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Eingebaute „Haarnadelstruktur“ verhindert unerwünschte CRISPR-RNAs

Forschungsteam unter Federführung des HIRI entdeckt Optimierungsmechanismus in CRISPR-Cas13-System

 

Bakterien nutzen CRISPR-Cas-Systeme, um sich vor angreifenden Phagen zu schützen. Stockbild eines Phagenangriffs.
Bakterien nutzen CRISPR-Cas-Systeme, um sich vor angreifenden Phagen zu schützen. Stockbild eines Phagenangriffs.

Als vielversprechendes Werkzeug in der Genom-Editierung steht die Genschere CRISPR-Cas seit Längerem im Fokus der Forschung. Der Schwerpunkt lag dabei jedoch auf den grundlegenden Wirkmechanismen und Nukleasen. Es gibt hingegen kaum Arbeiten darüber, wie sich CRISPR-Cas-Systeme im Laufe der Evolution entwickelt und optimiert haben. Ein Forschungsteam des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg hat in Zusammenarbeit mit den Universitäten Leipzig, Freiburg und Michigan (USA) einen Optimierungsmechanismus im CRISPR-Cas13-System näher beleuchtet, der Rückschlüsse auf die Evolution der Systeme gibt. Die Ergebnisse sind jüngst im Fachmagazin EMBO Journal erschienen.

CRISPR-Cas-Systeme sind die einzigen bekannten adaptiven Immunabwehrsysteme in Bakterien. Sie besitzen die Fähigkeit, genetische Informationen von angreifenden Phagen – Viren, die Bakterien befallen – zu speichern, um zukünftige Infektionen zu bekämpfen. In sogenannten CRISPR-Arrays, also DNA-Sequenzen, wird ein DNA-Schnipsel des Angreifers zwischen zwei festen Sequenzwiederholungen archiviert. Jeder dieser Virus-Schnipsel führt zur Bildung einer CRISPR-Ribonukleinsäure, kurz crRNA (von engl. CRISPR ribonucleic acid), die das System anleitet, denselben Eindringling bei einem erneuten Angriff zu erkennen.

Der zugrunde liegende Mechanismus ist komplex und besteht aus mehreren Komponenten, die gleichzeitig zusammenarbeiten und sich dabei auch gegenseitig beeinflussen können. Ein Beispiel: Damit ein CRISPR-Array gespeichert und korrekt verarbeitet werden kann, muss es mit einer Wiederholungssequenz beginnen und enden. In der Folge entsteht an einem Ende des Strangs eine zusätzliche Wiederholung ohne zugehörigen „Virenschnipsel“. Auch diese wird in eine CRISPR-RNA umgesetzt, allerdings fehlt ihr eine passende Zielsequenz. „Die daraus resultierende CRISPR-RNA, bekannt als ecrRNA (von engl. extraneous CRISPR RNA), ist im besten Fall überflüssig. Schlimmstenfalls lenkt sie die CRISPR-Maschinerien ab und hindert sie daran, nach infizierenden Viren zu suchen“, sagt Chase Beisel, affiliierter Abteilungsleiter am HIRI und Fakultätsmitglied am Botnar Institute of Immune Engineering im schweizerischen Basel. Er hat die Forschungsarbeit, die jüngst in der Fachzeitschrift EMBO Journal erschienen ist, initiiert.

Doch die Natur weiß sich zu helfen: In einer zuvor veröffentlichten Studie in Nature Microbiology aus dem Jahr 2022 hatte ein Team unter Beteiligung von Beisel gezeigt, dass eine Art von CRISPR-Cas-Systemen, die die Nuklease Cas9 zum Schneiden nutzen, durch eine zusätzliche RNA stromaufwärts der problematischen Wiederholung verhindern können, dass sich ecrRNAs bilden. „Die RNA bindet sich an die erste Wiederholung und sorgt dafür, dass diese nicht von der CRISPR-Maschinerie erkannt wird“, erklärt Beisel.

Lange war jedoch unklar, ob auch andere CRISPR-Cas-Systeme von jener Lösung Gebrauch machen. Forschende am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI), einem Standort des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), haben gemeinsam mit Wissenschaftler:innen der Universitäten Leipzig, Freiburg und Michigan in den USA untersucht, ob CRISPR-Cas13-Systeme – die wenig Ähnlichkeit mit CRISPR-Cas9-Systemen aufweisen – ecrRNAs produzieren und, falls ja, wie sie diesen entgegenwirken.

Eine systemübergreifende Lösung

„Wir konnten herausfinden, dass viele CRISPR-Cas13-Systeme ebenfalls über RNA verhindern, dass sich ecrRNAs bilden“, sagt Angela Migur, ehemalige Postdoktorandin im Labor von Chase Beisel. Die schützende RNA formt in der ersten Wiederholung eine stabile Struktur, die einer Haarnadelstruktur ähnelt. Diese verhindert, dass sich die Cas13-Nuklease an die Wiederholung binden, sie verarbeiten und so eine ecrRNA herstellen kann. „Das Auftreten der ‚Haarnadel‘ war unerwartet, da sich CRISPR-Cas9- und CRISPR-Cas13-Systeme unabhängig voneinander entwickelt haben und sehr unterschiedlich funktionieren“, fügt Migur hinzu. „Überraschenderweise waren die Mechanismen, die die ecrRNA-Bildung verhinderten, allerdings sehr ähnlich.“

Diese Beobachtungen deuten auf einen bemerkenswerten Fall konvergenter Evolution hin: Verschiedene CRISPR-Cas-Systeme haben unabhängig voneinander Mechanismen entwickelt, um gemeinsame Hürden in der Immunabwehr zu überwinden.

Das Team konnte außerdem feststellen, dass nicht alle CRISPR-Cas-Systeme auf eine solche schützende RNA zurückgreifen. Ausschlaggebend war dabei, ob die zusätzliche Wiederholung am Anfang oder am Ende des CRISPR-Arrays auftrat. Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass es noch weitere unterschiedliche Strategien zu entdecken gibt, welche die Wirkweise von CRISPR-Cas-Systemen verbessern.

Neue Forschungsperspektiven

Cas13-Nukleasen werden heute häufig als Forschungswerkzeuge sowie als nicht permanente Methode zur Geneditierung auf RNA-Ebene eingesetzt. Die neue Entdeckung des Forschungsteams könnte dazu beitragen, diese Systeme besser nutzbar zu machen, indem sichergestellt wird, dass ausschließlich die beabsichtigten CRISPR-RNAs gebildet werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die virale Abwehr durch das CRISPR-Cas-System mithilfe von ecrRNAs zu hemmen, wodurch sich das genetische Werkzeug leichter kontrollieren lässt.

Die Forschung hat zwar bereits enorme Anstrengungen unternommen, um neue CRISPR-Cas-Systeme zu charakterisieren. Dabei konzentrierte man sich allerdings vor allem auf die grundlegenden Mechanismen der adaptiven Immunität, insbesondere auf die Eigenschaften der jeweiligen Nukleasen. Jedoch ist bislang kaum untersucht, wie die einzelnen Komponenten dieser Systeme optimal aufeinander abgestimmt sind, um ihr Zusammenspiel möglichst effizient zu gestalten. In dieser Arbeit wurde ein Schwachpunkt des Prinzips der CRISPR-Arrays aufgedeckt, der sich aber leicht durch eine einfache Haarnadel-RNA beheben lässt. „Wir hoffen, dass unsere Arbeit die Forschungsgemeinschaft dazu anregt, die Einschränkungen von CRISPR-Cas-Systemen und anderen bakteriellen Abwehrmechanismen intensiver zu untersuchen. Zugleich gilt es zu klären, welche Strategien diese Systeme entwickelt haben, um solche Hürden möglichst effektiv zu überwinden“, so Beisel.

Förderung

Die Studie wurde im Rahmen des Schwerpunktprogramms SPP 2141 der Deutschen Forschungsgemeinschaft, durch einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats und Fördermittel der US-amerikanischen National Institutes of Health und der und der National Science Foundation unterstützt.

Originalpublikation

Migur A, Feussner M, Liao C, Alkhnbashi OS, Chauvier A, Walter NG, Backofen R, Weinberg Z, Beisel CL (2026) A leader-repeat hairpin blocks extraneous CRISPR RNA production in diverse CRISPR-Cas13 systems. EMBO Journal, DOI: 10.1038/s44318-026-00769-1  

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 21. April 2026 
Pressemitteilung HZI Helmholtz - Zentrum für Infektionsforschung vom 14.04.2026
 

Bakterien nutzen CRISPR-Cas-Systeme, um sich vor angreifenden Phagen zu schützen. Stockbild eines Phagenangriffs.
Bakterien nutzen CRISPR-Cas-Systeme, um sich vor angreifenden Phagen zu schützen. Stockbild eines Phagenangriffs.

Gesundheitsmagazin UNI.KLINIK: Herzchirurgie durchs Schlüsselloch

Das Würzburger Gesundheitsmagazin UNI.KLINIK widmet sich im Titelthema seiner Ausgabe 1/2026 der Herz-Thorax-Chirurgie. Dabei wird unter anderem deutlich, dass heute viele Eingriffe am Herzen minimalinvasiv erfolgen können.

 

Titelbild Uniklinik Ausgabe 01_2026. Zwei Ärztinnen und ein Arzt schauen auf einem Ultraschallbildschirm.
Uniklinik Ausgabe 01_2026-Titelbild.jpg, © UKW

Würzburg. UNI.KLINIK ist ein vom Universitätsklinikum Würzburg (UKW) zweimal jährlich herausgegebenes, kostenloses Gesundheitsmagazin. Topthema der kürzlich erschienenen Ausgabe 1/2026 ist das Leistungsspektrum der von Prof. Dr. Gloria Färber geleiteten Klinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie. Neben der komplexen Behandlung von Not- und Spezialfällen gehören dazu viele Routineeingriffe, die sich häufig über einen kleinen Zugang minimalinvasiv durchführen lassen. Außerdem wird am UKW kontinuierlich an einem noch besseren Verständnis von Krankheitsmechanismen und optimierten Therapien geforscht.

Darüber hinaus liefert das 24-seitige Magazin weiteres Wissenswertes aus der Welt der Universitätsmedizin, wie zum Beispiel: Wie finden Krebserkrankte passende klinische Studien? Wie lassen sich Unfälle im Säuglings- und Kindesalter vermeiden – und wie reagiert man im Notfall richtig? Welche Behandlungsmethoden stehen bei einer gutartigen Prostatavergrößerung zur Verfügung? Wie erkennt man eine Altersbedingte Makuladegeneration und wie kann die verbreitete Augenerkrankung therapiert werden? Warum erprobt die Hautklinik des UKW derzeit einen Roboterhund? Hinzu kommen Tipps zu anstehenden Informationsveranstaltungen und Einladungen zur Teilnahme an laufenden Studien.

Neben den gedruckten Exemplaren, die an vielen öffentlich zugänglichen Stellen am Klinikum zum Mitnehmen ausliegen, gibt es UNI.KLINIK auch als Webmagazin und als PDF unter www.ukw.de/medien-kontakt/presse/magazine 

Text: Pressestelle / UKW
 

Titelbild Uniklinik Ausgabe 01_2026. Zwei Ärztinnen und ein Arzt schauen auf einem Ultraschallbildschirm.
Uniklinik Ausgabe 01_2026-Titelbild.jpg, © UKW

"Es gibt kein Grundrecht auf TikTok"

Marcel Romanos über die Zunahme psychischer Krisen bei Kindern

Porträtfoto von Marcel Romanos im dunkeln Anzug und mit dunkler Krawatte im Flur des Zentrums für Psychische Gesundheit
Prof. Dr. Marcel Romanos ist Klinikdirektor der Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKW, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) und Kongresspräsident.

Die psychische Gesundheit von Kindern ist unter Druck. Marcel Romanos fordert strengere Regeln für Social Media, inklusive eines Verbots für Unter-14-Jährige, um sie vor Sucht und Cybergrooming zu schützen. Ein Interview von Daniel Staffen-Quandt (epd) mit dem Klinikdirektor der Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKW anlässlich des Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP). Marcel Romanos ist stellvertretender Präsident der DGKJP und Kongresspräsident. 

Würzburg (epd). Die psychische Verfassung der jungen Menschen hierzulande ist besorgniserregend. Trotz einer Verdreifachung der Zahl der Fachärzte seit dem Jahr 2000 steigt die Belastung von Kindern und Jugendlichen stetig an - ein Trend, der sich nach der Corona-Pandemie verfestigt hat. Marcel Romanos, Klinikdirektor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Würzburg, sieht in den Krisen der Welt und in der Digitalisierung Gründe dafür. Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) befasst sich unter der Überschrift «Entwicklungsaufgaben: Kind - Versorgung - Gesellschaft» vom 22. bis 25. April in Würzburg ebenfalls mit dem Themenkomplex.

Wie ist es um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen bei psychischen Problemen oder Erkrankungen hierzulande bestellt? Gibt es wirklich eine Unterversorgung?

Wenn man es positiv betrachtet, haben wir in den vergangenen 25 Jahren in Deutschland eine flächendeckende ambulante und stationäre kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung etablieren können. Es gibt natürlich immer mal wieder Lücken, aber wir haben die Zahl der Fachärztinnen und Fachärzte seit dem Jahr 2000 in Deutschland verdreifacht. Auch die psychotherapeutische Versorgung hat sich verbessert. Wir sehen aber auf der anderen Seite, dass die Inanspruchnahme deutlich gestiegen ist. Und auch die schwere der Erkrankungen nimmt zu - das zeigt sich etwa an der hohen Zahl an Notfallvorstellungen, also stark belastete Kinder und Jugendliche, bei denen es um eine Selbst- oder Fremdgefährdung geht.

Die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in,Deutschland befindet sich also in einer Art «Abwärtstrend»? Wie ist es dazu gekommen?

Was wir national und international sehen, ist, dass diemBelastungen tatsächlich hochgehen. Diese sind während der,Corona-Pandemie dramatisch gestiegen, haben sich aber auch danachmnicht wieder auf das vorherige Niveau eingependelt. Weshalb das somist, dazu gibt es vielfältige Überlegungen. Wir leben in Zeiten großer Unsicherheiten: zum einen die wirtschaftliche Entwicklung, die politische Weltlage, Kriege auf europäischem Boden, die Klimakrise. Diese Unsicherheiten erfassen auch Kinder und Jugendliche. Ein anderer Grund, den wir noch überhaupt nicht gut im Griff haben, ist der Einfluss von Social Media.

Krisen gab es aber schon immer, aber dieses «unbeschwertenKindsein» scheint heutzutage schwerer, weil Medien dauerhaft auf einen einströmen. Ist das ein zentraler Aspekt?

Ja. Digitale Medien können positive Aspekte haben, aber wir sehen, dass Social Media bei Kindern und Jugendlichen deutlich mehr Probleme macht, als dass es Nutzen bringt. Ein Punkt sind die Inhalte: Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten oder Suizidalität können Kinder emotional beeinträchtigen. Wenn sie einmal in Social Media damit in Kontakt kommen, füttert der Algorithmus sie kontinuierlich mit negativen Inhalten, wodurch Kinder tatsächlich krank werden können. Auf der anderen Seite haben wir ein Verhaltensproblem: Neuen Studien zufolge zeigt bereits ein Viertel der Kinder in Deutschland ein Konsummuster bei Social Media, das sie zur Suchtverhalten-Risikogruppe macht. Sie stehen kurz vor einer klinischen Diagnose.

Dient Social Media dann als eine Art digitale Einstiegsdroge - oder anders gefragt: Welche Kinder und Jugendliche sind von Social Media am Ende besonders suchtgefährdet?

Wir wissen, dass beispielsweise Kinder mit ADHS, traumatischen Erlebnissen oder Angsterkrankungen eine höhere Suchtgefahr haben. Jedes Kind, das eine psychische Erkrankung entwickelt, hat ein deutlich höheres Risiko, eine weitere Pathologie zu entwickeln, also auch eine Suchterkrankung. Wir haben als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Kinder vor schädlichen Inhalten und Nutzungsmustern, aber auch vor kriminellen Phänomenen wie Cybergrooming zu schützen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass 25 Prozent der Kinder mit Social-Media-Zugang sagen, schon einmal von fremden Erwachsenen zu einem «echten» Treffen aufgefordert worden zu sein. Jedes fünfte Kind sollte zudem schon einmal Bilder von sich an Fremde schicken. Das können wir nicht ignorieren! Wir müssen Kinderschutz im Netz genauso ernst nehmen wie in Schulen oder Vereinen. 

Für viele Eltern ist es unglaublich schwer, konsequent Grenzen bei der Nutzung digitaler Angebote zu setzen. Wären klare Altersgrenzen, etwa ab 16 Jahren, sinnvoller?

Das ist ein wichtiger Punkt, denn es gibt kein Grundrecht auf TikTok. Viele Eltern haben Schwierigkeiten, sich pädagogisch durchzusetzen, und fühlen sich dabei ineffizient und überfordert. Wir sind uns sicher, dass normative Vorgaben wie Verbote und Altersgrenzen von vielen Eltern willkommen geheißen würden, weil sie dadurch entlastet werden. Viele Fachleute und auch ich persönlich unterstützen solche Verstöße! Die DGKJP hat eine ganz klare fachliche Empfehlung zu dem Thema abgegeben und ist damit an die Politik herangetreten: Vor dem 14. Lebensjahr sollte Social Media für Kinder und Jugendliche überhaupt nicht zugänglich sein.

Zählen dazu auch Messengerdienste wie WhatsApp?

Ich will gar nicht über einzelne Messenger reden. Es gibt da einen Konflikt, weil Eltern ihre Kinder oft rund um die Uhr erreichen wollen. Wir empfehlen aber auch, dass es in Schulen keine privaten Geräte geben sollte. Wenn im Unterricht Geräte benötigt werden, um dort etwa Medienkompetenz zu lernen, sollten das Schulgeräte sein, die engmaschig kontrolliert werden. Bei offenen Plattformen gibt es einfach zu viele Gefahren, die man nicht ignorieren kann. (0000/19.04.2026)

Informationen  zum Kongress unter: https://www.dgkjp.de/kongress-und-veranstaltungen/dgkjp-kongress/

Porträtfoto von Marcel Romanos im dunkeln Anzug und mit dunkler Krawatte im Flur des Zentrums für Psychische Gesundheit
Prof. Dr. Marcel Romanos ist Klinikdirektor der Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKW, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) und Kongresspräsident.

12. Brustkrebs-Forum: Wissenswertes zur Nachsorge und zur „Krebspersönlichkeit“

Am Mittwoch, 20. Mai 2026 lädt die Würzburger Universitäts-Frauenklinik zum 12. Brustkrebs-Forum ein. Im Mittelpunkt des Informationsabends stehen diesmal Nachsorgeangebote und der Irrglaube, dass es Persönlichkeitsmerkmale gibt, die eine Krebserkrankung begünstigen können.

 

Brustkrebs-Forum 2026 - Hände mit pinkfarbener Schleife
Das Brustkrebs-Forum ist eine seit über zehn Jahren etablierte Infoveranstaltung der Würzburger Universitäts-Frauenklinik. © New Africa/stock.adobe.com

Würzburg. Das Brustkrebs-Forum der Würzburger Universitäts-Frauenklinik ist ein etabliertes und stets gut besuchtes Veranstaltungsformat. Am Mittwoch, 20. Mai 2026 findet die 12. Ausgabe des kostenlosen Informationsabends statt. Erneut sind Patientinnen und Patienten, deren Angehörige sowie alle sonstigen Interessierten ab 18:00 Uhr in den Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) des UKW an der Oberdürrbacher Straße eingeladen. 

Zu Beginn gibt Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW), einen für Laien verständlichen Überblick über neue Forschungsthemen und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um das Mammakarzinom. 

Anschließend widmet sich Dr. Denise Wrobel, Oberärztin am zertifizierten Brustzentrum des UKW, dem Thema Nachsorge. Dabei wird deutlich: Die Nachsorge nach Brustkrebs ist langfristig angelegt und individuell angepasst. Sie kombiniert medizinische Kontrollen, Unterstützung im Alltag und Maßnahmen zur Stabilisierung der Gesundheit.

Krebs wird nicht von Persönlichkeitsmerkmalen verursacht

Der jahrzehntealte Begriff „Krebspersönlichkeit“ ist heute wissenschaftlich widerlegt. Dennoch hält sich die Vorstellung hartnäckig, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale – wie etwa das Unterdrücken von Ärger oder der übertriebene Wunsch, „es immer allen recht zu machen“ – Krebs begünstigen können. In ihrem Vortrag arbeitet Privatdozentin Dr. Elisabeth Jentschke, die Leiterin des Psychoonkologischen und Neuropsychologischen Dienstes am UKW, heraus, dass zwar nicht die Persönlichkeit Krebs verursacht, aber dass psychische Faktoren eine zentrale Rolle dabei spielen, wie Menschen mit der Erkrankung leben und umgehen können. 

Nach den Vorträgen können die Teilnehmenden in einer Diskussionsrunde individuelle Fragen stellen. Neben den Referierenden steht hierbei auch Beate Beyerich vom Verein Frauenselbsthilfe Krebs als Gesprächspartnerin zur Verfügung.

Infostände in der Magistrale

Bereichert wird der Infoabend durch Infostände in der Magistrale des ZIM. Dort präsentieren sich neben der Frauenselbsthilfe Krebs e.V. auch die Handarbeitsgruppe St. Thekla Ochsenfurt und die Initiative Onkomütze, die seit Jahren ehrenamtlich kostenlose Herzkissen beziehungsweise Mützen für die Patientinnen der Würzburger Universitäts-Frauenklinik herstellen.
Da die Zahl der Teilnehmenden beim Brustkrebs-Forum begrenzt ist, ist eine Anmeldung bis spätestens 13. Mai 2026 erforderlich unter https://service.ukw.de/Formular/?u=ver_20_05_2026_frauenklinik 

Text: Pressestelle / UKW
 

Brustkrebs-Forum 2026 - Hände mit pinkfarbener Schleife
Das Brustkrebs-Forum ist eine seit über zehn Jahren etablierte Infoveranstaltung der Würzburger Universitäts-Frauenklinik. © New Africa/stock.adobe.com

klinikum & wir erschienen: Kontinuierliche Qualitätsverbesserung mit KTQ

Das Uniklinikum Würzburg hat Ende 2025 auch die vierte Rezertifizierung nach dem KTQ-Verfahren erfolgreich absolviert. Das Top-Thema des Magazins klinikum & wir verdeutlicht, wie das Zertifizierungsverfahren zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung am unterfränkischen Großkrankenhaus beiträgt.

Titelbild des Magazins
Das aktuelle Titelbild

Würzburg. Die Abkürzung KTQ steht für „Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen“. Das UKW wurde im Jahr 2013 zum ersten Mal erfolgreich nach diesem freiwilligen Verfahren zertifiziert. Seither stehen alle drei Jahre Rezertifizierungen an – zuletzt Ende 2025. klinikum & wir, das Magazin der Würzburger Universitätsmedizin, beschreibt im Top-Thema seiner aktuellen Ausgabe 1/2026, wie der KTQ-Prozess eine Kultur der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung am unterfränkischen Krankenhaus der Maximalversorgung unterstützt.

Außerdem schildert die 40-seitige Publikation innovative Angebote in der Patientenversorgung, wie die Inbetriebnahme eines neuen Hybrid-Operationssaals, die Einführung des Fast-Track-Verfahrens bei Nierenkrebs-Operationen oder die Arbeit der neuen Demenzbeauftragten. Hinzu kommen Nachrichten aus der Forschung, Personalmeldungen, Veranstaltungstipps und viele weitere wissenswerte Themen aus der Arbeits- und Lebenswelt des UKW. 

Neben den gedruckten Exemplaren, die an vielen öffentlich zugänglichen Stellen am Klinikum zum Mitnehmen ausliegen, gibt es klinikum & wir zusammen mit dem Magazin UNI.KLINIK auch als Webmagazin und als PDF unter www.ukw.de/medien-kontakt/presse/magazine.

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Text: Pressestelle / UKW

Titelbild des Magazins
Das aktuelle Titelbild

Forschung gegen Sehverlust: Drei neue AMD-Studien am UKW

Das UKW beteiligt sich an internationalen Studien zu trockener und feuchter altersbedingter Makuladegeneration (AMD)

Eine Straße in Würzburg - in der Mitte ist das Bild total verschwommen
So könnten Personen mit AMD eine Straße in der Würzburger Innenstadt wahrnehmen. © Andreas Berlin
Gitter mit Punkt in der Mitte
Amsler-Gitter zur Früherkennung von AMD Bitte betrachten Sie das Gitter in Ihrer üblichen Leseentfernung und verwenden Sie dabei gegebenenfalls Ihre gewohnte Lese- oder Gleitsichtbrille. Decken Sie ein Auge ab und richten Sie Ihren Blick auf den Punkt in der Mitte des Gitters. Stellen Sie fest, dass der Punkt oder zentrale Bildbereiche fehlen, graue Schleier oder dunkle Flecken auftreten, Linien gebogen oder Flächen ungleichmäßig erscheinen, sollten Sie zeitnah eine augenärztliche Untersuchung veranlassen. Gleiches gilt, wenn im Alltag gerade Strukturen plötzlich verzerrt oder verändert wahrgenommen werden. Führen Sie den Test anschließend mit dem anderen Auge durch.
Grafik eines Auges mit einem Port Delivery Systems, Vergrößerung des PDS und eine Nachfüllampulle
In der Studie „SightSpire” wird die Anwendung eines Port Delivery Systems (PDS) mit dem Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF)-Hemmer Ranibizumab bei feuchter AMD untersucht. Copyright: Roche/Genentech

Mit zunehmendem Alter können sich in der Makula – dem wichtigsten Sehbereich im Zentrum der Netzhaut – Ablagerungen bilden und/oder Blutgefäße neu bilden. Dies kann zu einem allmählichen Verlust des Sehvermögens führen. In den letzten Jahren hat die Forschung zur Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) ist an verschiedenen klinischen Studien beteiligt. Aktuell ist eine Teilnahme an Studien zur trockenen und feuchten AMD möglich. 

Würzburg. Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für schwerwiegende Sehstörungen und Erblindung im höheren Lebensalter. Sie betrifft die Makula, den zentralen Bereich der Netzhaut, der für scharfes Sehen verantwortlich ist. In den fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung kann es zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität kommen, da alltägliche Aufgaben wie Lesen, Autofahren oder das Erkennen von Gesichtern zunehmend schwieriger werden. Gerade Linien wirken verzerrt und ein dunkler Fleck rückt ins Zentrum des Gesichtsfeldes.

Die häufigste Form der Erkrankung ist die sogenannte trockene Form der AMD. Sie zeichnet sich durch einen langsamen Untergang der Sinneszellen im Bereich der Makula aus. Diese Form führt über Jahre zu einem schleichenden Verlust des zentralen Sehvermögens jedoch ohne plötzliche Veränderungen. Im Gegensatz dazu tritt die feuchte AMD plötzlich auf und ist weitaus aggressiver. Sie entsteht, wenn neue, krankhafte Blutgefäße unterhalb der Netzhaut wachsen. Diese Gefäße sind oft undicht und geben Flüssigkeit in das umliegende Netzhautgewebe ab. Dadurch werden die Sinneszellen der Makula dauerhaft geschädigt.

Mit ausgewogener Ernährung, Verzicht auf Nikotin, Sonnenbrille mit UV-Schutz und Check-ups beim Augenarzt das Sehvermögen erhalten 

Die genaue Ursache von AMD ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass genetische Faktoren, Rauchen und eine nicht ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen. In Deutschland sind derzeit mehrere Millionen Menschen betroffen, und die Zahl der Erkrankungen nimmt mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung weiter zu. „Das Auftreten und Fortschreiten der Erkrankung sind unter anderem genetisch determiniert, das heißt, ob wir an AMD erkranken, ist in unserer Erbinformation angelegt und somit schicksalhaft“, sagt Privatdozent Dr. Andreas Berlin, Oberarzt in der Augenklinik des UKW. Trotzdem kann man aktiv vorbeugen. Berlin: „Wir empfehlen Nikotinverzicht, denn Raucherinnen und Raucher erkranken häufiger an AMD als Personen, die nicht rauchen. Auch eine ausgewogene Ernährung mit viel grünem Gemüse und das Tragen einer Sonnenbrille mit UV-Schutz können das Fortschreiten von AMD positiv beeinflussen.“

Neue Behandlungsansätze bei geographischer Atrophie, der trockenen Spätform der AMD

Eine Heilung für AMD gibt es derzeit noch nicht. Doch die Forschung hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. In den USA wurden bereits Medikamente für trockene AMD zugelassen, die den Degenerationsprozess verlangsamen. In Europa werden aktuelle Studien zu neuen Therapieansätzen für trockene AMD durchgeführt, insbesondere für die fortgeschrittene Form, die sogenannte geographischen Atrophie. In der SIENNA- und GALAXY Studie wird beispielsweise ein Wirkstoffansatz geprüft, der gezielt in entzündliche Prozesse des Immunsystems eingreift. Das Ziel besteht darin, das Fortschreiten der Degeneration zu verlangsamen und den Verlust der Sehfunktion hinauszuzögern. „Die Daten aus den USA sind vielversprechend und bieten Hoffnung für Betroffene auch hierzulande“, berichtet Andreas Berlin. „Viele Patientinnen und Patienten könnten durch diese neuen Therapien noch länger selbstständig zu Hause leben.“ Auch am UKW haben Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, an den Studien teilzunehmen.

Weniger Spritzen dank Implantat: Neue Perspektiven bei feuchter AMD

Für die Behandlung der feuchten AMD gibt es bereits seit knapp zwei Jahrzehnten zugelassene Therapien. Dabei spielt der Botenstoff „Vaskulärer Endothelialer Wachstumsfaktor“ (VEGF) eine zentrale Rolle. Durch eine Blockade von VEGF kann das unkontrollierte Wachstum neuer, krankhafter Blutgefäße unter der Netzhaut gebremst werden. Da es sich bei AMD um eine chronische Erkrankung handelt, muss das Medikament regelmäßig durch einen Augenarzt oder eine Augenärztin in das Auge injiziert werden. „Gerade für ältere Menschen sind die wiederholten Injektionen eine erhebliche Belastung“, weiß Andreas Berlin.

In einer Studie wird deshalb derzeit ein neuartiges Implantat untersucht, das den VEGF-Hemmer kontinuierlich in das Auge abgibt. Das sogenannte Port-Delivery-System wird mikrochirurgisch eingesetzt und ermöglicht eine konstante Freisetzung des Wirkstoffs über mehrere Monate. „Statt der ein- bis dreimonatlichen Spritzen reicht eine neun- bis zwölfmonatige Nachfüllung des Implantats. Das entlastet sowohl die Betroffenen und deren Angehörigen als auch das ärztliche Personal deutlich. Zudem wird der Wirkstoffpegel im Auge stabil gehalten, was eine bessere Kontinuität der Therapie bedeutet“, schildert Andreas Berlin die Vorteile. Der Augenarzt hat die Entwicklung schon länger verfolgt. „Es gab anfangs ein paar Kinderkrankheiten, doch die sind nun alle behoben, sodass ich diese Zulassungsstudie mit bestem Wissen und Gewissen unseren Patientinnen und Patienten anbieten kann. Ich bin davon überzeugt, dass das neue System für ausgewählte Patientinnen und Patienten eine sinnvolle Alternative zu den ein- bis dreimonatlichen Spritzen ist, und freue mich, dass wir als Studienzentrum ausgewählt wurden.“

Aktuelle Studien zur AMD, die am UKW durchgeführt werden: 

SIENNA-Studie
Die multizentrische Phase-III-Studie SIENNA wird in Europa (u. a. in Deutschland, Österreich, Ungarn und Spanien) durchgeführt und untersucht die Wirkstoffe Pozelimab und Cemdisiran bei Patientinnen und Patienten mit geographischer Atrophie bei trockener AMD. Das Ziel ist, die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Substanzen zu prüfen, die den Krankheitsverlauf möglicherweise verlangsamen können.

GALAXY-Studie
Im Rahmen der Forschung zur trockenen AMD wird außerdem die globale Phase-II-Studie GALAXY durchgeführt, in der der Wirkstoff Xelafaslastat (frühere Bezeichnung: ONL1204) untersucht wird. Ziel der Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit des Wirkstoffs bei geographischer Atrophie zu untersuchen.

Sightspire-Studie
In der internationalen, multizentrischen Phase-IIIb-Studie „Sightspire” wird die Anwendung des Port Delivery Systems (PDS) mit dem neu formulierten Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF)-Hemmer Ranibizumab bei feuchter AMD untersucht. Im Fokus stehen die Wirksamkeit, die Sicherheit und die Anwendererfahrungen mit einem Implantat, das den bewährten Wirkstoff gegen krankhafte Gefäßneubildungen im Auge dauerhaft und kontinuierlich freisetzt und nur alle 36 Wochen nachgefüllt werden muss.

Wie eine AMD entsteht  

Die Sehgrube in der Mitte der Makula ist nicht nur durch ihre gelbe Farbe auffällig – daher wird die Makula auch „gelber Fleck” genannt –, sondern auch durch ihre besondere Anatomie. In dieser sehr kleinen Region der Netzhaut sind besonders viele Zapfenzellen dicht gepackt. Sie sind für das scharfe Sehen und das Erkennen von Farben zuständig. Da die Makula selbst keine Blutgefäße hat, werden die Zapfen über feine Blutgefäße der Aderhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das Pigmentepithel zwischen Aderhaut und Zapfen-Lichtrezeptoren sorgt dabei für einen reibungslosen Stoffwechsel. Mit zunehmendem Alter können sich jedoch schädliche Abbauprodukte zwischen dem Pigmentepithel und der Aderhaut ansammeln. Dies führt zu Ablagerungen unter der Netzhaut, sogenannten Drusen, und langfristig zur Entstehung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). 

AMD-Erklärvideo der Firma Effigos: https://go.effigos.com/AMD

Eine Straße in Würzburg - in der Mitte ist das Bild total verschwommen
So könnten Personen mit AMD eine Straße in der Würzburger Innenstadt wahrnehmen. © Andreas Berlin
Gitter mit Punkt in der Mitte
Amsler-Gitter zur Früherkennung von AMD Bitte betrachten Sie das Gitter in Ihrer üblichen Leseentfernung und verwenden Sie dabei gegebenenfalls Ihre gewohnte Lese- oder Gleitsichtbrille. Decken Sie ein Auge ab und richten Sie Ihren Blick auf den Punkt in der Mitte des Gitters. Stellen Sie fest, dass der Punkt oder zentrale Bildbereiche fehlen, graue Schleier oder dunkle Flecken auftreten, Linien gebogen oder Flächen ungleichmäßig erscheinen, sollten Sie zeitnah eine augenärztliche Untersuchung veranlassen. Gleiches gilt, wenn im Alltag gerade Strukturen plötzlich verzerrt oder verändert wahrgenommen werden. Führen Sie den Test anschließend mit dem anderen Auge durch.
Grafik eines Auges mit einem Port Delivery Systems, Vergrößerung des PDS und eine Nachfüllampulle
In der Studie „SightSpire” wird die Anwendung eines Port Delivery Systems (PDS) mit dem Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF)-Hemmer Ranibizumab bei feuchter AMD untersucht. Copyright: Roche/Genentech

Meilenstein für das UKW: Baufeldfreimachung für das Erweiterungsgelände Nord startet im Herbst 2026

Der Haushaltsausschuss im Bayerischen Landtag hat am 16. April 2026 den Vorabmaßnahmen der Erschließung für das Erweiterungsgelände Nord am Würzburger Uniklinikum zugestimmt

Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow
Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow

Würzburg. Meilenstein für Spitzenmedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW): Der Haushaltsausschuss im Bayerischen Landtag hat am 16. April 2026 den Vorabmaßnahmen der Erschließung für das Erweiterungsgelände Nord am Würzburger Uniklinikum zugestimmt. Bereits im Februar gab es ein entsprechendes Votum des Ministerrates. Damit kann die Baufeldfreimachung für das Großprojekt im kommenden Herbst starten. Hierfür wird ein Budget von 102,4 Millionen Euro bereitgestellt. Im Anschluss an die Erschließung können dann die Hochbauarbeiten für den ersten Bauabschnitt des neuen Klinikkomplexes beginnen.

Neubau führt Klinikbereiche zusammen

Der erste Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord des UKW mit rund 270 Betten wird zukünftig für die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die Augenklinik (beide bisher in der Kopfklinik) und die Frauenheilkunde entsprechende Operationssäle, Intensivpflegeplätze und Zentraleinrichtungen auf einer Nutzungsfläche von insgesamt ca. 30.000 Quadratmetern Platz bieten. Damit werden modernste Räumlichkeiten geschaffen, mit denen die jetzigen Flächen aus den 1970er (Kopfklinik) bzw. 1930er Jahren (Frauenklinik) ersetzt werden.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume betont: „Das ist der Start für ein echtes Generationenprojekt. Nordbayerns größte Baumaßnahme kann im Herbst starten. Nach dem Ministerrat hat nun auch der Haushaltsausschuss den Weg frei gemacht. Herzlichen Dank für das Votum. Die Weiterentwicklung des Universitätsklinikums Würzburg ist ein Vorzeigeprojekt der universitären Spitzenmedizin – die Staatsregierung treibt das mit voller Kraft voran. Auch künftig wollen wir am UKW für die kommenden Generationen eine hochwertige medizinische und zeitgemäße Patientenversorgung gewährleisten und Forschung und Lehre auf höchstem Niveau anbieten.“

Nach dem Votum des Ministerrats im Februar ist die Entscheidung des Haushaltsauschuss ein weiterer wichtiger Meilenstein: Er sichert auch in Zukunft Spitzenmedizin am UKW. Durch die Norderweiterung können wir die Leistungsstärke der Würzburger Universitätsmedizin in den kommenden Jahrzehnten weiter ausbauen,“ betont Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW. Der Dank des UKW gilt dabei allen, die an dieser Zukunftsentscheidung mitgewirkt haben: Dazu zählen neben dem Wissenschaftsministerium und der weiteren beteiligten Ministerien auch zahlreiche Landtagsabgeordnete, die sich in diesen Prozess eingebracht haben. Die Entscheidung des Hauhaltsauschusses für die Baufeldfreimachung sei ein großartiger Impuls für Forschung, Lehre und Innovation sowie die Sicherstellung der universitären Maximalversorgung in Unterfranken und den angrenzenden Regionen.

Wir freuen uns sehr über die große Unterstützung des Freistaates Bayern bei diesem Projekt. Nach einer intensiven Planungsphase kann mit der Erschließung des Baufeldes bald die erste sichtbare Etappe für den Neubau gestartet werden“, sagt Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW. Er dankt auch dem Staatlichen Bauamt Würzburg und den beteiligten Fachabteilungen des UKW für die enge Zusammenarbeit bei diesem Mammut-Projekt. 

Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät in Würzburg und Vorstandsmitglied des Universitätsklinikum Würzburg, erklärt: „Diese Entscheidung ist ein weiterer Impuls zur Stärkung der Universitätsmedizin. Der sehr starke biomedizinische Forschungsstandort Würzburg wird damit erneut in seiner exzellenten Entwicklung bestätigt.“

Umfangreiche Erschließungsmaßnahmen für den Neubau nötig

Bevor der erste Bauabschnitt starten kann, ist eine umfangreiche Baufeldfreimachung nötig, für die es jetzt grünes Licht gab. Dazu zählen etwa die Errichtung eines Ersatzparkplatzes für die Dauer der Bauphase und eines Interims-Hubschrauberlandeplatzes, Oberbodenabtrag und Teilaushub, die Errichtung von Trafostationen zur Baustromversorgung, die Herstellung von Baustraßen außerhalb des Baufeldes und die Verlegung von Wasser- und Gasleitungen. Das Projekt auf dem Erweiterungsgelände Nord des UKW ist eine der größten Baumaßnahmen in Bayern.

Verlagerung der Parkplätze als erste Maßnahme

Die Verlagerung der Parkplätze und des Hubschrauberlandeplatzes ist nötig, da der künftige Neubau auf den Flächen entsteht, die aktuell hierfür genutzt werden. Wenn diese Ersatzflächen in Betrieb genommen werden, wird mit den Vorab-Aushubarbeiten begonnen. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes sollen die Interimsplätze dann wieder zurückgebaut werden und das Parken ist dann wieder in direkter Nähe der Klinikgebäude möglich.

 

Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow
Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow