Aktuelle Pressemitteilungen

Erfolgreiche Kronkorkensammlung für krebskranke Kinder

Begeistert von den Leistungen der Elterninitiative Regenbogen für leukämie- und tumorkranke Kinder Würzburg startete der Vater eines betroffenen Mädchens zu Beginn dieses Jahres eine Kronkorkensammlung zugunsten des mit dem Uniklinikum Würzburg kooperierenden Vereins. Schon zur Halbzeit hat die ungewöhnliche Spendenaktion ihre ursprünglichen Ziele weit übertroffen.

Stefan Rambacher sitzt in einem mit zahlreichen Kronkorken gefüllten Container. Er sammelt diese für krebskranke Kinder
Stefan Rambacher präsentiert den Status seiner Kronkorkensammelaktion im Juli 2022. Bild: UKW / Rambacher

Würzburg/Zell am Ebersberg. Im Hof einer Fliesen- und Natursteine-Firma in Zell a. Ebersberg im Landkreis Haßberge warten in einem 40-cbm-Container aktuell über neun Tonnen Kronkorken und rund 1100 kg Alu-Schraubverschlüsse in Säcken darauf, zum Ende dieses Jahres als Recyclingmaterial zu Geld gemacht zu werden. Geld, das dann zu hundert Prozent der Elterninitiative Regenbogen für leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V. zugute kommen soll.

Motiviert durch den Krankenhausaufenthalt der Tochter

Zusammengetragen wird das werthaltige Altmaterial in einer ungewöhnlichen Sammelaktion, gestartet von Stefan Rambacher zum Jahresbeginn 2022. Die Motivation des Zellers beruht auf einem einschneidenden persönlichen Erlebnis: Vor etwa drei Jahren wurde bei seiner damals achtjährigen Tochter Svenja ein Tumor an einer Niere diagnostiziert. Es folgte eine – glücklicherweise erfolgreiche – Behandlung mit Operation und Chemotherapien an der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. „In dieser schweren Zeit konnten wir erfahren, wie wichtig die Leistungen der Elterninitiative sind“, berichtet Rambacher. Als sehr hilfreich bezeichnet er zum Beispiel die vom Verein finanzierte psychosoziale Betreuung und Nachsorge seiner ganzen Familien während und nach der Therapie. Seine Frau und er nutzten zudem eine der derzeit 13, von der Initiative kostenlos angebotenen Elternwohnungen in der Nachbarschaft des Uniklinikums Würzburg. „So konnten wir auch in der Woche rund um die Operation unserer Tochter immer nahe sein, schließlich ist unser Zuhause rund 70 km entfernt“, beschreibt Rambacher. Außerdem lobt er die durch den Verein ermöglichte, familiengerechte Ausstattung der onkologischen Station Regenbogen.

Erfolgreich durch Direktkontakte und Soziale Medien

Jetzt, nachdem seine Tochter trotz der vielen noch anstehenden Therapien aufgrund von Spätfolgen der Chemotherapie versucht, wieder ein „normales“ Leben zu führen und nur noch alle drei Monate zur Nachuntersuchung an die Würzburger Universitäts-Kinderklinik kommen muss, war es für den dankbaren Vater Zeit, etwas zurückzugeben. Sein ursprüngliches Ziel war es, zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2022 mindestens fünf Tonnen an Flaschenverschlüssen zusammenzubringen. Dass diese Marke schon deutlich vor der Halbzeit der Aktion überschritten wurde, liegt zu großen Teilen an seinem engagierten und geschickten „Marketing“. Neben der direkten Ansprache von Firmen, Institutionen und Vereinen hatten auch die gut gepflegten Social-Media-Auftritte in Facebook und Instagram einen hohen Anteil an dem Erfolg. Heute sammeln ähnlich betroffene Eltern und viele Privatleute, Firmen, Kindergärten und Schulen, Feuerwehren und Vereine, Gemeinden sowie Brauereien, Gaststätten und Biergärten für die gute Sache. Dazu wurde auch ein Netz von mittlerweile über 90, teilweise auf Facebook veröffentlichten Annahmestellen aufgebaut.

Haupteinzugsgebiet ist Franken, die Kampagne strahlt aber auf ganz Deutschland und sogar bis nach Österreich aus. Im näheren Umfeld holt Stefan Rambacher die gesammelten Verschlüsse selbst ab, ansonsten werden sie von den Annahmestellen in Knetzgau vorbeigebracht oder erreichen den Container per Post. 

Info- und Kontaktmöglichkeiten

Mehr zur Aktion findet man auf Facebook unter Kronkorkensammlung.Station.Regenbogen oder auf Instagram unter spende_fuer_regenbogen. Telefonisch kontaktiert man Stefan Rambacher unter 0170 8674834.Die Elterninitiative Regenbogen für leukämie- und tumorkranke Kinder Würzburg e.V. stellt sich im Internet unter www.stationregenbogen.de vor.

Über die Station Regenbogen

Auf der Station Regenbogen der Würzburger Universitäts-Kinderklinik werden Kinder und Jugendliche im Alter von wenigen Lebenswochen bis zu 18 Jahren mit einer Krebserkrankung behandelt und betreut. Zum Leistungsspektrum gehören Diagnostik und Therapie bei verschiedenen onkologischen Erkrankungen wie beispielweise Leukämien, Lymphomen, Hirntumoren und anderen soliden Tumoren.

Trotz Corona-Hürden ein Erfolg: 25. DLH-Patientenkongress „Leukämien und Lymphome“ in Würzburg

In sechzehn parallel laufenden Workshops konnten Patientinnen und Patienten Neuigkeiten speziell zu ihrem Krankheitsbild erfahren und sich untereinander austauschen

Nach zwei Jahren ohne persönliche Begegnungen konnte der DLH-Patientenkongress in diesem Jahr wieder in Präsenz stattfinden. Gleichwohl stand auch dieser Kongress unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Ein umfassendes Hygienekonzept inklusive kostenloser Testmöglichkeit am Veranstaltungsort sorgte für eine bestmögliche Sicherheit aller Beteiligten.

Rund 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten trotz der erschwerten Bedingungen den Weg ins Maritim Hotel Würzburg gefunden und wurden mit einer interessanten und vielseitigen Veranstaltung belohnt. Vor allem der gegenseitige Erfahrungsaustausch tat allen gut.

Der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe war es wieder gelungen, hochkarätige Expertinnen und Experten zu gewinnen. Professor Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II am Zentrum für Innere Medizin am Universitätsklinikum Würzburg, eröffnete das wissenschaftliche Programm mit einem Vortrag über Wirkprinzipien und Möglichkeiten der Immuntherapie.

Weitere Themen waren unter anderem die Personalisierte Medizin, Palliativmedizin, Covid-19 und Impfungen unter Immunsuppression sowie Krebsregisterdaten in der Hämatoonkologie. Zudem gab es praktische Informationen, etwa zur Erstellung eines Testaments. In sechzehn parallel laufenden Workshops konnten Patientinnen und Patienten Neuigkeiten speziell zu ihrem Krankheitsbild erfahren und sich untereinander austauschen. Darüber hinaus gab der DLH-Vorstand Einblicke in seine aktuelle Arbeit. Bei der Abendveranstaltung am Samstag konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Magier Christoph Kuch im wahrsten Sinne des Wortes verzaubern lassen.

 Zum Vormerken: Der 26. Bundesweite DLH-Patientenkongress ist für den

17.-18. Juni 2023 in Magdeburg geplant. Weiterführende Infos stehen rechtzeitig unter www.leukaemie-hilfe.de bereit.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe.

klinikum & wir: Baumaßnahmen am Uniklinikum Würzburg im Überblick

Die neue Ausgabe des vom Uniklinikum Würzburg herausgegebenen Magazins porträtiert in seinem Topthema die vielfältigen aktuellen Baumaßnahmen an Unterfrankens Krankenhaus der Maximalversorgung.

Titelbild Magazin Klinikum & wir
Titelbild der aktuellen Ausgabe von Klinikum & wir

Es ist unübersehbar: zahlreiche, teils großflächige Baustellen prägen derzeit das äußere Erscheinungsbild des Uniklinikums Würzburg (UKW). Wer hier einen Überblick über die einzelnen Maßnahmen gewinnen will, dem sei das neue klinikum & wir empfohlen.

Die Ausgabe 2/2022 des quartalsweise erscheinenden, kostenlosen Magazins der Universitätsmedizin Würzburg beschreibt in seinem Topthema kompakt die laufenden und geplanten Projekte.

 

Darüber hinaus bietet die 44-seitige Publikation ein breites Spektrum weiterer Themen an: Forschungsergebnisse, Personalia, Auszeichnungen, Nachrichten aus der Pflege, Beispiele für gelebte Ukraine-Hilfe, Veranstaltungstipps und vieles mehr.

 

Neben der an zahlreichen Stellen im UKW ausliegenden gedruckten Fassung kann das Heft auch als Webreader online gelesen werden in der Rubrik Presse - Magazin: HIER 

Großzügige Förderung einer Graphic Novel zum Thema Depression

Fachlich unterstützt von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Uniklinikums Würzburg kreieren eine Schulpsychologin, ein Arzt und ein Illustrator derzeit einen Comicroman, der vor allem junge Menschen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Depression inspirieren soll. Über die Thomas Lurz & Dieter Schneider Stiftung spendete die Sparkasse Mainfranken jetzt 1.000 Euro für das wegweisende Projekt.

Graphic Novel zum Thema Depression
Mit Bildern wie diesen erzählt die derzeit entstehende Graphic Novel „Auf und ab“ die Geschichte des 16-jährigen Noahs. Bild: Johanna Selge / Maximilian Hillerzeder 2022
Übergabe eines Spendenschecks: Spendenübergabe: Graphic Novel zum Thema Depression
Bei der Spendenübergabe (v.l.): Dr. Tobias Mühling und Johanna Selge (zwei der Kreativköpfe hinter der geförderten Graphic Novel), Ursula Berninger (Bündnis gegen Depression Würzburg), Dieter Schneider (Fellows Ride), Stefan Hebig (Sparkasse Mainfranken) und Prof. Dr. Andrea Reiter (Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Uniklinikums Würzburg).

Würzburg. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie steigt der Anteil der Jugendlichen mit einer Depression und/oder einer Angststörung in besorgniserregendem Ausmaß. „Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir Medien, die zwar inhaltlich korrekt sind, aber diese Altersgruppe auch emotional ansprechen und ihnen eine Identifikation mit Betroffenen ermöglichen“, erklären die Schulpsychologin Johanna Selge, der Illustrator Maximilian Hillerzeder und Dr. Tobias Mühling, Internist am Uniklinikum Würzburg (UKW). Zusammen beschlossen sie daher vor gut einem Jahr, eine Graphic Novel – also einen Comicroman in Buchform – zu diesem Themenkreis zu realisieren. Fachlich unterstützt wird das Werk vom Würzburger Bündnis gegen Depression, von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKW sowie dem Deutschen Zentrum für Präventionsforschung und psychische Gesundheit. „Auch Schülerinnen und Schüler haben wiederholt ihr Feedback bei der Entwicklung der Geschichte beigesteuert“, ergänzt Johanna Selge.

Ein Beitrag, um Depressionen besprechbar zu machen

Um die Entstehung der Graphic Novel mit dem Titel „Auf und ab“ auch finanziell voranzubringen, spendete die Sparkasse Mainfranken jetzt über die Thomas Lurz & Dieter Schneider Stiftung 1.000 Euro. Die beiden Stifter wollen mit ihrer Stiftung unter anderem dazu beitragen, Depressionen zu enttabuisieren. Zu den dafür von Dieter Schneider ins Leben gerufenen Projekten gehört die Benefiz-Motorradausfahrt Fellows Ride. „Das Motto des Fellows Rides heißt ‚Mit offenem Visier für Depressionshilfe‘. Wir wollen für Aufmerksamkeit sorgen und die Themen rund um die mentale Gesundheit – insbesondere die Krankheit Depression – besprechbar machen“, erläuterte Dieter Schneider bei der Spendenübergabe und fuhr fort: „Um hier auch Jugendliche zu erreichen, muss man in deren Sprache kommunizieren. Wir sind sicher, dass dies mit der Graphic Novel gelingen wird, weshalb wir das wegweisende Vorhaben gerne unterstützen.“

Teil einer breiten Spendenbereitschaft

Mit den 1.000 Euro der Sparkasse Mainfranken steigt die im Rahmen des Fellows Rides 2022 für die Realisierung des Comicromans zur Verfügung gestellte Gesamtsumme auf 5.500 Euro. Zuvor kamen hierbei schon 3.000 Euro von der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp. Unabhängig vom Fellows Ride engagierten sich als weitere Geldgeber außerdem verschiedene Lions Clubs aus dem Raum Würzburg, die Robert-Enke-Stiftung, das Sozial- und Kulturreferat der Stadt Würzburg sowie das Bündnis gegen Depression Würzburg. „Wir sind glücklich und dankbar, dass so viele Institutionen bereit waren, unsere Arbeit an ‚Auf und ab‘ zu fördern. Gerade auch deshalb sind wir sehr optimistisch, dass unsere Graphic Novel Anfang kommenden Jahres über den Buchhandel erhältlich sein wird“, kündigt Dr. Mühling an. 

Über das Werk

Der Comicroman erzählt die Geschichte des 16-jährigen Noah, der von verschiedenen unglücklichen Ereignissen zusehends aus der Bahn geworfen wird. Die eindringlichen Bilder ermöglichen dabei auch einen Einblick in Noahs Innenleben. Es wird aber nicht alles düster gezeichnet, vielmehr bleibt auch Raum für Humor und auflockernde Storyelemente. Im Anschluss an die Handlung können die Leserinnen und Leser nach Belieben verschiedene psychologische Themenfelder weiter erkunden und zum Beispiel Fragen nachgehen wie: „Was kann ich tun, wenn mich meine Gedanken nicht einschlafen lassen?“ oder „Ab welchem Punkt und wie kann ich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen?“.

Weitere Spenden willkommen

Wer die Projekte des Fellows Rides finanziell unterstützen will, findet hier die entsprechenden Informationen.

Schnelltestzentrum an der Uniklinik zieht um

Am Montag verkürzte Öffnungszeiten

Würzburg. Das UKW-Schnelltestzentrum für Besucher und Beschäftigte des Universitätsklinikums Würzburg zieht um. Bisher befand es sich in einem Zelt nahe der Hautklinik auf dem Luitpold-Campus (Altkliniken). Der Umzug in das Gebäude D25 (neben dem Casino auf dem Luitpold-Campus) findet am kommenden Montag, 25. Juli, statt.

An diesem Tag gibt es daher etwas angepasste Öffnungszeiten von 9:00 bis 17:00 Uhr statt 6:30 bis 17:00 Uhr. Wichtig: Das Testangebot am UKW ist beschränkt auf Beschäftigte, Patienten, Besucher und Begleitpersonen von Patienten des UKW. Zuzahlungspflichtige Tests für weitere Personengruppen können in der UKW-Testeinrichtung weiterhin nicht angeboten werden. Eine Übersicht über allgemeine Teststationen gibt es zum Beispiel auf der Homepage der Stadt Würzburg.

„Belastungsgrenze überschritten“: Uniklinik Würzburg reduziert tagesaktuell Behandlungskapazitäten

Der Grund liegt in der außergewöhnlichen Belastung durch die Versorgung von Patienten mit Corona-Nachweis und dem gleichzeitigen oft sehr kurzfristigen Ausfall von Personal in nahezu allen Berufsgruppen.

Am Universitätsklinikum Würzburg steigt die Zahl der Corona-Patienten kontinuierlich. Foto: UKW
Am Universitätsklinikum Würzburg steigt die Zahl der Corona-Patienten kontinuierlich. Foto: UKW

Würzburg. Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) kann es ab sofort in allen Klinikbereichen zur Verschiebung von planbaren und nicht dringlichen Behandlungen kommen. Der Grund liegt in der außergewöhnlichen Belastung durch die Versorgung von Patienten mit Corona-Nachweis und dem gleichzeitigen oft sehr kurzfristigen Ausfall von Personal in nahezu allen Berufsgruppen.

Aktuell (Stand: 22.07.2022, 9 Uhr) werden 65 Patienten mit SARS-CoV-2-Nachweisen am UKW versorgt, davon 59 auf Normalstationen, die übrigen sechs Patienten intensivmedizinisch. Das ist ein trauriger Höchststand für den Bereich der Normalstationen. Zur Einordnung: Vor einer Woche lag die Zahl der infizierten Patienten am UKW bei 47, vor zwei Wochen bei 39.

„Eine solche andauernde Belastungsphase mit so hohen Patientenzahlen gab es seit Beginn der Pandemie noch nicht. Speziell in dieser Woche gab es eine derart dramatische Entwicklung, dass wir jetzt sagen müssen: Die Belastungsgrenze ist überschritten. Daher werden wir jetzt bereichsbezogen täglich festlegen müssen, wie viele Patienten versorgt werden können“, betont Prof. Dr. Jens Maschmann. Eine generelle Vorgabe, Betten zu sperren, gebe es dabei nicht. Im Kern steht die täglich neue ärztliche wie pflegerische Lagebewertung in den einzelnen Klinikbereichen.

„Das kann für Patienten bedeuten, dass eine lange geplante Operation nicht durchgeführt werden kann. Und solche Absagen sind auch leider sehr kurzfristig möglich. Uns ist klar, dass dies sehr belastend ist. Aber unser Ziel bleibt die sichere Versorgung und die Aufrechterhaltung der Behandlung von Notfällen mit dem dafür zur Verfügung stehenden Personal“, ergänzt Marcus Huppertz, Pflegedirektor des UKW: „Viele Kolleginnen und Kollegen, gerade in der Pflege, gehen über ihre aktuelle Belastungsgrenze hinaus. Das kann so nicht weitergehen.“

 

„Keine Erholung in diesem Sommer, sondern das Gegenteil“

 

Als zusätzliche Maßnahme werden auch OP-Kapazitäten reduziert. Prof. Maschmann appelliert: „Jeder hatte sich natürlich eine Erholungsphase im Sommer gewünscht, wie sie es ja in den ersten beiden Jahren der Pandemie gab. Leider ist das Gegenteil eingetreten: Rekordzahlen bei den Patienten und wachsende Personalausfälle. Darauf müssen wir als Klinik reagieren. Es ist jetzt aber ebenso nötig, dass diese Überlastungssituationen in den Kliniken und weiteren Einrichtungen des Gesundheitswesens wieder auf die politische Tagesordnung kommen.“

Am Universitätsklinikum Würzburg steigt die Zahl der Corona-Patienten kontinuierlich. Foto: UKW
Am Universitätsklinikum Würzburg steigt die Zahl der Corona-Patienten kontinuierlich. Foto: UKW

Premiere: Gemeinsame Krebsversorgungs- und Forschungs-Allianz „CCC WERA“ in Bayern ist nun „Onkologisches Spitzenzentrum“

Die Deutsche Krebshilfe hat jetzt erstmals die gemeinsame Allianz der Comprehensive Cancer Center („CCC“) der Universitätskliniken in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg als „Onkologisches Spitzenzentrum“ der Krebshilfe ausgezeichnet.

Das geschäftsführende Direktorium der Allianz „CCC WERA“, v.l.: Prof. Dr. Tobias Pukrop (Regensburg), Prof. Dr. Ralf Bargou (Würzburg), Prof. Dr. Martin Trepel (Augsburg) und Prof. Dr. Matthias Beckmann (Erlangen). Foto: UKR/Vincent Schmucker.
Das geschäftsführende Direktorium der Allianz „CCC WERA“, v. l.: Prof. Dr. Tobias Pukrop (Regensburg), Prof. Dr. Ralf Bargou (Würzburg), Prof. Dr. Martin Trepel (Augsburg) und Prof. Dr. Matthias Beckmann (Erlangen). Foto: UKR/Vincent Schmucker.

Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg. Die Deutsche Krebshilfe hat jetzt erstmals die gemeinsame Allianz der Comprehensive Cancer Center („CCC“) der Universitätskliniken in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg als „Onkologisches Spitzenzentrum“ der Krebshilfe ausgezeichnet. Damit verbunden ist eine Förderung von 6,2 Millionen Euro bis 2026 für die gemeinsame Allianz „CCC WERA“. WERA steht für die Anfangsbuchstaben der beteiligten Unikliniken. Gemeinsam decken sie ein Versorgungsgebiet von acht Millionen Menschen ab.

Ziel von Comprehensive Cancer Centern ist die schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis und damit eine kontinuierliche Verbesserung in der Versorgung von Krebspatienten. Die gemeinsame Allianz „CCC WERA“ zielt dabei auch besonders auf die Verbesserung der Krebsversorgung im ländlichen Raum ab:  Daher besteht auch eine enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie mit weiteren Krankenhäusern in der Region.

Um als Onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnet zu werden, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt werden. Dazu zählen z.B. multidisziplinäre Strukturen in der Patientenversorgung, wie gemeinsame Tumorboards in denen Expertinnen und Experten verschiedener Fachdisziplinen gemeinsam über Patienten beraten. Wesentlich ist auch die Anzahl von Patienten in klinischen Studien, deren Ergebnisse in die Krebsbehandlung einfließen. Unter dem Dach der Allianz CCC WERA werden aktuell mehr als 10.000 Patienten pro Jahr neu in klinische Studien mit allen Arten von Krebserkrankungen eingebunden.

Das geschäftsführende Direktorium der Allianz „CCC WERA“ setzt sich aus den CCC Direktoren der vier Standorte zusammen. Der aktuelle Sprecher ist Prof. Dr. Ralf Bargou vom Universitätsklinikum Würzburg und dem dort angesiedelten CCC Mainfranken. Stellvertretende Sprecher sind Prof. Dr. Matthias Beckmann (Universitätsklinikum Erlangen), Prof. Dr. Tobias Pukrop (Universitätsklinikum Regensburg) und Prof. Dr. Martin Trepel (Universitätsklinikum Augsburg). Die Geschäftsstelle ist am Universitätsklinikum Würzburg angesiedelt. Mit ihren vier Standorten ist die Allianz auch Teil des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF).

Prof. Dr. Ralf Bargou (Universitätsklinikum Würzburg):

„Uns ist es gemeinsam gelungen, die Vorteile der Strukturen eines Comprehensive Cancer Centers auf die Region unserer vier Standorte auszuweiten und patientennah zu verzahnen. Durch die enge Zusammenarbeit können wir auch zukünftig die Krebsversorgung in Bayern und speziell in den ländlichen Regionen weiter verbessern. Auch wenn wir als CCC Mainfranken in Würzburg bereits das vierte Mal als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet sind: Die erstmalige gemeinsame Auszeichnung nun als „Allianz CCC WERA“ mit allen vier Standorten ist etwas ganz Besonderes. In dieser Allianz wird die Expertise von vier bayrischen universitären Krebszentren unter einem Dach gebündelt, was den Zugang zu den modernsten und wirkungsvollsten diagnostischen und therapeutischen Verfahren für alle Patientinnen und Patienten in unserem Einzugsraum deutlich verbessert.“

 

Prof. Dr. Matthias Beckmann (Universitätsklinikum Erlangen):

„Nur als gemeinsames Verbundzentrum können wir zukünftig innovativer, schneller und umfassender onkologische Patientinnen und Patienten diagnostizieren und therapieren. Denn eines ist klar: Nicht jeder einzelne Standort kann das gesamte Spektrum der Innovation anbieten, aber zusammen können wir vier das leisten und unseren Patientinnen und Patienten – eben auch im Rahmen von Studien – flächendeckend eine hochqualifizierte onkologische Versorgung anbieten. Im CCC Erlangen-EMN unterstützen wir dies durch den Einsatz neuer digitaler Konzepte, die insbesondere die Versorgung im ländlichen Raum optimieren. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Nebenwirkungen weiter zu reduzieren, die Lebensqualität und insbesondere das Überleben jeder einzelnen Patientin und jedes Patienten zu verbessern.“   

 

Prof. Dr. Tobias Pukrop (Universitätsklinikum Regensburg):

„Wir profitieren von unserer schon seit langem bestehenden gemeinsamen Forschungsallianz in verschiedenen Verbünden in Bayern. Allein in den letzten fünf Jahren haben wir an den WERA-Standorten 13 gemeinsame onkologische Forschungsverbünde und Studienprogramme realisieren können. Aktuell laufen zwei große DFG-geförderte Forschungskonsortien über das Thema Krebs. In den nächsten Jahren wollen wir mit Hilfe der CCC WERA Allianz die gemeinsamen Anstrengungen noch weiter intensivieren und mit der gemeinsam nutzbaren Forschungsinfrastruktur wesentlich zum Fortschritt in der Krebsmedizin beitragen. Dies erfolgt immer entlang dem Motto des BZKF ‚Exzellenz stärken – Wissen teilen‘. Somit ermöglicht die Allianz den Wissenschaftlern an den WERA Universitäten eine universitätsübergreifende Plattform mit einem enormen Mehrwert für Bayern.“

 

Prof. Dr. Martin Trepel (Universitätsklinikum Augsburg):

„Für uns als vergleichsweise junger universitärer Standort ist die Allianz „CCC WERA“ und die erreichte Auszeichnung als „Onkologisches Spitzenzentrum“ ein sehr großer und ungewöhnlicher Erfolg. Das ist nur durch die exzellente Zusammenarbeit der beteiligten Bereiche des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät in Augsburg zum einen und unter den WERA-Standorten zum anderen möglich geworden. Die Allianz aus vier starken Krebsversorgungs- und -forschungszentren, die sich hier gebildet hat, wird Entwicklungen in der Tumordiagnostik und -therapie ermöglichen, die keiner der vier Standorte alleine erreichen könnte. Augsburg wird hier in vielen Bereichen einen besonderen Beitrag leisten wie etwa spezielle lokaltherapeutische Verfahren, die Flüssigbiopsie mit dem Aufspüren von Tumorbestandteilen in Blutproben oder neuen Konzepten in der intensiven Einbindung von Patientenvertretern in Krebsversorgungs- und –forschungskonzepte. Die Entwicklung des noch jungen universitätsmedizinischen Standorts Augsburg wird sich durch die Einbindung in die CCC-WERA-Allianz und die Auszeichnung als Spitzenzentrum massiv beschleunigen.“

www.ccc-wera.de

Hintergrundinformationen:

Onkologische Spitzenzentren (krebshilfe.de)

Das geschäftsführende Direktorium der Allianz „CCC WERA“, v.l.: Prof. Dr. Tobias Pukrop (Regensburg), Prof. Dr. Ralf Bargou (Würzburg), Prof. Dr. Martin Trepel (Augsburg) und Prof. Dr. Matthias Beckmann (Erlangen). Foto: UKR/Vincent Schmucker.
Das geschäftsführende Direktorium der Allianz „CCC WERA“, v. l.: Prof. Dr. Tobias Pukrop (Regensburg), Prof. Dr. Ralf Bargou (Würzburg), Prof. Dr. Martin Trepel (Augsburg) und Prof. Dr. Matthias Beckmann (Erlangen). Foto: UKR/Vincent Schmucker.