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Kernziel: Stabile Dienstpläne

Sein erstes Jahr als Pflegedirektor am UKW stand für Marcus Huppertz im Zeichen von Corona. Beim Interview mit Klinikum & Wir blickt der gebürtige Eifler aber auch auf neue Projekte und Strukturen am UKW sowie auf die Besonderheiten der Universitätsmedizin Würzburg.

Herr Huppertz, zunächst: Herzlichen Glückwunsch! Vor einem Jahr, zum 1. Juli 2021, kamen Sie an das UKW.
Würden Sie den Schritt nochmal machen?

Huppertz: Ganz klar und deutlich und aus tiefer Überzeugung: Ja! Und ich sage auch gerne, warum. Wir haben hier sehr gute Rahmenbedingungen, wir haben wahnsinnig engagierte Kolleginnen und Kollegen – in der Pflege sowie in den weiteren Berufsgruppen – und wir haben hier sehr gute Strukturen an unserem Klinikum. Das gilt für das UKW generell und für die Pflegedirektion. Daher bin absolut optimistisch, dass wir die bestehenden Herausforderungen, die der bundesweite Fachkräftemangel auch für uns mit sich bringt und noch bringen wird, auch gemeinsam bewältigen können. Ein Kernziel dieser Bemühungen ist die Stabilität des Dienstplanes in der Pflege. Genau darauf zielt z.B. unser Projekt „Frei ist Frei“ ab. Hinzu kommen viele weitere Projekte und natürlich die allgewaltigen Aufgaben des Alltags. 

Ihr erstes Jahr in Würzburg stand dabei ganz im Zeichen von Corona...

Huppertz: Ja, leider, und damit auch im Zeichen einer intensiven Dauerbelastung für unsere Klinik und speziell auch für die Kolleginnen und Kollegen im Pflege- und Funktionsdienst, aber auch insgesamt in den multiprofessionellen Behandlungsteams. Es ist nur sehr wenige Monate her, da hatten wir einen absoluten Höchststand an stationären Patientinnen und Patienten mit Covid-Nachweis. Das bedeutete maximalen Aufwand. Diese Phase zum Anfang des Frühjahrs empfand ich als sehr kritisch: Außerhalb des UKW wurde überall im Land über Lockerungen diskutiert, währenddessen stieg die tägliche Belastung bei uns und in den uns umgebenden Häusern weiter an. Ich bin zutiefst dankbar, dass wir auch diese Phase der Pandemie gemeinsam gemeistert haben. Denn auch hier zeigte sich etwas, was das UKW ausmacht: Es gibt hier ein Miteinander am Klinikum, dass ich als einmalig bezeichnen würde. Und dass trotz aller Probleme, die es auch hier bei uns gibt. Aber dieses Miteinander, auch über Berufsgruppen hinweg, ist etwas Wertvolles, was wir alle gemeinsam bewahren und beschützen sollten. Und was wir uns bewusstmachen müssen. Das sehe ich auch als eine meiner Kernaufgaben an. Auf der anderen Seite geht es für uns darum, neue Strukturen zu entwickeln, dort wo es nötig und möglich ist. 

Ein wichtiges Ziel ist dabei die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter...

Huppertz: Genau darum geht es ja auch bei „Frei ist Frei“: Damit wollen wir dazu beitragen, dass unsere Dienstplanstabilität steigt, dass die Kolleginnen und Kollegen eben nicht wie bisher ungeplant aus dem Frei geholt werden. Und so etwas erreicht man eben nicht nur mit einer bunten Werbekampagne! Mit diesem Projekt wollen wir hier am UKW gezielt auf den Stationen für Entlastung bei der belasteten Berufsgruppe der Pflege sorgen. Wir blicken dabei auf die Teams und schauen: Wo ist Unterstützung nötig, zu welchen Zeiten genau? Ich bin sehr stolz, dass wir dieses Projekt nun in die Umsetzung bringen. Sehr viele Kolleginnen und Kollegen haben sich hier eingebracht, intensiv diskutiert, auch kritisch hinterfragt – so können wir gemeinsam etwas schaffen, dass uns alle nach vorne bringt und damit auch die Zufriedenheit deutlich verbessern wird. 

Neben der Bindung ist aber auch die Nachwuchsgewinnung weiter hin eine zentrale Aufgabe...

Huppertz: Natürlich. Da geht es uns wie den übrigen Kliniken. Wir haben hier in Würzburg das große Glück, dass wir die Berufsfachschulen an unserem Standort haben und dass wir der Träger der praktischen Ausbildung für diese Berufsgruppe sind. Das bedeutet aber auch, dass wir Themen wie Praxisanleitung oder auch die Aufgaben in der Fort- und Weiterbildung permanent weiterentwickeln müssen. In diesem Jahr werden wir mit unserer neu gegründeten Berufsfachschule für OTA/ATA bei den Ausbildungsgängen in den Assistenzberufen der Funktionspflege einen weiteren sehr wichtigen Meilenstein mit Blick auf unsere eigene, nachhaltige Personalentwicklung setzen. Dahinter steckt auch Mühe, großen Dank an Felix Mensch und sein tolles Team, aber diese Mühe lohnt sich in herausragender Weise. Außerdem freut es mich ganz besonders, dass es uns jetzt gelungen ist, die Leitung der UKW-Akademie für Fort- und Weiterbildung mit einem tollen Menschen neu zu besetzen.

Beim Blick zurück auf das erste Jahr am UKW: Was ist noch in besonderer Erinnerung? 

Huppertz: Natürlich ist es schade, dass ich das UKW bislang nur unter „Corona-Bedingungen“ kennenlernen konnte. Gemeinsame Aktionen, wie z.B. Weihnachtsfeiern etc., waren nicht möglich. Das finde ich persönlich sehr schade. Etwas, was ich als Rheinländer zudem von den Unterfranken lernen musste: Schweigen kann durchaus auch Zustimmung bedeuten! Zudem habe ich das Glück, mit Matthias Uhlmann einen hervorragenden Stellvertreter zu haben. Ohne ihn und ohne das wirklich großartig arbeitende Team in der gesamten Pflegedirektion – und hier meine ich ausdrücklich die Stabstellen und auch die Pflegedienstleitungen – wäre mir der Start hier in Würzburg, trotz meiner langjährigen Erfahrung im Pflegemanagement und als Pflegedirektor, nicht so leichtgefallen. Auch die Zusammenarbeit im Vorstand ist sehr vertrauensvoll. Natürlich gibt es eine Menge zu tun für uns alle hier am UKW, aber ich möchte schon mal deutlich sagen: Ich bin hier in Würzburg schon sehr glücklich. 

Das ist doch eigentlich ein sehr schönes Schlusswort... 

Huppertz:
Nicht ganz. Denn das Schlusswort sollte allen Kolleginnen und Kollegen gebühren, die täglich dazu beitragen, dass wir hier am UKW unsere enormen Aufgaben im Klinikalltag bewältigen. Und das Wort lautet schlicht und einfach: Danke!“ 


Das Interview führte Stefan Dreising.


Zur Person 

Marcus Huppertz 
geboren: September 1970 (Sternzeichen: Jungfrau) in Mechernich / Eifel
Verheiratet, zwei erwachsene Töchter (23 und 21 Jahre alt) 

Frühere Stationen (Auswahl):

 2018 – 2021: Pflegedirektor am Klinikum der Ludwig-Maximilians- Universität München (LMU Klinikum) 

2014 – 2018: Pflegedirektor, Kliniken der Stadt Köln 

2012 – 2014: Stellvertretender Pflegedirektor, Universitätsklinikum Bonn 

2008 – 2012: Berufsbegleitendes Studium der Gesundheits- und Sozialökonomie sowie der Betriebswirtschaft, Abschluss: Diplom-Betriebswirt (VWA)

1991: Krankenpfleger 

1998: Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin


Auszug aus Klinikum & Wir 2/2022

Krebs: Online-Informationsveranstaltung für Patientinnen und Patienten am 8. Juli

Die Veranstaltung findet online via Zoom von 15 bis 18 Uhr statt.

Würzburg. Am 8. Juli informieren die Expertenteams des Onkologischen Zentrums an der Uniklinik Würzburg über aktuelle Diagnose- und Behandlungsstrategien. Zudem können Patientinnen und Patienten sowie Angehörige und Interessierte direkt ihre Fragen stellen. Die Veranstaltung findet online via Zoom von 15 bis 18 Uhr statt.

Dabei gibt es verschiedene Vorträge unter der Überschrift „Krebsmedizin am Onkologischen Zentrum Würzburg – Vielfalt und Vernetzung zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten“. Auf der Homepage des Comprehensive Cancer Center Mainfranken finden Interessierte direkt die Zoom-Links zu den einzelnen Vorträgen.

Zwei aufeinanderfolgende Vorträge im ersten Programmteil ab 15:00 Uhr informieren darüber, wie neueste Forschungsergebnisse dank eines schnellen, vernetzten Wissens unmittelbar Anwendung in der klinischen Praxis finden und welche individuellen Behandlungsmöglichkeiten das Onkologische Zentrum Würzburg für Krebspatientinnen und -patienten anbietet.

Im zweiten Programmteil ab 16:30 Uhr informieren die Expertenteams aus neun Organkrebszentren in parallel stattfindenden Vorträgen über aktuelle Forschungsergebnisse, Diagnostik und neueste Behandlungsmöglichkeiten ihres Fachs:

·        Endokrine Tumore

·        Hautkrebs

·        Kinderonkologie

·        Kopf-Hals-Tumore

·        Lungentumore

·        Neuroonkologie

·        Prostatakrebs und Uroonkologie

·        Sarkome

·        Viszeralonkologie

Das komplette Programm sowie die Anmeldelinks sind online hier zusammengefasst. Die Teilnahme an den Vorträgen ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Das Comprehensive Cancer Center Mainfranken (CCC MF) ist eine gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Würzburg und der Universität Würzburg. Es wird von der Deutschen Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum gefördert.

Das CCC MF ist außerdem Mitglied des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) sowie der CCC Allianz WERA, dem Zusammenschluss der Tumorzentren an den Universitätskliniken Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg.

Kontakt:

Comprehensive Cancer Center Mainfranken

Zentrale Anlauf- und Geschäftsstelle

Tel: 0931 201-35350

E-Mail: anmeldung_ccc@ukw.de

Uniklinikum Würzburg: Neuer Förderverein unterstützt komplementärmedizinisches Angebot für Menschen mit Krebs

Der neugegründete Förderverein zur Unterstützung der Komplementärmedizin für onkologische Patienten e.V. trägt durch eine Spende dazu bei, dass die komplementärmedizinische Pflegesprechstunde am Comprehensive Cancer Center Mainfranken fortgesetzt werden kann.

Spendenübergabe KIO-Spende am Uniklinikum Würzburg
Bei der Spendenübergabe am Uniklinikum Würzburg (UKW), v. l.: Gisela Walter (2. Vorsitzende Förderverein KOI), Manuela Sauer (UKW), Beate Beyerich (Schatzmeisterin Förderverein KOI), Reinhold Stauder (1. Vorsitzender Förderverein KOI) und Dr. Claudia Löffler (UKW). Bild: Stefan Dreising / Uniklinikum Würzburg

Der Bereich „Komplementäre Onkologie Integrativ“ (KOI) des am Uniklinikum Würzburg angesiedelten Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken widmet sich einer wissenschaftlich fundierten, ganzheitlichen Betreuung und Unterstützung von Menschen mit einer onkologischen Erkrankung. „Zu unserem Angebot gehört eine Pflegesprechstunde. Unter anderem wird dort Patientinnen und Patienten während oder nach einer Chemotherapie geholfen, Nebenwirkungen besser zu kompensieren – zum Beispiel durch Akkupunktur“, schildert Dr. Claudia Löffler, die Leiterin des KOI-Teams. Allerdings ist nach ihren Angaben die Stellenfinanzierung der beiden dort tätigen, speziell ausgebildeten Pflegerinnen problematisch.
Hier springt jetzt der neue Förderverein zur Unterstützung der Komplementärmedizin für onkologische Patienten e.V. bei. Gegründet wurde er von ehemaligen Krebspatientinnen und -patienten. „Angetrieben durch eigene positive Erfahrungen mit der Komplementärmedizin, wollen wir uns für diese wichtige Säule der Therapie stark machen“, betont Reinhold Stauder, der 1. Vorsitzende des Vereins. Als erste Maßnahme auf diesem Weg überreichte Stauder am 24. Juni dieses Jahres eine Spende von 3.450 Euro an Dr. Löffler. „Dieser Betrag reicht aus, um unsere Pflegesprechstunde drei weitere Monate sicherzustellen“, freut sich die Teamleiterin.

Kontakt:
Förderverein zur Unterstützung der Komplementärmedizin für onkologische Patienten e.V.
Reinhold Stauder (1. Vorsitzender)
Tel. 0931/68083782
E-Mail: koi.foerderverein@ gmail.com
Spendenkonto: Sparkasse Mainfranken
IBAN: DE05 7905 0000 0049 283617

Nährstoffe statt Antibiotika

Kann eine Nahrungsergänzung schwere Infektionen bei Neugeborenen verhindern? Translationale Pädiatrie und Kinderklinik des Universitätsklinikums Würzburg erhalten mit Kooperationspartnern für gemeinsames Forschungsprojekt PROSPER 1,9 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Professorin Dorothee Viemann hat im Jahr 2021 die Leitung der neuen Abteilung Translationale Pädiatrie am Uniklinikum Würzburg übernommen.

Würzburg. Eine Blutvergiftung (Sepsis) ist lebensbedrohlich – besonders für Frühgeborene, denn sie können innerhalb von wenigen Stunden daran sterben. Bei ihnen kann eine Blutvergiftung auch die Ursache einer jahrelang erhöhten Anfälligkeit für weitere Krankheiten sein. Da man derzeit nur schwer abschätzen kann, welches Baby tatsächlich eine Sepsis entwickelt, erhalten die meisten der Frühgeborenen (bis zu 85 Prozent) vorsorglich Antibiotika. Diese Medikamente können somit Leben retten, haben aber auch Nachteile wie die Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen oder eine Störung der Darmflora. Letzteres kann langfristig chronisch entzündliche Erkrankungen, Allergien, Fettleibigkeit und Diabetes nach sich ziehen.

Ein Team um Professorin Dr. Dorothee Viemann, Leiterin der Translationalen Pädiatrie und Professor Dr. Christoph Härtel, Klinikdirektor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Würzburg, untersucht nun im Forschungsprojekt PROSPER, ob eine bestimmte Nahrungsergänzung Frühgeborene vor einer Blutvergiftung schützen kann. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt dieses Vorhaben mit rund 1,9 Millionen Euro. 

Alarmine könnten der Schlüssel sein

Professorin Viemann und Dr. Sabine Pirr von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben zuvor herausgefunden, dass sogenannte Alarmine die Entwicklung der Darmflora und des Immunsystems nach der Geburt positiv beeinflussen. Diese Proteine befinden sich in hohen Mengen in der Muttermilch. „Das Sepsisrisiko erhöht sich deutlich, wenn es Frühgeborenen an Alarmin S100A8/A9 mangelt“,erklärt Dorothee Viemann. Im Projekt PROSPER (Prevention of Sepsis by personalized nutritional S100A8/A9 supplementation to vulnerable neonates) soll nun gezeigt werden, dass die Nahrungsergänzung mit S100A8/A9 Frühgeborene, die niedrige Spiegel dieses Alarmins aufweisen, vor einer Sepsis schützt.

In PROSPER arbeiten Expertinnen und Experten der Kinderklinik des Universitätsklinikums Würzburg, der Medizinischen Hochschule Hannover, des Instituts für Immunologie der Universität Münster und des experimentell-klinischen Forschungszentrums des Max-Delbrück-Zentrums und der Charité in Berlin zusammen. Es soll die Voraussetzungen für die Durchführung einer anschließenden klinischen Studie schaffen und ist somit ein Beispiel für die schrittweise Translation von Grundlagenforschung in die klinische Anwendung. 

Starke Leistung: UKW als größtes Team beim Firmenlauf ausgezeichnet

Starke Teamleistung des UKW: Nach dem Lauf gab es die nötige Erfrischung am Stand der Würzburger Uniklinik – gute Stimmung inklusive.

 

161 Läuferinnen und Läufer aus der Uniklinik Würzburg hatten sich angemeldet, trotz großer Hitze waren fast alle am Start. Das UKW war damit das größte Team beim Würzburger Firmenlauf 2022. Foto: UKW/Kim Sammet
161 Läuferinnen und Läufer aus der Uniklinik Würzburg hatten sich angemeldet, trotz großer Hitze waren fast alle am Start. Das UKW war damit das größte Team beim Würzburger Firmenlauf 2022. Foto: UKW/Kim Sammet
Starke Teamleistung des UKW: Nach dem Lauf gab es die nötige Erfrischung am Stand der Würzburger Uniklinik – gute Stimmung inklusive. Foto: UKW/Kim Sammet
Starke Teamleistung des UKW: Nach dem Lauf gab es die nötige Erfrischung am Stand der Würzburger Uniklinik – gute Stimmung inklusive. Foto: UKW/Kim Sammet

Würzburg. Größtes Team und mehrere Staffeln auf dem Siegerpodest: Das Team des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) konnte beim Würzburger Firmenlauf am Donnerstag (23. Juni) einen tollen und erfolgreichen Abend genießen. 161 Läuferinnen und Läufer hatten sich angemeldet, trotz großer Hitze waren fast alle am Start. In der Damenteamwertung gab es die Plätze 1 und 3, bei den Mixed-Teams die Plätze 1 und 2. Zudem wurde das UKW offiziell als größtes Team ausgezeichnet.


Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor der Uniklinik, der selbst auch mitlief, dankte allen Teilnehmern und dem Organisationsteam am UKW: „Es freut mich sehr, dass wir eine so tolle Gemeinschaftsleistung geschafft haben. Genau das zeichnet unser Klinikum quer durch die alle Berufsgruppen aus. Und natürlich: Herzlichen Glückwunsch an alle Läuferinnen und Läufer. Im kommenden Jahr wollen wir dann unseren Titel als größtes Team verteidigen.“ 

161 Läuferinnen und Läufer aus der Uniklinik Würzburg hatten sich angemeldet, trotz großer Hitze waren fast alle am Start. Das UKW war damit das größte Team beim Würzburger Firmenlauf 2022. Foto: UKW/Kim Sammet
161 Läuferinnen und Läufer aus der Uniklinik Würzburg hatten sich angemeldet, trotz großer Hitze waren fast alle am Start. Das UKW war damit das größte Team beim Würzburger Firmenlauf 2022. Foto: UKW/Kim Sammet
Starke Teamleistung des UKW: Nach dem Lauf gab es die nötige Erfrischung am Stand der Würzburger Uniklinik – gute Stimmung inklusive. Foto: UKW/Kim Sammet
Starke Teamleistung des UKW: Nach dem Lauf gab es die nötige Erfrischung am Stand der Würzburger Uniklinik – gute Stimmung inklusive. Foto: UKW/Kim Sammet

Prof. Frosch erneut zum Präsident des Medizinischen Fakultätentages gewählt

Würzburger Medizin-Dekan: „Mehr Tempo bei der Reform der Approbationsordnung“

Würzburg. Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg und Vorstandsmitglied am Universitätsklinikum Würzburg, bleibt Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT) der Bundesrepublik Deutschland. Prof. Frosch bekleidet dieses Amt bereits seit 2019. In der vergangenen Woche wurde er beim Fakultätentag in Essen mit überwältigender Mehrheit für drei weitere Jahre in diesem Amt bestätigt.

„Ich freue mich sehr über dieses Vertrauen. Ein Schwerpunktthema wird nun die Reform der Ärztlichen Approbationsordnung sein. Denn dadurch können Themenfelder wie digitale Kompetenzen, Wissenschaftskompetenz, ambulante Medizin und Interprofessionalität in der Lehre besser vermittelt werden. Hier werden wir als Verband Tempo machen“, so Prof. Frosch.

Zudem werde der MFT weiter daran mitarbeiten, gezielt fachübergreifende Forschungsinfrastrukturen, wie etwa Biodatenbanken, Datenintegrationszentren oder das Netzwerk Universitätsmedizin zu unterstützen und deren Ausbau zu fördern.

Der Medizinische Fakultätentag ist der Verband der Medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Deutschlands. Diese verantworten Lehre und Forschung in der Human- und Zahnmedizin sowie der Gesundheitswissenschaften in über 70 verschiedenen Studiengängen mit insgesamt 100 000 Studierenden.

Hintergrund und weitere Informationen:

https://medizinische-fakultaeten.de

 Zur Person:

Prof. Dr. Matthias Frosch, Jahrgang 1960

1996 bis 2020: Lehrstuhlinhaber für Hygiene und Mikrobiologie an der Universität Würzburg

2006 Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg

2016 Gründungsvorsitzender der Universitätsmedizin Bayern e.V. (UMB)

Seit 2019 Präsident des Medizinischen Fakultätentages, Wiederwahl 2022

Passgenaue Bakterienblocker

Aus dem Online-Magazin EinBlick der Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Passgenaue Bakterienblocker

Jörg Vogel und Linda Popella forschen an einer neuen Klasse von Antibiotika.
Jörg Vogel und Linda Popella forschen an einer neuen Klasse von Antibiotika. (Bild: Britta Grigull / HIRI)

Ähnlich wie Impfstoffe gegen das Coronavirus könnten RNA-basierte Antibiotika die Medizin entscheidend voranbringen. Welche Voraussetzungen sie dafür erfüllen müssen, haben Würzburger Forschungsteams untersucht.

Im Kampf gegen die Coronapandemie haben mRNA-basierte Medikamente ihre Fähigkeiten eindrucksvoll bewiesen. Mit Hilfe dieser Technik konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Rekordzeit Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 entwickeln und auf den Markt bringen, die Millionen von Menschen höchst effektiv vor schweren Krankheitsverläufen schützen.

Mit RNA-basierter Medizin lassen sich jedoch nicht nur Viren bekämpfen. Sie gelten unter anderem auch als Kandidaten für eine neue Form von Antibiotika, mit denen bakterielle Infektionen maßgeschneidert behandelt werden können.

Welche Voraussetzungen die Wirkstoffe dabei erfüllen müssen und wie sie im Bakterium arbeiten: Das haben Forscherinnen und Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) untersucht. Daran beteiligt waren Teams des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) und  des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellen sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nucleic Acids Research vor.

Klassische Wirkstoffe versagen immer häufiger

„Weltweit nimmt die Zahl an antibiotikaresistenten Bakterienstämmen zu; bei immer mehr Menschen versagen die klassischen Wirkstoffe. Wir brauchen deshalb dringend neue Medikamente, mit denen wir diese Krankheitserreger gezielt und effektiv bekämpfen können.“ Mit diesen Worten beschreibt Professor Jörg Vogel den Hintergrund der jetzt veröffentlichten Arbeit. Vogel ist Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare Infektionsbiologie I an der JMU und Direktor des HIRI sowie Hauptautor der Studie.

Programmierbare mRNA-Antibiotika könnten die Lösung für dieses Problem sein. Das Prinzip ist einfach: „Wir schleusen kurze Ketten von Basen in Bakterien ein, die so konstruiert sind, dass sie exakt zu bestimmten Genen passen“, erklärt Vogel. Lagern sich die Abschnitte an die mRNA des jeweiligen Gens an, unterbinden sie dessen Proteinproduktion – im Idealfall stirbt das Bakterium in der Folge ab.

Durch das Spiegelbild ausgeschaltet

„Antisense-Technik“ wird diese Vorgehensweise in der Wissenschaft genannt. Die jeweiligen Wirkstoffe sind in ihrer Struktur spiegelbildlich zu einem Gen aufgebaut und können dieses somit höchst wirksam blockieren. Erste Medikamente, die nach diesem Prinzip funktionieren, sind bereits auf dem Markt – beispielsweise gegen die Folgen der spinalen Muskelatrophie oder gegen eine Hepatitis-C-Infektion. mRNA-Antibiotika gibt es bislang nur im Labor.

In ihrer Studie haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Bakterienstämme vom Typ „uropathogene Escherichia coli (UPEC)“ konzentriert. Diese sind in der Mehrzahl der Fälle dafür verantwortlich, dass etwa jede zweite Frau einmal in ihrem Leben an einer Harnwegsinfektion erkrankt. Ein übermäßiger Einsatz von Antibiotika in den vergangenen Jahrzehnten hat dazu geführt, dass viele von ihnen gegen die gängigen Therapeutika resistent geworden sind, was insbesondere die Behandlung der häufig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen erschwert.

Antworten auf drei zentrale Fragen

Vor allem auf drei Fragen haben die beteiligten Forschungsteams Antworten gesucht. Erstens: Sind die von ihnen entwickelten Wirkstoffe – in diesem Fall handelt es sich um sogenannte Antisense-Peptidnukleinsäuren, die auf mRNAs essentieller bakterieller Gene abzielen – spezifisch, soll heißen: Blockieren sie tatsächlich nur ein bestimmtes Gen? Oder beeinflussen sie möglicherweise auch andere Abschnitte der Erbinformation? Die klare Antwort: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die von uns eingesetzten Basenpaare nur das jeweils vorgesehene Gen blockieren“, so Vogel.

Zweitens: Wie reagiert das Bakterium auf den Versuch, die Wirkstoffe ins Zellinnere einzuschleusen? Antwort: Mit einer Stressreaktion – und damit leider nicht so, wie gewünscht. Das liegt vor allem daran, dass Antisense-Peptidnukleinsäuren vergleichsweise groß sind. Der Stress entsteht deshalb vor allem dann, wenn diese Biomoleküle die Bakterienmembran überwinden.

Eine gute Nachricht folgt jedoch aus der Antwort auf Frage 3: Kann man diese „Basenpaar-Schnipsel“ kleiner machen? Ja, das ist möglich. „Die Wissenschaft ist bisher davon ausgegangen, dass zwischen neun und 14 Basenpaare nötig sind, damit es zu keinen unspezifischen Bindungen an andere Gene kommt“, erklärt Vogel. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse zeigen hingegen: Neun Basenpaare reichen aus; die Schnipsel können also relativ klein gehalten werden.

Beweis für gute Nachwuchsarbeit

Erstautorin der Studie in Nucleic Acids Research ist Dr. Linda Popella, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie I. Die junge Immunologin hat damit bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres eine Arbeit in einem hochrangigen Forschungsmagazin veröffentlicht. Für Jörg Vogel ist das ein Beweis für die gute Nachwuchsarbeit, die in den Laboren von HIRI und IMIB geleistet wird.

Insgesamt, so die Autorinnen und Autoren der Studie, zeigen die Ergebnisse, dass sich mRNA-basierte Antibiotika zur Bekämpfung uropathogener Bakterienstämme vom Typ Escherichia coli grundsätzlich eignen. Vor einem Einsatz in der Klinik müsste jedoch noch eine Reihe wichtiger Fragen geklärt werden. Die Dringlichkeit dafür sei hoch: „Wenn wir nicht dabei zusehen wollen, wie antibiotikaresistente Keime die Erfolge moderner Medizin zunichtemachen, brauchen wir neue Werkzeuge, die einen gezielten Einsatz gegen Krankheitserreger ermöglichen“, sagt Jörg Vogel. Die bisherigen Antibiotika seien dazu jedenfalls nicht in der Lage.

Originalpublikation

Comprehensive analysis of PNA-based antisense antibiotics targeting various essential genes in uropathogenic Escherichia coli. Linda Popella, Jakob Jung, Phuong Thao Do, Regan J. Hayward,  Lars Barquist, Jörg Vogel. Nucleic Acids Research, https://doi.org/10.1093/nar/gkac362

Förderung

Die Studie wurde aus Mitteln des Forschungsnetzwerks „Neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung“ (bayresq.net) gefördert. In dem Netzwerk arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrerer bayerischer Universitäten interdisziplinär in sechs Forschungsprojekten zusammen. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung neuer Therapeutika und neue Erkenntnisse über die Auswirkungen von Immunsystem, Mikrobiom oder Metabolom auf das Infektionsgeschehen.

Kontakt

Dr. Britta Grigull, Presse & Öffentlichkeitsarbeit, +49 (0)931-31-81801, britta.grigull@ helmholtz-hiri.de

Von Gunnar Bartsch