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Passgenaue Bakterienblocker

Aus dem Online-Magazin EinBlick der Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Passgenaue Bakterienblocker

Jörg Vogel und Linda Popella forschen an einer neuen Klasse von Antibiotika.
Jörg Vogel und Linda Popella forschen an einer neuen Klasse von Antibiotika. (Bild: Britta Grigull / HIRI)

Ähnlich wie Impfstoffe gegen das Coronavirus könnten RNA-basierte Antibiotika die Medizin entscheidend voranbringen. Welche Voraussetzungen sie dafür erfüllen müssen, haben Würzburger Forschungsteams untersucht.

Im Kampf gegen die Coronapandemie haben mRNA-basierte Medikamente ihre Fähigkeiten eindrucksvoll bewiesen. Mit Hilfe dieser Technik konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Rekordzeit Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 entwickeln und auf den Markt bringen, die Millionen von Menschen höchst effektiv vor schweren Krankheitsverläufen schützen.

Mit RNA-basierter Medizin lassen sich jedoch nicht nur Viren bekämpfen. Sie gelten unter anderem auch als Kandidaten für eine neue Form von Antibiotika, mit denen bakterielle Infektionen maßgeschneidert behandelt werden können.

Welche Voraussetzungen die Wirkstoffe dabei erfüllen müssen und wie sie im Bakterium arbeiten: Das haben Forscherinnen und Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) untersucht. Daran beteiligt waren Teams des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) und  des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellen sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nucleic Acids Research vor.

Klassische Wirkstoffe versagen immer häufiger

„Weltweit nimmt die Zahl an antibiotikaresistenten Bakterienstämmen zu; bei immer mehr Menschen versagen die klassischen Wirkstoffe. Wir brauchen deshalb dringend neue Medikamente, mit denen wir diese Krankheitserreger gezielt und effektiv bekämpfen können.“ Mit diesen Worten beschreibt Professor Jörg Vogel den Hintergrund der jetzt veröffentlichten Arbeit. Vogel ist Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare Infektionsbiologie I an der JMU und Direktor des HIRI sowie Hauptautor der Studie.

Programmierbare mRNA-Antibiotika könnten die Lösung für dieses Problem sein. Das Prinzip ist einfach: „Wir schleusen kurze Ketten von Basen in Bakterien ein, die so konstruiert sind, dass sie exakt zu bestimmten Genen passen“, erklärt Vogel. Lagern sich die Abschnitte an die mRNA des jeweiligen Gens an, unterbinden sie dessen Proteinproduktion – im Idealfall stirbt das Bakterium in der Folge ab.

Durch das Spiegelbild ausgeschaltet

„Antisense-Technik“ wird diese Vorgehensweise in der Wissenschaft genannt. Die jeweiligen Wirkstoffe sind in ihrer Struktur spiegelbildlich zu einem Gen aufgebaut und können dieses somit höchst wirksam blockieren. Erste Medikamente, die nach diesem Prinzip funktionieren, sind bereits auf dem Markt – beispielsweise gegen die Folgen der spinalen Muskelatrophie oder gegen eine Hepatitis-C-Infektion. mRNA-Antibiotika gibt es bislang nur im Labor.

In ihrer Studie haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Bakterienstämme vom Typ „uropathogene Escherichia coli (UPEC)“ konzentriert. Diese sind in der Mehrzahl der Fälle dafür verantwortlich, dass etwa jede zweite Frau einmal in ihrem Leben an einer Harnwegsinfektion erkrankt. Ein übermäßiger Einsatz von Antibiotika in den vergangenen Jahrzehnten hat dazu geführt, dass viele von ihnen gegen die gängigen Therapeutika resistent geworden sind, was insbesondere die Behandlung der häufig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen erschwert.

Antworten auf drei zentrale Fragen

Vor allem auf drei Fragen haben die beteiligten Forschungsteams Antworten gesucht. Erstens: Sind die von ihnen entwickelten Wirkstoffe – in diesem Fall handelt es sich um sogenannte Antisense-Peptidnukleinsäuren, die auf mRNAs essentieller bakterieller Gene abzielen – spezifisch, soll heißen: Blockieren sie tatsächlich nur ein bestimmtes Gen? Oder beeinflussen sie möglicherweise auch andere Abschnitte der Erbinformation? Die klare Antwort: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die von uns eingesetzten Basenpaare nur das jeweils vorgesehene Gen blockieren“, so Vogel.

Zweitens: Wie reagiert das Bakterium auf den Versuch, die Wirkstoffe ins Zellinnere einzuschleusen? Antwort: Mit einer Stressreaktion – und damit leider nicht so, wie gewünscht. Das liegt vor allem daran, dass Antisense-Peptidnukleinsäuren vergleichsweise groß sind. Der Stress entsteht deshalb vor allem dann, wenn diese Biomoleküle die Bakterienmembran überwinden.

Eine gute Nachricht folgt jedoch aus der Antwort auf Frage 3: Kann man diese „Basenpaar-Schnipsel“ kleiner machen? Ja, das ist möglich. „Die Wissenschaft ist bisher davon ausgegangen, dass zwischen neun und 14 Basenpaare nötig sind, damit es zu keinen unspezifischen Bindungen an andere Gene kommt“, erklärt Vogel. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse zeigen hingegen: Neun Basenpaare reichen aus; die Schnipsel können also relativ klein gehalten werden.

Beweis für gute Nachwuchsarbeit

Erstautorin der Studie in Nucleic Acids Research ist Dr. Linda Popella, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie I. Die junge Immunologin hat damit bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres eine Arbeit in einem hochrangigen Forschungsmagazin veröffentlicht. Für Jörg Vogel ist das ein Beweis für die gute Nachwuchsarbeit, die in den Laboren von HIRI und IMIB geleistet wird.

Insgesamt, so die Autorinnen und Autoren der Studie, zeigen die Ergebnisse, dass sich mRNA-basierte Antibiotika zur Bekämpfung uropathogener Bakterienstämme vom Typ Escherichia coli grundsätzlich eignen. Vor einem Einsatz in der Klinik müsste jedoch noch eine Reihe wichtiger Fragen geklärt werden. Die Dringlichkeit dafür sei hoch: „Wenn wir nicht dabei zusehen wollen, wie antibiotikaresistente Keime die Erfolge moderner Medizin zunichtemachen, brauchen wir neue Werkzeuge, die einen gezielten Einsatz gegen Krankheitserreger ermöglichen“, sagt Jörg Vogel. Die bisherigen Antibiotika seien dazu jedenfalls nicht in der Lage.

Originalpublikation

Comprehensive analysis of PNA-based antisense antibiotics targeting various essential genes in uropathogenic Escherichia coli. Linda Popella, Jakob Jung, Phuong Thao Do, Regan J. Hayward,  Lars Barquist, Jörg Vogel. Nucleic Acids Research, https://doi.org/10.1093/nar/gkac362

Förderung

Die Studie wurde aus Mitteln des Forschungsnetzwerks „Neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung“ (bayresq.net) gefördert. In dem Netzwerk arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrerer bayerischer Universitäten interdisziplinär in sechs Forschungsprojekten zusammen. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung neuer Therapeutika und neue Erkenntnisse über die Auswirkungen von Immunsystem, Mikrobiom oder Metabolom auf das Infektionsgeschehen.

Kontakt

Dr. Britta Grigull, Presse & Öffentlichkeitsarbeit, +49 (0)931-31-81801, britta.grigull@ helmholtz-hiri.de

Von Gunnar Bartsch

„Entscheidungshilfe“ für die Immunantwort

Aus dem Online-Magazin EinBlick der Julius-Maximilians-Universität Würzburg: „Entscheidungshilfe“ für die Immunantwort

Elena Vialetto, Erstautorin der Studie, im HIRI-Labor.
Elena Vialetto, Erstautorin der Studie, im HIRI-Labor. (Bild: Luisa Macharowsky / HIRI)

Nur wenn die Menge an Fremd-RNA einen gewissen Schwellenwert übersteigt, lösen bestimmte Systeme in Zellen eine umfassende Immunantwort aus. Das zeigt eine Studie aus dem Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung.

Freund oder Feind? Mit dieser Frage sehen sich Immunsysteme ständig konfrontiert. Sie müssen Eindringlinge ausfindig machen, ohne der zu schützenden Zelle zu schaden. CRISPR-Cas-Systeme erkennen Fremdkörper anhand ihrer Gensequenz. Doch was passiert, wenn Wirtszellen die gleichen genetischen Merkmale aufweisen?

Ein Forschungsteam unter Federführung des Würzburger Helmholtz-Instituts in Kooperation mit der North Carolina State University (USA) hat nun einen Kontrollmechanismus für CRISPR-Systeme mit der Nuklease Cas13 identifiziert: Diese Erkenntnis eröffnet neue Möglichkeiten für den Einsatz von CRISPR-Cas13 zur Behandlung von Erb- und Infektionskrankheiten. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Cell Host & Microbe veröffentlicht.

Eine heikle Unterscheidung

Fremdkörper vom Wirt zu unterscheiden, ist für Immunsysteme eine große Herausforderung. Erkennen sie einen Eindringling nicht, ist der Wirt einer potenziell tödlichen Infektion ausgesetzt. Stufen sie den Wirt selbst als Fremdkörper ein, kann eine verheerende Autoimmunreaktion die Folge sein.

„Für die Behandlung von Infektions-, Erb- und Autoimmunkrankheiten ist es wichtig zu verstehen, wie Immunsysteme Entscheidungen treffen“, sagt Chase Beisel, korrespondierender Autor der Studie und Leiter der Abteilung „Synthetische RNA-Biologie“ am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg, einem Standort des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg.

Drei goldene Regeln

Auch CRISPR-Cas-Abwehrsysteme, die natürlicherweise in Bakterien vorkommen und sie vor viralen Angriffen schützen, müssen regelmäßig entscheiden, ob sie eine Immunantwort auslösen oder nicht. Bei Systemen mit der Nuklease Cas13 äußert sich eine solche Abwehrreaktion in einem umfassenden Abbau von Ribonukleinsäure (RNA, von engl. ribonucleic acid), die Zelle wird in einen Ruhezustand versetzt. In dieser Umgebung kann sich das eindringende Virus nicht weiter vermehren, seine Ausbreitung wird eingedämmt.

„Bisher wurde angenommen, dass die Immunreaktion bei CRISPR-Cas13-Systemen ausgelöst wird, sobald zwei Kriterien erfüllt sind: eine Übereinstimmung der Ziel-RNA mit der Leit-RNA des Systems und das Vorhandensein einer zusätzlichen flankierenden Gen-Sequenz“, erklärt Elena Vialetto, Doktorandin am HIRI und Erstautorin der Studie. „Dass auch die Konzentration der Fremd-RNA eine Rolle spielt, war völlig unerwartet.“

Diese zusätzliche „Entscheidungshilfe“ ermöglicht es, zwischen einer akuten und potenziell tödlichen Infektion und einer relativ harmlosen Infektion zu unterscheiden: „Zellen können also entscheiden, inwieweit eine Infektion eine Bedrohung darstellt“, fasst Vialetto zusammen. „Das ist eine bedeutende Erkenntnis, da einige Infektionen auch Vorteile für Bakterien bieten können. Beispielsweise gibt es bestimmte Eindringlinge, die Antibiotikaresistenzgene enthalten und sich nur in das Bakteriengenom integrieren, ohne die Zelle zu töten“, sagt Chase Beisel.

Neue Möglichkeiten für Therapien und Gen-Abschaltung

Die Nuklease Cas13 hat das Potenzial, künftig bei Virenerkrankungen oder zur Abschaltung unerwünschter Gene eingesetzt zu werden. „Es war immer ein Kuriosum, dass Cas13 in Bakterien durch die Spaltung sämtlicher RNA Ruhezustände auslöst, in menschlichen Zellen jedoch nur die Ziel-RNA spaltet. Unsere Arbeit deutet darauf hin, dass die RNA-Konzentration etwas damit zu tun haben könnte“, sagt Vialetto.

Beisel ergänzt: „Das stellt einen zusätzlichen Faktor dar, der bei der Anwendung von Cas13 zur Abschaltung von Genen berücksichtigt werden muss.“ Die Erkenntnisse des Forschungsteams helfen also dabei, die Nuklease besser zu verstehen, und schaffen so die Grundlage für innovative Therapiemöglichkeiten.

In einem nächsten Schritt wollen die Forschenden untersuchen, wie sich dieser Schwellenwert bei anderen CRISPR-Cas-Systemen auswirkt, die RNA erkennen. „Es gibt eine ganze Klasse von Systemen, die sogenannten Typ-III-Systeme, die RNA erkennen, dann aber auf andere Proteine angewiesen sind, um die RNA oder DNA zu spalten. Auch hier könnte die RNA-Konzentration einen großen Einfluss darauf haben, wann eine Immunantwort ausgelöst wird und wie das System zwischen gutartigen und gefährlichen Eindringlingen unterscheidet“, gibt Beisel einen Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.

Die Studie wurde aus Mitteln der Joint Programming Initiative on Antimicrobial Resistance (JPIAMR), der National Institutes of Health (NIH), des bayerischen Forschungsnetzwerks bayresq.net und im Safe Genes Program der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) gefördert.

Originalpublikation

A target expression threshold dictates invader defense and prevents autoimmunity by CRISPR-Cas13. Vialetto E, Yu Y, Collins SP, Wandera KG, Barquist L, Beisel CL (2022). Cell Host & Microbe, DOI: doi.org/10.1016/j.chom.2022.05.013

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung:

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) wurde im Mai 2017 als gemeinsame Einrichtung des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gegründet. Mit Sitz auf dem Campus des Würzburger Uniklinikums widmet sich das HIRI als weltweit erstes Institut seiner Art der Rolle von Ribonukleinsäuren (RNAs) in Infektionsprozessen. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden in einem integrativen Forschungsansatz neue Therapieansätze entwickelt und diese durch Entwicklung pharmazeutischer Anwendungsformen klinisch anwendbar gemacht.

www.helmholtz-hiri.de

Von Luisa Macharowsky / HIRI

Gesund durch die nächste Hitzewelle

Eine neue Übersichtsarbeit, die gerade im Journal The Lancet Planetary Health veröffentlicht wurde (DOI: 10.1016/S2542-5196(22)00117-6 ), untermauert die Hinweise, dass der Klimawandel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Ein Temperaturanstieg von einem Grad sowie Hitzewellen könnten zu vermehrten kardiovaskulär bedingten Todesfällen führen.

Mit zunehmender Erderwärmung steigt die Wetterempfindlichkeit der Menschen, in der Fachsprache Biotropie genannt. Hitzewellen sowie rasche Temperaturänderungen zum Vortag und Temperaturschwankungen binnen eines Tages werden mit einer erhöhten Wetterfühligkeit in Verbindung gebracht, was zur Folge hat, dass bereits vorhandene Krankheiten und Beschwerden verstärkt oder ausgelöst werden können. „Der Klimawandel schlägt vor allem auf den Kreislauf und bereitet insbesondere Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck große Probleme. Es kommt zu Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Muskelkrämpfen bis hin zu Herzrhythmusstörungen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg (UKW). Wer sich nicht rechtzeitig Kühlung verschafft, riskiert sogar einen Hitzschlag. Auch die Nieren können unter den erhöhten Durchschnittstemperaturen und extremer Hitze leiden.

Regulation der Körpertemperatur

Generell hat unser Körper verschiedene Möglichkeiten, die eigene Körpertemperatur zu regulieren und überschüssige Wärme abzugeben. Die bekannteste Maßnahme ist das Schwitzen. Stellt unser Temperaturkontrollzentrum im Gehirn, in der Fachsprache Hypothalamus genannt, fest, dass unsere Wohlfühltemperatur von 37 Grad im Körperinneren überschritten wird, werden die Schweißdrüsen in der Haut zur vermehrten Produktion angeregt. Wir geben also Wärme ab, indem der Schweiß auf der Körperoberfläche „verdampft“. Darüber hinaus stellt der Körper unsere Hautgefäße weit. Das Herz pumpt vermehrt warmes Blut in die erweiterten Hautgefäße, wodurch ebenfalls Wärme abgeleitet wird.

„In Folge des vermehrten Schwitzens kommt es naturgemäß zu einem Verlust von Flüssigkeit und wichtigen Körpersalzen, den sogenannten Elektrolyten. Der Mangel an Flüssigkeit und die hitzebedingte Weitstellung der Gefäße führen zu einem Absinken des Blutdrucks. Das Herz pumpt nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper - und die Nieren“, berichtet Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Nephrologie am UKW und Präsident der European Renal Association ERA und Initiator der Kampagne Strong Kidneys. „Wer diesen Flüssigkeitsverlust nicht ausgleicht, trocknet aus. Das kann ein Nierenversagen zur Folge haben. Auch das Risiko für die Bildung von Harnsteinen und Harnwegsinfektionen wird durch eine Austrocknung des Körpers erhöht.“

Genügend trinken

Pro Tag scheidet der Mensch knapp einen Liter Wasser über den Urin aus, einen halben Liter über den Schweiß und einen weiteren halben Liter über die Atmung. An heißen Tagen und bei großen Anstrengungen schwitzen wir noch mehr. Damit der Körper weiterhin einwandfrei funktioniert, muss dieser Verlust ausgeglichen werden. Wir müssen entsprechend mehr trinken - idealerweise ein bis zwei Liter zuzüglich zur sonstigen Trinkmenge, also unterm Strich zwei bis drei Liter. Experten empfehlen Leitungs- oder Mineralwasser, je nach Geschmack mit etwas Zitrone oder wenig Saft gemischt sowie ungesüßte Tees. Am besten trinkt man morgens direkt nach dem Aufstehen schon ein großes Glas Wasser, das füllt die Speicher wieder auf, kurbelt den Kreislauf an und fördert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Jüngere, gesunde Menschen können sich durchaus auf ihr Durstgefühl verlassen. Durst ist ein guter Indikator dafür, dass der Körper Flüssigkeit benötigt. Mit dem Alter lässt das Durstempfinden jedoch nach.

Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sind übrigens Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, da der Magen-Darm-Trakt langsamer arbeitet, Schwindel, Muskelkrämpfe, Gliederschmerzen und Hauttrockenheit.

Achtung: Veränderte Flüssigkeitszufuhr bei Herz- oder Nierenerkrankung!

Patientinnen und Patienten mit einer Herz- oder Nierenerkrankung sollten die tägliche Trinkmenge unbedingt mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, möglicherweise muss sie überdacht werden. Denn wenn ihr Körper das Wasser nicht vollständig ausscheiden kann, sammelt es sich möglicherweise in Beinen, Lunge oder im Bauchraum an. Tägliches Wiegen hilft, Schwankungen im Flüssigkeitshaushalt zu vermeiden. Eine Zunahme von einem halben Kilo Körpergewicht innerhalb eines Tages deutet in der Regel auf eine zu hohe Trinkmenge hin.

Elektrolyte ersetzen

Über den Schweiß gehen auch viele Elektrolyte verloren, wertvolle Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium sowie Zink und Jod. Achten Sie neben einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr auf eine ausgewogene Ernährung. Einem Mangel an Elektrolyten wirkt man gut mit einer Gemüsebrühe oder einer Gazpacho, der kalten Gemüsesuppe aus Andalusien, entgegen. Wer bereits an einer Herzerkrankung leidet, sollte vor allem seinen Kalium-Spiegel im Blick haben, da ein Kalium-Mangel die Herzfunktion noch stärker beeinträchtigen kann. Nehmen Sie jedoch nicht eigenmächtig, ohne ärztliche Absprache, Kalium-Tabletten ein.

Mittagshitze und körperliche Anstrengung meiden

Halten Sie an heißen Tagen mittags eine Siesta. Körperliche Aktivitäten wie Einkaufen, Haus- und Gartenarbeit sollten bei Hitze auf ein Minimum reduziert und in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Das gilt auch für Sport. Kraft- und Ausdauertraining stärken zwar das Herz und bringen Sie besser durch die Hitzewelle. An extrem heißen Tagen sollten Sie sich jedoch nicht überanstrengen und allenfalls schwimmen gehen oder in gekühlten Räumen moderat Sport treiben.

Hitze aussperren

Lüften Sie früh morgens und spät abends oder nachts und halten Sie tagsüber die Fenster geschlossen. Sperren Sie die Hitze aus, indem Sie alle Räume verdunkeln, sofern vorhanden mit außenliegende Rollläden, sie schützen besser vor Hitze als innenliegende Jalousien oder Vorhänge.

Luftige Kleidung tragen

Bevorzugen Sie leichte, luftige und helle Kleidung aus Baumwolle, damit sich die Hitze nicht staut. Und denken Sie an eine Kopfbedeckung, wenn Sie sich draußen aufhalten

Körper kühlen

Eine wohltuende Erfrischung bringen kalte feuchte Tücher im Nacken sowie kalte Fuß- und Armbäder. Für den Extra-Kühl-Effekt sorgen ein paar Tropfen ätherische Öle im Wasser wie Minze, Zitrone oder Eukalyptus.

Medikamente und Blutdruck im Blick behalten

Halten Sie Ihren Blutdruck im Blick. Denn die Hitze weitet die Gefäße, sodass der Blutdruck sinkt. Gegebenenfalls muss die Dosis der Medikamente angepasst werden. Doch auch die Wirkungen und Nebenwirkungen von anderen Medikamenten können sich bei Hitze ändern, wie zum Beispiel die der wassertreibenden Mittel, so genannte Diuretika. Um unerwünschte Folgen zu vermeiden, sollten Sie im Hochsommer die Dosierung der Medikamente ebenso wie die Anpassung der Trinkmenge stets mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Lagern Sie Ihre Medikamente immer an einem kühlen und schattigen Ort.

Hitzenotfall

Wer bei Mitmenschen Symptome wie plötzlicher Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, Fieber, starken Kopfschmerzen oder wiederholtem heftigen Erbrechen beobachtet, sollte umgehend den Notarzt 112 rufen und bis zum Eintreffen des Rettungswagens erste Hilfe leisten. Bringen Sie die Person in den Schatten und sorgen Sie mit kalten Tüchern für Abkühlung. Bei Bewusstlosigkeit ist die stabile Seitenlage angebracht, bei Atemstillstand Herzdruckmassage.

Hitzewarnungen

Um sich für heiße Tage zu wappnen, lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die Webseite des Deutschen Wetterdiensts (DWD): www.dwd.de

Herzgesundheit

Ausführliche Informationen zur Herzgesundheit erhalten Sie auf der Webseite des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Würzburg: www.dzhi.de

Nierengesundheit:

Informationen zur Stärkung der Nieren gibt es unter www.strongkidneys.eu

Abkühlung in Würzburg:

Wo gibt es Schattenplätze in Würzburg? Wo kann ich unterwegs kostenfrei Leitungswasser in meine Flasche nachfüllen? Die Stadt Würzburg gibt weitere Tipps zum Thema Hitze: www.wuerzburg.de/hitze

Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland wählt Präsidiumsvertreter:innen neu

Pressemitteilung des Verbands der Medizinischen Fakultäten: Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland wählt Präsidiumsvertreter:innen neu

Auf ihrer Mitgliederversammlung am 16. Juni 2022 in Essen haben die Mitglieder
des Medizinischen Fakultätentags (MFT) Vertreter:innen ihres Präsidiums neu
gewählt. Sowohl der Präsident als auch die amtierenden, zur Neuwahl stehenden
Präsidiumsmitglieder wurden in ihrem Amt bestätigt. Ein Präsidiumsmitglied
wurde neu gewählt.


Mit überwältigender Mehrheit bestätigten die Mitglieder des MFT den 2019 ins Amt des Präsidenten gewählten Professor Dr. Matthias Frosch. Der Mediziner, Mikrobiologe und Dekan der Medizinischen Fakultät Würzburg möchte bereits beschrittene Wege fortsetzen. Zum einen soll der MFT auch weiterhin an der Etablierung nachhaltiger und kooperativer Forschungsinfrastrukturen, wie etwa Biodatenbanken, Datenintegrationszentren oder dem Netzwerk Universitätsmedizin, mitwirken.
Zum anderen ist die Reform der Ärztlichen Approbationsordnung, deren Umsetzung aktuell
politisch stagniert, eines der Projekte, die Professor Frosch vorantreiben möchte.
Neu gewählt ins Präsidium wurde Professor Dr. Blanche Schwappach-Pignataro, Dekanin am
UKE der Universitätsmedizin Hamburg. Die Molekularbiologin möchte einen Fokus setzen auf die Ausgestaltung der Beziehungen zwischen der Universitätsmedizin und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie auf das Thema ‚Vernetzte Medizin‘, etwa im Rahmen der Medizininformatik- Initiative. Darüber hinaus bringt Frau Professor Schwappach-Pignataro Erfahrung und Interesse an der Frage nach Karrierewegen in der Wissenschaft, etwa in Clinician Scientist Programmen, mit.
In ihrem Amt als Präsidiumsmitglieder bestätigt wurden Prof. Dr. Martina Kadmon, Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg (Vize-Präsidentin), Prof. Dr. Christopher Baum, Vorstandsvorsitzender des Berlin Institute of Health, Prof. Dr. Roland Frankenberger, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Philipps-Universität Marburg, Prof. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Schüttler, Prodekan für den Medizincampus Oberfranken der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, hat Präsidium nach langjähriger Arbeit, u.a. auch als Schatzmeister, verlassen. „Es freut mich sehr, dass die Mitglieder des MFT Matthias Frosch und weitere Präsidiumsmitglieder in ihrem Amt bestätigt und damit ihr Vertrauen in die Arbeit des Präsidiums ausgedrückt haben.
Es ist begrüßenswert, dass wir als MFT die konstruktive und gute Zusammenarbeit somit
fortsetzen können. Auch freut mich die Neuwahl von Blanche Schwappach-Pignataro in unser Präsidium. Wir sind zuversichtlich, dass Frau Schwappach die Arbeit des Präsidiums durch eigene Impulse in den kommenden Jahren prägen wird. Danken möchte ich Jürgen Schüttler für sein langjähriges Engagement für den MFT“, so Dr. Frank Wissing, Generalsekretär des MFT.
Das Präsidium des MFT trägt die Gesamtverantwortung des Verbands. Es wird von der Mitgliederversammlung gewählt und arbeitet ehrenamtlich. Die Präsidiumsmitglieder repräsentieren den Verein nach innen und außen. Sie beraten über seine strategische und inhaltliche Ausrichtung.
Das Präsidium besteht aus Vertretern klinischer und theoretischer Fächer. Die Präsidiumsmitglieder sind Repräsentanten bzw. Entscheidungsträger aus den Medizinischen Fakultäten.

Kontakt:
MFT Medizinischer Fakultätentag e.V.
Dr. Christiane Weidenfeld
Leiterin der Kommunikation
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25
E-Mail: weidenfeld@mft-online.de
www.medizinische-fakultaeten.de

Uniklinika wollen „Spitzenversorgung für alle“

Pressemitteilung des deutschen Verbands Deutscher Universitätsklinika: Uniklinika wollen „Spitzenversorgung für alle“

 Eine klare Rollenverteilung in der Krankenversorgung und eine breite Vernetzung aller Akteure sind entscheidende Voraussetzungen, den Herausforderungen, vor denen die Krankenhäuser derzeit stehen, zu begegnen. Im Zuge der Krankenhausreform muss die Krankenhauslandschaft als gestuftes System mit den Universitätsklinika als höchster Versorgungsstufe weiterentwickelt werden. Mit den von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag geplanten Versorgungsstufen und einer daraus resultierenden Finanzierung werden die Universitätsklinika gestärkt. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten, aber auch alle Akteure im Gesundheitswesen, weil die Universitätsmedizin ihr Knowhow über eine Vernetzung mit anderen Partnern in das Gesundheitssystem einbringt. Denn die Universitätsklinika versorgen nicht nur „ihre“ Patientinnen und Patienten, sie leisten auch einen wichtigen Beitrag für das gesamte Versorgungssystem, wenn sie beispielweise Innovationen in die Versorgung einführen, neue Versorgungskonzepte entwickeln und ihre Expertise anderen zur Verfügung stellen. So entsteht „Spitzenversorgung für alle“. Dieses Leitbild prägt die Vorschläge, welche die Universitätsklinika jetzt in die politische Diskussion einbringen. Ein erster Schritt ist ein Konzept für die Einteilung der einzelnen Versorgungsstufen.

„Die Universitätsklinika sind die höchste Versorgungsstufe. Das ist seit jeher die Versorgungsrealität, denn nur sie beschäftigen Spezialisten aller Fachrichtungen und haben sämtliche Versorgungsangebote unter einem Dach. Das muss jetzt im Zuge der Krankenhausreform und der Weiterentwicklung der Krankenhausfinanzierung berücksichtigt werden“, sagt Prof. Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD).

Laut Koalitionsvertrag soll im Rahmen der Krankenhausreform das bisherige Finanzierungssystem weiterentwickelt werden und die Versorgungsstufen als Grundlage hierfür dienen. Denn je nach Versorgungsstufe ergeben sich unterschiedliche Kostenstrukturen, die auch durch die Vorhaltung und den Umfang unterschiedlicher Versorgungsangebote, wie z. B. in der Notfallversorgung, in der Intensivmedizin oder für seltene Erkrankungen, geprägt sind. Das bisherige DRG-System bildet dies nicht ausreichend ab. Offen ist allerdings noch, nach welchen Kriterien sich die Versorgungsstufen voneinander abgrenzen lassen und wie sich angesichts der Zuständigkeit von Bund und Ländern ein solches Krankenhaussystem umsetzen lässt. Derzeit gibt es nur in einigen Bundesländern Versorgungsstufen, die nicht einheitlich geregelt sind und bislang keinen Einfluss auf die Finanzierung haben.

Die Universitätsklinika haben nun ein Konzept entwickelt, das Kriterien aus dem Bereich der stationären Versorgung für die Festlegung aller fünf Versorgungsstufen vorschlägt. Damit wollen sie einen Impuls für die politische Diskussion über die Ausgestaltung der Versorgungsstufen setzen.

„Die Verknüpfung von Krankenhausfinanzierung und Versorgungsstufen, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, ist richtig. Die Vorhaltung eines umfassenden Versorgungsangebots und die daraus resultierenden Kosten werden bislang nicht angemessen berücksichtigt. Versorgungsstufen mit klar abgrenzbaren Kriterien bieten eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des DRG-Systems“, erklärt Jens Bussmann, Generalsekretär des VUD.

Eine auf den Versorgungsstufen aufbauende Krankenhausfinanzierung sollte durch einen Multiplikator auf den Basisfallwert gebildet werden. Dieser Multiplikator sollte dann auf Basis der InEK-Kalkulationsdaten durch ein wissenschaftlich unabhängiges Institut ermittelt und in regelmäßigen Abständen evaluiert werden.

„Das Konzept, das die Universitätsklinika hier vorlegen, knüpft direkt an die Empfehlungen des Sachverständigenrats zur Weiterentwicklung des Krankenhausfinanzierungssystems aus dem Jahr 2018 an. Es zeigt der Politik einen Weg auf, die anstehenden Reformen umzusetzen. Versorgungsstufen sollten dabei nicht nur für die Weiterentwicklung des Finanzierungssystems genutzt werden, sondern auch als Ausgangspunkt für weitergehende Strukturanpassungen im Krankenhausbereich dienen“, kommentiert Prof. Jonas Schreyögg, Wissenschaftlicher Direktor des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) und Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR Gesundheit).

Neben der Einteilung in Versorgungsstufen sprechen sich die Universitätsklinika bei der Krankenhausplanung auf Landesebene für regionale Versorgungsnetzwerke aus. Diese Netzwerke sollten in einem ersten Schritt alle bedarfsnotwendigen Krankenhäuser mit ihren jeweiligen Versorgungsstufen umfassen. Im Zentrum sollte jeweils ein Universitätsklinikum als Koordinator stehen, das seine Expertise den anderen Netzwerkpartnern bereitstellt. Perspektivisch etablieren die Netzwerke sich dann über die Sektorengrenzen hinweg. Diese Vernetzung wird ergänzt durch den bundesweiten Austausch der Universitätsklinika im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), so dass neuste medizinische Erkenntnisse zeitnah in der Versorgung der Region einfließen.

Alle Informationen und Materialien finden Sie unter:

www.uniklinika.de/gesundheitspolitischethemen/spitzenversorgung-fuer-alle/

Kontakt:
Stephanie Strehl-Dohmen
Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V.
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25
Email: strehl-dohmen@uniklinika.de
www.uniklinika.de

Mit dem Abitur eine berufliche Karriere in der Pflege starten?

Studien- und Berufsberatung mal anders: SchülerInnen des Gymnasiums Amorbach entwickeln eine Szenische Studienberatung zur Pflege.

Akademische Pflegekraft Regina
Regina Thoma steht den SchülerInnen mit ihrer langjährigen Pflegeexpertise zur Verfügung. Bild: Susanne Hain / Uniklinikum Würzburg

Würzburg/Amorbach. Mit dem Abitur in der Tasche in einen Pflegeberuf einzusteigen, ist für viele noch ungewohnt. Doch längst bieten sich für junge Menschen auch hier interessante Karrieremöglichkeiten, wie acht SchülerInnen des Gymnasiums Amorbach im Rahmen einer Projektwoche als Szenische Berufsberatung herausgearbeitet haben.

Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Würzburg

Regina Thoma, Pflegewissenschaftlerin M. Sc., arbeitet als Fachkinderkrankenschwester für pädiatrische Intensivpflege sowie stellvertretende Stationsleitung am Uniklinikum Würzburg und ist in das Projekt involviert. Sie hat berufsbegleitend Pflegewissenschaft/Pflegemanagement studiert und steht den SchülerInnen mit ihrer langjährigen Pflegeexpertise zur Verfügung.

Das Konzept

Für die Theaterproduktion interviewten die Jugendlichen berufserfahrene ExpertInnen aus der Region, die in pflegerischen Gesundheitsberufen arbeiten, an der Evangelischen Hochschule Nürnberg lehren oder studieren und erhielten so einen Einblick in deren Berufsalltag. Herausgekommen sind Alltagsgeschichten und berührende Momente, die verdeutlichen, wie wichtig ihr Beruf ist - aber auch, dass Pflege für Fachoberschulen und Gymnasiasten eine spannende Option ist.
Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler durch Jean-Francois Drozak. Der Theaterpädagoge und sein Team touren im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege seit 2020 durch Bayern und vermitteln mit einer „szenischen Talkshow“, was die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft ausmacht.

Die Szenische Berufsberatung wird am 01. Juli ab 10 Uhr in einer Szenischen Talkshow im Beisein der ExpertInnen aufgeführt.
Veranstaltungsort ist das Karl-Ernst-Gymnasium in Amorbach

83. Ordentlicher Medizinischer Fakultätentag (oMFT) in Essen: Den Wandel in der Universitätsmedizin gestalten

Pressemitteilung des Verbands der Medizinischen Fakultäten: 83. Ordentlicher Medizinischer Fakultätentag (oMFT) in Essen

Führungskräfte aus der Universitätsmedizin sowie Vertreter der Gesundheits- und Wissenschaftspolitik, der Wirtschaft und der Presse kamen am 16./17. Juni in Essen zusammen, um zu diskutieren, wie man die Herausforderungen der Universitätsmedizin im 21. Jahrhundert meistern kann.

Die COVID-19 Pandemie hat die Universitätsmedizin als Leistungsträger des Gesundheitssystems und als Innovationszentrum sichtbar gemacht. Dennoch bleiben für die Gestaltung des medizinischen Wandels große Herausforderungen.

Als eine der wichtigen offenen Fragen nannte Professor Dr. Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentags (MFT), in seiner Eröffnungsrede die Weiterentwicklung der medizinischen Ausbildung und vor allem die Novellierung der Ärztlichen Approbationsordnung. Die Fakultäten erwarten von Bund und Ländern ein klares Startsignal, wie die inhaltlich guten Vorschläge umgesetzt werden können. Auch Bundesgesundheitsminister Professor Dr. Karl Lauterbach hob in seiner Begrüßungsansprache „die Reform der Ärztlichen Approbationsordnung, die ich gerne voranbringen möchte“, hervor.

Im Fokus stand ebenfalls die Frage, wie die Digitalisierung der Medizin so genutzt werden kann, dass sie zur bestmöglichen Versorgung von Patient:innen beiträgt. Hervorgehoben wurde von verschiedener Seite die Forderung, die Ausbildung von Studierenden so zu gestalten, dass diese nicht auf ein bestehendes, sondern auf ein künftiges Gesundheitssystem vorbereitet werden. „Auf dem diesjährigen Fakultätentag wurde zu Recht die Forderung erhoben, die Lehre interprofessionell zu gestalten. Mediziner:innen und die verschiedenen Gesundheitsberufe, aber auch Informa-tiker:innen müssen miteinander und voneinander lernen. Hierdurch muss eine veränd erte Kultur der gegenseitigen Achtung und der Einsicht in einen gemeinsamen Nutzen geschaffen werden“, so Professor Frosch.

Ebenfalls diskutiert wurde die Frage, welchen zentralen Beitrag die Universitätsmedizin mit ihrem Aufgabenspektrum in Forschung, Lehre und Patientenversorgung zu den erforderlichen Struktur-reformen des Gesundheitssystems im 21. Jahrhundert leisten kann. „Schön ist, dass alle Beteiligten wissen, welche Reformen, insbesondere im Bereich Investitionsfinanzierung und qualitätsori-entierter Vergütung, durchzuführen sind. Ein Erkenntnismangel liegt nicht vor. Nun müssen die erforderlichen Maßnahmen umgesetzt werden. Und hierzu müssen alle zusammenarbeiten: Politik, Leistungserbringer, Universitätsmedizin und Versicherungen“, so Dr. Frank Wissing, Generalsekretär des MFT.

 

Seit 1913 fungiert der oMFT als Forum für ergebnisorientierte Diskussionen im Bereich medizinische Forschung und Medizinstudium.

Kontakt:

MFT Medizinischer Fakultätentag e.V.
Dr. Christiane Weidenfeld
Leiterin der Kommunikation
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25
E-Mail: weidenfeld@mft-online.de
www.medizinische-fakultaeten.de