Aktuelle Pressemitteilungen

Die Würzburger Universitäts-Frauenklink informiert zu Unterbauchschmerzen

Am Dienstag, den 27. April 2021, widmen sich zwei Expertinnen und ein Experte der Würzburger Universitäts-Frauenklinik in Online-Vorträgen den Themen Unterbauchschmerzen, Endometriose und Beckenbodenschwäche. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

 

Unterbauchschmerzen bei Frauen können viele Gründe haben. Einen Teil des möglichen Ursachenspektrums nimmt eine Online-Veranstaltung am Dienstag, den 27. April 2021, in den Blick. An diesem Termin richten Dr. Anastasia Altides, Dr. Sophia Jeschke und Privatdozent Dr. Ralf Joukhadar – alle drei von der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) – den Fokus auf die Endometriose sowie auf Beschwerden durch Beckenbodensenkungen. 

Endometriose – eine der häufigsten weiblichen Erkrankungen

Mit bis zu 40.000 pro Jahr neu erkrankten Patientinnen in Deutschland ist die Endometriose eine der häufigsten weiblichen Krankheiten. „Bei der gutartigen, chronischen Erkrankung kommt Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle vor, also zum Beispiel im Scheidenbereich, im Bauchfell, in den Eierstöcken oder in der Darmwand. Die Folge sind häufig starke Regel- und Unterbauchschmerzen“, beschreibt die Oberärztin Dr. Altides. In ihrem Vortrag schildert die Leiterin des Endometriosezentrums des UKW typische Symptome und zeigt die Behandlungsmöglichkeiten auf. 

Schmerzen auch durch Beckenbodensenkungen

„Auch fortgeschrittene Beckenbodensenkungen können Schmerzen im Unterbauch hervorrufen. Knapp 15 Prozent aller Frauen sind davon betroffen“, berichtet Dr. Jeschke. Die Oberärztin geht in ihrem Vortrag unter anderem auf die Gründe der Beckenbodenschwäche ein. 

Im Anschluss erläutert Dr. Joukhadar, der Leitende Oberarzt der Frauenklinik, wann beide Krankheitsbilder durch eine Operation behandelt werden müssen und welche modernen Operationsformen am UKW eingesetzt werden. 

Nach den kurzen Vorträgen werden die Fachleute auch auf vorab – im Rahmen der Anmeldung – von den Teilnehmerinnen eingereichte Fragen eingehen. 

Das UKW organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post. Beginn ist um 18:00 Uhr unter Nutzung der Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

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10 Jahre Forschen Behandeln Vorbeugen

Zehn Jahre lang wurde das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, um sich als Modellzentrum für Innovationen in der Deutschen Hochschulmedizin zu etablieren. Wir haben laufen gelernt, unser Netzwerk erweitert und einige wegweisende Meilensteine in der Forschung, Behandlung und Prävention der Herzinsuffizienz gesetzt.

In unserer Jubiläumsbroschüre blicken wir zurück auf die Entstehungsgeschichte des DZHI, die vier Departments, unsere Junior- und Arbeitsgruppen, Core Facilities, die Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit, die Herzinsuffizienz an sich und ihre Begleiterkrankungen sowie seltene Erkrankungen; wir stellen optimierte Versorgungsstrukturen vor, u. a. Telemonitoring, spezialisierte Pflegekräfte und MFA; und wir berichten über unsere Grundlagenforschung, Vernetzung und Nachwuchsförderung.

Die Jubiläums-Broschüre finden Sie hier als (PDF), ein ausgedrucktes Exemplar schicken wir Ihnen auf Anfrage (dzhi@ ukw.de) gern zu.

Neuer Ansatz gegen Covid-19

Wissenschaftler der Universität Würzburg arbeiten mit einem Pharmaunternehmen an einem neuartigen Ansatz zur oralen Impfung gegen das Coronavirus.

Wenn es nach Professor Thomas Rudel und dem biopharmazeutischen Unternehmen Aeterna Zentaris GmbH geht, könnte es in Zukunft möglicherweise signifikante Verstärkung im Kampf gegen die weltweite Corona-Pandemie geben: eine Impfung, die nicht mit der Spritze verabreicht wird, sondern in Form einer Kapsel, die einfach geschluckt werden kann. Die präklinische Entwicklung, die den Weg zu ersten klinischen Studien an Menschen ebnen soll, hat bereits angefangen.

Thomas Rudel ist Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Vor gut einem Jahr hatte er die Idee für die orale Schutzimpfung. Sein Ansatz: „Wir verwenden einen Ansatz, der schon seit vielen Jahren, millionenfach als Schutz vor einer Typhus-Infektion im Einsatz ist“. Der orale Typhus-Impfstoff basiert auf einem speziellen Bakterienstamm, Salmonella Typhi Ty21a

Potentiell starke Immunantwort

Mit dem gleichen Bakterienstamm arbeiten jetzt auch Rudel und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in seinem Labor. Allerdings mit einer bedeutenden Modifikation: „Wir haben die Bakterien so programmiert, dass sie SARS-CoV-2-Antigene produzieren“, erklärt der Mikrobiologe. Unterstützt wurde Rudel dabei von der Mikrobiologin Dr. Birgit Bergmann. In einer Kapsel vor dem Angriff der Magensäure geschützt, sollen die Bakterien nach der Passage durch den Magen im Dünndarm des Menschen ihre Wirkung entfalten. Der wissenschaftliche Ansatz geht davon aus, dass die Bakterien dort die Antigene dem Immunsystem präsentieren können.

„Spezielle Zellen in der Darmwand sollen dafür sorgen, dass Bakterien und die Antigene von Immunzellen aufgenommen und in lymphoides Gewebe weitertransportiert werden“, sagt Rudel. Dort könnten sie wiederum andere Zellen des Immunsystems aktivieren – sogenannte B- und T-Zellen – und eine Immunantwort in Gang setzen. Rudel hofft, dass diese Immunantwort im Erfolgsfall so stark ist, dass alle Schleimhäute des Menschen in Alarmbereitschaft versetzt werden, und in der Folge Coronaviren schon dort am Eindringen in den Körper gehindert werden.

Eingebauter Sicherheitsanker

Dass die von Rudels Team entwickelten Bakterien nicht ein, sondern gleich zwei Antigene produzieren sollen, hat einen einfachen Grund: Wie sich in den vergangenen Monaten gezeigt hat, mutiert SARS-CoV-2 häufig. Das könnte zur Folge haben, dass ein Antigen nur noch schwach wirksam ist, wenn das Virus sich entsprechend verändert haben sollte. Das zweite Antigen könnte deshalb als „Sicherheitsanker“ dienen: Es basiert auf einem Gen, von dem sich gezeigt hat, dass es nur selten mutiert.

Vergleichsweise günstig herzustellen, einfach zu verabreichen und relativ stabil auch bei normalen Temperaturen: Dies sind ein paar vorteilhafte Eigenschaften, die ein solcher, neuartiger Impfstoff besitzen könnte, wenn er es zur Marktreife gebracht hat. Das würde ihn im Erfolgsfall auch für den Einsatz in Ländern attraktiv machen, in denen es schwierig ist, eine Kühlkette mit Temperaturen von bis zu minus 70°C ohne Unterbrechung zu gewährleisten. 

Erfahrung aus früherer Impfstoffentwicklung

Thomas Rudel und sein Team entwickeln mit finanzieller Unterstützung der Aeterna Zentaris GmbH die Impfstämme und werden präklinische Arbeiten absolvieren; nach erfolgreichem Abschluss der Präklinik würde für die nachfolgenden klinischen Tests das Pharmaunternehmen zuständig sein. Rudel ist zuversichtlich, dass die dafür nötigen Genehmigungen relativ schnell vorliegen könnten. Bereits vor ein paar Jahren hatte Aeterna Zentaris mit einem ähnlichen Verfahren an einem Impfstoff gegen Prostatakrebs gearbeitet, der kurz vor der Aufnahme klinischer Prüfungen stand und behördlich für die klinische Untersuchung abgesegnet worden war. Auf diesen Erfahrungen kann das Team jetzt aufbauen.

Trotz aller Euphorie: Eine Garantie dafür, dass schon bald eine orale Impfung gegen Covid-19 in den Apotheken liegt, gibt es nicht, warnt Rudel. Schließlich seien schon viele Wirkstoffe selbst in einem späten Entwicklungsstadium gescheitert, weil sie nicht ausreichend wirksam waren oder unerwartete und unerwünschte Effekte gezeigt haben. Dieses Risiko bestehe immer. Umso gespannter wird Rudel die kommenden Monate abwarten.

Unterstützung vom SFT

Unterstützung bei der Entwicklung des potenziellen Impfstoffs hat Thomas Rudel auch vom Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) der Universität Würzburg erhalten. Dr. Iris Zwirner-Baier, stellvertretende Leiterin des Servicezentrums und Patentmanagerin, stand ihm bei allen Fragen rund um Patentierung und Lizensierung mit ihrer langjährigen Expertise zur Seite.

Kontakt

Bei Anfragen zu dem Projekt kontaktieren Sie bitte die Pressestelle der Universität Würzburg, T: +49 931 31-82172 oder -82059, presse@uni-wuerzburg.de

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 24. März 2021

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Mainfranken will mit WueZAK schnelle Klima-Lösungen umsetzen

Fünf Würzburger Wissenschaftsinstitutionen wollen mit Unterstützung zahlreicher regionaler Institutionen und Forschungseinrichtungen das Würzburger Zentrum für Angewandte Klimaforschung (WueZAK) gründen. Im WueZAK – einem Leitprojekt der Regiopolregion Mainfranken – sollen die Auswirkungen zum regionalen und lokalen Klimawandel erforscht und maßgeschneiderte praxistaugliche Anpassungsstrategien entwickelt werden. Die Region Mainfranken ist herausragender Wissenschaftsstandort und Hotspot des Klimawandels zugleich, und daher als Sitz für das WueZAK ideal geeignet. Die Bayerische Staatsregierung soll gewonnen werden, die einzigartigen Voraussetzungen in Würzburg und der Region zu nutzen, um mit dem WueZAK in Nordbayern ein transdisziplinäres Leuchtturmprojekt zu Klimawandel- und Klimaanpassungsforschung mit nationaler und internationaler Strahlkraft zu etablieren.

 

Das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e. V., die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die Stiftung Umweltenergierecht und das Universitätsklinikum Würzburg wollen mit Unterstützung vieler Institutionen aus der Region das Würzburger Zentrum für Angewandte Klimaforschung (WueZAK) gründen. Dieses soll ein interdisziplinäres Arbeitsumfeld schaffen. Aufbauend auf der langjährigen Forschungserfahrung zum Klimawandel und der Erprobung von Möglichkeiten zur Anpassung an die Klimaerhitzung wollen die fünf Initiatoren mit Unterstützung von acht weiteren außeruniversitären staatlichen und nichtstaatlichen exzellenten Institutionen aus der Region Mainfranken ein leistungsfähiges, interdisziplinäres Forschungscluster gründen. So soll eine international sichtbare und leistungsstarke neue Forschungsinstitution in Mainfranken entstehen, die auch innovative Konzepte in der Region entwickelt und umsetzt.

Die Region Mainfranken ist schon heute stark mit klimatischen Veränderungen konfrontiert. Die Siedlungsräume, besonders die Städte Würzburg und Schweinfurt, sowie die umliegenden land- und forstwirtschaftlich geprägten, insbesondere durch Wein- und Obstanbau gekennzeichneten Kulturlandschaften zählen zu den am stärksten hitzebelasteten und trockensten Regionen Deutschlands. Steigende Temperaturen, Dürrephasen und Extremwetterereignisse führen schon heute zu Herausforderungen für Bevölkerung, Wirtschaft und Natur. Eine weitere Verschlechterung der Situation ist mit fortschreitender Klimaerhitzung zu erwarten. Die Region Mainfranken weist daher bereits jetzt eine klimatische Situation auf, wie sie in 30 bis 50 Jahren für viele andere Regionen zu erwarten ist und ermöglicht damit als Hot-Spot des Klimawandels einen einzigartigen Blick in die Zukunft. Würzburg im Herzen der Region Mainfranken ist daher prädestiniert, Standort des WueZAK zu werden, um in diesem Umfeld und mit einer Verankerung in der Region, Lösungen für diese Herausforderungen zu erforschen und praktisch zu erproben.

Mit dem WueZAK soll durch die Vernetzung von Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung mit praktischer Erprobung, Anwendung, Umsetzung und unternehmerischer Ausgründung ein Reallabor für maßgeschneiderte klimatische Präventions- und Anpassungsmaßnahmen entstehen. Die Übertragbarkeit dieser Erkenntnisse auf andere Gegebenheiten in weiteren Regionen wird ebenso wie der Transfer von Wissen und Technologien in Bayern, Deutschland und weltweit im Fokus der Forschung- und Umsetzungsaktivitäten stehen.

Dazu wurden vorerst sechs strategische Leitthemen und Forschungsfelder mit hoher gesellschaftlicher Relevanz definiert. Diese befassen sich mit Siedlungsräumen, Gesundheit und dem Gesundheitssystem, der Land- und Forstwirtschaft sowie der biologischen Vielfalt und den Ökosystemen. Dazu sollen das Risikomanagement im Klimawandel und der Gesellschaft, die Erdsystemmodellierung sowie der Aufbau eines Klimainformationssystems für Bayern in den Blick genommen werden.

Um die institutionellen Voraussetzungen für das WueZAK zu schaffen, wollen die fünf Institutionen – gegebenenfalls mit weiteren Akteuren – einen gemeinsamen Verein als Träger des Zentrums gründen. Die Initiative strebt eine Grundfinanzierung durch den Freistaat Bayern an. Neben diesem Finanzierungsbaustein in Höhe von geplanten 75 Millionen Euro für ein gemeinsames Zentrumsgebäude und 12 Millionen Euro jährlich für Personal- und Sachmittel sollen weitere Drittmittel im erheblichen Umfang eingeworben werden. Das Würzburger Zentrum für Angewandte Klimaforschung ist Leitprojekt der Regiopolregion Mainfranken. 

 

Anlage

Hintergrund

Für das WueZAK sollen bestehenden Forschungskapazitäten um weitere Professuren an der JMU, der FHWS und dem UKW sowie Arbeitsgruppen am ZAE und der Stiftung Umweltenergierecht ergänzt werden und weitere Mittel, insbesondere für die praktische Erprobung von Präventions- und Anpassungsmaßnahmen zu Verfügung stehen. Als gemeinsamer Träger und Plattform der gemeinsamen Aktivitäten mit den anderen Beteiligten soll ein eingetragener Verein von den fünf Forschungseinrichtungen gegründet werden. Dieser soll die Arbeiten der verschiedenen Partner bündeln und so eine transdisziplinäre und institutionenübergreifende Forschung und Erprobung ermöglichen.

Zunächst ist ein dreiphasiges Vorgehen geplant: An eine zweijährige Aufbauphase sollen sich zwei fünfjährige Projektphasen mit einer Zwischenevaluierung anschließen. Längerfristig wird eine Verstetigung des WueZAK und eine Kopplung an eine deutsche Forschungsgemeinschaft angestrebt. Neben einer Anschubfinanzierung für die erforderliche bauliche und technische Infrastruktur in Höhe von 75 Millionen Euro wird ein jährlicher Finanzbedarf von 12 Millionen Euro veranschlagt. Ziel der Initiative ist es, dass diese Grundfinanzierung über das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vom Freistaat Bayern bereitgestellt wird. Der innovative Ansatz soll in erheblichem Ausmaß Drittmittel für Verbundprojekte unter Federführung des WueZAK ermöglichen und dadurch eine Verstärkung des Grundhaushalts um 50 bis 100 Prozent ermöglichen. Neben der inhaltlichen Arbeit in Forschung und Erprobung sollen auch ein verknüpfender Bachelor-Studiengang sowie zwei interdisziplinäre Master-Studiengänge eingerichtet werden.

Das Projekt WueZAK wird neben den fünf oben genannten Institutionen von folgenden weiteren Beteiligten aktiv unterstützt:

  • Bayerische Forstschule und Technikerschule für Waldwirtschaft
  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)
  • Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI)
  • Deutsches Zentrum für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit (DZZP)
  • Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC)
  • Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI)
  • Missioklinik Würzburg
  • SKZ – Das Kunststoff-Zentrum 

Pressekontakt

Stiftung Umweltenergierecht
Elisabeth Kranz
E-Mail: kranz@ stiftung-umweltenergierecht.de
Telefon: +49 931 79 40 77-261
Friedrich-Ebert-Ring
997072 Würzburg

Über das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e. V.

Als eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der angewandten Energieforschung verbindet das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) exzellente Forschung mit einer schnellen Umsetzung der Resultate in die wirtschaftliche Praxis. Die Hauptforschungsschwerpunkte des ZAE Bayern liegen in den Bereichen „verstärkter Einsatz von Erneuerbaren Energien“ und „Steigerung der Energieeffizienz“. Ein besonderes Merkmal des ZAE Bayern ist die wissenschaftliche Tiefe, von den Grundlagen bis hin zur Anwendung, mit denen die Kernthemen der Forschung und Entwicklung bearbeitet werden. Das ZAE Bayern entwickelt energiesparende Konzepte, Techniken und Anlagen, erforscht Energiespeichertechnologien und erschließt regenerative Energiequellen. So befasst sich das ZAE Bayern an seinen Standorten unter anderem mit thermischen und elektrochemischen Energiespeichern, energieoptimierten Gebäuden und Stadtquartieren, energieeffizienten Prozessen, Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie, Thermophysik, Nanomaterialien, Smart Grids und Energiesystemen. In seiner Forschungsausrichtung verknüpft es in einem interdisziplinären Ansatz Materialforschung, Komponentenentwicklung und Systemoptimierung. Hierzu bietet das ZAE Bayern seinen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ein breites Leistungsspektrum an, das sich von messtechnischen Dienstleistungen bis hin zu komplexen Forschungs- und Entwicklungsprojekten erstreckt. Das ZAE Bayern wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.

Über die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS)

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) ist mit Ingenieurs-, Natur- und Geisteswissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Architektur und Gestaltung seit nunmehr 50 Jahren eine breit aufgestellte Hochschulpartnerin. Sie trägt mit Lehre, angewandter Forschung, Weiterbildungsmaßnahmen sowie ihrem Wissenstransfer Wissenschaft/Wirtschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung in den unterfränkischen Städten, in der Region sowie weltweit bei.

In den letzten Jahren hat die FHWS die Themen Digitalisierung und Internationalisierung ausgebaut und investiert derzeit massiv in ihren dritten Schwerpunkt „Zero Carbon mit Nachhaltigkeit“, um im Rahmen ihrer Aufgaben einen wesentlichen Beitrag zu den Herausforderungen des Klimawandels zu leisten. Dabei sind ihre etablierten Einrichtungen, wie das Institut für Energie- und Hochspannungstechnik sowie das Technologietransferzentrum Elektromobilität ebenso wichtig, wie das über die Hightech Agenda Bayern neu eingerichtete Center für Artifizielle Intelligenz und Robotik (CAIRO) und die sich gerade gründenden Bereiche nachhaltiger Energiesysteme sowie Wasserstofftechnik. 

Über die Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) ist die traditionsreichste Universität Bayerns und gehört zu den größten Arbeitgebern in Mainfranken. Die im WueZAK geplanten Themen passen sehr gut zu verschiedenen Forschungsbereichen der JMU, von den Geowissenschaften über die Präventionsforschung bis zur Künstlichen Intelligenz. Durch das WueZAK kann die JMU ihr Profil in diesen Feldern erweitern und in Kooperation mit den anderen Partnern aus der Region entscheidend zum Gelingen dieses interdisziplinären Leuchtturmprojekts beitragen.

Über die Stiftung Umweltenergierecht

Die Stiftung Umweltenergierecht ist eine gemeinnützige rechtswissenschaftliche Forschungseinrichtung. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Forschungsfrage, wie sich der Rechtsrahmen angesichts des Klimawandels ändern muss, um die Transformation effizient und zielgerichtet zu ermöglichen. Aufgrund ihrer rechtswissenschaftlichen Expertise und inhaltlichen Unabhängigkeit ist die Stiftung ein wichtiger rechtspolitischer Berater. In interdisziplinären Forschungsvorhaben entwickelt sie konkrete Lösungsansätze für die entscheidenden Akteure der Energiewende in Deutschland und der Europäischen Union.

Über das Universitätsklinikum Würzburg

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ist das einzige Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe in Unterfranken. Sein Einzugsgebiet deckt eine Region mit über einer Million Einwohner*innen ab. Im Jahr 2019 versorgte das UKW knapp 75.000 voll- und teilstationäre sowie über 272.000 ambulante Fälle. Geleistet wurde diese Arbeit von über 7.100 Beschäftigten, was das UKW zum größten Arbeitgeber Mainfrankens macht. 

Der Klimawandel hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit – sowohl bei den Patient*innen, als auch bei den Mitarbeiter*innen des Großkrankenhauses. Allein schon deshalb ist das Interesse des Klinikums hoch, im WueZAK einen aktiven Beitrag zu leisten. Die denkbaren Themen reichen von A, wie allergische Atemwegserkrankungen durch eingewanderte Pflanzen, über H, wie Hitzeschlag und Hitzekollaps, bis zu Z, wie Zunahme der durch Zecken übertragenen Krankheiten. 

Über die weiteren Beteiligten:

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim erforscht u. a. Techniken und Anpassungen in der Imkerei, im Wein- und Gartenbau sowie im urbanen Grün.

Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI)

Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von 2010-2021 gefördertes Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB), welches die Prävention und Behandlung der Herzinsuffizienz und ihrer Komplikationen zum Ziel hat. Unter einem Dach arbeiten Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen (wie Biologen, Physiker, Chemiker, Informatiker) und Kliniker an den Mechanismen der Herzschwäche, und wie man dieser vorbeugen, sie diagnostizieren und besser behandeln kann. Das DZHI ist hierbei horizontal auch mit anderen medizinischen Disziplinen vernetzt, da die Herzinsuffizienz keine isolierte Organ-, sondern eine Systemerkrankung ist.

Deutsches Zentrum für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit (DZZP)

Psychische Erkrankungen sind häufig und jedes 5. Kind in Deutschland zeigt Symptome psychischer Störungen. Mit der Gründung des DZPP im Jahr 2019 wurde ein interdisziplinäres Institut geschaffen, um Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung und Psychotherapieforschung in die Entwicklung, Erprobung und Verbreitung von Präventionsprogrammen in Deutschland systematisch voranzutreiben. Dadurch wird das DZPP dazu beitragen, die gesamtgesellschaftliche Belastung mit psychischen Störungen und ihren psychosozialen Folgen zu reduzieren.

Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC ist eines der wichtigsten bayerischen Zentren für materialbasierte Forschung und Entwicklung in den Bereichen Energie, Umwelt und Gesundheit. Am Stammhaus und im Translationszentrum für Regenerative Therapien in Würzburg sowie im Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL in Bayreuth vereint das Fraunhofer ISC umfassende Kompetenz in den Materialwissenschaften mit langjähriger Erfahrung in der Materialverarbeitung, der industriellen Anwendung und im Upscaling von Fertigungs- und Prozesstechnologien bis in den Pilotmaßstab sowie in der Analytik und Charakterisierung. Zum Fraunhofer ISC gehören auch das Fraunhofer FuE-Zentrum Elektromobilität Bayern, das Center Smart Materials sowie das Anwendungszentrum »Textile Faserkeramik« an der Hochschule Hof-Münchberg. 

Im Fraunhofer ISC werden Werkstofflösungen für unterschiedlichste Anwendungen auf Basis einer einzigartigen Kombination aus Material-, Verarbeitungs-, Anwendungs- und Analytik-Know-how erarbeitet. Mit Blick auf den effizienten Einsatz von Ressourcen und Energie setzt das Institut für seine Entwicklungen auf den Einsatz nachwachsender und umweltfreundlicher Rohstoffe, die Vermeidung kritischer Werkstoffe sowie auf intelligente und nachhaltige Verfahren. Neben Auftragsforschung und -entwicklung bietet das ISC produktionsbegleitende Analytik und Charakterisierung, Prozessoptimierung, Gerätebau sowie das Upscaling von Herstell- und Verarbeitungsverfahren bis in den Pilotmaßstab. Darüber hinaus werden innovative Recyclingtechnologien und Strategien zur Sicherung wertvoller Ressourcen entwickelt.

Über das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) ist die erste Forschungseinrichtung weltweit, die sich ausschließlich mit der Rolle von Ribonukleinsäuren (RNA) in Infektionsprozessen beschäftigt. Auf Basis neuer Erkenntnisse aus seinem starken Grundlagenforschungsprogramm verfolgt das Institut das langfristige Ziel, innovative therapeutische Ansätze zu entwickeln, um menschliche Infektionen besser diagnostizieren und behandeln zu können. Das HIRI ist ein Joint Venture zwischen dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und befindet sich auf dem Würzburger Medizin-Campus.

SKZ – Das Kunststoff-Zentrum

Als Europas größtes Kunststoff-Institut bietet das SKZ seit 60 Jahren praxisgerechte Lösungen für die Kunststoff-Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Neben Forschung und Entwicklung mit direktem Praxisbezug bietet das SKZ Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen zur Qualitätssicherung von Werkstoffen und Fertigprodukten, Kongresse und Tagungen zur Weiterbildung von Fach- und Führungskräften, Praxisseminare und Lehrgänge zur Qualifizierung von Praktikern sowie Zertifizierungen von Managementsystemen z. B. nach ISO 9001. Getragen wird das SKZ von einem leistungsstarken Netzwerk mit mehr als 400 Unternehmen.

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 19.03.2021

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Weitere 750.000 Euro für Online-Plattform "BASE-Netz" bayerischer Universitätsklinika zu Seltenen Erkrankungen - Wissenschaftsminister Sibler sagt gezielte Förderung zu

Wissenschaftsminister Bernd Sibler sagt gezielte Förderung der deutschlandweit einzigartigen elektronischen Zusammenarbeit zu: „Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Seltenen Erkrankungen ist mir ein großes Anliegen“

 

MÜNCHEN. Das bayerische Wissenschaftsministerium stockt die Förderung der neuen Online-Plattform des Bayerischen Arbeitskreises Seltene Erkrankungen „BASE-Netz“ um weitere 750.000 Euro auf. Das gab Wissenschaftsminister Bernd Sibler heute in München bekannt. Die Summe wurde für den weiteren Ausbau der elektronischen Zusammenarbeit aller an dem Großprojekt beteiligten Akteure bewilligt. „Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Seltenen Erkrankungen ist mir ein großes Anliegen“, so Sibler.Damit intensiviert der Wissenschaftsminister nicht einmal drei Wochen nach der Freischaltung von BASE-Netz unter dem Titel BASE Netz connected noch einmal seinen Einsatz für die Unterstützung von Menschen mit Seltenen Erkrankungen. „Bei Seltenen Erkrankungen ist es von existenzieller Bedeutung für die Betroffenen, dass alle Expertinnen und Experten untereinander vernetzt sind und dadurch ihr Wissen zielstrebig bündeln können“, erklärte Sibler. Außerdem soll durch die neue Plattform Patientinnen und Patienten die gesamte Expertise in ganz Bayern zugänglich gemacht werden, ohne dass diese sich in jedem Zentrum persönlich vorstellen müssen. Dies sei ein wichtiger Schritt, da die Erkrankten ohnehin häufig bereits eine lange Suche nach der richtigen Diagnose hinter sich haben, so Sibler. „BASE-Netz kann für eine wesentlich schnellere Diagnose und Behandlung sorgen.“Fächerübergreifendes Großprojekt Den Startschuss für das deutschlandweit einzigartige Portal, auf dem sich die Experten aller sechs Zentren für Seltene Erkrankungen der bayerischen Universitätsklinika ebenso wie betroffene Patienten und niedergelassene Ärzte standortübergreifend vernetzen können, hatte der Wissenschaftsminister Ende Februar bei einer virtuellen Veranstaltung persönlich gegeben. „Es war mir eine besondere Freude, die Plattform eröffnen zu dürfen. Durch diese wird es künftig möglich sein, betroffene Patientinnen und Patienten noch besser und noch gezielter behandeln zu können“, sagte Sibler.Von Seltenen Erkrankungen spricht man, wenn sie nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen betreffen. Typisch für sie ist, dass sie sich anhand verschiedenster, auf den ersten Blick nicht zwingend zusammenhängender, Symptome zeigen. Um eine Seltene Erkrankung richtig diagnostizieren und behandeln zu können, müssen oft Ärztinnen und Ärzte unterschiedlicher Fachgebiete mit einbezogen werden.Die Federführung des Projekts liegt beim Zentrum für Seltene Erkrankungen Regensburg am Universitätsklinikum Regensburg sowie beim Zentrum für Seltene Erkrankungen Nordbayern am Universitätsklinikum Würzburg. Ebenfalls an dem Zusammenschluss beteiligt sind die Zentren für Seltene Erkrankungen an den Universitätsklinika Erlangen, Augsburg, am LMU Klinikum München und am Klinikum rechts der Isar München (TUM).Weitere Informationen zu BASE-Netz:

https://www.base-netz.de/

 

Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst vom 22.03.2021

100 Jahre Luitpold-Campus: Historische Fotos und Zeitzeugen für Festschrift gesucht!

In diesem Jahr feiert das UKW ein besonderes Ereignis: Am 02.11.1921 eröffnete das Luitpoldkrankenhaus seinen Betrieb in Grombühl. Das 100-jährige Bestehen des früheren „Lukra“ nehmen wir zum Anlass, dieses Jubiläum in Form von verschiedenen Aktivitäten zu feiern.

Als eine der ersten Maßnahmen ist eine Festschrift geplant, die im Herbst erscheinen soll. Sie wird von dem Medizinhistoriker und Würzburg-Experten Dr. Andreas Mettenleiter verfasst. Herr Dr. Mettenleiter ist hierfür auf der Suche nach historischen Fotos und Zeitzeugen und bittet Sie um Ihre Unterstützung. Falls Sie historische Foto-Schätze daheim haben oder jemanden kennen, der über frühere Erfahrungen als  Mitarbeiter/in oder Patient/in sprechen möchte, wenden Sie sich gerne an Herrn Dr. Mettenleiter. 

Kontakt: andreas.mettenleiter@ uni-wuerzburg.de

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Über die weiteren Aktionen im Jubiläumsjahr informieren wir Sie zeitnah.

 

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Long Covid: Auf der Suche nach den Auslösern

Manche Covid-19-Patienten sind noch Monate nach der Infektion dauerhaft geschwächt. Ihre Symptome gleichen denen des Chronischen Erschöpfungssyndrom. Ein Forscher der Uni Würzburg sucht jetzt nach den Parallelen.

Die Betroffenen sind ständig müde und erschöpft, schon am Morgen fehlt ihnen häufig die Kraft aufzustehen oder auf die Arbeit zu gehen. Dazu gesellen sich bei vielen von ihnen Muskelschmerzen, Nervenstörungen und grippeähnliche Symptome, die über Jahre anhalten können. An ein normales Leben ist für sie kaum mehr zu denken.

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS), mittlerweile auch Myalgische Enzephalomyelitis (ME) genannt, stellt Wissenschaft und Medizin seit vielen Jahren vor große Rätsel. Noch immer hat die Suche nach den Ursachen der Erkrankung keinen wirklichen Durchbruch verzeichnet, viele Faktoren stehen als Auslöser unter Verdacht – angefangen bei Infektionen über Hormonstörungen bis zu einer Fehlreaktion des Immunsystems. Und eine Therapie gibt es dementsprechend auch nicht.

Weltweit führender Experte für CFS/ME

Dazu kommt: Seit dem Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Situation verschärft. Denn während der Großteil der an Covid-19 Erkrankten die Krankheit vergleichsweise glimpflich übersteht, leidet ein geringer Prozentsatz der Betroffenen auch Monate später noch unter Beschwerden, die einem Chronischen Erschöpfungssyndrom sehr stark ähneln. Von „Long Covid“ oder dem „Post-Covid-Syndrom“ sprechen Mediziner in diesem Fall. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Long Covid inzwischen als eigenständige Erkrankung anerkannt und die Ähnlichkeit mit dem Erschöpfungssyndrom attestiert.

Einer der wenigen Wissenschaftler, die sich weltweit mit den Ursachen der Myalgischen Enzephalomyelitis beschäftigen, ist Dr. Bhupesh Prusty, Gruppenleiter am Lehrstuhl für Virologie der Julius-Maximilians-Universität. Prusty hat ein spezielles Virus als Auslöser dieser und etlicher anderer neurologischer Krankheiten im Verdacht: das Humane Herpes Virus-6 (HHV-6).

Angriff auf die Kraftwerke der Zellen

Wie Prusty und andere Wissenschaftler in der Vergangenheit zeigen konnten, integriert sich das Virus häufig in das menschliche Erbgut. Entgegen der vorherrschenden Meinung legt es damit nicht zwangsläufig seine Aktivitäten dauerhaft ab. Bestimmte Faktoren können es wieder aktivieren – beispielsweise eine zusätzliche Infektion mit Chlamydien oder Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken – wie Prustys Arbeiten zeigen.

Dann greift HHV-6 die Kraftwerke der Zelle an, die Mitochondrien, und verursacht dort Fehlfunktionen. Befallene Mitochondrien erzeugen weniger ATP – Energielieferanten im menschlichen Körper – und zeigen starke Schwankungen in ihrem Kalzium-Haushalt. Gut möglich, dass auch eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus die Herpesviren erneut aktiv werden lässt.

Viel Geld von zwei britischen Stiftungen

Ob das tatsächlich so ist: Daran kann Prusty in den kommenden Jahren mit besonderem Nachdruck forschen. Zwei Stiftungen statten ihn dafür mit viel Geld aus: Insgesamt 900.000 US-Dollar – umgerechnet rund 750.000 Euro – erhält Prusty von der Amar Foundation. Die US-amerikanische Wohltätigkeitsorganisation finanziert damit Prustys Arbeiten zu SARS-CoV-2, dem Ursprung des Chronischen Müdigkeitssyndroms und der mitochondrialen Dysfunktion bei ME/CFS.

Mit rund 200.000 Pfund – umgerechnet etwas über 240.000 Euro – unterstützt eine britische Stiftung Prustys Arbeit auf dem gleichen Gebiet: die ME Research UK, eine Organisation, die sich das Ziel gesetzt hat, „qualitativ hochwertige wissenschaftliche Untersuchungen zu den Ursachen, Folgen und der Behandlung der Myalgischen Enzephalomyelitis / des Chronischen Erschöpfungssyndroms in Auftrag zu geben und zu finanzieren“.

Genauer Blick auf die Vorgänge in den Zellen

„Wir hier in Würzburg haben ein spezielles Arbeitsmodell, um sowohl an Long Covid als auch an der Myalgischen Enzephalomyelitis zu arbeiten“, erkärt Bhupesh Prusty. Mithilfe spezieller Techniken und Verfahren können Prusty und seine Arbeitsgruppe einen genauen Blick in das Innere einzelner Zellen zu werfen und dabei detailliert zu entschlüsseln, zu welchem Zeitpunkt welche Gene aktiviert sind und welche Prozesse sie dabei in Gang setzen. „Auf diese Weise werden wir in der Lage sein besser zu verstehen, wie Krankheitserreger, insbesondere Herpesviren wie HHV-6, spezifische menschliche Zellen einschließlich der Immunzellen verändern, um diese Krankheiten zu verursachen“, sagt Prusty.

Kontakt

Dr. Bhupesh Prusty, Lehrstuhl für Virologie, T: +49 931 31-88067, bhupesh.prusty@ biozentrum.uni-wuerzburg.de

 

Links

Pressemitteilung zu Bhupesh Prustys Forschung an HHV-6

Homepage von ME Research UK

 

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