Aktuelle Pressemitteilungen

Rare Disease Day: Zentren für Seltene Erkrankungen helfen den „Waisen der Medizin“

Der 28. Februar 2022 ist „Rare Disease Day“, der internationale Tag der Seltenen Erkrankungen. Jedes Jahr am letzten Tag des Februars machen Menschen mit Seltenen Erkrankungen auf ihre Anliegen, Nöte und besonderen Lebensumstände mit öffentlichkeitswirksame Aktionen aufmerksam.

In der Europäischen Union gilt eine Erkrankung als selten, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind. Da es aber mehr als 6.000 unterschiedliche seltene Erkrankungen gibt, ist die Gesamtzahl der Betroffenen trotzdem hoch. Allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa vier Millionen Menschen mit einer seltenen Erkrankung. Viele dieser Erkrankungen haben genetische Ursachen, sind schwer zu diagnostizieren und werden oftmals auch mit anderen Krankheitsbildern verwechselt. Außerdem sind häufig mehrere Organe betroffen, so dass die Patienten mit der gleichen Krankheit unter ganz verschiedenen Symptomen leiden können. Die meisten Betroffenen durchlaufen deshalb eine Odyssee im Gesundheitssystem, nur um eine eindeutige Diagnose zu bekommen.

“Ganz einsam sind diese sogenannten "Waisen der Medizin" aber nicht: Die Universitätskliniken haben in den vergangenen Jahren hochspezialisierte Zentren für Seltene Erkrankungen (ZSE) aufgebaut. Hier arbeiten Ärztinnen und Ärzte verschiedenster Fachrichtungen zusammen, um ihren Patientinnen und Patienten die zeitintensive Zuwendung, aufwändige Spezialdiagnostik und innovativen Therapien zukommen zu lassen, die sie benötigen. Diese Zentren bündeln eine fachliche Vielfalt und Expertise, die es so nur an Universitätskliniken gibt“, sagt Professor Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands (VUD).

Dr. Frank Wissing, Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages (MFT) ergänzt: „Die Beiträge der Universitätsmedizin zur Erforschung und Behandlung der seltenen Erkrankungen sind unersetzlich. Zum einen, weil andere Anlaufstellen im Gesundheitssystem mit der Diagnose und Therapie der Erkrankungen oft überfordert sind, vor allem aber auch, weil nur hier die Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten Hand in Hand mit intensiver Forschung zur jeweiligen Erkrankung geht.“

Rund 30 Zentren für Seltene Erkrankungen an den Universitätsklinika mit jeweils unterschiedlichen medizinischen Schwerpunkten dienen den Patientinnen und Patienten und betreuenden Haus- und Fachärzten als Anlaufstellen für Diagnostik und spezielle Fragen der Therapie. Einen Überblick über die Versorgungsmöglichkeiten für Menschen mit Seltenen Erkrankungen in Deutschland gibt der SE-Atlas unter: www.se-atlas.de. Hier finden Betroffene die Kontaktdaten aller ZSE in Deutschland.

Auf die Belange der Betroffenen macht auch die Kunstaktion „Selten Allein“ aufmerksam, die zum diesjährigen Tag der Seltenen Erkrankungen von den ZSE ins Leben gerufen wurde: https://www.seltenallein.de/ 

Kontakt:

Deutsche Hochschulmedizin e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stephanie Strehl-Dohmen/ Dr. Christiane Weidenfeld
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25
E-Mail: strehl-dohmen@uniklinika.de; weidenfeld@ mft-online.de
www.deutsche-hochschulmedizin.de 

 

Pressemitteilung Deutsche Hochschulmedizin e.V. vom 25. Februar 2022

Die Medizinhistorischen Sammlungen der Universität Würzburg verfügen über viele Stücke, die an den Anatomen und Physiologen Albert von Kölliker (1817-1905) erinnern. Nun ist die Sammlung weiter gewachsen: Die Urenkelin des berühmten Mediziners hat der Medizinischen Fakultät drei Objekte aus Familienbesitz geschenkt.

Röntgenbild von Köllikers Hand

Einer der Neuzugänge ist ein Bild, das Wissenschaftsgeschichte geschrieben hat: Es ist eine Röntgenaufnahme von Köllikers Hand, versehen mit einer Widmung: „Herrn Geheimrath v. Kölliker mit vorzüglicher Hochachtung D. med Röntgen“.

Unter dem Rahmen des Bildes versteckt, steht eine Markierung: 1896/10 pap. „Sie beweist, dass es sich um einen Papierabzug von der Originalplatte handelt, mit der Wilhelm Conrad Röntgen 1896 vor der Physikalisch-Medizinischen Gesellschaft zu Würzburg erstmals die unbekannten Strahlen vorstellte, die er im Jahr zuvor entdeckt hatte“, sagt Privatdozentin Dr. Sabine Schlegelmilch, Leiterin der Medizinhistorischen Sammlungen. Albert von Kölliker plädierte in ebendieser Sitzung der Gesellschaft dafür, die unbekannten Strahlen nach Röntgen zu benennen und sie für medizinische Zwecke zu nutzen.

Prunkmappen zum Doktorjubiläum

Der zweite Neuzugang zur Würzburger Kölliker-Sammlung ist eine Prunkmappe mit Pergamenturkunde. Damit gratulierte die Anatomische Gesellschaft im Jahr 1891 Albert von Kölliker zu seinem 50. Promotionsjubiläum.

Auch das dritte Objekt aus dem Besitz von Köllikers Urenkelin ist eine Prunkmappe mit Pergamenturkunde zum 50. Doktorjubiläum. Sie stammt vom medizinischen Professorenkollegium der Universität Wien und datiert auf das Jahr 1892. In die Mappe eingelegt ist ein Bild Köllikers, womöglich die Fotografie eines Gemäldes.

Kölliker-Ausstellung in Planung

Die drei Objekte wurden inzwischen fachgerecht im Depot der Medizinhistorischen Sammlungen eingelagert. Hierzu musste vor allem die berühmte Aufnahme von Köllikers Hand behutsam aus dem alten, mit Metallnägeln und Verleimung fixierten Bilderrahmen gelöst werden.

Die Einzigartigkeit dieser Objekte sowie die auch sonst umfangreich vorhandenen Bestände zu Albert von Kölliker haben erste Überlegungen zu einer Ausstellung gedeihen lassen: Sie soll Köllikers Rolle in der Wissenschaft seiner Zeit illustrieren und in interdisziplinärer Kooperation der Medizinhistorischen Sammlungen mit den Fächern Museologie/Museumswissenschaft (JMU) und Ausstellungsgestaltung/Kommunikation (FHWS) entstehen.

Zur Person: Albert von Kölliker

Albert von Kölliker, 1817 in Zürich geboren, lehrte und forschte ab 1849 für mehr als 50 Jahre an der Universität Würzburg. Der Professor für Anatomie und Physiologie führte Mikroskopierkurse und andere Lehrformen ein, die damals neuartig waren. Dadurch wirkte er als „Studentenmagnet“ – und trug viel dazu bei, dass die Würzburger Universitätsmedizin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen enormen Aufschwung erlebte.

Kölliker gilt als Begründer der mikroskopischen Anatomie. Auf diesem Gebiet lieferte er viele wichtige Erkenntnisse über menschliche Zellen und Zellstrukturen. Auch seine Forschungen in der Gewebelehre können als Pionierleistungen eingestuft werden. Besonders seine Arbeiten zur Struktur von Muskelzellen und zur Beschaffenheit von Fettgewebe setzten Maßstäbe. Seine Ergebnisse fasste er 1852 im ersten Handbuch der Gewebelehre zusammen.

Bekannt in Würzburg und der Welt

Während seiner gesamten Würzburger Zeit genoss Kölliker ein sehr hohes Ansehen bei anderen Wissenschaftlern und Studenten. Mit dem Pathologen Rudolf Virchow, der von 1849 bis 1856 in Würzburg lehrte und forschte, verband ihn eine Freundschaft. Sie gründeten gemeinsam die Physikalisch-Medizinische Gesellschaft und prägten dadurch wesentlich das wissenschaftliche Umfeld in Würzburg.

Auch eine liberale Geisteshaltung verband die beiden großstädtisch geprägten Forscher – Kölliker kam aus Zürich, Virchow aus Berlin. Im katholischen Würzburg galten die beiden als politische Radikale, was ihr gutes persönliches Verhältnis noch zusätzlich förderte.

Albert von Kölliker erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen. Sein Wirken verschaffte der Würzburger Medizinischen Fakultät außerordentliche Bedeutung im Deutschen Reich. Mit der Adelung durch den Prinzregenten des Königreichs Bayern 1897 wurde sein Lebenswerk gekrönt.

 

Quellen

Medizinhistorische Sammlungen der Universität Würzburg 

Universitätsarchiv Würzburg

Pathologisches Institut der Universität Würzburg

Uniklinikum Würzburg: Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs zertifiziert

Am Uniklinikum Würzburg werden Frauen und Familien, bei denen genetisch bedingter Brust- und Eierstockkrebs auftreten kann, schon seit vielen Jahren in einem spezialisierten Zentrum beraten und betreut. Jetzt wurde die interdisziplinär arbeitende Einrichtung vom unabhängigen Institut OnkoZert im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft geprüft und erfolgreich zertifiziert.

In fünf bis zehn Prozent der Fälle von Brust- und Eierstockkrebs handelt es sich um Erkrankungen, die familiär gehäuft auftreten. Um die betroffenen Frauen kümmert sich am Uniklinikum Würzburg (UKW) schon seit dem Jahr 1996 gezielt das Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Im Januar dieses Jahres wurde die Einrichtung vom unabhängigen Zertifizierungsinstitut OnkoZert im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert.

Aufwändige Vorbereitung durchlaufen

„Obwohl sich unser Zentrum auf über fast drei Jahrzehnte lang gereifte Erfahrungen und Organisationsabläufe stützen kann, war die strukturierte Zertifizierung dennoch ein aufwändiger Vorgang, der eine sorgfältige Vorbereitung erforderte“, berichtet Privatdozentin Dr. Tanja Schlaiß. Als Koordinatorin des Zentrums für familiären Brust- und Eierstockkrebs organisierte und leitete die Oberärztin der Frauenklinik von Seiten des UKW den Zertifizierungsprozess. Dessen Höhepunkt war ein zweitägiges Audit im November vergangenen Jahres. Hierbei überprüften zwei Auditoren der DKG die vorgegeben Kriterien vor Ort und sprachen danach die Empfehlung zur Zertifikatserteilung aus. 

Ein Beleg für Qualität und Engagement

„Der Erhalt des Zertifikats unterstreicht die Qualität und das Engagement unserer jahrelangen interdisziplinären Arbeit“, zeigt sich Prof. Dr. Achim Wöckel hochzufrieden. Der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik fährt fort: „Patientinnen und Ratsuchende können sich jetzt auch mit einer unabhängigen Bestätigung sicher sein, dass sie an unserem Zentrum eine schnelle und fachlich fundierte Einschätzung zu einer familiären Ursache einer bereits bestehenden Erkrankung erhalten. Sie können ferner zuverlässig davon ausgehen, dass sie zu jeder Zeit über mögliche therapeutische Konsequenzen oder Früherkennungsmaßnahmen informiert werden.“ Nach den Worten des Klinikdirektors profitieren die Frauen zudem von der deutschlandweiten Vernetzung der Würzburger Einrichtung, wozu nicht zuletzt die Teilnahmemöglichkeit an multizentrischen Studien gehört. 

Individuelle Risikoermittlung, Beratung und Versorgung

Im Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs des UKW arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Frauenheilkunde, Humangenetik, Radiologie sowie Psychologie und Psychoonkologie aufs Engste zusammen. Durch die vereinte Sachkompetenz kann für Ratsuchende das individuelle Erkrankungsrisiko ermittelt werden. Auf dieser Basis beraten die Expertinnen und Experten sie gegebenenfalls über die Vorteile einer intensivierten Früherkennung der Brust und über die vorbeugende Entfernung der Eierstöcke und/oder des Brustdrüsengewebes. „Durch einen solchen vorbeugenden Eingriff kann in vielen Situationen eine Erkrankung verhindert werden“, betont Prof. Wöckel. 

Uniklinikum Würzburg: Lichtaktion und Filmwoche machen auf Seltene Erkrankung aufmerksam

Am 28. Februar 2022, dem Internationalen Tag der Seltenen Erkrankungen, wird ein Gebäude des Uniklinikums Würzburg in bunten Farben beleuchtet. Außerdem informiert eine digitale Filmwoche über ausgewählte Seltene Erkrankungen.

Am Montag, den 28. Februar 2022 ist der Rare Disease Day, der Internationale Tag der Seltenen Erkrankungen. Der seit 2008 jährlich begangene Aktionstag will die Öffentlichkeit auf die Belange der von Seltenen Krankheiten Betroffenen aufmerksam machen. Eine der Maßnahmen dazu ist die weltweite Beleuchtungsaktion „Global Chain of Lights“ (auf Deutsch „Weltumspannende Lichterkette“), bei der öffentliche Gebäude in den Rare-Disease-Day-Farben Grün, Blau und Pink erstrahlen. Auch das Uniklinikum Würzburg (UKW) wird in diesem Jahr am letzten Februartag das gut sichtbare Gebäude C14 ab der Josef-Schneider-Straße entsprechend beleuchten. „Gerade in einer Zeit, in der die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Probleme der Corona-Pandemie fokussiert ist, ist es wichtig, die Herausforderungen in der Versorgung von Seltenen Erkrankungen nicht aus dem Blick zu verlieren“, sagt Prof. Dr. Helge Hebestreit. Der Direktor des im Dezember 2014 gegründeten und am UKW angesiedelten Zentrums für Seltene Erkrankungen – Referenzzentrum Nordbayern (ZESE Nordbayern) ist gleichzeitig der Stellvertretende Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. 

Petition für eine bessere Finanzierung

Zu den Herausforderungen bei den Seltenen Erkrankungen zählt es nach seinen Worten, die Behandlung und Betreuung der rund vier Millionen Betroffenen in Deutschland zu finanzieren. „Deshalb unterstützen wir gerne die Petition, die sich für eine solide Finanzierung der bundesweit mehr als 30 Zentren für Seltene Erkrankungen durch die Krankenkassen einsetzt“, unterstreicht Prof. Hebestreit. Wer seine Stimme für die vom Universitätsklinikum Tübingen initiierte Petition abgeben will, kann dies unter www.ukw.de/zese/tagderseltenen22 tun. 

Videos zu diversen Erkrankungen

Als Mitglied des Würzburger Arbeitskreises Seltene Erkrankungen (WAKSE) beteiligt sich das ZESE Nordbayern auch an einer thematischen Filmwoche. Vom 28. Februar bis 6. März 2022 zeigt der WAKSE in Kooperation mit dem Aktivbüro der Stadt Würzburg Filme zu Seltenen Erkrankungen allgemein und zu verschiedenen Diagnosen. Zugriff auf die ausgewählten Online-Videos, die jeweils auch einen Bezug zu Würzburg haben, erhalten alle Interessierte unter www.wuerzburg.de/wakse. 

Über Seltene Erkrankungen 

Eine Erkrankung gilt als selten, wenn nicht mehr als fünf von 10 000 Menschen das spezifische Krankheitsbild aufweisen. Nach dieser Definition gibt es etwa 8 000 Seltene Erkrankungen. Weltweit sind rund 300 Millionen Menschen von einer dieser Krankheiten betroffen. Für die meisten Erkrankungen gibt es noch keine Heilung. Sie verlaufen chronisch, gehen teilweise mit schweren geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen einher. Therapiemöglichkeiten sowie Expertinnen und Experten sind rar. Das stellt die Betroffenen und ihre Familien auch im Alltag vor große Herausforderungen.

Uniklinikum Würzburg: Musikerinnen und Musiker mit Auftrittsangst gesucht

Das Zentrum für Psychische Gesundheit des Uniklinikums Würzburg bietet Musikerinnen und Musikern mit Auftrittsangst im Rahmen einer Studie therapeutische Unterstützung an.

Für eine interdisziplinär angelegte Studie sucht das Zentrum für Psychische Gesundheit (ZEP) des Uniklinikums Würzburg (UKW) Musikerinnen und Musiker zwischen 18 und 60 Jahren, die unter Auftrittsangst leiden und etwas dagegen unternehmen möchten.

Auftrittsangst ist kein Lampenfieber

Anders als beim gewöhnlichen Lampenfieber gibt es bei Auftrittsangst so starke Symptome, dass sie von den Betroffenen als sehr unangenehm empfunden werden und diese sich auch negativ auf die künstlerische Leistung auswirken. Neben der subjektiv erlebten Angst vor dem Auftritt äußert sich diese Subgruppe sozialer Ängste in einer Beschleunigung des Herzschlags und der Atmung sowie einem Anstieg des Blutdrucks, kalten Händen, Zittern, Übelkeit, Erröten sowie Gedanken daran, zu versagen oder die Kontrolle zu verlieren. Dabei ist Auftrittsangst ein häufiges Phänomen: Bis zu 60 Prozent aller Musikerinnen und Musiker berichten, situativ darunter zu leiden.

Studie testet zwei verschiedene Interventionstrainings 

Die Studienteilnehmenden haben die Möglichkeit, bei einem von zwei verschiedenen Interventionstrainings zur Reduktion von Auftrittsangst mitzumachen. Beide Interventionstechniken – ein Angstkonfrontationstraining in Virtueller Realität und ein Training zur progressiven Muskelentspannung – beruhen auf Methoden der Verhaltenstherapie, die standardmäßig in der Behandlung von Angsterkrankungen eingesetzt werden. Die Therapie ist im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchung kostenlos. Die Zuordnung der Interventionsmethoden erfolgt randomisiert, das heißt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich nicht aussuchen, welches Training sie erhalten. 

Zeitaufwand: Sechs Sitzungen mit insgesamt zehn Stunden 

Der Zeitaufwand zur Studienteilnahme beträgt rund zehn Stunden, verteilt auf sechs Sitzungen über einen Zeitraum von vier Wochen. Hinzukommt eine weitere Sitzung nach einem Jahr, um die Langzeitfolgen der Behandlung zu beurteilen. 

Die Studie soll im Frühjahr 2022 beginnen und die Sitzungen finden in Würzburg statt. Die genauen Termine werden individuell abgesprochen. Weiterhin müssen die Künstlerinnen und Künstler zwei kurze Musikstücke vorbereiten, die auswendig gespielt werden sollen.

Weitere Informationen zur Studie und Hinweise zu den Teilnahmevoraussetzungen finden sich unter www.ukw.de/forschung/forschung-psychiatrie/klinische-studien

Bei Fragen kann unverbindlich das Studienteam vom Zentrum für Psychische Gesundheit des UKW kontaktiert werden unter Tel. 0931/201-76344 oder E-Mail: Auftrittsangst_VR@ ukw.de

„Selten allein“ – Kunstaktion zum weltweiten Tag der Seltenen Erkrankungen am 28. Februar

Der vierjährige Lex kann nicht richtig essen und sprechen. Er leidet am „Pierre-Robin-Syndrom“ - einer Seltenen Erkrankung. Seine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte ist verantwortlich für eine Vielzahl gesundheitlicher Sorgen. Sein Wunsch: „Ich möchte so angenommen werden, wie ich bin“. Lex großer Bruder hat ihn für die Kunstaktion „Selten allein“ zum diesjährigen 15. weltweiten Tag der Seltenen Erkrankungen am 28. Februar gemalt. Sein Porträt und viele andere bewegende Kunstwerke werden ab dem 18. Februar in Ausstellungen an den Universitätskliniken, in einigen Bahnhöfen und auf der Website www.seltenallein.de gezeigt. Neben den eingereichten Kunstwerken stellen Steckbriefe die Künstler und ihre jeweilige Krankheit vor. Die Website sensibilisiert für das Thema „Seltene Erkrankungen“, bietet Informationen und Betroffenen die Gelegenheit, sich zu vernetzen.

Die Zentren für Seltene Erkrankungen (ZSE) der Universitätskliniken haben die Kunstaktion ins Leben gerufen. Unterstützt wird sie vom Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE, www.achse-online.de) und den Einkaufsbahnhöfen (www.einkaufsbahnhof.de). So zeigen neben vielen Universitätskliniken die Bahnhöfe Dresden Hauptbahnhof, Dresden-Neustadt, Berlin Zoo und Friedrichstrasse, Freiburg, Heidelberg, Tübingen, Halle, Mainz und Mannheim die Kunstwerke in Ausstellungen.

Professor Jens Scholz, 1. Vorsitzender des VUD: „Die Aktion soll Aufmerksamkeit für die Seltenen Erkrankungen erzeugen und den Blick auf die vier Millionen Menschen lenken, die unter einer dieser Erkrankungen leiden. Oft durchlaufen Betroffene eine jahrelange Odyssee im Gesundheitssystem – einschließlich des verzweifelten „Ärztehoppings“ – bis ihre Krankheit von Ärztinnen und Ärzten der Universitätskliniken richtig diagnostiziert und behandelt werden kann. Diese Patientinnen und Patienten bedürfen einer besonders zeitintensiven Zuwendung und einer aufwendigen Spezialdiagnostik. Deshalb gibt es an den Universitätskliniken spezielle Zentren für Seltene Erkrankungen. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten geht dort Hand in Hand mit intensiven Forschungen zur jeweiligen Erkrankung. Die speziellen Zentren bündeln eine fachliche Vielfalt und Expertise, die es so nur an Universitätskliniken gibt.“

Hintergrund: Was ist eine seltene Erkrankung?

In der Europäischen Union gilt eine Erkrankung als selten, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind. Da es mehr als 6.000 unterschiedliche seltene Erkrankungen gibt, ist die Gesamtzahl der Betroffenen trotz der Seltenheit der einzelnen Erkrankungen hoch. Allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa vier Millionen Menschen mit einer seltenen Erkrankung.

Seltene Erkrankungen bilden eine Gruppe von sehr unterschiedlichen und zumeist komplexen Krankheitsbildern. Die meisten dieser Erkrankungen verlaufen chronisch und gehen mit gesundheitlichen Einschränkungen beziehungsweise eingeschränkter Lebenserwartung einher. Häufig bilden Betroffene bereits im Kindesalter Symptome aus. Etwa 80 Prozent der seltenen Erkrankungen sind genetisch bedingt oder mitbedingt, selten sind sie heilbar.

Ein beispielhaftes Kunstwerk und den Steckbrief von Anna Wiegand finden Sie unter: www.uniklinika.de/aktuellespresse/ 

Kontakt:
Stephanie Strehl-Dohmen
Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V.
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25, Fax: +49 (0) 30 3940517-17
Email: strehl-dohmen@ uniklinika.de  
www.uniklinika.de   

 

Pressemitteilung Verband der Universitätsklinika Deutschland vom 18. Februar 2022

Hebammenausbildung wird eine Wissenschaft

Künftig werden am Uniklinikum Würzburg Hebammen in einem dual-primärqualifizierenden Bachelorstudium auf ihren anspruchsvollen Beruf vorbereitet

Ab dem Wintersemester 2022/23 bieten Universitätsklinikum und Universität in Würzburg das Studium der Hebammenwissenschaft an. Damit werden die Bachelor-Hebammen den Anforderungen einer modernen Geburtshilfe noch besser gerecht. @Daniel Peter

Hebammen tragen eine große Verantwortung für Mutter, Kind und deren Familien – vor, während und nach der Geburt. Um den anspruchsvollen und vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden, bereitet das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) seine Hebammen künftig in einem dualen und primärqualifizierenden Studium auf ihren Beruf vor. Das UKW setzt den praktischen Ausbildungsteil um, während die theoretischen und wissenschaftlichen Grundlagen von der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg beigesteuert werden. Mit dem akademischen Abschluss erhalten die Studierenden zugleich die staatliche Berufserlaubnis und können als Hebammen überall in Europa in ihrem Beruf arbeiten.

Sieben Semester Theorie und Praxis

Zum Wintersemester 2022/23 startet das neue Studienangebot zur Hebammenwissenschaft. In sieben Semestern erlernen jährlich 20 Studierende die Hebammentätigkeit in Theorie und Praxis. „Als Medizindidaktikerin sehe ich eine großartige Chance darin, Berufsgruppen, die Hand in Hand arbeiten, auch gemeinsam auf universitärem Niveau auszubilden“, erklärt die Studiendekanin Prof. Dr. Sarah König. Den angehenden Hebammen werden im Rahmen des modularisierten Curriculums passgenaue medizinischen Inhalte vermittelt. Evidenzbasierung und die systematische Vermittlung klinisch-praktischer und kommunikativer Kompetenzen runden das Profil ab. Die Studierenden sind nach dem Abschluss fähig, dem einzigartigen Berufsbild der Hebamme mit hoher Verantwortung und gutem Reflexionsvermögen gerecht zu werden.

Wissenschaftliche Ausbildung im klinischen Kontext

„Ich freue mich sehr, dass wir zum nächsten Wintersemester das Studium der Hebammenwissenschaft starten können“, kommentiert Professor Dr. Achim Wöckel, Klinikdirektor der Frauenklinik am UKW. Mit mehr als 2.200 Geburten pro Jahr und dem Perinatalzentrum bietet das UKW eine umfassende Bandbreite an klinischer Praxis. Daneben ermöglicht die enge Zusammenarbeit mit universitären Instituten auf dem Klinikgelände eine wissenschaftliche Ausbildung auf höchstem Niveau. „Im ersten dualen Studiengang der Fakultät werden die Studierenden zum selbstständigen Handeln in der Praxis ermutigt und gleichzeitig gezielt an wissenschaftliche Fragestellungen herangeführt“, so Dekan Prof. Dr. Matthias Frosch.

Die Bewerbung für den Bachelorstudiengang ist ab März 2022 beim Universitätsklinikum Würzburg möglich. Der Auswahlprozess findet unter anderem über ein wissenschaftlich gestütztes Assessment Center statt, in dem die Studieninteressierten bereits mit vereinfachten Fragestellungen aus dem Berufsalltag konfrontiert werden und relevante Kompetenzen unter Beweis stellen können.

Weitere Informationen zum Studiengang: https://www.med.uni-wuerzburg.de/studium/hebammenwissenschaft/

Kontakt: hebammenwissenschaft@ukw.de

Ab dem Wintersemester 2022/23 bieten Universitätsklinikum und Universität in Würzburg das Studium der Hebammenwissenschaft an. Damit werden die Bachelor-Hebammen den Anforderungen einer modernen Geburtshilfe noch besser gerecht. @Daniel Peter