung Medizintechnik am UKW, waren die in der Intensivmedizin essentiellen Geräte durch einen Herstellerwechsel erst kürzlich frei geworden.

Am 11. April 2022 wurden die 70 Pumpen in einen Transporter des Vereins eingeladen und starteten ihre Reise in die Ukraine. „In Absprache mit dem ukrainischen Innenministerium bringen wir die Geräte bis nach Lwiw, seit kurzem Würzburgs Partnerstadt in der Ukraine. Vor dort geht der Transport zu den Zielorten per Zug weiter“, beschreibt Anastasia Schmid. Die Gründerin von Mrija bedankte sich im Namen der unterstützten Krankenhäuser sowie der vielen Patientinnen und Patienten, die von der Spende profitieren werden, herzlich für die spontane und großzügige Hilfe.

Wer sich über das vielfältige Engagement von Mrija – Verein zur Unterstützung der Ukraine e.V. informieren will, dem sei die Homepage unter mrija-ua.de empfohlen. Die Ziele des Vereins kann man unter anderem unterstützen durch eine Spende auf Konto:

Mrija – Verein zur Unterstützung der Ukraine e.V. 
IBAN: DE59 7905 0000 0049 3327 94
BIC: BYLADEM1SWU

Uniklinikum Würzburg: Gesundheitsmagazin UNI.KLINIK mit Schwerpunktthema Allergien

Frühlingszeit ist Allergienzeit. Die kürzlich erschienene Ausgabe 1/2022 von UNI.KLINIK, dem Gesundheitsmagazin des Universitätsklinikums Würzburg, widmet sich in seinem Titelthema diesem Massenphänomen von überschießenden, krankhaften Abwehrreaktionen des Immunsystems.

UNI.Klinik-Gesundheitsmagazin

UNI.KLINIK ist ein vom Uniklinikum Würzburg (UKW) vierteljährlich herausgegebenes, kostenloses Gesundheitsmagazin. Schwerpunktthema der kürzlich erschienenen Ausgabe 1/2022 sind Allergien. Dabei wird zum einen das am UKW seit fast zehn Jahren bestehende Allergiezentrum Mainfranken mit seiner spitzenmedizinischen Leistungsvielfalt vorgestellt. Zum anderen portraitiert die Publikation die häufigsten Allergietypen und beschreibt, wie diese in diversen Klinikbereichen des Klinikums behandelt werden. 

Darüber hinaus berichtet das 24-seitige Magazin über Erkenntnisse aus der Würzburger Corona-Forschung, Möglichkeiten zur minimalinvasiven Behandlung von Nierensteinen, das neue Studienangebot zur Hebammenwissenschaft sowie über viele weitere aktuelle und relevante Themen.

Als Webreader-Version kann UNI.KLINIK hier online durchgeblättert werden: https://ukw.de/fileadmin/uk/portal/UNI.KLINIK/2022_01/webmagazin/  

UNI.Klinik-Gesundheitsmagazin

Uniklinikum Würzburg: Digitaler Infoabend zu Bluthochdruck

Am Mittwoch, den 11. Mai 2022, schildern eine Expertin und zwei Experten des Uniklinikums Würzburg in einem Webinar die Ursachen und Risiken von zu hohem Blutdruck. Außerdem wird erläutert, was Betroffene tun können, um ihre Blutdruckwerte zu verbessern. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Fast jeder Dritte in Deutschland hat Bluthochdruck. Allerdings weiß jede/r fünfte Betroffene nicht, dass sie oder er an arterieller Hypertonie – so der Fachausdruck – erkrankt ist. Zudem entwickeln sich die damit verbundenen Gesundheitsprobleme schleichend. Unbehandelt wird die Tragweite von Bluthochdruck erst deutlich, wenn drastische Folgen, wie etwa ein Schlaganfall, auftreten. Gründe genug für das Uniklinikum Würzburg (UKW), der Volkskrankheit ein öffentliches und kostenloses Webinar zu widmen: 

Am Mittwoch, den 11. Mai 2022, wird Prof. Dr. Stefan Frantz, der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW, wesentliche Aspekte der Erkrankung erläutern. Dabei stehen ihm eine weitere Expertin und ein weiterer Experte aus seiner Klinik zur Seite: Privatdozentin Dr. Anna Frey, die Stellvertretende Leiterin der internistischen Intensiv- und Notfallmedizin sowie Dr. Ullrich Dischinger, Oberarzt der Endokrinologie und Diabetologie.

Gefäßfreundliche Lebensweise und regelmäßige Tabletteneinnahme

Zu den Botschaften der Veranstaltung gehört, dass Menschen mit Bluthochdruck selbst viel tun können, um ihre Werte in den Griff zu bekommen, zum Beispiel Übergewicht reduzieren, sich gesund ernähren, Sport treiben, das Rauchen aufgeben, ausreichend schlafen sowie Stress reduzieren. „Natürlich geht es in vielen Fällen trotzdem nicht ohne Tabletten“; weiß Prof. Frantz und fährt fort: „Wichtig ist, dass die Patientinnen und Patienten die Medikamente regelmäßig einnehmen. Nur dann kann die dauerhafte Einstellung eines guten Blutdrucks gelingen.“

Das vom UKW und der Mediengruppe Main-Post gemeinsam organisierte Webinar geht von 18:00 bis etwa 19:30 Uhr. Es nutzt die Plattform Zoom. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Wichtig – auch für die Übermittlung der Zugangsdaten – ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6001 oder unter http://akademie.mainpost.de.  

Auch ein Thema beim Würzburger Gesundheitstag

Generell steht die Herzgesundheit in diesem Frühjahr in Würzburg in einem besonderen Fokus. So konzentriert sich auch der am Samstag, den 14. Mai 2022 stattfindende Würzburger Gesundheitstag unter dem Motto #gesundmitherz auf Herz-Kreislauferkrankungen. Das UKW wird sich diesem Schwerpunkt – neben vielen weiteren interessanten Themen – an einem seiner Infostände am Oberen Markt annehmen.

Studie über Adipositas

Um neue Therapieverfahren für Menschen mit Adipositas zu gestalten, sucht ein Forschungsteam Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Studie.

 

Wer an der Studie teilnimmt, wird zu drei Terminen im Abstand von circa zwei Wochen an die Universität Würzburg eingeladen. Zuerst wird ein persönliches virtuelles 3D-Modell erstellt, ein Avatar. Beim zweiten und dritten Termin werden dann in einer virtuellen Umgebung Übungen mit dem Avatar durchgeführt. Bei allen drei Terminen sind Fragebögen auszufüllen. Sechs Wochen nach dem letzten Termin folgt eine Online-Nachbefragung.

Teilnehmen können Personen, die 18 Jahre oder älter sind und einen Body-Mass-Index von 30 oder mehr haben. Es dürfen keine gravierenden körperlichen Einschränkungen, keine psychischen Erkrankungen und keine Reiseübelkeit oder Simulationskrankheit vorliegen.

Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro.

Die Uni Würzburg führt die Studie gemeinsam mit der SRH Hochschule für Gesundheit Gera und der Technischen Universität München (TUM) durch. Interessierte können sich bei Kathrin Gemesi vom Institut für Ernährungsmedizin der TUM anmelden, kathrin.gemesi@ tum.de 

Webseite für Interessierte

Hintergrund zur Studie

Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts ViTraS, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Ziel ist es, neue Therapiekonzepte für Personen mit Adipositas zu entwickeln. Im Rahmen der ViTraS-Pilotstudie wird in einer virtuellen Umgebung die Wirksamkeit von Übungen zur Körperwahrnehmung und zum Körperbild untersucht.

Webseite des ViTraS-Projekts (englisch)

Philosophicum Herbipolense

Einladung - Sommersemester 2022 - Der Umgang mit Sterben und Tod in der Medizin heute und wie wir darüber sprechen

jeweils Do. 18.00 Uhr c.t. bis 20.00 Uhr 

Veranstaltungsort: Zentrum Innere Medizin Haus A3, 2. Stock, Seminarraum (A3. +2. 302) und auf ZOOM (Link s.u.)

hiermit möchte das Team des Würzburger Philosophicums Sie sehr herzlich zu unserer Veranstaltungsreihe im Sommersemester einladen. Unser Semesterthema widmet sich dem Thema des Sterbens und des Todes in der Medizin und unser Sprechen darüber. Das Semesterprogramm finden Sie in Anlage. Wir haben renommierte Referentinnen und Referenten gewinnen können, wie Dr. Shouman Datta, PhD vom MIT in Boston, Prof. Jakobs von der Universität Salzburg, Dr. Thomas Kapitza aus Germering/München, Prof. Dr. Michael Schmidt aus Würzburg und Frau Prof. Dr. Birgitt van Oorschot von der Universität Würzburg. Nähere Informationen zum Philosophicum, unser Konzept und die Vorträge von Prof. Dr. phil. Johannes Königshausen, Mitbegründer des Philosophicums, finden Sie unter www.ukw.de/philosophicum.

Die Veranstaltung findet sowohl in Würzburg an der Universitätsklinik statt als auch im digitalen Format, das wir beibehalten werden. Wir werden auch in diesem Semester nur einen Zoom Link verwenden. Die Vorträge werden am jeweiligen Termin auf ZOOM übertragen. Außerdem finden Sie sie auf dem Youtubekanal  des Würzburger Philosophicum unter dem Vorbehalt dass unsere Referentinnen und Referenten jeweils damit einverstanden sind.

Hiermit laden wir Sie zu unserer Auftaktveranstaltung ein:

Do., 28.04.2022  18.00 c.t. - 19.45 Uhr

Referent: Prof. Dr. med. Thomas Bohrer (Klinikum Kulmbach, Akademisches Lehrkrankenhaus der Friedrich-Schiller-Universität Jena) 

Titel des Vortrags: Alles Philosophieren ist Sterben lernen 

Prof. Dr. Thomas Bohrer hält einen kurzweiligen Vortrag zu medizinphilosophischen Hintergründen unseres Semesterthema und schlägt einen Bogen zur Situation in der Klinik und medizinischen Praxis heute.

Allgemeine Informationen zum Philosophicum: Studierende, Philosophen, Mediziner, Ärzte und Interessierte reflektieren und diskutieren das Schwerpunktthema transdisziplinär mit Bezug zu Praxis, Klinik, Forschung und verwandten Fächern. Die Veranstaltungen sind bewusst interaktiv gehalten und schließen neben dem Vortrag eine offene Diskussion ein. 

Sie können sich auch unserer Meetup-Gruppe unter https://www.meetup.com/de-DE/wuerzburger-philosophicum anschließen. Dort können sich Interessentinnen*en des Würzburger Philosophicums austauschen und über die Veranstaltungen und medizinphilosophische Themen diskutieren. Sie finden hier außerdem alle Veranstaltungen, die in diesem Semester stattfinden und werden, wenn Sie unserer Gruppe beitreten, über den Newsletter über weitere Veranstaltungen informiert. 

 

Über Ihre Teilnahme und Mitwirkung an der Diskussion freut sich sehr

Ihr Philosophicumsteam -

Carla Winter, Judith Kleiss, Hannah Gauger, Charlotte Göttmann, Gloria Griebel, Harriet Hahn, Antonia Mortsch, Camilla, Michael Gabler, Till Gallasch, Valentin Metzner, Hans Aster, Jonas Daub, Michael Schmidt, Johannes Königshausen und Thomas Bohrer  

Würzburger Philosophicum lädt Sie zu unserem geplanten Zoom-Meeting ein.

Zoom-Meeting beitreten (falls der Link nicht funktioniert, bitte copy + paste und in Browser einfügen)

https://uni-wuerzburg.zoom.us/j/9668056515?pwd=eHFxQ205bUJhR3ZUa1B6N0JGOTdFZz09 

Meeting-ID: 966 805 6515
Passwort: 123
Schnelleinwahl mobil
+493056795800,,9668056515#,,#,123# Deutschland
+496950502596,,9668056515#,,#,123# Deutschland

Einwahl nach aktuellem Standort       
+49 30 5679 5800 Deutschland       
+49 695 050 2596 Deutschland       
+49 69 7104 9922 Deutschland

Meeting-ID: 966 805 6515
Passwort: 123
Ortseinwahl suchen: https://uni-wuerzburg.zoom.us/u/abm91FCkE  

Über SIP beitreten
9668056515@ zoomcrc.com  

Über H.323 beitreten
162.255.37.11 (USA Westen)
162.255.36.11 (USA Osten)
213.19.144.110 (Amsterdam Niederlande)
213.244.140.110 (Deutschland)
Passwort: 123
Meeting-ID: 966 805 6515

Über Skype for Business beitreten
uni-wuerzburg.zoom.us/skype/9668056515 

Information zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten: https://go.uniwue.de/zoom-privacy  
Impressum: https://go.uniwue.de/jmu-contact 
Erklärung zur Barrierefreiheit: https://go.uniwue.de/zoom-a11y 

 

Link zum Plan Philosophicum

Ganzkörperscan in wenigen Sekunden

Präzise Bilder aus dem Inneren des Körpers in Sekundenschnelle bei halber Strahlendosis liefert der neue von der DFG geförderte Photonenzählende-Computertomograph am Uniklinikum Würzburg

 

Das Team, das am Photonenzaehlenden Computertomografen forscht.
Das Forschungsteam vor dem Photonenzählenden-CT am Uniklinikum Würzburg: (hinten v.l.n.r) Dr. Henner Huflage, Prof. Dr. Thorsten Bley und PD Dr. Bernhard Petritsch, (vorn) Dr. Jan Peter Grunz und MTRA Ina Fiku. © Daniel Peter
Das Bild zeigt eine CT-Aufnahme des Herzens und der Herzkranzgefäße
Der Photonenzählende-Computertomograph ermöglicht hochaufgelöste CT-Aufnahmen der Herzkranzgefäße innerhalb nur eines Herzschlags, mit geringer Kontrastmittel- und Strahlendosis.

Professor Dr. Thorsten Bley können seine Mitarbeiter seit Dezember 2021 jeden Tag aufs Neue überraschen. Sei es mit einem Bild vom Herzen, der Wirbelsäule oder dem Innenohr. Die Röntgenaufnahmen, die der neue Computertomograph (CT) des Uniklinikums Würzburg (UKW) macht, sind gestochen scharf. „Feinste Strukturen von Steigbügel, Hammer und Amboss im Ohr, die wir im herkömmlichen CT oft nur unscharf sehen, sind exakt dargestellt, ohne ein Bildrauschen. Wir können die kleinen Seitenäste der Herzkrankgefäße erkennen, Ablagerungen in der Gefäßwand darstellen und sogar eingebrachte Gefäßstützen, sogenannte Stents untersuchen. Selbst Tumorzellnester im Knochenmark lassen sich im neuen CT erkennen“, schwärmt der Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und liefert sogleich die Erklärung für diese noch nie da gewesene Präzision und Auflösung: „Weil der Detektor des neuen CT jedes einzelne Photon zählt, das durch den Körper geschickt wird und nicht wie seine Vorgänger die Röntgenquanten in einem Lichtstrahl bündelt.“

Zur Forschung verpflichtet

Dabei sei das herkömmliche CT-Force am UKW bis gestern das stärkste und allerbeste auf dem Markt gewesen. Es kommt auch weiterhin in der klinischen Bildgebung zum Einsatz. Denn der Photonenzählende-CT ist ein Forschungsgroßgerät, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft nach Artikel 91b Grundgesetz zur Hälfte gefördert wird. „In den nächsten fünf Jahren haben wir die Verpflichtung, mit dem Gerät das zu tun, wofür wir am Universitätsklinikum arbeiten: im Sinne unserer Patientinnen und Patienten forschen!“, betont Bley. Der photonenzählende CT wird zunächst vermehrt in den Spezialgebieten onkologische und kardiovaskuläre Bildgebung zum Einsatz kommen. Acht prospektive Studienanträge wurden bereits bei der Ethikkommission eingereicht. Weitere werden kommen, so Bley.

Bessere Bilder in wenigen Sekunden bei halber Strahlendosis

Bei den Studien handelt es sich um Patientenanwendungsstudien. Im Fokus steht neben der besseren Bildqualität die reduzierte Dosis an Röntgenstrahlen pro Untersuchung. Die sei Bley zufolge frappierend. Die Strahlendosis ist in günstigen Fällen halbiert, aber auch in ungünstigen Fällen ist sie deutlich geringer als im herkömmlichen CT. Ein weiterer Vorteil des photonenzählenden CT ist die Schnelligkeit der Untersuchung. „Wir können einen Ganzkörperscan in wenigen Sekunden durchführen. Der Tisch, auf dem der Patient liegt, fährt 76 Zentimeter pro Sekunde. Der Patient merkt gar nicht, dass er schon fertig ist“, schildert Bley. Das sei gerade für kurzatmige Patienten ein großer Gewinn. Statt 15 oder 20 Sekunden müssen sie nun nur noch fünf Sekunden die Luft anhalten.

Unvorstellbare Dichte an Informationen auf kleinem Raum

Ein Haken hat die Sache allerdings – noch. Die Auswertung der Bilder dauert vergleichsweise lang. Aufgrund der hohen Datenmenge muss man bisweilen eine Dreiviertelstunde warten bis alle Bildinformationen berechnet wurden. Kein Wunder. Schließlich treffen im Detektor, an dem Siemens übrigens 20 Jahre lang getüftelt hat, 200 Millionen Photonen pro Sekunde auf einen Quadratmillimeter. Die Photonen werden nicht nur einzeln gezählt, sondern auch hinsichtlich ihrer verschiedene Energien unterteilt. Das dauert. Mit eben dieser spektralen Informationen lässt sich das durchstrahlte Material unterscheiden und man erhält Informationen, die sonst nur mit aufwändigeren Untersuchungen im Magnetresonanztomographen (MRT) oder Positronen-Emmissions-Tomographen möglich wären. „Wir können also nicht mehr nur Knochen von Luft, Wasser oder Fettgewebe unterscheiden, da sie mehr Photonen absorbieren, wir können nun auch Sehnen sehen und bösartige Zellnester im Knochenmark erkennen. Wir können zum Beispiel erkennen, ob das natürliche Fettmark von Tumorzellen ersetzt wurde und somit die Infiltration von multiplen Myelomzellen bewerten“, legt Bley dar.

Bessere Diagnostik und Behandlung in Onkologie und Kardiologie

Begeisterung für die Möglichkeiten die das neue CT mit sich bringt empfindet auch Dr. Jan-Peter Grunz. „Tumore könnten frühzeitiger und besser erkannt werden, Grenzen zu gesundem Gewebe können exakter dargestellt werden, was unseren klinischen Partnern in der Chirurgie und auch der Strahlentherapie hilft.“ Mit letzterer sind bereits gemeinsame Studien in der Planungsphase. Aber nicht nur im onkologischen Bereich sieht Grunz große Vorteile im neuen CT, sondern auch in der Darstellung von knöchernen Strukturen. 

Große Hoffnung setzt auch PD Dr. Bernhard Petritsch ins neue CT. Der leitende Oberarzt der Kardiovaskulären Bildgebung hat sich schon lange intensiv mit dem Gerät auseinandergesetzt. „Wir kooperieren bereits seit Jahren mit dem Hersteller Siemens und forschen vor allem zu kardiovaskulären Themen, zum Beispiel an Koronarangiographien oder Stent-Darstellungen. Durch diese enge Kooperation hatten wir die Möglichkeit, schon früh im Labor am Prototypen des photonenzählenden CT zu arbeiten“, berichtet Petritsch. Förmliche Begeisterung empfindet der Radiologe beim Thema Auflösung: „Wir können bis zu 0,2 mm dünne Schichten aufnehmen, die uns kleinste Veränderungen mit einer unglaublichen Detailschärfe erkennen lassen. So können wir Verengungen in den Blutgefäßen, so genannte Stenosen besser erkennen und einschätzen. Mehr noch: Wir können die Art und Größe der Gefäßwandablagerungen abschätzen und prüfen, ob und wo ein Stent sinnvoll sein kann.“ Besonders stolz ist Petritsch auf die Leistungen, die sein Team bezüglich der Darstellung von Stents erzielen konnte. „Mit dem neuen CT Gerät können wir in das innere von Stents hineinschauen und so Patientinnen und Patienten in Zukunft möglicherweise invasive Eingriffe ersparen“, so Petritsch.

Aufgrund der Vorerfahrungen am Prototypen und publizierten Studien wurde der Förderantrag von der DFG positiv beschieden. Seit November 2021 steht das Großgerät im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKW, seit Dezember ist es in Betrieb. „Es war etwa das zwanzigste weltweit. Inzwischen wird es weitere geben“, schätzt Bley. „Doch unser CT ist bislang das einzige Forschungsgerät, das von der DFG gefördert wird.“

Mit Forschung den Weg bereiten

Bley ist froh, dass sein Team das CT für reine Forschungszwecke nutzen darf. „Der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn ist mit unserem dezidierten Forschungsgerät mutmaßlich höher. Denn wir können uns die Zeit nehmen, die die Rekonstruktion der spektralen Daten nach unserem Algorithmus fordert, um die maximale Aussagekraft aus den Daten zu gewinnen. Als klinisches Routinegerät müssten wir 40 bis 50 Patientinnen und Patienten pro Tag scannen. Die Auflösung wäre zwar hoch, die Strahlendosis ebenso gering, aber die spektralen Informationen hätten wir nicht.“

Die Technologie werde sich in Zukunft durchsetzen, ist sich Bley sicher. Die hohe Auflösung bei verbessertem Komfort für die Patientinnen und Patienten dank kürzerer Scanzeit, niedriger Strahlendosis und potentiell geringeren Nebenwirkungen sowie die Kosteneinsparungen im Vergleich zu MRT und PET sprechen dafür, dass der Photonen zählende CT in den klinischen Alltag der Radiologie Einzug hält. Und am einzigen Minuspunkt, der zeitintensiven Rekonstruktion der Bilder wird mit Hochdruck gearbeitet. Ein baldiges Software-Update soll die Zeit dann halbieren.

 

Ein Porträt über die medizinisch-technische Radiologieassistentin Ina Fiku finden Sie in der Reihe WomenInScience.  

 

Malteser und Uniklinikum Würzburg: Gemeinsame medizinische Hilfsaktion für die Ukraine

In einer gemeinsamen Aktion der Malteser und des Instituts für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg wurden Anfang April dieses Jahres dringend benötigte Medikamente an die ukrainische Grenze geliefert.

: Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (links) und Sabine Apell vom den Maltesern Würzburg zusammen mit dem ukrainischen Mittelsmann.
Bei der Übergabe der Medikamente für die westukrainische Stadt Uschhorod: Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (links) und Sabine Apell vom den Maltesern Würzburg zusammen mit dem ukrainischen Mittelsmann. Bild: Joachim Gold / Malteser

Von Seiten des Instituts für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) besteht ein persönlicher Kontakt zu Prof. Dr. Pavlo  Kolesnyk, der an der Universität der westukrainischen Stadt Uschhorod ein Institut für Allgemeinmedizin und ambulante Pflege leitet. Die an der slowakischen Grenze gelegene Kommune hat seit Beginn des Krieges eine hohe Zahl an Flüchtlingen aus der Nord- und Ostukraine aufgenommen. „Nach den Informationen von Prof. Kolesnyk ist die medizinische Versorgung dieser Menschen kaum zu bewältigen, es fehlen einfache Medikamente wie zum Beispiel Blutdruckmittel oder Schilddrüsenhormone, genauso aber auch Schmerzmittel und Antibiotika“, berichtet Prof. Dr. Anne Simmenroth, eine der beiden Direktorinnen des Instituts für Allgemeinmedizin des UKW. Sie fährt fort: „Vor diesem Hintergrund hat Prof. Kolesnyk im Rahmen der Europäischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin WONCA-Europe eine Initiative gestartet, an der sich auch unser Institut beteiligt hat.“

Medikamente und Küchenutensilien geliefert

So brachten Anfang April dieses Jahres Joachim Gold, der Stadtbeauftragte der Malteser in Würzburg, und seine Kollegin Sabine Apell sowie die Ärztin Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin in einer 13-stündigen Fahrt eine Medikamentenspende direkt an die ukrainische Grenze. Das Transportfahrzeug stellten die Malteser in Würzburg. Aus Spenden der Stadt Würzburg hatte Joachim Gold die von Prof. Kolesnyk übermittelten fehlenden Medikamente im Wert von 10.000 Euro erworben. Zusätzlich benötigte Küchenutensilien kaufte das Team auf der Fahrt in Ungarn. Die gesamte Lieferung wurde an der ungarisch-ukrainischen Grenze in Beregsurány an einen Mittelsmann übergeben.

„Wir sehen in dieser Aktion ein gutes Beispiel flexibler, unkomplizierter Zusammenarbeit und eine gelungene Verzahnung verschiedener Organisationen“, freut sich Prof. Simmenroth.

: Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (links) und Sabine Apell vom den Maltesern Würzburg zusammen mit dem ukrainischen Mittelsmann.
Bei der Übergabe der Medikamente für die westukrainische Stadt Uschhorod: Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (links) und Sabine Apell vom den Maltesern Würzburg zusammen mit dem ukrainischen Mittelsmann. Bild: Joachim Gold / Malteser