Aktuelle Pressemitteilungen

Weltweit oft zitierte Forscher - Herr Prof. Dr. Hermann Einsele, Leiter des Lehrstuhls für Innere Medizin II und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II

Ihre Arbeiten werden von anderen außergewöhnlich oft zitiert: Vier Forscher der Universität erhalten dafür das Prädikat „Highly Cited Researcher“.

Zum wiederholten Male finden sich drei Professoren der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in der Liste der Highly Cited Researchers: der Mediziner Hermann Einsele, der Biophysiker Rainer Hedrich sowie der RNA-Forscher und Infektionsbiologe Jörg Vogel. Erstmals in der Liste vertreten ist der Zellforscher Dr. José Pedro Friedmann Angeli.

Das auf Zitationsdaten spezialisierte Unternehmen Clarivate Analytics hat die aktuelle Highly-Cited-Liste erstellt und am 16. November 2021 veröffentlicht. Grundlage der Auswertung ist laut Clarivate die Datenbank Web of Science. Für 2021 hat das Analyseteam den Zeitraum von Anfang 2010 bis Ende 2020 betrachtet.

Als häufig zitiert gelten Publikationen, die in ihrem Erscheinungsjahr zu den ein Prozent meistzitierten ihres Fachgebiets gehören. Nur wer gleich an mehreren solchen Highly Cited Papers beteiligt ist, wird in den exklusiven Kreis der Highly Cited Researchers aufgenommen. 2021 besteht dieser Kreis aus 6.600 Persönlichkeiten weltweit.

Physiker unter den Citation Laureates

Neben der Liste mit den Highly Cited Researchers führt Clarivate Analytics eine weitere Liste mit sogenannten Citation Laureates. Diese kommen aus Sicht der Fachleute für den Nobelpreis in Frage. Dort wird seit 2014 der JMU-Physiker Laurens Molenkamp geführt. Um für diese Liste in Betracht gezogen zu werden, müssen Wissenschaftler über Veröffentlichungen verfügen, die mehr als 1.000 Mal zitiert wurden. Außerdem müssen ihre Arbeiten mit einer bedeutenden Entdeckung oder einem nobelpreiswürdigen Fortschritt verbunden sein.

Gratulation vom Universitätspräsidenten

JMU-Präsident Paul Pauli gratuliert den Forschern: „Dass Würzburger Wissenschaftler wiederholt zu den Highly Cited Researchers und Citation Laureates rechnen, ist ein eindrucksvoller Beleg der internationalen Sichtbarkeit unserer Universität. Die Ausgezeichneten gehören zu den weltweit am häufigsten zitierten Forschern auf ihrem Gebiet. Meinen Glückwunsch!“

Prof. Dr. Hermann Einsele

Der Leiter des Lehrstuhls für Innere Medizin II und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II beschäftigt sich mit der Stammzelltransplantation gegen Blutkrebs und das Multiple Myelom und Infektionserkrankungen bei immunabwehrgeschwächten Patienten. Unter seiner Leitung laufen immuntherapeutische Studien für viele Tumorerkrankungen. Einsele hat eine Krebstherapie mit spezifisch veränderten Immunzellen entwickelt und diese erstmals in Europa klinisch eingesetzt. An Auszeichnungen erhielt er unter anderen: 2003 den van Bekkum Award der Europäischen Gesellschaft für Zell- und Stammzelltherapie, 2012 Nobel Lecture Stem Cell Biology/Transplantation, Nobel Forum Karolinska Institute Schweden. 2014 wurde er als Mitglied in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz aufgenommen. Er ist Co-Sprecher der Sonderforschungsbereiche 124 und 338 sowie Sprecher des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen WERA mit Hauptstandort Würzburg.

Dr. José Pedro Friedmann Angeli

Der Juniorgruppenleiter am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging ist ein Pionier auf dem Gebiet der Ferroptose. Dabei handelt es sich um eine Form des Zelltods, deren Beteiligung an immer mehr physiologischen und krankhaften Prozessen im Organismus zunehmend klar wird. Die Arbeit in seiner Gruppe zielt darauf ab, diejenigen Stoffwechselwege zu verstehen und zu nutzen, die die Ferroptose-Empfindlichkeit regulieren. Das langfristige Ziel dieser Forschung ist es, Krebsarten wie B-Zell-Malignome, Melanome und Neuroblastome, die von Natur aus empfindlich für die Ferroptose sind, gezielt beeinflussen zu können.

Prof. Dr. Rainer Hedrich

Der Leiter des Lehrstuhls für Botanik I – Molekulare Pflanzenphysiologie und Biophysik gilt als einer der Väter der Erforschung der elektrischen Signalübertragung bei Pflanzen. In der Liste der oft zitierten Forscher wird er fortlaufend seit 2003 geführt, ein Gradmesser für zwei Jahrzehnte herausragende Forschungsleistung an der Universität. Hedrich war weltweit der erste, der im Labor von Nobelpreisträger Erwin Neher die Arbeitsweise pflanzlicher Ionenkanäle bestimmte. Im Projekt „Carnivorom“, gefördert vom Europäischen Forschungsrat mit einem ERC Grant, analysiert er fleischfressende Pflanzen. Dabei entdeckte er unter anderem, dass die Venus-Fliegenfalle die Berührungen mit ihrer Beute zählt und die Falle erst nach einer ausreichenden Zahl von Reizen zuschnappen und verdauen lässt. Um herauszufinden, wie die Pflanze zählt, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Hedrich mit dem renommierten Koselleck-Forschungspreis.

Prof. Dr. Jörg Vogel

Der Direktor des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung und Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie an der Medizinischen Fakultät der JMU erforscht regulatorische RNA-Moleküle in bakteriellen Krankheitserregern wie Salmonellen und Fusobakterien. Seine Arbeitsgruppe entwickelt neue, auf Hochdurchsatzsequenzierung beruhende Methoden, um RNA-Moleküle in hoher Auflösung zu erfassen und deren Wirkmechanismen zu verstehen. Der Biochemiker und Leibniz-Preisträger von 2017 ist gewähltes Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) und der Europäischen Molekularbiologie-Organisation EMBO.

Prof. Dr. Laurens Molenkamp

Dem Leiter des Lehrstuhls für Experimentelle Physik III gelang 2007 die Entdeckung des Quanten-Spin-Hall-Effekts. Molenkamp war außerdem der erste, der die neue Materialklasse der topologischen Isolatoren experimentell realisieren konnte. Seit seinem Durchbruch wird auf diesem Gebiet weltweit intensiv geforscht. Molenkamp erhielt unter anderem 2011 und 2017 jeweils mit 2,5 Millionen Euro dotierte ERC Advanced Grants und 2014 den Leibniz-Preis. 2017 kam die Stern-Gerlach-Medaille hinzu, die höchste Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

 

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 16.11.2021

Hentschel-Preis 2021 für zwei Schlaganfall-Forscher des Uniklinikums Würzburg

Der Hentschel-Preis zeichnet neue Erkenntnisse im Kampf gegen den Schlaganfall aus. In diesem Jahr ging der Award im Rahmen des 6. Würzburger Schlaganfallsymposiums an Dr. Maximilian Bellut und Dr. Fabian Essig, beide von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg.

 

Beim 6. Würzburger Schlaganfallsymposium am 20. Oktober dieses Jahres wurde erneut der seit 2011 jährlich vergebene Hentschel-Preis verliehen. Mit dem Award ehrt die Stiftung „Kampf dem Schlaganfall“ thematisch passende Arbeiten aus Forschung, Prävention, Diagnostik und Therapie. Der Stiftungsgründer Dipl.-Ing. Günter Hentschel übergab den bundesweit ausgeschriebenen, mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Preis an Dr. Maximilian Bellut und Dr. Fabian Essig aus der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zur Pathophysiologie des ischämischen Schlaganfalls. 

Das von Prof. Dr. Karl Georg Häusler und Prof. Dr. Jens Volkmann von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW organisierte Symposium wurde wieder von der Vogel Stiftung Würzburg und Industriepartnern finanziell unterstützt. Wie im Vorjahr wurde die Veranstaltung aufgrund der Covid-19-Pandemie online aus dem Vogel Convention Center in Würzburg übertragen. Die über 100 virtuellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten dabei mit den Referenten über aktuelle Themen der Schlaganfalldiagnostik und -therapie diskutieren. Zudem berichtete Prof. Häusler über die Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten im Rahmen des TRANSIT-Stroke Telemedizin-Netzwerks, das elf Kliniken in Unterfranken und Umgebung miteinander verbindet. 

 

Pressemitteilung "Hentschel-Preis 2021 für zwei Schlaganfall-Forscher des Uniklinikums Würzburg" herunterladen

Uniklinikum Würzburg: Viola und der Chor gegen Depression veröffentlichen Mutmachsong

Am 19. November 2021 erscheint eine Chorversion des Mutmachsongs „Enter the Fray“. Hinter dem Benefizprojekt steht Viola, Sängerin und Schirmherrin der Würzburger Regionalgruppe des Deutschen Bündnisses gegen Depression.

Die Aschaffenburger Sängerin Viola will mithelfen, Depressionen zu enttabuisieren und den Betroffenen Mut zu machen. Deshalb übernahm sie Anfang dieses Jahres die Schirmherrschaft der Würzburger Regionalgruppe des Deutschen Bündnisses gegen Depression e.V. und veröffentlichte im Februar den Song „Enter the Fray“ – auf Deutsch etwa „Stürz‘ Dich in den Kampf“. „Das Lied soll Betroffene zum Kämpfen gegen Depression animieren“, erläutert die Diplom-Gesangspädagogin. In den nachfolgenden Wochen meldeten sich nach Aufrufen in den sozialen Medien 70 Sängerinnen und Sänger, um zusammen mit Viola zusätzlich eine Chorversion von „Enter the Fray“ aufzunehmen.

Aufwändige Herstellung unter Pandemie-Bedingungen

Durch die Bedingungen der Corona-Pandemie war eine gemeinsame Gesangsaufnahme an einem Ort leider nicht möglich. „Dank der voranschreitenden Digitalisierung konnten wir die Idee trotzdem zum Leben erwecken“, freut sich Viola und fährt fort: „Ich habe den Sängerinnen und Sängern das nötige Übungsmaterial online zur Verfügung gestellt. Diese probten den Song zu Hause und nahmen sich auf dem Smartphone oder in ihrem eigenen Homestudio auf.“ Anschließend fügte ein Tontechniker über 150 dieser Tonspuren zusammen. 

Das Ergebnis wird am 19. November 2021 auf allen Streaming-Diensten veröffentlicht. Die Einnahmen daraus und aus dem in Violas Shop unter www.iamviola.de dann verfügbaren Merchandise werden der „Chor gegen Depression“ und die Singer-Songwriterin zu einem Großteil an das Bündnis gegen Depression Würzburg und die Marcé-Gesellschaft für peripartale psychische Erkrankungen spenden.

Ein musikalischer Lichtblick in deprimierenden Zeiten

„Das Projekt kommt genau zur richtigen Zeit“, freut sich Prof. Dr. Sarah Kittel-Schneider. Die Stellvertretende Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Uniklinikums Würzburg, die zudem die Würzburger Regionalgruppe des Deutschen Bündnisses gegen Depression leitet, fährt fort: „Die Menschen sind zunehmend durch die Pandemie belastet und die dunkle Jahreszeit steht bevor. Gerade in diesen Zeiten gibt es viele, bei denen sich Erschöpfung und deprimierte Stimmung zu einer ausgeprägten Depression verschlechtern können.“ Nach ihren Worten wollen Viola und das Bündnis gegen Depression zum einen etwas Licht und Hoffnung in schwierige Zeiten bringen, zum anderen auch weiter über Depressionen als behandelbare Erkrankungen aufklären. Beispielsweise erzählt die Sängerin über ihre eigenen Erfahrungen mit Angsterkrankung und Depression sehr offen in einem Interview mit Prof. Kittel-Schneider, das auf dem Youtube-Kanal des Bündnisses veröffentlicht wurde unter https://www.youtube.com/watch?v=CXBHfji0MBs.

Spendenkonten:

Wer die Hilfseinrichtungen über das Benefizprojekt hinaus unterstützen will, kann spenden unter:

Bündnis gegen Depression
BIC: HYVEDEMM455
IBAN: DE12 7902 0076 0326 2550 84 
Bank: UniCredit Bank AG, Hypovereinsbank Würzburg
Verwendungszweck: Finanzstelle 8691351

sowie

Marcé-Gesellschaft 
BIC: HELADEF1822
IBAN: DE95 5005 0201 0200 6397 30
Bank: Frankfurter Sparkasse

 

Pressemitteilung "Viola und der Chor gegen Depression veröffentlichen Mutmachsong" herunterladen

Uniklinikum Würzburg: Per Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik

Am Uniklinikum Würzburg haben auch fachfremde Beschäftigte die Möglichkeit, sich zur Fachkraft für Lagerlogistik weiter zu qualifizieren oder auszubilden – unabhängig von ihrem Alter und ihren Vorqualifikationen. Dieser Herausforderung stellten sich in den vergangenen zwei Jahren zwei erfahrene Mitarbeiter „um die 50“ des Zentrallagers und drückten nochmals erfolgreich die Schulbank.

Die Logistik gehört zu den elementaren Bereichen jedes Klinikums, denn ohne Logistik läuft nichts“, betont Tobias Firnkes. Der Leiter des Geschäftsbereichs „Wirtschaft und Versorgung“ am Uniklinikum Würzburg (UKW) fährt fort: „Deshalb benötigen wir mehr denn je gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn diese tragen zu einem reibungslosen Ablauf innerhalb des Klinikums bei.“ Nach seinen Worten entwickelte sich in dem von ihm geführten Geschäftsbereich gerade das Zentrallager in der letzten Zeit zu einem „Qualifizierungsmotor“. So wird dort seit mittlerweile vier Jahren zur Fachkraft für Lagerlogistik ausgebildet. „Allerdings sind wir im Sinne der Personalentwicklung sehr daran interessiert, auch fachfremden Beschäftigten die Möglichkeit zu bieten, sich zur Fachkraft für Lagerlogistik weiter zu qualifizieren oder auszubilden – unabhängig von ihrem Alter und ihren Vorqualifikationen“, sagt Firnkes und liefert auch gleich einen der Gründe für diese Haltung: „Gemäß dem Tarifsystem des öffentlichen Dienstes müssen wir ungelernte Lageristen in einer vergleichsweise niedrigen Entgeltstufe einordnen. Wenn diese Mitarbeiter dann die selben Aufgaben erfüllen, wie die spürbar besser bezahlten Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik, kann das die innerbetriebliche Harmonie stören. Unter anderem deshalb sollen nach Möglichkeit in absehbarer Zeit nur noch Fachkräfte in unserem Zentrallager arbeiten.“

Weiterbildungskonzept aufgesetzt

Vor diesem Hintergrund entwickelten der Geschäftsbereichsleiter und sein Team – gut beraten durch die Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt und die Handwerkskammer für Unterfranken – ein Weiterbildungskonzept für ungelernte Lagerkräfte am UKW. „Von der wirtschaftlichen Seite wurde dieses möglich durch das Programm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit“, schildert Silke Götz, die als Leiterin der Abteilung Einkauf im Geschäftsbereich „Wirtschaft und Versorgung“ nach Fördermöglichkeiten recherchiert hatte. WeGebAU steht für „Weiterbildung geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“. Neben weiteren Leistungen wurde dem UKW aus diesem Programm ein Arbeitsentgeltzuschuss gezahlt. 

Zwei Jahre an der Berufsschule Kitzingen-Ochsenfurt

Umgesetzt wurde das Konzept am Klinikum erstmals mit Michael Funk (Jahrgang 1974) und Marco Herbert (1970), die beide seit dem Jahr 2014 im Zentrallager des UKW in der Inneren Aumühle arbeiten. Obwohl sie jeweils jahrzehntelange Berufserfahrung in der Lagerlogistik haben, galten sie bis vor kurzem nicht als Fachkräfte, da ihnen der entsprechende Ausbildungsabschluss fehlte. Sie starteten im September 2019 berufsbegleitend in die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik an der Berufsschule Kitzingen-Ochsenfurt. Normalerweise dauert diese drei Jahre, wird aber bei entsprechender Vorbildung – wie im Fall der beiden UKW-Mitarbeiter – auf zwei Jahre verkürzt. Der Unterricht erfolgt in Teilzeit, was bedeutet, dass Funk und Herbert im ersten Schuljahr an jeweils zwei Tagen pro Woche statt ins Zentrallager zur Schule nach Kitzingen fuhren. Im zweiten Jahr reduzierte sich dies auf einen wöchentlichen Schultag.

„Gerade das erste Vierteljahr war durch den umfangreichen Lernstoff schon heftig“, erinnert sich Marco Herbert. Als belastend fand er dabei weniger die fachspezifischen, sondern vielmehr die allgemeinen Lernfelder, wie Politik und Gesellschaft oder Fachrechnen. „Zum Glück hat es sich dann aber soweit eingefahren, dass ich es durchziehen konnte“, ist Herbert heute froh.

Auch für Michael Funk war die Umschulung kein reiner Spaziergang: „Wenn der letzte Schulbesuch rund 30 Jahre zurückliegt, muss man erst wieder lernen zu lernen.“ 

Mit dem Lockdown der im Frühjahr 2021 in Deutschland einsetzenden Corona-Pandemie änderte sich an der Berufsschule die Unterrichtsform vom Präsenzunterricht zum Home Schooling über eine Online-Konferenzplattform. „Bis zu den Abschlussprüfungen im Juli 2021 gab es in Abhängigkeit vom aktuellen Inzidenzwert in Kitzingen dann ein Wechselspiel aus Präsenz- und Online-Unterricht“, schildert Funk. Am Ende erreichten beide Berufsschüler sehr gute Abschlussnoten und sind stolz auf das Geleistete.

Unterstützt von den Kollegen

„Dass die Maßnahme so gut gelingen konnte, lag zu einem guten Teil auch daran, dass die Kollegen von Michael Funk und Marco Herbert dankenswerterweise bereit waren, die durch die Schultage hervorgerufenen Fehlzeiten aufzufangen“, betont Jens Sesselmann, der Leiter des Zentrallagers. 

„Unter dem Strich ist die ganze Sache idealtypisch gelaufen. Frau Götz, Herr Sesselmann und ich gratulieren unseren neuen Fachkräften herzlich zum Ausbildungserfolg. Persönlich würde ich mich freuen, wenn sich weitere Klinikumsbeschäftigte in einer ähnlichen Lebens- und Berufssituation für eine solche Umschulung entscheiden. Hierauf arbeiten Frau Götz und ich hin“, fasst Tobias Firnkes zusammen.

 

Pressemitteilung "Per Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik" herunterladen

Würzburger Universitäts-Frauenklinik: 3D-Modell des weiblichen Beckens ausgezeichnet

Das von Dr. Matthias Kiesel von der Würzburger Universitäts-Frauenklinik und seinem Team entwickelte Schulungsmodell des weiblichen Beckens kam bei der Deutschen 3D-Druck-Challenge 2021 auf den ersten Platz.

 

Hinter der Deutschen 3D-Druck-Challenge steht Innosüd, ein Verbund aus den Hochschulen Neu-Ulm und Biberach sowie der Technischen Hochschule und der Uni Ulm. Gesucht werden Ideen zu neuen, vermarktungsfähigen 3D-gedruckten Produkten. Bei der zweiten Ausgabe des Wettbewerbs am 21. Oktober 2021 in Neu-Ulm kam unter 50 Einsendungen ein anatomisches Schulungsmodell des weiblichen Beckens auf den ersten Platz. Entwickelt wurde es von der Ingenieurin Inga Beyers, dem Informatiker Adam Kalisz und dem Gynäkologen Dr. Matthias Kiesel. Letzterer ist Assistenzarzt an der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg. An dem Modell arbeitete er in seiner Freizeit. „Wir haben unser Produkt auf die wichtigsten medizinischen Aspekte reduziert, die gebraucht werden, um jemanden eine gynäkologische Untersuchung beizubringen“, erläutert Dr. Kiesel. Für eine noch bessere Anschaulichkeit sei das Demonstrationsobjekt in 24 Einzelteile zerlegbar. „Das Zusammenfügen der ‚Puzzle-Teile‘ fördert das aktive Lernen und ein besseres Einprägen der anatomischen Strukturen“, ist sich Dr. Kiesel sicher.

Nach seinen Angaben ist der geplante Verkaufspreis des Modells mit dem Markennamen Pelvisio deutlich günstiger als der von schon auf dem Markt verfügbaren Produkten. 

 

Pressemitteilung "Universitäts-Frauenklinik: 3D-Modell des weiblichen Beckens ausgezeichnet" herunterladen

Else Kröner Center in Mwanza eröffnet

Was in den 1960er-Jahren als Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza begann, hat sich zu einer intensiven humanitär-medizinischen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit entwickelt, die im August 2020 in der Gründung des „Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies“ gipfelte. Nach einer pandemiebedingten Verzögerung haben Vertreterinnen und Vertreter aller am Projekt beteiligter Einrichtungen jetzt das Center offiziell in Mwanza eröffnet.

In der Region um Mwanza am Viktoriasee leben rund 16 Millionen Menschen. Weil es an sanitären Einrichtungen mangelt und das Gesundheitssystem Tansanias in den ländlichen Regionen nur eine Basisversorgung bietet, sind viele von ihnen von sogenannten „armutsassoziierten vernachlässigten Tropenkrankheiten“ (NTDs – Neglected Tropical Diseases) betroffen. So leiden zum Beispiel über 70 Prozent an Schistosomiasis, einer durch Süßwasserkontakt übertragenen Wurminfektion, die unter anderem zu Schäden an Darm, Leber und Milz und im schlimmsten Fall zum Tod führt.

Ein multidisziplinäres Programm zur Bekämpfung der Schistosomiasis nimmt deshalb einen besonderen Stellenwert in der Arbeit des im August 2020 gegründeten „Else Kröner Center Würzburg – Mwanza“ (EKC) ein. Zusammengeschlossen haben sich darin die Universität und das Universitätsklinikum Würzburg, die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, das Würzburger Missionsärztliche Institut und die Catholic University of Health and Allied Sciences (CUHAS) sowie das Bugando Medical Center in Mwanza. 

Bessere Gesundheitsversorgung rund um Mwanza

Ziel ist es, mit einer Reihe von medizinischen und humanitären Projekten für eine verbesserte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung rund um Mwanza am Viktoriasee zu sorgen und den medizinischen Austausch zwischen den beiden Standorten zu intensivieren. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt das Projekt über einen Zeitraum von fünf Jahren mit 2,5 Millionen Euro.

Eigentlich sollte die offizielle Eröffnungsfeier für das neue Zentrum bereits im November 2020 stattfinden. Wegen Corona musste sie allerdings verschoben werden. Jetzt konnte sie endlich stattfinden; eigens dafür nach Mwanza angereist war eine Delegation der Würzburger Projektbeteiligten. 

Feierliche Eröffnung am Rande des Viktoriasees

Anwesend waren unter anderem die Professoren der Universität und des Universitätsklinikums Matthias Frosch und Oliver Kurzai, die gemeinsam Leiter des Projekts sind, und Jürgen Deckert sowie Dr. Christa Kasang von der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe und Dr. Andreas Müller vom Missionsärztlichen Institut. Begleitet wurden sie von Dr. Judith von Heusinger als Vertreterin der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Gemeinsam mit den tansanischen Partnern, Professor Stephen Mshana von der Catholic University for Health and Allied Sciences (CUHAS) und dem Bugando Medical Center (BMC) wurde die Eröffnungsfeier am Donnerstag, 11. November 2021, in Anwesenheit der Exzellenzen Bischof Severine Niwemugizi (Bistum Rulenge-Ngara, Chairman des Universitätsrats von CUHAS) und Bischof Eusebius Nzigilwa (Bistum Mpanda, Chairman der Strategie- und Finanzkommission CUHAS) am Rande des Viktoriasees abgehalten.

Im Rahmen ihres Afrikabesuches werden die Mitglieder der Delegation zahlreiche Projektstätten besichtigen und Weichen für die kommenden Monate stellen. Unterstützung erhält das EKC dabei von den Partnerstädten Würzburg und Mwanza. Auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Mitglied im Beirat des neuen Zentrums, ist in Begleitung von Monika Kraft, der stellvertretenden Leiterin des Fachbereichs Jugend und Familie im Würzburger Rathaus, vor Ort, um sich ein Bild von den gemeinschaftlichen Projekten zu verschaffen und die Städtepartnerschaft weiter auszubauen. 

Zahlreiche gemeinsame Projekte

Als Forschungs- und Gesundheitszentrum soll das EKC in den kommenden Jahren die bestehende medizinische und wissenschaftliche Zusammenarbeit der Projektpartner in einem strukturierten und nachhaltigen Rahmen zusammenführen und ausbauen. Die Aktivitäten des EKC umfassen unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte, Austauschprogramme für Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden sowie die Entwicklung gemeinsamer Studiengänge in den Bereichen Biostatistik & Epidemiologie und Globale Gesundheit. Im Rahmen von Weiterbildungsprogrammen können auch Fachärztinnen und -ärzte im gegenseitigen Austausch voneinander lernen. Herzstück der kommenden Jahre ist das Programm zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten. Im Kampf gegen die Schistosomiasis bedeutet dies konkret: Unter dem Dach des EKC wird Aufklärungsarbeit geleitet und Personal gezielt für die Diagnose der Infektionskrankheit ausgebildet. Damit wird die Möglichkeit zu einer kostenlosen Untersuchung auf Schistosomiasis geschaffen. Zudem wird der Zugang zur Medikamentenversorgung und damit zu einer Behandlung der Krankheit für einen breiten Teil der Bevölkerung erleichtert. 

Weitere Informationen zu den Projekten, Austauschprogrammen und den beteiligten Partner sind unter https://www.wuerzburg-mwanza.de zu finden.

Stimmen von der Eröffnungsfeier

„Die Förderung als Else Kröner Center ermöglicht es uns, die langjährige wissenschaftliche und klinische Partnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza weiter zu intensivieren. Davon profitieren beide Seiten - sowohl im Hinblick auf wissenschaftliche Projekte, als auch bei der Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler." Prof. Oliver Kurzai

„Eine Förderung in Höhe von 2,5 Millionen Euro für eine Projektlaufzeit von fünf Jahren auszuschreiben, war für die Else Kröner-Fresenius Stiftung ein Novum. Wir haben uns allerdings ganz bewusst dafür entschieden, mit einer so hohen Fördersumme vor allem Projekte zu unterstützen, die langfristig wirken.“ Dr. Judith von Heusinger, Else Kröner-Fresenius Stiftung

„Alle beteiligten Partner freuen sich außerordentlich, jetzt – mit einer Verspätung von einem Jahr aufgrund von Corona – das neue Zentrum feierlich zu eröffnen. Ich bin besonders dankbar, dass trotz Corona im letzten Jahr schon sehr viel passiert ist – das zeigt wie stabil die Kooperation zwischen den Partnern mittlerweile ist.“ Prof. Matthias Frosch

„Das neue Zentrum ermöglicht es uns, Gesundheitsbedrohungen, die speziell in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auftreten, durch eine effektive Forschungszusammenarbeit anzugehen.“ Prof. Stephen Mshana, CUHAS University Mwanza

 

Pressemitteilung des Else Kröner Center - Würzburg-Mwanza vom 11. November 2021 herunterladen

Risikofaktor Diabetes: Wie erhöhter Blutzucker Herz und Nieren schadet

Die Zuckerkrankheit ist eine der häufigsten Ursachen für eine Herzschwäche und Niereninsuffizienz. Fatal ist, dass alle drei Erkrankungen still und leise kommen. Umso wichtiger ist die Früherkennung!

If not now, when? Wann, wenn nicht jetzt? So lautet das Motto des diesjährigen World Diabetes Day am 14. November. Die International Diabetes Federation (IDF) fordert mit ihrer Kampagne für jeden Diabetiker Zugang zu einer entsprechenden Versorgung, also zu Insulin und Medikamenten, Selbstkontrolle, Aufklärung und psychologischer Unterstützung sowie zu gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung. Nicht nur Diabetologen, sondern auch Kardiologen und Nephrologen des Universitätsklinikums Würzburg unterstützen dieses Motto von ganzem Herzen. Schließlich ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) eine der häufigsten Ursachen für Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen. Ein gut eingestellter Blutzucker und regelmäßige Herz- und Nierenchecks sind daher essentiell für Diabetiker. 

Laut der International Diabetes Federation (IDF) leben 463 Millionen Erwachsene weltweit mit Diabetes. Jede zweite Diabetes-Erkrankung bleibt lange unentdeckt. 232 Millionen Betroffene leben demnach mit Diabetes, ohne es zu wissen. Ein erhöhter Blutzucker tut erst einmal nicht weh, was die Erkrankung umso fataler macht. Betroffene sterben im Schnitt fünf bis zehn Jahre früher, meist weil der Diabetes zu spät diagnostiziert und behandelt wird, die Nieren oder das Herz versagen. 

Das Herz-Nieren-Diabetes-Dilemma

Eine besonders unglückliche Kombination ist die Trias aus Diabetes, chronischer Nierenerkrankung und Herzinsuffizienz, wie Prof. Dr. Martin Fassnacht, der Leiter der Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Würzburg erklärt. In einer zusammenfassenden Analyse vieler Studien (1) wurde bei Menschen mit Diabetes ein sechsfach höheres Risiko für die Entwicklung eines Nierenversagens mit anschließend erforderlicher Nierenersatztherapie festgestellt, als bei Menschen ohne Diabetes. Viele sterben während des Fortschreitens der Nierenerkrankung an kardiovaskulären Ursachen. Tatsächlich ist die Kombination von Diabetes und chronischer Niereninsuffizienz stark mit Herz-Kreislauferkrankungen und einer höheren Morbidität und Sterblichkeit verbunden (2).

Am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) werden schon seit vielen Jahren die wechselseitigen Erkrankungen erforscht. Man dürfe die Herzinsuffizienz nicht als isolierte Erkrankung des Herzens ansehen, sondern als Systemerkrankung, sagt Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Herzinsuffizienz-Ambulanz am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI). „Mehr als die Hälfte der Patienten mit Herzinsuffizienz haben sieben oder mehr Begleiterkrankungen!“ Die häufigste Begleiterkrankung ist der hohe Blutdruck mit 66 Prozent, gefolgt von chronischer Niereninsuffizienz mit 50 Prozent, Diabetes mit 32 Prozent und Übergewicht mit 26 Prozent. 

Je eher jedoch eine Funktionsstörung der Niere oder des Herzens entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Eine chronische Herz- oder Niereninsuffizienz ist bislang nicht heilbar, aber das Fortschreiten der Erkrankung lässt sich verlangsamen oder gar aufhalten! Umso wichtiger sind Prävention, Früherkennung sowie der Zugang zu entsprechenden Therapien. 

Blutzucker und Blutdruck im Auge behalten

Eine Herz- oder Niereninsuffizienz kommt wie Diabetes und übrigens auch Bluthochdruck in der Regel still und leise. Zur Zeit der Diagnosestellung haben alle vier Erkrankungen oft schon vollkommen unbemerkt ihre Zerstörungsarbeit geleistet. Wer denkt bei Müdigkeit, geschwollenen Beinen, Juckreiz der Haut und Appetitlosigkeit direkt an eine Herz- oder Nierenerkrankung? Daher ist besondere Aufmerksamkeit geboten! „Denn wer Blutzucker und Blutdruck kennt und unter Kontrolle hat, kann sein Risiko für eine Funktionsstörung des Herzens oder der Nieren erheblich senken. Und wer bereits Diabetiker ist, sollte unbedingt einmal im Jahr sein Blut und Urin untersuchen lassen“, rät Prof. Dr. Christoph Wanner. Wanner leitet am Uniklinikum Würzburg die Nephrologie und hat als Präsident der European Renal Association ERA die Kampagne Strong Kidneys ins Leben gerufen (www.strongkidneys.eu). 

Urin- und Bluttests sind wichtiges Frühwarnsystem

Erhöhte Albuminausscheidung im Urin deutet sehr früh auf eine gestörte Filterleistung der Niere hin, lange bevor die Auswirkungen der Nierenschwäche überhaupt spürbar sind. Bei einem Gesunden liegt die Konzentration von Albumin im Urin unter 30 Milligramm. Bei einer Konzentration von 30-300 Milligramm Albumin spricht man auch von einer Mikroalbuminurie – erstes Anzeichen einer diabetischen Nierenerkrankung. Wird bei einem Urinschnelltest Albumin nachgewiesen, sollte dieses Ergebnis mit einem weiteren, präziseren Test bestätigt werden. Neben Urinwerten sind auch Blutwerte wichtig, um die Funktion der Niere zu kennen. Je höher zum Beispiel die Kreatinin-Konzentration im Blut ist, desto schlechter arbeiten die Nieren. Anhand des Kreatinin-Wertes im Blut und unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht wird zudem die glomeruläre Filtrationsrate GFR berechnet. Mit diesem wichtigen Marker lässt sich die Schwere der Nierenerkrankung bestimmen und in ein entsprechendes Stadium einteilen. Die GFR dient zur Entscheidung über Diagnose, Prognose und Behandlung. 

Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Herzinsuffizienz sollte das Hormon BNP (Brain Natriuretic Peptide) oder seine Vorstufe (NT-proBNP) im Blut bestimmt werden. Je höher der BNP-Wert, desto wahrscheinlicher ist eine Herzinsuffizienz. Ein sehr niedriger BNP-Wert schließt das Vorliegen einer Herzinsuffizienz praktisch aus.

Neue Medikamente als Hoffnungsträger 

Lange war die Behandlung von Patienten mit Diabetes, Herz- und Niereninsuffizienz ein Dilemma. Doch es gibt nun Hoffnung. Christoph Wanner war einer der ersten, die das Potenzial von SGLT2-Hemmern in der Behandlung von Diabetes und Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen erkannt hat. Diese Medikamente helfen nicht nur bei Diabetes, sie verlangsamen auch das Fortschreiten von Herz- und Niereninsuffizienz, und zwar auch bei Patienten ohne Diabetes. Wanner: „SGLT2-Hemmer sorgen dafür, dass vermehrt Zucker über den Urin ausgeschieden wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel und es kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen. Gleichzeitig werden Niere und Kreislauf entlastet.“ Martin Fassnacht ergänzt: „Generell hat sich die Wertigkeit der unterschiedlichen Anti-Diabetesmedikamente in den letzten Jahren deutlich geändert und neben SGLT2-Hemmern und dem altbekannten Metformin spielen GLP1-Analoga zunehmend eine wichtige Rolle in der Behandlung von Patienten mit Typ 2 Diabetes, da auch diese die Folgeerkrankungen, unter anderem an Herz und Niere reduzieren können.

Informationen zum Diabetes: Typ-1-Diabetes tritt meist bei Kindern auf, daher wird er oft als jugendlicher Diabetes mellitus bezeichnet. Die Bauchspeicheldrüse stellt beim Typ-1-Diabetes die Produktion von Insulin ein, sodass Betroffene für den Rest des Lebens auf Insulin von außen angewiesen sind. Die deutlich häufigere Variante, der Typ-2-Diabetes, tritt in der Regel bei Menschen über 50 auf und wurde deshalb früher auch als Altersdiabetes mellitus bezeichnet, allerdings sind inzwischen deutlich häufiger auch junge Menschen betroffen. Beim Typ 2 sind nur wenige Patienten auf Insulin angewiesen, da der Körper noch Insulin produziert, es aber nicht verwerten kann. Mit einer Lebensstiländerung (u.a. Diät und mehr Bewegung) und der Einnahme von Medikamenten können die Patienten ihren erhöhten Blutzucker oftmals in den Griff bekommen. 

Informationen zum Weltdiabetestag: Der World Diabetes Day wird seit 30 Jahren begangen, immer am 14. November, dem Geburtstag von Sir Frederick Banting, der mit Charles Best im Jahr 1922 das lebenswichtige Hormon Insulin entdeckt hat. Ins Leben gerufen wurde der WDD von der International Diabetes Federation (IDF) und der World Health Organization (WHO). worlddiabetesday.org

Informationen zu Strong Kidneys: Strong Kidneys ist eine weltweite Kampagne der European Renal Association ERA. Die Nieren reinigen unser Blut von Giftstoffen und Abfallprodukten, sorgen für einen ausgeglichenen Wasser- und Salz-Haushalt sowie für gesunde Knochen, regulieren Blutdruck und Blutbildung und erzeugen lebenswichtige Hormone. Doch bei jedem zehnten Europäer ist die Nierenfunktion geschwächt. Viele ahnen nichts davon. Das ist fatal. Denn Nieren können sich nicht mehr von der Störung erholen. Bei einer extrem eingeschränkten Nierenfunktion sind die lebenslange Blutwäsche oder eine Nierentransplantation oft der einzige Ausweg. Genügend Gründe, um regelmäßig zu prüfen, ob es den Nieren gut geht. www.strongkidneys.eu

(1 )Narres, Maria; Claessen, Heiner; Droste, Sigrid; Kvitkina, Tatjana; Koch, Michael; Kuss, Oliver; Icks, Andrea (2016): The Incidence of End-Stage Renal Disease in the Diabetic (Compared to the Non-Diabetic) Population. A Systematic Review. In: PloS one 11 (1), e0147329. DOI: 10.1371/journal.pone.0147329.

(2) KDIGO 2012 clinical practice guideline for the evaluation and management of chronic kidney disease.

Pressemitteilung als PDF