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Uniklinikum Würzburg: Planung der Myelom-Studie OptiMAIN erhält Förderung

Das Uniklinikum Würzburg plant eine neue Studie, die die Erhaltungstherapie von Myelom-Patienten speziell unter dem Gesichtspunkt Lebensqualität auf den Prüfstand stellen will. Das Bundesforschungsministerium bewilligte für die Ausarbeitung des Studiendesigns eine Förderung von 240.000 Euro.

 

Krebserkrankungen möglichst verhindern, Heilungschancen durch neue Therapien verbessern, Lebenszeit und -qualität von Betroffenen erhöhen – das sind die Ziele der im Januar 2019 vom Bundesgesundheitsministerium und dem Bundesforschungsministerium (BMBF) gestarteten „Nationalen Dekade gegen Krebs“. In diesem Zusammenhang fördert das BMBF jetzt praxisverändernde Studien zur Prävention, Diagnose und Therapie von Krebs mit bis zu 62 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen klinische Studien, die die gängige Versorgungspraxis überprüfen. Mithilfe der Erkenntnisse können bestehende Therapien verbessert und Nebenwirkungen sowie unnötige Behandlungen vermieden werden.

Lenalidomid dauerhaft oder zeitlich begrenzt einnehmen?

Seit November dieses Jahres stehen 13 Projekte fest, bei denen zunächst die Planungsphase gefördert wird. Mit dabei ist das Uniklinikum Würzburg (UKW) mit der Studie OptiMAIN. Der Projektleiter, Dr. Leo Rasche, Oberarzt der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW, erläutert: „Die Studie beschäftigt sich mit Patienten mit Multiplem Myelom. Das einzig zugelassene Medikament zur Erhaltungstherapie nach einer Stammzelltransplantation ist bei diesen derzeit der Wirkstoff Lenalidomid. Bei dem jetzt für eine siebenmonatige Konzeptionsphase mit 240.000 Euro geförderten Vorhaben wollen wir eine zeitlich begrenzte Erhaltungstherapie von einem Jahr mit einer dauerhaften Lenalidomid-Gabe vergleichen.“

Hintergrund: Aktuell empfehlen die Experten des UKW ihren Myelom-Patienten, Lenalidomid bis zum Krankheitsrückfall einzunehmen – das heißt im Idealfall über viele Jahre. Ähnlich handhaben es auch die Krebsmediziner/innen in den USA. In den meisten europäischen Ländern wird Lenalidomid allerdings nur für ein bis zwei Jahre nach der Stammzelltransplantation gegeben. Ein Grund hierfür sind die Therapiekosten von rund 100.000 Euro pro Patient und Jahr.

Eine effektive Therapie mit vielen Nebenwirkungen

Ein weiterer Punkt sind die Nebenwirkungen. „Die Tablettentherapie mit Lenalidomid ist in der Behandlung des Multiplen Myeloms zweifellos sehr wirksam, hat aber leider auch eine Fülle von negativen Begleiterscheinungen“, schildert Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW. So macht das Medikament nach Angaben des international renommierten Myelom-Experten nicht nur müde, es kann auch das Blutbild verändern und damit verbunden Infektionen begünstigen. Außerdem erleiden die Patienten häufiger eine Thrombose oder eine Lungenembolie. „Besonders unangenehm war aber die Erkenntnis, dass die Rate an sogenannten Zweitmalignomen, das heißt das Auftreten einer weiteren Krebserkrankung, unter der Lenalidomid-Therapie erhöht ist“, berichtet Prof. Einsele. Nach seiner Einschätzung überwiegen in der Güterabwägung die positiven Eigenschaften von Lenalidomid dennoch klar.

Niedrigere Rückfallwahrscheinlichkeit kontra bessere Lebensqualität

„Es ist aber gut möglich, dass auch eine zeitlich begrenzte Einnahme, zum Beispiel für ein Jahr, ausreichend ist“, sagt Privatdozent Dr. Martin Kortüm, ein weiterer an dem Projekt beteiligter Myelom-Spezialist der Medizinischen Klinik II des UKW. Er fährt fort: „Insbesondere bei der Lebensqualität würden die Patienten von einer begrenzten Einnahmedauer profitieren. Letztlich wissen wir aber nicht, was den Betroffenen wichtiger ist: ein statistischer Vorteil bezogen auf die Rückfallwahrscheinlichkeit oder eine bessere Lebensqualität. Diese Frage werden wir bei OptiMAIN angehen.“ So soll gemeinsam mit den Patienten ein neues Instrument zur Messung der Lebensqualität erarbeitet werden. Dabei wird das Forschungsteam von deutschen Myelom-Selbsthilfegruppen unterstützt, in denen mehr als 3000 Patienten organisiert sind.

An der geplanten Studie ist außer dem Uniklinikum Würzburg ein deutschlandweites Netzwerk medizinischer Einrichtungen, wie zum Beispiel das Universitätsklinikum Heidelberg, beteiligt.

Nach der jetzt geförderten Konzeptionsphase, die im April 2020 startet, wird in einer zweiten Begutachtungsrunde über eine weitere Förderung entschieden.

 

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Stiftung „Forschung hilft“: Erneut 100.000 Euro für die Krebsforschung der Würzburger Universitätsmedizin ausgeschüttet

Bei einer Benefizgala am 16. November dieses Jahres gab die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg acht wissenschaftliche Projekte bekannt, die zusammen eine Unterstützung von über 100.000 Euro erhalten.

 

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ gründete Ende 2017 unter dem Namen „Forschung hilft“ eine Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Würzburger Universität. Im Rahmen der Benefizgala „Kunst & Musik & Zauberei“ am 16. November 2019 im Hotel Melchior Park Würzburg schüttete die Stiftung erneut Förderpreise mit einer Gesamtsumme von 100.000 Euro aus. Empfänger sind acht Würzburger Forschergruppen, die mit ihren neuen Ideen die Behandlung von onkologischen Patienten verbessern wollen.

Drei Mal 20.000 Euro für aussichtsreiche Projekte

Drei dieser Teams erhielten jeweils 20.000 Euro. Unter diesen forscht die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Markus Sauer vom Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik der Uni Würzburg an einer speziellen Technologie der Fluoreszenzmikroskopie, die eine Auflösung von 20 Nanometern hat. Mit dieser „Super-Resolution“ können einzelmolekülempfindliche Nachweise geführt werden, mit denen sich die personalisierte Immuntherapie bösartiger Erkrankungen noch weiter verbessern lässt.

Die Forschergruppe um die Professoren Andreas Beilhack und Harald Wajant, beide von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW), beschäftigt sich mit der gezielten Reaktivierung der körpereigenen Immunantwort gegen Multiples Myelom – einer bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks – durch rekombinante Antikörperfusionsproteine. Die Wirkung dieser neu konzipierten Designer-Eiweiße entfaltet sich nur in unmittelbarer Umgebung von Krebszellen, sodass die Immunabwehr nur dort aktiviert wird.

Die dritten 20.000 Euro gingen an das Team von Dr. Sophia Danhof, ebenfalls von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW. Hier werden Medikamente untersucht, die – neben ihrer direkten Wirksamkeit gegen die Krebszellen – die Ausbildung von definierten Oberflächenmolekülen auf Krebszellen fördern. Damit lassen sich die Effizienz von zielgerichteten Immuntherapien steigern oder Resistenzen überwinden – zum Beispiel beim Multiplen Myelom.

Jeweils 10.000 Euro für drei weitere Forschungsvorhaben

Weitere drei Erfolg versprechende Projekte erhalten jeweils 10.000 Euro. So wollen Prof. Dr. Andreas Rosenwald und Dr. Hilka Rauert-Wunderlich mir ihrem Team vom Pathologischen Institut der Uni Würzburg neue NIK-Inhibitoren analysieren und deren Wirkung im Mantelzelllymphom untersuchen. Diese Grundlagenforschung zielt auf ein besseres Verständnis von Medikamentenresistenzen ab.

Das Team von Dr. Stefan Hartmann von der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des UKW beschäftigt sich mit Signalmolekülen beim Kopf-Hals-Karzinom. Zur Hemmung dieser Signalmoleküle stehen bereits spezielle Medikamente zur Verfügung. Nun soll herausgefunden werden, ob eine Kombination dieser Medikamente mit den Immuntherapien zu mehr Behandlungserfolgen führt.

In einem neuartigen Ansatz will eine Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Alexander Meining von der Medizinischen Klinik II des UKW klären, ob mittels künstlicher Intelligenz in der Bildanalyse und dem parallelen Einsatz neuer bildgebender Verfahren frühe bösartige Veränderungen des Dickdarms leichter erkannt werden können.

Zwei Projekte bekommen 5.000 Euro

Zwei Vorhaben erhielten von „Forschung hilft“ schließlich jeweils eine Förderung von 5.000 Euro. Im ersten entwickeln Prof. Dr. Thomas Rudel vom Lehrstuhl für Mikrobiologie der Uni Würzburg und seine Mannschaft eine hochspezifische Aminosäureoxidase als neues Wirkprinzip in der Krebstherapie. Und im zweiten Vorhaben strebt eine interdisziplinäre Forschergruppe unter maßgeblicher Beteiligung von Privatdozent Dr. Matthias Kroiß und Prof. Dr. Martin Fassnacht, beide von der Medizinische Klinik und Poliklinik I des UKW, danach, die Arzneimittelgabe beim seltenen Nebennierenkarzinom zu optimieren.

Als Laudator des Abends würdigte der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt die exzellenten Leistungen aller geförderten Forschungsteams. Außerdem machte er deutlich, dass die Stiftung „Forschung hilft“ die Würzburger Universität dabei unterstützt, ihren hervorragenden Ruf als Kompetenzzentrum der Krebsforschung auszubauen und so auch den Wissenschaftsstandort an sich stärkt.

Veranstaltung mit abwechslungsreichem Rahmenprogramm

Die Förderpreisübergabe war eingebettet in eine Benefizgala mit rund 200 geladenen Gästen. Die Sängerin Heike Heer-Engelhardt und eine Kindergruppe vom Projekt Erdzeichen sorgten mit ihrem Lied „Hallo Zukunft“ für einen schwungvollen Auftakt. Später lieferte die Zauberin Leonie Weidt magische Momente. Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Duo Hausauer/Schwarz. Außerdem hatte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, durch eine Ausstellung der Würzburger Malerin und Grafikerin Claudia Wührl zu schlendern, die sich in ihren Bildern mit der Heilsamkeit des Menschen beschäftigt.

10.100 Euro für weitere Förderungen gesammelt

Bei dem vom Team des Hotels Melchior Park kulinarisch abgerundeten Abend kamen durch Spenden 10.100 Euro für zukünftige Förderungen zusammen. Die größten Einzelspender waren die Multa Medio Informationssysteme AG, das Projekt Erdzeichen und die Sparkasse Mainfranken.

Statements von Förderpreisträger/innen:

„Die Förderung unserer Arbeiten zur Verbesserung der Effizienz und Minimierung der Nebenwirkungen derzeitiger Immuntherapien durch die Stiftung ‚Forschung hilft‘ ist für uns eine sehr wichtige Auszeichnung, da die Stiftung nur solche Projekte fördert, die von direktem Nutzen für Tumorpatienten sind.“
Prof. Dr. Markus Sauer
Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg


„Die natürliche Immunabwehr kann man wohl als die ausgeklügeltste Waffe gegen Krebs ansehen. Der Förderpreis ermöglicht uns eine grundlegend neue Strategie zu testen, die körpereigene Immunantwort gegen Krebs zu reaktivieren."
Prof. Dr. Andreas Beilhack und Prof. Dr. Harald Wajant
Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg


„Mit der Förderung werden wir die Grundlagen der Resistenzentwicklung im Mantelzelllymphom untersuchen und können somit mögliche neue therapeutische Ziele finden. Die Benefizgala war eine tolle Veranstaltung, die nicht nur unsere Forschung unterstützt hat, sondern auch gezeigt hat, dass es um Menschen geht – und noch viel in der Krebsforschung zu tun ist.“
Dr. Hilka Rauert-Wunderlich
Postdoc am Pathologischen Institut der Julius-Maximilians-Universität Würzburg


„Den Förderpreis der Stiftung 'Forschung hilft' empfinde ich als unwahrscheinliche Wertschätzung unserer wissenschaftlichen Arbeit von den Menschen vor Ort. Wo jeder einen kleinen Beitrag leistet, entsteht das Potenzial für ganz Großes. Die Gala war ein wahrlich gelungener Abend, an dem sich Musik, Kunst, Zauberei und Wissenschaft gegenseitig beflügelt haben."

Dr. Sophia Danhof
Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg

 

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Neues PET/CT am Uniklinikum Würzburg im Einsatz

Seit Anfang Oktober dieses Jahres ergänzt ein zweites Hybridgerät aus Positronen-Emissions-Tomograph und Computertomograph das diagnostische Angebot der Nuklearmedizin des Uniklinikums Würzburg. Neben einer massiven Ausweitung der Untersuchungskapazitäten bringt das hochmoderne, drei Millionen Euro teure Gerät noch mehr Patientenkomfort und eine noch höhere Präzision mit sich.

 

Die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin (NUK) des Uniklinikums Würzburg (UKW) verfügt seit dem Jahr 2010 als einzige medizinische Einrichtung in Unterfranken über ein PET/CT. Dieses Hochtechnologie-Untersuchungsgerät kombiniert die Messmethoden der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Computertomographie (CT) miteinander. Durch Überlagerung der Bilddaten aus beiden Quellen wird ein Fusionsbild erstellt, bei dem sich die Informationen aus beiden Verfahren hilfreich ergänzen. „Eines der Hauptanwendungsgebiete des PET/CT ist die Onkologie. Damit können wir im Sinne der Früherkennung auch nur wenige Millimeter große Tumoren entdecken – zum Beispiel bei Prostata-, Lungen- und Nebennieren-Karzinomen oder bei Lymphomen“, schildert Prof. Dr. Andreas Buck, der Direktor der NUK. Außerdem kann der Scanner auch die mit der Alzheimer-Erkrankung verbundenen Plaque-Ablagerungen im Gehirn sowie Entzündungen am Herzmuskel sichtbar machen.

Bestehendes PET/CT in Vollauslastung

„Um die große Nachfrage nach dieser nicht invasiven Diagnostik nach Kräften zu befriedigen, haben wir mit dem ‚alten‘ PET/CT in den vergangenen Jahren rund 4.000 Untersuchungen jährlich durchgeführt – kein anderes Zentrum in Deutschland macht mehr Untersuchungen mit nur einem Gerät“, berichtet Prof. Buck. Dennoch ließen sich Kapazitätsengpässe und teilweise längere Wartezeiten für die Patienten nicht vermeiden.

Bis zu 7.000 Untersuchungen pro Jahr anvisiert

Um hier Abhilfe zu schaffen, erwarb das Uniklinikum Würzburg in diesem Jahr für rund drei Millionen Euro ein weiteres PET/CT. Das Gerät der neuesten Generation ist seit Anfang Oktober in der NUK im Zentrum für Innere Medizin des UKW an der Oberdürrbacher Straße in Betrieb. „Mit dieser Kapazitätserweiterung werden wir in Zukunft noch besser in der Lage sein, die angefragten Untersuchungen schnell – quasi auf Abruf – zu bearbeiten“, freut sich der Klinikdirektor. Nach seiner Planung wird die Auslastung der neuen Maschine in den kommenden Monaten sukzessive hochgefahren mit dem Ziel, zusammen mit dem parallel arbeitenden „Altgerät“ bald bis zu 7.000 Untersuchungen pro Jahr durchführen zu können.

Komfortgewinn durch kürzere Untersuchung

Technisch zeichnet sich das neue PET/CT durch einen kontinuierlichen und damit im Vergleich zu seiner älteren „Schwester“ schnelleren Messvorgang aus. Für die Patienten bedeutet dies einen Komfortgewinn durch kürzere Untersuchungszeiten. Außerdem bietet die Neuanschaffung eine nochmals gesteigerte Bildqualität und Empfindlichkeit.

Damit die Positronen-Emissions-Tomographie Stoffwechselvorgänge von außen sichtbar machen kann, werden dem Patienten winzige Mengen radioaktiv markierter Stoffe, so genannte Radiotracer, in eine Armvene injiziert. Die Substanzen verteilen sich im Körper und reichern sich insbesondere in Tumoren an. Im PET-Bild glühen diese dann als leuchtende Objekte regelrecht auf. Das dazu kombinierte CT-Bild fügt diesem Befund eine präzise Darstellung der umgebenden Organe hinzu, so dass die Tumoren oder anderen gesuchten Strukturen exakt lokalisiert werden können.


Vorteile durch klinikeigene Abteilung Radiochemie

„Der Verfügbarkeit von maßgeschneiderten Radiotracern kommt bei der PET-Diagnostik eine Schlüsselrolle zu“, unterstreicht Prof. Buck und fährt fort: „Durch unsere klinikeigene Abteilung Radiochemie sind wir in der glücklichen Lage, diese radioaktiven Stoffe selbst herzustellen.“ Aktuell produziert die Nuklearmedizin des UKW unter Reinraumbedingungen 20 verschiedene Radiopharmaka – 15 zur Diagnostik verschiedener onkologischer, aber auch neurologischer und kardiologischer Erkrankungen sowie fünf zu therapeutischen Zwecken. Laut dem Klinikdirektor gibt es in Deutschland kein anderes Zentrum, das mehr unterschiedliche Radiotracer herstellt. „Das neue PET/CT wird uns auch dabei unterstützen, neue Biomarker für die Bildgebung zu erforschen“, kündigt Prof. Buck an. Außerdem sieht er eine große Zukunft der PET/CT-Technologie in der Ergebniskontrolle von therapeutischen Interventionen.

 

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Weltweit oft zitiert

Ihre Arbeiten werden in den Publikationen anderer außergewöhnlich oft zitiert. Acht Forscher der Universität Würzburg erhalten dafür das Prädikat „Highly Cited Researcher“.

Im Jahr 2014 waren es drei Forscher der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg, die sich über die Auszeichnung als Highly Cited Researcher freuen konnten. 2018 waren es dann schon sechs JMU-Wissenschaftler, denen diese Ehre zuteilwurde. Und in diesem Jahr sind es stolze acht Forscher, die sich mit dem Prädikat schmücken können.

Mediziner neu in die Liste aufgenommen

Zwei Medizin-Professoren der JMU sind in der Highly-Cited-Liste für 2019 neu vertreten: Hans Konrad Müller-Hermelink, früherer Inhaber des Lehrstuhls für Pathologie, und Christoph Wanner, Experte für Nierenkrankheiten (Nephrologie).

Zum wiederholten Male gehören der Liste folgende Professoren an: der Mediziner Hermann Einsele, der Biophysiker Rainer Hedrich, der Pathologe Andreas Rosenwald, der Tierökologe Ingolf Steffan-Dewenter, der RNA-Forscher und Infektionsbiologe Jörg Vogel sowie der Chemiker Frank Würthner.

Grundlagen der Auswertung

Highly Cited Researcher – das bedeutet, dass zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen dieser Forscher besonders häufig in anderen Arbeiten zitiert werden.

Das auf Zitationsdaten spezialisierte Unternehmen Clarivate Analytics hat die aktuelle Highly-Cited-Liste erstellt und am 19. November 2019 im Web veröffentlicht. Grundlage der Auswertung ist die Datenbank „Web of Science Core Collection“, die wissenschaftliche Artikel aus rund 21.100 Fachzeitschriften auflistet. Für die 2019er-Auswertung haben die Analysten den Zeitraum von 2008 bis 2018 betrachtet.

Als häufig zitiert gelten Publikationen, die in ihrem Erscheinungsjahr zu den ein Prozent meistzitierten ihres Fachgebiets gehören. Nur wer gleich an mehreren solcher Highly Cited Papers beteiligt ist, wird in den exklusiven Kreis der Highly Cited Researchers aufgenommen. 2019 besteht dieser Kreis aus etwa 6.200 Persönlichkeiten weltweit.

Physiker unter den Citation Laureates

Neben der Liste mit den Highly Cited Researchers führt Clarivate Analytics eine weitere Liste mit sogenannten Citation Laureates. Diese kommen aus Sicht der Fachleute für den Nobelpreis in Frage. Dort wird seit 2014 der JMU-Physiker Laurens Molenkamp geführt. Um für diese Liste in Betracht gezogen zu werden, müssen Wissenschaftler über Veröffentlichungen verfügen, die mehr als 1.000 Mal zitiert wurden. Außerdem müssen ihre Arbeiten mit einer bedeutenden Entdeckung oder einem nobelpreiswürdigen Fortschritt verbunden sein.

Gratulation vom Universitätspräsidenten

JMU-Präsident Alfred Forchel gratuliert den Professoren: „Es ist sehr erfreulich, dass die Zahl der Highly Cited Researchers an der JMU in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Für eine Universität unserer Größe ist es überhaupt nicht selbstverständlich, dass so viele Wissenschaftler diese Auszeichnung erhalten. Wir können uns daher alle über dieses tolle Ergebnis freuen!“

Prof. Dr. Hermann Einsele

Der Leiter des Lehrstuhls für Innere Medizin II und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II ist Experte für Hämatologie, Onkologie, Immuntherapie und Infektionen bei Patienten, deren Immunsystem geschwächt ist. Er hat eine Krebstherapie mit spezifisch veränderten Immunzellen entwickelt und diese auch erstmals in Europa klinisch eingesetzt. An Auszeichnungen erhielt er unter anderen 2003 den van Bekkum Award, seit 2015 ist er Vizepräsident der JMU. Unter seiner Leitung laufen immuntherapeutische Studien für viele Tumorerkrankungen. Er beschäftigt sich auch mit der Stammzelltransplantation gegen Blutkrebs und das Multiple Myelom und Infektionserkrankungen bei immunabwehrgeschwächten Patienten.

Prof. Dr. Rainer Hedrich

Der Inhaber des Lehrstuhls für Botanik I – Molekulare Pflanzenphysiologie und Biophysik gilt als einer der Väter der Erforschung der elektrischen Signalübertragung bei Pflanzen. Er war weltweit der erste, der im Labor von Nobelpreisträger Erwin Neher die Arbeitsweise pflanzlicher Ionenkanäle bestimmte. Hedrich hat mehrere renommierte Preise erhalten. Im Projekt „Carnivorom“, das vom Europäischen Forschungsrat gefördert wird, erforscht er fleischfressende Pflanzen. Dabei entdeckte er unter anderem, dass die Venus-Fliegenfalle die Berührungen mit ihrer Beute zählt und die Falle erst nach einer ausreichenden Zahl von Reizen zuschnappen lässt.

Prof. Dr. Hans Konrad Müller-Hermelink

Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2009 war er Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörten die molekularen Mechanismen der Krebsentstehung und die Charakterisierung krebsspezifischer Veränderungen in Tumorzellen. Der Fachmann für bösartige Erkrankungen des Lymphsystems hat die verlässliche Diagnostik dieser Tumoren geprägt und dazu beigetragen, dass Erkenntnisse der Forschung in die klinische Anwendung einfließen und individuellen Krebspatienten zu Gute kommen. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit der Rudolf-Virchow-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Pathologie.

Prof. Dr. Andreas Rosenwald

Der Leiter des Lehrstuhls für Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie ist Experte für die Diagnostik von Bluterkrankungen. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der molekularen Entstehung von Tumoren des lymphatischen Systems. Dazu zählen diffuse großzellige B-Zell-Lymphome, follikuläre Lymphome und Mantelzell-Lymphome. Hier konnte seine Arbeitsgruppe zur biologischen Charakterisierung von molekularen Subgruppen beitragen, die derzeit auch unterschiedlich therapiert werden. Rosenwald ist Mit-Autor der WHO-Klassifikation maligner Lymphome.

Prof. Dr. Ingolf Steffan-Dewenter

Der Leiter des Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie im Biozentrum ist Tierökologe, Insektenkundler und Imker. Er erforscht die Auswirkungen von Klimawandel, Habitatfragmentierung, Landnutzungsänderungen und invasiven Arten auf die Artenvielfalt von Insekten und deren Bedeutung für Ökosystemfunktionen. Seine Forschungen tragen zum Verständnis der Mechanismen bei, die das Vorkommen, die Häufigkeit und die Wechselbeziehungen von Arten bestimmen. In landwirtschaftlichen Systemen hat er wegweisende Untersuchungen zur Bestäubung von Kulturpflanzen, zur biologischen Schädlingskontrolle und zum Erhalt von Biodiversität durchgeführt.

Prof. Dr. Jörg Vogel

Der Direktor des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung und Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie an der Medizinischen Fakultät der JMU erforscht regulatorische RNA-Moleküle in bakteriellen Krankheitserregern wie Salmonellen. Seine Arbeitsgruppe entwickelt neue, auf Hochdurchsatzsequenzierung beruhende Methoden, um RNA-Moleküle in hoher Auflösung zu erfassen und deren Wirkmechanismen zu verstehen. Der Biochemiker und Leibniz-Preisträger von 2017 ist gewähltes Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) und der Europäischen Molekularbiologie-Organisation EMBO.

Prof. Dr. Christoph Wanner

Der Leiter des Schwerpunktes Nephrologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Würzburger Universitätsklinikums ist Experte für Nierenkrankheiten bei Diabetes mellitus sowie für Herzkreislauferkrankungen bei Dialysepatienten und nach Nierentransplantationen. Durch weltweit angelegte klinische Studien konnte er erstmals zeigen, dass bei Diabetikern ein in der Niere wirksames Medikament das Fortschreiten der Nierenerkrankung bis hin zur Nierenersatztherapie entscheidend verzögern kann. Die Diagnostik, Prognoseerstellung und Therapie von Fettstoffwechselstörungen bei Nierenkranken sind weitere Schwerpunkte seiner Arbeit. 2018 erhielt er die Franz-Volhard-Medaille.

Prof. Dr. Frank Würthner

Der Leiter des Lehrstuhls für Organische Chemie II und Gründungsdirektor des Zentrums für Nanosystemchemie der JMU leistete grundlegende Arbeiten in der supramolekularen Materialchemie. Für die organische Elektronik und Photovoltaik entwickelt er supramolekulare Polymere sowie Nanomaterialien auf Basis von Funktionsfarbstoffen. Nach erfolgreichen Arbeiten zur Umwandlung von Sonnenlicht in Strom beschäftigt sich Würthner seit 2012 auch mit Farbstoff-basierten Materialien, die mit Sonnenlicht Brennstoffe erzeugen können. Hier setzt er auf biomimetische Konzepte und synthetische Nanosysteme. Für seine Arbeiten über Farbstoffaggregate verlieh ihm die Gesellschaft Deutscher Chemiker die Adolf-von-Baeyer-Denkmünze.

Prof. Dr. Laurens Molenkamp

Dem Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Physik III gelang 2007 die Entdeckung des Quanten-Spin-Hall-Effekts. Molenkamp war außerdem der erste, der die neue Materialklasse der topologischen Isolatoren experimentell realisieren konnte. Seit seinem Durchbruch wird auf diesem Gebiet weltweit intensiv geforscht. Molenkamp erhielt unter anderem 2011 und 2017 jeweils mit 2,5 Millionen Euro dotierte ERC Advanced Grants und 2014 den Leibniz-Preis. 2017 kam die Stern-Gerlach-Medaille hinzu, die höchste Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Zur Website Highly Cited Researchers 2019
https://recognition.webofsciencegroup.com/awards/highly-cited/2019/

 

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Uniklinikum Würzburg: Zwei Förderpreise für Schmerzforschung an Teammitglieder der Neurologischen Klinik verliehen

Dr. med. Melissa Held und Dr. rer. nat. Lukas Hofmann von der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg erhielten von der Deutschen Schmerzgesellschaft Förderpreise für ihre wissenschaftlichen Arbeiten in der Schmerzforschung.

 

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. vergibt jährlich den Förderpreis für Schmerzforschung in den Kategorien „Klinische Forschung“ und „Grundlagenforschung“. Der von der Firma Grünenthal GmbH Deutschland gestiftete Preis würdigt Nachwuchswissenschaftler/innen, die sich in der Schmerzforschung mit einem im Jahr oder Vorjahr der Preisverleihung veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeit besonders hervorgetan haben.

Unter den diesjährigen, insgesamt sechs Preisträger/innen finden sich gleich zwei Forscher/innen aus der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg. In der Kategorie „Klinische Forschung“ erhielt die Medizinerin Dr. Melissa Held aus der Arbeitsgruppe um die Professorinnen Nurcan Üçeyler und Claudia Sommer den mit 7.000 Euro dotierten ersten Preis für ihre Arbeit zu sensiblen Profilen bei Patienten mit schmerzhaften und schmerzlosen Nervenläsionen, d. h. dem Muster der Sensibilitätsstörung, das nach einer Nervenverletzung eintreten und zusammen mit einer vermehrten Expression von Entzündungsmediatoren zu Schmerzen führen kann. Veröffentlicht wurde sie in diesem Jahr in der Fachzeitschrift PAIN.

In der Kategorie „Grundlagenforschung“ ist der Biologe Dr. Lukas Hofmann aus der Arbeitsgruppe von Prof. Üçeyler einer der Empfänger des auf zwei Forscher/innen aufgeteilten zweiten Preises. Mit 3.500 Euro wurde seine Forschung zum Thema Pathophysiologie von Schmerz und Kleinfaserpathologie im Mausmodell des Morbus Fabry geehrt. In dieser Studie gelang es, besser zu verstehen, wie es durch krankheitsspezifische Ablagerungen von Sphingolipiden in den sensiblen Nervenzellen der Maus möglicherweise zu den typischen Fabry-Symptomen wie Schmerzen und Hautdenervierung kommt. Publiziert wurde sie im Jahr 2018 in der renommierten Fachzeitschrift eLIFE.

Die preisgekrönten Publikationen:

Held M, Karl F, Vlckova E, Rajdova A, Escolano-Lozano F, Stetter C, Bharti R, Förstner KU, Leinders M, Dušek L, Birklein F, Bednarik J, Sommer C, Üçeyler N. Sensory profiles and immune-related expression patterns of patients with and without neuropathic pain after peripheral nerve lesion. Pain. 2019 Oct;160(10):2316-2327. doi: 10.1097/j.pain.0000000000001623.

Hofmann L, Hose D, Grießhammer A, Blum R, Döring F, Dib-Hajj S, Waxman S, Sommer C, Wischmeyer E, Üçeyler N. Characterization of small fiber pathology in a mouse model of Fabry disease. Elife. 2018 Oct 17;7. pii: e39300. doi: 10.7554/eLife.39300.

 

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Preise vom Universitätsbund

Bei einem Festkonzert in der Neubaukirche hat der Universitätsbund, die Gesellschaft der Freunde und Förderer der JMU, sechs Preise vergeben. Der Gesamtwert der Auszeichnungen: 98.000 Euro. Darunter 25.000 Euro für "Kinder retten Leben", einem Projekt für Wiederbelebungstrainings in Schulen.

 

Die Wissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg fördern: Das ist das erklärte Ziel des Universitätsbundes Würzburg. Seit 1921 unterstützt er ausgewählte Projekte an der JMU und zeichnet herausragende Forscherinnen und Forscher aus.

Bei seinem öffentlichen Festkonzert am 14. November 2019 in der Neubaukirche vergab der Unibund erneut mehrere Preise. Vorsitzender David Brandstätter und Universitätspräsident Alfred Forchel überreichten die Auszeichnungen, die ein Gesamtfördervolumen von 98.000 Euro umfassen.

„Damit erhält die Universität einen großen Schub für die Förderung exzellenter Forschung und überragender Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler“, so Brandstätter.

Das Akademische Orchester der JMU unter Leitung von Markus Popp eröffnete den Konzertabend mit Gioachino Rossinis Ouverture „Die diebische Elster“. Auch das Preisträgerehepaar Franziska und Florian Glemser trug zum Musikprogramm bei – mit Stücken aus „Souvenirs de la Russie“ von Johannes Brahms und dem Konzert für Klavier und Orchester in d-Moll von Johann Sebastian Bach. Die Glemsers erhielten den mit 5.000 Euro dotierten Musikpreis der Keck-Köppe-Stiftung.

Förderpreis der mainfränkischen Wirtschaft

Der Universitätsförderpreis der mainfränkischen Wirtschaft in Höhe von 35.000 Euro wird an das Projekt InstruNEXT von Vasilij Baumann vergeben, Gruppenleiter am Lehrstuhl für Technische Physik.

Es dient der Konfiguration eines Rechenclusters für maschinelles Lernen zur Prozesssteuerung von Molekularstrahl-Epitaxie-Anlagen (MBE). In solchen Anlagen werden hauchfeine Schichten oder Schichtfolgen von Materialien erzeugt, die unter anderem für die Halbleitertechnologie interessant sind. An der JMU ist ständig eine ganze Reihe von MBE-Anlagen in Betrieb, und sie produzieren laufend eine Vielzahl von Daten.

Die maschinenkontrollierte Steuerung dieser Anlagen stellt eine große Herausforderung an Optimierungsalgorithmen dar. Doch neue Methoden der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens, wie Baumann sie einsetzen will, eröffnen hier neue Möglichkeiten. Dabei können die Ergebnisse auch für andere komplexe Maschinen und Verfahren als Referenzen herangezogen werden, etwa in den Bereichen Elektronik, Kunststoffverarbeitung oder Medizintechnik.

Förderpreis der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp

Der mit 25.000 Euro dotierte Forschungsförderpreis der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp geht an ein Forschungsvorhaben von Professor Manfred Lutz. Dessen Team untersucht am Institut für Virologie und Immunbiologie molekulare Ursachen von Alzheimer und Parkinson.

Bei beiden Erkrankungen spielen unerwünschte immunologische Prozesse eine Rolle. Das Eingreifen in diese Vorgänge könnte helfen, die Krankheiten künftig zu therapieren. In diesem Zusammenhang erforscht das Team von Lutz ein vielversprechendes immunhemmendes Molekül.

Kinder retten Leben: Wiederbelebungstrainings in Schulen

Für das Projekt „Kinder retten Leben“ gibt der Unibund 25.000 Euro. Unter Leitung des Notfallmediziners Professor Thomas Wurmb vom Uniklinikum Würzburg bieten in diesem Projekt Fachleute aus der Medizin in Würzburger Schulklassen Wiederbelebungstrainings an. Die Kinder lernen unter anderem, wie man die Anzeichen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes erkennt, im Notfall richtig handelt und eine wirksame Herzdruckmassage durchführt.

Warum diese Initiative? In Deutschland liegt die Ersthelferquote für Wiederbelebungen unter 20 Prozent. In Dänemark sieht das anders aus. Dort hat laut Wurmb ein vergleichbares Projekt einen positiven Langzeiteffekt bewirkt: Die Ersthelferquote stieg von 20 auf 50 Prozent.

Röntgenpreis für Germanistin

Den mit 5.000 Euro dotierten Röntgenpreis vergeben der Universitätsbund und die JMU jährlich an herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen oder Nachwuchswissenschaftler der Universität. Für 2019 geht er an Dr. Christine Ott vom Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.

Wie Lehrstuhlinhaber Professor Dieter Wrobel in der Laudatio sagte, zeige Dr. Ott ein für ihr Fach umfassendes und breit aufgestelltes Profil, das durch Publikations- und Vortragstätigkeiten belegt sei.

In ihrer Dissertation befasste sich Christine Ott mit sprachlich vermittelten Geschlechterkonzepten am Beispiel von Deutsch- und Mathematikbüchern für den Schulunterricht. Für die Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Georg-Eckert-Forschungspreis 2018, einer renommierten internationalen Auszeichnung des Leibniz-Instituts „Georg Eckert Institut für internationale Schulbuchforschung“.

Nach der Promotion habe sich die Röntgen-Preisträgerin unter anderem mit der Bildungsmedienforschung und dem Thema Diversität in Sprache und Literatur befasst. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind linguistische und didaktische Sprachkritikforschung, sprachbasierte Kulturanalysen, Diskurs- und Genderlinguistik, außerschulisches Lernen im Fach Deutsch, Literaturvermittlung in außerschulischen Bildungseinrichtungen oder Bildungsarbeit an Bibliotheken.

„Für eine Wissenschaftlerin in der Habilitationsphase ist eine solche Spreizung, die alle germanistischen Teilfächer umfasst und durch vermittlungswissenschaftliche bzw. fachdidaktische Konzepte rahmt, keinesfalls selbstverständlich“, so Wrobel. Dr. Ott hebe sich in herausragender Weise ab und lasse ein Profil sichtbar werden, das auf die Integration wissenschaftlicher Fragestellungen der Germanistik ausgerichtet ist. „Die Julius-Maximilians-Universität kann in jeder Hinsicht stolz darauf sein, eine derart engagierte, befähigte und viel versprechende junge Wissenschaftlerin in ihren Reihen zu haben“, so Wrobel.

Nachhaltigkeitspreis für den Forst

Den mit 3.000 Euro dotierten „Albrecht Fürst zu Castell-Castell-Preis für nachhaltiges Handeln“ nahm Hans Stark entgegen, Leiter des Universitätsforstamtes Sailershausen. Was viele nicht wissen: Die JMU besitzt rund 2300 Hektar Wald. Das geht auf Universitätsgründer Fürstbischof Julius Echter zurück, der seine Hochschule 1582 auch mit Ländereien ausstattete.

Der Preis des Unibundes würdigt Starks Konzept der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Verbindung mit Forschungsprojekten zur Biodiversität. Das neu strukturierte Inventurverfahren im Universitätswald zum Beispiel ermöglicht eine genaue Vermessung des Holzvorrats und dadurch eine langfristig naturschützende Bewirtschaftung.

Zudem wirkt Starks Team darauf hin, die Wirtschaftswälder auch aus Sicht des Naturschutzes wertvoller zu gestalten. Teils wird auf die Nutzung von Holz verzichtet und Biotopbäume, etwa solche mit Nisthöhlen, werden ebenso im Wald belassen wie ein gewisser Anteil von Totholz. Zusätzlich erforscht JMU-Professor Jörg Müller, Leiter der Ökologischen Station Fabrikschleichach, auf 75 Versuchsflächen, welche Auswirkungen unterschiedliche Arten der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität von Wirtschaftswäldern haben.

Weblink

Universitätsbund Würzburg

Link zur Pressemitteilung der Universität Würzburg

Herzstillstand - wie schütze ich mich davor, wie lebe ich danach?

65.000 Menschen erleiden jedes Jahr allein in Deutschland einen plötzlichen Herztod, etwa 60.000 sterben daran. Das müsste nicht sein. Um über die Risiken, Diagnose- und Therapieverfahren aufzuklären, hat die Deutsche Herzstiftung den plötzlichen Herztod als Thema ihrer diesjährigen Herzwochen gewählt, die bundesweit immer im November stattfinden. In diesem Rahmen informieren Kardiologen aus der Medizinischen Klinik und Poliklinik I und des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) am 21. November von 17 bis 20 Uhr im Universitätsklinikum Würzburg (Hörsaal 1 im ZIM) über die Ursachen der bedrohlichen Herzrhythmusstörungen, wie man sie erkennt, behandelt und vermeidet.

In der Regel ist der plötzliche Herztod die Folge einer bislang nicht erkannten Herzkrankheit. Umso wichtiger ist es, Gefahren vorzubeugen, sie rechtzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln. Wichtigste Ursache ist die koronare Herzkrankheit (KHK), die zum Beispiel durch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes sowie durch einen ungesunden Lebensstil bedingt wird. Unmittelbar ausgelöst wird der plötzliche Herztod fast immer durch das Kammerflimmern. Entsprechend groß ist die Verunsicherung bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Professor Dr. Christoph Maack, Sprecher des DZHI, wird am 21. November über die Ursachen und die Häufigkeit des plötzlichen Herztods referieren sowie Fragen zu Herzrhythmusstörungen beantworten.

An jedem 2. Arbeitstag wird am UKW ein Defi implantiert
Eine sehr wirkungsvolle Therapie gegen lebensgefährliche schnelle Rhythmusstörungen besteht in der Implantation eines kleinen Defibrillators, auch ICD genannt. Am Universitätsklinikum Würzburg wurden zum Beispiel im vergangenen Jahr 124 Defibrillatoren implantiert sowie 168 Herzschrittmacher. Professor Dr. Dr. Wolfgang Bauer wird die verschiedenen Möglichkeiten einer Devicetherapie (Device = Gerät) vorstellen. Für einen Erfahrungsbericht werden Mitglieder der ICD-Selbsthilfegruppe aus Würzburg zur Verfügung stehen.

Wie man sich mit etablierten medikamentösen Therapien vor dem plötzlichen Herztod schützen kann, erklärt Dr. Thomas Fischer. Ferner berichtet der Privatdozent über die modernen Katheter- und Navigationstechniken, mit denen krankhafte Bereiche im Herzmuskel gezielt verödet werden können.

Wenn die Seele mitleidet
Ein weiteres, nicht zu vernachlässigendes Thema ist die Seele. Denn viele Herzerkrankungen gehen mit Ängsten und Depressionen einher. Dr. Stefan Schulz wird Ansätze vorstellen, wie man das Leben von Herzkranken langfristig verbessern und Ängste reduzieren kann. Eine moderne, unkomplizierte und vor allem nachhaltige Lösung kann die Teilnahme an einem ICD-Forum sein, einem sechswöchigen, moderierten Internet-Training mit Hilfe zur Selbsthilfe.

Manchmal liegt es in den Genen
Abschließend wird Professor Dr. Brenda Gerull über das Risiko des plötzlichen Herztods bei angeborenen Herzerkrankungen sprechen. Vor allem das Auftreten des plötzlichen Herztodes in jungen Jahren ist typisch für eine erblich bedingte Herzrhythmusstörung oder Herzmuskelerkrankung. Daher plädiert die Kardiogenetikerin für eine detaillierte Ursachenklärung bei herzbedingten Todesfällen vor dem 45. Lebensjahr. So können in manchen Fällen Familienangehörige frühzeitig erfahren, ob sie möglicherweise dieselbe genetische Störung haben und ein hohes Risiko für eine Herzerkrankung vorliegt.

Moderiert werden die Vorträge mit anschließender Sprechstunde von Professor Dr. Ulrich Hofmann. Nach den Vorträgen gibt es die Möglichkeit, mit den Ärzten persönlich zu sprechen und sich über Defibrillatoren, Herzschrittmacher, aber auch über Erste-Hilfe-Maßnahmen zu informieren. Die Johanniter geben zum Beispiel Tipps für eine Herzdruckmassage.