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Medizinische Angaben gegenüber KI oft lückenhaft

Eine neue Studie zeigt: Schildern Menschen ihre Krankheitssymptome einer KI statt ärztlichem Fachpersonal, sinkt die Qualität ihrer Angaben. Dies gefährdet die Genauigkeit digitaler Diagnosen und die Patientensicherheit.

 

Symbolbild zur künstlichen Intelligenz: Arzt am Bildschirm
Auch in der Medizin spielt Künstliche Intelligenz eine immer stärkere Rolle. Patientinnen und Patienten stellt dies vor besondere Herausforderungen. (Bild: elenabsl / Adobe Stock)

Gut möglich, dass in naher Zukunft Menschen einer KI ihre Symptome schildern müssen, bevor sie einen Arzttermin erhalten. Die KI entscheidet dann, ob es sich um einen Notfall handelt oder ob die Behandlung noch warten kann, und vergibt dementsprechend Termine.

So weit ist es glücklicherweise noch nicht, doch auch im Gesundheitswesen schreitet die Digitalisierung rasant voran. KI-Chatbots und digitale Symptom-Checker übernehmen eine immer wichtigere Rolle und dienen zunehmend als erste Anlaufstelle für die sogenannte „Self-Triage“ – also die erste Einschätzung der Dringlichkeit einer Behandlung durch die Betroffenen selbst.

Doch während die technische Leistungsfähigkeit dieser Systeme stetig wächst, rückt ein anderer Faktor in den Fokus der Forschung: das menschliche Kommunikationsverhalten im Dialog mit der Maschine. Denn selbst die beste Technik, insbesondere in der medizinischen Diagnostik, ist auf präzise Informationen angewiesen, die Nutzende jedoch nicht immer im vollen Umfang bereitstellen.

Menschliche Zurückhaltung bremst das Potenzial der KI aus

Das ist das zentrale Ergebnis einer jetzt in der Fachzeitschrift Nature Health veröffentlichten Studie. Verantwortlich dafür sind Professor Wilfried Kunde, Inhaber des Lehrstuhls für Psychologie III der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), und Moritz Reis, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an diesem Lehrstuhl. Daran beteiligt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der University of Cambridge sowie des Helios Klinikums Emil von Behring und vom Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin.

„Die 500 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer hatten die Aufgabe, simulierte Symptomberichte für zwei weit verbreitete Krankheitsbilder – ungewöhnliche Kopfschmerzen und Grippe – zu verfassen“, beschreibt Erstautor Moritz Reis das Studien-Design. Dabei wurden sie in dem Glauben gelassen, dass ihre Berichte entweder von einem KI-Chatbot oder einem menschlichen Arzt gelesen würden. Ziel war es, die Qualität dieser Berichte im Hinblick auf ihre Eignung für eine medizinische Dringlichkeitseinschätzung zu untersuchen.

Qualitätsverlust zeigt sich in geringerer Detailtiefe

Die zentrale Erkenntnis: Glaubten die Teilnehmenden, mit einer Künstlichen Intelligenz zu kommunizieren, verschlechterte sich die Eignung ihrer Schilderungen für eine medizinische Ersteinschätzung messbar im Vergleich zur Interaktion mit vermeintlichem ärztlichem Fachpersonal. Dieser Effekt war sogar bei jenen Teilnehmenden zu sehen, die zum Zeitpunkt der Befragung tatsächlich unter den entsprechenden Symptomen litten.

Dieser Qualitätsverlust zeigt sich direkt in der Detailtiefe der Berichte. Während die Beschreibungen gegenüber Fachkräften im Durchschnitt 255,6 Zeichen umfassten, waren es bei Chatbots lediglich 228,7 Zeichen.

Auch wenn ein Unterschied von 28 Zeichen nach wenig klingt, ist er nach Aussagen des Forschungsteams von Bedeutung und kann zur Folge haben, dass selbst hochleistungsfähige KI-Modelle am Ende falsche medizinische Ratschläge geben. Schließlich scheitern auch diese an der medizinischen Einordnung, wenn Patientinnen und Patienten nicht alle wesentlichen Informationen mitteilen. Der Erfolg digitaler Erstberatung hängt nämlich weniger von der Rechenleistung ab als von der menschlichen Bereitschaft zur detaillierten Schilderung.

Psychologische Barrieren: Die Sorge vor der „Einheitsdiagnose“

Doch warum verhalten sich Menschen gegenüber Maschinen so zurückhaltend? Ein wesentlicher Grund ist vermutlich die sogenannte „Vernachlässigung der Einzigartigkeit“ (Uniqueness Neglect). „Viele Menschen nehmen an, dass eine KI die individuellen Besonderheiten ihrer persönlichen Situation nicht erfassen kann und stattdessen lediglich standardisierte Muster abgleicht“, erklärt Wilfried Kunde.

Zusätzlich führen Skepsis gegenüber der Diagnosefähigkeit von Algorithmen sowie Datenschutzbedenken dazu, dass Angaben oft abgekürzt oder vage gehalten werden. Moritz Reis bringt die menschliche Komponente so auf den Punkt: „Wenn wir einer Maschine nicht zutrauen, unsere Einzigartigkeit zu verstehen, enthalten wir ihr unbewusst die Informationen vor, die sie für eine präzise Hilfe bräuchte.“ Dieser psychologische Filter sorge dafür, dass medizinisch relevante Details gar nicht erst im System ankommen und die Diagnosequalität sinkt.

Den Dialog mit der Maschine verbessern

Die Forschungsergebnisse zeigen nach Ansicht des Forschungsteams deutlich, dass die technische Weiterentwicklung der KI allein nicht ausreicht. Eine mögliche Lösung sehen sie deshalb in einer klugen Gestaltung der Benutzeroberflächen.

Um die Qualität der Symptomberichte zu steigern, sollten Entwicklerinnen und Entwickler konkrete Beispiele für hochwertige Beschreibungen bereitstellen und die KI so programmieren, dass sie fehlende Details aktiv und gezielt nachfragt. Nur wenn Nutzende dazu ermutigt werden, reichhaltige Informationen zu liefern, können Fehlbehandlungen vermieden und das Gesundheitssystem effektiv entlastet werden.

Originalpublikation

Reduced Symptom Reporting Quality During Human-Chatbot Versus Human-Physician Interactions, Moritz Reis, Florian Reis, Yeun Joon Kim, Aylin Demir, Jess Lim, Matthias I. Gröschel, Sebastian D. Boie, Wilfried Kunde. Nature Health, DOI: 10.1038/s44360-026-00116-y 

Kontakt

Moritz Reis, Lehrstuhl für Psychologie III, T: +49 931 31-81904,  moritz.reis@ uni-wuerzburg.de 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 05.05.2026

Symbolbild zur künstlichen Intelligenz: Arzt am Bildschirm
Auch in der Medizin spielt Künstliche Intelligenz eine immer stärkere Rolle. Patientinnen und Patienten stellt dies vor besondere Herausforderungen. (Bild: elenabsl / Adobe Stock)

Die Myelom-Weltelite traf sich in Würzburg

Beim „7th Würzburg Myeloma Workshop“ des Uniklinikums Würzburg tauschten sich international führende Forscherinnen und Forscher über aktuelle Erkenntnisse zum Multiplen Myelom aus.

 

Gruppenfoto von Referentinnen und Referenten sowie Sitzungsleiterinnen und -leiter des 7. Würzburger Myelom-Workshops vor einem Gebäude..
Die Referentinnen und Referenten sowie Sitzungsleiterinnen und -leiter des 7. Würzburger Myelom-Workshops. © Benedikt Knüttel / UKW

Würzburg. Vom 23. bis 25. April dieses Jahres veranstaltete die Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) den 7. Würzburger Myelom-Workshop. Rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt nutzten die renommierte Fachkonferenz, um sich über neue wissenschaftliche und therapeutische Erkenntnisse zum Multiplen Myelom zu informieren.

Myelom-Zellen manipulieren ihre Mikroumgebung

Dabei lieferten die Referierenden unter anderem Neuigkeiten zur Tumorbiologie der bösartigen Erkrankung des Knochenmarks und verdeutlichten die Interaktion der Myelom-Zellen mit ihrer Mikroumgebung. „Wichtig ist hier vor allem die Entdeckung, dass die Tumorzellen mit dem Knochenmark, in dem sie sich ansiedeln, intensive Austauschprozesse pflegen. Diese verändern das lokale Mikromilieu so, dass das Knochenmark das Tumorwachstum unterstützt“, schildert Prof. Dr. Hermann Einsele. Als Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW und international anerkannter Myelom-Experte fungierte er erneut als Hauptorganisator und zentraler Motor des Workshops. Als Co-Organisatoren unterstützten ihn dabei die Oberärzte Prof. Dr. Martin Kortüm und Prof. Dr. Leo Rasche.

Multiples Myelom ist nicht mehr als „unheilbar“ einzustufen

Nach Einseles Worten gab es auch zu den Behandlungsmöglichkeiten spannende Nachrichten. So ermöglicht die Quadrupeltherapie, die jetzt zusammen mit der Transplantation den neuen Therapiestandard darstellt, ein krankheitsfreies Überleben von durchschnittlich etwa 17 Jahren. Ferner können neue Therapien – wie bispezifische Antikörper und CAR-T-Zellen – selbst in der Rückfallsituation noch einmal langfristige Remissionen erreichen. „Aus unserem Workshop lässt sich meiner Meinung nach die Botschaft ableiten, dass das Myelom nicht mehr als unheilbare Erkrankung anzusehen ist, sondern dass wir mit den modernen Therapien eine lange Remissionsdauer, ja Heilung erreichen können“, unterstreicht der Klinikdirektor. 

In diesem Zusammenhang wurden bei der zweitägigen Veranstaltung im Rudolf-Virchow-Zentrum auf dem UKW-Campus auch Fragen diskutiert, wie: Wie lässt sich Heilung definieren? Mit welchen Biomarkern kann eine Heilung vorhergesagt werden? Und wie lassen sich die Nebenwirkungen der aktuell eingesetzten Therapien beherrschen und vermindern?

Zum Abschluss richteten vor allem Würzburger Fachleute in ihren Beiträgen den Blick auf die Immuntherapie der Zukunft, die verspricht, noch wirksamer und nachhaltiger zu sein.

„Es freut uns sehr, dass wir am Ende von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein durchgehend positives Feedback erhalten haben – zu den ausgewählten Themen, zu den Sprecherinnen und Sprechern, zu den Diskussionen sowie zum Rahmenprogramm“, zeigt sich Einsele rundum zufrieden. In diesem Zusammenhang lobte der Professor auch die perfekte Veranstaltungsorganisation und die hochengagierte Betreuung der internationalen Gäste durch Gabriele Nelkenstock und ihr Team von G&N Eventmanagement.

Text: Pressestelle / UKW

Impressionen vom 7th Würzburg Myeloma Workshop: Zur Bildergalerie

Gruppenfoto von Referentinnen und Referenten sowie Sitzungsleiterinnen und -leiter des 7. Würzburger Myelom-Workshops vor einem Gebäude..
Die Referentinnen und Referenten sowie Sitzungsleiterinnen und -leiter des 7. Würzburger Myelom-Workshops. © Benedikt Knüttel / UKW

Welche Hygienemaßnahmen schützen am besten vor Krankenhauskeimen?

NUM-Projekt PREVENT untersucht wie sich Blutstrominfektionen verursacht durch Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) verhindern lassen

Porträt von Stefanie Kampmeier, die Professorin trägt die dunklen Haare im Pferdeschwanz, einen blauen Blazer und weißes T-Shirt
Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der zentralen Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Uniklinikum Würzburg (UKW), initiierte im NUM-Fachnetzwerk Infektionen (SNID), dessen Co-Sprecherin sie ist, die Studie PREVENT (Prevention of bloodstream infections with vancomycin resistant enterococci). © Franziska Kammer / UKW
Links eine Frau in gelbem Schutzkittel mit Maske, Haube und Handschuhen, rechtes ein Spender mit Händedesinfektionsmittel und Arme, die das Gerät bedienen.
In der Beobachtungsstudie PREVENT wird der Einfluss der verschiedenen Hygienemaßnahmen auf VRE-Blutstrominfektionen geprüft. Dabei wendet jede der 22 teilnehmenden Universitätskliniken konsequent die Maßnahme an, die bei ihr derzeit Standard ist. Einige Kliniken setzen die sogenannte Handschuh-Kittel-Pflege um, andere isolieren die Patienten konsequent auf allen Stationen und wieder andere nur in Hochrisikobereichen. Einige Kliniken setzen keine dieser Maßnahmen um, achten lediglich auf eine gründliche Händedesinfektion. © Collage Salih Usta / UKW / Canva

Obwohl Enterokokken natürliche Darmbewohner sind, gelten Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) als typische multiresistente Krankenhauskeime. Sie treten vor allem in Kliniken und Pflegeeinrichtungen auf, wo sie durch Faktoren wie immungeschwächte Patientinnen und Patienten, den häufigen Einsatz von Antibiotika und invasive Eingriffe begünstigt werden. Die neue Studie PREVENT im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) untersucht, wie häufig Blutstrominfektionen durch VRE auftreten und welche Faktoren – etwa der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten, die Behandlung oder die eingesetzten Hygienemaßnahmen im Krankenhaus – dabei eine Rolle spielen. Ziel ist es, herauszufinden, welche Maßnahmen wirklich wirksam sind, um Infektionen besser zu verhindern. Initiiert wurde die Studie, an der 22 Universitätskliniken teilnehmen, von Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der Zentralen Einrichtung für Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Uniklinikum Würzburg (UKW).

Würzburg. Enterokokken gehören zur natürlichen Darmflora und sind für die meisten Menschen harmlos. Problematisch können die widerstandsfähigen Bakterien jedoch werden, wenn sie in das Blut, die Harnwege oder Wunden gelangen und dort Infektionen verursachen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn körpereigenen Abwehrkräfte geschwächt sind. Verkompliziert wird die Situation, wenn Enterokokken gegen Antibiotika resistent sind, beispielsweise gegen Vancomycin. Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) bergen eine große Gefahr in Krankenhäusern. Denn hier treffen viele Risikofaktoren zusammen: immunsupprimierende Therapien, häufige Antibiotikagaben, die Resistenzen fördern, sowie medizinische Eingriffe, die zusätzliche Eintrittspforten für die Erreger schaffen. Gelangen VRE in den Blutkreislauf, können sie eine Blutstrominfektion auslösen, die zu einer Sepsis führen kann. Dabei handelt es sich um eine überbordende Entzündungsreaktion, die im schlimmsten Fall zu einem Multiorganversagen führt. 

Studie PREVENT wird im Rahmen des NUM-Fachnetzwerks Infektionen (SNID) gefördert

Das A und O ist also die Verhinderung dieser lebensgefährlichen VRE-Blutstrominfektionen. „PREVENT - Prevention of bloodstream infections with vancomycin resistant enterococci“ - heißt daher auch das neue Projekt im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM). Initiiert wurde die multizentrische Studie von Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der zentralen Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Uniklinikum Würzburg (UKW). Die Professorin für Krankenhaushygiene ist Fachärztin sowohl für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie als auch für Hygiene und Umweltmedizin. Vor kurzem wurde sie zur Sektionssprecherin des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) gewählt, das sich im Rahmen des Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin (BZI) mit der kontinuierlichen Überwachung relevanter Erreger unter Einsatz moderner molekularer und datenbasierter Methoden befasst. Last but not least ist Stefanie Kampmeier Co-Sprecherin des NUM-Fachnetzwerkes Infektionen (SNID - Specialty Network Infectious Diseases).

„Wer bedankt sich schon dafür, dass er sich im Krankenhaus nicht mit einem multiresistenten Erreger angesteckt hat?“

Dass ihr PREVENT-Projekt nun zu den sechs Studien gehört, die im SNID vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert werden, freut Stefanie Kampmeier ganz besonders. Dies ist ein großer Erfolg. Hygiene führe oft ein Schattendasein, da sie von vielen als selbstverständlich hingenommen wird. „Wer bedankt sich schon dafür, dass er sich im Krankenhaus nicht mit einem multiresistenten Erreger angesteckt hat?“, fragt Stefanie Kampmeier. Dabei ist es eben nicht selbstverständlich. Zudem sind viele Faktoren zur Ursache, Entstehung, Verbreitung und Vermeidung noch nicht geklärt.

Mehr Evidenz für die Ausarbeitung nationaler Handlungsempfehlungen zum hygienischen Umgang mit VRE

Die Projektleiterin zählt die Ziele von PREVENT auf: „Zunächst schauen wir uns an, wie häufig Patientinnen und Patienten in deutschen Universitätskliniken Blutstrominfektionen durch VRE bekommen. Anschließend untersuchen wir, welche Faktoren – von den Patientinnen und Patienten über die Erregerstämme bis hin zur Krankenhausorganisation – das Risiko beeinflussen. Hierbei interessiert uns insbesondere, welchen Einfluss Hygienemaßnahmen und der kontrollierte Einsatz von Antibiotika auf eine VRE-Blutstrominfektion haben. Außerdem analysieren wir, welche prognostischen Faktoren den Krankheitsverlauf bei den Betroffenen bestimmen.“

Am Ende erhofft sich das Studienteam mehr Evidenz für die Ausarbeitung nationaler Handlungsempfehlungen zum hygienischen Umgang mit VRE in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen. 

Unterschiedliche Hygienemaßnahmen, Auffassungen und Umsetzungen 

Die Handlungsempfehlungen des Robert Koch-Instituts, die von der Kommission für Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen sowie in Einrichtungen und Unternehmen der Pflege und Eingliederungshilfe (KRINKO) herausgegeben werden sind Kampmeier zufolge im Augenblick noch sehr generisch formuliert. Entsprechend unterschiedlich werden die Hygienemaßnahmen in Kliniken und Krankenhäusern sowie auf den einzelnen Stationen umgesetzt.

„Wenn wir von Hygiene sprechen, dann meinen wir damit eher Bündelmaßnahmen zur Infektionsprävention“, sagt Stefanie Kampmeier. Dazu gehört zum Beispiel die Isolierung von Patientinnen und Patienten bei einem Nachweis von multi-resistenten oder hoch-infektiösen Krankheitserregern. Hinzu kommen Flächendesinfektionsmaßnahmen, die Einbindung von Patientinnen und Patienten, beispielsweise in die Händedesinfektion, sowie das Tragen von Schutzkleidung wie Kittel und Handschuhe. Jeder handele anders. Und selbst wenn alle von Schutzkleidung reden, ist nicht zwingend klar, ob dasselbe gemeint ist.

Das UKW setzt aktuell auf weniger Isolation und mehr Händedesinfektion und Monitoring – mit Erfolg

Als Stefanie Kampmeier im Juli 2023 ans UKW kam, wurden Patientinnen und Patienten nach Stammzelltransplantationen sowie schwerkranke Personen mit VRE-Nachweis isoliert. In Absprache mit den einzelnen Kliniken setzte Kampmeier durch, dass niemand mehr isoliert wird, dafür aber die basishygienischen Maßnahmen und das Monitoring intensiviert werden. „Tatsächlich sind bei uns die Blutstrominfektionen gesunken“, freut sich Kampmeier. Ihre Begründung: „Wenn ich Patienten mit multiresistenten Keimen isolieren muss und mir bei jedem Kontakt die komplette Schutzausrüstung anziehen muss, verliere ich sehr viel Zeit, die ich besser am und mit dem Patienten verbringen könnte. Je häufiger ich den Patienten sehe, desto schneller kann ich auf Verschlechterungen reagieren." Auch der psychologische Nutzen für die Patienten sei nicht zu unterschätzen. „Im Moment gibt uns der Erfolg Recht“, sagt Kampmeier. „Doch auf die bundesweite stationäre Versorgung bezogen, fehlt noch der wissenschaftliche Beleg, welche Maßnahmen wirklich nützen, um VRE-Infektionen zu verhindern.”

Ganzgenomsequenzierung der Erreger

Auch die Erreger selbst sollen untersucht werden. Mithilfe von Ganzgenomsequenzierungen sollen genetische Fingerabdrücke der Erreger erstellt und Risikoprofile identifiziert werden, um aus diesen gezielte Präventionsmaßnahmen abzuleiten. 

„Es gibt so viele spannende Aspekte, die zur interdisziplinären Infektionsprävention beitragen und ganzheitlich Mensch und Erreger mit einbeziehen sollten. Genau das macht meine und unsere gemeinsame Arbeit so reizvoll“, sagt Stefanie Kampmeier. 

Deutsche Universitätskliniken bündeln ihre Forschungsaktivitäten für besseres Krisenmanagement und schnelle praxisrelevante Erkenntnisse 

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit der Universitätsmedizin für eine schnelle und koordinierte klinische Forschung zur Pandemie Preparedness ist. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2020 das NUM gegründet. In diesem Netzwerk bündeln die deutschen Universitätskliniken ihre Forschungsaktivitäten und bauen gemeinsame Infrastrukturen für multizentrische Studien auf. Das NUM-Studiennetzwerk bildet das Herzstück dieser Zusammenarbeit und stellt organisatorische und methodische Strukturen für klinische Studien bereit. Ergänzt wird es durch drei thematische Fachnetzwerke (Infektionen, Intensivmedizin und Schlaganfall), in denen Expertinnen und Experten verschiedener Standorte ihre wissenschaftliche und klinische Expertise zu spezifischen Krankheitsfeldern zusammenführen. 

Über das NUM Studiennetzwerk (NUM SN) und seine Fachnetzwerke im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM)

Das NUM Studiennetzwerk ist eine zentrale Initiative, entstanden als spezialisierte Forschungsinfrastruktur innerhalb des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM). Im NUM führen erstmalig alle 37 deutschen Standorte der Universitätsmedizin gemeinsam große interdisziplinäre klinische Forschungsprojekte durch. Ziel des NUM Studiennetzwerks ist die Optimierung von Prozessen, die Vernetzung von Akteur*innen und die Beschleunigung der klinischen und klinisch-epidemiologischen Forschung in Deutschland. Die drei Fachnetzwerke im NUM Studiennetzwerk erheben standardisiert klinische Forschungsdaten und sammeln Bioproben, um einen standortübergreifenden Datenpool im jeweiligen Fachbereich aufzubauen.

Text: Kirstin Linkamp / Wissenschaftskommunikation

Porträt von Stefanie Kampmeier, die Professorin trägt die dunklen Haare im Pferdeschwanz, einen blauen Blazer und weißes T-Shirt
Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der zentralen Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Uniklinikum Würzburg (UKW), initiierte im NUM-Fachnetzwerk Infektionen (SNID), dessen Co-Sprecherin sie ist, die Studie PREVENT (Prevention of bloodstream infections with vancomycin resistant enterococci). © Franziska Kammer / UKW
Links eine Frau in gelbem Schutzkittel mit Maske, Haube und Handschuhen, rechtes ein Spender mit Händedesinfektionsmittel und Arme, die das Gerät bedienen.
In der Beobachtungsstudie PREVENT wird der Einfluss der verschiedenen Hygienemaßnahmen auf VRE-Blutstrominfektionen geprüft. Dabei wendet jede der 22 teilnehmenden Universitätskliniken konsequent die Maßnahme an, die bei ihr derzeit Standard ist. Einige Kliniken setzen die sogenannte Handschuh-Kittel-Pflege um, andere isolieren die Patienten konsequent auf allen Stationen und wieder andere nur in Hochrisikobereichen. Einige Kliniken setzen keine dieser Maßnahmen um, achten lediglich auf eine gründliche Händedesinfektion. © Collage Salih Usta / UKW / Canva

MIAI feiert vierten Geburtstag und verlängert Nachbeobachtung bis zum fünften Lebensjahr

Die MIAI-Geburtskohorte ist ein wertvoller Datenschatz: Sie liefert unter anderem Erkenntnisse darüber, wie sich das Immunsystem in den ersten Lebensjahren entwickelt und warum manche Kinder anfälliger für Atemwegsinfektionen sind als andere.

 

Torte mit bunten Smarties und mit einer grünen Kerze in 4-Form auf einer Wiese, drumherum bunte MIAI-Luftballons
Buttercremetorte mit bunten Streuseln zum vierten MIAI-Geburtstag. © Daniel Peter / UKW
Collage von den MIAI-Zwillingen vor 4 Jahren bei der 1-Monats-Untersuchung und heute auf Laufrädern in ihrem Garten
• Die Zwillinge Sophia und Emilia Waxenegger gehören zu den ersten Babys, die 2022 in die MIAI-Geburtskohorte aufgenommen wurden. Vier Jahre später schickten sie per Video dem Studienteam einen Geburtstagsgruß. © Collage A. Wolf / Waxenegger-Wilfing
Das STudienteam steht auf grüner Wiese vor dem ZEMM, in der Mitte hält Dorothee Viemann die Torte in der Hand.
Das Studienteam rund um Prof. Dr. Dorothee Viemann (hier mit Torte) feiert 4 Jahre MIAI. © Daniel Peter / UKW
Die Mutter Hannah Hinz hält im Untersuchungsraum ihren Sohn auf dem Arm, daneben steht das Studienteam in weißer Kluft.
Caspar (1) kam mit seiner Mutter Hannah Hinz im April 2026 zur Ein-Jahres-Untersuchung in die Studienambulanz, links die Studienärztin Dr. Judith Wohlleben, rechts Mara Ullrich, studentische Hilfskraft. © Kirstin Linkamp / UKW

Würzburg. Die Zwillinge Sophia und Emilia Waxenegger gehören nicht nur zu den ersten MIAI-Babys, sondern auch zu den ersten Gratulantinnen. Wie MIAI feiern die Mädchen im Mai ihren vierten Geburtstag. Direkt nach ihrer Geburt in der Würzburger Frauenklinik wurden Sophia und Emilia in die Geburtskohorte aufgenommen und nach einem, sechs und zwölf Monaten in der MIAI-Studienambulanz der Kinderklinik untersucht. Neu ist, dass die beiden in einem Jahr zu einer weiteren Untersuchung kommen dürfen. Die Kohorte wurde auf fünf Jahre verlängert. Das bedeutet, dass Prof. Dr. Dorothee Viemann, Inhaberin des Lehrstuhls für Translationale Pädiatrie der Kinderklinik am Uniklinikum Würzburg (UKW) und Leiterin der MIAI-Studie, sich gemeinsam mit ihrem Team nun ein noch umfassenderes Bild von der Entwicklung des Immunsystems machen kann.

MIAI steht für „Maturation of Immunity Against Influenza”

Das Studienteam um Dorothee Viemann will mithilfe der in der MIAI-Geburtskohorte gesammelten Daten, Untersuchungsergebnisse und Bioproben verstehen, wie Kinder in den ersten Lebensjahren lernen, sich gegen Viren wie Influenza, RSV oder SARS-CoV-2 zu verteidigen. MIAI steht für „Maturation of Immunity Against Influenza” (Entwicklung des Immunsystems gegen Virusinfektionen der Atemwege). Virale Atemwegsinfektionen sind nach wie vor ein großes weltweites Problem und verursachen zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle. 

Wie gut sich unser Immunsystem zur Abwehr solche Virusinfektionen entwickelt, hängt neben genetischen Faktoren vor allem von Umwelteinflüssen ab. Welche Umweltfaktoren die Immunreifung fördern und welche sie stören, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Zudem muss noch erforscht werden, welche Komponenten und Zellen des Immunsystems bei Neugeborenen und Kindern wichtig sind, um schwere Atemwegsinfektionen zu verhindern. Das MIAI-Team untersucht beispielsweise, welche Rolle der sozioökonomische Hintergrund, die Anzahl der Familienmitglieder, der Besuch von Kinderkrippen, Impfungen, Infektionen und die Ernährung bei der frühen Entwicklung von Immunantworten spielen. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Bildung des Mikrobioms – also der Gesamtheit der Mikroorganismen im Körper – und der Entwicklung der Immunität gegen diese Virusinfektionen nach der Geburt gibt.

Hohe Zufriedenheit und langfristige Unterstützung der Eltern und Familien in der MIAI-Studie

In den ersten vier Jahren hat das Team insgesamt 277 Kinder in die MIAI-Studie aufgenommen. 49 Prozent von ihnen sind weiblich, 51 Prozent männlich. Unter ihnen befinden sich acht Zwillingspaare und inzwischen auch drei Geschwister. 238 der MIAI-Kinder sind bereits über ein Jahr alt. Insgesamt wurden 4.800 Proben fachgerecht gesichert, gesammelt und aufbewahrt.  Auch die Studienakzeptanz ist beachtlich: Über 90 Prozent der Familien bleiben aktiv in der Studie und zeigen sich äußerst zufrieden mit der Teilnahme. Sie schätzen die Möglichkeit, einen wichtigen Beitrag zur Forschung zu leisten, und sind bereit, das MIAI-Team weiterhin zu unterstützen. „Ihre engagierte Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs unserer Studie und hilft uns, die medizinischen Erkenntnisse weiter zu vertiefen und die präventive Versorgung zu verbessern”, sagt Dorothee Viemann und dankt sowohl den Eltern als auch den Kindern.

Stoffwechsel von Immunzellen verändert sich mit dem Alter - von der oxidativen Phosphorylierung zur Glykolyse

Die bisherigen Publikationen im Rahmen der MIAI-Studie verdeutlichen das Potential des Datenschatzes. So flossen zum Beispiel die umfangreichen MIAI-Daten in eine Studie ein, die 2024 in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications  publiziert wurde. Die Studie zeigt, dass Neugeborene einen anderen Stoffwechselmechanismus als Erwachsene nutzen, um ihr Immunsystem zu entwickeln. Blutmonozyten von Neugeborenen gewinnen ihre Energie hauptsächlich durch oxidative Phosphorylierung. Dieser Prozess ist für die weitere Differenzierung der Zellfunktionen nach der Geburt notwendig. Erst durch die Umweltexposition des Immunsystems wird der Stoffwechsel neonataler Monozyten mit zunehmendem Alter auf den erwachsenen Stoffwechseltyp, die Glykolyse, umprogrammiert. Eine vorzeitige Umstellung könnte negative Folgen haben. Damit leisten die Forschenden einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des Sepsisrisikos und zur Entwicklung möglicher neuer Schutzmaßnahmen für Neugeborene. Die Sepsis ist nämlich weltweit immer noch eine der häufigsten Todesursachen bei Neugeborenen (Pressemeldung).

Zukunftsperspektiven der MIAI-Studie: Der Weg zur präventiven Medizin

Ein zentrales Ziel für die Zukunft ist es, eine Immundiagnostik für die Kinderheilkunde zu etablieren, die frühzeitig vorhersagt, ob sich das Immunsystem eines Kindes gesund entwickelt oder gezielt unterstützt werden sollte, um langfristige Gesundheit zu fördern. „Dazu wollen wir insbesondere Immunzellen in frühen Lebensphasen untersuchen, um ungünstige Zelldifferenzierungen zu identifizieren, die langfristig mit einer erhöhten Infektanfälligkeit einhergehen können. So wollen wir präzisere Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich das Immunsystem gezielt stärken lässt“, erklärt Dorothee Viemann. Langfristig verfolgt MIAI das Ziel, eine neue Ära der Medizin einzuleiten, in der Krankheiten nicht nur behandelt, sondern möglichst frühzeitig verhindert werden.

„Durch die Analyse aller verfügbaren Metadaten wollen wir spezifische Muster erkennen, die Hinweise darauf geben, welche biologischen Signale und zelluläre Zusammensetzungen eine Rolle spielen, Krankheitsprozesse zu verhindern“, kommentiert Prof. Dr. Christoph Härtel, Direktor der Kinderklinik am UKW. „Die präventive Medizin steht im Mittelpunkt unserer Vision. Unser Ziel ist es, diese Erkenntnisse in eine grundlegende Verbesserung der medizinischen Versorgung zu überführen.“ 

Die Studie ist damit also noch lange nicht abgeschlossen. Am liebsten möchte das Studienteam Sophia, Emilia und die zahlreichen weiteren MIAI-Kinder möglichst auch durch die Pubertät begleiten. In dieser Phase wird im Immunsystem nochmals vieles neu geordnet.

Zur Studienwebseite

Zum Geburtstagsvideo auf dem UKW-Youtube-Kanal

Text: Kirstin Linkamp / Wissenschaftskommunikation

Torte mit bunten Smarties und mit einer grünen Kerze in 4-Form auf einer Wiese, drumherum bunte MIAI-Luftballons
Buttercremetorte mit bunten Streuseln zum vierten MIAI-Geburtstag. © Daniel Peter / UKW
Collage von den MIAI-Zwillingen vor 4 Jahren bei der 1-Monats-Untersuchung und heute auf Laufrädern in ihrem Garten
• Die Zwillinge Sophia und Emilia Waxenegger gehören zu den ersten Babys, die 2022 in die MIAI-Geburtskohorte aufgenommen wurden. Vier Jahre später schickten sie per Video dem Studienteam einen Geburtstagsgruß. © Collage A. Wolf / Waxenegger-Wilfing
Das STudienteam steht auf grüner Wiese vor dem ZEMM, in der Mitte hält Dorothee Viemann die Torte in der Hand.
Das Studienteam rund um Prof. Dr. Dorothee Viemann (hier mit Torte) feiert 4 Jahre MIAI. © Daniel Peter / UKW
Die Mutter Hannah Hinz hält im Untersuchungsraum ihren Sohn auf dem Arm, daneben steht das Studienteam in weißer Kluft.
Caspar (1) kam mit seiner Mutter Hannah Hinz im April 2026 zur Ein-Jahres-Untersuchung in die Studienambulanz, links die Studienärztin Dr. Judith Wohlleben, rechts Mara Ullrich, studentische Hilfskraft. © Kirstin Linkamp / UKW

Für eine bessere Versorgung von Kindern mit Seltenen Erkrankungen in der Ukraine

Bei einem Workshop am Uniklinikum Würzburg wurden acht medizinische Fachkräfte aus Lviv in der Versorgung von Kindern mit Seltenen Erkrankungen geschult. Ziel ist der Aufbau eines spezialisierten Rehabilitationszentrums in Würzburgs ukrainischer Partnerstadt.

In der Bildmitte die acht Ärztinnen und Physiotherapeutinnen aus Lviv/Ukraine. Umrahmt werden sie von links von Prof. Helge und Dr. Alexandra Hebestreit sowie Rick und Lindsey Reigle – und von rechts von Tetiana Gudyma, Aliona Kuznetsova, Claire Harrison und Sage Hancock (alle vier von „Birds for Sofia“). Foto: Christoph Bethge
In der Bildmitte die acht Ärztinnen und Physiotherapeutinnen aus Lviv/Ukraine. Umrahmt werden sie von links von Prof. Helge und Dr. Alexandra Hebestreit sowie Rick und Lindsey Reigle – und von rechts von Tetiana Gudyma, Aliona Kuznetsova, Claire Harrison und Sage Hancock (alle vier von „Birds for Sofia“). Foto: Christoph Bethge
Die Atemtherapeutin Lindsey Reigle im Gespräch mit Aliona Kuznetsova von der Initiative „Birds for Sofia“. Foto: Sabine Möbius
Die Atemtherapeutin Lindsey Reigle im Gespräch mit Aliona Kuznetsova von der Initiative „Birds for Sofia“. Foto: Sabine Möbius
Zu den praktischen Workshop-Inhalten gehörte auch die Auswahl geeigneter Rollstuhltypen für die von Seltenen Erkrankungen betroffenen Kinder. Foto: Sabine Möbius
Zu den praktischen Workshop-Inhalten gehörte auch die Auswahl geeigneter Rollstuhltypen für die von Seltenen Erkrankungen betroffenen Kinder. Foto: Sabine Möbius

Würzburg. In der westukrainischen Stadt Lviv soll ein Rehabilitationszentrum für Kinder mit Seltenen Erkrankungen entstehen. Unterstützt wird das am Kinderkrankenhaus „Western Ukrainian Specialized Children‘s Center“ angesiedelte Vorhaben von „Birds for Sofia“. Die gemeinnützige Organisation mit Hauptsitz in den USA engagiert sich gezielt für die Versorgung von Kindern mit Seltenen Erkrankungen in der Ukraine. 

Atemtherapie als eines der Kernthemen

„Neben dem Bereitstellen der räumlichen und technischen Ausstattung ist die Weiterbildung der Behandelnden eine essenzielle Voraussetzung für den Erfolg des Projekts“, betont Sage Hancock, Geschäftsführender Direktor von „Birds for Sofia“. Deshalb fand vom 30. April bis zum 3. Mai dieses Jahres am Uniklinikum Würzburg (UKW) ein Workshop für drei Ärztinnen und fünf Physiotherapeutinnen aus der Ukraine statt. Geschult wurden sie vom Physiotherapeuten Rick Reigle und von der Atemtherapeutin Lindsey Reigle – beide aus den USA – sowie von Michael Fleck von der auf Beatmungsgeräte spezialisierten Börgel GmbH aus Limburg. „Atemprobleme sind bei vielen Seltenen Erkrankungen ein Schlüsselfaktor für Verlauf, Prognose und Lebensqualität. Deshalb ist gerade in diesem Bereich eine kompetente Betreuung entscheidend“, erläutert Prof. Dr. Helge Hebestreit, Kinder-Pneumologe und Direktor des Zentrums für Seltene Erkrankungen (ZESE) am UKW. 

Die Fortbildung bestand aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Im praktischen Teil konnte mit sieben ukrainischen Kindern gearbeitet werden, die von zu den Workshop-Inhalten passenden Erkrankungen betroffen sind. Drei davon werden aktuell am UKW behandelt. „Wir sind den Kindern und ihren Eltern sehr dankbar, dass sie diese, in die Zukunft ihres Heimatlandes gerichtete Maßnahme unterstützt haben“, unterstreicht Hebestreit. 

Zum Workshop gehörte ferner ein Besuch des Körperbehindertenzentrums im Würzburger Stadtteil Heuchelhof. 

Würzburg: Partnerstadt und bestehende Kontakte

Dass die Schulung ausgerechnet am UKW stattfand, hat mehrere Gründe. So ist Würzburg seit dem Jahr 2023 eine Partnerstadt von Lviv. Bedeutender ist jedoch, dass hier an eine bereits bestehende Zusammenarbeit angeknüpft werden konnte. So war Dr. Marta Sheremet, eine der ärztlichen Workshop-Teilnehmerinnen, schon mehrfach zu Fortbildungen in Würzburg zu Gast. Hierbei profierte sie unter anderem von der großen Erfahrung des Teams um Dr. Alexandra Hebestreit und Prof. Helge Hebestreit am Christiane Herzog Zentrums für Mukoviszidose der Universitäts-Kinderklinik.

Dr. Sheremet und eine weitere ukrainische Ärztin setzen ihren aktuellen Würzburg-Aufenthalt für zwei weitere Wochen fort und hospitieren in dieser Zeit im ZESE und in der Kinderklinik.

Über „Birds for Sofia“

Die Organisation „Birds for Sofia“ ist nach Sofia, einem Kind mit spinaler Muskelatrophie, benannt, dessen Leben dank umfangreicher Spenden gerettet werden konnte. Um Mittel für Sofias Behandlung zu sammeln, zeichneten und malten rund 1.500 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt Vögel zu ihren Ehren. Inzwischen setzt die Initiative verschiedene Programme um, um weiteren Kindern mit Seltenen Erkrankungen in Osteuropa Zugang zu dringend benötigter medizinischer Versorgung zu ermöglichen. 

www.birdsforsofia.org

 

In der Bildmitte die acht Ärztinnen und Physiotherapeutinnen aus Lviv/Ukraine. Umrahmt werden sie von links von Prof. Helge und Dr. Alexandra Hebestreit sowie Rick und Lindsey Reigle – und von rechts von Tetiana Gudyma, Aliona Kuznetsova, Claire Harrison und Sage Hancock (alle vier von „Birds for Sofia“). Foto: Christoph Bethge
In der Bildmitte die acht Ärztinnen und Physiotherapeutinnen aus Lviv/Ukraine. Umrahmt werden sie von links von Prof. Helge und Dr. Alexandra Hebestreit sowie Rick und Lindsey Reigle – und von rechts von Tetiana Gudyma, Aliona Kuznetsova, Claire Harrison und Sage Hancock (alle vier von „Birds for Sofia“). Foto: Christoph Bethge
Die Atemtherapeutin Lindsey Reigle im Gespräch mit Aliona Kuznetsova von der Initiative „Birds for Sofia“. Foto: Sabine Möbius
Die Atemtherapeutin Lindsey Reigle im Gespräch mit Aliona Kuznetsova von der Initiative „Birds for Sofia“. Foto: Sabine Möbius
Zu den praktischen Workshop-Inhalten gehörte auch die Auswahl geeigneter Rollstuhltypen für die von Seltenen Erkrankungen betroffenen Kinder. Foto: Sabine Möbius
Zu den praktischen Workshop-Inhalten gehörte auch die Auswahl geeigneter Rollstuhltypen für die von Seltenen Erkrankungen betroffenen Kinder. Foto: Sabine Möbius

DGIM prämiert Würzburger App Axia für Bewegungstherapie bei axialer Spondyloarthritis

Peter-Müller-Innovationspreis 2026 für Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) Axia

le Maire und Möckel stehen auf der Bühne und halten die Urkunde in den Händen
Maxime le Maire (links), Doktorand am Universitätsklinikum Würzburg und Mitentwickler der App Axia im Rahmen des Start-ups Applimeda, nahm den Peter-Müller-Innovationspreis 2026 von Prof. Dr. Martin Möckel von der Charité Universitätsmedizin Berlin entgegen. © DGIM / Sven Bratulic
Illustration mit feierndem Maskottchen Bechto (ein Wirbelkörper) sowie einer Hand, die ein Smartphone mit App Axia in der Hand hält und der Überschrift Axia ist erste Rheuma-DiGA.
Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ für Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. © UKW
Selfie von Marc Schmalzing, der den Arm um Patrick-Pascal Strunz gelegt hat - beide lachen in die Kamera
Die Würzburger Rheumatologen Patrick-Pascal Strunz (links) und Marc Schmalzing freuen sich über die gute Resonanz auf die App für Personen mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) - hier auf dem Europäischen Rheumatologie-Kongress (EULAR) im Juni 2025 in Barcelona. © Marc Schmalzing / UKW

Die in Würzburg entwickelte Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) Axia wurde von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) auf dem 132. Internistenkongress in Wiesbaden mit dem 1. Preis des renommierten Peter-Müller-Innovationspreis 2026 ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird jährlich für innovative digitale Entwicklungen mit medizinischem Nutzen vergeben. Axia kombiniert Übungsvideos, Wissensinhalte, Symptomtracking und alltagsnahe Unterstützung zur regelmäßigen Durchführung der personalisierten Bewegungstherapie bei axialer Spondyloarthritis.

Würzburg. „Dass die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin eine Therapie-App für die axiale Spondyloarthritis mit dem ersten Preis auszeichnet - obwohl die Rheumatologie eher zu den kleinen Fächern der Inneren Medizin zählt – ist eine ganz besondere Anerkennung für uns“, sagt PD Dr. Marc Schmalzing, Leiter des Schwerpunktes Rheumatologie/Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Axia, die gerade als erste Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für entzündlich-rheumatische Erkrankungen zugelassen wurde, hat die Jury des Peter-Müller-Innovationspreis überzeugt. Die App setzte sich in einem Pitch auf dem 132. Internistenkongress in Wiesbaden durch und gewann den ersten Platz.

DiGA Axia verbessert die Versorgung bei axialer Spondyloarthritis zusätzlich zur medikamentösen Therapie 

Axia richtet sich an Menschen mit axialer Spondyloarthritis, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung der Wirbelsäule. Die App bietet individualisierte Übungsprogramme mit über 250 Übungsvideos, passt Inhalte an Beschwerden, Einschränkungen und Krankheitsverlauf an und unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, regelmäßig aktiv zu bleiben. Mit Erfolg. Erst kürzlich wurden die Ergebnisse der randomisiert-kontrollierten Studie mit 200 Teilnehmenden in der Fachzeitschrift „Annals of the Rheumatic Diseases“ publiziert (https://doi.org/10.1016/j.ard.2026.02.016). Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die das Standardverfahren erhielt, zeigte die Interventionsgruppe mit der Axia-App signifikante Verbesserungen in der Krankheitsaktivität, der Funktionsfähigkeit sowie der Lebensqualität. Mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten erreichte ein klinisch relevantes Therapieansprechen – deutlich mehr als in der Kontrollgruppe.

Axia schließt Versorgungslücke

„Axia integriert eine zentrale Säule der Therapie – die Bewegung – konsequent in den Alltag der Betroffenen und schließt damit eine bedeutende Versorgungslücke“, kommentiert Professor Dr. Martin Möckel, Vorsitzender der DGIM-Projektgruppe „DiGA/KI in Leitlinien“ und Mitglied der Jury des Peter-Müller-Innovationspreises.

Die digitale Therapiehilfe wurde von den Würzburger Medizinstudenten Maxime Le Maire und Tobias Heusinger sowie dem Informatiker Robert Leppich im Rahmen des Start-ups Applimeda und in Zusammenarbeit mit der der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e. V. (DVMB) und der Rheumatologie des UKW entwickelt. 

Neben Maxime Le Maire, der den Preis auf dem 132. Internistenkongress in Wiesbaden entgegennahm, freut sich auch PD Dr. Patrick-Pascal Strunz, Rheumatologe und Leiter der Studien zu Axia am UKW, über die Auszeichnung: „Die Auszeichnung würdigt den hohen klinischen Nutzen von Axia und spricht für die hohe Qualität unserer in Würzburg entwickelten App sowie der durchgeführten Studien. Unsere Studien zeigen, dass Axia eine sichere und wirksame ergänzende, nicht-medikamentöse Behandlungsoption darstellt, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis zusätzlich zur medikamentösen Therapie zu verbessern.“

Peter-Müller-Innovationspreis für innovative digitale Entwicklungen mit medizinischem Nutzen

Stifter des mit 10.000 Euro dotierten Peter-Müller-Innovationspreis ist die custo med GmbH mit Sitz in Ottobrunn. Mit dem Preis würdigt die DGIM digitale Innovationen, die einen besonderen Nutzen für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte versprechen und die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen.

„Mit digitalen Tools lassen sich Versorgungslücken schließen – insbesondere bei chronischen Erkrankungen, bei denen der Therapieerfolg entscheidend vom Verhalten im Alltag abhängt“, so DiGA-Experte Möckel. Der Peter-Müller-Innovationspreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert - 1. Preis 5.000 €, 2. Preis 3.000 € und 3. Preis 2.000 €. Die weiteren Preise gingen an smartNTx, ein digitales Versorgungsangebot zur Nachsorge nach Nierentransplantation, sowie an die Macher von Kaia, einer DiGA für multimodale Schmerztherapie. 

Pressemeldung zur Zulassung

Pressemeldung zu den Ergebnissen der Studie

le Maire und Möckel stehen auf der Bühne und halten die Urkunde in den Händen
Maxime le Maire (links), Doktorand am Universitätsklinikum Würzburg und Mitentwickler der App Axia im Rahmen des Start-ups Applimeda, nahm den Peter-Müller-Innovationspreis 2026 von Prof. Dr. Martin Möckel von der Charité Universitätsmedizin Berlin entgegen. © DGIM / Sven Bratulic
Illustration mit feierndem Maskottchen Bechto (ein Wirbelkörper) sowie einer Hand, die ein Smartphone mit App Axia in der Hand hält und der Überschrift Axia ist erste Rheuma-DiGA.
Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ für Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. © UKW
Selfie von Marc Schmalzing, der den Arm um Patrick-Pascal Strunz gelegt hat - beide lachen in die Kamera
Die Würzburger Rheumatologen Patrick-Pascal Strunz (links) und Marc Schmalzing freuen sich über die gute Resonanz auf die App für Personen mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) - hier auf dem Europäischen Rheumatologie-Kongress (EULAR) im Juni 2025 in Barcelona. © Marc Schmalzing / UKW

Der Startschuss für „Wir bewegen Bayern“ fällt in Herzogenaurach – Pre-Event stellt Prävention durch Bewegung in den Mittelpunkt
Gruppenbild bei Adidas mit BZKF-Logo
Organisiert vom BZKF und adidas, trafen sich Patientinnen und Patienten, engagierte Helfende sowie Partner und Sponsoren zu einem energiegeladenen Startschuss. @ BZKF

Erlangen, 28. April 2026. „Wir bewegen Bayern“ geht in die entscheidende Phase: Am 24. April 2026 wurde der adidas Campus in Herzogenaurach zum kraftvollen Auftakt der bayernweiten Präventionsinitiative des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF). Mit einem klaren Ziel vor Augen – mehr Bewegung für ein gesünderes Bayern am 13. Juni 2026 – brachte das inspirierende Pre-Event Menschen zusammen, die etwas bewegen. Organisiert vom BZKF und adidas, trafen sich Patientinnen und Patienten, engagierte Helfende sowie Partner und Sponsoren zu einem energiegeladenen Startschuss. Begegnung, Motivation und gemeinsamer Einsatz zeigt: Diese Initiative lebt von Menschen, die aktiv werden – und andere mitreißen. 

Ein bewegter Auftakt bei adidas


Der besondere Rahmen machte deutlich: Bewegung ist mehr als Aktivität – sie ist Verbindung, Lebensfreude und ein Schlüssel zur Gesundheit. Ein starkes Signal für die gesellschaftliche Bedeutung der Initiative kommt auch aus der Landespolitik: „Wir bewegen Bayern“ ist inzwischen im Masterplan Prävention des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention verankert – ein klares Bekenntnis zu mehr Gesundheitsförderung, Teilhabe und Prävention im Freistaat Bayern.
Der Nachmittag in Herzogenaurach begann mit einer exklusiven Campus-Tour, die eindrucksvolle Einblicke in die Welt von adidas bot. Es folgte das Einstudieren eines gemeinsamen Flashmobs, der am 13. Juni 2026 an den beteiligten Standorten aufgeführt werden soll. 

Bewegung im Mittelpunkt


Im Anschluss stand die Bewegung selbst im Mittelpunkt: Bei Angeboten wie Padel - einer der am schnellsten wachsenden Sportarten weltweit, Basketball und Laufen konnten die Teilnehmenden selbst aktiv werden. Nach einer kurzen Pause bei gesunden Snacks folgte eine zweite Aktivrunde. Ob Einsteiger oder sportlich Erfahrene – alle hatten die Möglichkeit, auf ihrem eigenen Level mitzumachen und Neues ausprobieren.

„Der Nachmittag am Campus war ein richtiger once in a liftetime moment. Es hat so viel Spaß gemacht, sich zusammen mit anderen zu bewegen, den Flashmob zum „Wir bewegen Bayern“ Song zu tanzen und sich auszutauschen. Das Gemeinschaftsgefühl und die Bewegung standen im Mittelpunkt. Ein Tag, den ich nie vergessen werde.“, sagt eine begeisterte Teilnehmerin.

Ausblick auf den bayernweiten Aktionstag


Was hier begann, entfaltet sich am 13. Juni 2026 im ganzen Freistaat: „Wir bewegen Bayern“ lässt zeitgleich Augsburg, Erlangen, München, Regensburg und Würzburg in Bewegung kommen. Unter dem Motto „Gemeinsam bewegen. Zusammen aktiv.“ sind Alle eingeladen, unabhängig von Alter, Fitnesslevel oder Vorerfahrung, die Veranstaltung zu besuchen und einen tollen Tag zu verbringen.
Vor Ort präsentieren regionale Sportvereine und Organisationen die Vielfalt der Bewegung. Besucherinnen und Besucher können neue Sportarten entdecken, ins Gespräch kommen und konkrete Impulse für ein aktiveres Leben mitnehmen. Themenspezifische Workshops zum Thema Prävention, interaktive Gesundheitsstationen und spannende Bühnentalks mit Expertinnen und Experten runden das Programm ab.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Inklusion ist dabei selbstverständlich: Barrierefreie Angebote und spezielle Mitmachstationen sorgen dafür, dass wirklich jeder aktiv werden kann.

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)


Das Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) verfolgt das Ziel, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. Das BürgerTelefonKrebs des BZKF bietet unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 85 100 80 eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten zu lassen.

Expertinnen und Experten für Interviews und Infos zu „Wir bewegen Bayern“ in Ihrer Stadt:
 

Regensburg: https://www.ukr.de/ueber-uns/unser-engagement/wir-bewegen-bayern
Prof. Dr. Tobias Pukrop, Universitätsklinikum Regensburg
• Leiter Onkologie, Leiter Centrum für Translationale Onkologie
• Interdisziplinäre Tagesklinik für Tumortherapie (ICT)

München: https://www.ccc-muenchen.de/veranstaltungen/aktionstag-wir-bewegen-bayern-am-13-juni-2026/0310a5fb41299eb0 
Prof. Dr. Martin Halle, TUM Klinikum München
• Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Sportmedizin
• Sportkardiologie Stufe 3, Fellow of the European Society of Cardiology

Würzburg: https://www.med.uni-wuerzburg.de/ccc/veranstaltungen/patientenveranstaltungen/wir-bewegen-bayern/  
Prof. Dr. Claudia Löffler, Universitätsklinikum Würzburg
• Fachärztin für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
• Palliativmedizin, Naturheilverfahren und Ernährungsmedizin (DAEM / DGEM)

Erlangen: https://www.ccc.uk-erlangen.de/aktuelles/wir-bewegen-bayern/  
Prof. Dr. Yurdagül Zopf, Universitätsklinikum Erlangen
• Leitung Hector-Center für Ernährung, Bewegung und Sport
• Professorin für Klinische und Experimentelle Ernährungsmedizin

Augsburg: https://www.uk-augsburg.de/ueber-uns/aktionen-veranstaltungen/wir-bewegen-bayern  
Prof. Dr. Dr. Michael Frühwald, Universitätsklinikum Augsburg
• Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
• Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und -Onkologie

 

Pressemitteilung BZKF vom 28. April 2026

 

 

Gruppenbild bei Adidas mit BZKF-Logo
Organisiert vom BZKF und adidas, trafen sich Patientinnen und Patienten, engagierte Helfende sowie Partner und Sponsoren zu einem energiegeladenen Startschuss. @ BZKF