Aktuelle Pressemitteilungen

Bestnote für 3. Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie Herzinsuffizienz

Erst kürzlich wurde die dritte Auflage der Nationalen Versorgungs-leitlinien (NVL) zur chronischen Herzinsuffizienz veröffentlicht. Erstmalig hat mit dieser NVL eine Leitlinie den Rekordwert von 15 von 18 möglichen Punkten bei Leitlinienwatch erreicht. Die Initiative bewertet medizinische Behandlungsleitlinien auf ihre Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie. Als 181. bewertete Leitlinie wurde die NVL in der nun aktualisierten Fassung mit dieser Bestnote bewertet und das, obwohl 20 von 35 Leitlinienautoren Interessenkonflikte angaben. Laut Leitlinienwatch wurden diese jedoch in der NVL-Gruppe detailliert diskutiert und dokumentiert. Insgesamt bescheinigt Leitlinienwatch der NVL-Gruppe einen sehr transparenten Umgang mit diesem sensiblen Problem. Mit Prof. Dr. Georg Ertl und Prof. Dr. Stefan Störk kommen zwei der Autoren der NVL aus dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI).

„Eine wesentliche Aufgabe des DZHI ist auch, aktuelle Forschungsergebnisse in die Patientenversorgung zu bringen. Eine Maßnahme dafür ist es, diese in Leitlinien einzubringen, in diesem Fall in die für Deutschland besonders wichtige Nationale Versorgungsleitlinie“, sagt Prof. Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direkter des Universitätsklinikums Würzburg und Gründer des DZHI.

Nationale Versorgungsleitlinien sind Entscheidungshilfen für Ärzte über die angemessene Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen im Rahmen der strukturierten medizinischen Versorgung und damit eine Orientierungshilfe im Sinne von Handlungs- und Entscheidungs-vorschlägen, von denen in begründeten Fällen abgewichen werden kann oder sogar muss.

„In der dritten Ausgabe haben wir die Inhalte zu Diagnostik, Therapieplanung, nicht-medikamentöser Therapie, Komorbiditäten, akuter Dekompensation, Rehabilitation und Palliativversorgung komplett überarbeitet“, erklärt Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Herzinsuffizienz-Ambulanz und Klinischen Forschung am DZHI. „Die Leitlinie wurde unter Einbeziehung von mehr als 20 Fachdisziplinen und Patientenvertretern erarbeitet. Sie fokussiert insbesondere auf die Übergänge zwischen primär- und spezialfachärztlicher Versorgung sowie zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. So wird insbesondere auch der Einsatz von spezialisiertem Herzinsuffizienz-Assistenz-Personal empfohlen. Damit ist die Leitlinie ein zentrales Element der Versorgung von herzinsuffizienten Menschen im ambulanten Bereich.“

Die Leitlinie, Patientenmaterialien und weitere Dokumente sind frei verfügbar auf den Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) www.herzinsuffizienz.versorgungsleitlinien.de. Das ÄZQ ist eine gemeinsame Einrichtung von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung. Es unterstützt die Gesellschafter bei der Förderung und Sicherung der Qualität der ärztlichen Berufsausübung.

Leitlinienwatch.de ist eine gemeinsame Initiative von Mezis, NeurologyFirst und Transparency International Deutschland. Die Initiative bewertet medizinische Behandlungsleitlinien auf ihre Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie. Ihr Punktesystem bewertet Maßnahmen, mit denen der Einfluss von Interessenkonflikten reduziert wird. Die dritte Auflage der NVL Herzinsuffizienz wurde mit einer Bestnote ausgezeichnet, obwohl die Bewerter den hohen Anteil der kardiologischen Experten mit mutmaßlich Leitlinien-relevanten Interessenkonflikten weiterhin kritisch sehen. Die Heranziehung der erheblich interessenkonfliktbelasteten Leitlinien der European Society of Cardiology und anderer kardiologischer Leitlinien als Quell-Leitlinien sei nicht unproblematisch. „Jedoch werden nach unseren Stichproben diese Quellen kritisch und differenziert bewertet“, heißt es in dem Kommentar. „Auch sonst werden verschiedene Maßnahmen zur Reduktion industrieller Einflussnahme getroffen. Darunter sind insbesondere die unabhängige Leitlinienkoordination sowie die Evidenzaufbereitung durch unabhängige Methodiker des ÄZQ positiv hervorzuheben.“

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF und hier ein Informationsblatt des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zu den wichtigsten Änderungen der 3. Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie Herzinsuffizienz.

 

Für die 49 Kinder jagte ein Abenteuer das nächste: Erst eine Entdeckungsreise durch die Kinderchirurgie, dann ging es zum Gipsen in die Zentrale Notaufnahme. Der Oberkurs der Physiotherapieschule hatte bewegungstherapeutische Lauf-, Hüpf und Denkspiele entwickelt, die die Kinder begeistert ausprobierten.

Kreativ sein und lernen

Für weihnachtliche Stimmung sorgte das Engelbasteln mit Naturmaterialien und Gips gemeinsam mit der Ergotherapie. Neben dem Ausleben ihrer Kreativität konnten die Kinder so auch ihre motorischen Fähigkeiten testen.

Abschließend sahen sich die Kinder einen Film über den Blutkreislauf an und erlernten in einem Mini-Kurs die Grundlagen der Wiederbelebung. Prof. Ralf-Ingo Ernestus hieß als Stellvertretender Ärztlicher Direktor die Kinder herzlich willkommen.
Ein gesundes Frühstück, Zwischensnacks, Getränke und ein leckeres Mittagessen für die wissbegierigen Kleinen ergänzten das Programm und sorgten für die nötige Grundlage dieses ereignisreichen Tages.

 

Link zur Pressemitteilung

Würzburg randomisiert 100. Patienten für Studie zum Herz- und Nierenschutz

Ob er die Tablette mit dem SGLT-2-Hemmer Empagliflozin bekommt oder ein Placebo, ein Scheinmedikament ohne Wirkung, weiß weder der Patient noch das Studienteam des Uniklinikums Würzburg. Doch die Hoffnung ist groß, dass die Studie künftig vielen Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung hilft. Ernst Sawitsch (73) ist der hundertste Teilnehmer, der heute am Uniklinikum Würzburg für die internationale klinische EMPA-KIDNEY Studie randomisiert wurde, also auf eine Kontroll- oder Vergleichsgruppe verteilt wurde. Er ist einer von 5.000, an denen weltweit untersucht wird, ob die tägliche Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung verhindern kann. Die internationale Studie wird von der Universität Oxford in Kooperation mit der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg (UKW) koordiniert.

Das EMPA-KIDNEY-Team am Uniklinikum Würzburg begrüßt den 100sten Probanden in der Studie zum Herz- und Nieren-schutz. Von links nach rechts: Dr. Susanne Brenner, Dr. Maria Lazariotou, Anja Knoppe, Ernst Sawitsch, Dr. Sharang Ghavam-pour und Katrin Weyer. Auf dem Bild fehlen Kirsten Hofmann und Prof. Dr. Christoph Wanner. © Kirstin Linkamp

In der großen klinischen EMPA-REG OUTCOME Studie, in der Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankung und Typ-2-Diabetes untersucht wurden, haben Würzburger Forscher bereits nachgewiesen, dass Empagliflozin nicht nur den Blutzucker senkt, sondern auch die Todesfälle infolge einer Herzerkrankung reduziert und positive Auswirkungen auf die Nieren hat. Nun bauen neue klinische Studien wie EMPA-KIDNEY auf diese wichtigen Ergebnisse auf. Sie sollen zeigen, ob das Diabetes-Medikament Empagliflozin auch bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung einen Herz- und Nierenschutz aufweist.

„Wir haben große Hoffnungen, dass Empagliflozin positive Auswirkungen auf die Niere hat, die Notwendigkeit einer Dialysebehandlung verringern und schlussendlich Leben retten kann“, sagt Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Klinischen Prüfung und der Nephrologie am UKW.

Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland untersucht. In Deutschland nehmen 35 Zentren an der EMPA-KIDNEY Studie teil. Die deutsche Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt und wird vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg unterstützt. Bis Ende 2019 sollen bundesweit insgesamt 1.250 Patienten rekrutiert werden. „Die Studienteilnehmer werden innerhalb der ersten sechs Monate zu drei Zeitpunkten im Studienzentrum gesehen und im weiteren Studienverlauf alle sechs Monate. Bei jeder Studienvisite werden Blutdruck und Nierenfunktion gemessen und Informationen zum Gesundheitsstatus erfasst. Bei einigen Visiten wird zusätzlich der Spontanurin untersucht“, erklärt die Studienärztin Dr. Susanne Brenner.

Für den hundertsten Probanden, Ernst Sawitsch, ist die Teilnahme an der Studie eine Selbstverständlichkeit. „Ich sehe darin einen großen Wert, nicht nur für mich, auch für andere“, äußert der 73-Jährige. Der Schausteller hat seit den 1980er Jahren bereits vier Herzinfarkte erlitten. Die daraus resultierende Herzschwäche und die zahlreichen Tabletten haben seine Nieren geschwächt. Durch die Studie erhofft er sich, dass er seinen augenblicklich stabilen Gesundheitsstand halten und noch viele Jahre auf dem Weihnachtsmarkt in Würzburg Mützen und Schals verkaufen kann.

Empagliflozin wurde ursprünglich zur Behandlung von Diabetespatienten entwickelt. Der SGLT-2 Hemmer (Natrium-Glukose-Transporter-2-Hemmer) sorgt dafür, dass vermehrt Blutzucker - etwa 10 Teelöffel pro Tag - über den Urin ausgeschieden wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Dies kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen. Gleichzeitig werden Niere und Kreislauf entscheidend entlastet. „Unser Lebensstil ist von zu hohem Kohlenhydrat- und Zuckerkonsum bei unzureichender Bewegung geprägt, weshalb Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck zunehmen, die wiederum zu Herz- und Nierenerkrankungen führen“, resümiert Dr. Susanne Brenner. „SGLT-2-Hemmern scheinen diese Erkrankungsspirale zu durchbrechen.“

Pressemitteilung als PDF

Seit 30 Jahren treuer Blutspender des Uniklinikums Würzburg

Joachim Brennfleck zählt zu den besonders treuen „Partnern“ des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg: Seit mittlerweile 30 Jahren spendet er regelmäßig Blut – und rettet dadurch vielen Menschen das Leben.

 

70 Prozent aller Menschen brauchen mindestens einmal im Leben Blutprodukte, aber nur fünf Prozent spenden Blut. Ein besonders langjähriger Blutspender ist Joachim Brennfleck (Jahrgang 1968): Seit dem Jahr 1989 kommt er alle vier bis fünf Wochen ans Uniklinikum Würzburg (UKW) und gibt seinen Lebenssaft für die Allgemeinheit. Bei seinem jüngsten Spendenaufenthalt am Klinikum am 25. November 2019 dankten ihm die Beschäftigten des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie im Namen der vielen Empfänger herzlich für dieses 30-jährige Engagement.

Der Beginn der Blutspender-Kariere von Joachim Brennfleck war allerdings eher zufällig. Er erinnert sich: „Meine damalige Freundin und heutige Frau war seinerzeit schon Blutspenderin und ich kam mehrfach als Begleitung und Fahrer mit. Irgendwann sprachen mich die Schwestern im Wartezimmer an, ob ich nicht auch spenden wolle.“

Bislang 225 Mal Blut gespendet

Aus dem ersten Mal wurden für ihn mittlerweile 225 Spenden – und alle ausschließlich am UKW. Etwa alle vier bis fünf Wochen nimmt er eine rund 40 km weite Anfahrt auf sich, um dann rund eine Stunde lang Thrombozyten und Plasma zu spenden. Hinzu kommt die Zeit für die erforderlichen Gesundheitsuntersuchungen vorab. „Da ich im Schichtdienst arbeite, kann ich den Gesamtaufwand von knapp vier Stunden in meinem Leben recht gut unterbekommen“, erläutert Brennfleck, der pro Sitzung eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro erhält. Die Blutentnahmen hat er in den drei Jahrzehnten immer problemlos vertragen.

Angenehme Atmosphäre am Institut

Besonders schätzt er das gute Verhältnis zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Transfusionsmedizin. „Mittlerweile kennt man sich sehr gut, wir finden immer ein nettes Gesprächsthema und es gibt auch immer wieder etwas zu lachen“, beschreibt der „Stammkunde“. Vor dem Hintergrund dieser guten Erfahrungen hat er nach eigenen Angaben schon etliche Freunde und Bekannte animieren können, selbst Blutspender/in zu werden. Und wie lang soll das für ihn selbst noch so weitergehen? „Im Moment plane ich, die 300 Spenden am Uniklinikum Würzburg vollzumachen und dann mit etwa 60 Jahren aufzuhören“, kündigt Joachim Brennfleck an. Außer seinem „Dienst“ als Blutspender ließ er sich zwischenzeitlich auch beim NETZWERK HOFFNUNG, der Stammzellspenderdatei des UKW, als potenzieller Stammzellspender registrieren.

Der Bedarf ist hoch wie nie

„Verlässliche Spender wie Herrn Brennfleck brauchen wie heute mehr denn je“, sagt Prof. Dr. Markus Böck. Nach Angaben des Direktors des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des UKW steigt der Bedarf an Blutprodukten stetig. So werden zum Beispiel immer kompliziertere Operationen möglich, immer mehr schwer verletzte Unfallopfer erreichen lebend die Krankenhäuser und immer aufwändigere Transplantationen werden durchgeführt. „Allein am UKW transfundieren wir aktuell pro Jahr mehr als 30.000 Blutkonserven. Würden diese nicht zur Verfügung stehen, würden viele Menschen sterben“, betont Prof. Böck.

Interessierte Spender wenden sich bitte an die Anmeldung der Blutspende unter Tel: 0931 / 201-31230.

 

Link zur Pressemitteilung

Fibromyalgie-Syndrom: Hautinnervation als mögliche Abbildung der Krankheitsschwere

Die Forschungsgruppe um die Professorin Dr. Nurcan Üçeyler an der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg sowie ihre Kollaborationspartner/innen konnten in einer Studie zeigen, dass möglicherweise die Ausprägung der beim Fibromyalgie-Syndrom empfundenen Beschwerden mit dem Ausmaß der Schädigung der Hautnerven assoziiert ist.

 

Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist ein chronisches Schmerzsyndrom mit tiefempfundenen Schmerzen und regelmäßig begleitenden Beschwerden wie Schlafstörung oder Depressionen. „Trotz intensiver Forschung ist die Ursache des FMS weiterhin unklar. Es fehlen objektive Biomarker zur Diagnostik und die Therapie der vielfältigen Symptome ist meist eine Herausforderung“, berichtet die Professorin Dr. Nurcan Üçeyler von der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). Im Jahr 2013 war sie bereits bei der Vorgängerstudie federführend beteiligt, als es dem damaligen Forscherteam erstmals gelang, eine Schädigung im Bereich der kleinen Nervenfasern – den sogenannten Small Fibers – bei Subgruppen von Patienten mit FMS nachzuweisen, was in der Fachwelt einen Paradigmenwechsel einläutete. Jetzt, sechs Jahre später, legte das Würzburger Team eine Nachfolgestudie vor, in der nicht nur die Befunde der ersten Studie an einer fast fünfmal so großen Patientenkohorte bestätigt und erweitert wurden, sondern auch Hinweise auf eine mögliche Assoziation der Hautinnervation mit der Symptomschwere beim FMS gefunden wurden. Die Studie erschien in der Oktober-Ausgabe 2019 der renommierten Fachzeitschrift Annals of Neurology.

Stärkere Beschwerden mit ausgeprägterer Hautdenervierung assoziiert

Small Fibers sind unter anderem zuständig für die Wahrnehmung von Schmerz, Temperatur, Juckreiz und angenehme Berührung. Ihre Enden liegen in der Haut, wo sie mittels spezieller Testverfahren auf verschiedenen Ebenen untersucht werden können. Auf diese Fasern konzentrierte sich das UKW-Forschungsteam um Prof. Üçeyler, um mögliche Mechanismen der Schmerzentstehung beim FMS aufzudecken. Mit Erfolg: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten zeigen, dass Subgruppen von FMS-Patientinnen deutliche Zeichen einer Schädigung der Small Fibers aufweisen und dass stärkere FMS-Beschwerden mit einer ausgeprägteren Hautdenervierung assoziiert sind.

Studie mit 117 FMS-Patientinnen

An der Studie waren neben der Neurologischen Klinik auch die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie sowie die Augenklinik des UKW beteiligt. Internationale Kollaborationspartner/innen des von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung geförderten Projekts kamen aus Spanien und Katar. Es wurden 117 FMS-Patientinnen untersucht, die klinisch ausführlich phänotypisiert wurden. Zur Testung der kleinkalibrigen Nervenfasern und ihrer Bahnen kamen fünf unterschiedliche Untersuchungsverfahren zum Einsatz. Die Daten wurden mit denjenigen von Patientinnen mit einer Depression und Körperschmerzen sowie mit gesunden Kontrollgruppen verglichen.

Die Studie zeigt, dass sich FMS-Patientinnen in den durchgeführten Tests erstens von Gesunden, zweitens aber auch deutlich von Frauen mit einer Depression und Schmerzen unterscheiden, was die Abgrenzung des FMS von der Depression mit somatoformen Symptomen unterstützt. Die Reduktion der intraepidermalen Nervenfaserdichte war in Subgruppen von Patientinnen mit FMS ebenfalls unterschiedlich. Frauen mit generalisierter Reduktion der Hautinnervation waren besonders stark von FMS-Symptomen betroffen und hatten eine höhere Schmerzintensität, ausgeprägtere Beeinträchtigungen im Alltagsleben und häufiger Angst als Persönlichkeitsmerkmal.

Ein weiterer Schritt zur Aufklärung der Pathophysiologie

„Auch wenn weiterhin nicht bekannt ist, wie und warum es zu einer Schädigung der kleinen Nervenfasern kommt und die Daten noch keine Relevanz für die Diagnostik oder Therapie beim FMS haben, ist die Studie doch ein weiterer Schritt, um die Pathophysiologie des FMS aufzuklären und um Subgruppen zu identifizieren, die möglicherweise von unterschiedlichen Therapieansätzen profitieren werden“, fasst Prof. Üçeyler zusammen.

Literatur:

Evdokimov D, Frank J, Klitsch A, Unterecker S, Warrings B, Serra J, Papagianni A, Saffer N, Meyer Zu Altenschildesche C, Kampik D, Malik RA, Sommer C, Üçeyler N. Reduction of skin innervation is associated with a severe fibromyalgia phenotype. Ann Neurol. 2019 Oct;86(4):504-516.

Üçeyler N, Zeller D, Kahn AK, Kewenig S, Kittel-Schneider S, Schmid A, Casanova-Molla J, Reiners K, Sommer C. Small fibre pathology in patients with fibromyalgia syndrome. Brain. 2013 Jun;136(Pt 6):1857-67. doi: 10.1093/brain/awt053.

 

Link zur Pressemitteilung 

Uniklinikum Würzburg: Durst nach Farbe – Encausticbilder von Krystyna Wanat

In einer Ausstellung an der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg präsentiert die Künstlerin Krystyna Wanat vom 1. Dezember 2019 bis 21. Februar 2020 farbenprächtige Gemälde auf Bienenwachsbasis.

 

Encaustic ist eine künstlerische Maltechnik, bei der in Bienenwachs gebundene Farbpigmente heiß auf unterschiedlichen Maluntergründen aufgetragen werden. Sie erlebte ihre Blütezeit in der Kunst der griechisch-römischen Antike. Doch auch heute noch kann Encaustic faszinieren. „Die Materialeigenschaften des Wachses, die Brillanz der Farben, die Farbverläufe und die Haltbarkeit der Werke begeistern mich“, sagt die Künstlerin Krystyna Wanat. Die Ergebnisse dieser Begeisterung können vom 1. Dezember 2019 bis 21. Februar 2020 bei einer Ausstellung in den Räumen der Physiotherapieabteilung der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Josef-Schneider-Straße besichtigt werden. Der Ausstellungsort ist kein Zufall: In ihrem Berufsleben arbeitet die Hobbykünstlerin Krystyna Wanat seit 27 Jahren als Physiotherapeutin in der Neurologie des UKW – und die Finissage der Schau ist gleichzeitig ihre Verabschiedung in den Vorruhestand.

Intuitiv-experimenteller Schaffensprozess

Gezeigt werden Werke vom Postkartenformat auf Karton und Holz bis zu fast zwei Quadratmeter großen Arbeiten auf Leinwand. „Die Bilder, die in einem intuitiv-experimentellen Schaffensprozess entstehen, halten in abstrakten Formen eine Momentaufnahme, eine gegenwärtige Stimmung fest oder erzählen eine Geschichte, die durch kreative Umgestaltung auf den Malgrund übertragen wird“, beschreibt Krystyna Wanat. Die dazu erforderlichen Techniken – wie Heißluft, Paletta, Schellack oder Schwammtechniken – erlernte sie bei Monika Romer in der Encaustic Academie in Weilheim/Teck. Monika Romer ist unter anderem Trägerin des durch die UNESCO verliehenen Encaustic-Diploms „für die besondere Leistung in der Forschung und dem Erhalt einer alten Malkunst“.

Verkauf mit Spendenanteil

Die Gemälde der Ausstellung „Durst nach Farbe“ können auch gekauft werden, wobei 20 Prozent des Erlöses als Spende an die Hentschel-Stiftung "Kampf dem Schlaganfall" gehen. Zugänglich ist die Ausstellung während der Öffnungszeiten der Klinik von Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 16:00 Uhr.

Mehr zur Künstlerin unter www.krystyna-wanat.de

 

Link zur Pressemitteilung

Würzburger Universitätsmedizin Teil des neuen Bayerischen Zentrums für Krebsforschung

Durch den organisatorischen Zusammenschluss der Universitätsmedizin in Bayern sollen in Zukunft neue Krebstherapien noch effizienter entwickelt und den Patienten an allen Standorten noch leichter zugänglich gemacht werden können.

 

Die sechs Universitäten in Augsburg, Erlangen, München (Ludwig-Maximilians-Universität und Technische Universität), Regensburg und Würzburg sowie die ihnen zugeordneten Universitätsklinika haben sich zum Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) zusammengeschlossen. Die Vertreterinnen und Vertreter dieser Einrichtungen unterzeichneten am 21. November 2019 in Erlangen gemeinsam mit Wissenschaftsminister Bernd Sibler und im Beisein des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Nach Aussagen des Ministerpräsidenten ist die überregionale Forschungsförderung an bayerischen Universitäten ein zukunftsträchtiges Modell auch für andere Forschungsschwerpunkte.


Das BZKF bündelt die Kräfte aller Partner, um noch schneller und effizienter Forschungsergebnisse zu erzielen sowie die onkologische Prävention, Diagnose und Therapie weiter zu verbessern. „Mit dem neuen Zentrum läuten wir ein neues Zeitalter für die Behandlung von Krebspatienten ein. Es wird allen Bürgerinnen und Bürgern im Freistaat einen wohnortnahen Zugang zu onkologischer Spitzenmedizin ermöglichen. Wir leisten damit echte Pionierarbeit im Kampf gegen den Krebs“, betonte Minister Sibler bei der Unterzeichnung. Das BZKF bringt unter anderem folgende Vorteile und Verbesserungen mit sich:

  • Krebspatienten in Bayern können über das Zentrum in Zukunft noch leichter an frühen klinischen Studien teilnehmen und von neuen Therapieoptionen profitieren – unabhängig davon, welches Uniklinikum in ihrer Nähe ist. „Dazu bauen die beteiligten Standorte in enger Abstimmung miteinander in unterschiedlichen Bereichen der Krebsbehandlung spezialisierte und international wettbewerbsfähige Forschungsinfrastrukturen weiter auf, die allen Partnern zugänglich gemacht werden“, berichtet Prof. Dr. Matthias Frosch, der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg.
  • Die jeweils vorhandene Expertise kann über das Netzwerk von allen Standorten genutzt werden. So werden Mehrfachentwicklungen vermieden werden.
  • Über einheitliche Grundstrukturen – insbesondere im IT-Bereich – können sich Forschungsgruppen vernetzen und standortübergreifend und interdisziplinär arbeiten. Laut Prof. Dr. Georg Ertl, dem Ärztlichen Direktor des Uniklinikums Würzburg, werden dadurch die Voraussetzungen verbessert, dass aktuelle Erkenntnisse der Grundlagenforschung noch schneller als innovative Diagnose- und Therapieoptionen bei den Patienten in ganz Bayern ankommen.
  • Zukünftig wird ein Bürgertelefon Patienten, deren Angehörige und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger kostenfrei und wissenschaftlich fundiert informieren. Individuelle Fragen und Probleme können dadurch direkt an die einzelnen spezialisierten Zentrumsstandorte vermittelt werden.
    Koordiniert wird das BZKF durch eine Geschäftsstelle, die derzeit am Universitätsklinikum Erlangen aufgebaut wird.

 

Link zur Pressemitteilung