Aktuelle Pressemitteilungen

Förderung für Optimierung der CAR-T-Zelltherapie beim Multiplen Myelom

Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert präklinisches Forschungsprojekt von Dr. Sophia Danhof vom Uniklinikum Würzburg und Prof. Dr. José Martínez-Climent aus Pamplona mit 366.000 Euro, um die CAR-T-Zelltherapie beim Multiplen Myelom zu verbessern.

Sophia Danhof an der Laborbank
Sophia Danhof skizziert im Labor die Interaktion von Immunzellen mit der CAR-T-Zelltherapie und untersucht, wie man das Multiple Myelom empfindlicher gegen Immuntherapien machen kann. © Kirstin Linkamp / UKW
Sophia Danhof sitzt am Flow Cytometer.
Mithilfe der Durchflusszytometrie, bei der Laser und Fluoreszenzfarbstoffe zum Einsatz kommen, analysiert Sophia Danhof spezifische Strukturen einzelner Zellen. © Kirstin Linkamp / UKW

Wenn Dr. Sophia Danhof ihren Patientinnen und Patienten bei der Erstdiagnose sagen muss, dass sie eine Krebserkrankung haben, die nicht heilbar ist und sie aller Voraussicht daran versterben werden, so ist das jedes Mal aufs Neue frustrierend für die junge Ärztin. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 7.000 Menschen am Multiplen Myelom, das nach Leukämie die zweithäufigste Form von Blutkrebs ist. „Ich kann den Betroffenen jedoch aufrichtig versichern, dass wir alles tun, um ihre Krankheit bestmöglich zu kontrollieren, und darauf hoffen, sie in ein paar Jahren oder Jahrzehnten vielleicht sogar heilen zu können“, berichtet Sophia Danhof. „Und das beflügelt mich.“ Die Internistin und Mutter einer vierjährigen Tochter leitet neben ihrer klinischen Tätigkeit in der Hämatologie am Universitätsklinikum Würzburg ein so genanntes Early Career Project am Würzburger Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum. Hier hat die 36-jährige Nachwuchsgruppenleiterin jetzt gemeinsam mit Prof. Dr. José Martínez-Climent der Universidad de Navarra im spanischen Pamplona eine 36-monatige Förderung der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung von insgesamt 366.000 Euro eingeworben. Ziel ist die Optimierung der CAR-T-Zelltherapie in genetisch determinierten Mausmodellen des Multiplen Myeloms.

Immuntherapie verlängert Remissionsdauer

Die CAR-T-Zelltherapie ist ein großer Hoffnungsträger in der Therapie von Blutkrebs. Dabei werden körpereigene Immunzellen der Betroffenen, die T-Zellen, im Labor mit künstlichen Rezeptoren ausgestattet. Diese chimären Antigenrezeptoren (CAR) helfen den Immunzellen dabei, den Tumor zu erkennen und zu eliminieren. Eine einmalige Infusion von CAR-T-Zellen kann bei bestimmten Blutkrebserkrankungen zu einer dauerhaften Remission, also zum Nachlassen der Symptome, oder gar zur Heilung führen. „Doch leider nicht beim Multiplen Myelom“, erklärt Sophia Danhof. „Die Betroffenen sprechen zwar zunächst auf die CAR-T-Zelltherapie an, doch früher oder später kommt es häufig dennoch zum Rezidiv.“ Ein Grund für die verminderte Immunreaktion könnten genetische Veränderungen sein. Die so genannte MYC-Deregulation zum Beispiel ist eine treibende Mutation, die gehäuft beim Multiplen Myelom auftritt und dazu führt, dass sich die Krebszellen stark vermehren und dem Immunsystem entgehen.

Neuartige Mausmodelle rekapitulieren präzise die menschliche Erkrankung

José Martinez-Climent hat mit seiner Forschungsgruppe in Pamplona sieben Jahre lang dieses Myelom-Modell in Mäusen mit voll kompetentem Immunsystem entwickelt, sodass Sophia Danhof mit ihrer Arbeitsgruppe in Würzburg nun im präklinischen Modell die Situation im Patienten komplett nachstellen und die Interaktion von Immunzellen mit der CAR-T-Zelltherapie genau skizzieren und untersuchen kann. „Wir versuchen aber nicht nur die Immuntherapie genauer zu verstehen, sondern arbeiten auch daran, den Tumor selbst empfindlicher für Immuntherapien zu machen, damit er schlussendlich und hoffentlich komplett verschwindet“, fasst Sophia Danhof ihr Forschungsziel zusammen.

Interaktion von Tumorzellen, CAR-T-Zellen und anderen Immunzellen

Dazu gilt es einen ganzen Strauß an Fragestellungen abzuarbeiten. Wie lange bestehen die CAR-T-Zellen, um das Myelom abzuräumen? Wie entwickeln sich die CAR-T-Zellen? Verändern sie sich mit der Zeit? Können sie ein immunologisches Gedächtnis bilden, damit die Betroffenen ein für alle Mal resistent sind gegen ihr Myelom. Welche Rolle spielen die anderen Immunzellen? Und wie verhalten sich die Tumorzellen? Verstecken sich die Myelomzellen? Wandern sie ab in andere Organe, wo die CAR-T-Zellen schlecht hinkommen? Verlieren sie die Zielstruktur, gegen die die CAR-T-Zellen gerichtet sind? Oder bilden sie Immun-Checkpoints, also Oberflächenmoleküle, mit denen die Tumorzelle der T-Zelle signalisiert, dass sie gar nicht da ist?

Relevanter Beitrag um Heilungschancen beim Multiplen Myelom zu verbessern

„Darüber hinaus werden wir in diesen Tiermodellen Ansätze erproben, wie weiterentwickelte CAR-T-Zellprodukte oder Kombinationen mit anderen Therapeutika die Wirksamkeit der CAR-T-Zelltherapie beim Multiplen Myelom verbessern können“, erläutert Sophia Danhof. Und Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II, ergänzt: „Mit der Universidad de Navarra kooperieren wir bereits erfolgreich im Rahmen der klinischen Studie CARAMBA. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir die hier gewonnenen Erkenntnisse später ebenfalls in die klinische Anwendung bringen. Damit hat das Projekt das Potential, einen relevanten Beitrag zu leisten, um das Multiple Myelom künftig zu einer heilbaren Erkrankung zu machen.“ Und Dr. Ulrike Serini Knoll, Geschäftsführung der José Carreras Leukämie-Stiftung freut sich: „Es wäre wunderbar, mit diesem Projekt dem Ziel von José Carreras einen weiteren Schritt näher zu kommen. Blutkrebs muss heilbar werden. Immer und bei jedem.“ 

Über die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung

Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert wissenschaftliche Forschungs-, Infrastruktur und Sozialprojekte. 1987 erkrankte Stifter José Carreras an Leukämie. Aus Dankbarkeit über die eigene Heilung gründete er 1995 den gemeinnützigen Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. und anschließend die dazugehörige Stiftung. Seither wurden bereits über 235 Millionen Euro an Spenden gesammelt und über 1.400 Projekte finanziert, die den Bau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, die Erforschung und Heilung von Leukämie und anderer hämato-onkologischer Erkrankungen, die Förderung von jungen Wissenschaftlern im Rahmen von Stipendienprogrammen sowie die Unterstützung der Arbeit von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen zum Ziel haben. 2019 wurde die José Carreras Leukämie-Stiftung von der Deutschen Universitätsstiftung und dem Stifterverband als Wissenschaftsstiftung des Jahres ausgezeichnet. Der Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. ist Träger des DZI Spenden-Siegels, dem Gütesiegel im deutschen Spendenwesen.

Um weitere Spenden im Kampf gegen Leukämie und andere schwere Knochen- und Bluterkrankungen zu sammeln, lädt José Carreras jedes Jahr gemeinsam mit seinen internationalen und nationalen Künstlerfreunden zur großen José Carreras Gala ein. Die 28. José Carreras Gala findet am Mittwoch, 7. Dezember 2022, in Leipzig statt und wird live ab 20.15 Uhr vom MDR übertragen. Zugesagt haben bereits unter anderem Chris de Burgh, Weltklasse-Geiger David Garrett und die dänische Singer-Songwriterin Aura Dione. Mehr unter www.carreras-stiftung.de

Sophia Danhof an der Laborbank
Sophia Danhof skizziert im Labor die Interaktion von Immunzellen mit der CAR-T-Zelltherapie und untersucht, wie man das Multiple Myelom empfindlicher gegen Immuntherapien machen kann. © Kirstin Linkamp / UKW
Sophia Danhof sitzt am Flow Cytometer.
Mithilfe der Durchflusszytometrie, bei der Laser und Fluoreszenzfarbstoffe zum Einsatz kommen, analysiert Sophia Danhof spezifische Strukturen einzelner Zellen. © Kirstin Linkamp / UKW

Klarer Kurs in bewegten Zeiten

Die strategischen Ziele des UKW sind neu definiert.

Das UKW hat seine strategischen Ziele geschärft und in vier zentralen Aufgabenfeldern neu zusammengefasst. Für die Ausrichtung des UKW stehen diese Themen in den nächsten drei bis fünf Jahren besonders im Vordergrund: „Alterung und Multimorbidität“, „Arbeitgeberattraktivität“, „Innovation / Berufliche Spezialisierung“ sowie „Digitalisierung und Vernetzung.“ Das ist das Ergebnis des aktuellen Strategieprozesses, der durch die Strategiekommission des UKW und den Klinikumsvorstand in den letzten 15 Monaten vorangetrieben wurde. Zuletzt tagte die Strategiekommission des Klinikums Ende Juli 2022. Dabei wurden sowohl die vier genannten Strategiefelder bestätigt als auch erste Schritte zur Umsetzung beschlossen. Die Bandbreite ist groß: Teilweise können bereits konkrete Projekte gestartet werden, in anderen Bereichen bedarf es noch der weiteren konzeptionellen Ausarbeitung bis hin zu Grundsatzbeschlüssen und einer entsprechender Budgetplanung. „Ich danke allen, die an diesem Strategieprozess mitgewirkt haben und die nun die kommenden Umsetzungsschritte vorbereiten und begleiten. Damit haben wir nun wichtige Eckpfeiler für die weitere Entwicklung der Würzburger Universitätsmedizin definiert. Besonders wertvoll ist, dass es Themen sind, die im gegenseitigen Austausch verschiedener Akteure entwickelt wurden“, so Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor des UKW. Jedes strategische Thema wurde dabei einem Vorstandsressort zugeordnet. Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW, betont: „Die verschiedenen Strategieebenen stehen natürlich nicht im luftleeren Raum. Sie müssen nun mit den großen Herausforderungen des Alltags, z.B. der Corona-Pandemie oder dem bundesweiten Wettbewerb um Fachkräfte auf den verschiedensten Ebenen verzahnt werden. Auch gilt es nun, aus dem Strategieprozess dauerhaft wichtige Impulse für unsere Strukturen und Arbeitsabläufe mitzunehmen. So können wir uns für die kommenden Aufgaben, auch mit Blick auf das Erweiterungsgelände Nord, weiterhin optimal aufstellen. “Was steckt konkret hinter den einzelnen strategischen Zielen?

1. Alterung und Multimorbidität 

Zusammenfassung: 
Schwerpunkt hierbei ist die Ausrichtung der Leistungen des UKW an den altersbedingten Anforderungen der Patientinnen und Patienten. Zusätzlich soll auch der Blick auf die Anforderungen einer älter werden den Belegschaft geschärft werden.

Projekte und Schwerpunkte:
▶ Planung und Entwicklung eines Zentrums für Altersmedizin (Internistische Geriatrie, Neurologische Geriatrie und Gerontopsychiatrie). Hier können klinische und wissenschaftliche Aktivitäten gebündelt werden, Ausbildung und Weiterbildung einen Schwerpunkt finden etc.
▶ Definition und Umsetzung von baulichen Standards (im Bestand und bei Bauplanungen)
▶ Optimierte Überleitung von geriatrischen Patientinnen und Patienten in Pflegeeinrichtungen 
▶ Schulung, Ausbildung und Weiterbildung, z.B. von Geriaterinnen und Geriatern, generelle Weiterentwicklung der geriatrischen Expertise 
▶ Besetzung der Professur „Prävention und Demenzfolgeerkrankungen“ am ZEP voraussichtlich ab Ende 2023

2. Arbeitgeberattraktivität: Mitarbeiterbindung und Nachwuchssicherung 

Zusammenfassung: 
Hier bündeln sich mehrere Aufgaben, die nun bereichsübergreifend umgesetzt werden sollen. Dazu zählen die Überarbeitung des Markenauftrittes des UKW sowie die Entwicklung strukturierter Personalentwicklungsmaßnahmen aller Berufsgruppen und unterschiedlicher Hierarchieebenen.

Projekte und Schwerpunkte:
▶ Relaunch Karriere-Seite 
▶ Überarbeitung des Corporate Designs des UKW 
▶ Entwicklung einer Contentstrategie für die digitalen Kanäle des UKW 
▶ Einführung eines neuen strukturierten Austrittsmanagements, zudem soll das Thema „Führungskultur“ dauerhaft verankert werden.

3. Innovation/ Berufliche Spezialisierung 

Zusammenfassung:
Als wichtiger Treiber von Innovationen sollen neue standortortübergreifende Kooperationen mit universitären und außeruniversitären Strukturen und Aktivitäten ausgebaut werden. Die Beschäftigten des UKW sollen bei der kontinuierlichen Fort- und Weiterbildung befähigt und unterstützt werden. 

Projekte und Schwerpunkte: 
▶ Prüfung der organisatorischen Bündelung zu einem Innovationsmanagement 
▶ Weiterer Ausbau und Vernetzung vorhandener forschungsgetriebener Infrastrukturen (z.B. NUM-Netzwerk) 
▶ Weiterentwicklung und Schärfung von Forschungs- und Versorgungsstrukturen mit krankheitsorientierten, integrierten multidisziplinären Organisationsformen, wie etwa DZHI und CCC

4. Digitalisierung/Vernetzung 

Zusammenfassung:
Ablösung noch bestehender papiergestützter Prozesse am UKW. Die Virtualisierung der Aus-, Fort- und Weiterbildung ausbauen sowie das Thema Digitalisierung gebündelt steuern. 

Projekte und Schwerpunkte:
▶ Einführung und Qualitätssicherung digitaler Arbeitsstrukturen für administrative, klinische, mobile und forschungsbezogene Prozesse (Forschungsdateninfrastruktur) 
▶ Grundgedanke: Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern unterstützt Interaktionen
▶ Die Rahmenbedingungen für die Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) werden gezielt vorangetrieben
▶ Zur Übersicht soll eine „Systemlandkarte Digitalisierung“ entwickelt werden 
▶ Im Rahmen der medizinischen Kooperationen soll zudem der Einsatz von Telemedizinischen Anbindungen und für den weiteren Datenaustausch ausgebaut werden.

Einzelne dieser Themen werden in kommenden Ausgaben von Klinikum & wir je nach Fortgang vertieft vorgestellt. Ein Querschnittsthema ist dabei auch Nachhaltigkeit, das sich durch viele Klinikbereiche zieht. Auch hierzu sind verschiedene Projekte in Planung, die an die bereits bestehenden Maßnahmen anknüpfen.

Auszug aus Klinikum & Wir 3/2022

Stiftung „Forschung hilft“: Signierstunde zum Benefiz-Krimi „Mord im Ringpark“

Am Samstag, den 26. November 2022 signiert Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg in der Würzburger Buchhandlung Hugendubel seinen historischen Krimi „Mord im Ringpark“. Sein Honorar für jedes verkaufte Exemplar geht an „Forschung hilft“, die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Würzburg. Prof. Dr. Alexander Meining ist der Autor des im September dieses Jahres erschienenen historischen Kriminalromans „Mord im Ringpark“. Das verkaufsabhängige Autorenhonorar spendet er an die Stiftung „Forschung hilft“. Diese fördert besonders hoffnungsvolle Krebsforschungsprojekte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Am Samstag, den 26. November 2022 signiert Meining zwischen 11:30 und 14:30 Uhr sein Werk in der Buchhandlung Hugendubel am Kürschnerhof 4-6 in Würzburg. Außerdem stellt sich an diesem Termin die Stiftung „Forschung hilft“ allen Interessierten vor. 

Über den Autor

Prof. Dr. Alexander Meining ist der stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg und leitet dort den Schwerpunkt Gastroenterologie. Als Ausgleich zu seiner beruflichen Tätigkeit schreibt er in seiner Freizeit Romane. 

Über das Werk

Die Handlung spielt im Würzburg des späten 19. Jahrhunderts. Als eine der zentralen geschichtlichen Persönlichkeiten fungiert Jöns Persson Lindahl, der „Vater“ des Würzburger Ringparks. Der schwedische Gartenbauingenieur und Stadtgärtner erschoss sich im Jahr 1887 in einer Toilettenanlage in diesem Grüngürtel. Aber war es wirklich Selbstmord? Ausgehend von dieser Frage entspinnt sich eine spannende fiktive Kriminalgeschichte mit Georg Hiebler, einem jungen Beamten des bayerischen Innenministeriums, als Ermittler. 

Das 216 Seiten starke Buch ist im Gmeiner Verlag erschienen und kostet 12 Euro. 

Über die Stiftung

Die Stiftung „Forschung hilft“ schüttet ihre finanziellen Mittel in etwa jährlichem Abstand über Förderpreise aus. Zuletzt erhielten Ende Oktober dieses Jahres sechs Würzburger Forschergruppen, die mit neuen Ideen die Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten verbessern wollen, Preisgelder von in Summe 90.000 Euro. Damit wurden seit der Gründung der Stiftung im Jahre 2017 insgesamt fast 448.000 Euro für den Kampf gegen eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit investiert. 

Wer diese Leistung auch in Zukunft unterstützen will, ist nicht nur eingeladen, den historischen Krimi zu kaufen, sondern auch eine Spende auf das Konto Stiftung „Forschung hilft“ zu überweisen: 

Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65
BIC: BYLADEM1SWU

18 Auszeichnungen für hervorragende Ausbildungsabschlüsse

Regierung von Unterfranken vergibt Anerkennungsurkunden an Auszubildende des UKW

Würzburg. Die Regierung von Unterfranken hat 18 Auszubildenden des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) eine Anerkennung für ihren hervorragenden beruflichen Ausbildungsabschluss ausgesprochen.

Alle Auszubildenden haben sehr gute Ausbildungsabschlüsse erlangt und sich damit Anerkennung verdient: zwei Hebammen, eine Masseurin und ein Masseur, drei Diätassistentinnen sowie elf Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflegekräfte haben die besondere Anerkennung von der Regierung von Unterfranken erhalten. 

Traum-Notendurchschnitt von 1,0

Stefanie Albert hat die Anerkennung im Rahmen ihrer nun abgeschlossenen Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin erhalten. Zusätzlich zu der Urkunde erhält sie auf Grund ihres Notendurchschnitts von 1,0 und dem damit verbundenen Abschluss als Klassenbeste eine finanzielle Anerkennung in Höhe von 70 Euro. Gemeinsam mit ihrer Mitschülerin Louisa Betz hat sie im Anschluss an die Ausbildung als examinierte Pflegefachkraft in der internistischen Spange der Zentralen Notaufnahme des Klinikums begonnen. „Ich möchte auch nach meiner Ausbildung möglichst viel Wissen sammeln, das geht meiner Meinung nach am besten in einer Notaufnahme. Außerdem hat man hier als Pflegekraft viel Handlungsspielraum. Die innere Medizin reizt mich besonders, da man die Erkrankung oftmals nicht auf den ersten Blick erkennt. Außerdem ist das Team super!“, so Stefanie Albert.

„Wir sind stolz, dass so viele unserer Auszubildenden diese besondere Auszeichnung erhalten haben und freuen uns mit den frisch gebackenen Fachkräften über ihre herausragenden Leistungen. Das ist auch ein starker Beweis für die Ausbildungsqualität hier am UKW“, so Marcus Huppertz, Pflegedirektor und Vorstandsmitglied des Klinikums.

Förderpreis ehrt Grundlagenforschung zum Fibromyalgie-Syndrom am Uniklinikum Würzburg

Für seine Grundlagenforschung zum Fibromyalgie-Syndrom (FMS) erhielt Christoph Erbacher, Wissenschaftler an der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW), auf dem Deutschen Schmerzkongress 2022 den diesjährigen Förderpreis für Schmerzforschung. Auch sonst war das Team um die Professorin Nurcan Üçeyler vom UKW zum Thema FMS auf der Tagung hoch präsent.

Mannheim / Würzburg. Vom 19. bis 22. Oktober 2022 tagten die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. und Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. auf ihrem jährlichen Deutschen Schmerzkongress im Congress Centrum Rosengarten in Mannheim. Hierbei wurde mit dem Förderpreis für Schmerzforschung zum 36. Mal die wichtigste Auszeichnung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. verliehen. Der mit 7.000 Euro dotierte erste Preis in der Kategorie Grundlagenforschung ging an Christoph Erbacher von der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). 

Ein Ansatz zum besseren Verständnis von FMS 

Die geehrte Arbeit entstand im Team von Prof. Dr. Nurcan Üçeyler, Oberärztin an der Neurologischen Klinik des UKW und Leiterin des Bereichs „Translationale Somatosensorik“ der Würzburger Universität in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hebräischen Universität Jerusalem um Prof. Dr. Hermona Soreq. Forschungsgegenstand ist das Fibromyalgie-Syndrom (FMS), ein chronisches Schmerzsyndrom mit tiefempfundenen Schmerzen und regelmäßig begleitenden Beschwerden wie Schlafstörung oder Depressionen. Mittels molekularbiologischer Methoden fanden die Forschenden veränderte Signaturen kleiner RNAs (microRNA) im Blut von Patientinnen mit FMS, die auf das periphere cholinerge System einwirken können. „Die Erkenntnisse bieten einen Ansatzpunkt, um dieses nach wie vor herausfordernde Syndrom besser zu verstehen und zu erkennen“, verdeutlicht die FMS-Expertin Üçeyler. 

Viele UKW-Beiträge im Kongressprogramm

Passend hierzu und zum diesjährigen Kongressmotto „Schmerzmedizin heute und morgen: Bilanz und Ausblick“ fand in Mannheim auch ein von Prof. Üçeyler geleitetes wissenschaftliches Symposium unter dem Titel „Fibromyalgie-Syndrom: Wir erkennen, was das ist – bald!“ statt. Dort stellte Christoph Erbacher neben Prof. Dr. Frank Petzke von der Universität Göttingen und Prof. Dr. Andreas Goebel von der Universität Liverpool seine aktuellen Erkenntnisse zu kleinen RNAs im Blut und Hautzellen beim FMS vor. 

Zum erfolgreichen Kongress trugen aus der Arbeitsgruppe um Prof. Üçeyler auch Cara Fellmann, als Vortragende im Top Young Science 2022 Symposium, und Dr. Luisa Kreß, als Vorsitzende der Symposien „Junge Schmerzmedizin heute und morgen“ und „Schmerzmedizinische Forschung heute und morgen” bei. Drei weitere Jungwissenschaftlerinnen der Arbeitsgruppe – Mariami Abuladze, Betty Feulner und Elena Salabasidou – stellten zudem ihre Promotionsarbeiten vor.

Uniklinikum Würzburg erneut für Selbsthilfefreundlichkeit ausgezeichnet

Das bundesweite Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ hat dem Uniklinikum Würzburg für weitere drei Jahre die Auszeichnung „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ verliehen.

Würzburg. Seit dem Jahr 2019 darf sich das Uniklinikum Würzburg (UKW) „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ nennen. Voraussetzung dafür war das Erfüllen der vom bundesweiten Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ geforderten Qualitätskriterien. Gemäß dem vom Netzwerk gepflegten dreijährigen Turnus stand in diesem Jahr eine erneute Bewerbung um diese Auszeichnung an. Dazu legte das UKW einen Qualitätsbericht mit detaillierten Informationen und Nachweisen zur bisherigen Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen bei der Selbsthilfefreundlichkeit vor. Mit Erfolg: Nach der Überprüfung durch das Netzwerk wurde kürzlich die Auszeichnung für weitere drei Jahre erteilt. 

Kontakte geschlossen, Räume vermittelt

Das positive Ergebnis sorgte bei allen an dem aufwändigen Prozess Beteiligten für große Freude. Nach Auffassung von Barbara Ettinger vom Landesverband für Osteoporose Bayern ist die zentrale Voraussetzung für ein selbsthilfefreundliches Krankenhaus die gute Zusammenarbeit zwischen den medizinischen Beschäftigten, den Ärztinnen und Ärzten und den Selbsthilfegruppen. „Eine besondere Rolle kam hier in den letzten Jahren Gabriele Nelkenstock, der externen Selbsthilfebeauftragten des UKW, zu. Sie knüpfte nicht nur wertvolle Kontakte zwischen den Selbsthilfegruppen, den jeweiligen Fachrichtungen sowie einzelnen Medizinerinnen und Medizinern, sondern vermittelte auch Räume für Gruppentreffen“, schildert Ettinger stellvertretend für die zahlreichen mit dem UKW kooperierenden Selbsthilfegruppen.

Krisen als Chancen genutzt

Laut der Selbsthilfebeauftragten machten Herausforderungen, wie die Corona-Pandemie, den zurückliegenden Auszeichnungsprozess zeitweise zu einem Hindernislauf. „Erfreulicherweise wurden die damit verbundenen Krisen von allen Beteiligten auch als Chancen gesehen. Chancen, die wir erfolgreich nutzten und aus denen wir innovative, auch für die Zukunft vorteilhafte Lösungen schufen“, berichtet Gabriele Nelkenstock. Zusammen mit dem Steuerkreis für den Prozess „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ freut sie sich auf die weitere fruchtbare Zusammenarbeit mit der Selbsthilfekontaktstelle des Aktivbüros der Stadt Würzburg, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Unterfranken e.V., den UKW-Beschäftigten und den Selbsthilfegruppen.

Selbsthilfevertreterinnen vertrauensvoll einbezogen

„Dass der Selbsthilfegedanke am UKW in den vergangenen drei Jahren weiter Fuß gefasst hat, äußert sich nicht nur in der vermehrten Verbreitung des Selbsthilfe-Logos im Klinikum, sondern insbesondere darin, dass wir bei den spezifischen Belangen der Selbsthilfegruppen oder bei der Ausrichtung von Patientenveranstaltungen immer vertrauensvoll einbezogen wurden“, berichtet Dr. Renate Fiedler, eine der beiden gewählten, ehrenamtlichen Selbsthilfevertreterinnen des UKW. Ihre Kollegin Dorothea Eirich ergänzt: „Die Wiederauszeichnung ist einerseits ein Zeichen für unsere zielführende Kooperation und andererseits eine Verpflichtung, weiterhin nach dem Motto ‚Gemeinsam besser‘ zu handeln.“

Gemeinsames Arbeiten an einem festen Qualitätsmerkmal

Auch für Prof. Dr. Jens Maschmann ist die Folge-Auszeichnung nicht zuletzt ein Signal, die geschaffenen Strukturen in Zukunft weiter zu verstetigen. „Wir sind hier mit viel Elan und langem Atem in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess eingestiegen, der die Selbsthilfefreundlichkeit zu einem festen Qualitätsmerkmal des UKW verdichtet“, unterstreicht der Ärztliche Direktor des UKW.

Weltpankreaskrebstag - Im Klinikum Würzburg Mitte Standort Juliusspital leuchtet das Torhaus in Lila für die Gesundheit

Mehr Forschung und Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs: Gemeinsamer Infostand von Selbsthilfe und Experten aus dem Juliusspital und dem Uniklinikum Würzburg

Würzburg, 14.November – Bekannte Gebäude in Würzburg wie das Juliusspital erstrahlen am Weltpankreaskrebstag am 17. November in den Abendstunden ganz in der Farbe Lila. Mit dieser Aktion wollen onkologische Kliniken, Forschungseinrichtungen und der von der Deutschen Krebshilfe unterstützte Arbeitskreis der Pankreatektomierten (AdP) die Öffentlichkeit stärker über die tückische Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse informieren und für mehr Forschungsprojekte werben.

„Auch in unserer Region gibt es viele Betroffene, die unter einer Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse leiden. Die Überlebenschancen steigen, wenn bei entsprechenden Symptomen schneller reagiert und Patienten frühzeitig an einen Spezialisten überwiesen werden“, betont AdP-Regionalleiter Gerald Rapps anlässlich des Weltpankreaskrebstages. „Um mehr Aufmerksamkeit für diese Erkrankungen zu wecken, die zu Beginn kaum Symptome entwickelt, beteiligt sich unsere Selbsthilfegruppe am Weltpankreaskrebstag.“

Neben den beleuchteten Gebäude wird die Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsenerkrankte Würzburg gemeinsam mit dem Klinikum Würzburg Mitte Standort Juliusspital und dem Uniklinikum Würzburg einen Informationsstand im Durchgang des Juliusspital-Torhauses zum Weltpankreaskrebstag anbieten.

Professor Dr. Steger (Klinikum Würzburg Mitte) sowie Professor Dr. Klein Uniklinikum Würzburg, beides Leiter der jeweiligen Pankreaszentren sowie Gerald Rapps Leiter der Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsenerkrankte Würzburg AdP e.V. stehen am Stand für Fragen und Informationen zur Verfügung. Ab 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr können sich Interessierte vor Ort über die Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse informieren. Jeder ist herzlich willkommen und kann zum Thema Fragen stellen. Kostenlose Informationsbroschüren zu Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bauchspeicheldrüsenkrebs, sowie Ernährung und Diabetes liegen aus und können mitgenommen werden.

Je früher ein Pankreaskarzinom entdeckt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Jährlich erkranken rund 20.000 Menschen in Deutschland neu an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wird die im Anfang meist unbemerkt verlaufende Erkrankung erst spät entdeckt, sind die Heilungschancen gering. Anders ist das bei früh erkannten Pankreaskarzinomen. „Wir wollen mit dem Weltpankreaskrebstag besonders ältere Menschen dafür sensibilisieren, bei möglichen Symptomen zum Arzt zu gehen“, so Regionalleiter Gerald Rapps. Hinweise, dass es Probleme mit der Bauchspeicheldrüse gibt, sind: unerklärlicher Gewichtsverlust, Schmerzen im Bauchbereich oder im Rücken, Gelbsucht, Appetitlosigkeit und Übelkeit/Erbrechen sowie neu auftretender Diabetes mellitus. Das Problem: Diese Symptome können auch andere Ursachen haben. Dennoch ist es sinnvoll, eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse bei diesen Beschwerden in Betracht zu ziehen und mit dem Arzt abzuklären. Begünstigt wird eine Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse zudem durch Adipositas, Bluthochdruck, hohen Cholesterinspiegel und Rauchen.

Die AdP-Regionalgruppe Würzburg bietet regelmäßige Informationsveranstaltungen mit Fachvorträge über Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten der Bauchspeicheldrüse in Würzburg an. Die Referenten sind Ärzte der beiden Kliniken, mit denen die Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsenerkrankte AdP e.V. sehr eng zusammenarbeitet. Auch Angehörige mit ihren Sorgen sind bei den Treffen der Selbsthilfegruppe herzlich willkommen.

Möchten Sie am nächsten Vortrag teilnehmen? Der Eintritt ist frei.

Bei Rückfragen wenden Sie sich an:

Leiter der Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsenerkrankte Würzburg Gerald Rapps

E-Mail rapps-adp@ t-online.de 

Über den AdP: Der Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V. (AdP) wurde 1976 von Betroffenen in Heidelberg gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Der gemeinnützige Verein wird gefördert durch die Stiftung Deutsche Krebshilfe. Schirmherr ist der bekannte Arzt und Forscher Prof. Dietrich Grönemeyer in Bochum.

Seit Beginn unterstützen Ärzte aller Fachrichtungen und Ernährungstherapeuten den AdP. Dem Verein gehören ca. 1500 Mitglieder und ca. 60 Regionalgruppen an. Die Selbsthilfeorganisation unterstützt alle Patienten, bei denen eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse vorliegt oder vermutet wird. Das Ziel des AdP ist die Förderung der Gesundheit und Rehabilitation von partiell und total Pankreatektomierten sowie nicht operierten Bauchspeicheldrüsenerkrankten unter besonderer Berücksichtigung der Krebspatienten und ihrer Angehörigen.

 

Link zur Pressemitteilung 

 

Pressemitteilung Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V.