Aktuelle Pressemitteilungen

Ausgezeichnete Auszubildende in der Zahnmedizin

Amelie Hoffmann vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg wurde für herausragende Leistungen bei ihrer Abschlussprüfung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten geehrt.

Die ausgezeichnete Zahnmedizinische Fachangestellte Amelie Hoffmann mit Prof. Dr. Gabriel Krastl, dem Geschäftsführenden Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg. Bild: Klaus Nowarra / Uniklinikum Würzburg

Amelie Hoffmann erhielt für ihre herausragenden Leistungen bei der Abschlussprüfung ihrer Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten eine Auszeichnung vom Zahnärztlichen Bezirksverband. Außerdem ehrte sie der Förderverein des Kaufmännischen Berufsbildungszentrums Würzburg als eine der Jahrgangsbesten mit einem Schulpreis.

Amelie Hoffmann schloss die Klara-Oppenheimer-Schule mit der Traumnote 1,0 ab und konnte bei der Kammerprüfung ein hervorragendes Ergebnis von 1,2 erzielen. Mit ihr freut sich das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg, denn hier absolvierte sie den praktischen Teil ihrer zweijährigen Ausbildung. Stellvertretend für alle Beschäftigten gratulierte ihr Prof. Dr. Gabriel Krastl, der Geschäftsführende Direktor des Zentrums, zu den Auszeichnungen und überreichte ihr mit den allerbesten Wünschen für die Zukunft einen Blumenstrauß.

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Ministerrat stimmt Ankauf des Erweiterungsgeländes Nord zu

Grünes Licht für die so wichtige zukünftige bauliche und strukturelle Entwicklung des Uniklinikums Würzburg auf dem Erweiterungsgeländes Nord.

Das positive Ministerratsvotum ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, dass sich das Uniklinikum Würzburg zukünftig auf dem Erweiterungsgelände Nord (grünes Feld links oben) fortentwickeln kann. Bild: Berthold Diem / Uniklinikum Würzburg

Gestern stimmte das Bayerische Kabinett dem Ankauf des Erweiterungsgeländes Nord für das Uniklinikum Würzburg (UKW) zu. Wie schon vielfach berichtet, soll auf dem zehn Hektar großen Grundstück im Würzburger Stadtteil Grombühl in den kommenden Jahren die strukturelle Zukunft des Krankenhauses der Supramaximalversorgung stattfinden – unter anderem mit dem Bau eines neuen Zentrums Frauen-Mutter-Kind und einer neuen Kopfklinik. Am Ende langwieriger Verhandlungen steht nun ein Projekt, das sich sehen lassen kann. Die Planungen können weitergehen und der Baubeginn ist in greifbare Nähe gerückt.

„Wir sind den beteiligten Ministerien, allen voran dem Wissenschafts- und dem Bauministerium, von Herzen dankbar, dass wir nun mit unseren großen und dringend notwendigen Bauprojekten weiterkommen“, kommentierte Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW.

Auch auf Seiten der Politik herrschte nach der Sitzung in München Zufriedenheit und Aufbruchsstimmung. So erklärte Wissenschaftsminister Bernd Sibler, auf dessen Vorschlag hin die gestrige positive Abstimmung durchgeführt wurde: „Die Bayerische Staatsregierung steht zum weiteren Ausbau des Universitätsklinikums Würzburg! Wir werden den nächsten wichtigen Schritt für die Zukunft des Klinikums gehen. Damit wird die Zukunftsfähigkeit der Würzburger Universitätsmedizin zum Wohle aller Patientinnen und Patienten in der Region langfristig gesichert.“

 

Der fertige Vertrag liegt auf dem Tisch

Bauminister Dr. Hans Reichhart ergänzte: „Der endgültige Durchbruch ist erzielt, der fertige Vertrag liegt nun auf dem Tisch. Dieser Grunderwerb ist ein wichtiges Zeichen für ganz Unterfranken. Die Planungen der Uniklinik können damit schnell weitergehen, eine hochwertige medizinische Versorgung der Region ist dauerhaft gesichert.“ Ein Erfolg, der viele baufachliche und politische Väter und eine Mutter hat: die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die noch in ihrer Amtszeit wesentlich den Weg „nach oben“ aufs Nordgelände mitgebahnt und das Projekt bis heute begleitet hat. Ihr Kommentar: „Nicht nur für die Belegschaft sowie die Patientinnen und Patienten, sondern für die gesamte Region ist der Ankauf eine Weichenstellung für die Zukunft, die man nicht hoch genug schätzen kann.“ Sie sei sehr dankbar für diesen Schritt und gehe davon aus, dass die Planungen nun in Angriff genommen werden.

 

Nächster Schritt: Vorbereiten des Architektenwettbewerbs

Nach Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst kann jetzt der Architektenwettbewerb angegangen werden, um die städtebauliche Gesamtkomposition und die genaue Verortung der Neubauten zu klären. Der Ankauf bedarf noch der Zustimmung des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags.

 

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Das positive Ministerratsvotum ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, dass sich das Uniklinikum Würzburg zukünftig auf dem Erweiterungsgelände Nord (grünes Feld links oben) fortentwickeln kann. Bild: Berthold Diem / Uniklinikum Würzburg

Die Mittelschule Zellingen unterstützt die Kunst- und Musiktherapie der Palliativstation des Uniklinikums Würzburg

Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Zellingen spendeten den Erlös ihres diesjährigen Ostermarktes an die Palliativstation des Uniklinikums Würzburg. Die 700 Euro unterstützen das Kunst- und Musiktherapie-Angebot der Einrichtung.

Bei der Spendenübergabe auf der Palliativstation des Uniklinikums Würzburg: Noah und Lilli von der Mittelschule Zellingen präsentieren das Spendenplakat. Im Hintergrund (von links): Die Elternbeiratsvorsitzende Ulrike Schmitt und Schulleiterin Katja Leipold sowie Prof. Dr. Birgitt van Oorschot und Dr. Carmen Roch vom Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin. Bild: Karoline Wirth / Uniklinikum Würzburg

Kürzlich waren Lilli und Noah von der Mittelschule Zellingen zusammen mit ihrer Schulleiterin Katja Leipold und der Elternbeiratsvorsitzenden Ulrike Schmitt auf der Palliativstation des Uniklinikums Würzburg (UKW) zu Besuch. „Im Gepäck“ hatten sie eine Spende von 700 Euro. Das Geld war beim diesjährigen Ostermarkt der Schule zusammengekommen und soll wie jedes Jahr einem wohltätigen Zweck dienen. Nachdem eine Mitarbeiterin aus dem Lehrerkollegium der Schule einen schweren Verlust erleiden musste und der Verstorbene vom Team der Palliativstation des UKW begleitet wurde, entschieden sich die Schüler/innen, den diesjährigen Erlös an diese Einrichtung zu spenden.

„Da unsere Kunst- und Musiktherapie-Angebote nicht durch die Krankenkassen, sondern durch Spenden finanziert werden, werden wir das Geld für diesen Zweck einsetzen“, schilderte Dr. Carmen Roch vom Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin des UKW. Und Prof. Dr. Birgitt van Oorschot, die Leiterin des Palliativzentrums, ergänzte: „Wir freuen uns sehr über diese Spende. Zum einen sehen wir sie als freundliche Wertschätzung unserer Arbeit. Zum anderen finde ich es für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen sehr gut, wenn auch diese sich mit der Situation schwerstkranker Menschen auseinandersetzen – und den Möglichkeiten, deren Lebensqualität zu verbessern.“

 

 

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Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ fördert eine noch präzisere Analyse bei Myelom-Patienten

Mit 10.000 € vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ können die Tumor-Spezialisten des Uniklinikums Würzburg eine Analyse-Technologie anschaffen, mit der eine minimale Resterkrankung bei Multiplem Myelom noch präziser erkannt werden kann

Gabriele Nelkenstock, Vorsitzende des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“, überreichte 10.000 Euro an die Myelom-Experten
Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“, überreichte 10.000 Euro an die Myelom-Experten des Uniklinikums Würzburg (von links): Prof. Dr. Hermann Einsele, PD Dr. Martin Kortüm und Dr. Leo Rasche. Bild: Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V

Neue Kombinationstherapien können bei den meisten Myelom-Patienten die Tumorzellen sehr gut reduzieren. „Bei einem signifikanten Anteil der behandelten Patienten ist diese bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks mit der Standarddiagnostik nicht mehr nachweisbar“, berichtet Prof. Dr. Hermann Einsele. Dennoch kommt es laut dem Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) bei nahezu allen Myelom-Patienten zu einer Rückkehr der Erkrankung. Ein Grund dafür kann eine sogenannte minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease – MRD) sein. „Wir wissen, dass Patienten mit MRD frühzeitigere Erkrankungsrückfälle erleiden, als solche, bei denen keine minimale Resterkrankung nachgewiesen werden kann“, sagt Privat-Dozent Dr. Martin Kortüm, Oberarzt aus dem Team von Prof. Einsele.

Der Medizintechnikmarkt bietet topmoderne Technologien an, mit denen die nach einer Therapie verbliebenen Tumorzellen noch präziser aufgespürt werden können. Durch eine „Finanzspritze“ von 10.000 € vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ kann das UKW nun ein entsprechendes Gerät zur Zellzählung sowie die dazugehörige Analyse-Software anschaffen.

„Mit der so verbesserten Diagnostik sind wir in der Lage, die Therapie von Myelom-Patienten noch weiter zu individualisieren“, freut sich Prof. Einsele und fährt fort: „Abhängig vom MRD-Befund können wir die Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie sowie deren Dauer jetzt noch besser steuern.“

Die Scheckübergabe fand im Rahmen des 8. Myelom-Forums des UKW am 25. Juli 2019 statt. Über 150 Patienten, Angehörige, Mediziner/innen sowie sonstige Interessierte ließen sich von Würzburger Experten laienverständlich über Neuigkeiten in der Erforschung und Behandlung des Multiplen Myeloms informieren.

 

 

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Licht ins Dunkel: Hochauflösende Mikroskopie entdeckt Zielmoleküle für Immuntherapie

Würzburger Mediziner und Biophysiker können mit einem neuen hochempfindlichen Super-Resolution-Mikroskopieverfahren auf Krebszellen Zielmoleküle für die Immuntherapie sichtbar machen. Dabei können sie nachweisen, dass schon geringe Mengen dieser Zielmoleküle ausreichen, um sie für die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen zu nutzen. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Nature Communications publiziert.

CD19-Antigene in der Plasmamembran einer multiplen Myelomzelle
Die Abbildung zeigt die Verteilung von CD19-Antigenen in der Plasmamembran einer multiplen Myelomzelle aufgenommen mittels dSTORM. Bild: Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, JMU Würzburg

„Die Krebszellen des Multiplen Myeloms können auf ihrer Oberfläche das Antigen CD19 tragen und von Designer-T-Zellen, die das CD19-Molekül spezifisch erkennen, auch vernichtet werden“ berichtet Dr. Michael Hudecek, Krebsforscher der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW). Das ist die zentrale Erkenntnis einer aktuellen Studie, die die Würzburger Mediziner in Zusammenarbeit mit den Biophysikern der Universität durchgeführt und im Juli dieses Jahres in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht haben.

T-Zellen sind weiße Blutkörperchen, die der Immunabwehr dienen. Leider sind sie in ihrem natürlichen Zustand gegenüber Tumorzellen fast „blind“. Durch gentechnologische Veränderungen können sie jedoch für jeweils eine spezifische Krebsart maßgeschneidert „scharfgestellt“ werden. Dazu werden sie mit einem künstlichen (chimären) Antigenrezeptor (CAR) ausgestattet. Mit diesem sind sie in der Lage, Tumorzellen, die das Zielmoleküle CD19 tragen, zu erkennen und zu zerstören. „Diese Therapie funktioniert bei Patienten mit CD19-positiver Leukämie und Lymphknotenkrebs bereits sehr gut und es gibt erste Erfahrungsberichte bei Patienten mit Multiplem Myelom. Die positiven Erfahrungsberichte mit der CD19-CAR-T-Zelltherapie bei Patienten mit Multiplem Myelom sorgten in der Fachwelt für große Aufmerksamkeit, denn mit herkömmlichen Analyseverfahren ist das CD19-Molekül auf den Myelomzellen praktisch nicht nachweisbar“, schildert Dr. Thomas Nerreter aus der Arbeitsgruppe von Dr. Hudecek und fährt fort: „Wir haben in dem aktuellen Projekt deshalb erstmals einzelmolekülempfindliche Super-Resolution-Mikroskopieverfahren eingesetzt, um gezielt nach dem CD19-Molekül zu suchen – und sind in der Tat auch fündig geworden.“

Auflösung auf Einzelmolekülebene

Um die ablaufenden Prozesse und letztlich auch die Empfindlichkeitsschwelle der CD19-CAR-T-Zellen besser beurteilen zu können, kooperierten die UKW-Forscher mit dem Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Markus Sauer erläutert: „Wir haben eine Fluoreszenzmikroskopietechnik entwickelt, die es uns ermöglicht, einzelne Moleküle mit einer räumlichen Auflösung von 20 Nanometern abzubilden. Mit dieser sogenannten dSTORM-Technologie ist es möglich, die Antigen-Expression auf Zellen direkt und quantitativ nachzuweisen.“
In dem gemeinsamen Forschungsprojekt wurden Proben von Myelom-Patienten der Medizinischen Klinik II des UKW per dSTORM untersucht. „Während bei klassischen Detektionsmethoden für einen sicheren Nachweis rund 1.500 Moleküle des Antigens auf einer Zelle vorhanden sein müssen, reichten uns im Bestfall 13 Moleküle“, verdeutlicht Sebastian Letschert vom Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik den drastischen Sprung in der Detailschärfe.

CAR-T-Zellen sprechen schon auf geringe CD19-Mengen an

„Mit Hilfe der superauflösenden Mikroskopie konnten wir zeigen, dass das CD19-Antigen tatsächlich deutlich häufiger auf Myelom-Zellen zu finden ist, als das mit klassischen Detektionsmethoden erkennbar war“, resümiert Dr. Nerreter und fährt fort: „Schon diese geringen Antigen-Mengen reichen offenbar aus, um die Tumorzellen für die CAR-T-Zellen identifizierbar zu machen.“
Es wurde jedoch auch deutlich, dass es Myelom-Zellen gibt, auf denen keine CD19-Antigene nachgewiesen werden konnten. „Wir gehen deshalb davon aus, dass eine Immuntherapie mit CD19-CAR-T-Zellen dann am wirksamsten ist, wenn sie noch mit anderen Myelom-wirksamen Substanzen kombiniert wird. Eine weitere Möglichkeit ist es, CAR-T-Zellen herzustellen, die mehrere Antigene gleichzeitig erkennen, einerseits um die Wirksamkeit und andererseits um die Trennschärfe gegenüber normalen Blutzellen noch weiter zu erhöhen“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW.


Literatur:


Nerreter, T, Letschert, S, Doose, S, Danhof, S, Einsele, H, Sauer*, M, Hudecek*, M (2019). Super-resolution microscopy reveals ultra-low CD19 expression on myeloma cells that triggers elimination by CD19 CAR-T. , Nat Communications 10, 3137. /doi.org/10.1038/s41467-019-10948-

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CD19-Antigene in der Plasmamembran einer multiplen Myelomzelle
Die Abbildung zeigt die Verteilung von CD19-Antigenen in der Plasmamembran einer multiplen Myelomzelle aufgenommen mittels dSTORM. Bild: Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, JMU Würzburg

Kunst gegen Wissen

Von wunderschön über zauberhaft bis mega und cool ist gerade alles im Foyer des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Würzburg zu hören. In dem Forschungs- und Behandlungszentrum bemalen derzeit Jugendliche des Gestaltungs- und Sozialzweigs der Montessori-Schule eine 7 Meter lange und 3 Meter hohe Wand mit einem Herzen, aus dem verschiedene Pflanzen sprießen. HERZENSSTÄRKEPFLANZEN-FREUDE heißt das Konzept, das Mensch und Natur als Einheit wahrnimmt. Wenige Wochen zuvor haben bereits Schüler der Mittelschule Zellerau mit einem bunten Graffiti auf dem Fries in der Eingangshalle Farbe ins DZHI gebracht. Siebtklässler der Pestalozzi Mittelschule und das offene Atelier der Leopold-Sonnemann-Realschule in Höchberg haben die Wände in den Ambulanzen für Patienten und Probanden mit Pinsel und Schablonen in Angriff genommen. Passend zur STAAB-Studie, wo 5.000 Würzburger Herzen untersucht werden, haben die Nachwuchskünstler Lieblingsorte abgebildet – Orte, die den Würzburgern am Herzen liegen. Die Realschüler laden Patienten, Ärzte und Pflegepersonal in ihren Bildern zu Traumreisen und Abenteuern ein und sorgen mit kleinen Figuren auf den Wänden für heitere Überraschungen.

Schüler des Gestaltungszweigs der Montessori-Schule, die Klasse 7a der Pestalozzi-Mittelschule und das Offene Atelier der Leopold-Sonnemann-Realschule präsentierten ihre Kunstwerke im DZHI.
HERZENSSTÄRKEPFLANZENFREUDE heißt das Konzept der Schüler aus dem Gestaltungszweig und Sozialen Zweig der 11. Jahrgangsstufe der Montessori-Fachoberschule Würzburg. Sie haben innerhalb von drei Tagen die sieben Meter lange und drei Meter hohe Wand im Foyer des DZHI gestaltet. „In unserem Konzept werden Mensch und Natur als Einheit wahrgenommen“, erklärt die Lehrerin Dorette Jansen. „Der Mensch als ganzheitliches Wesen, in allen verschiedenen Lebens oder Wachstumsphasen, wie auch in seiner Wandlung im Tod und dem, was weitergegeben wird. Diesen allumfassenden Gedanken finden wir in der Natur."
Bei den Schülern des „Offenen Ateliers“ der Leopold-Sonnemann-Realschule in Höchberg war das Herz der Ausgangspunkt der Überlegungen. „Im Herzen hat so Vieles Platz!“ und „Es ist bei Weitem mehr als ein Organ!“. Bei der Gestaltung der Flure in der Ambulanz und des Tagesraums kamen die Jugendlichen und ihre Lehrerin Karin Kasberger zu folgender Entscheidung: Ein freundliches Gegenüber in Form und Farbe sollten die Patienten, ihre An-gehörigen, die Ärzte und Pflegekräfte hier antreffen.
Nur ein Beispiel von vielen.. Dieses Bild und weitere Kunstwerke der Schüler des Offenen Ateliers der Leopold-Sonnemann-Realschule zieren unsere Ambulanz.
21 Schüler der Klasse 7a aus der Pestalozzi-Mittelschule haben mir ihrer Lehrerin, Sabrina Purius, Lieblingsorte in Würzburg fo-tografiert. Von den Orten, für die auch viele andere Würzburger Herzen schlagen, haben sie Schablonen erstellt und mit ver-schiedenen Techniken auf Papier festgehalten. Einige der Kunstwerke sowie zwei Collagen, in denen die Schüler ihre ganz eigene Sicht auf Würzburg zeigen, sind jetzt in den Räumen der Ambulanz und der STAAB-Studie zu besichtigen, dort, wo 5.000 Würzburger Herzen untersucht werden, um die frühen Stadien der Herzschwäche rechtzeitig zu erkennen.
Um sich ein Bild vom Herzen und vom DZHI zu machen, bekamen die Nachwuchskünstler Führungen durch die Ambulanz, zum Ultrahochfeld-MRT und durch die Labore, wo sie den Wissenschaftlern über die Schulter schauen durften. Sie haben zum Beispiel gesehen, wie der Energie- und Kalzium-Haushalt der Herzmuskelzellen untersucht wird und gelernt, dass Mitochondrien als Kraftwerke der Zellen für den Energiehaushalt zuständig sind. Besonders gestaunt haben die Schüler im Labor über die mikroskopischen Bilder von Zebrafischherzen. „Voll krass!“ und „krasse Sachen!“ - das war an diesem Tag mehrfach zu hören.

  Christoph Maack, Sprecher des DZHI ist begeistert von den Arbeiten: „Es ist sehr beeindruckend, was die Schüler hier mit ihren Lehrerinnen auf die Beine gestellt haben und wie viel Herzblut in den Kunstwerken steckt.“ Das DZHI hatte gemeinsam mit der Stadt Würzburg im vergangenen Winter einen Aufruf gestartet und Schulklassen zur Gestaltung der Räume eingeladen. Im Gegenzug haben die Schüler auf ihr Alter und die Interessen zugeschnittene Führungen bekommen. Sie konnten den Ärzten sowie Forschern über die Schulter schauen und selbst einmal Herzen abhören, schlagende Zellen unterm Mikroskop anschauen oder pipettieren.

„Solche tollen Kooperationen zwischen Wissenschaft und Bildung unterstützen wir immer gern“, so die kommissarische Leiterin des Bildungsbüros der Stadt Würzburg im Kultur-, Schul- und Sportreferat Nadine Bernhard. „Sie dienen der Förderung der Kreativität, der Stärkung des Selbstbewusstseins und der Teamarbeit, der Berufsorientierung und natürlich auch in diesem Fall dem Auseinandersetzen mit dem Herzen als Organ, das es zu schützen und zu stärken gilt.“

 

 

Würzburger Universitäts-Frauenklinik: Ausstellung zeigt Wege zum Umgang mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs

Bei der Vernissage der Wanderausstellung „Ansichtssache“ an der Würzburger Universitäts-Frauenklinik wurde deutlich: Es gibt für die betroffenen Frauen individuell unterschiedliche Wege, mit der Diagnose „Familiärer Brust-und Eierstockkrebs“ umzugehen.

Die Wanderausstellung „Ansichtssache“ ist derzeit in der Würzburger Universitäts-Frauenklinik zu sehen. Bild: Helmuth Ziegler/Uniklinikum Würzburg
Sabine Weimert vom BRCA Netzwerk e.V.: „Der Bildband und die Ausstellung können für Frauen mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs in Entscheidungssituationen ungemein hilfreich sein.“ Bild: Helmuth Ziegler/Uniklinikum Würzbur
Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik: „Viele Frauen sehen das Wissen um eine familiäre Veranlagung zu Brust- oder Eierstockkrebs nicht nur als Krise, sondern auch als Chance zu einer rechtzeitigen, intensiven Auseinandersetzung und eventuellen frühzeitigen Therapie.“ Bild: Helmuth Ziegler/Uniklinikum Würzburg
Die Ausstellung „Ansichtssache“ besteht aus Porträtfotografien und kurzen Texten betroffener Frauen. Bild: Helmuth Ziegler/Uniklinikum Würzburg
Bei der Vernissage der Ausstellung „Ansichtssache“ (von links): Dr. Tanja Stüber und Prof. Dr. Achim Wöckel (beide Würzburger Universitäts-Frauenklinik), Sabine Weimert (BRCA Netzwerk e.V.), Beate Beyrich (Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.) und Prof. Dr. Georg Ertl (Uniklinikum Würzburg). Bild: Helmuth Ziegler/Uniklinikum Würzburg

Noch bis zum 20. August 2019 ist in der Universitäts-Frauenklinik Würzburg die Wanderausstellung „Ansichtssache“ zu sehen. Sie basiert auf den Arbeiten zu einem Bildband, den das „BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiärem Brust-und Eierstockkrebs“ im Jahr 2016 herausbrachte. Porträtfotografien und kurze Texte zeigen, wie betroffene Frauen mit dem Wissen um das Risiko der Erkrankung umgehen und wie sie ihre Entscheidungen zu prophylaktischen Maßnahmen oder zur intensivierten Früherkennung treffen.

 

Einzelschicksale als wertvolle Entscheidungshilfe

Sabine Weimert, die Gesprächskreisleiterin Nürnberg des BRCA Netzwerk e.V., machte bei der Vernissage am 18. Juli 2019 deutlich, dass es bei diesen Entscheidungen kein richtig oder falsch gebe, sondern vielmehr individuell sehr verschiedene Wege eigenschlagen werden können. Sie schilderte aus eigener Erfahrung, dass die Auseinandersetzung mit den in Bildband und Ausstellung zusammengetragenen Patientinnen in diesem Entscheidungsprozess ungemein hilfreich sein kann. Weiterhin unterstrich sie: „Wir können der modernen Medizin dankbar sein, dass wir nicht dem Schicksal so ausgeliefert sind, wie unsere Mutter- und Großmuttergenerationen.“

Auch Beate Beyrich gab in ihrer Ansprache Einblicke in ihr eigenes Erleben und Verarbeiten der Diagnose Brustkrebs. Die Leiterin der Würzburger Gruppe und Vorsitzende des Landesverbandes Bayern der bundesweit tätigen Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. hat die Wanderausstellung nach Würzburg geholt. Sie nutzte die Gelegenheit, um Prof. Dr. Achim Wöckel, dem Direktor der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW), für seine kontinuierliche und empathische Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe zu danken.

 

Die Krise auch als Chance sehen

Der Klinikdirektor seinerseits wies daraufhin, dass nach seinen Beobachtungen viele Frauen nach dem anfänglichen Diagnoseschock den Sprung schaffen, das Wissen um eine familiäre Veranlagung zu Brust- oder Eierstockkrebs nicht nur als Krise, sondern auch als Chance zu einer rechtzeitigen, intensiven Auseinandersetzung und eventuellen frühzeitigen Therapie zu sehen.

In Bezug auf die Therapien hob Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, die auch von den Medien breit dargestellten Möglichkeiten der sogenannten personalisierten Medizin hervor. „Allerdings werden Patientinnen und Patienten bei aller Technologie immer auch ein menschliches Gegenüber brauchen. Die Ausstellung und die enge Einbindung unserer Selbsthilfegruppen ist ein weiterer Ausdruck der menschlichen Zuwendung, die an unserer Frauenklinik und am UKW gelebt wird“, betonte der Klinikumsdirektor.

Die Schauwände in der Frauen-Klinik an der Josef-Schneider-Straße 4 sind von Montag bis Freitag von 8:30 bis 16:00 Uhr zugänglich.

 

 

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