Aktuelle Pressemitteilungen

Mehr Fürsorge statt Profitdenken

Beim 14. Ethiktag des Uniklinikums Würzburg am 10. Juni 2024 teilte der bekannte Publizist Prof. Dr. Dr. h.c. Heribert Prantl seine Gedanken zur „Kapitalisierung der Medizin“ mit rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörern.

Gruppenbild Akteure Ethiktag mit Referent Heribert Prantl
Beim Ethiktag 2024 des Klinischen Ethik-Komitees (KEK) am Uniklinikum Würzburg: Gastreferent Prof. Dr. Heribert Prantl (Vierter von links) mit – von links – Marcus Huppertz (Pflegedirektor), Prof. Dr. Christoph Schimmer, Doris Eyrich, Dr. Elisabeth Jentschke, Dr. Christian Markus (alle vier KEK), PD Dr. Tim von Oertzen (Ärztlicher Direktor) und Philip Rieger (Kaufmännischer Direktor). Bild Helmuth Ziegler / UKW

Würzburg. „In einer Zeit, in der medizinische Fortschritte uns immer neue Möglichkeiten eröffnen, ist es unerlässlich, uns stets an die vier Grundsätze der Medizinethik zu erinnern: Autonomie, Nicht-Schaden, Wohltun und Menschenwürde.“ Mit diesen Worten führte Privatdozent Dr. Tim von Oertzen, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW), in den 14. Ethiktag des Würzburger Großkrankenhauses am 10. Juni 2024 ein. Mit rund 200 Teilnehmenden zog die vom Klinischen Ethikkomitee des UKW organisierte und von der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp geförderte Veranstaltung in diesem Jahr besonders viele Interessierte in den Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin. Aus gutem Grund – schließlich war es dem von Dr. Elisabeth Jentschke geleiteten Komitee gelungen, mit Prof. Dr. jur. Dr. theol. h.c. Heribert Prantl einen Referenten von mindestens bundesweitem Ruf zu gewinnen. Dieser war zunächst Richter und Staatsanwalt, bevor er sich dem Journalismus zuwandte. 25 Jahre lang leitete er die Redaktionen Innenpolitik und Meinung der Süddeutschen Zeitung (SZ) und war zudem acht Jahre lang auch Mitglied in deren Chefredaktion. Heute arbeitet er als ständiger Autor und Kolumnist der SZ, verfasst Bücher und fungiert als politischer Kommentator für zahlreiche Medien. Der Honorarprofessor an der Juristischen Fakultät der Universität Bielefeld und Ehrendoktor der Theologie an der Universität Erlangen wurde unter anderem mit dem Geschwister-Scholl-Preis, dem Kurt-Tucholsky-Preis, dem Erich-Fromm-Preis und dem Brüder-Grimm-Preis ausgezeichnet.

Gute Pflege im Alter ist eine Ehrenschuld

Thema seines Vortrags am UKW war die „Kapitalisierung der Medizin“. Nach seinen Beobachtungen wird im aktuellen Gesundheitssystem Geld zunehmend nicht mehr als Mittel zur Versorgung von Kranken gesehen, sondern die Versorgung als Mittel, um Geld zu verdienen. Im Zusammenhang mit dieser Ökonomisierung richtete er den Scheinwerfer auf viele Fehlentwicklungen, wie zum Beispiel den Preiskampf in der Arzneimittelversorgung, die Krankenhausbudgetierung oder auch den Umgang mit Alter und Demenz. „Eine Gesellschaft ist ‚ver-rückt‘, wenn die Alten nicht mehr in Würde verrückt werden dürfen“, kommentierte Prantl. Vielmehr sei seiner Meinung nach eine bezahlbare und gute Pflege im Alter eine Ehrenschuld der Gesellschaft.

Pflege und Krankheit sind nicht renditefähig

„Es heißt bisweilen noch immer, das Gesundheitswesen leide an einem zu eingeschränkten Wettbewerb. Ich frage mich: Leidet es nicht eher daran, dass es ein Markt ist, an dem zuallererst verdient werden will?“, kritisierte der Publizist. Für ihn ist klar: Pflege und Krankheit sind nicht börsen- und renditefähig, Renditen im zweistelligen Bereich seien nicht vertretbar. „Die Aktivitäten von Private Equity sind Gift für das Gemeingesundheitswesen. Der Verkauf von Krankenhäusern, medizinischen Gesundheitszentren und Arztpraxen an internationale Finanzplayer muss gestoppt werden“, unterstrich Prantl.

Das Grundgesetz als hilfreiche Leitlinie

Als Gegenentwurf und Leitlinie kam der Referent mehrfach auf den Artikel 1 des in seinen Augen grandios formulierten Grundgesetzes zurück: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Damit werde nicht zuletzt ein fürsorgliches Gesundheitssystem gefordert. „Auch eine Rückbesinnung auf den Gemeinwohlgedanken, wie ihn die Bayerische Verfassung mustergültig formuliert, ist hilfreich“, so Prantl. Generell brauche es nach seinen Worten die Auferstehung von Werten wie Nächstenliebe, Geborgenheit, Barmherzigkeit und Vertrauen.

 

Über das Klinische Ethikkomitee am UKW

Das Klinische Ethikkomitee (KEK) ist ein unabhängiges Gremium aus Mitarbeitenden verschiedener Berufsgruppen am Uniklinikum Würzburg. Es hat die Aufgabe, in ethischen Krisensituationen alle an der Behandlung beteiligten Personen beratend zu unterstützen. 
www.ukw.de/kek

 

Text: Pressestelle / UKW

Klinikseelsorgerin Marion Mack verabschiedet

Anfang Juni dieses Jahres verabschiedete das Seelsorgeteam des Uniklinikums Würzburg ihre Kollegin Marion Mack in die Freistellungsphase der Altersteilzeit.

Marion Mack
Marion Mack war von 2015 bis 2024 als Klinikseelsorgerin am Uniklinikum Würzburg tätig. Bild: Tobias Mack
Wandergruppe beim Quellentag mit Marion Mack
Marion Mack (Bildmitte mit roter Weste) organisierte zwei Mal jährlich unter dem Titel „Quellentage“ spirituelle Wanderungen für interessierte Beschäftigte des Uniklinikums Würzburg. Bild: Marion Mack / UKW

Würzburg. Zum 1. Juni 2024 startete Marion Mack in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Die katholische Klinikseelsorgerin war seit dem Jahr 2015 Teil des Seelsorgeteams des Uniklinikums Würzburg (UKW). „Die schönsten Momente in meiner Dienstzeit waren für mich immer dann, wenn es mir – wie ich glaube, vom Geist Gottes – geschenkt wurde, Menschen durch mein Zuhören und Mitaushalten in ihrer Not aufzufangen“, blickt die 63-Jährige zurück. Dazu seien manchmal gar keine Worte nötig gewesen, etwa wenn sie durch ein Ritual mit Gebeten und Liedern Trost spenden konnte. „Unvergesslich sind mir auch Momente, in denen mir spontan und wieder vom Geist geschenkt etwas einfiel, das in schweren Situationen alle Beteiligten aufatmen und manchmal sogar eine Leichtigkeit und Heiterkeit aufkommen ließ“, fügt Mack hinzu.

Mit großer Freude leitete sie zudem am UKW die AG „Spirituelle Angebote“. Dort wurden beliebte, mittlerweile fest etablierte spirituelle Impulse entwickelt, wie die Sternaktion in der Adventszeit und die Kreuzaktion in der Fastenzeit.

„Ein echtes Highlight im Jahr waren für mich außerdem die beiden Quellentage“, berichtet die Seelsorgerin. Anfangs als Auszeit für die Mitarbeitenden der Palliativstation angeboten, entwickelte sie aus den spirituellen Wanderungen in der Region Mainfranken ein Angebot für alle UKW-Beschäftigten.

Für den kommenden Ruhestand freut sie sich unter anderem auf mehr Zeit für das Klarinette-Spielen, die Familie, die Gartenpflege, Naturerlebnisse und Sport. „Eventuell schreibe ich auch ein Buch mit meditativen Texten“, kündigt Marion Mack an. Darüber hinaus plant sie, am UKW hin und wieder in der seelsorgerischen Rufbereitschaft und bei den Gottesdiensten auszuhelfen.

 

Text: Pressestelle / UKW

Marion Mack
Marion Mack war von 2015 bis 2024 als Klinikseelsorgerin am Uniklinikum Würzburg tätig. Bild: Tobias Mack
Wandergruppe beim Quellentag mit Marion Mack
Marion Mack (Bildmitte mit roter Weste) organisierte zwei Mal jährlich unter dem Titel „Quellentage“ spirituelle Wanderungen für interessierte Beschäftigte des Uniklinikums Würzburg. Bild: Marion Mack / UKW

G-BA-Innovationsfonds-Projekt BRIDGE steht in den Startlöchern

Ein neues interdisziplinäres Forschungsprojekt unter der gemeinsamen Leitung der Universitätsmedizin Mainz und der MSB Medical School Berlin und mit Beteiligung der Universitätsmedizin Würzburg untersucht die Wirksamkeit einer innovativen Versorgungsform für multimorbide, ältere Menschen mit Depression: BRIDGE ist ein Aktivierungsprogramm, das unmittelbar an einen Krankenhausaufenthalt in der Geriatrie oder Gerontopsychiatrie anschließt. Es soll zu mehr körperlicher Aktivität und positiven Erlebnissen im Alltag der Patientinnen und Patienten beitragen und so die depressiven Symptome reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Das Projekt startet am 1. Juli 2024 und wird über einen Zeitraum von 39 Monaten mit insgesamt rund 5,3 Millionen Euro durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert.

Etwa jeder fünfte ältere Mensch ist von einer depressiven Erkrankung betroffen. Bei älteren Menschen, die zu Hause leben und bei denen zusätzlich körperliche Mehrfacherkrankungen bestehen, ist das Depressionsrisiko noch weiter erhöht. Diese besonders vulnerablen Personen benötigen beim Übergang von einer gerontopsychiatrischen oder geriatrischen stationären Behandlung in die ambulante Versorgung Unterstützungsangebote, um die bereits erzielten Therapieerfolge zu festigen und eine erneute gesundheitliche Verschlechterung zu vermeiden. Bisher fehlen jedoch in vielen Fällen diese speziellen Versorgungsangebote. Hier setzt das vom G-BA geförderte Innovationsfonds-Projekt „BRIDGE – Behaviorale und körperliche Aktivierung für multimorbide, ältere Patientinnen und Patienten mit depressiven Symptomen beim stationär-ambulanten Übergang“ an. 

BRIDGE soll zu mehr körperlicher Aktivität und positiven Erlebnissen im Alltag beitragen 

„Im Erfolgsfall steht mit BRIDGE erstmals eine Versorgungsform zur Verfügung, die eine stationäre mit einer ambulanten Behandlung älterer depressiver Patientinnen und Patienten mit körperlichen Mehrfacherkrankungen verbindet und dazu beiträgt, Krankheitssymptome zu reduzieren, stationäre Behandlungstage zu verringern und die Funktionsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen“, betont die Projektleiterin Prof. Dr. Alexandra Wuttke, die neben ihrer Professur für die Prävention von Demenz und Demenzfolgeerkrankungen am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) gemeinsam mit der stellvertretenden Projektleiterin, Dr. Katharina Geschke, die Zentrale Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA) der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz leitet. Im Mainz ist die Konsortialführung des Forschungsprojekts angesiedelt. 
Im Rahmen des Versorgungsangebots BRIDGE werden Patientinnen und Patienten zu körperlicher Aktivität und einer positiven Alltagsroutine ermutigt und befähigt. Sie lernen, körperliche Bewegung in ihre täglichen Abläufe zu integrieren und für mehr angenehme Erlebnisse im Lebensalltag zu sorgen. Diese sollen ein Gegengewicht zu teils unveränderlichen Belastungen bilden. „Das Grundprinzip lautet: Nicht darauf warten, bis es besser wird; sondern den Alltag aktiv in die Hand nehmen, selbst wenn die Lust und Motivation zunächst fehlt. Dadurch wird der Teufelskreis zwischen Inaktivität und Depressivität unterbrochen – Stimmung und Lebensqualität verbessern sich“, erläutert die Berliner Projektleiterin Prof. Dr. Eva-Marie Kessler. Die Professorin für Gerontopsychologie an der MSB Medical School Berlin entwickelt das Programm inhaltlich gemeinsam mit Prof. Dr. Lisa Warner (MSB Medical School Berlin) und der Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage (Westfälische Wilhelms-Universität Münster).

Das Aktivierungsprogramm wird bereits im Rahmen des Klinikaufenthaltes angebahnt und dann nahtlos bei den Patientinnen und Patienten zu Hause durch speziell geschulte Pflegefachkräfte weitergeführt. Diese arbeiten in sogenannten BRIDGE-Teams mit Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Bewegungswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern zusammen. Zusätzlich wird das neuartige Versorgungsangebot auch videobasiert im häuslichen Umfeld ermöglicht. Die Studienteilnehmenden können Videoanrufe mit den Pflegekräften durchführen und Bewegungsübungen digital abrufen. In einem Stepped Care-Ansatz wird, je nach Ausprägung der depressiven Symptomatik, eine achtwöchige Basis- oder eine zwölfwöchige Intensivversion des Programms angeboten. 

Großes deutschlandweites Konsortium setzt BRIDGE um 

Die Wirksamkeit der neuartigen Versorgungsform soll ab Anfang 2025 bei insgesamt 800 Teilnehmenden an 13 Kliniken in Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland und Bayern erprobt werden. Dazu gehören das Agaplesion Elisabethenstift, die Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken, die Geriatrische Fachklinik Rheinhessen-Nahe, die Rheinhessen-Fachklinik Alzey, die Saarland-Heilstätten GmbH, die Universitätsmedizin Mainz sowie das Universitätsklinikum Würzburg. 

Es wird geprüft, wie die Teilnehmenden die neue Versorgungsform annehmen und wie die Leistungserbringenden den Nutzen des Programms einschätzen und die Zusammenarbeit bewerten. Die IKK Südwest und die Techniker Krankenkasse (TK) liefern Routinedaten aus ihrem Versichertenbestand für die gesundheitsökonomische Evaluation. Grundsätzlich können aber alle gesetzlich versicherten betroffenen Patientinnen und Patienten an der Studie teilnehmen. 

Um eine unabhängige Bewertung der Projektergebnisse zu gewährleisten, führt das IGES Institut in Berlin eine externe Evaluation durch. Die Datenerhebung erfolgt dabei am Institut für klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der Universität Würzburg. Die Zentrale für klinische Studien des Universitätsklinikums Würzburg führt zudem ein Monitoring zur Sicherstellung der Datenqualität durch.

Die Deutsche Depressionsliga e. V. (DDL) wird als Vertretung der Patientinnen und Patienten alle Phasen des Projekts begleiten. Sie wird dabei von der Initiative Bündnisse gegen Depression Rheinland-Pfalz und dem Darmstädter Bündnis gegen Depression unterstützt. 
Weitere Kooperationspartner sind die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT), die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, die Katholische Hochschule Mainz, die Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Medizinische Hochschule Brandenburg sowie das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz. 
 

Über 16.000 Euro für den Kampf gegen Krebs

Bei einer Benefizveranstaltung in der Eventlocation Brückenbaron in Bolzhausen kamen Spenden in Höhe von 16.550 Euro für den Würzburger Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ und die Stiftung „Forschung hilft“ zusammen.

Gabriele Nelkenstock (mit Blumenstrauß) mit den Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmern
Gabriele Nelkenstock (mit Blumenstrauß) mit den Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmern, Moderator Daniel Pesch (Fünfter von links), Holger Metzer vom Brückenbaron (Zweiter von rechts) sowie Ehrengästen der Benefizveranstaltung. © Angelika Cronauer

Würzburg / Bolzhausen. Rund 170 Gäste folgten am 6. Juni 2024 der Einladung des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ und der Stiftung „Forschung hilft“ zu einer Benefizveranstaltung in der Eventlocation Brückenbaron in Bolzhausen im Landkreis Würzburg. Die geladenen Unterstützerinnen und Unterstützer der beiden Institutionen erlebten einen gleichermaßen genussvollen wie informativen und kommunikativen Sommerabend. Dabei kamen Spenden in Höhe von 16.550 Euro zusammen.

Ein großer Dank an die Unterstützerinnen und Unterstützer

Das Geld soll sowohl der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten, als auch der Krebsforschung am Uniklinikum Würzburg zugutekommen. Als Organisatorin des Events betonte Gabriele Nelkenstock, Vorsitzende des Vereins Hilfe im Kampf gegen Krebs und des Stiftungsrates von „Forschung hilft“, die Bedeutung eines starken Gemeinschaftsgefühls zwischen Krebserkrankten, Forschenden und Gesellschaft. Gleichzeitig dankte sie den Anwesenden für ihre teilweise seit Jahrzehnten geleistete Unterstützung. Ihr besonderer Dank an diesem Abend galt Holger Metzger, dem Chef des Brückenbarons, der nicht nur den Veranstaltungsort, sondern auch sämtliche Speisen und Getränke sowie sein Personal kostenlos zur Verfügung stellte.

Diskussionsrunde mit breitem Themenspektrum

Bei einer Diskussionsrunde mit lokalen Vertreterinnen und Vertretern aus Medizin, Politik, Verwaltung und Sport kamen zahlreiche Aspekte rund um den Kampf gegen Krebs zur Sprache – wie zukunftsweisende Therapie- und Versorgungsangebote, die Situation der Förderlandschaft, die Chancen eines Bürokratieabbaus, die Unterstützung von ehrenamtlichem Engagement sowie der hohe Stellenwert gesellschaftlichen Zusammenhalts. Zu den bewegendsten Momenten gehörten dabei die authentischen Schilderungen einer 34-jährigen, an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Patientin zu ihrem Krankheits- und Therapieverlauf. 
Als eines der nächsten großen, von Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. geplanten Projekte beschrieb Gabriele Nelkenstock den Bau eines innovativen Angehörigenhauses in Würzburg.

Eine Bildergalerie des Abends gibt es hier: www.kampfgegenkrebs.de/bildergalerie-dankbarkeit-ist-das-gedaechtnis-des-herzens 

Weitere Spenden sind herzlich willkommen unter:

Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Castell Bank Würzburg
IBAN: DE74 7903 0001 0000 0092 45 
www.kampfgegenkrebs.de 

Stiftung „Forschung hilft“ 
Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65
www.forschung-hilft.de 

Text: Pressestelle / UKW

Gabriele Nelkenstock (mit Blumenstrauß) mit den Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmern
Gabriele Nelkenstock (mit Blumenstrauß) mit den Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmern, Moderator Daniel Pesch (Fünfter von links), Holger Metzer vom Brückenbaron (Zweiter von rechts) sowie Ehrengästen der Benefizveranstaltung. © Angelika Cronauer

7.000 Euro für die Station Regenbogen

Bei einer Benefiz-Aktion von Auszubildenden des Würzburger Autohauses Rhein kamen 7.000 Euro für die Elterninitiative für leukämie- und krebskranke Kinder e.V. zusammen, die damit die Station Regenbogen der Würzburger Universitäts-Kinderklinik unterstützt.

Bei der Spendenübergabe
Bei der Spendenübergabe: Prof. Dr. Christoph Härtel vom Uniklinikum Würzburg (links) und Monika Demmich von der Elterninitiative für leukämie- und krebskranke Kinder e.V. (Vierte von links), zusammen mit Azubis und Ausbilderinnen des Würzburger Autohauses Rhein. © Ricarda Gertner / UKW

Würzburg. Ende April dieses Jahres überreichten die Auszubildenden des Würzburger Autohauses Rhein einen Spendenscheck über 7.000 Euro sowie 34 Teddybären an Prof. Dr. Christoph Härtel, den Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik, und Monika Demmich, die stellvertretende Vorsitzende der Elterninitiative für leukämie- und krebskranke Kinder e.V. 

Das Geld kam bei einem vorweihnachtlichen, von den Azubis organisierten Benefiz-Teddybärenverkauf zusammen. Ralf Rhein, der Geschäftsführer des Unternehmens, rundete die Spendensumme großzügig auf. Die Aktion wurde bereits zum zehnten Mal durchgeführt. Prof. Härtel und Monika Demmich bedankten sich herzlich für das freundliche Engagement. Das Geld und die Kuscheltiere kommen den kleinen Patientinnen und Patienten der Station Regenbogen der Kinderklinik zugute. Dort werden an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche behandelt und betreut. 

Text: Pressestelle / UKW

Bei der Spendenübergabe
Bei der Spendenübergabe: Prof. Dr. Christoph Härtel vom Uniklinikum Würzburg (links) und Monika Demmich von der Elterninitiative für leukämie- und krebskranke Kinder e.V. (Vierte von links), zusammen mit Azubis und Ausbilderinnen des Würzburger Autohauses Rhein. © Ricarda Gertner / UKW

In 46 Fachbereichen der Focus-Ärzteliste 2024 empfohlen

Die Ärzteliste 2024 des Nachrichtenmagazins Focus weist in 46 Fachbereichen 33 Expertinnen und Experten des Uniklinikums Würzburg als deutschlandweite Top-Medizinerinnen und -Mediziner aus.

Titelseite Focus mit Stephan Hackenberg
Die aktuelle Ausgabe der Focus-Publikationsreihe „Gesundheit“ zeigt auf der Titelseite Prof. Dr. Stephan Hackenberg, den Direktor der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik.

Würzburg. Die Ende Mai 2024 erschienene Ausgabe der Publikationsreihe „Gesundheit“ des Nachrichtenmagazins Focus enthält die Neuauflage der „Focus-Ärzteliste“. Diese nennt über 4.000 deutschlandweit führende Medizinerinnen und Mediziner. Unterteilt ist das umfangreiche Tabellenwerk in 126 Fachbereiche, wie Brustkrebs, Neonatologie oder Handchirurgie. In 46 dieser Spezialisierungen finden sich die Namen von insgesamt 33 Ärztinnen und Ärzten des Uniklinikums Würzburg (UKW), da manche Expertinnen und Experten mehrfach empfohlen werden.

Als erfreuliche Besonderheit aus Sicht des UKW zeigt das Titelfoto des Magazins Prof. Dr. Stephan Hackenberg. Der Direktor der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik wird von der Ärzteliste 2024 als Experte für Gehörerkrankungen und Nasenkorrekturen geführt. Im Innenteil kommt das Vorstandsmitglied der Europäischen Gesellschaft für Kinder-HNO zudem bei der Einleitung des Heftbereichs „Hals, Nase & Ohren“ zu Wort.

Die unten folgende Auflistung der UKW-Fachleute orientiert sich an der Darstellung des Magazins. Kontaktmöglichkeiten zu den Ärztinnen und Ärzten beziehungsweise zu der jeweiligen Fachklinik am Würzburger Uniklinikum können über die Homepage www.ukw.de recherchiert werden. Dort stehen zum Beispiel die Rubrik „Ärztefinder“ und ein „Körperkompass“ für die individuelle Suche zur Verfügung.

Diese Medizinerinnen und Mediziner des UKW empfiehlt die Focus-Ärzteliste 2024:

  • Atemwege & Immunsystem, Infektiologie: Prof. Dr. Christoph Härtel
  • Atemwege & Immunsystem, Tropenmedizin: Prof. Dr. August Stich
  • Augen, Strabologie: Prof. Dr. Martin Nentwich
  • Diabetes, Diabetische Polyneuropathie: Prof. Dr. Claudia Sommer
  • Diabetes, Diabetologie: Prof. Dr. Martin Fassnacht
  • Gehirn & Nerven, Chronische Schmerzen: Prof. Dr. Heike Rittner
  • Gehirn & Nerven, Neurochirurgie: Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus
  • Gehirn & Nerven, Parkinson: Prof. Dr. Jens Volkmann
  • Geriatrie & Palliativmedizin, Akutgeriatrie: Prof. Dr. Jens Volkmann
  • Hals, Nase & Ohren, Gehörerkrankungen: Prof. Dr. Stephan Hackenberg
  • Haut & Schönheit, Ohrkorrektur: PD Dr. Matthias Scheich
  • Haut & Schönheit, Bodylift: Prof. Dr. Michael Jakubietz, Prof. Dr. Rafael Jakubietz
  • Haut & Schönheit, Nasenkorrektur: Prof. Dr. Stephan Hackenberg
  • Haut & Schönheit, Psoriasis: Prof. Dr. Matthias Goebeler
  • Hormone & Stoffwechsel, Endokrine Chirurgie: Prof. Dr. Nicolas Schlegel
  • Hormone & Stoffwechsel, Endokrinologie & Fettstoffwechsel: Prof. Dr. Martin Fassnacht
  • Hormone & Stoffwechsel, Ernährungsmedizin: Prof. Dr. Andreas Geier
  • Hormone & Stoffwechsel, Nephrologie: Prof. Dr. Kai Lopau
  • Kinder, Kinderkardiologie: Prof. Dr. Johannes Wirbelauer
  • Kinder, Neonatologie: Prof. Dr. Christoph Härtel, Prof. Dr. Johannes Wirbelauer
  • Knochen & Gelenke , Ellenbogenchirurgie: Prof. Dr. Rainer H. Meffert
  • Knochen & Gelenke, Handchirurgie: Prof. Dr. Michael Jakubietz, Prof. Dr. Rafael Jakubietz, Prof. Dr. Rainer H. Meffert
  • Knochen & Gelenke, Wirbelsäulenchirurgie: Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus
  • Krebs, Blasenkrebs: Prof. Dr. Hubert Kübler
  • Krebs, Brustkrebs: Prof. Dr. Achim Wöckel
  • Krebs, Gynäkologische Tumoren: Prof. Dr. Achim Wöckel
  • Krebs, Hauttumoren: Prof. Dr. Matthias Goebeler
  • Krebs, Knochen- & Weichteiltumoren: Prof. Dr. Martin Kortüm, Prof. Dr. Volker Kunzmann, Prof. Dr. Andrea Wittig-Sauerwein
  • Krebs, Kopf-Hals-Tumoren: Prof. Dr. Alexander Kübler
  • Krebs, Leukämie & Knochenmarkerkrankungen: Prof. Dr. Hermann Einsele, Prof. Dr. Martin Kortüm
  • Krebs, Lymphome: Prof. Dr. Hermann Einsele
  • Krebs, Prostatakrebs: Prof. Dr. Hubert Kübler
  • Krebs, Strahlentherapie: Prof. Dr. Andrea Wittig-Sauerwein
  • Krebs, Tumoren des Verdauungstrakts: Prof. Dr. Volker Kunzmann, Prof. Dr. Alexander Meining
  • Magen, Darm & Bauch, Adipositas-Chirurgie: Prof. Dr. Florian Seyfried
  • Magen, Darm & Bauch, Gastrointestinale Endoskopie: Prof. Dr. Alexander Meining
  • Magen, Darm & Bauch, Hepatologie & Leberchirurgie: Prof Dr. Andreas Geier
  • Mund, Kiefer, Gesicht & Zähne, Oralchirurgie: Prof. Dr. Alexander Kübler
  • Mund, Kiefer, Gesicht & Zähne, Orthognathe Chirurgie: Prof. Dr. Urs Müller-Richter
  • Mund, Kiefer, Gesicht & Zähne, Rekonstruktive Chirurgie: Prof. Dr. Urs Müller-Richter
  • Psyche, Schizophrenie: PD Dr. Martin Lauer
  • Psyche, Suchterkrankungen: PD Dr. Martin Lauer
  • Radiologie & Nuklearmedizin, Nuklearmedizin: Prof. Dr. Andreas Buck
  • Radiologie & Nuklearmedizin, Radiologie: Prof. Dr. Ralph Kickuth
  • Mund, Kiefer, Gesicht & Zähne, Ästhetische Zahnheilkunde: Prof. Dr. Marc Schmitter
  • Mund, Kiefer, Gesicht & Zähne, Craniomandibulare Dysfunktion: Prof. Dr. Marc Schmitter

Text: Pressestelle / UKW

 

Titelseite Focus mit Stephan Hackenberg
Die aktuelle Ausgabe der Focus-Publikationsreihe „Gesundheit“ zeigt auf der Titelseite Prof. Dr. Stephan Hackenberg, den Direktor der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik.

Schlüssel zur Verbesserung von Krebstherapien entdeckt

Manche Krebsmedikamente verursachen schwere Nebenwirkungen, weil sie nicht zielgerichtet genug arbeiten. Warum, das hat jetzt ein Team der Universität Würzburg rund um die Biochemikerin Caroline Kisker herausgefunden.

Die Struktur von USP28 im Komplex mit dem Inhibitor AZ1. Farblich hervorgehoben sind alle Aminosäuren, die ähnlich (gelb) oder identisch (grün) gegenüber USP25 sind. Vor allem die Region, in der der Inhibitor bindet (mit rotem Pfeil markiert), ist zwischen den beiden Proteinen identisch. (Kisker/JMU) Pressemitteilung der Uni 06.06.2024

Kaum ein zellulärer Prozess in unserem Körper kommt ohne das kleine Protein Ubiquitin aus: Es orchestriert die Stabilität und Funktion der allermeisten Proteine. Wird es an andere Proteine angeheftet, sind diese oft für den Abbau freigegeben. Eine solche Markierung kann jedoch durch spezielle Enzyme auch wieder rückgängig gemacht werden. Das Enzym USP28 beispielsweise ist bekannt als Stabilisator von Proteinen, die entscheidend für Zellwachstum und -teilung sind – für das Wachstum von Krebs können diese ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Um die Stabilität dieser Proteine zu verringern und so das Krebswachstum einzudämmen, wurden sogenannte Inhibitoren gegen USP28 entwickelt. Diese Hemmstoffe sind die Grundlage vieler, sich in Entwicklung befindlicher Krebsmedikamente und stören die Zellteilung, indem sie das Enzym USP28 blockieren. Das Problem: Häufig wirken sie nicht nur gegen USP28, sondern auch gegen USP25, ein eng verwandtes Enzym, das Ubiquitin von anderen Proteinen ablöst und als Schlüsselprotein des Immunsystems gilt. Die Weiterentwicklung von USP28-Inhibitoren zu in der Klinik anwendbaren Therapeutika ist deshalb wegen der absehbaren Nebenwirkungen sehr schwierig – sie reichen von Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Nervenschäden und sogar Autoimmunerkrankungen.

Verwechslungsgefahr zwischen beiden Enzymen

Wieso Inhibitoren nicht zielsicher ausschließlich USP28, sondern auch USP25 angehen, das haben Forschende der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) jetzt herausgefunden: „Offenbar gibt es eine hohe Verwechslungsgefahr zwischen USP28 und USP25“, erklärt Caroline Kisker vom Lehrstuhl für Strukturbiologie am Würzburger Rudolf-Virchow-Zentrum und Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. „Wir konnten zeigen, dass die beiden Enzyme in großen Bereichen, auch genau dort, wo die Inhibitoren wirken, sehr ähnlich oder sogar identisch sind.“

Im Rahmen ihrer Forschung untersuchte die Arbeitsgruppe der Biochemikerin mittels Röntgenkristallographie die Struktur von USP28 in Verbindung mit den drei Inhibitoren „AZ1“, „Vismodegib“ und „FT206“ – und ermittelte so die räumliche Bindestelle. Weitere biochemische Experimente an USP25 zeigten: Die Stellen, an denen die Inhibitoren bei USP28 und bei USP 25 andocken, sind identisch aufgebaut. „Die Hemmstoffe können also nicht unterscheiden, wo sie binden“ so Kisker. „Das erklärt die unspezifische Wirkung.“

Entdeckung ebnet Weg für die Entwicklung treffsicherer Inhibitoren

Die neue wissenschaftliche Erkenntnis liefert eine wichtige Grundlage für die Suche nach spezifischeren Medikamenten mit weniger Nebenwirkungen. Diese zu entwickeln, das ist das nächste große Ziel der Würzburger Forschenden. „Unsere strukturbiologischen Daten ermöglichen es uns, die bisherigen Inhibitoren so zu verändern, dass sie nur noch entweder gegen USP25 oder USP28 wirken“, sagt Kisker. „Zudem wollen wir nach Inhibitoren suchen, die bei den Enzymen an Stellen binden, die sich weniger ähnlich sind. Damit haben diese Moleküle eine höhere Zielgenauigkeit.“

Finanzielle Unterstützung für Forschungsarbeit gab es von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG.

Das Rudolf-Virchow-Zentrum in Würzburg

Das Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) für Integrative und Translationale Bildgebung ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum, das sich mit der Visualisierung elementarer Lebensprozesse beschäftigt – vom Subnano- bis zum Makromaßstab. Als zentrale Einrichtung der Universität Würzburg beherbergt das Zentrum derzeit 13 Forschungsgruppen mit translationalem Fokus und rund 100 Forschende, die die molekularen Ursachen von Gesundheit und Krankheit untersuchen.

Zur Studie

Structural basis for the bi-specifity of USP25 and USP28 inhibitors. Jonathan Vincent Patzke, Florian Sauer, Radhika Karal Nair, Erik Endres, Ewgenij Proschak, Victor Hernandez-Olmos, Christoph Sotriffer, Caroline Kisker. DOI: 10.1038/s44319-024-00167-w [Link: https://www.embopress.org/doi/full/10.1038/s44319-024-00167-w]

Kontakt

Prof. Dr. Caroline Kisker, Lehrstuhl für Strukturbiologie am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging sowie Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Tel. +49 931 31-80381, caroline.kisker@ uni-wuerzburg.de

Text: Sebastian Hofmann / Pressestelle Universität Würzburg