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Uniklinikum Würzburg: Das Autoren-Duo Elstner/Volkmann präsentierte sein Parkinson-Buch

Der an Parkinson erkrankte Showmaster und Journalist Frank Elstner hat zusammen mit Prof. Dr. Jens Volkmann, dem Direktor der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg, ein Buch über die verbreitete Krankheit des zentralen Nervensystems geschrieben. Anfang November stellten sie ihr Werk und die von ihnen geführte Parkinson Stiftung in Würzburg vor.

In Deutschland sind etwa 350.000 Menschen von der Parkinson-Erkrankung betroffen. Einer von ihnen ist die TV-Legende Frank Elstner (Jahrgang 1942). Die Ergebnisse seiner Recherchen zu der schleichend verlaufenden, vielgestaltigen Erkrankung des zentralen Nervensystems hielt er in dem im September dieses Jahres erschienenen Buch „Dann zitter ich halt“ fest. Als Ko-Autor mit im Boot war Prof. Dr. Jens Volkmann, der Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). Am 4. November präsentierten die beiden ihr Werk den Beschäftigten des Klinikums – im Hörsaal des Rudolf-Virchow-Zentrums und parallel über eine Online-Plattform. Aufgelockert wurde der informationsreiche Nachmittag durch musikalische Einlagen aus dem Konzertprogramm der Würzburger Pianistin Anna Scheps.

Bei der Recherche auf Prof. Volkmann gestoßen

Bei dem von der Würzburger Journalistin Anke Faust moderierten Gespräch berichtete Elstner, der unter anderem als Erfinder der Fernsehshow „Wetten, dass…“ gilt, dass er das Zittern zu Beginn der Erkrankung viele Jahre lang als Effekt des Lampenfiebers eingestuft hatte. Erst im Jahr 2015 konfrontierte ihn ein Neurologe mit der Diagnose Parkinson. Daraufhin stürzte sich der Journalist in eine umfangreiche Recherche zu den Hintergründen und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit. „Dabei stieß ich glücklicherweise auf Professor Volkmann, mit dem ich mittlerweile befreundet bin. Uns beiden war klar, dass es noch vieles zu Parkinson zu sagen gibt, das vielleicht noch nicht so bekannt ist. So kam es zur Idee von ‚Dann zitter ich halt‘.“ Bei dieser Gelegenheit entschuldigte sich der 79-Jährige bei allen Parkinson-Patientinnen und -Patienten, die in einem schlechteren Gesundheitszustand sind als er selbst aktuell, für den etwas flapsigen Titel des Buches. Elstner: „Bis jetzt habe ich Glück gehabt, bei mir ist es ein Parkinsönchen!“

Mut machen und eigene Handlungsmöglichkeiten aufzeigen

Eines der wesentlichen Ziele des Autoren-Duos ist es, mit der Publikation den Betroffenen dabei zu helfen, die Krankheit zu akzeptieren und ihnen Mut zu machen. „Ein wichtiger Satz, auf den ich bei meinen Recherchen immer wieder gestoßen bin, lautet: ‚An Parkinson müssen Sie nicht sterben‘. Wenn man das weiß, ist man schon viel entspannter für die weiteren Schritte“, erläuterte Elstner und fuhr fort: „Bisher ist die Parkinson-Krankheit zwar nicht zu heilen, aber ich habe es am eigenen Körper erlebt, dass man sie verlangsamen kann.“ Neben der richtigen medikamentösen Einstellung können Betroffene nach seinen Worten selbst zum Beispiel durch Bewegung und richtige Ernährung dazu beitragen, den Verlauf zu bremsen. „Parkinson ist eine Erkrankung, bei der die Patientin oder der Patient viel daran mitarbeiten muss, die Symptomatik zu lindern“, bestätigte auch Prof. Volkmann. 

Den molekularen Zusammenhängen auf der Spur

Zu den derzeit möglichen Therapien erläuterte der Würzburger Parkinson-Experte: „Wir können die Bewegungsstörungen mittlerweile sehr gut behandeln – entweder durch den Ausgleich von Dopamin oder mit Hilfe eines Hirnschrittmachers.“ Für das Ziel, den Verlauf der Krankheit günstig zu beeinflussen, gibt es nach seinen Worten ermutigende Forschungserkenntnisse. Prof. Volkmann: „Wir verstehen die molekularen Grundlagen der Erkrankung immer besser. Vermutlich gibt es einen ursächlichen Zusammenhang mit fehlgeleiteten Eiweißstoffen, die möglicherweise aus dem Darm stammen. Sie lagern sich an den Nervenzellen im Gehirn ab und lassen diese vorzeitig altern und absterben.“ Ein zentraler Ansatz sei es nun, in diese Prozesse, zu denen auch Abwehr- und Entzündungsreaktionen gehören, auf molekularer Ebene einzugreifen. „Dafür ist weitere Grundlagenforschung dringend notwendig“, unterstrich der Klinikdirektor.

Beide auch in der Parkinson Stiftung engagiert

Die Erforschung der Parkinson-Krankheit voranzutreiben ist auch eines der Hauptziele der Parkinson Stiftung. Diese wurde im Jahr 2019 von der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen gemeinsam mit Partnern aus Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft gegründet. Prof. Volkmann ist der Vorsitzende der Stiftung, Frank Elstner Mitglied im Stiftungsrat und prominenter Fürsprecher. Bei der Buchvorstellung machten beide deutlich, dass jeder Euro zählt, um schneller und weitgreifender voranzukommen. Mehr zur Stiftung gibt es hier: www.parkinsonstiftung.de

Literaturhinweis:

„Dann zitter ich halt“ – Leben trotz Parkinson: Symptome – Behandlung – Perspektiven, Frank Elstner und Prof. Dr. Jens Volkmann, 2021, Piper Verlag, 240 S., 20,– €, EAN 978-3-492-07112-3

 

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Foto zeigt Buch "Dann zitter ich halt"

Mission: Accepted - 700.000 Euro für Entwicklung neuer antiviraler Mittel / Forschungsverbund unter HIRI-Leitung erhält Innovationsförderung von Bundesagentur SPRIND

Würzburg, 9. November 2021 – Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) fördert einen süddeutschen Forschungsverbund unter Leitung des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg mit einem Anfangsbetrag von 700.000 Euro. Ziel ist die Entwicklung neuartiger antiviraler Technologien und Therapeutika. Die Laufzeit der Förderung beträgt zunächst zwölf Monate. Bei entsprechendem Fortschritt können sich zwei Folgejahre und weitere finanzielle Mittel anschließen. Das HIRI ist ein Joint Venture des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung Braunschweig mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Die Mission solle nicht weniger als einen „Quantensprung für neue antivirale Mittel“ hervorbringen, so die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) bei der Ausschreibung ihrer ersten „Challenge“. Mit diesem Innovationswettbewerb will die Ende 2019 gegründete Agentur die Entwicklung radikal neuer antiviraler Technologien und Therapeutika unterstützen. Das HIRI stellte sich der Aufgabe – und erhält jetzt im Team mit dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) eine zunächst einjährige Förderung in Höhe von 700.000 Euro. Im Falle einer Anschlussfinanzierung tritt die Universität Heidelberg als vierter Verbundpartner hinzu. Ihr gemeinsames Projekt: die Nutzung bakterieller Immunsysteme als neuartige Wirkstoffklasse im Kampf gegen menschliche Viren.

Von Bakterien lernen

Antragsteller und Projektinitiator Chase Beisel, Forschungsgruppenleiter am HIRI, erläutert seinen Ansatz: „Antivirale Mittel konnten bislang meist nur sehr spezifisch als Therapeutikum gegen ein bestimmtes Virus entwickelt werden. Dieser Prozess braucht viel Zeit und ist bei neu auftretenden viralen Bedrohungen, beispielsweise in der aktuellen Corona-Pandemie, nur bedingt hilfreich. In meinem Labor am HIRI erforschen wir bakterielle Immunsysteme und wollen die Mechanismen besser verstehen, mit denen sich Bakterien gegen sie gefährdende Viren zur Wehr setzen. Von diesen Mechanismen wollen wir lernen, um davon eine neue antivirale Wirkstoffklasse für menschliche Infektionskrankheiten abzuleiten.“ 

Der entscheidende Vorteil dieses Ansatzes gegenüber herkömmlichen Technologien: Die Therapeutika könnten schneller entwickelt und auch bei Virusmutationen leichter angepasst werden. Ein vielversprechendes Feld, das die SPRIND-Jury jetzt durch ihre Förderzusage gewürdigt hat.

Der Wettbewerb 

Das nun beginnende dreistufige Verfahren sieht vor, über einen Wettbewerbszeitraum von insgesamt drei Jahren nach jeweils zwölf Monaten den Fortschritt aller teilnehmenden Projekte zu bewerten. Sind die Zwischenziele erreicht und die Jury vom Potenzial der Lösungen überzeugt, kann für die nächste Stufe eine neuerliche Förderzusage erteilt werden. Teilnehmer, die alle drei Stufen erfolgreich absolvieren, können gegebenenfalls zusätzliche Mittel für klinische Tests erhalten.

Aktuell nehmen neun Wettbewerber ihre Arbeit auf. Maximal sechs davon können die zweite Stufe erreichen, für die dritte Stufe werden vier Finalisten ausgewählt. Eingereicht wurden insgesamt 45 Anträge aus dem In- und Ausland.

Über SPRIND

Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) ist eine Tochtergesellschaft der Bundesregierung und wurde im Dezember 2019 gegründet. Sie hat die Aufgabe, bahnbrechende zivile Innovationen zu identifizieren, zu entwickeln und zu finanzieren. Ihre Innovationswettbewerbe, sogenannte SPRIND Challenges, haben das Ziel, Lösungen für die großen gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen unserer Zeit hervorzubringen.

Über das HIRI

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) ist die erste Einrichtung weltweit, die die Forschung an Ribonukleinsäuren (RNA) mit der Infektionsbiologie vereint. Auf Basis neuer Erkenntnisse aus seinem starken Grundlagenforschungsprogramm will das Institut innovative therapeutische Ansätze entwickeln, um menschliche Infektionen besser diagnostizieren und behandeln zu können. 

Das HIRI ist ein Joint Venture des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und befindet sich auf dem Würzburger Medizin-Campus.

 

HIRI-Medieninformation vom 9. November 2021

 

 

Uniklinika befürchten noch mehr Intensivpatienten

Angesichts der aktuellen Beratungen der Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister in Lindau betonen die Universitätsklinika, dass die Pandemie längst noch nicht beendet ist und sie in der derzeitigen Situation von einer drastischen Zunahme von Patientinnen und Patienten auf ihren Intensivstationen ausgehen.

Bei den aktuellen politischen Beratungen über die Fortführung von Corona-Maßnahmen muss die kritische Lage in Folge weiterhin steigender COVID-Fallzahlen auf den Intensivstationen der Universitätsklinika unbedingt berücksichtigt werden. Die 35 Universitätsklinika in Deutschland haben im Verlauf der Pandemie bisher zwischen 25 und 40 Prozent der beatmungspflichtigen COVID-Patientinnen und Patienten auf ihren Intensivstationen behandelt.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Situation auf den Intensivstationen noch einmal verschärfen wird, wenn nun keine weiteren Vorkehrungen zur Eindämmung der steigenden Fallzahlen getroffen werden. Bei Auslaufen der epidemischen Lage darf es nicht zu einem regulatorischen Flickenteppich in den Ländern kommen“, sagt Professor Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD).

Seit Wochen steigen die COVID-Fallzahlen wieder an. „Unsere Pflegenden, Ärztinnen und Ärzte sind bereits jetzt am Ende ihrer Kräfte, müssen aber vielleicht noch mehr schwer Kranke versorgen, sollten die Zahlen weiter ansteigen“, so Professor Scholz. Der VUD hatte sich bereits für eine 2-G-Regelung in der Krankenversorgung ausgesprochen und würde eine Ausweitung in weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens befürworten. „Auf den Intensivstationen liegen viele ungeimpfte Patientinnen und Patienten. Das ist vermeidbar. Es sollte noch mehr dafür getan werden, dass sich in Deutschland mehr Menschen impfen lassen und Auffrischungsimpfungen schnell für alle verfügbar sind“, meint Professor Scholz.

„Wenn die COVID-Fallzahlen weiter so steigen, werden die Uniklinika abermals in besonderer Weise gefordert sein und planbare Eingriffe verschieben müssen. Hierfür brauchen wir gestaffelte Freihaltepauschalen, wie wir sie bereits im Herbst des letzten Jahres hatten“, betont Jens Bussmann, Generalsekretär des VUD.

Die Universitätsmedizin spielt seit Beginn der Pandemie eine zentrale Rolle. Die Universitätsklinika versorgen nicht nur schwererkrankte Patientinnen und Patienten, sondern koordinieren oftmals auch die regionale Versorgung der COVID-Erkrankten. Gleichzeitig haben andere Krankenhäuser von der universitären Expertise und dem Austausch profitiert. „Derartige regionale Netzwerke mit Universitätsklinika im Zentrum benötigen wir in der aktuellen Pandemie. Sie sind aber auch das Modell der Zukunft und Ausgangspunkt der Weiterentwicklung des DRG-Systems, welches verstärkt nach Versorgungsstufen differenziert werden muss“, ergänzt Bussmann.

Kontakt:

Stephanie Strehl-Dohmen
Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V.
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25, Fax: +49 (0) 30 3940517-17
Email: strehl-dohmen@ uniklinika.de
www.uniklinika.de

 

Pressemitteilung des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands vom 5. November 2021

Angehende Verwaltungsspitzenkräfte besuchten das Uniklinikum Würzburg

Der aktuelle Lehrgang für Verwaltungsführung der Bayerischen Staatskanzlei informierte sich am Uniklinikum Würzburg über ausgewählte Aspekte der Hochschulmedizin.

 

Im Rahmen einer einwöchigen Bayernreise besuchten am 28. Oktober dieses Jahres 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 27. Lehrgangs für Verwaltungsführung der Bayerischen Staatskanzlei für einen halben Tag das Uniklinikum Würzburg (UKW). Der Lehrgang zielt darauf ab, angehende Spitzenkräfte für kommende Querschnittsaufgaben in ressortübergreifendem und interdisziplinärem Denken zu schulen. 

Einblicke in Personalisierte Medizin

Bezogen auf die Universitätsmedizin identifizierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemeinsam mit den Organisatorinnen und Organisatoren des gastgebenden UKW drei Themenfelder von besonderem Interesse. So präsentierte Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Frauenklinik des UKW, in einem Vortrag den Ansatz der Personalisierten Medizin. Ein Fokus lag dabei auf dem vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderten Projekt „DigiOnko“. Das in diesem Frühjahr gestartete, bayernweite Verbundvorhaben will mithilfe der Digitalisierung Brustkrebs besser vorbeugen sowie die Früherkennung, Therapie und Rückfallvermeidung optimieren. Der Besuch der Frauenklinik des UKW umfasste auch die Vorstellung des Covid-19-Kreißsaals, in dem Covid-infizierte Schwangere vollkommen separat von gesunden Müttern entbinden können.

Bisherige und zukünftige Herausforderungen durch Corona

Die bisherigen und zukünftigen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie in Therapie und Pflege waren auch das Thema der anschließenden Gesprächsrunde. Von Seiten des Klinikums standen hier der stellvertretende Pflegedirektor Matthias Uhlmann, Stefan Rehberger, Pflegeleiter einer Corona-Intensivstation, sowie Dr. Björn Lengenfelder von der Operativen Einsatzleitung Corona zur Verfügung. „Es war uns ein besonders wichtiges Anliegen, Zugang zu diesen authentischen Erfahrungen und Expertisen zu bekommen“, betonte Dr. Anand Schwenk-von Heimendahl, der als Lehrgangsteilnehmer den UKW-Besuch mitorganisiert hatte. 

Strukturen, Leistungen und Projekte des UKW im Schnelldurchlauf

Zum Abschluss des Treffens führten Prof. Dr. Jens Maschmann, der Ärztliche Direktor, und Philip Rieger, der Kaufmännische Direktor des UKW, in den „Mikrokosmos Uniklinik“ ein. Der gemeinsame Vortrag spannte einen weiten Bogen von der Organisationsstruktur und Finanzierungsaspekten, über die Leistungen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre bis hin zu den zahlreichen laufenden und kommenden Bauprojekten des Klinikums.

Am Ende des prallgefüllten Vormittags bedankten sich die Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer herzlich für die wertvollen Informationen. Die beiden beteiligten Vorstandsmitglieder des UKW lobten ihrerseits die Personalentwicklungsmaßnahme des Freistaats. „Aus meiner Sicht ist dieser Führungskräfte-Kurs wirklich eine großartige Initiative, weil sie die künftigen Spitzenbeamtinnen und -beamten direkt in die Einrichtungen, Unternehmen und Regionen in Bayern führt, die später von ihrem Wirken betroffen sein werden“, kommentierte Philip Rieger. Und Prof. Maschmann pflichtete bei: „Ich halte es für ganz wesentlich, dass in der öffentlichen Verwaltung sehr gut ausgebildetes Personal sitzt, das in der Lage ist, Sachverhalte richtig zu erfassen und einordnen zu können. Die Hochschulmedizin ist da nur ein – wenn auch wichtiges – Themenfeld.“

 

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Das Uniklinikum Würzburg feiert das 100-jährige Jubiläum des Luitpold-Campus‘

Am 2. November 1921 wurde in Würzburg das Staatliche Luitpoldkrankenhaus eingeweiht. Auf den Tag genau 100 Jahre später feierte die Würzburger Universitätsmedizin diesen Meilenstein ihrer über 400-jährigen Geschichte mit einem Festakt.

Foto zeigt Akteure des Festakts gruppiert um das Architekturmodell des Siegerentwurfs
Beim Festakt „Luitpold-Campus – Tradition und Innovation seit 1921“ rund um das siegreiche Architekturmodell für das Erweiterungsgelände Nord des Uniklinikums Würzburg (UKW) gruppiert: Im Vordergrund Prof. Dipl.-Ing. Christine Nickl-Weller (links) und Staatsministerin Judith Gerlach, hinten (von links): Universitätspräsident Prof. Dr. Paul Pauli, Philip Rieger, Prof. Dr. Jens Maschmann, Marcus Huppertz und Prof. Dr. Matthias Frosch (alle vier aus dem Vorstand des UKW) sowie Martin Heilig, Bürgermeister der Stadt Würzburg. Bild: Angie Wolf / Uniklinikum Würzburg

 

Über 100 geladene Gäste kamen am 2. November 2021 im Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) an der Josef-Schneider-Straße im Würzburger Stadtteil Grombühl zum Festakt „Luitpold-Campus – Tradition und Innovation seit 1921“ zusammen.
„Heute feiern wir quasi den 100. Geburtstag der modernen Würzburger Universitätsmedizin“, erläuterte Prof. Dr. Jens Maschmann. Der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW) führte als Moderator durch die gut zweistündige Veranstaltung.
Sein Kollege aus dem Klinikumsvorstand, Prof. Dr. Matthias Frosch, arbeitete in seiner Ansprache heraus, dass sich die lokale Geschichte der Universitätsmedizin zwar bis zur Gründung der Würzburger Universität im Jahr 1582 zurückverfolgen lässt, aber die Einweihung des Staatlichen Luitpoldkrankenhauses am 2. November 1921 ein wahrhaftig epochaler Entwicklungsschritt war. „Mit dem nach dem bayerischen Prinzregenten benannten Gebäudeensemble erhielten damals Stadt und Region eines der modernsten, wegweisendsten Großkrankenhäuser jener Zeit“, betonte der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg.

Heute eines der wichtigsten medizinischen Zentren Frankens

Laut Judith Gerlach, der bayerischen Staatsministerin für Digitales, nahm das Klinikum in den folgenden Jahrzehnten – unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg – einen steilen Aufstieg und entwickelte sich zu einem der wichtigsten medizinischen Zentren in Franken. Die Gastrednerin des Festakts sagte: „Das Universitätsklinikum Würzburg genießt heute als medizinische Forschungseinrichtung weltweites Ansehen. Gleichzeitig ist es ein leistungsfähiges Krankenhaus der Maximalversorgung. Und es bietet den Bürgerinnen und Bürgern der gesamten Region Zugang zur Spitzenmedizin.“
Ähnlich lobende Worte sandte auch Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler per eingespielter Videogrußbotschaft in den Hörsaal des RVZ.

Für Prof. Dr. Paul Pauli, den Präsidenten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Aufsichtsratsmitglied des Klinikums, ist die gute Zusammenarbeit mit dem UKW zudem ein Glücksfall für die Medizinische Fakultät mit ihren gut 3.600 Studierenden, während der Würzburger Bürgermeister Martin Heilig in seinem Grußwort unter anderem die herausragenden Leistungen des Uniklinikums und seiner Beschäftigten während der Corona-Pandemie unterstrich.

Festvortrag zur Entwicklung der Krankenhaus-Architektur

Den Festvortrag der Veranstaltung übernahm Prof. Dipl.-Ing. Christine Nickl-Weller. Die Architektin vom Münchner Architekturbüro Nickl & Partner, das unter anderem für die Planung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz in Würzburg verantwortlich zeichnet, nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf einen Parforceritt durch die Geschichte der Krankenhaus-Architektur. „Heute streben wir nach patienten- und personalzentrierten Gebäuden. Außerdem müssen zukunftsfähige Krankenhäuser für den technischen und medizinischen Fortschritt sowie die Herausforderungen des Klimawandels gerüstet sein“, erläuterte die Professorin.

Verantwortung bei der Planung der großen Neubauten

Diese architektonischen Zukunftsüberlegungen sind für das UKW hochrelevant, schließlich sollen in den nächsten Jahren auf einem nördlich des bisherigen Klinik-Campus‘ gelegenen Gelände Neubauten für die Kopfkliniken sowie ein Zentrum Frauen-Mutter-Kind entstehen. Mitte Oktober dieses Jahres wurden die Preisträger im entsprechenden Planungswettbewerb gekürt. „Gerade der Blick auf die immense Tragweite der Inbetriebnahme des Luitpoldkrankenhauses vor 100 Jahren macht deutlich, wie groß unsere Verantwortung für eine möglichst weitsichtige und intelligente bauliche Planung ist“, unterstrich Prof. Maschmann.


Aufgelockert wurde die Jubiläumsfeier durch ein „hauseigenes“ Musiktrio: Prof. Dr. Sarah König vom Lehrstuhl Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung (Querflöte), Prof. Dr. Klaus Toyka, der ehemalige Direktor der Neurologischen Klinik (Violine), sowie Jiechu Chen, Assistenzarzt am Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie (Klavier), erfreuten die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Werken von Bach und Schostakowitsch.


Festschrift zum Jubiläum

Anlässlich des Jubiläums „1921 – 2021: Vom Luitpoldkrankenhaus zum Luitpold-Campus“ hat das Uniklinikum Würzburg eine 112-seitige, reichbebilderte Festschrift herausgebracht. Erstellt wurde die Publikation vom Arzt und Medizinhistoriker Dr. Andreas Mettenleiter. Sie kann als PDF eingesehen und heruntergeladen werden unter www.ukw.de/100

 

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Foto zeigt Akteure des Festakts gruppiert um das Architekturmodell des Siegerentwurfs
Beim Festakt „Luitpold-Campus – Tradition und Innovation seit 1921“ rund um das siegreiche Architekturmodell für das Erweiterungsgelände Nord des Uniklinikums Würzburg (UKW) gruppiert: Im Vordergrund Prof. Dipl.-Ing. Christine Nickl-Weller (links) und Staatsministerin Judith Gerlach, hinten (von links): Universitätspräsident Prof. Dr. Paul Pauli, Philip Rieger, Prof. Dr. Jens Maschmann, Marcus Huppertz und Prof. Dr. Matthias Frosch (alle vier aus dem Vorstand des UKW) sowie Martin Heilig, Bürgermeister der Stadt Würzburg. Bild: Angie Wolf / Uniklinikum Würzburg

Welt-Frühgeborenentag: Die Würzburger Uni-Kinderklinik leuchtet violett

Am Mittwoch, den 17. November 2021, wird das Gebäude der Würzburger Universitäts-Kinderklinik erneut in violettem Licht erstrahlen. Bei dem internationalen Aktionstag soll auf die besondere Versorgungssituation von frühgeborenen Kindern aufmerksam gemacht werden.

Illuminierte Würzburger Universitäts-Kinderklinik am Welt-Frühgeborenentag letztes Jahr
So sah die Würzburger Universitäts-Kinderklinik am Welt-Frühgeborenentag im letzten Jahr aus. Bild: Ina Schmolke / Uniklinikum Würzburg

Allein in Deutschland werden jährlich rund 70.000 Kinder zu früh, das heißt vor der 37. Schwangerschaftswoche, geboren. „Frühgeborene Kinder bedürfen in besonderem Maße unserer medizinischen Fürsorge. Um dem gerecht zu werden, ist eine ganzheitliche, familienzentrierte Betreuung unerlässlich“, betont Prof. Dr. Christoph Härtel, der Direktor der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, wird das Hauptgebäude der Klinik am Abend des 17. November 2021 – wie schon in den vergangenen Jahren – in violettem Licht angestrahlt. Die Aktion ist Teil des Welt-Frühgeborenentags, der auf einer Initiative der Elternverbände EFCNI (European Foundation for the Care of Newborn Infants) und des Bundesverbands „Das frühgeborene Kind“ beruht.

Für die angesprochene ganzheitliche Betreuung ist man am UKW glücklich über die jahrzehntelange Kooperation mit dem KIWI e.V., einer Elterninitiative, die die Mütter und Väter der jährlich rund 350 am Würzburger Uniklinikum frühgeborenen Kinder unterstützt. „Für die Durchführung ihrer wertvollen Arbeit ist KIWI allerdings auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen und wir würden uns freuen, wenn der Aktionstag für manchen ein Anstoß für eine finanzielle Unterstützung sein könnte“, sagt Prof. Härtel.

Das interdisziplinäre Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe am UKW gehört zu den drei größten Zentren seiner Art in Bayern. Der Welt-Frühgeborenentag soll auch darauf hinweisen, dass die medizinische Forschung für eine immer bessere Behandlung von Frühgeborenen und deren Langzeitgesundheit essentiell ist. Die Würzburger Universitäts-Kinderklinik hat hierzu unter anderem eine tragende Rolle im wissenschaftlichen Verbund des Deutschen Frühgeborenennetzwerks. 

Spendenkonto:

KIWI Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation e.V. Sparkasse Mainfranken IBAN: DE91 7905 0000 0000 0262 45 BIC: BYLADEM1SWU

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Uniklinikum Würzburg: Drei Forscherinnen auf Deutschem Schmerzkongress ausgezeichnet

Dr. Franziska Karl-Schöller, Dr. Luisa Kreß und Katharina Klug von der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg wurden auf der Jahrestagung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. für ihre Forschungsarbeiten mit Preisen geehrt.

Vom 19. bis 23. Oktober 2021 hielten die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. ihre gemeinsame Jahrestagung ab. Dabei wurde auch der Förderpreis Schmerzforschung verliehen. In der Kategorie Grundlagenforschung ging der mit 3.500 Euro dotierte zweite Preis an Dr. Franziska Karl-Schöller und Dr. Luisa Kreß von der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). Geehrt wurden sie für eine Studie, die den möglichen Einfluss von Hautzellen auf Neuropathie und Schmerz untersuchte. Dafür wendete das Forscherinnen-Duo diverse In-vitro-Methoden an patienteneigenem Biomaterial an. Die gemeinsame Arbeit der Biologin Dr. Karl-Schöller und der Medizinerin Dr. Kreß ist ein Beispiel für die erfolgreiche interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen den Grundlagenwissenschaften und der Klinik.

Als weiteren Erfolg für die neurologische Forschung am UKW erhielt Katharina Klug auf dem Kongress den diesjährigen Vortragspreis Top Young Science 2021 der Deutschen Schmerzgesellschaft. Der Vortrag der PhD-Kandidatin beleuchtete neue Erkenntnisse zum Thema Schmerz bei Morbus Fabry, die anhand von patienteneigenen sensiblen Neuronen und Endothelzellen gewonnen wurden.

Alle drei Preisträgerinnen gehören zum Team von Prof. Dr. Nurcan Üçeyler, Oberärztin an der Neurologischen Klinik des UKW und Leiterin des Bereichs „Translationale Somatosensorik“ der Würzburger Universität. Die Professorin war zudem die Präsidentin des diesjährigen Schmerzkongresses. Als Novum hatte die Tagung erstmals eine gemischte Struktur: Am 19. und 20. Oktober fand sie digital, in den anschließenden drei Tagen hybrid in Mannheim statt. Nach Angaben der Veranstalter*innen waren über 1000 Personen vor Ort im Congress Centrum Rosengarten dabei, rund 600 schalteten sich zudem von ihren heimischen Rechnern dazu. Zu den Schwerpunktthemen gehörten unter anderem „Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen“ sowie „Covid-19-assoziierte Schmerzsyndrome“.

 

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